Dosierbunker
Die Erfindung betrifft einen Dosierbunker zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei der Herstellung von Spanplatten, Faserplatten, OSB-Platten (oriented structural board) , SL-Platten (Laminated Strands • umber) und anderen Holzwerkstoffplatten sind den eigentlichen Streuelementen Dosierbunker vorgeschaltet. Diese ermöglichen es, eine zeitliche Volumenänderung des Späne-, Faser oder Schnitzelstroms (Strands) auszugleichen. Gleichzeitig sollen sie eine kontinuierliche Beschickung der Streuköpfe ermöglichen. Dazu wird insbesondere eine gleichmäßige Verteilung der Späne, Fasern und Schnitzel (Strands) über die gesamte Breite der Streuköpfe bereits im Dosierbunker vorgenommen und so ein kontinuierlicher Materialstrom den Streuköpfen zugeführt.
Aus der Praxis sind sowohl Vertikal- als auch Horizontaldosierbunker bekannt. Die Vertikaldosierbunker wurden meist vertikal über der gesamten Streubreite der Streuköpfe angeordnet und bis zu einer vorgegebenen Füllhöhe mit beleimten HolzSpänen kontinuierlich oder diskontinuierlich befüllt. Derartige Vertikaldosierbunker sind sehr einfach ausgebildet, wobei die Späne ohne mechanische Förderelemente nur durch ihre Schwerkraft von oben nach unten bewegt werden. A Bunkerboden sind. Austragwalzen angeordnet, die die Späne zu den Streuelementen fördern. Die Vertikalbunker haben in den letzten Jahren an Bedeutung verloren, da sich je nach Füllhöhe unterschiedliche Dichten am Bunkerboden bilden. Dies hat den Nachteil, daß je nach Materialdichte am Bunkerboden sich unterschiedliche Aus- tragsmengen zu den Streuköpfen ergeben.
In den letzten Jahren wurden deshalb vorzugsweise Horizontaldosierbunker vor den Streuelementen eingesetzt, bei denen sich beim Austrag von Holzspänen eine weitgehend gleichbleibende Austragsdichte ergibt. Ein derartiger Horizontaldosierbunker ist aus dem Fachbuch von Deppe/Ernst, Taschenbuch der Spanplattentechnik, 3. Auflage 1991, Seite 255 bekannt. Der Horizontaldosierbunker ist dabei über einem Streukopf angeordnet und wird von oben mit Holzspänen beschickt. Dazu ist über dem Vorratsgehäuse ein horizontaler Schwenkförderer angeordnet, der die Späne über die gesamte Streubreite kontinuierlich verteilt . Weiterhin ist im
Horizontaldosierbunker noch eine Rückkämmvorrichtung vorgesehen, die für eine gleichmäßige Füllhöhe über die gesamte Bunkerbreite sorgt, indem die höher liegenden
Holzspäneahhäufungen entgegen der Austragsrichtung kontinuierlich zurückgekämmt werden. Am Bunkerboden ist noch ein Bodenband angeordnet, das die gleichmäßig hohe Späneschicht im Bunker zu einer Austragsöffnung über dem Streukopf befördert. Da- bei wird die Späneschicht gegen rotierende Austragswalzen gefördert, die die Schicht über die gesamte Füllhöhe abfrasen und gleichzeitig in eine Ausgabeöffnung zu dem Streukopf befördern, um auf ein Formband aufgestreut zu werden. Sollen in einem derartigen Horizontaldosierbunker lange flache Holzschnitzel (Strands) zur Herstellung von orientierten Holzspanplatten (OSB oder LSL) zwischengelagert und über die Breite verteilt werden, so treten insbesondere durch das kontinuierliche Zurückkämmen der länglichen Holzschnitzel miteinander verkeilte Knäuelgebilde im Horizontalbunker auf. Da neben die- sen verkeilten Bereichen auch Schichten im Bunker vorhanden sind, bei denen die Holzschnitzel lose aufeinander liegen, entsteht ein unterschiedliches Schichtungsmuster im Bunker. Diese unterschiedlichen Schichtungsmuster oder Materialbereiche weisen aber auch sehr unterschiedliche Austragscharakteri- stiken auf, was zu einer ungleichmäßigen Streukopfbeschickung
führt und eine gleichmäßige Streuung auf das Formband nachteilig beeinflussen kann.
•Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Dosier- bunker zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten zu schaffen, aus dem über die gesamte Bunkerbreite eine gleichmäßige Aus- tragsmenge insbesondere von langgestreckten flachen Holzschnitzeln (Strands) in den Streukopf gefördert werden.
Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsbeispiele sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß durch den gewichtsdosierten Materialeintrag über die gesamte Bunkerbreite auch bei unterschiedlichen Schüttdichten stets eine gleichmäßige Austrags- menge zum Streuen zur Verfügung steht, wodurch eine sehr gleichmäßige Streuung ermöglicht wird und eine Erhöhung der Biegesteifigkeit bei der Herstellung von OSB-Platten erzielbar ist. Durch die Vergleichmäßigung der Streuung wird gleichzeitig die Streuschwankungsbreite verringert, so daß bereits bei minimalem Streuguteinsatz die Mindestanforderungen an vorgegebene Qualitätsmerkmale einhaltbar sind.
Durch die gewichtsmäßige Querverteilung im Dosierbunker ist vorteilhafterweise bereits während des Materialeintrags eine gleichmäßige Materialverteilung über die gesamte Bunkerbreite erreichbar, so daß zusätzliche Materialumwälzungs orrichtungen wie Rückstreifrechen und dergleichen entbehrlich sind. Dadurch wird gleichzeitig ein schonender Materialfluß im Bunker erreicht, wodurch insbesondere langgestreckte flache HolzSchnitzel (Strands) vor Beschädigung geschützt sind, das der Qualitätsverbesserung bei OSB-Platten dient.
Bei einer besonderen Ausbildungsart der Erfindung ist zusätzlich vorgesehen, die langgestreckten flachen Holzschnitzel (Strands) vor ihrer Ablage im Bunker in Quer- oder Längsrichtung auszurichten. Dies hat den Vorteil, daß im gesamten Do- sierbunker eine gleichmäßige Dichteverteilung und eine Erhö¬ hung der Vorratsmenge auf gleichem Bevorratungsraum erreichbar ist. Dadurch wird gleichzeitig eine Verhakung der langgestreckten flachen Holzschnitzel vermieden, so daß vorteilhaft¬ erweise an der Austragsöffnung des Bunkers Auflöseelemente entbehrlich sind.
Bei einer weiteren besonderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, die vororientierten Holzschnitzel in einem Vertikalbunker abzulegen und über einen vertikalen Förderschacht kontinuierlich abzuziehen. Durch die Vororientierung wird vorteilhafterweise eine Brückenbildung im Bunker vermieden und ein gleichmäßiger Materialaustrag erreicht.
Eine zusätzliche besondere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß eine klemmfreie horizontale Füllstrecke als Fortsetzung am vertikalen Förderschacht angeordnet ist. Dadurch wird vorteilhafterweise eine Auflockerung der Materialstruktur auf der horizontalen Förderstrecke erreicht, so daß ein gleichmäßiger gewichtsdosierter Austrag ermöglicht wird.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels, das in der Zeichnung dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: einen Vertikaldosierbunker mit vororientiertem gewichtsdosierten Materialeintrag, und
Fig. 2: einen Horizontaldosierbunker mit vororientiertem gewichtsdosierten Materialeintrag.
In Fig. 1 der Zeichnung ist ein Vertikalbunker 1 zur Herstel- lung von OSB- oder LSL-Platten schematisch dargestellt, der im
wesentlichen aus einer Eintragsvorrichtung 2 und einem gewichtserfassenden Schwenkförderer 4 zum gewichtsdosierten und orientierten Eintrag von langgestreckten Holzschnitzeln (Strands) in einem darunter angeordneten Vertikalfüllraum 3 5 besteht.
Bei der Herstellung von OSB- oder LSL-Platten werden beleimte langgestreckte flache Holzschnitzel (Strands) mit einer Länge von 80 bis 200 mm, einer Breite von 10 bis 40 mm und einer
10 Dicke von 0,4 bis 1 mm zu Holzwerkstoffplatten verarbeitet. Diese Holzschnitzel werden über einen Schneckenförderer 5 vom Belei ungsmischer zum Dosierbunker 1 herangeführt. Die Holzschnitzel kommen dabei ungeordnet und kontinuierlich aus dem Trog des Schneckenförderers 5 und sollen möglichst unbeschä-
15. digt zu einem orientierten Vlies auf ein Formband gestreut werden. Denn durch die Beschädigung der langgestreckten Holzsch itzel würde die Biegefestigkeit beeinträchtigt oder der dadurch entstandene erhöhte Feingutanteil müßte zusätzlich ausgesondert werden. Deshalb schlägt die Erfindung einen Do-
20 sierbunker 1 mit gewichtsdosiertem Eintrag vor, so daß die langgestreckten Holzschnitzel im Dosierbunker 1 möglichst nicht zusätzlich nochmals umgewälzt werden müssen und deshalb leicht lösbar und gleichmäßig austragbar sind. Die langgestreckten Holzschnitzel werden deshalb oberhalb des Dosierbun-
25 kers 1 aus dem Trog eines Schneckenförderers 5 zunächst auf zwei oder mehrere Auflösewalzen 6 aufgegeben, die eventuelle Verklumpungen oder Verhakungen auflösen sollen. Dazu werden vorzugsweise grobmaschige Käfigwalzen oder Stachelwalzen mit wenigen elastischen Stacheln vorgesehen, durch die die losen
30 Holzschnitzel nahezu ungebremst und beschädigungsfrei hindurchfallen können.
Unterhalb der Auflösewalzen 6 sind mindestens zwei Orientierungswalzen 7 vorgesehen, in dessen Schlitze die langgestreck- 35 ten Holzschnitzel quer zur Förderrichtung eingleiten. Die Ori-
entierungswalzen 7 bestehen dabei aus einer durchgehenden Antriebswelle, um die sternartig angeordnete Querbleche vorgesehen sind. Die Abstände zwischen den Querblechen stellen dabei verjüngende Schlitze dar, die nur so breit sind, daß die Schnitzel nur querorientiert hineingleiten können. Die Orientierungswalzen 7 könnten aber auch in Förderrichtung angeordnet sein, so daß die langgestreckten Holzschnitzel längs orientiert würden. Zur Längsorientierung sind aber auch Scheibenwalzen einsetzbar, durch dessen Schlitze die langgestreckten Holzschnitzel in Längsrichtung ausgerichtet würden.
Unterhalb der Orientierungswalzen 7 ist als Schwenkförderer ein Schwenkförderband 4 angeordnet, auf das die vororientierten Holzschnitzel von den Orientierungswalzen 7 aufgegeben werden. Dabei ist das Förderband mit Querstegen 8 oder Querblechen versehen, die Fördertaschen 9 zwischen den einzelnen Stegen 8 bilden. Die Abstände der Querstege 8 oder Querbleche sind dabei so bemessen, daß die Holzschnitzel nur in ihrer Que ausrichtung in den Fördertaschen 9 einlegbar sind, so daß die Querorientierung auf den Schwenkförderband 4 erhalten bleibt . Bei einer Längsorientierung könnte das Förderband aber auch mit Längsstegen versehen werden, die die Holzschnitzel nur in Längsrichtung aufnehmen.
Das Schwenkförderband 4 ist an seinem Aufgabebereich quer und horizontal verschwenkbar gelagert und zur Horizontalen in Förderrichtung schräg nach unten abgesenkt. Dabei ist das bwur- fende des Schwenkförderbandes 4 in dem Vertikalfüllraum 3 eintauchend angeordnet . Das Schwenkförderband' 4 ist mit einem nicht dargestellten bekannten Schwenkantrieb verbunden, der das relativ schmale Förderband 4 von maximal 1 m Breite kontinuierlich über die gesamte Bunkerbreite hin- und hergehend verschwenkt. Dadurch werden die langgestreckten Holzschnitzel schichtweise über die gesamte Bunkerbreite abgelegt. Die Bun- kerbreite entspricht dabei etwa der Streubreite, die in der
Regel zwei bis vier Meter beträgt. Als Schwenkförderer könnte aber auch ein Parallelförderer vorgesehen werden, der kontinu¬ ierliche und parallel zur For bandrichtung über die Bunkerbreite hin- und hergehend verschoben wird.
Zur kontinuierlichen Querverteilung der Holzschnitzel im Vertikalfüllraum 3 ist im Schwenkförderband 4 eine Bandwaage 23 vorgesehen, durch die die Förderstärke der geförderten Holzschnitzel ermittelt wird. Dadurch sind die quer orientierten Holzschnitzel gewichtsdosiert über die gesamte Breite des Dosierbunkers 1 bzw. des Vertikalfüllraumes 3 ablegbar. Dabei ist vorgesehen, über die gesamte Bunkerbreite stets die gleiche Gewichtsmenge an Holzschnitzeln abzulegen, damit der Vertikalfüllraum 3 gleichmäßig befüllt wird. Deshalb wird eine konstante Förderstärke vorgegeben, bei der bei einer Abweichung vom Sollgewicht die Bandgeschwindigkeit nachregelbar ist, wobei die Schwenkgeschwindigkeit konstant bleibt. Eine vorgegebene Förderstärke könnte aber auch über die Schwenkgeschwindigkeit geregelt werden. Da das Schwenkförderband 4 in Förderrichtung geneigt ist, wird bei dem gewichtsdosierten Austrag die Neigung des Förderbandes 4 durch einen Neigungssensor erfaßt oder bei einem konstanten Neigungswinkel rechnerisch berücksichtigt. Dazu ist eine nicht dargestellte Auswertevorrichtung vorgesehen, durch die sowohl die Bandbeladung als auch die Bandgeschwindigkeit erfaßt wird. Bei einer Abweichung von der vorgegebenen Förderstärke bzw. vom Sollgewicht wird die Bandgeschwindigkeit des Förderbandes 4 bzw. die Schwenkgeschwindigkeit entsprechend nachgeregelt.
Damit beim Ablegen der quer- oder längsorientierten Schnitzel im Vertikalfüllraum 3 die Orientierung nicht verloren geht, sollte der Abstand der Abwurfstelle des Förderbandes 4 von der Ablegestelle im Vertikalfüllraum 3 einen bestimmten Höhenabstand nicht überschreiten. Deshalb ist vorgesehen, daß das Schwenkförderband 4 in Förderrichtung 10 verstellbar ist, so
daß es mehr oder weniger tief in den Vertikalfüllraum 3 eintauchen kann. Dies ist auf einfache Weise mit einem Hubzylinder oder einem Spindelantrieb ausführbar. Dazu sind zusätzliche nicht dargestellte Füllstandssensoren vorgesehen, die mit- tels einer programmgesteuerten Auswertevorrichtung einen konstanten Abstand von der Holzschnitzeloberfläche im Vertikalfüllraum 3 einhalten.
Der Vertikalfüllraum 3 besteht in seinem Einfüllbereich aus einem oberen Füllschacht 11, der aus etwa parallel angeordneten starren Seitenwänden 12, 25 besteht, die quer über die gesamte Bunkerbreite verlaufen. Diese sind stirnseitig an der Bunkeraußenwand befestigt und bilden einen fest umschlossenen Füllraum 11. Unterhalb dieses oberen Füllschachtes 11 ist ein vertikaler Förderschacht 13 angeordnet, der im wesentlichen aus zwei vertikal angeordneten Austragsförderbändern 14, 15 besteht, die in ihrem unteren Bereich eine horizontale Umlen- kung 16, 20 erfahren. Diese Bänder 14, 15 erstrecken sich über die gesamte Bunkerbreite und bilden mit den stirnseitigen Au- ßenwänden des Dosierbunkers 1 einen umschlossenen Förderschacht 13, der den Bunkerinhalt kontinuierlich zu einer Aus- tragsöffnung 24 befördert. Bei den beiden Austragsbändern 14, 15 handelt es sich jeweils um ein Endlosband, das zwischen drei Umlenkrollen 16, 19, 20 angeordnet ist, die etwa wie die Endpunkte eines rechtwinkligen Dreiecks angeordnet sind. Dabei schließen sich die beiden Förderbänder 14, 15 jeweils am unteren Punkt der Seitenwände 12, 25 des oberen Füllschachtes 11 an und bilden somit seine Verlängerung. Dabei sind die beiden Austragsbänder 14, 15 so angeordnet, daß sie über unterschied- liehe Rollenabstände verfügen. Die Rollenabstände sind dabei so vorgesehen, daß sich zwischen den beiden Förderbändern 14, 15 sowohl ein vertikaler- 13 als auch ein horizontaler Förderschacht 18 bildet. In diesen umgelenkten Schächten 13, 18 werden die gerichteten Holzschnitzel zu einer AustragsÖffnung 24 befördert.
Der vertikale Förderschacht 13 ist dabei als Klemmstrecke ausgebildet, in dem der Schacht mindestens auf einer inneren Seitenfläche nach unten verengt werden kann. Dies wird dadurch erreicht, daß das untere Austragsband 15 nur lose auf seinen Stützrollen 17 aufliegt und mit einer horizontal verstellbaren Spannrolle 16 die Schachtbreite einstellbar ist. Durch die Verengung der Schachtbreite werden die Lagen der orientierten Holzschnitzel seitlich eingeklemmt, so daß diese durch die Be- wegung der Austragsbänder 14, 15 in Förderrichtung mitgenommen werden. Dadurch wird gleichzeitig erreicht, daß die einzelnen Schichten im unteren Bereich des vertikalen Förderschachtes 13 durch die Füllhöhe nicht- wesentlich verdichtet werden, so daß eine leicht lösbare Schüttung im Vertikalschacht 13 erhalten bleibt.
Im Anfahrbetrieb ist der vertikale Förderschacht 13 mit Hilfe der Spannrolle 16 im Umlenkbereich so weit verschließbar, daß beide Austragsbänder 14, 15 mit ihren Innenwänden leicht an- einander liegen. Dadurch wird verhindert, daß die neu einzufüllenden Holzschnitzel bis zur Austragsöffnung 24 durchrutschen können. Gleichzeitig wird der vertikale Schacht 13 so weit verkleinert, daß die Abwurfhöhe nur so groß ist, daß ein orientiertes Ablegen im vertikalen Förderschacht 13 gewährlei- stet bleibt. Beim Einfüllen der Holzschnitzel wird die Füllhöhe von den Füllstandssensoren erfaßt und der Auswertevorrichtung übermittelt. Diese steuert die Nachführung des Schwenkförderbandes 4 in Förderrichtung 10, so daß der Abstand zur FüllStandsebene so lange gleich bleibt, bis eine vorgegebene Füllhöhe erreicht ist. Sobald die Klemmstrecke 13 bis zur vorgesehenen Höhe gefüllt ist, kann durch die verstellbare Spannrolle 16 die Bandspannung so weit gelockert werden, daß ein kontinuierlicher Austrag ermöglicht wird. Dazu .kann die untere Schachtbreite so weit vergrößert werden, daß sie der Schacht- breite des oberen Füllschachtes 11 entspricht. Dabei wird die
einzufüllende Materialförderstärke so weit erhöht, bis eine vorgesehene Gesamtfüllhöhe im Vertikalfüllraum 3 erreicht ist. Dann wird über eine vorgegebene Austragsmenge eine bestimmte Eintragsförderstärke ermittelt, die die Holzschnitzel über die gesamte Bunkerbreite gewichtsmäßig gleichmäßig verteilt und gleichzeitig die Füllhöhe konstant hält. Die Füllstandssensoren können an der Stirnseite des Bunkers so verteilt sein, daß sie auch die Füllstandshöhe quer zur Bunkerbreite erfassen. Dazu kann das Schwenkförderband 4 auch horizontal und quer zur Bunkerbreite verschiebbar angeordnet sein, so daß eine konstante Füllhöhe auch quer zur Bunkerbreite erreichbar ist.
Im unteren Bereich der Klemmstrecke 13 bzw. des vertikalen Förderschachtes 13 erfolgt durch die untere Spannrolle 16 des unteren Austragsbandes 15 und die obere Spannrolle 20 des oberen Austragsbandes 14 eine U lenkung des vertikalen Austragestroms in einen horizontalen Austragsstrom. Dadurch wird vorteilhafterweise ein Durchrutschen des vertikalen Materialstroms bis zur Austragsöffnung während des Austragsbetriebs verhindert. Gleichzeitig wird auch eine Lockerung der Verdichtungswirkung erreicht, so daß ein schonender gleichmäßiger Austrag in den Streukopf ermöglicht wird. Der vertikale Füllraum 3 könnte aber auch durch ein oder zwei parallel gegenüberstehende Förderbänder gebildet werden, die auf zwei hori- zontalen Förderbändern gerichtet sind, die dann den horizontalen Füllschacht bilden. Unterhalb des Vertikalfüllraumes 13 könnte aber auch eine Zellenradschleuse vorgesehen sein, durch die die orientierten Holzschnitzel nach Art der Orientierungswalzen in den Streukopf ausgetragen werden.
Der horizontale Austragsstrom im horizontalen Förderschacht 18 stellt dabei eine klemmfreie Füllstrecke dar, die einen Hori- zontalyorrat bildet. Diese horizontale Füllstrecke 18 dient in erster Linie zur Herbeiführung eines gleichmäßigen Austrags- Verhaltens. Dies wird in erster Linie dadurch erreicht, daß
durch die Umlenkung eine Auflockerung der Vertikalschichtung erfolgt, so daß sich im Horizontalschacht 18 ein gleichmäßig austragbarer Materialstrom einstellt.
Die beiden Austragsbänder 14, 15 sind in ihrer Bandgeschwindigkeit regelbar. Dabei wird die Bandgeschwindigkeit beider Austragsbänder so geregelt, daß sie eine gleichbleibende Aus- tragsgeschwindigkeit in den Schächten 13, 18 gewährleisten, so daß die Vororientierung nicht verändert wird und eine Materi- alumwälzung in den Schächten 13, 18 möglichst nicht eintritt. Vorzugsweise ist am Bandende des horizontalen Förderschachtes 18 noch eine Bandwaage 22 vorgesehen, durch die die Austrags- menge über die Austragsbandgeschwindigkeit regelbar ist. Am Bandende des horizontalen Förderschachtes 18 ist zusätzlich noch eine Abschlagswalze 21 vorgesehen, die die orientierten Holzschnitzel schonend in die Auslauföffnung 24 zur Streukammer abkämmt. Dadurch gewährleistet der Vertikalbunker 1 eine schonende Bevorratung und gleichmäßige gewichtsdosierte Austragung der langgestreckten Holzschnitzel, so daß diese in den zu streuenden OSB-Platten ihre maximale Festigkeit entfalten können und nicht durch den entstandenen Feingutanteil beeinträchtigt werden. Die im Vertikalbunker 1 angeordnete Eintragsvorrichtung 2 könnte aber auch in einem separaten Geräteteil oberhalb des Bunkergehäuses vorgesehen sein, wenn dies aus konstruktiven Gründen möglich und vorteilhaft ausführbar ist.
In Fig. 2 der Zeichnung ist ein Horizontalbunker 30 mit einer gewichtsdosierten Eintragsvorrichtung 31 schematisch darge- stellt. Der Horizontalbunker 30 besteht im wesentlichen aus einer horizontalen Füllstrecke 32, die aus einem Bodenband 33 gebildet wird und der Eintragsvorrichtung. Oberhalb der Eintragsvorrichtung 31 ist eine Förderschnecke 5 angeordnet, die die beleimten langgestreckten Holzschnitzel (Strands) von ei- nem Beleimungsmischer heranführt. Diese Förderschnecke 5 ent-
spricht der Förderschnecke nach Fig. 1 der Zeichnung, wobei für die gleichartigen Teile in Fig. 2 der Zeichnung auch die gleichen BezugsZiffern verwandt wurden. Die Eintragsvorrichtung 31 besteht im wesentlichen aus den Orientierungswalzen 7 und einem Schwenkförderer 4. Dabei werden die langgestreckten Holzschnitzel zur Herstellung von OSB-Platten zunächst auf mindestens zwei Auflösewalzen 6 und den darunter angeordneten Orientierungswalzen 7 aufgegeben. Unterhalb der Orientierungs- walzen 7 ist der Schwenkförderer 4 angeordnet, der aus einem mit Taschen 9 versehenen Förderband gebildet ist. Der Horizontalbunker 30 erstreckt sich über die gesamte Breite des Streukopfes, die bis zu vier Metern betragen kann. Der Schwenkförderer 4 besitzt hingegen-lediglich eine Breite von maximal einem Meter und wird kontinuierlich über die gesamte Breite des Dosierbunkers 30 horizontal hin und her geschwenkt und verteilt dabei die eingebrachten Holzschnitzel gleichmäßig über die Breite des Bunkers 30. Die Schwenkgeschwindigkeit ist dabei ein Vielfaches der Austragsgeschwindigkeit, so daß die orientierten Holzschnitzel schichtweise übereinander abgelegt werden. Der Schwenkförderer 4 ist horizontal über der Füllstrecke 32 angeordnet und fördert die orientierten Holzspäne entgegen der Austragsrichtung 34 zur Füllstrecke. Der Schwenkförderer 4 kann auch gegenüber der Horizontalen geneigt werden, so daß im Anfahrbetrieb die orientierten Holzschnitzel im unteren Bereich der Füllstrecke 32 orientiert abgelegt werden können. Dazu sind nicht dargestellte FüllstandsSensoren vorgesehen, die die Füllhöhe an den Seitenflächen quer zur Bunkerbreite erfassen. In einer nicht dargestellten program - oder prozessorgesteuerten Auswertevorrichtung kann mittels der Füllstandssensoren und einem vorgegebenen Abstand zur Füllhöhe die Neigung des Schwenkförderers 4 nachgeregelt werden. Dabei wird der Schwenkförderer 4 nur soweit nachgeregelt, bis eine vorgegebene Füllstandshöhe im Bunker 30 erreicht ist. Nach Erreichen dieser vorgegebenen Sollfüllstandshöhe kann das Boden- band 33 so gesteuert werden, daß die Füllschicht zur Austrags-
Öffnung 41 gefördert wird. Allerdings kann der Schwenkförderer 4 dabei auch so angeordnet sein, daß er auch in Förderrichtung 34 verstellbar gelagert ist. Dadurch könnte mit Hilfe von in Förderrichtung angeordneten Füllstandssensoren bereits eine konstante Füllhöhe in Förderrichtung 34 durch die Längsver¬ stellung des Förderers einstellbar sein und mögliche Nachfüllunterbrechungen aufgefüllt werden.
Im Schwenkförderband 4 ist nahe dem Abwurfende eine Bandwaage 24 vorgesehen, die die Gewichtsmenge der geförderten Holzschnitzel erfaßt . Bei konstanter Schwenkgeschwindigkeit wird die Bandgeschwindigkeit dabei so geregelt, daß mit stets konstanter Förderstärke die -HolzSchnitzel über die Breite des Dosierbunkers 30 verteilt werden, so daß sich bei vorgebbarer Äustragsmenge eine gleichmäßige Füllmenge auf der Füllstrecke 32 über die gesamte Bodenbandbreite ergibt . Zur Regelung der Förderstärke ist dabei eine programm- oder prozessorgesteuerte nicht dargestellte Auswertevorrichtung vorgesehen, wie sie in bekannten Dosierbandwaagen eingesetzt sind.
Das Bodenband 33 besteht im wesentlichen aus einem langgestreckten Horizontalteil 35 und einem verkürzten Vertikalteil
36, die durch drei wie ein Dreieck angeordnete Umlenkrollen
37, 38, 39 gebildet werden. Durch die untere horizontal ver- stellbare Spann- und Umlenkrolle 38 ist das Bodenband 33 unterschiedlich stark spannbar. Dadurch kann im Anfahrbetrieb das Band so stark verkürzt werden, daß im Ablagebereich 40 der Holschnitzel das lose aufliegende Austragsband 33 gegenüber der Vertikalen so weit schräggestellt ist, daß die Holzschnit- zel weitgehend orientiert im Ablagebereich 40 auf dem Austragsband 33 ablegbar sind. Dadurch ergibt sich auch schon während des Anfahrbetriebs eine geordnete Ablagemöglichkeit im Horizontalbunker 30, so daß sich eine gleichmäßige Füllhöhe mit orientierten Holzspänen aufbaut, die dann mittels einer
vorgegebenen Austragsgeschwindigkeit zur Austragsöffnung 41 gefördert wird.
Im Bodenband 33 kann auch am Austragsende eine Bandwaage 22 vorgesehen sein, mit dessen Hilfe eine vorgesehene Äustragsmenge über die Bandgeschwindigkeit des Bodenbandes regelbar ist. Dabei ist durch die gewichtsdosierte Eintragung der langgestreckten Holzschnitzel über die gesamte Bunkerbreite ein gleichmäßiger Austrag in den Streukopf möglich, ohne daß eine zusätzliche volumenorientierte Querverteilung im Dosierbunker 30 erforderlich wäre.