Pressenanordnung und Verfahren zur Entwässerung einer Faserstoffbahn, insbesondere Papierbahn
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pressenanordnung zur Entwässerung einer Faserstoffbahn, insbesondere Papierbahn, mit mindestens zwei hintereinander angeordneten Pressspalten, durch welche die Faserstoffbahn zusammen mit mindestens einem, beide Pressspalte durchlaufenden Entwässerungsband hindurchgeführt ist.
Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Entwässerung einer Faserstoffbahn, insbesondere Papierbahn, bei welchem die Faserstoffbahn durch mindestens zwei hintereinander angeordnete Pressspalte zusam- men mit mindestens einem beide Pressspalte durchlaufenden Entwässerungsband hindurchgeführt wird.
In der Pressenpartie einer Papiermaschine wird die aus der Siebpartie kommende wässerige Faserstoffbahn in mehreren Pressspalten entwäs- sert. Hierzu wird die Faserstoffbahn jeweils zusammen mit mindestens einem Entwässerungsband durch einen Pressspalt geführt. Im Pressspalt wird unter Wirkung des hohen Pressdruckes Feuchtigkeit aus der wässerigen Faserstoffbahn ausgepresst und abgeführt.
Eine Pressenanordnung und ein Verfahren der eingangs genannten Art sind beispielsweise aus der DE 196 33 422 AI bekannt. Gemäß dieser Schrift wird bei einer Pressenanordnung der eingangs genannten Art mindestens ein Entwässerungsband durch zwei hintereinander angeordnete Pressspalte geführt, wobei zwischen den beiden Pressspalten eine Konditionierungseinrichtung zur Entfeuchtung des Entwässerungsbandes
nach Durchtritt durch den ersten Pressspalt vorgesehen ist. Es muss daher zwischen den beiden Pressspalten eine Trennung von Papierbahn und Entwässerungsband erfolgen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Pressenanordnung und ein Verfahren der eingangs genannten Art weiter zu verbessern. Insbesondere sollen der Herstellungsaufwand und der Platzbedarf verringert werden.
Diese Aufgabe wird bei einer Pressenanordnung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass das oder die Entwässerungsbänder ohne Trennung von der Faserstoffbahn und ohne separate Entwässerung vom ersten Pressspalt zum zweiten Pressspalt geführt sind.
Darüber hinaus wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass das oder die Entwässerungsbänder ohne Trennung von der Faserstoffbahn und ohne separate Entwässerung vom ersten Pressspalt zum zweiten Pressspalt geführt werden.
Durch den Verzicht auf eine Trennung von der Faserstoffbahn und eine separate Entwässerung des Entwässerungsbandes oder der Entwässerungsbänder zwischen den beiden Pressspalten kann der Herstellungsaufwand für die Pressenanordnung sowie der Platzbedarf gegenüber bekannten Anordnungen verringert werden. Durch den Wegfall von entsprechenden Saugwalzen und Einrichtungen zur Entwässerungsbandkonditi- onierung zwischen den Pressspalten kann eine erhebliche Kosteneinsparung erzielt und eine kürzere Bauweise der Anordnung erreicht werden.
Bevorzugt sind zwei beide Pressspalte durchlaufende Entwässerungsbänder vorgesehen, wobei die Entwässerungsbänder jeweils auf einer Seite
der Faserstoffbahn angeordnet sind. Damit kann die Entwässerung der Faserstoffbahn verbessert werden.
Um die Entwässerung weiter zu verbessern, sind nach einer Ausgestaltung der Erfindung Mittel zur Konditionierung des oder der Entwässe- rungsbänder in mindestens einem der Pressspalte vorgesehen. Dabei kann es sich beispielsweise um mindestens eine Walze mit offener Oberfläche handeln. Diese Walze kann dadurch aus der Faserstoffbahn abgeführtes Wasser aufnehmen. Bevorzugt sind beide Presselemente mit offener Oberfläche ausgebildet. Das heißt, erfindungsgemäß speichern die Entwässerungsbänder das von der Faserstoffbahn aufgenommene Wasser nicht, sondern leiten dieses zu den Presselementen weiter, von denen es aufgenommen und anschließend weiter abgeführt wird. Durch die Konditionierung des oder der Entwässerungsbänder in dem oder den Pressspalten ergibt sich außerdem ein besseres Feuchtequerprofil.
Die Oberfläche der Presselemente kann beispielsweise gerillt oder gebohrt sein. Sie kann aber auch sowohl gerillt als auch gebohrt sein. Derartige offene Oberflächen sind gut und kostengünstig herzustellen.
Das Volumen der Öffnungen in der Oberfläche des Presselements oder der Presselemente entspricht bevorzugt mindestens dem Volumen des der Faserstoffbahn entzogenen Wassers. Dadurch kann das gesamte Wasser von dem Presselement oder den Presselementen aufgenommen werden. Besonders bevorzugt beträgt das Volumen ca. das 1, 1- bis 1,2-fache des Wasservolumens.
Weiter bevorzugt ist es, wenn das Volumen der Öffnungen in den Presselementen in Bahnlaufrichtung gesehen von Pressspalt zu Pressspalt abnimmt. Das heißt, es ist bevorzugt, wenn das Volumen im ersten Press-
spalt am größten ist. Dies hat sich für eine gute Entwässerung als vorteilhaft erwiesen.
Um das Wasser von den Presselementen weiter abzuführen, sind nach einer Ausgestaltung der Erfindung nach mindestens einem Pressspalt Mittel zur sogenannten freien Entwässerung vorgesehen. Hierbei kann es sich beispielsweise um jeweils eine Entwässerungsrinne handeln. Dadurch lässt sich eine konstruktiv unaufwendige Entwässerung der Presselemente erzielen, wobei die Entwässerung sogar im Wesentlichen aus- schließlich durch diese sogenannte freie Entwässerung erfolgen kann.
Um bei Bedarf eine Reinigung des Entwässerungsbandes oder der Entwässerungsbänder zu erreichen, können nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung in mindestens einem Entwässerungsbandrücklauf Mittel zur Entwässerungsbandkonditionierung angeordnet sein. Hierbei kann es sich beispielsweise um Hochdruckspritzrohre und/ oder um mindestens ein traversierendes Reinigungssystem handeln. Neben einer Reinigung kann auch eine weitere Entwässerung auf diese Weise durchgeführt werden.
Zur weiteren Entwässerung der Faserstoffbahn können außerdem zwischen den Pressspalten Stützfoils und/ oder Stützsauger angeordnet sein. Die dadurch hervorgerufene Wechselbeanspruchung der Faserstoffbahn führt in bekannter Weise zu einer weiteren Entwässerung, wobei dies konstruktiv verhältnismäßig unaufwendig ist und wenig Platz beansprucht.
Gute Ergebnisse können insbesondere mit dünnen Entwässerungsbändern erzielt werden, wobei die Masse der Entwässerungsbänder pro Quad-
ratmeter insbesondere kleiner oder gleich 1500 g, bevorzugt kleiner 1200 g ist.
Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das oder die Entwässerungsbänder eine geringe Kompressibilität und/ oder sogenannte Anti-Rewetting-
Eigenschaften aufweisen. Hierzu bestehen das oder die Entwässerungsbänder bevorzugt aus einem Gewebe und einer Membran.
Die Pressspalte werden bevorzugt durch sogenannte Schuhpressen mit einer Schuhwalze und einer Gegenwalze gebildet. Dabei können die beiden Schuhwalzen und die beiden Gegenwalzen bei zwei Schuhpressen jeweils auf derselben Seite der Faserstoffbahn oder abwechselnd auf der einen und der anderen Seite der Faserstoffbahn angeordnet sein.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Es zeigen, jeweils in schematischer Darstellung,
Fig. 1 eine erste Variante einer erfindungsgemäßen Pressen- anordnung, und
Fig. 2 eine zweite Variante einer erfindungsgemäßen Pressenanordnung.
Die in Fig. 1 dargestellte Pressenanordnung umfasst einen ersten Pressspalt 1 , der durch eine erste Schuhwalze 2 und eine erste Presswalze 3 gebildet ist, sowie einen zweiten Pressspalt 4, der durch eine zweite Schuhwalze 5 und eine zweite Presswalze 6 gebildet ist. Zusammen mit einer Faserstoffbahn 7 ist durch den ersten Pressspalt 1 und den zweiten
Pressspalt 4 ein Oberfilz 8 geführt, der als Endlosfilz ausgebildet ist und über Filzleitwalzen 9 umläuft.
Der Oberfilz 8 umschlingt außerdem vor dem ersten Pressspalt 1 eine Abnahmesaugwalze 10, die mit einem Formiersieb 11 einer vorgeschalteten Siebpartie in Berührung steht. Das Formiersieb 11 ist außerdem um Siebleitwalzen 12 geführt.
Zusammen mit der Faserstoffbahn 7 und dem Oberfilz 8 ist durch die beiden Pressspalte 1 und 4 weiterhin ein Unterfilz 13 geführt, der ebenfalls als Endlosfilz ausgebildet ist und Filzleitwalzen 14 umschlingt. Der Unterfilz 13 umschlingt außerdem hinter dem zweiten Pressspalt 4 eine Trennwalze 15, über welche die Faserstoffbahn 7 vom Oberfilz 8 getrennt werden kann. Stromab der Trennwalze 15 steht mit dem Unterfilz 13 eine zweite Abnahmesaugwalze 16 in Berührung, durch welche die Faserstoffbahn vom Unterfilz 13 abgenommen und einer nachfolgenden Trockenpartie zugeführt werden kann, von der lediglich eine erste Trockenwalze 17 dargestellt ist.
Wie man in Fig. 1 gut erkennen kann, sind zwischen dem ersten Pressspalt 1 und dem zweiten Pressspalt 4 der dargestellten Pressenanordnung keine separaten Entwässerungseinrichtungen für den Oberfilz 8 oder den Unterfilz 13 vorhanden. Es findet demzufolge zwischen dem ersten Pressspalt 1 und dem zweiten Pressspalt 4 keine Trennung der beiden Filze 8 und 13 von der Faserstoffbahn 7 statt. Stattdessen sind die beiden Pressspalte 1 und 4 zur Konditionierung des Oberfilzes 8 und/ oder des Unterfilzes 13 ausgebildet, indem jeweils mindestens eine der beiden Walzen 2, 3 und 5, 6, bevorzugt alle Walzen, mit einer offenen Oberfläche ausgebildet sind. Insbesondere können die Oberflächen der Walzen 2, 3, 5, 6 jeweils gerillt, gebohrt oder gerillt und gebohrt ausgebildet sein. Das Vo-
lumen der Öffnungen in den Walzen 2, 3, 5, 6 ist dabei so gewählt, dass die gesamte Wassermenge, die der Faserstoffbahn 7 entzogen wird, von den Walzen 2, 3, 5, 6 aufgenommen und abgeführt werden kann. Insbesondere beträgt das Volumen das 1, 1- bis 1,2 -fache des aus der Faser- Stoffbahn 7 entfernten Wasservolumens.
Zur Entwässerung der Walzen 2, 3, 5 und 6 sind hinter den beiden Pressspalten 1 und 4 jeweils Entwässerungsrinnen 18 angeordnet. Das heißt, es findet eine sogenannte freie Entwässerung der Walzen 2, 3, 5 und 6 statt. Wie dargestellt, sind keine weiteren Entwässerungsmittel für die Walzen 2, 3, 5 und 6 vorhanden. Das heißt, die Entwässerung erfolgt im Wesentlichen ausschließlich durch die vier Entwässerungsrinnen 18.
Zwischen den beiden Pressspalten 1 und 4 können noch Stützfoils und/ oder Stützsauger zur zusätzlichen Entwässerung der Faserstoffbahn 7 vorgesehen sein, die hier jedoch nicht dargestellt sind. Auch kann die Trennung der Faserstoffbahn 7 nach dem zweiten Pressspalt 4 vom Unterfilz 13 sowohl durch eine Walze als auch durch einen Sauger erfolgen. Zusätzlich zur Konditionierung der Filze 8 und 13 in den Pressspalten 1 und 4 kann auch eine Konditionierung durch hier nicht dargestellte Hochdruckspritzrohre oder traversierende Systeme erfolgen, falls dies erforderlich ist. Dies erfolgt in jedem Falle aber im Filzrücklauf, also nicht zwischen dem ersten Pressspalt 1 und dem zweiten Pressspalt 4.
Der Oberfilz 8 und der Unterfilz 13 sind jeweils dünn ausgebildet, insbesondere mit einer Masse pro Quadratmeter von 1500 g oder weniger, insbesondere weniger als 1200 g pro Quadratmeter. Sie sind bevorzugt wenig kompressibel und mit Anti-Rewetting-Eigenschaften ausgestattet. Hierfür können Filze aus Gewebe und einer Anti-Rewetting-Membran verwendet werden.
Beim Betrieb der Pressenanordnung wird die Faserstoffbahn 7 durch die Abnahmesaugwalze 10 vo Formiersieb 11 der vorgeschalteten Siebpartie abgenommen und zusammen mit dem Oberfilz 8 und dem Unterfilz 13 durch die beiden Pressspalte 1 und 4 hindurchgeführt. Die beiden Filze 8 und 13 werden dabei zwischen erstem Pressspalt 1 und zweitem Pressspalt 4 nicht von der Faserstoffbahn 7 getrennt, also keiner separaten Entwässerung unterzogen. Stattdessen erfolgt in den beiden Pressspalten 1 und 4 eine Konditionierung der beiden Filze 8 und 13. Das bei der Filzkonditionierung von den Walzen 2, 3, 5 und 6 aufgenommene Wasser wird über die hinter den Pressspalten 1 und 4 jeweils angeordneten vier Entwässerungsrinnen 18 abgeführt. Nach dem Auslauf aus dem zweiten Pressspalt 4 wird die Faserstoffbahn 7 durch die Trennwalze 15 von dem Oberfilz 8 getrennt sowie anschließend durch die Abnahmesaugwalze 16 vom Unterfilz 13 und dann der ersten Walze 17 einer nachfolgenden
Trockenpartie zugeführt. Bei Bedarf findet eine weitere Konditionierung der Filze 8 und 13 im Filzrücklauf statt.
Die in Fig. 2 dargestellte zweite Variante einer erfindungsgemäßen Pres- senanordnung stimmt mit der in Fig. 1 dargestellten Variante weitgehend überein. Lediglich die Anordnung der Walzen zueinander ist unterschiedlich. Insbesondere sind die Schuhwalzen 2 und 5 sowie die Presswalzen 3 und 6 zwischen erstem Pressspalt 1 und zweitem Pressspalt 4 alternierend angeordnet. Des Weiteren sind die Filzleitwalzen 9 des Oberfilzes 8 und die Filzleitwalzen 14 des Unterfilzes 13 anders angeordnet. Dadurch ergibt sich eine geometrisch vorteilhafte Anordnung. Die Funktionsweise der zweiten Variante stimmt mit derjenigen der ersten Variante überein.
Insgesamt erhält man eine Pressenanordnung, die sich durch eine ver- kürzte Bauweise und einen reduzierten Aufwand für die Filzführung und
Filzkonditionierung auszeichnet. Insbesondere entfallen separate Entwässerungseinrichtungen für die Filze 8, 13 zwischen den beiden Pressspalten 1 und 4. Die erfindungsgemäße Anordnung führt daher auch zu einer Kosteneinsparung.
Bezugszeichenliste
erster Pressspalt erste Schuhwalze erste Presswalze zweiter Pressspalt zweite Schuhwalze zweite Presswalze Faserstoffbahn Oberfilz Filzleitwalze erste Abnahmesaugwalze Formiersieb Siebleitwalze Unterfilz Filzleitwalze Trennwalze zweite Abnähmesaugwalze Tr o ckenwalze Entwässerungsrinne
Bahnlaufrichtung