Verfahren und Tilgervorrichtung zur Absorption einer unerwünschten Erregung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Absorption einer unerwünschten Erregung, insbesondere einer Erschütterung oder einer Schwingung, wobei die Erregung durch einen Sensor erfaßt und mittels einer Steuereinheit ein Signal für ein Wegstellglied erzeugt wird, um so eine Übertragung der Erregung auf eine Basis zu vermeiden. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Ein solches Verfahren und eine hierfür vorgesehene Vorrichtung werden in der Praxis eingesetzt, um störende Erschütterungen von empfindlichen technischen Geräten fernzuhalten. Störend wirken dabei insbesondere Bodenerschütterungen oder Erschütterungen durch Luft- schall. Hierdurch verursachte Beeinträchtigungen sind beispielsweise bei der Meß- und Lasertechnik ebenso anzutreffen, wie bei Festplatten von Datenspeicheranlage (Head-Crash) oder auch der merklichen Einschränkung des Fahrkomforts für einen Insassen eines Kraftfahrzeuges.
Weitere typische Anwendungsgebiete für Tilgervorrichtungen sind die Abschirmung empfindlicher Sensoren, insbesondere bei Versuchsanordnungen oder inertial stabilisierten Systemen im Bereich der Wehr- oder Überwachungstechnik und beim Einsatz bei Gefahrgut- oder Krankentransporten, wie auch allgemein zur Erhöhung des Komforts bei der Personenbeförderung.
Vielfach werden technische Systeme bereits mit Hilfe von Federn vor Erschütterungen geschützt. Solche passiven Systeme sind insbesondere aufgrund ihres Übertragungsverhaltens bei niederfrequenten Störungen nicht ausreichend.
Für hochpräzise Systeme werden Tilgervorrichtungen verwendet, bei denen die Erschütterung durch Beschleunigungssensoren erfaßt und mittels des Wegstellgliedes kompensiert wird. Dieses Verfahren ist jedoch bei hohen Frequenzen meist ungeeignet, da das Wegstellglied eine obere Grenzfrequenz hat. Der Arbeitsbereich der Anordnung ist somit durch die Bandbreite des Wegstellgliedes begrenzt. Dabei ergibt sich bei den bekannten Vorrichtungen insbesondere das Problem, daß die unerwünschte Erregung erst an der den Aufbau, also beispielsweise die Karosserie eines Kraftfahrzeuges, tragenden Basis durch den Sensor erfaßt wird. Bevor die zur Kompensation geeignete Gegenbewegung durch das Wegstellglied eingeleitet werden kann, ist die Erschütterung für den Insassen bereits spürbar, so daß sich mit einer solchen Vorrichtung der Einfluß der Erschütterung zwar einschränken aber nicht verhindern läßt.
Durch die DE 197 25 770 A1 ist auch bereits eine Vorrichtung bekannt, bei der zur Dämpfung über einen vergrößerten Frequenzbereich eine zusätzliche Masse mittels eines Wegstellgliedes elastisch an das zu dämpfende System angebunden ist. Mit dem Wegstellglied sollen Kräfte zwischen dem elastischen System und der Masse der Tilgervorrichtung zusätzlich zu der Masse an das System hervorgerufen werden, um so dem System Schwingungsenergie zu entziehen. Nachteilig hierbei erweist sich der vergleichsweise hohe Aufwand, der mit der Erfassung der Erregung und der Ansteuerung der Masse durch das Wegstellglied verbunden ist.
Durch die US 45 31 699 ist es weiterhin bekannt, eine aktive Tilgervorrichtung, bei der störende Vibrationen von der Basis ferngehalten werden, indem das Wegstellglied mit gleicher Auslenkung in entgegengesetzter Richtung zur der Vibration bewegt wird, während ein Federelement die Basis stabilisiert.
Die JP 22-25 839 offenbart bereits eine Tilgervorrichtung, bei der ein Beschleunigungssensor einen gefilterten Bereich der Erregung erfaßt. Das so erfaßte Signal wird dann in ein entgegengesetztes Eingangssignal für einen Piezo-Aktuator umgesetzt, so daß sich die Schwingungen gegeneinander aufheben können.
Ferner beschreibt die US 45 66 118 ein Verfahren zur Schwingungstilgung, bei dem eine Erregung in einem bestimmten Bereich dadurch ausgelöscht wird, daß eine zweite zu der ersten Erregung synchronisierte Erregung erzeugt wird. Hierzu dient ein Schwingungssensor mit einem Filter.
Ergänzend wird durch die DE 196 21 700 A 1 auch ein aktiver Schwingungsminderer mit einem steuerbaren Magnetlager zum Erreichen einer gewünschten Tilgerwirkung offenbart.
Ungeachtet der Vielzahl der bekannten und in der Praxis gebräuchlichen Tilgervorrichtungen besteht das bisher ungelöste Problem bei der Bekämpfung der unerwünschten Erregung darin, daß ein Beschleunigungssensor oder ein Referenzsystem erforderlich ist, um durch einen Abgleich ein Signal für das Wegstellglied erstellen zu können. Ein solches von der Erregung unbeeinflußtes Referenzsystem ist jedoch lediglich mit hohem Aufwand realisierbar.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die unerwünschte Erregung zu absorbieren, ohne daß hierzu ein aufwendiges Referenzsystem erforderlich ist. Dabei soll zugleich der Wirkungsgrad des Verfahrens gesteigert werden. Weiterhin soll eine Vorrichtung zur Durchfüh- rung des Verfahrens geschaffen werden.
Die erstgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß ist also ein Verfahren vorgesehen, bei dem die Erregung zunächst in eine Masse eingeleitet und eine Übertragung der Erregung von der Masse auf die Basis verhindert wird, indem durch den Sensor eine relative Bewegung zwischen der Masse und der Erregung erfaßt und daraus das für das Wegstellglied bestimmte Signal für eine der Masse entgegengesetzte Bewegung erzeugt wird. Hierdurch wirkt die Erregung zunächst lediglich auf die Masse, wobei eine im wesentlichen in der Massenträgheit begründete Relativbewegung zwischen der eingeleiteten Bewegung und der Masse durch den Sensor erfaßt wird. Die Übertragung dieser auf die Masse wirkenden Erregung auf die Basis wird mittels des Wegstellgliedes verhindert, indem rechtzeitig eine Gegenbewegung eingeleitet wird. Dadurch, daß die Erregung zunächst mit einer Verzögerung lediglich auf die Masse wirkt, kann das Wegstellglied derart angesteuert werden, daß einer Übertragung der Erregung auf die Basis rechtzeitig entgegengewirkt wird, so daß diese in vollkommener Ruhe gehalten werden kann. Dadurch wird die Erregung nicht lediglich abgeschwächt, sondern bereits vor einer unerwünschten Einflußnahme auf die Basis ausgeglichen, so daß eine Übertragung von der Masse auf die Basis ausgeschlossen ist.
Besonders vorteilhaft ist dabei eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem zur Bestimmung der Relativbewegung die Auslenkung eines die Erregung auf die Masse übertragenden Federelementes erfaßt wird. Hierdurch wird die durch die Erregung
verursachte Verformung der Feder erfaßt, um mittels des Sensors durch die Steuereinheit ein Signal für das Wegstellglied zu bestimmen. Dabei ist insbesondere gegenüber einem nach dem Stand der Technik erforderlichen Beschleunigungssensor lediglich ein Wegsensor erforderlich, so daß neben einem geringeren Herstellungsaufwand zugleich auch eine Verbesserung des Wirkungsgrades bei niederfrequenten Schwingungen erreicht wird, die durch einen Beschleunigungssensor mit lediglich unbefriedigender Genauigkeit erfaßt werden können. Das Federelement kann hierzu beispielsweise an einer Aufnahme angeordnet sein, so
daß hierdurch die relative Bewegung zwischen der Aufnahme und der Masse als ein durch die Erregung veränderter Abstand erfaßt werden kann.
Eine andere vorteilhafte Abwandlung der vorliegenden Erfindung wird dadurch geschaffen, daß die relative Geschwindigkeit zwischen der Masse und der Erregung erfaßt wird. Hierdurch kann in einfacher Weise ein nach dem Stand der Technik bekannter Geschwindigkeitssensor eingesetzt werden, durch den die Relativgeschwindigkeit zwischen der Masse und einer durch die Erregung bewegten Aufnahme bestimmt wird. Der so erfaßte Meßwert wird in eine entsprechende Stellgröße für das Wegstellglied umgesetzt, so daß eine Einwirkung der Erregung auf die Basis ausgeschlossen ist.
Eine andere vorteilhafte Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann dadurch erreicht werden, daß durch den Sensor eine relative Drehbewegung zwischen der Masse und der Erregung erfaßt wird. Hierdurch kann nach demselben Verfahren eine unerwünschte Drehschwingung verhindert werden. Dabei wirkt die Erregung beispielsweise mittels einer Drehfeder auf die Masse, deren relative Drehgeschwindigkeit oder deren relativer Drehwinkel durch den Sensor erfaßt und anschließend als Eingangssignal für das hierzu als Winkelstellglied ausgeführte Wegstellglied dient.
Die zweitgenannte Aufgabe, Tilgervorrichtung zur Absorption einer unerwünschten Erregung, insbesondere einer Erschütterung oder einer Schwingung, mit einer einen Aufbau tragenden Basis, deren Abstand von einer durch die Erregung beweglichen, zwischen Basis und dem Ort angeordneten Masse mittels eines Wegstellgliedes veränderbar ist, und mit einer Steu- ereinheit, mittels der aus einer durch einen Sensor erfaßten Meßgröße ein Signal für das Wegstellglied erzeugbar ist, wobei die Masse gegenüber dem Ort der unerwünschten Erregung beweglich angeordnet ist und diese relative Bewegung durch den Sensor erfaßbar und daraus ein für das Wegstellglied bestimmtes Signal erzeugbar ist, zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Erregung zunächst in die Masse einleitbar ist und eine Übertragung der Erregung von der Masse auf die Basis durch eine der Masse entgegengesetzte Bewegung ausgeschlossen ist. Hierdurch kann auf ein aufwendiges Referenzsystem verzichtet werden, da die Kenntnis der absoluten Position der durch die Erregung beeinflußten Masse entbehrlich ist. Dabei wird zur Erfassung eines Signals durch den Sensor lediglich die relative Bewegung der Erregung als Störbewegung und der dadurch bedingten, gegebenenfalls verzögerten Bewegung der Masse bestimmt. Diese relative Bewegung läßt sich dabei mit wesentlich höherer Genauigkeit bestimmen, als
durch einen konventionellen Beschleunigungssensor. Zugleich läßt sich die derart beschaffene Tilgervorrichtung mit vergleichsweise einfachen technischen Mitteln realisieren.
Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird dadurch geschaffen, daß die Masse mittels eines Federelementes durch die Erregung beweglich ist. Hierdurch wird die mit der Erregung verbundene Störbewegung ausschließlich durch das Federelement auf die Masse übertragen. Demnach ergibt sich eine der Federkonstante entsprechende Verformung des Federelementes aus der die Relativbewegung zwischen einer der Masse abgewandten Aufnahme der Feder und der Masse abgeleitet werden kann.
Hierzu kann bei der Auslenkung des Federelementes die Relativgeschwindigkeit erfaßt werden, um so mittels der Steuereinheit das entsprechende Signal für das Wegstellglied zu bestimmen. Eine andere besonders vorteilhafte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird hingegen dadurch erreicht, daß die Auslenkung des Federelementes erfaßbar ist. Hierdurch wird lediglich der durch die Erregung veränderte Abstand zwischen einem Fußpunkt und einem mit der Masse verbundenen Fixpunkt des Federelementes bestimmt, um so die durch die Erregung einwirkende Kraft mittels der Steuereinheit zu errechnen.
Eine andere besonders vorteilhafte Ausführungsform der Tilgervorrichtung wird auch dadurch geschaffen, daß die Masse mittels eines Magnetfeldes gegenüber der Erregung relativ beweglich angeordnet ist. Hierdurch kann die Lage der Masse über eine Regelung vorgegeben werden, so daß eine berührungslose Positionierung erreicht wird. Die Präzision der Steuerung läßt sich dadurch weiter erhöhen, da die hierzu erforderlichen Systemparameter mit einer hohen Genauigkeit reproduzierbar sind. Die Erregung wird dabei als eine Veränderung der Kenngrößen des Magnetfeldes bzw. als Veränderung der Position der Masse erfaßt.
Hierzu ist ebenfalls besonders günstig, wenn das Wegstellglied ein steuerbares Magnetlager aufweist. Durch eine geeignete Ansteuerung des derart ausgeführten Wegstellgliedes läßt sich eine schnelle und präzise Bewegung erreichen, durch die die Basis frei von der unerwünschten Erregung gehalten werden kann. Die an sich bekannten Parameter des Magnetlagers können mit Hilfe der Steuerung exakt verarbeitet werden, so daß sich eine weitere Steigerung des Wirkungsgrades erreichen läßt.
Eine andere, ebenfalls sehr vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung wird dadurch erreicht, daß die Masse drehbeweglich angeordnet ist und eine relative Drehbewegung zwischen der Masse und der Erregung durch den Sensor erfaßbar ist. Hierdurch wird eine Til- gervorrichtung für eine Drehschwingung oder -erregung geschaffen, durch die in einfacher Weise beispielsweise die bei Motoren auftretenden Schwingungen ausgeglichen werden können. Hierzu kann eine Drehfeder zum Einsatz kommen, mittels der die Masse gegenüber der Erregung beweglich in einer vorbestimmten Ruheposition gehalten werden kann.
Dabei wird eine besonders effektive Abwandlung der vorliegenden Erfindung erreicht, indem der relative Drehwinkel zwischen der Masse und der Erregung durch den Sensor erfaßbar ist. Hierdurch kann die relative Bewegung zwischen der Masse und der Erregung mit einer durch einen konventionellen Beschleunigungssensor nicht erreichbaren Genauigkeit erfaßt werden. Dabei ist ein Bezugssystem nicht erforderlich. Denkbar ist es hier zugleich, auch anstelle eines Federelementes ein Magnetfeld vorzusehen, wodurch insbesondere unerwünschte Reibungseinflüsse vermieden werden können.
Dabei wird eine weitere, besonders zweckmäßige Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dadurch erreicht, daß die Tilgervorrichtung mehrere auf eine gemeinsame Basis wir- kende Wegstellglieder mit einem jeweils zugeordneten Sensor aufweist. Hierdurch können verschiedene, an unterschiedlichen Teilbereichen der Basis eingeleitete Erregungen erfaßt und durch die einzelnen Wegstellglieder ein zuverlässiger Ausgleich der Lage bzw. eine Lagestabilisierung erreicht werden.
Die hohe Empfindlichkeit des Geschwindigkeitssensors eröffnet auch weitere Anwendungsfelder. Da durch die Tilgervorrichtung die Bewegung der unteren Masse rekonstruierbar ist, gelingt mit Hilfe einer erweiterten Steuerung auch die Bestimmung der Erregungsform. Dies erlaubt eine Bestimmung der relativen Fundamentbewegung. Durch Differenzieren des Signals des Geschwindigkeitssensors ist auch die Beschleunigung der Erregung bestimmbar. Ein so realisierter Beschleunigungssensor weist eine höhere Empfindlichkeit bei zugleich verringertem Herstellungsaufwand auf, als die nach dem Stand der Technik bekannten Sensoren.
Die Erfindung läßt verschiedene Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
Fig.1 eine erfindungsgemäße Tilgervorrichtung in einer Vorderansicht;
Fig.2 ein Schaltbild der Tilgervorrichtung;
Fig.3 eine weitere Tilgervorrichtung mit einem Magnetlager in einer Prinzipskizze.
Figur 1 zeigt eine Vorderansicht einer Tilgervorrichtung 1 mit einer Basis 2, die für einen nicht dargestellte und gegenüber einer unerwünschten Erregung, beispielsweise eine Er- schütterung oder eine Schwingung, zu schützenden Aufbau bestimmt ist. Die Erregung wirkt über ein Fundament 3 auf eine Aufnahme 4 (Fuß) der Tilgervorrichtung 1, welche dadurch um eine nicht bekannte Strecke vertikal bewegt wird. Mittels eines Federelementes 5 wird dabei die durch die Erregung verursachte Krafteinwirkung auf eine Masse 6 übertragen, deren Säule 7 in der Aufnahme 4 im wesentlichen ungehindert sowohl nach oben als auch nach unten beweglich ist. Dabei führt die Krafteinwirkung zu einer Auslenkung des Federelementes 5, welche mittels eines Sensors 8 als Relativbewegung zwischen der Säule 7 und der Aufnahme 4 erfaßbar ist. Die so gewonnene Meßgröße wird anschließend mittels einer Steuereinheit 9 in ein Signal für ein mit der Masse 6 verbundenes Wegstellglied 10 umgesetzt, welches eine vertikale Längenveränderung gestattet. Diese Längenveränderung entspricht ihrem Betrag nach der Erregung, wobei deren Bewegungsrichtung entgegengesetzt ist. Daher wirkt die Erregung zwar auf die Masse 6, wird aber derart durch das Wegstellglied 10 ausgeglichen, daß eine Rückwirkung auf die Basis 2 ausgeschlossen ist. Das Wegstellglied 10 ist hierzu mit einem als Federelement ausgeführten Verbindungsmittel 11 ausgestattet, um so einer möglichen Rückwirkung der Basis 2 auf die Masse 6 entgegen zu wirken.
Das Federelement 5 gestattet eine von der Erregung abweichende Bewegung der Masse 6. Die hierbei auftretende Auslenkung des Federelementes 5 wird dabei durch den Sensor 8 erfaßt und mittels der Steuereinheit 9 in ein Signal für das Wegstellglied 10 umgesetzt, wobei ein Referenzsystem, insbesondere zur Bestimmung der relativen erregungsbedingten Position, nicht erforderlich ist. Aufgrund der gegenüber der Erregung verzögerten Relativbewegung der Masse 6 kann die Ausgleichsbewegung durch das Wegstellglied 10 eingeleitet werden, bevor die Erregung an der Basis 2 spürbar wird.
Die genaue Funktionsweise wird anhand der Figur 2 näher erläutert, die ein Schaltbild der Tilgervorrichtung 1 zeigt. Zu erkennen ist zunächst die als vertikale Störung 12 dargestellte
Erregung. Diese wirkt über ein dem in Figur 1 dargestellten Federelement 5 bzw. dem in der Aufnahme 4 beweglichen Säule 7 entsprechendes, schematisch dargestelltes Feder- Dämpfer-System 13 auf die Masse 6. Der dabei erfaßte, gegenüber der Ruhelage verän- derte Abstand wird anhand der idealisierten Bewegungsgleichung des Feder-Dämpfer- Systems 13 als Eingangsgröße für das hierbei lediglich durch seine Funktionsgleichung dargestellte Wegstellglied 10 errechnet. Durch das Wegstellglied 10 wird so ein zeitabhängiger und dem Betrag der Störung 12 entsprechender Korrekturabstand 14 zwischen der Basis 2 und der Masse 6 eingestellt, um so eine Einwirkung der Störung 12 auf die Basis 2 zu ver- meiden.
Die Generierung des Signals für das Wegstellglied 10 ist sowohl zeitdiskret als auch kontinuierlich denkbar. Dabei ist eine vollständig, über das gesamte Frequenzband exakte Nachbildung des unbelasteten Feder-Masse-Systems nicht zwingend erforderlich, wenn die prak- tischen Erfordernisse eine derart hohe Genauigkeit nicht bedingen.
Figur 3 zeigt eine weitere Tilgervorrichtung 15, bei welcher eine Masse 16 in hängender Anordnung in einer vorbestimmten Ruhelage durch ein Magnetlager 17 gehalten wird. Eine Erregung wird dabei als eine Änderung der Kenngrößen des magnetischen Feldes erfaßt, wo- durch die Relativbewegung zwischen der Masse 16 und einer Aufnahme 18 bestimmt werden kann. Daraus wird anschließend eine Steuergröße für ein ebenfalls als ein Magnetlager ausgeführtes Wegstellglied 19 errechnet, um so eine Gegenbewegung einleiten zu können. Eine Basis 20 der Tilgervorrichtung 15 ist daher von der unerwünschten Erregung unbeeinflußt und entkoppelt.