Elektronisches Schaltnetzteil und dessen Verwendung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektronisches Schaltnetzteil nach Anspruch 1 und die Verwendung eines solchen Schaltnetzteiles nach Anspruch 7
Aus der DE-41 22 544 C1 ist bereits ein derartiges Schaltnetzteil bekannt, das in Fig. 1 vereinfacht dargestellt ist und im folgenden naher erläutert wird. Das elektronische Schaltnetzteil besteht aus einem pπmar getakteten Sperrwandler mit einem Übertrager 1 , einem Transistor 2 sowie einer im Lastkreis vorgesehenen Diode 3. Der Sperrwandler wird über eine Gleichπchter-Bruckenschaltung 4 aus einem Gleich- oder Wechselspan¬ nungsnetz gespeist, dessen Spannung zwischen 100V und 250V, aber auch 1 2V oder 24V betragen kann und dessen Frequenz im Falle eines speisenden Wechselstromes nahezu beliebig sein kann. Die Ausgangsspannung wird über eine Sieb-und Glattungs- anordnung 5, die hier der Einfachheit halber nur als Kondensator dargestellt ist, an den Eingang des Sperrwandlers bzw. der Steuer- und Regelelektronik gelegt.
Ein solcher Sperrwandler kann beispielsweise in einem Kleingerat wie einem Rasier¬ apparat verwendet werden. Dieser Rasierapparat kann dann an Spannungsnetze an¬ geschlossen werden, die international verschieden unterschiedliche Spannungswerte haben können Es ist dabei wünschenswert, einen solchen Rasierappart beim Campen oder beim Bootfahren auch aus dem Bordnetz versorgen zu können. Dabei können die anliegenden Spannungen dann 1 2V Gleichspannung oder 24V Gleichspannung betragen
Parallel zu den Gleichspannungsklemmen ist die Reihenschaltung der Primärwicklung 6 des Übertragers 1 mit der Kollektor-Emitter Strecke des Transistors 2 sowie eines Kondensators 7 geschaltet. An die Basis des Transistors 2 ist ein Widerstand 8 an¬ geschlossen, der mit dem positiven Pol der Eingangsspannungsquelle verbunden ist Darüber hinaus ist die Basis des Transistors 2 über die Kollektor-Emitter Strecke eines weiteren Transistors 9 mit dem negativen Pol der Eingangsspannungsquelle verbunden Der Emitter des Transistors 2 ist an die Kathode einer Zenerdiode 1 0 angeschlossen, deren Anode sowohl mit der Basis des Transistors 9 als auch über einen weiteren Widerstand 1 1 mit dem negativen Pol der Eingangsspannungsquelle verbunden ist. Darüber hinaus ist der Emitter des Transistors 2 über einen weiteren Widerstand 1 2 an ein erstes Wicklungsende der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 angeschlossen
Der Wickelsinn der Primärwicklung 6 und der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 ist durch die eingetragenen Punkte angedeutet.
Ein Rückkopplungskondensator 14 ist über einen Ruckkopplungswiderstand 1 5 einer¬ seits mit der Basis des Transistors 2 und andererseits mit einem zweiten Wicklungsende der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 verbunden. An das erste Wicklungsende der Senkundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 ist der elektrische Verbraucher ange¬ schlossen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel besteht der elektrische Verbraucher aus einem Akkumulator 16. Diesem Akkumulator 16 kann dabei beispielsweise ein hier nicht gezeigter Elektromotor aufgeschaltet werden, der über einen Ein-/Ausschalter von dem Akkumulator versorgt wird, wenn das elektronische Schaltnetzteil nicht an eine Netz¬ spannung angeschlossen ist. Ebenso ist eine Diode 19 vorgesehen, die das erste Wick¬ lungsende der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 mit dem Verbindungspunkt von Rückkopplungskondensator 14 und Rückkopplungswiderstand 1 5 verbindet.
Zur Begrenzung der Rückschlagspannung ist parallel zur Primärwicklung 6 des Über¬ tragers 1 eine Schaltung vorgesehen, die aus der Reihenschaltung einer Zenerdiode 17 sowie einer weiteren Diode 18 besteht, die kathodenseitig miteinander verbunden sind.
Die Funktionsweise der Schaltung nach Fig. 1 läßt sich dabei wie folgt erklären. Von den Eingangsspannungsklemmen wird der als Schalttransistor arbeitende Transistor 2 über den Widerstand 8 mit einem zunächst geringen Basisstrom angesteuert. Infolge des einschaltenden Transistors 2 entsteht über die Kollektor-Emitter Strecke des Transistors 2 und die Primärwicklung 6 des Übertragers 1 ein Mitkopplungseffekt durch die durch den ansteigenden Strom in der Primärwicklung 6 des Übertragers 1 induzierte Spannung. Durch diesen Mitkopplungseffekt wird der Transistor 2 zusätzlich angesteuert und in den leitenden Zustand geschaltet.
Der Kollektorstrom des Transistors 2 steigt linear an. Über dem Widerstand 1 2 fällt eine dazu proportionale Spannung ab. Wenn aufgrund des steigenden Kollektorstromes die Spannung am Widerstand 1 2 zuzüglich der Spannung des Akkumulators 1 6 die Durch- bruchspannung der Zenerdiode 10 übersteigt, so wird der Transistor 9 in den leitenden Zustand geschaltet.
O 97/39518 PC17EP97/01679
- 3 -
Dadurch wird die Basis des Transistors 2 direkt mit dem einen Anschluß der Eingangs¬ spannungsquelle verbunden, wodurch dem Transistor 2 der Basisstrom entzogen wird. Der Transistor 2 sperrt dadurch und der Strom durch die Primärwicklung 6 des Über¬ tragers 1 wird abrupt abgeschaltet.
Dadurch wird in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 eine Spannung induziert, die eine Polarität aufweist, die der in der leitenden Phase des Transistors 2 entgegenge¬ setzt ist. Gegenüber einem durch diese induzierte Spannung verursachten Strom ist die Diode 3 in Durchlaßrichtung gepolt. Der Verbraucher (Akkumulator 1 6) wird also in der Sperrphase mit Strom versorgt bis die im Übertrager 1 gespeicherte Energie an den Verbraucher abgegeben ist.
Während des Umschwingvorganges des Übertragers 1 begrenzen die Dioden 17 und 1 8 parallel zur Primärwicklung 6 des Übertragers 1 die Ruckschlagspannungsspitze.
Im Leitzustand des Transistors 2 wurde der Kondensator 14 wegen der in der Se¬ kundärwicklung 13 des Übertragers 1 induzierten Spannung an der Mit "A" bezeichne¬ ten Seite positiv aufgeladen. Entsprechend erfolgte an der mit "B" bezeichneten Seite des Kondensators 14 eine negative Aufladung. Die Diode 1 9 ist bezogen auf die in der Leitphase des Transistors 2 in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 induzierte Spannung in Sperπchtung gepolt.
Im Sperrzustand des Transistors 2 wird in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 eine Spannung induziert, deren Vorzeichen gerade umgekehrt ist zu der in der Leitphase des Transistors 2 in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 induzierten Spannung.
Dadurch wird der Kondensator 14 während des Sperrzustandes des Transistors 2 umgeladen. Der Punkt B ist - über die in diesem Fall in Durchlaßrichtung gepolte Diode 19 - mit der positiven Spannung verbunden, der Punkt A ist mit der negativen Spannung verbunden
Nachdem der Übertrager 1 also seine gespeicherte Energie abgegeben hat, hat der Kondensator 14 am Punkt B eine positive Ladung und entsprechend am Punkt A eine negative Ladung
Diese Spannung am Kondensator 14 unterstützt bei der nun wieder folgenden Schaltung des Transistors 2 in den Leitzustand den Schaltvorgang, da durch das Vorzeichen der Spannung am Kondensator 14 der Basis-Emitter Strom durch den Transistor 2 unter¬ stutzt wird. Insbesondere bei niedrigeren Eingangsspannungen wie beispielsweise einer 1 2V Gleichspannung wird also durch das Vorzeichen der Spannung am Kondensator 14 der Einschaltvorgang des Transistors 2 unterstutzt. Der Sperrwandlerbetrieb wird also insbesondere bei niedrigeren Eingangsspannungen stabilisiert.
In der dann folgenden leitenden Phase des Transistors 2 wird der Kondensator wieder - wie oben beschrieben - mit einer positiven Ladung am Punkt A und mit einer negativen Ladung am Punkt B aufgeladen.
Demgegenüber zeigt sich bei dem Schaltnetzteil nach Patentanspruch 1 , daß mit ver¬ gleichsweise geringem Aufwand eine höhere Spannung an einem Netzwerk aus Ruck¬ kopplungskondensatoren erzielbar ist, die unterstutzend wirkt für die Eingangssklem- menspannung bei der Durchschaltung des Schalttransistors, der den Stromfluß durch die Primärwicklung des Übertragers ermöglicht. Dadurch wird das Schaltnetzteil insbesonde¬ re bei Verwendung niedriger Netzspannungen vorteilhaft verbessert.
Besonders vorteilhaft ist die Maßnahme nach Anspruch 1 des Patentes, wenn das Emitterpotential des Schalttransistors gemäß Anspruch 2 bzw. 3 durch einen Akkumula¬ tor in dem Schaltnetzteil angehoben ist.
Anspruch 4 beschreibt eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung einer elektronischen Schaltung. Dabei wird vorteilhaft ausgenutzt, daß die in der Sekundärwicklung des Übertragers induzierten Spannungen in der Lade- und Entladephase unterschiedlich sind.
Anspruch 5 sowie Anspruch 6 beschreiben eine Ausgestaltung, wie die Parallelschaltung von weiteren Kondensatoren in der Entladephase des Übertragers realisiert werden kann, wenn diese Kondensatoren insbesondere zu Beginn der Ubertragerladephase in Reihen¬ schaltung wirkend geschaltet sein sollen.
Die Verwendung eines solchen Schaltnetzteiles ist besonders vorteilhaft bei einem elektrischen Rasierapparat, da dessen Gebrauchsvielfalt insbesondere bei Verwendung
von Netzspannungen niedriger Große wie beispielsweise beim Camping oder auf Booten verbessert wird
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung naher dargestellt. Es zeigt dabei die Fig. 2 ein elektronisches Schaltnetzteil, dessen identische Bauteile mit identi¬ scher Funktion wie bei dem bereits aus dem angegebenen Stand der Technik heraus bekannten Schaltungsaufbau mit identischen Bezugsziffern zur Fig. 1 bezeichnet sind
Bei dem Schaltbild nach Fig 2 ist ein Bauteileblock ergänzt, der aus einem Kondensator 20, einem Widerstand 21 , Dioden 22 und 23 sowie einem Widerstand 24 besteht. Weiterhin ist noch ein Widerstand 25 vorhanden.
An dem Punkt B ist dabei das eine Ende des Widerstandes 21 angeschlossen, dessen anderes Ende mit dem einen Anschluß des Widerstandes 24 verbunden ist. Der andere Anschluß des Widerstandes 24 ist dabei an dem Punkt C mit einem Anschluß des Kondensators 20 verbunden. Der andere Anschluß des Kondensators 20 ist dabei über den Widerstand 25 mit der Basis des Transistors 2 sowie der Kathode der Diode 22 verbunden. Die Anode der Diode 22 ist mit einem ersten Anschluß der Sekundärwick¬ lung 13 des Übertragers 1 verbunden. Die Anode der Diode 23 ist zwischen den Wider¬ standen 21 und 24 angeschlossen. Die Kathode der Diode 23 ist mit dem anderen Anschluß der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 verbunden, mit dem auch über den Widerstnad 1 5 der Kondensator 14 an dem Punkt A verbunden ist.
Die Funktionsweise hinsichtlich der Spannungsverhaltnisse laßt sich also wie folgt erklaren. Im Leitzustand des Transistors 2 wurde der Kondensator 14 wegen der in der Sekundärwicklung 13 des Übertragers 1 induzierten Spannung an der mit "A" bezeich¬ neten Seite positiv aufgeladen. Entsprechend erfolgte an der mit "B" bezeichneten Seite des Kondensators 14 eine negative Aufladung Die Diode 1 9 ist bezogen auf die in der Leitphase des Transistors 2 in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 induzierte Spannung in Sperπchtung gepolt. Weiterhin wird der Kondensator 20 an der mit "C" bezeichneten Seite positiv aufgeladen und entsprechend an der mit "D" bezeichneten Seite negativ. Die Dioden 22 und 23 sind ebenfalls in Sperπchtung gepolt bezogen auf die zu diesem Zeitpunkt in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 induzierten Spannung. Die Kondensatoren wirken also zu diesem Zeitpunkt als in Reihe geschaltet,
weil die Zweige, die eine Parallelschaltung der Kondensatoren 1 4 und 20 bewirken wurden, über die in Sperπchtung gepolten Dioden 22 und 23 unwirksam sind
Im Sperrzustand des Transistors 2 wird in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 eine Spannung induziert, deren Vorzeichen gerade umgekehrt ist zu der in der Leitphase des Transistors 2 in der Sekundärwicklung 1 3 des Übertragers 1 induzierten Spannung
Dadurch wird der Kondensator 14 wahrend des Sperrzustandes des Transistors 2 umgeladen. Der Punkt B ist - über die in diesem Fall in Durchlaßrichtung gepolte Diode 1 9 - mit der positiven Spannung verbunden, der Punkt A ist mit der negativen Spannung verbunden. Ebenso ist der Punkt D über die in diesem Fall ebenfalls in Durchlaßrichtung gepolte Diode 22 mit der positiven Spannung verbunden, der Punkt C ist über die jetzt ebenfalls in Durchlaßrichtung gepolte Diode 23 mit der negativen Spannung verbunden.
Nachdem der Übertrager 1 also seine gespeicherte Energie abgegeben hat, hat der Kondensator 14 am Punkt B eine positive Ladung und entsprechend am Punkt A eine negative Ladung. Ebenso hat der Kondensator 20 am Punkt D eine positive Ladung und am Punkt C eine negative Ladung Der direkte Stromfluß über die Diode 19 und die Diode 23 "am Kondensator 14 vorbei" wird mittels des Widerstandes 21 verhindert Die Widerstände 1 5, 21 und 24 dienen lediglich der Strombegrenzung bei den Umladungs- vorgangen
Die Spannung am Kondensator 14 sowie am Kondensator 20 unterstutzen bei der nun wieder folgenden Schaltung des Transistors 2 in den Leitzustand den Schaltvorgang, da durch das Vorzeichen der in Reihenschaltung wirkenden Kondensatoren 14 und 20 sich die Spannungen dieser Kondensatoren addieren und der Basis-Emitter Strom durch den Transistor 2 unterstutzt wird Die Kondensatoren 14 und 20 wirken deshalb in Reihen¬ schaltung, weil die die Parallelschaltung bewirkenden Zweige durch die nun wiederum in Sperπchtung gepolten Dioden 19, 22 und 23 unwirksam geschaltet sind. Insbesonde¬ re bei niedrigeren Eingangsspannungen wie beispielsweise einer 1 2V Gleichspannung wird also durch das Vorzeichen der Spannungen an den Kondensatoren 14 und 20 der Einschaltvorgang des Transistors 2 unterstutzt Der Sperrwandlerbetrieb wird also insbesondere bei niedrigeren Eingangsspannungen stabilisiert
O 97/39518 PC17EP97/01679
- 7 -
In der dann folgenden leitenden Phase des Transistors 2 werden die Kondensatoren 14 und 20 wieder - wie oben beschrieben - mit einer positiven Ladung an den Punkten A und C sowie mit einer negativen Ladung an den Punkten B und D aufgeladen
Vorteilhaft kann also durch die Schaltungsanordnung mit einer bestimmten zur Verfu¬ gung stehenden Spannung in der Ubertragerentladephase zu Beginn der Ubertragerlade- phase eine Spannung zur Unterstützung des Einschaltvorganges erzeugt werden, die diese Einschaltung unterstutzt und großer ist als diese bestimmte Spannung. Dies wird erreicht, indem in Parallelschaltung wirkend die Kondensatoren aufgeladen werden und anschließend in einer Reihenschaltung wirkend entladen werden. Durch die Verwendung der Dioden in den Zweigen der Schaltung, die die Parllelschaltung bewirken, wird dies schaltungstechnisch einfach erreicht. Dabei wird vorteilhaft genutzt, daß sich das Vorzeichen der in der Sekundärwicklung 13 des Übertragers 1 induzierten Spannung beim Entladevorgang gegenüber dem Ladevorgang umkehrt.
Zur weiteren Erhöhung der Spannung zu Beginn der Einschaltphase ist es möglich, weitere Bauteileblocke entsprechend vorzusehen, d h. weitere Kondensatoren, die in der Ubertragerentladephase parallelgeschaltet wirken und in der Ubertragerladephase reihengeschaltet wirken