Stabilisierung von ethylenisch ungesättigten Verbindungen mit Hy- droxylaminderivaten
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung bestimmter Hy- droxyla inderivate zur Verhütung unerwünschter radikalischer Po- lymerisation von Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltigen ethylenisch ungesättigten Verbindungen. Sie betrifft ferner ein Stoff- gemisch, das wenigstens eine Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltige ethylenisch ungesättigte Verbindung und eine wirksame Menge des Hydroxylaminderivates enthält. Die Erfindung betrifft außer- dem eine Stabilisatorzusammensetzung.
Chemische Verbindungen, die eine oder mehrere ethylenisch ungesättigte Gruppen aufweisen, haben eine ausgeprägte Neigung zur radikalischen Polymerisation. Solche Verbindungen werden als Mo- nomere zur gezielten Herstellung von Polymerisaten, z. B. durch radikalische Polymerisation, verwendet. Gleichzeitig ist die ausgeprägte Neigung zur radikalischen Polymerisation aber insofern von Nachteil, als es sowohl bei der Lagerung als auch bei der chemischen und/oder physikalischen Bearbeitung, z. B. durch De- stillation oder Rektifikation, der ethylenisch ungesättigten Verbindungen, insbesondere unter der Einwirkung von Energie, z. B. Wärme und/oder Licht, zur unerwünschten, spontanen radikalischen Polymerisation kommen kann. Derartige unkontrollierte Polymerisationen können zur allmählichen Bildung von Polymerisatbelägen z. B. auf erwärmten Oberflächen führen oder sogar explosionsartig verlaufen.
Es ist daher üblich, ethylenisch ungesättigten Verbindungen beziehungsweise Gemischen, die solche Verbindungen enthalten, so- wohl bei der Lagerung als auch bei der chemischen und/oder physikalischen Bearbeitung Substanzen zuzusetzen, die eine spontane Polymerisation unterbinden beziehungsweise verlangsamen. Sie werden im Allgemeinen als Inhibitoren beziehungsweise Retarder bezeichnet und unter dem Oberbegriff "Stabilisatoren" zusammenge- fasst.
Die DE 10139767 und die WO 03/016268 beschreiben die Verwendung von Amidoximen zur Stabilisierung ethylenisch ungesättigter Verbindungen gegen unerwünschte Polymerisation.
Die US-A 5,489,718 offenbart Zusammensetzungen und Verfahren zur Inhibierung der Polymerisation vinylaromatischer Verbindungen unter Sauerstofffreien Bedingungen. Die Zusammensetzungen enthalten eine Oximverbindung und eine Hydroxylaminverbindung. Vinylaroma- 5 tische Verbindungen sind im Allgemeinen weniger reaktionsfreudig als Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltige ethylenisch ungesättigte Verbindungen, wie Acrylsäure oder Methacrylsäure. Der Fachmann hätte die Eignung der Oximverbindungen zur Stabilisierung von (Meth) acrylsäure und anderen Sauerstoff- und/oder Stickstoff- 10 haltige ethylenisch ungesättigte Verbindungen nicht ohne Weiteres erwartet .
Es besteht ein ständiger Bedarf an Polymerisationsinhibitoren zur Stabilisierung von (Meth)acrylsäure und anderen Sauerstoff- und/
" oder stickstoffhaltige ethylenisch ungesättigte Verbindungen, die eine unerwünschte Polymerisation auch in Gegenwart von molekularem Sauerstoff und/oder in Abwesenheit mechanischer Bewegung und/ oder im Dampfraum über einem flüssigen, solche ungesättigten Verbindungen enthaltenden Gemisch wirksam inhibieren.
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Es wurde nun gefunden, dass bestimmte Hydroxylaminderivate, nämlich Aldoxime, etoxime, die sich nicht von Chinonen ableiten, Hydroximsäureester und N-Acylhydroxylaminderivate in der Lage sind, die radikalische Polymerisation von Sauerstoff- und/oder
2!* stickstoffhaltigen ethylenisch ungesättigten Verbindungen zu inhibieren bzw. zu verzögern. Diese Hydroxylaminderivate sind wirksam in Gegenwart von molekularem Sauerstoff sowie in Abwesenheit mechanischer Bewegung, z. B. in nicht gerührten Behältern oder Anlagenteilen. Sie sind darüber hinaus in der Lage, die Polymeri¬
30 sation auch im Dampfraum über einer flüssigen Phase zu inhibieren, die Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltige ethylenisch ungesättigten Verbindungen enthält. Sie sind daher besonders geeignet zum Einsatz als Stabilisatoren während der Rektifikation Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltiger ethylenisch ungesättigter Ver-
" bindungen, da sie wirksam sowohl das auf den Kolonnenböden befindliche Kondensat, das keiner oder geringer Umwälzung unterworfen ist, als auch die damit im Kontakt stehenden Brüden stabilisieren.
^ Demzufolge betrifft die Erfindung ein Stoffgemisch, das wenigstens eine Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltige ethylenisch ungesättigte Verbindung und eine zur Verhütung unerwünschter radikalischer Polymerisation wirksame Menge wenigstens eines unter Aldoximen; Ketoximen, die sich nicht von Chinonen ableiten; Hy-
*5 droximsäureestern und N-Acylhydroxylaminderivaten ausgewählten Hydroxylaminderivates enthält .
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Stabilisierung von Materialien, die wenigstens eine Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltige ethylenisch ungesättigte Verbindung umfassen, gegen unerwünschte radikalische Polymerisation, indem man zu den zu stabilisierenden Materialien eine wirksame Menge des vorstehend definierten Hydroxylaminderivates gibt. Die zu stabilisierenden Materialien können ausschließlich aus einer oder mehreren ethylenisch ungesättigten Verbindungen bestehen oder diese in einer Konzentration enthalten, bei der unter spontaner Initiierung eine radikalische Polymerisation ablaufen kann.
Die Erfindung betrifft außerdem die Verwendung eines vorstehend definierten Hydroxylaminderivates zur Verhütung unerwünschter radikalischer Polymerisationen von ethylenisch ungesättigten Ver- bindungen, z. B. während der Herstellung, Lagerung, dem Transport oder der chemischen und/oder physikalischen Bearbeitung.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Stabilisato Zusammensetzung, die zur Stabilisierung ethylenisch ungesättigter Verbindungen ge- gen unerwünschte radikalische Polymerisation geeignet ist und wenigstens ein vorstehend definiertes Hydroxylaminderivat sowie wenigstens einen Costabilisator enthält. Die Stabilisatorzusammensetzung kann sowohl als Prozess- als auch als Lagerstabilisator verwendet werden, d. h. zur Stabilisierung von ethylenisch unge- sättigten Verbindungen während des Prozesses ihrer Herstellung und Reinigung oder zur Stabilisierung der reinen Verbindungen.
Sämtliche Ausführungen in der vorliegenden Beschreibung, die sich auf das erfindungsgemäße Stoffgemisch beziehen, gelten entspre- chend für das erfindungsgemäße Verfahren, die er indungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung und die erfindungsgemäße Verwendung und umgekehrt.
Zu den erfindungsgemäß verwendeten Hydroxylaminderivate zählen: Aldoxime [RHC=N-0R']r Ketoxime [RRC=N-0R' ] , Hydroximsäureester [R(R0)C=N-0R' ] und N-Acylhydroxylaminderivate, zu denen Hydroxam- säuren und O-substituierte Derivate davon [RC0-N(R' ' )-0R' ] sowie N-Hydroxyimide und O-substituierte Derivate davon [ (RCO) 2N-0R' ] zählen [das charakteristische Strukturelement ist jeweils in Klammern angegeben, wobei R für einen über Kohlenstoff gebundenen Rest steht, R' für Wasserstoff oder einen über Kohlenstoff gebundenen Rest steht und R' ' für Wasserstoff oder einen über Kohlenstoff gebundenen Rest steht. Zwei Reste R oder R und R' ' können unter Ausbildung einer cyclischen Struktur miteinander verbunden sein.]
Die erfindungsgemäß verwendbaren Ketoxime umfassen nicht solche Ketoxime, die sich von Chinonen ableiten, wie 1,4-Benzochinondio- xim.
Die erfindungsgemäß verwendeten Hydroxylaminderivate sind bekannte Verbindungen bzw. können nach üblichen Verfahren hergestellt werden. Z. B. werden Aldoxime oder Ketoxime durch Umsetzung von Aldehyden oder Ketonen mit Hydroxylamin erhalten.
Die erfindungsgemäß verwendeten Hydroxylaminderivate weisen vorzugsweise einen Siedepunkt von weniger als 300 °C bei Normaldruck auf.
Geeignete Hydroxylaminderivate weisen z , B. eine der allgemeinen Formeln I, II oder III auf:
II
III
worin
R1, R2, R4, R5, R6 und R7 unabhängig voneinander für Wasserstoff, Ci—Cis-Alkyl, das gegebenenfalls durch eine oder mehrere unter 0, S und NRa ausgewählte Gruppen unterbrochen ist, C7-Ci8-Aralkyl, C2—Cι8-Alkenyl, Cß—Cχ2-Aryl, C5—Cι2-Cycloalkyl, in dem gegebenenfalls ein oder mehrere Kohlenstoffatome durch eine unter 0, S und NRa ausgewählte Gruppen ersetzt sind, oder Heterocyclyl stehen,
R2, R4 und R5 unabhängig voneinander auch für OR8, COR8 oder C02R8 stehen können, wobei R8 die für R1 angegebene Bedeutung hat,
R7 auch für COR8 stehen kann, oder R6 und R7 gemeinsam mit dem Kohlenstoff- und dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, auch für einen 5- bis 12-gliedrigen, vorzugsweise 5- bis 8-glie- drigen Ring stehen können,
R2 gemeinsam mit dem Kohlenstoffatom, an das es gebunden ist, und R4 sowie gegebenenfalls der (den) Wiederholungseinheit(en) [R3C(N0R1) ] für einen 5- bis 12-gliedrigen, vorzugsweise 5- bis 8-gliedrigen Ring stehen können,
R3 für eine chemische Bindung oder Cχ-Cι2-Alkylen steht, das gegebenenfalls durch eine oder mehrere unter 0, S, NRa ausgewählte Gruppen unterbrochen ist und gegebenenfalls eine oder mehrere Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen enthält,
Ra für Wasserstoff oder Cι-C8-Alkyl steht,
Q für einen k-wertigen, über Kohlenstoffatome gebundenen organischen Rest steht,
n für eine ganze Zahl von 0 bis 10, vorzugsweise 0 oder 1, und
k für eine ganze Zahl von 3 bis 6 steht,
wobei R2 und R4 nicht gleichzeitig für Wasserstoff oder OR6 stehen, wenn n für 0 steht.
Die genannten Alkyl-, Aralkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Cycloalkyl- und Heterocyclylreste können ihrerseits durch Halogen, Hydroxy, Al- koxy, Amino, Mono- und Dialkylamino, Cyano, Nitro, Alkoxycarbo- nyl, Alkylcarbonyl, Alkylcarbonyloxy oder Sulfonyloxy substituiert sein, die Aryl- und Heterocyclylreste außerdem durch Alkyl.
Die Anzahl der Substituenten in den angegebenen Resten ist nicht beschränkt. In der Regel beträgt sie bei Resten mit ein bis drei Kohlenstoffatomen bis zu drei Substituenten, bevorzugt bis zu zwei und besonders bevorzugt bis zu einem. Bei Resten mit vier bis sechs Kohlenstoffatomen beträgt sie in der Regel bis zu vier Substituenten, bevorzugt bis zu drei und besonders bevorzugt bis zu einem. Bei Resten mit mehr als sieben Kohlenstoffatomen beträgt sie in der Regel bis zu sechs Substituenten, bevorzugt bis
zu vier und besonders bevorzugt bis zu zwei.
Heterocyclyl steht vorzugsweise für einen aromatischen 5- oder 6-gliedrigen Heterocyclus, der ein bis drei unter Sauerstoff, Stickstoff und/oder Schwefel ausgewählte Heteroatome aufweist und der gegebenenfalls benzanelliert ist, wie beispielsweise Furyl, Thiophenyl, Pyrryl, Pyridyl, Indolyl, Benzoxazolyl, Dioxolyl, Dioxyl, Benzimidazolyl, Benzthiazolyl.
Q steht beispielsweise für einen Rest der Formel
R3 die bereits angegebene Bedeutung hat, und p für eine ganze Zahl von 1 bis 3, bevorzugt 1 oder 2 steht;
Vorzugsweise steht R1 für Wasserstoff oder Ci-Cs-Alkyl, insbesondere Wasserstoff oder Methyl, besonders bevorzugt Wasserstoff.
R2 steht vorzugsweise für Ci-Cβ-Alkyl, C-Cιg-Aralkyl, Cß—Cι2-Aryl, Ci-Cs-Alkyloxy, Ci-Cg-Alkylcarbonyl, Cβ—Cι2-Arylcarbonyl, Ci-Cs-Al- kyloxycarbonyl, Heterocyclyl; z. B. für Methyl, Ethyl, iso-Pro- PY^- r n-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec-Butyl, tert-Butyl, Phenyl, Benzyl, 1-Hydroxy-l-phenylmethyl, Methoxycarbonyl, 2-, 3- oder 4-Pyridyl, 2-, 3- oder 4-Hydroxyphenyl, Benzoyl, Acetyl, 2-, 3- oder 4-Methylphenyl, 2-, 3- oder 4-iso-Propylphenyl, 2-, 3- oder 4-tert-Butylphenyl, 2- oder 3-Furyl. R2 steht bevorzugt für Me- "thyl, Ethyl, Phenyl. Wenn n von 0 verschieden ist, steht R2 vorzugsweise auch für Wasserstoff.
R4 und R5 stehen vorzugsweise für Wasserstoff, Ci-Cs-Alkyl, C7-Ci8-Aralkyl, Cζ—Cι2-Aryl, Ci-Cß-Alkyloxy; z. B. für Wasserstoff, Methyl, Ethyl, iso-Propyl, n-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec-Butyl, tert-Butyl, Phenyl, Benzyl, Methoxy, Ethoxy, iso-Propoxy, n- Butoxy, tert-Butoxy, bevorzugt für Wasserstoff, Methyl, Ethyl,
Phenyl, Methoxy, Ethoxy, besonders bevorzugt Wasserstoff, Methyl, Ethyl oder Phenyl.
R6 steht vorzugsweise nicht für Wasserstoff, insbesondere für Ci-Cs-Alkyl, C-Cι8-Aralkyl oder C6-Cχ2-Aryl. R7 steht vorzugsweise für Wasserstoff. Bevorzugt stehen R6 und R7 gemeinsam mit dem Kohlenstoff- und dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, für einen 5- oder 6-gliedrigen gesättigten oder ungesättigten Ring.
R3 steht vorzugsweise für eine chemische Bindung, Methylen, Ethy- len oder Propylen, insbesondere für eine chemische Bindung oder Methylen, besonders bevorzugt für eine chemische Bindung.
Wenn n für 0 steht, stehen R2 und R4 gemeinsam mit dem Kohlenstoff, an das sie gebunden sind, vorzugsweise auch für einen gesättigten 5- bis 12-gliedrigen Carbocyclus.
Bevorzugte Hydroxylaminderivate sind unter Benzaldoxim, Sali- cylaldoxim, 2-Pyridinaldoxim; Acetonoxim, Methylethylketoxim, Diethylketoxim, 4-Heptanonoxim, 2,4-Dimethyl-3-pentanonoxim, Cyclohexanonoxim, 4-tert-Butyl-cyclohexanonoxim, Cyclododeca- nonoxim, 9-Fluorenonoxim, Phenyl-2-pyridylketoxim, Benzildioxim, 2,3-Butandiondioxim, 2,3-Butandionmonooxim, Di-2-furanylethan- diondioxim und N-Ethoxyacetimidsäureethylester ausgewählt. Davon sind Methylethylketoxim, 2,3-Butandiondioxim, 2-Pyridinaldoxim und Salicylaldoxim besonders bevorzugt.
Die zur Verhütung unerwünschter radikalischer Polymerisation er- forderliche Menge an Hydroxylaminderivat kann der Fachmann anhand orientierender Versuche leicht ermitteln. Sie hängt von verschiedenen Faktoren, unter anderem von der Reaktionsfähigkeit der zu stabilisierenden ethylenisch ungesättigten Verbindung, der Temperatur, der An- oder Abwesenheit von Verunreinigungen, die als Ra- dikalinitiator wirken können, und der An- oder Abwesenheit von Costabilisatoren ab. In der Regel setzt man dem zu stabilisierenden Material 1 bis 2000 Gew.-ppm, häufig 50 bis 500 Gew.-ppm (bezogen auf die enthaltene Menge an ethylenisch ungesättigten Verbindungen) Oxim zu.
Es wurde weiter gefunden, dass die stabilisierende Wirkung der Hydroxylaminderivate durch Mitverwendung von Costabilisatoren stark gesteigert werden kann. Dies können beispielsweise Übergangsmetallsalze, Phenole, Chinone oder Hydrochinone, N-Oxyle, aromatische Amine oder Phenylendiamine, Harnstoffderivate, phosphorhaltige Verbindungen, schwefelhaltige Verbindungen und/ oder Sulfonamide sein. Als Costabilisatoren eignen sich auch Hy-
droxylamine oder -derivate, die nicht unter die oben angegebene Definition fallen, wie N,N-Diethylhydroxylamin.
Beispielsweise werden je Costabilisator-Komponente 2 bis 2000 Gew.-ppm (bezogen auf die im zu stabilisierenden Material enthaltene Menge an ethylenisch ungesättigten Verbindungen) eingesetzt, bevorzugt 10 bis 1000 ppm, besonders bevorzugt 20 bis 800 und ganz besonders bevorzugt 30 bis 700. Neben dem Oxim können ein oder mehrere der vorstehend beschriebenen Costabilisator-Kompo- ■*■" nenten mitverwendet werden, vorzugsweise eine oder zwei Costabi- lisator-Komponenten.
Zu den geeigneten Übergangsmetallsalzen zählen beispielsweise Cer-, Kupfer-, Mangan-, Nickel- oder Chromsalze, wovon Cersalze
-15 bevorzugt sind. Als Cer-Salze kommen bevorzugt Cer(III)- oder Cer(IV)-salze, besonders bevorzugt Cer(III) -salze in Frage. Die Gegenionen der Übergangsmetallkationen sind nicht kritisch. Üblicherweise verwendet man Oxide, Hydroxide, Halogenide, Sulfate, Nitrate, Carbonate oder bevorzugt Carboxylate, insbesondere wie
20 For iat, Acetat, Propionat, Hexanoat und 2—Ethylhexanoat sowie Oxalat, Acetylacetonat, Acrylat und Methacrylat. Die Salze können als Hydrate mit wechselnden Mengen Wasser vorliegen, die gleichermaßen geeignet sind. Insbesondere bevorzugt sind Cer (III) acetat, Cer(III) acetylacetonat, Cer(III)carbonat, Cer(III)chlorid,
25 Cer(III)ethylhexanoat, Cer(III)nitrat, Cer(III)oxalat,
Cer(III) sulfat oder Cer(III) acrylat, das beispielsweise bei der Stabilisierung von Acrylsäure in situ gebildet werden kann.
Zu den geeigneten Phenolen zählen Alkylphenole, beispielsweise
30 Phenol, o-, - oder p-Kresol (Methylphenol), 2-tert-Butyl-4—me- thylphenol, 6-tert-Butyl-2,4-dimethylphenol, 2,6-Di-tert-Bu- tyl-4-methylphenol, 2-tert-Butylphenol, 4-tert-Butylphenol, 2 , 4-di-tert-Butylphenol, 2-Methyl-4-tert-Butylphenol, 4-tert-Bu- tyl-2,6-dimethylphenol, oder 2,2 '-Methylen-bis-(6-tert-bu-
35 tyl-4-methylphenol) , 4, 4 ' -Oxydiphenyl, 3,4-Methylendioxydiphenol (Sesamöl), 3,4-Dimethylphenol, Hydrochinon, Brenzcatechin ( 1, 2-Dihydroxybenzol) , 2- ( 1'-Methylcyclohex-1 '-yl)-4, 6-dimethyl- phenol, 2- oder 4-( l'-Phenyl-eth-l'-yl)-phenol, 2-tert-Bu- tyl-6-methylphenol, 2,4, 6-Tris-tert-Butylphenol, 2 , 6-Di-tert-bu-
40 tylphenol, 2, 4-Di-tert-butylphenol, 4-tert-Butylphenol, Nonylphe- nol [11066-49-2], Octylphenol [140-66-9], 2,6-Dimethylphenol, Bisphenol A, Bisphenol F, Bisphenol B, Bisphenol C, Bisphenol S, 2,6-Di-tert-Butyl-p-kresol, Koresin® der BASF AG, 3 , 5-Di-tert-Bu- tyl-4-hydroxybenzoesäuremethylester, 4-tert-Butylbrenzcatechin,
45 2-Hydroxybenzylalkohol, 2-Methoxy-4-methylphenol, 2,3,6-Trime- thylphenol, 2,4,5-Trimethylphenol, 2,4,6-Trimethylphenol, 2-Iso- propylphenol, 4-Isopropylphenol, 6-Isopropyl-m-Kresol, n-Octade-
cyl-ß-(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)propionat, 1,1, 3-Tris- ( 2-methyl-4-hydroxy-5-tert-butylphenyl)butan, 1,3, 5-Trimethyl-2, 4, 6-tris-(3 , 5-di-tert-butyl-4-hydroxyben- zyl)benzol, 1,3,5, -Tris-( 3 ,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzyl) iso- cyanurat, 1,3,5, -Tris-(3, 5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)-propio- nyloxyethylisocyanurat, 1 , 3, 5-Tris- ( 2 , 6-dimethyl-3-hy- droxy-4-tert-butylbenzyl)-isocyanurat oder Pentaerythrittetra- kis-[ß-( 3, 5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl) -propionat] , 2,6-Di- tert-butyl-4-dimethylaminomethylphenol , 6-sec-Butyl-2 , 4-dinitro- phenol, Irganox® 565, 1141, 1192, 1222, 1425, 1076 und 1010 der Firma Ciba Spezialitätenchemie, 3-(3 ' ,5 '-Di-tert-butyl- '-hydroxyphenyl)propionsäureoctadecylester, 3-(3' , 5 '-Di-ter .-bu- tyl-4 ' -hydroxyphenyl )propionsäurehexadecylester, 3-(3 ' ,5 '-Di-tert-butyl-4 ' -hydroxyphenyl)propionsäureoctylester, 3-Thia-l, 5-pen- tandiol-bis-[ (3 ' ,5 '-di-tert-butyl-4 '-hydroxyphenyl)propionat] , 4,8-Dioxa-l, ll-undecandiol-bis-[ (3 ' ,5 '-di-tert-butyl-4 '-hydroxyphenyl)propionat] , 4, 8-Dioxa-l, ll-undecandiol-bis-[ (3 '-tert-bu- tyl-4 ' -hydroxy-5 '-methylphenyl)propionat] , 1 , 9-Nonandiol- bis-[ (3' ,5 '-di-tert-butyl-4 '-hydroxyphenyl)propionat] , 1,7-Hep- tandiamin-bis[ 3-( 3 ' , 5 '-di-tert-butyl-4 ' -hydroxyphenyl )propionsäu- reamid] , 1, l-Methandiamin-bis[3-(3 ' ,5 '-di-tert-butyl-4 '-hydroxyphenyl)propionsäureamid] , 3-(3' ,5 '-di-tert-Butyl-4 '-hydroxyphenyl)propionsäurehydrazid, 3-(3' , 5 '-di-Methyl-4'-hydroxyphenyl)propionsäurehydrazid, Bis ( 3-tert-Butyl-5-ethyl-2-hydroxy- phen-l-yl)methan, Bis(3,5-di-tert-Butyl-4-hydroxyphen-l-yl)me- than, Bis[3-( 1 '-methylcyclohex-l'-yl)-5-methyl-2-hydroxy- phen-l-yl]methan, Bis(3-tert-Butyl-2-hydroxy-5-methyl- phen-1-yl)methan, 1 , 1-Bis ( 5-tert-Butyl-4-hydroxy-2-methyl- phen-l-yl)ethan, Bis(5-tert-Butyl-4-hydroxy-2-methyl- phen-1-yl) sulfid, Bis(3-tert-Butyl-2-hydroxy-5-methyl- phen-1-yl) sulfid, 1, l-Bis(3,4-Dimethyl-2-hydroxyphen-l-yl)-2-me- thylpropan, 1 , 1-Bis ( 5-tert-Butyl-3-methyl-2-hydroxy- phen-1-yl)-butan, 1,3,5-Tris[ l'-(3' ',5' '-di-tert-Butyl-4 ' '-hydro- xyphen-1 ' ' -yl) -meth-1 '-yl]-2 , 4 , 6-trimethylbenzol, 1,1, 4-Tris ( 5 '-tert-Butyl-4 '-hydroxy-2 '-methylphen-1 ' -yl)butan, Aminophenole, wie z. B. para-Aminophenol, Nitrosophenole, wie z. B. para-Nitrosophenol, p-Nitroso-o-Kresol, Alkoxyphenole, beispielsweise 2-Methoxyphenol (Guajacol, Brenzcatechinmonomethyle- ther), 2-Ethoxyphenol, 2-Isopropoxyphenol, 4-Methoxyphenol (Hy- drochinonmonomethylether) , Mono- oder Di-tert-Butyl-4-methoxyphe- nol, 3,5-Di-tert-butyl-4-hydroxyanisol, 3-Hydroxy-4-methoxybenzy- lalkohol, 2,5-Dimethoxy-4-hydroxybenzylalkohol (Syringaalkohol) , 4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd (Vanillin) , 4-Hydroxy-3-ethoxyben- zaldehyd (Ethylvanillin) , 3-Hydroxy-4-methoxybenzaldehyd (Isova- nillin), l-(4-Hydroxy-3-methoxy-phenyl)ethanon (Acetovanillon) , Eugenol, Dihydroeugenol, Isoeugenol, oder Tocopherole, wie z. B. α_. ß~. - δ- und ε-Tocopherol, Tocol oder -Tocopherolhydrochi-
non, sowie 2,3-Dihydro-2,2-dimethyl-7-hydroxybenzofuran (2,2-Di- methyl-7-hydroxycumaran) , Trolox®, Gallussäure, Ferulasäure, Zimtsäure und deren Derivate.
^ Zu den geeigneten Chinonen oder Hydrochinonen zählen Hydrochinon oder Hydrochinonmonomethylether, 2,5-Di-tert-Butylhydrochinon, 2-Methyl-p-hydrochinon, 2 , 3-Dimethylhydrochinon, Trimethylhydrochinon, 4-Methylbrenzcatechin, tert-Butylhydrochinon, 3-Methyl- brenzcatechin, Benzochinon, 2-Methyl-p-hydrochinon, 2,3-Dimethyl-
•'-0 hydrochinon, Trimethylhydrochinon, 3-Methylbrenzcatechin, 4-Me- thylbrenzcatechin, tert-Butylhydrochinon, 4-Ethoxyphenol, 4-Buto- xyphenol, Hydrochinonmonobenzylether, p-Phenoxyphenol, 2-Methyl- hydrochinon, 2,5-Di-tert-Butylhydrochinon, Tetramethyl-p-benzo- chinon, Diethyl-l,4-cyclohexandion-2,5-dicarboxylat, Phenyl-
•^ p-benzochinon, 2,5-Dimethyl-3-benzyl-p-benzochinon, 2-Isopro- pyl-5-methyl-p-benzochinon (Thymochinon) , 2 , 6-Diisopropyl-p-ben- zochinon, 2 ,5-Dimethyl-3-hydroxy-p-benzochinon, 2,5-Dihydroxy- p-benzochinon, Embelin, Tetrahydroxy-p-benzochinon, 2,5-Dime- thoxy-l,4-benzochinon, 2-Amino-5-methyl-p-benzochinon, 2,5-Bisp-
2 henylamino-l,4-benzochinon, 5, 8-Dihydroxy-l,4-naphthochinon, 2-Anilino-l,4,naphthochinon, Anthrachinon, N,N-Dimethylindoani- lin, N,N-Diphenyl-p-benzochinondiimin, 1,4-Benzochinondioxim, Coerulignon, 3,3 '-Di-tert-butyl-5 , 5 ' -dimethyldiphenochinon, p-Ro- solsäure (Aurin), 2, 6-Di-tert-butyl-4-benzylidenbenzochinon oder
25 2,5-Di-tert-Amylhydrochinon.
Zu den geeigneten N-Oxylen zählen 4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethyl- piperidin-N-oxyl, 4-Oxo-2 ,2,6, 6-tetramethyl-piperidin-N-oxyl,
4-Acetoxy-2 ,2,6, 6-tetramethyl-piperidin-N-oxyl, 2,2,6, 6-tetrame-
30 thyl-piperidin-N-oxyl, 4,4' ,4' '-Tris (2, 2,6,6-tetramethyl-piperi- din-N-oxyl ) -phosphit, 3-Oxo-2 ,2,5, 5-tetramethyl-pyrrolidin-N- oxyl, l-Oxyl-2,2 ,6, 6-tetramethyl-4-methoxypiperidin, l-Oxyl-2 ,2,6, 6-tetramethyl-4-trimethylsilyloxypiperidin, l-0xyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl-2-ethylhexanoat,
35 l-0xyl-2,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl-stearat, l-0xyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl-benzoat, l-0xyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl-( 4-tert-butyl)benzoat,
Bis ( l-0xyl-2 ,2,6 , 6-tetramethylpiperidin-4-yl)-succinat,
Bis( l-Oxyl-2,2, 6,6-tetramethylpiperidin-4-yl)-adipat, 1, 10-Dekan-
40 disaure-bis( l-0xyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl)ester,
Bis ( l-0xyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl) -n-butylmalonat,
Bis ( l-Oxyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl) -phthalat,
Bis ( l-0xyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl ) -isophthalat,
Bis ( l-Oxyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl ) -terephthalat,
45
Bis ( l-Oxyl-2,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl) -hexahydroterephtha- lat, N,N' -Bis ( l-0xyl-2,2,6 , 6-tetramethylpiperidin-4-yl) -adipina- mid, N-( l-0xyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl)-caprolactam,
N-( l-Oxyl-2,2,6, 6-tetramethylpiperidin-4-yl)-dodecylsuccinimid, 2,4, 6-Tris- [N-butyl-N-( l-Oxyl-2 ,2,6, 6-tetramethylpiperi- din-4-yl]triazin, N,N'-Bis( l-Oxyl-2,2, 6,6-tetramethylpiperi- din-4-yl)-N,N'-bis-formyl-l, 6-diaminohexan oder 4,4 '-Ethylen- 5 bis( l-Oxyl-2,2,6,6-tetramethylpiperazin-3-on) .
Zu den geeigneten aromatischen Aminen oder Phenylendiaminen zählen N,N-Diphenylamin, N-Nitrosodiphenylamin, Nitrosodiethylani- lin, N,N'-Dialkyl-para-phenylendiamin, wobei die Alkylreste " gleich oder verschieden sein können und jeweils unabhängig voneinander aus 1 bis 4 Kohlenstoffatome bestehen und geradkettig oder verzweigt sein können, beispielsweise N,N'-Di-iso-butyl- p-phenylendiamin, N,N'-Di-iso-propyl-p-phenylendiamin, Irganox 5057 der Firma Ciba Spezialitätenchemie, N,N'-Di-iso-butyl-p-phe- 5 nylendiamin, N,N'-Di-iso-propyl-p-phenylendiamin, p-Phenylen- diamin, N-Phenyl-p-Phenylendiamin, N,N'-Diphenyl-p-phenylen- diamin, N-Isopropyl-N-phenyl-p-phenylendiamin, N,N'-Di-sec-butyl- p-phenylendiamin (Kerobit® BPD), N-Phenyl-N'-isopropyl- p-phenylendiamin (Vulkanox® 4010 der Bayer AG), N-( 1,3-Dimethyl- ® butyl)-N'-phenyl-p-phenylendiamin, N-Phenyl-2-naphthylamin, I i- nodibenzyl, N,N'-Diphenylbenzidin, N-Phenyltetraanilin, Acridon, 3-Hydroxydiphenylamin oder 4-Hydroxydiphenylamin.
Zu den geeigneten Harnstoffderivaten zählen Harnstoff oder Thio- 5 harnstoff .
Zu den geeigneten phosphorhaltigen Verbindungen zählen Triphenyl- phosphin, Triphenylphosphit, hypophosphorige Säure oder Triethyl- 0 phosphit sowie solche P( III) -Verbindungen, deren peroxidzersetzende Wirkung dem Fachmann bekannt ist.
Zu den geeigneten schwefelhaltigen Verbindungen zählen Dimethyl- sulfid, Diphenylsulfid, Ovothiole, weitere schwefelhaltige Natur- 5 stoffe wie Cystein oder Phenothiazin. Phenothiazin ist besonders bevorzugt .
Als Stabilisator wirksame Sulfonamide sind beispielsweise in der älteren deutschen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen 10204280.2 0 beschrieben.
Als Costabilisatoren sind Übergangsmetallsalze, Phenole, Chinone und Hydrochinone, phosphorhaltige Verbindungen und schwefelhaltige Verbindungen bevorzugt. Davon sind Übergangsmetallsalze, Phenole, Chinone und Hydrochinone und schwefelhaltige Verbindungen besonders bevorzugt.
Insbesondere bevorzugt sind als Costabilisatoren Cer(III)-salze, 2-tert-Butyl-4—methylphenol, 6-tert-Butyl-2 , 4-dimethylphenol, 2,6-Di-tert-Butyl-4-methylphenol, 2-tert-Butylphenol, 4-tert-Bu- tylphenol, 4-tert-Butylcatechol, 2,4-di-tert-Butylphenol, 2-Me- thyl-4-tert-Butylphenol, 4-tert-Butyl-2, 6-dimethylphenol, 2-tert- Buty1-6-methylphenol, 2, 4,6-Tris-tert-Butylphenol, 2,6-Di-tert- butylphenol, 2,4-Di-tert-Butylphenol, Bisphenol A oder F, 3-Die- thylaminophenol, 2,4-Dinitro-6-isobutylphenol, Hydrochinon, Hy- drochinonmonomethylether, tert-Butylhydrochinon, N,N'-Di-sec-bu- tyl-p-phenylendiamin, hypophosphorige Säure und Phenothiazin.
Das erfindungsgemäß verwendete Hydroxylaminderivat und, falls mitverwendet, die Costabilisatoren können dem zu stabilisierenden Material zeitlich nacheinander, simultan oder auch bereits vorge- mischt zugesetzt werden. Das Hydroxylaminderivat und, falls mitverwendet, die Costabilisatoren werden zweckmäßigerweise als Dispersion, z. B. Suspension, oder Lösung in einem beliebigen, geeigneten Lösungsmittel eingesetzt.
Derartige Lösungsmittel sind beispielsweise Wasser, (Meth)acryl- säure(ester) , Aceton, Acetylaceton, Acetoessigester, niedere Alkohole, wie z. B. Methanol, Ethanol, iso-Propanol, n-Propanol, n-Butanol, iso-Butanol, sec-Butanol, tert-Butanol, 2-Ethylhe- xylalkohol, Ethylenglycol, Diethylenglycol, Ethylenglycoldime- thylether, Ethylenglycoldiethylether, Ethylenglycoldi-n-bu- tylether, Diethylenglycol, Diethylenglycoldimethylether, Diethy- lenglycoldiethylether, Diethylenglycoldi-n-butylether, niedere Carbonsäuren, wie z. B. Ameisensäure, Essigsäure oder Pro- pionsäure, THF, Dioxan, Schwefelsäure, Toluol, Xylol, Paraffine, Naphta, Mineralöl, Petroletherfraktionen, Biphenyle, Diphe- nylether, Dimethylphthalat.
Zweckmäßigerweise handelt es sich bei dem Lösungsmittel um Stoffströme aus der Herstellung und/oder Aufarbeitung der zu stabilisierenden Materialien, z. B. (Meth)acrylsäure(ester) . Dies können beispielsweise die reinen Produkte, d. h. die (Meth)acrylsäure (ester) , z. B. in einer Reinheit von in der Regel 95 % oder mehr, bevorzugt 99 % oder mehr, oder die zur Herstellung der (Meth) acrylsäure(ester) eingesetzten Edukte, oder solche Stoff- ströme, die Edukte und/oder Produkte und/oder Zwischenprodukte und/oder Nebenprodukte enthalten.
Bei der Stabilisierung von (Meth)acrylsäureestern sind bevorzugte Lösungsmittel Wasser, die eingesetzte (Meth) acrylsäure, der (Meth)acrylsäureester selbst, der zum zu stabilisierenden (Meth)acrylsäureester korrespondierende Alkohol, wie Methanol,
Ethanol, n-Butanol, 2-Ethylhexylalkohol, und Ströme aus der Aufarbeitung und/oder Herstellung der/des (Meth) acrylsäure(esters) , besonders bevorzugt sind Wasser und (Meth)acrylsäure(ester) .
^ Die Stabilisatoren werden bevorzugt an solchen Stellen eingesetzt, an denen die ethylenisch ungesättigten Verbindungen, beispielsweise durch hohe Verweilzeit und/oder hohe Temperatur, einer Polymerisationsgefahr ausgesetzt sind. 0
Dies können beispielsweise sein ein Reaktor zur Herstellung der ethylenisch ungesättigten Verbindungen, Absorptionseinheiten, die beispielsweise mit Wasser oder einem hochsiedenden Lösungsmittel, wie z. B. Gemischen aus Diphenylether, Biphenyl und gegebenenfalls Phthalsäureestern, als Absorptionsmittel betrieben werden, 5 Desorptionseinheiten, Rektifikationseinheiten, beispielsweise Destillations- oder Strippapparate oder Rektifikationskolonnen, Kondensationskolonnen, Verdampfer, beispielsweise Natur- oder Zwangsumlaufverdampfer, Kondensatoren oder Vakuumeinheiten. 0
So kann man beispielsweise ein Gemisch aus Hydroxylaminderivat und Costabilisator(en) , gegebenenfalls gelöst oder dispergiert in einem Lösungsmittel, direkt in die zu stabilisierende Verbindung, beispielsweise zusammen mit einem der Edukte oder getrennt von 5 diesen, in den Reaktor dosiert werden, oder bei einer Destillation oder Rektifikation eindosiert werden, z. B. in den Kopf der Rektifikationseinheit oder über die trennwirksamen Einbauten, wie z. B. Böden, Packungen oder Schüttungen, gesprüht oder gedüst werden oder zusammen mit dem Rücklauf in einen Kondensator eindo- 0 siert werden, z. B. eingesprüht, so dass der Kondensatorkopf und/ oder die Kühlflächen benetzt sind, oder es kann in einer Vakuumeinheit, wie in der EP-A 1 057 804 beschrieben oder als Sperrflüssigkeit in einer Flüssigkeitsringpumpe, wie in der älteren deutschen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen 101 43 565.7 be- schrieben, verwendet werden.
Es wurde weiter gefunden, dass die stabilisierende Wirkung des Hydroxylaminderivats, insbesondere bei Mitverwendung von Costabilisatoren, in Gegenwart eines sauerstoffhaltigen Gases weiter ge- 0 steigert wird. In bevorzugten Ausführungsformen wird daher zur erfindungsgemäßen Stabilisierung ethylenisch ungesättigter Verbindungen ein sauerstoffhaltiges Gas mitverwendet, d. h. das Stoffgemisch enthält zusätzlich ein sauerstoffhaltiges Gas und/ oder steht im Kontakt mit einem sauerstoffhaltigen Gas. 5
Als sauerstoffhaltiges Gas können bevorzugt Luft oder ein Gemisch aus Sauerstoff oder Luft und einem unter den Einsatzbedingungen
inerten Gas verwendet werden. Als inertes Gas können Stickstoff, Helium, Argon, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Wasserdampf, niedere Kohlenwasserstoffe oder deren Gemische verwendet werden. Der Sauerstoffgehalt des sauerstoffhaltigen Gases kann beispielsweise 0,5 bis 30 Vol%, bevorzugt 2 bis 21 Vol%, betragen. Vorzugsweise ist das sauerstoffhaltige Gas im Wesentlichen frei von Stickoxiden, wie NO, N02, N204, N203. Bevorzugt sind Luft oder Luft-Stickstoff-Gemische.
Die Zugabe des sauerstoffhaltigen Gases kann über beliebige Vorrichtungen an beliebigen Stellen des Herstellungs-, Aufarbei- tungs- oder Lagerungsprozesses der ethylenisch ungesättigten Verbindung erfolgen. Die Eindosierung des sauerstoffhaltigen Gases und des Oxims und gegebenenfalls der Costabilisatoren kann an un- terschiedlichen Stellen erfolgen.
Beispielsweise kann man über dem Flüssigkeitsspiegel der zu stabilisierenden Verbindung eine Atmosphäre des sauerstoffhaltigen Gases vorsehen. Bevorzugt ist aber ein inniges Inkontaktbringen der zu stabilisierenden Verbindung mit dem sauerstoffhaltigen Gas, beispielsweise indem man das Gas über ein getauchtes Rohr in die zu stabilisierende Verbindung einspeist oder das Gas der zu stabilisierenden Verbindung z. B. in einer Rektifikationskolonne entgegenführt. Die Menge des eingespeisten sauerstoffhaltigen Gases beträgt vorteilhaft das 0,0001 bis lOOfache des in die Kolonne geführten aufzutrennenden Gemisches (jeweils bezogen auf das Gewicht), bevorzugt das 0,0001 bis lOfache, besonders bevorzugt das 0,001 bis 1fache.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das sauerstoffhaltige
Gas zumindest teilweise im Oberteil einer Rektifikations- oder Kondensationskolonne eindosiert, wobei Oberteil der Kolonne dabei die oberen 75 % der Kolonne bedeutet, bezogen auf die theoreti- sehen trennwirksamen Böden, bevorzugt die oberen 50 % und besonders bevorzugt die oberen 40 %. Besonders bevorzugt ist die Einleitung bis zu 4 theoretische Trennstufen über- und unterhalb eines Seitenabzugs, an dem die gereinigte ungesättigte Verbindung abgezogen wird.
Die Eindosierung des sauerstoffhaltigen Gases in eine Kolonne erfolgt mittels geeigneter Vorrichtungen, beispielsweise mittels mit Öffnungen versehener Rohre, die mit einer äußeren Zuleitung verbunden sind. Das Material aus dem die Dosierungsvorrichtungen gefertigt sind, sollte bei den in der Kolonne herrschenden Bedingungen gegenüber dem in der Kolonne aufzutrennenden Gemisch korrosionsstabil sein. Bevorzugt sind sie aus Edelstahl oder Kup-
fer oder aus verkupfertem Material gefertigt. Bei den Öffnungen kann es sich beispielsweise um Löcher, Schlitze, Ventile oder Düsen handeln.
" Zusätzlich zur Eindosierung des sauerstoffhaltigen Gases im Oberteil der Kolonne kann ein sauerstoffhaltiges Gas im übrigen Teil der Kolonne, bevorzugt in den Sumpf und besonders bevorzugt in den SumpfUmlauf eindosiert werden. Die eingespeiste Menge an sau- erstoffhaltigem Gas kann auch zwischen Sumpf und oberen Kolonnen0 teil geteilt eingespeist werden.
Bei den ethylenisch ungesättigten Verbindungen, die erfindungsgemäß stabilisiert werden, handelt es seh um Sauerstoff- und/oder stickstoffhaltige ethylenisch ungesättigte Verbindungen. 5
Hierzu zählen insbesondere 3 bis 6 C-Atome aufweisende α,ß-mono- ethylenisch ungesättigte Mono- und Dicarbonsäuren, wie insbesondere Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure und Ita- consäure, die Ester der vorgenannten Carbonsäuren mit z. B. 1 bis * 20, vielfach 1 bis 8 und häufig 1 bis 4 C-Atome aufweisenden Al- kanolen, wie insbesondere Acrylsäure- und Methacrylsäuremethyl-, -ethyl-, -n-butyl-, -iso-butyl-, -tert-butyl- und -2-ethylhexyle- ster, Maleinsäuredimethylester oder Maleinsäure-di-n-butylester, geeignet. Erfindungsgemäß können auch die Vorlauferaldehyde, Ni- 5 trile und Amide der vorgenannten Mono- und Dicarbonsäuren, wie z. B. Acrolein, Methacrolein, Acrylnitril, Methacrylnitril, Acry- lamid und Methacrylamid, stabilisiert werden. Die erfindungsgemäße Stabilisierung ist auch anwendbar auf Monomere wie Ester aus Vinylalkohol und 1 bis 18 C-Atome aufweisenden Monocarbonsäu- ° ren, wie Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinyl-n-butyrat, Vinyllau- rat und Vinylstearat oder Vinylsulfonsaure und N-Vinyllactame wie N-Vinylpyrrolidon.
Zu den (Meth)acrylsäureester, die erfindungsgemäß stabilisiert werden können, zählen z. B. (Meth)acrylsäuremethylester, (Meth)acrylsäureethylester, (Meth)acrylsäure-n-butylester, (Meth) acrylsäure-n-propylester, ( eth)acrylsäure-iso-propylester, (Meth)acrylsäure-2-ethylhexylester, Trimethylolpropantriacrylat, Butandioldiacrylat, Hydroxyethyl(meth) acrylat oder Dimethylami- 0 noethyl(meth) acrylat sowie (Meth)acrylsäureester von alkoxylier- ten, beispielsweise ein- bis 20fach ethoxylierten und/oder propo- xylierten Polyolen, wie z. B. Trimethylolpropan, Trimethylole- than, Neopentylglykol, Hydroxypivalinsäureneopentylglykolester, Pentaerythrit, 2-Ethyl-l,3-Propandiol, 2-Methyl-l, 3-Propandiol, 5 2-Ethyl-l,3-Hexandiol, Glycerin, Ditri ethylolpropan, Dipentae- rythrit, 2,2-Bis(4-hydroxycyclohexyl)propan, 1,1-, 1,2-, 1,3- und
1,4-Cyclohexandimethanol, 1,2-, 1,3- oder 1,4-Cyclohexandiol.
Besonders bevorzugt sind (Meth)acrylsäuremethylester, (Meth)acrylsäureethylester, (Meth)acrylsäure-n-butylester, (Meth)acrylsäure-2-ethylhexylester und (Meth) acrylsäure.
Ganz besonders bevorzugt sind Acrylsäure, Acrylsäuremethylester, Acrylsäureethylester, Acrylsäure-n-butylester und Acryl- säure-2-ethylhexylester. Insbesondere bevorzugt ist Acrylsäure.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
Beispiele
Aliquote von zweifach destillierter, stabilisatorfreier Acrylsäure wurden mit 10 ppm Phenothiazin und 25 ppm der in der nachstehenden Tabelle angegebenen Testsubstanzen versetzt und unter einer Luftatmosphäre in einem Ofen bei 120 °C drehend oder stehend gelagert. Der Zeitpunkt bis zum visuell sichtbaren Polymerisati- onsbeginn wurde bestimmt. In der Tabelle ist der Faktor angegeben, um den die Inhibierungsphase gegenüber einer mitgemessenen
Referenz mit lediglich 10 ppm Phenothiazin verlängert wurde.
Man erkennt, dass die Gegenwart der untersuchten Verbindungen eine deutliche Verzögerung der Polymerisation im unbewegten Röhr- chen bewirkt.