-
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Streugutmatte aus zumindest einer orientiert gestreuten Schicht im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 und einen Streukopf zur Herstellung einer Streugutmatte aus zumindest einer orientiert gestreuten Schicht im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten nach dem Oberbegriff des Anspruches 7.
-
Bei der Herstellung von Werkstoffplatten aus streufähigen Materialien wird ein Gemisch aus Partikeln oder faserigen Stoffen und einem Bindemittel zu einer Streugutmatte auf einem Form- oder Förderband gestreut, wobei die Streugutmatte anschließend einer ggf. nötigen Vorbehandlung und schließlich einer Verpressung zugeführt wird. Hierbei werden üblicherweise diskontinuierliche Etagenpressen und kontinuierlich arbeitende Pressen verwendet, wobei in letzterer zwischen zwei umlaufenden Stahlbändern eine gestreute Pressgutmatte mit beleimten Streupartikeln unter Druck und Wärmeeintrag verpresst wird. Neben den reinen Partikelplatten (MDF) kommen auch gespante Holzschnitzel zur Anwendung, die in der Regel orientiert gestreut werden, um den hergestellten Holzwerkstoffplatten in Länge und Breite verstärkt Festigkeit zu verleihen. Dabei werden Herstellungsarten unterschieden für orientiert gestreute Platten in längs und quer Richtung (OSB) und in einer Orientierung rein in Längsrichtung (OSL). Üblicherweise werden derartige OSB- und OSL-Platten auf kontinuierlichen Doppelbandpressen mit Dichten bis maximal 750 kg/m3 hergestellt. Versuche mit unterschiedlichen Pressverfahren in Doppelbandpressen, die Dichten auf über 750 kg/m3 zu erhöhen, sind im Wesentlichen nicht erfolgreich gewesen, da die noch warmen Platten nach dem Verlassen der Presse aufplatzen oder einer zu starken Rückfederung unterliegen, so dass sich die Plattendicke stark erhöht wodurch die Plattendichte wieder deutlich absinkt.
-
Von weit reichender wirtschaftlicher Bedeutung ist mittlerweile der Wunsch nach hochdichten orientierten Schnitzelplatten in der Containerindustrie für Schiffs-, Lager-, Büro- oder Wohncontainer. Eine Vorgabe der chinesischen Industrie für Containerplatten schreibt eine Biegefestigkeit von 69 N/mm2 bei einem Auflagerabstand von 250 mm für 28 mm dicke Containerböden vor. Die europäische Industrie schreibt im Vergleich zur Prüfung der Biegefestigkeit höhere Auflagerabstände vor, die auch zu höheren Biegefestigkeiten führen. Der geringere Auflagerabstand von 250 mm führt aber bei der Biegeprüfung zu sehr hohen Schubbeanspruchungen in der neutralen Faser der Platte. Als Platten für Containerböden werden deshalb bisher vorwiegend Sperrholzplatten mit Dichten um 900 kg/m3 eingesetzt. Neben der hohen Biegefestigkeit muss die Plattenoberfläche eine ausreichende Härte und genügend Abriebfestigkeit aufweisen. Zusätzlich muss die Last, die mittels eines Rades, zum Beispiel von einem Gabelstapler, auf die Platte aufgebracht wird, ausreichend in die Platte längs und quer zum Rad über die Abstützungen der Blechrillen am Containerboden verteilt werden.
-
Aufgrund dieser hohen Anforderungen ist es bis heute nicht gelungen eine Platte aus langen Spänen bzw. Schnitzeln herzustellen, die den Anforderungen des Containerbaus genügt. Neben den Möglichkeiten die Verfahrensparameter (Temperatur, Verdichtungsgradienten, zeitlichen Abläufe, Klebstoffe) während der Verpressung zu verändern hat sich gezeigt, dass die Qualität der Streuung bei allen wesentlichen orientierten Werkstoffplatten ein hohes Maß an Bedeutung zukommt, um insbesondere hochdichte Platten herzustellen. Neben der möglichst dichten Verpressung ist es eine weitere Notwendigkeit insbesondere lange Späne oder Schnitzel zu verwenden, um die Biegefestigkeiten derartiger Platten, seien es einfache OSB-Platten oder für Spezialanwendungen (Containerbau), signifikant zu erhöhen. Lange Schnitzel sind aber während der Streuung anfällig für Bruchschäden durch die notwendigen Maschinenelemente in einem Streukopf, so dass vorzugsweise eine schonende Streuung angestrebt werden sollte.
-
Im weiteren werden folgende Festlegungen für die Streuwalzen respektive die Fächerwalzen getroffen. Fächerwalzen zur Querorientierung der Späne bzw. des Streugutes weisen eine quer zur Formbandrichtung und horizontal ausgerichtete Walze auf, an der mehrere Fächer angeordnet sind. Während der Rotation durchläuft ein Fächer einen Kreis und damit überstreicht dieser einen Winkel von 0° bis 360°. Es wird festgelegt, dass die 0°-Position (= 360° Position) durchschritten wird, wenn der Fächer respektive das Fächerende in der vertikalen nach oben und damit senkrecht zum Formband und am weitesten davon entfernt ist, so dass die Walze zwischen dem Formband und dem Fächer angeordnet ist. An der Position, an der das Fächerende eines Fächers von allen Fächern am nächsten zum Formband angeordnet ist, befindet sich dementsprechend die 180° Position. Damit ist bei einer links- oder rechts drehenden Anordnung die Position eines Fächers zwischen 0° und 180° immer im absteigenden Ast der Rotation und die Position eines Fächers zwischen 180° und 360° immer im aufsteigenden Ast der Rotation angeordnet. Nach den bisherigen bekannten Verfahren wird zur Querorientierung das Streugut willkürlich auf die Fächerwalzen aufgegeben, so dass die auf- und absteigenden Äste gleichmäßig beschickt werden. Dies hat sich nicht als effektiv herauskristallisiert, so dass im Stand der Technik dokumentiert ist, dass Leitbleche oder Leitvorrichtungen die Späne oder Schnitzel vorzugsweise im absteigenden Ast (0° bis 90°) auf die Fächerwalzen aufgeben.
-
Beispielsweise ist mit
EP 0 860 254 A1 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Streuung eines mehrschichten Streugutmatte bekannt geworden. Dabei sind Streuwalzen angeordnet, die mittels Leitblechen beschickt werden und das Streugut auf dem Formband ablegen. Das Streugut wird wie bereits ausgeführt überwiegend im absteigenden Ast der rotierenden Streuwalzen mittels der Leitbleche aufgebracht. Gleichzeitig wird der Orientierungsraum zwischen den Fächern der Streuwalzen außen mittels weiterer Führungsbleche eingegrenzt. Eine Querorientierung von langen Spänen wäre mit einer derartigen Anordnung zwar denkbar, aber es würde ein nicht näher bestimmbarer Anteil der Späne durch die Vielzahl an Vorrichtungselementen beschädigt, da direkt nach der Einführung der Späne in die Orientierungswalzen die Orientierungsräume abgedeckt werden und somit Scherkanten verbaut sind, die lange Späne abscheren können. Mit
DE 297 07 143 U1 ist eine Vorrichtung zum Ausrichten und Ablegen von länglichen Teilen wie Holzspänen, Holzfasern oder dergleichen auf einer kontinuierlich bewegten Unterlage bekannt geworden. Diese Offenbarung zeigt wiederum Leitbleche, die das zu orientierende Streugut mit einer gewissen Hauptausrichtung an die quer orientierenden Streuwalzen übergeben. Dabei weisen die quer orientierenden Fächerwalzen luftundurchlässige Fächer auf, an deren Enden Biegungen oder Knicke angeordnet sind. Die Offenbarung lehrt hierzu im Wesentlichen in Verbindung mit
1 der
DE 297 07 143 U1 , dass diese besonderen Fächer einen Rückhalteeffekt für das Streugut im absteigenden Ast aufweisen und dass die Fächerwalzen durch bezüglich der Vertikalen schräg verlaufende Leitbleche beschickt werden, die sicherstellen, dass die Fächerwalzen gezielt in ihrem oberen Bereich, wo sich die Fächer zu den Auflösewalzen hin öffnen, beschickt werden. Auf eine weitere Angabe zum Bereich der Öffnung wird verzichtet, wodurch sich für den Fachmann keine eindeutige Lehre über den bevorzugten Aufgabepunkt- oder -bereich für die Späne ergibt.
1 der
DE 297 07 143 U1 zeigt, dass die Beschickung im Wesentlichen in dem Moment begonnen wird, wenn die Fächer der Fächerwalze die Vertikale durchschreiten. Aufgrund der Biegung der Fächerenden öffnen sich die Fächerwalzen eigentlich erst richtig gegenüber den darüber liegenden Auflösewalzen, wenn der 0°-Durchgang durchschritten ist.
-
Versuche und die heutige Erfahrung in der Streutechnik haben aber gezeigt, dass eine derartige Anordnung nur bei einer geringen Beschickungsmenge und insbesondere bei kurzen Spänen eine ausreichend effektive und genaue Streuung ermöglicht.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Verfahren zur Herstellung einer gegenüber einem endlos umlaufend Formband quer orientierten Streugutmatte oder zumindest einer quer orientierten Schicht einer Streugutmatte zu schaffen, bei dem die Streuqualität gegenüber dem Stand der Technik deutlich verbessert und die Streuung selbst deutlich schonender für das Streugut durchgeführt werden kann. Insbesondere gilt dies für Streugut einer Länge von über 180 mm, vorzugsweise über 220 mm, insbesondere bevorzugt für Streugut einer Länge von 250 bis 300 mm und mehr.
-
Diese Aufgabe löst die Erfindung für das Verfahren dadurch, dass die Aufgabe des Streugutes durch die Leitvorrichtung auf die Fächer der Fächerwalzen im Wesentlichen in einem Aufgabebereich mit Position der Fächer von 270° bis 360° durchgeführt wird.
-
Die Lösung für einen Streukopf besteht darin, dass der Aufgabebereich für das Streugut durch die Leitvorrichtung im Wesentlichen an der Position der Fächer von 270° bis 360° angeordnet ist.
-
In vorteilhafter Weise können nun die Späne bzw. das Streugut schonend in die Fächerwalzen eingebracht werden, denn das Streugut hat durch die frühe Aufgabe in die Fächerwalzen, bereits im aufsteigenden Ast, genug Zeit sich orientiert in die Fächerwalzen hinein zu legen, so dass im Wesentlichen bei Durchschreiten der 0°-Positin der Fächer bereits der überwiegende Anteil des Streugutes quer orientiert ist. Damit wird es ermöglicht, dass während des Verweilens in dem Orientierungsbereich im absteigenden Ast der Rotation (0° bis 180°) sich bereits eine Vororientierung des Streugutes untereinander entwickelt, so dass das Streugut bereits optimal zueinander auf das Formband abgelegt werden kann. Aus diesem Grund sollte auch das Formband in der gleichen Produktionsrichtung transportieren, in der die Fächer beim Durchschreiten der 180°-Position rotieren bzw. sich bewegen.
-
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Orientierungsfehler vermieden und Schäden durch aus den Fächerwalzen herausstehendem Streugut am Streugut selbst vermieden werden. Ein unorientierter Span oder Schnitzel, der nahezu senkrecht und nicht quer orientiert ist, wird beispielsweise beim Kontakt einer benachbarten Walze, einer Leitvorrichtung und/oder beim Auflegen auf das Formband abgebrochen. Selbst wenn er nicht gebrochen wird, so entstehen in der Regel Knicke und damit Streufehler in der Streugutmatte, da sich das Streugut durch einen geknickten Span oder Schnitzel nicht mehr optimal in diesem Bereich anlegen kann um eine optimal gestreute Streugutmatte herzustellen. Ein orientierbares Streugut zeichnet sich im Übrigen dadurch aus, dass es zumindest eine signifikante Länge aufweist, die größer ist als die anderen zwei Dimensionen (Breite und Dicke) und mit der sich das Streugut überhaupt orientieren lässt. Natürlich findet sich in dem orientierbarem Streugut immer noch ein mehr oder weniger großer Anteil an nicht orientierbarem Streugut, der fertigungsbedingt vorhanden ist.
-
Der Streukopf ist für sich alleine eigenständig und kann alleinstehend mit den beschriebenen Merkmalen verwendet werden. Gleichzeitig ist der Streukopf aber auch insbesondere für die Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 geeignet.
-
Insbesondere ist es jetzt möglich überlange Späne oder Schnitzel mit einer Länge von über 180 mm als Streugut zu verwenden und sowohl schonend als auch in optimierter Form als Schicht auf einem Formband zu einer Streugutmatte zu formen, wenn im Wesentlichen mit der Aufgabe des Streugutes auf die Fächer der Fächerwalzen begonnen wird, während die Fächer den Winkel von 270° bis 360° durchfahren. Vorzugsweise wird hierzu der Abstand zwischen den Fächerwalzen sehr weit ausgeführt, was den Bauraum bei mehreren Fächerwalzen in Reihe (in Produktionsrichtung) deutlich erhöht. Es kann in Bezug auf einen kompakten Bauraum aber auch sinnvoll sein erst bei 300° mit der Beschickung der Fächerwalzen zu beginnen, oder sogar erst bei 330°. Vorzugsweise besteht die Leitvorrichtung aus Leitblechen und daran angeordneten Gleitflächen für das Streugut, die das Streugut im Aufgabebereich der Fächerwalzen übergeben. Auch bei einer möglichst schonenden Behandlung des Streugutes kann es notwendig sein, dass das Streugut nach dem Eintritt in den Streukopf mittels zumindest einer Auflösevorrichtung mit zumindest einer Auflösewalze aufgelöst wird. Besonders bevorzugt rotieren die Fächerwalzen der Querorientierungsvorrichtung während des Durchganges durch die 180°-Stellung in Produktionsrichtung des Formbandes, wobei vorzugsweise die Fächerwalzen mit einer Umfangsgeschwindigkeit an den Fächerenden der Fächer betrieben werden, die 50% bis 100% der Geschwindigkeit des Formbandes entspricht. Um möglichst viel Streugut im Aufgabebereich in die Fächerwalzen einzubringen, kann es sinnvoll sein an der Leitvorrichtung zumindest einen Abstreifer im Wesentlichen in der Nähe der 0° Position anzuordnen. Vorzugsweise ist der Abstreifer derart flexibel, dass Schäden am Streugut vermieden werden. Besonders bevorzugt weisen die Fächerenden der Fächer einen Abstand zwischen den Fächerenden von 80% bis 120% der Länge des Streugutes auf. Die Fächer sollten vorzugsweise eine Länge zwischen 50% und 100% der Länge des Streugutes 9 aufweisen. Hinsichtlich der Leitvorrichtung ist es bei Anwendung von Leitblechen von Vorteil, wenn an den Leitblechen zumindest ein Mittel zur Vororientierung und/oder Beeinflussung der Ausrichtung des Streugutes angeordnet ist. Ein derartiges Mittel könnten Erhebungen sein. Vorzugsweise sind die Erhebungen in ihrer Längserstreckung im Wesentlichen winkelig zur Fallrichtung und/oder Gleitrichtung des Streugutes angeordnet sind. Die Erhebungen sind beispielsweise Leisten oder dergleichen und vorzugsweise in länglicher durchgehender Form ausgeführt. Vorzugsweise weisen die Erhebungen eine Höhe kleiner 25 mm, vorzugsweise kleiner 20 mm, auf. Auch sollten sie mit einem Abstand zueinander von 100% bis 120% bezogen auf die Länge des Streugutes angeordnet sein. Die Gleitfläche der Leitvorrichtung sollte zur Fallrichtung des Streugutes im Wesentlichen mit einen Winkel zwischen 0 und 45°, vorzugsweise kleiner 30°, angeordnet sein. Dieser steile Winkel ist notwendig, damit
-
Weitere vorteilhafte Maßnahmen und Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung mit der Zeichnung hervor.
-
Es zeigen:
-
1 eine schematische Darstellung eines Streukopfes mit einem von rechts nach links förderndem Formband und zwei verschiedenen geometrisch unterschiedlichen Leitvorrichtungen zur Aufgabe des Streugutes auf die Fächerwalzen der Querorientierungsvorrichtung,
-
2 eine weitere Variante einer möglichen Leitvorrichtung nach 1,
-
3 eine hervorgehobene Darstellung des Abstandes zwischen zwei Fächerwalzen einer Querorientierungsvorrichtung,
-
4 eine mögliche besondere Ausführungsform eines Leitblechs einer Leitvorrichtung mit Erhebungen zur Vororientierung des Streugutes kurz vor der Übergabe auf die Querorientierungsvorrichtung,
-
5 eine vergrößerte Darstellung durch den Querschnitt einer Fächerwalze der Querorientierungsvorrichtung,
-
6 eine schematische Darstellung der möglichen Winkelstellungen und des Aufgabebereiches des Streugutes anhand eines Querschnittes einer rechtsdrehenden Fächerwalze,
-
7 eine schematische Darstellung der möglichen Winkelstellungen und des Aufgabebereiches des Streugutes anhand eines Querschnittes einer linksdrehenden Fächerwalze und
-
8 eine schematische Darstellung der möglichen Winkelstellungen bei einem verkleinerten Aufgabebereich von 300° bis 360° bei einer rechtsdrehenden Fächerwalze.
-
Die 1 und 2 zeigen eine schematische Darstellung eines Streukopfes 1 mit einem von rechts nach links förderndem Formband 8 und mehreren verschiedenen geometrisch unterschiedlichen Leitvorrichtungen 5 zur Aufgabe des Streugutes 9 auf die Fächerwalzen 6 der Querorientierungsvorrichtung 12. Dabei wird das Streugut 9 aus einer Versorgungseinrichtung (nicht dargestellt), beispielsweise einem Streugutbunker oder einer Dosiervorrichtung für einen gleichmäßigen Austrag in den Streukopf 1 in Fallrichtung 19 in die Streugutaufgabe 17 des Gehäuses 3 des Streukopfes 1 eingeführt. Vorzugsweise wird nach Eintritt des Streugutes 9 in den Streukopf 1 das Streugut 9 mittels einer Auflösevorrichtung 4 aufgelöst und gleichmäßig im Streukopf 1 verteilt. Die Auflösevorrichtung 4 kann dabei aus einer oder mehreren Auflösewalzen 2 bestehen, die vorzugsweise als Walzen mit Stacheln 14 ausgeführt sind. Nach der optionalen Auflösung fällt das Streugut noch unorientiert auf die Leitvorrichtung 5, die das Streugut 9 zusammenführt und gleichmäßig in einem vorgegebenen Bereich an die Fächerwalzen 6 zur Querorientierung übergibt. Die Leitvorrichtung 5 kann dabei Mittel zur Vororientierung aufweisen (4). Gemäß der Lehre der Erfindung wird im Wesentlichen mit der Aufgabe des Streugutes 9 auf die Fächer 11 der Fächerwalzen 6 begonnen wird, wenn die Fächer 11 den Winkel von 270° bis 360° durchfahren. Bei mehreren Fächerwalzen 6, wie in den 1 und 2 dargestellt, sind mehrere Leitbleche 10 als Leitvorrichtung 5 nebeneinander angeordnet. 1 zeigt auf der linken Seite des Streukopfes 1 Leitbleche in dreieckiger Ausführungsform, mit zumindest einer Flächenseite, die als Gleitfläche 26 ausgebildet ist und winkelig zur Vertikalen angeordnet ist. Auf der Gleitfläche 26 der Leitbleche 10 wird das Streugut in Richtung des Aufgabebereiches geführt und an die Fächerwalzen 6 übergeben. Gegenüber den linken drei Leitblechen 10 weisen die rechten drei Leitbleche 10 einen spitzeren Winkel bezüglich der Vertikalen für die Gleitfläche 26 auf. Nachdem das Streugut 9 im Orientierungsraum 13 zwischen den Fächern 11 der Fächerwalzen 6 zum liegen kommt, transportieren die Fächerwalzen 6 das Streugut in Richtung Formband 8 und legen es in Fallrichtung 19 darauf ab. Während des 180° Durchganges, wenn ein Fächerende 20 eines Fächers 11 rechtwinkelig zum Formband 8 zeigt, weist der Geschwindigkeitsvektor des Fächerendes 20 in die gleiche Richtung wie die Transportrichtung des Formbandes 8, respektive in Produktionsrichtung 15. In 2 ist im Wesentlichen der gleiche Streukopf 1 dargestellt, wobei die bevorzugt dreieckigen Leitbleche 10 einen zusätzlichen Abstreifer 18 aufweisen, der so angeordnet ist, dass der wesentliche Hauptteil der Späne respektive des Streugutes 9 im Bereich zwischen 300° und 360°, bezogen auf die rechtsdrehenden Fächerwalzen 6 (bei einem Nulldurchgang in der oberen vertikalen Ausrichtung der Fächer 11) in den Orientierungsraum 13 der Fächerwalzen 6 eintritt. Die Abstreifer 18 sind dabei vorzugsweise flexibel oder resilient ausgebildet, damit diese bei größerem Widerstand durch das Streugut 9 nicht das Streugut 9 zerstören, sondern nachgeben.
-
3 zeigt den Abstand zwischen die Fächerwalzen 6, der sich einstellt wenn zwei Fächer 11 in einer Ebene liegen und sich die Fächerenden 20 gegenüberstehen. In diesem Beispiel ist das Leitblech 10 so angeordnet, dass eine Aufgabe des Streugutes 9 in einen Aufgabebereich von 270° bis 360°, also im aufsteigenden Teil der Fächerwalze 6, möglich ist. Hierzu ist aber der Abstand der Fächerwalzen 6 respektive der Fächerenden 20 zueinander größer, um der Leiteinrichtung 5 bzw. dem Leitblech 10 Gelegenheit zu geben den entsprechenden Aufgabebereich 21 zu erreichen.
-
4 zeigt eine mögliche besondere Ausführungsform eines Leitblechs 10 einer Leitvorrichtung 5 mit Erhebungen 24 zur Vororientierung des Streugutes 9 vor der Übergabe auf die Querorientierungsvorrichtung 12 respektive den Fächerwalzen 6. Die Erhebungen 24 sind dabei vorzugsweise lang gestreckt und sind winkelig zur Fallrichtung 19 respektive der Gleitrichtung des Streugutes 9 auf der Gleitfläche 26 angeordnet, um das Streugut 9 in seiner Längserstreckung eine gewisse Vororientierung zu geben, so dass das Streugut 9 zwischen den Fächern 11 leichter seine orientierte Lage finden kann.
-
5 stellt zeichnerisch für die oben angegebenen Bemessungsregeln die Länge 22 der Fächer 11 und den Abstand 23 zwischen zwei Fächerenden 20 dar. Durch den Bemassungspfeil für den Abstand 23 ist auch die Größe eines Orientierungsraumes 13 zwischen zwei Fächern 11 verdeutlicht.
-
In den 6 bis 8 sind verschiedene Aufgabebereiche 21 und insbesondere die beschriebenen Gradangaben während einer Umdrehung einer Fächerwalze 6 verdeutlicht. Befindet sich das Fächerende 20 am weitesten entfernt vom Formband 8, so steht der Fächer 11 des besagten Fächerendes 20 in der 0°-Position. In 6 ist eine rechtsdrehende Fächerwalze 6, in 7 eine linksdrehende Fächerwalze 6 dargestellt. Beiden gemeinsam ist, dass während sich der Fächer aus der 0°-Position in Fallrichtung 19 bewegt, der Fächer 11 den Umfangsbereich (0 bis 360°) von 0° bis 180° hin überstreicht und sich somit auf dem absteigenden Ast bewegt. Nach dem Durchgang durch die 180°-Position, wenn das Fächerende 20 senkrecht auf das Formband 8 gerichtet ist, befindet sich der Fächer im aufsteigenden Ast. Der Aufgabebereich 21 für das Streugut befindet sich nach 6 bei einer rechtsdrehenden Fächerwalze 6 auf der linken Seite, während der Aufgabebereich bei einer linksdrehenden Fächerwalze 6 auf der rechten Seite, aber auch im aufsteigenden Ast angeordnet ist.
-
8 zeigt einen verkürzten Aufgabebereich für einen geringen Abstand 15 zwischen zwei Fächerwalzen 6 von nur 300° bis 360°/0°. Je nach Mengendurchsatz, Größe des Streugutes in Längsrichtung und anderen Parametern kann es sinnvoll sein die Fächerwalze 6 in ihrem Abstand 16 zueinander mittels einer Verstellvorrichtung (nicht dargestellt) verstellbar zueinander anzuordnen. Auch kann die Leitvorrichtung 5 in ihrer Lage, Position, Ausrichtung, Beschaffenheit, Größe und anderen Parametern verstellbar angeordnet sein, um je nach zu streuendem Streugut den Streukopf auf unterschiedliche Streugutparameter einstellen zu können.
-
Bezugszeichenliste
-
- 1
- Streukopf
- 2
- Auflösewalzen
- 3
- Gehäuse
- 4
- Auflösevorrichtung
- 5
- Streugutleitvorrichtung
- 6
- Fächerwalze (Querorientierung)
- 7
- Streugutmatte
- 8
- Formband
- 9
- Streugut
- 10
- Leitblech
- 11
- Fächer
- 12
- Querorientierungsvorrichtung
- 13
- Orientierungsraum
- 14
- Stachel von 2
- 15
- Produktionsrichtung
- 16
- Abstand von 6 zueinander
- 17
- Streugutaufgabe von 1
- 18
- Abstreifer
- 19
- Fallrichtung
- 20
- Fächerende
- 21
- Aufgabebereich
- 22
- Länge der Fächer 11
- 23
- Abstand zweier Fächerenden
- 24
- Erhebungen
- 25
- Abstand zweier Erhebungen 24
- 26
- Gleitfläche
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- EP 0860254 A1 [0006]
- DE 29707143 U1 [0006, 0006, 0006]