Verfahren und Anlage zur Herstellung von Glasfasern
B e s c h r e i b u n g
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Glasfasern aus Sand, recycelte Glas und Zusätzen, die nach dem Aufschmelzen zu flüssigem Glas durch eine Vielzahl von Öffnungen des Rotationstellers gedrückt werden, woraufhin die noch heißen Glasfasern mit Wasser und dann einem Bindemittel besprüht werden, um dann durch Druck in Mattenform o. ä. ge¬ bracht zu werden. Die Erfindung betrifft außerdem eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens mit einem Flüssigglasbehälter mit Austrittsöffnung, einem Rotationsteller mit Öffnungen, Gasbrennern sowie Zuführungsringen mit nachgeschalteten Düsen für das Wasser und das Bindemittel und einem Vormischbehälter für das Bindemittel.
Bei der Herstellung von Glasfasern wird das flüssige Glas durch die Öffnungen eines Rotationstellers gedrückt, der sich dabei mit hoher Geschwindigkeit dreht. Die entsprechend feinen Glasfasern werden dann mit Wasser abgespült und mit einem Bindemittel besprüht, damit die einzelnen Glasfasern anschließend zu Matten oder Rollen zusammengelegt werden kön¬ nen und auch in dieser Form bleiben, wenn sie den Trocknungs¬ ofen verlassen haben. Bekannt ist es hierzu, ein Bindemittel aus im wesentlichen Vinylharz und Silikon einzusetzen, wobei die Endprodukte dann durch das Harz eine intensiv gelbe Fär¬ bung erhalten. Nachteilig dabei ist, daß das Harz bei der späteren Verarbeitung bzw. während des Einsatzes auch als Dämmstoff teilweise entweichen kann, wodurch sich Umweltpro¬ bleme ergeben. Nachteilig ist darüber hinaus, daß auch der Bindemitteleffekt insbesondere bei Eindringen von Wasser ganz oder teilweise aufgehoben wird. Aus dem europäischen Patent 129 227 ist ein Bindemittel bekannt, das aus Stärke besteht, der weitere Stoffe wie beispielsweise Silikon zugemischt wer¬ den. Dieses Produkt wird als Bindemittel für Papier, Isolier-
material, Plastik, Textilien u. ä. eingesetzt. Aus der US-PS 5 006 140 ist es schließlich bekannt, die Glasfasern nach dem Besprühen mit Wasser mit einem Bindemittelgemisch aus Stärke und Silikon zu besprühen. Hierbei ist man offensichtlich so vorgegangen wie bei der Verwendung von Vinylharz, indem man nämlich 4 bis 4,5 % Bindemittel auf die Glasfasern aufge¬ sprüht hat. Es ergibt sich eine weiße Glasfasermatte, die aufgerollt und auch verarbeitet werden kann, die allerdings Bereiche hat, wo sie teilweise oder ganz in sich zusammen¬ fällt und die vor allem Raumdichten über 18 bis 20 kg/m3 nicht aufweisen. Die flüssige Stärke, die mit dem Silikon auf die Glasfasern aufgesprüht wird, neigt zum Bilden von Klum¬ pen, so daß darüber hinaus ein Aufsprühen durch die Düsen erschwert wird. Schließlich kommt es bei mittleren Standzeiten zu Ausfällungen, so daß dann das Bindemittelge¬ misch überhaupt nicht mehr einsetzbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anlage zu schaffen, mit denen vinylfreie Glaswolle praktisch für jede beliebige Raumdichte sicher, preiswert und dauerhaft hergestellt werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Bindemittel als Gemisch von Stärke (Polysacchariden) und Si¬ likon in einer Menge von 6 bis 8 % eingesetzt wird, daß als Stärke eine langkettige Stärke verwendet wird, die zunächst auf 50 bis 60° C erwärmt und bis zum Aufsprühen auf dieser Temperatur gehalten und dabei gerührt wird, wobei Stärke und Silikon gleichzeitig aber über getrennte Düsen auf die Glas¬ fasern aufgesprüht werden.
Die langkettige Stärke bringt ein vorteilhaft gleichmä¬ ßig gebundenes und verklebtes Glasfasergemisch, so daß sehr gleichmäßige Matten und Platten hergestellt werden können. Trotz der zum Einsatz kommenden langkettigen Stärke kommt es nicht zu die Leitungen und Düsen verstopfenden Problemen, sondern es gelingt die Stärke so flüssig zu halten, daß sie
einwandfrei auf die Glasfasern aufgesprüht werden kann. Da Stärke und Silikon über getrennte Einrichtungen auf die Glas¬ fasern gesprüht werden, kann es zu Standzeitproblemen nicht kommen, wobei auch vorteilhaft über die gesamte Charge si¬ chergestellt werden kann, daß jeweils genau die richtigen Anteile an Stärke und Silikon zum Einsatz kommen. Bei Einsatz der vorgesehenen 6 bis 8 % Bindemittel bezogen auf Glaswolle ist es möglich, die Gesamtmenge der Glaswolle bzw. Glasfasern so zu umhüllen, so daß auch gleichzeitig damit die gewünschte Hydrophobierung gesichert ist. Bei Verwendung von 6,5 % Bin¬ demittel ist das Optimum erreicht. Platten von 100 kg pro Kubikmeter Raumdichte und mehr können so sicher hergestellt werden. Zweckmäßigerweise wird die Stärke auch während der Zuführung bis in die Sprühdüsen erwärmt, wodurch immer si¬ chergestellt ist, daß eine gleichmäßige Viskosität aufweisen¬ de Flüssigkeit bis an den Austritt der Sprühdüsen gelangt. Verstopfungen und Tropffahnen sind so sicher verhindert.
Eine besonders stabile Matte bzw. Platte aus Glasfasern zur Verwendung als Dämmstoff kann hergestellt werden, wenn Stärke und Silikon im Verhältnis 94 bis 96 % Stärke und 6 bis 4 % Silikon als Bindemittel in einer Menge von 6,5 % zugeben werden. Die Stärke (94 bis 96 % trocken) muß mit einer ent¬ sprechenden Menge Wasser zunächst einmal aufgelöst, d. h. aufgekocht werden, so daß dann bereits vorteilhaft eine ent¬ sprechend heiße Flüssigkeit zur Verfügung steht, die in die¬ sem Zustand vorgehalten und verarbeitet wird oder aber vor dem Zuführen entsprechend aufgeheizt wird.
Eine weitere zweckmäßige Ausbildung sieht vor, daß aus Silikonharz, Silikonöl, einem Staubbindemittel und der Stärke eine Emulsion erzeugt wird, die mit einer Temperatur von 18 bis 200° C, vorzugsweise 40 bis 60° C zerstäubt und auf die vorbeigeführten Glasfasern aufgesprüht wird. Damit können umweltfreundlich einsetzbare Dämmstoffmatten bzw. entspre¬ chende Dämmstoffrollen, aber auch andere Produkte hergestellt werden, wobei durch den Einsatz der gleichmäßig hergestellten
und immer gleich dosierten Emulsion eine durchgehend gleich¬ bleibende Ausbildung der entsprechenden Fasern gesichert ist, so daß auch Altglas für die Glasschmelze mit eingesetzt wer¬ den kann. Die entsprechend gleichmäßig besprühten und für die Verfestigung vorbereiteten Glasfasern können aufgrund der erfindungsgemäßen Behandlung über die gesamte Breite und Län¬ ge gleichmäßig verdichtet werden, so daß sie die für den Ein¬ satz als Dämmstoff vorgesehenen Eigenschaften voll erfüllen. Silikonharz, Silikonöl und entsprechend übliche Staubbinde¬ mittel werden zusammen mit der Stärke verarbeitet und auf Temperatur gehalten und dann mit einer entsprechenden Tempe¬ ratur auf die vorbeifließenden bzw. vorbeigeführten Glasfa¬ sern aufgesprüht. Da die Glasfasern sich beim Vorbeiführen quasi drehen, die Sprühdüsen von allen Seiten auf den Glasfa¬ serstrang gerichtet sind und eine entsprechende Temperatur die gleichmäßige Verteilung der Emulsion auf die Fasern ge¬ währleistet, ist so die weitere Verarbeitung der Glasfasern zu Matten und Platten sowie Rollen ohne Probleme möglich. Die Trockentemperatur liegt bei 180 bis 220° C und wird im ent¬ sprechend ausgebildeten Trockenofen eingehalten, um so die Verfestigung der Matten bzw. Rollen zu gewährleisten.
Zur weiteren Optimierung ist vorgesehen, daß der Emul¬ sion als Katalysator Silan zugemischt und daß die Stärke teilweise oder ganz durch Expoxy-, Methylon-, Polyesterharz oder gleich- oder ähnlichwirkende Kunstharze ersetzt wird, wobei 3 bis 7 Gew.-% Harz und 0,5 bis 4 % Gew.-% Silikon zu¬ gegeben werden. Durch das Silan ist die Möglichkeit gegeben, organische und anorganische Stoffe so wirksam miteinander zu verbinden, daß eine gleichmäßige Harz-Silan-Emulsion ent¬ steht, die dann wie vorgesehen verarbeitet, d. h. auf die Glasfasern aufgesprüht werden kann. Der Einsatz von entspre¬ chendem Kunstharz hat den Vorteil, daß höhere Standzeiten erreicht werden, weil die organischen Teile des Bindemittels entsprechend geringer bzw. durch den Einsatz mit Kunstharz stabilisiert sind. Neben Epoxidharz und dem dazugehörigen Härter können der Emulsion Polydimethylsiloxane, Methylpoly-
siloxane bzw. Silikonmethylharzemulsionen zur gleichzeitigen Hydrophobierung und Bindung zugesetzt werden. Auch bei völ¬ ligem Ersatz der Stärke durch Expoxid- o. ä. Harz ergibt sich ein stabilisiertes und dennoch ausreichend flexibles Glasfa¬ sergewebe. Dieses Produkt ist gerade für den Einsatz als Dämmstoff ideal, weil eine Beeinflussung durch Temperatur, Feuchtigkeit und sonstiges nicht möglich ist. Auch ein Aus¬ gasen o. ä. ist nicht möglich, so daß ein derartiges Dämm¬ stoffmaterial besonders umweltfreundlich ist. Rein theore¬ tisch ist es möglich, derartiges Dämmstoffmaterial nach einem Einsatz lediglich durch Auswaschen mit Wasser zur Entfernung von Staub o. ä. erneut einzusetzen, d. h. also zu recyceln.
Um den Einsatz des Dämmstoffes, insbesondere in Form von Platten zu erleichtern, insbesondere bei Platten geringer Raumdichte, sieht die Erfindung vor, daß auf die Glasfaser¬ matte mehr- oder allseitig ein dünner Glasvlies oder aus Glasfasern gewebte Bänder aufgebracht, vorzugsweise aufge¬ klebt werden. Dieses Glasvlies oder die Bänder gibt den Mat¬ ten besondere Formstabilität ohne deren Wirkung, insbesondere Adsorbereffekte nachteilig zu beeinflussen. Das Glasvlies oder die Bändern erleichtern sowohl die Lagerung wie auch die spätere Verarbeitung der entsprechend hergestellten Matten.
Die Menge des aufgebrachten Bindemittels beträgt auch bei Verwendung von Epoxidharz rund 6 bis 10 %. Dabei ist der Einsatz von Altglas möglich, weil insbesondere das Epoxidharz im Zusammenwirken mit dem Silikon als optimaler Binder wirkt. Dabei ist vorgesehen, daß vor dem Aufsprühen des Bindemittels auf die Glasfasern aus Altglas, das von Fremdstoffen befreit und ohne farbliche und sonstige Aufteilung zerkleinert und mit Zusatzmitteln zusammen auf 800 bis 1 000° C gebracht wird, flüssiges Glas erschmolzen und dann zu Glasfasern ver¬ arbeitet wird. Dabei kann der Altglasanteil variiert werden, indem der Anteil an Bindemittel mit zunehmendem Altglas grö¬ ßer gewählt wird. Letztlich ist bei Einsatz bis zu 10 Gew.-% Epoxidharz der Einsatz von 100 % Altglas möglich. Durch die
bessere Klebewirkung des Epoxidharzes kann dabei im Gegensatz zum Phenolharz bzw. Vinylharz gemäß dem bisherigen bekannten Verfahren ein Däm aterial aus 100 % Altglas bzw. recyceltem Material eingesetzt werden. Damit ist ein für die Umwelt wichtiger Schritt getan, weil es bisher nicht möglich war, die insgesamt zu erreichenden Altglasmengen zu 100 % wieder zu recyceln. Vorteilhaft ist dabei insbesondere, daß aus sol¬ chem Recyclingmaterial ein hochwertiges Produkt hergestellt werden kann, das darüber hinaus hohe Standzeiten gewähr¬ leistet also nicht in absehbarer Zeit wieder als Altmaterial anfällt. Dieses Material kann sogar wieder recycelt werden.
Zur Durchführung des Verfahrens dient eine Anlage mit einem Flüssigglasbehälter mit Austrittsöffnung, einem Rota¬ tionsteller mit Öffnungen, Gasbrennern sowie Zuführungsringen mit nachgeschalteten Düsen für das Wasser und das Bindemittel und einem Vormischbehälter für das Bindemittel, wobei ein Zuführungsring für die Stärke oder Harz und ein zusätzlicher Zuführungsring für das Silikon vorgesehen sind, wobei dem Zu¬ führungsring für die Stärke Düsen mit vergrößerten Düsenöff¬ nungen und Abreißkanten nachgeschaltet sind und wobei der Vormischbehälter beheizbar und die Zuführungsleitungen zu den Düsen zumindest wärmeisolierend ausgebildet sind. Mit einer derartigen Anlage kann wie bisher aus dem Strahl des flüssigen Glases eine Glaswolle erzeugt werden, die mit Was¬ ser besprüht und damit abgekühlt wird, um dann annähernd gleichzeitig durch die dicht hintereinanderliegenden Zufüh¬ rungsringe für die Bindemittelkomponenten Silikon und Stärke bzw. Harz besprüht zu werden. Dabei wird ein einwandfreies Aufsprühen und vor allem den Betrieb nicht störendes Aufsprü¬ hen dadurch erreicht, daß Düsen mit vergrößerter Öffnung und ein vorbeheizter Vormischbehälter für die Stärke zum Einsatz kommen. Denkbar ist es dabei auch, den Düsenöffnungen eine solche Form zu geben, daß selbst bei nicht vorgesehener Zu¬ führung von kleinen Klümpchen in der Stärke ein Zusetzen der Düsen ausgeschlossen ist. Über die Abreißkanten wird verhin¬ dert, daß sich nachteilige Produktfahnen bilden, die beim
späteren Endprodukt nachteilige Nester bilden könnten. Ins¬ gesamt gesehen ist so eine Anlage geschaffen, die sicher im Dauerbetrieb eingesetzt werden kann, ohne daß sich dabei Pro¬ duktionsprobleme ergeben, insbesondere aber wird eine gleich¬ mäßige Glaswolle erzeugt, die beliebig zu Platten oder Matten verarbeitet werden kann.
Bei entsprechender Pumpenleistung kann es vorteilhaft sein, zwischen Vormischbehälter und Zuführungsleitung ein Sieb mit den Düsen angepaßten Öffnungen anzuordnen und in der Zuführungsleitung kurz vor dem Zuführungsring einen Dichte¬ messer vorzusehen. Durch den Pumpendruck würden dann evtl. noch in der Stärke enthaltene Klümpchen durch das Sieb hin¬ durch gedrückt und damit gleichzeitig zerkleinert, so daß sie anschließend durch die Düsen hindurch gefördert werden kön¬ nen. Über den Dichtemesser kann kontinuierlich festgestellt werden, ob eine einwandfreie Stärkeflüssigkeit zur Verfügung steht, um ggf. durch Erhöhung der Aufheiztemperatur und ande¬ re Maßnahmen die Viskosität der Stärkelösung anzupassen.
Soll aus technischen Problemen neben dem Bindemittel Stärke und Silikon auch das bisher übliche Bindemittel Vinyl¬ harz und Silikon oder ein anderes Harz eingesetzt werden, so ist dies ohne Probleme dadurch möglich, daß dem Rotationstel¬ ler ein weiterer zusätzlicher Zuführungsring für das Binde¬ mittel Harz (Vinylharz oder Epoxidharz) zugeordnet ist, der mit Düsen geringeren Austrittsquerschnittes bestückt ist. Es versteht sich, daß dieser zusätzliche Zuführungsring, also quasi der vierte Zuführungsring mit den Beschickungspumpen und Zuführungsleitungen verbunden ist, so daß er im Bedarfs¬ fall sehr kurzfristig in Betrieb genommen werden kann. Ein quasi stillstandsfreier Übergang von einem Bindemittel auf das andere ist somit möglich.
Um das Bilden der nachteiligen Produktfahnen an den Dü¬ sen für das Bindemittel, insbesondere die Stärke zu verhin¬ dern, sieht die Erfindung vor, daß die Düsen am Zuführungε-
ring für die Stärke und das Silikon gegenüber den Düsen am Zuführungsring für das Wasser abgedeckt sind, dadurch ent¬ fällt der bisher auftretende Abkühlungseffekt an den Düsen, der dazu führt, daß sich die Stärke bereits vor dem Austritt aus der Düse abkühlt, so daß die geschilderten nachteiligen Produktfahnen entstehen. Durch das Abdecken gegenüber den Wasserdüsen bleibt die Stärkedüse temperaturmäßig unbeein¬ flußt und die Stärke kann durch die Pumpen sicher auf die vorbeifließenden Glasfasern aufgesprüht werden.
Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß ein Verfahren und eine Anlage geschaffen sind, über die Glasfasern wie bisher erzeugt werden können, um dann mit einem umweltfreundlichen und dennoch sehr sicheren und auch preiswerten Bindemittel besprüht zu werden. Durch Verfahren und Anlage ist ein so gleichmäßiges Besprühen auch auf Dauer sichergestellt, daß damit Matten und Platten praktisch belie¬ biger Raumdichte erzeugt werden können. Diese Platten und Matten eignen sich vorteilhaft für die Verarbeitung als Dämm¬ stoff in beliebigen Bereichen vor allem auch im Innenausbau, wobei diese Produkte sowohl wasserabstoßend wie auch brand¬ hemmend sind. Damit ist sichergestellt, daß zumindest der Einsatzbereich der bisher mit Vinylharz gebundenen Produkten mit diesem neuen Produkt versorgt werden kann. Aufgrund der umweltfreundlichen Ausbildung ist es aber auch möglich, in bisherigen Problembereichen diese Matten und Platten einzu¬ setzen, beispielsweise auch als Dämmstoffmatten bei Herden und Öfen, wo bisher durch die Temperaturbeaufschlagung das Ausgasen insbesondere der in Matten enthaltenden Vinylnester zu befürchten war. Darüber hinaus eignen sich diese Matten und Platten auch zum Aufsaugen von Öl und erdölähnlichen Pro¬ dukten und damit als Adsorber beispielsweise zur Bekämpfung von ölumweltkatastrophen.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegen¬ standes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbei-
spiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:
Fig. 1 eine Anlage zur Herstellung von
Glasfasern in schematischer Darstel¬ lung, Fig. 2 einen Vormischbehälter im Schnitt, Fig. 3 einen Behälter für Harz, Fig. 4 eine Anlage zur Herstellung entspre¬ chender Glasfasern aus ganz oder teilweise recyceltem Glas.
Fig. 1 zeigt zunächst einmal eine Glasschmelze, in der das Glas für die Anlage 1 erschmolzen wird. Mit 2 ist der Flüssigkeitsglasbehälter bezeichnet, aus dem das flüssige Glas durch eine Austrittsöffnung 3 geformt als gleichmäßiger Glasstrahl 4 austreten kann.
Dieser Glasstrahl trifft auf eine Rotationsteller 5, der am äußeren Rand mit Öffnungen 6 versehen ist. Durch den ro¬ tierenden Rotationsteller 5 wird das flüssige Glas durch die Öffnungen 6 hindurchgepreßt und verläßt den Rotationsteller als einzelne Faser, wobei über die Gasbrenner 7 für die not¬ wendige Temperatur in diesem Bereich gesorgt wird.
Im Abstand zum Zuführungsring 9 ist ein weiterer Zufüh¬ rungsring 10 vorgesehen, über den die Bindemittelkomponente Silikon auf die Glasfasern 8 aufgesprüht wird. Dicht dahinter liegt der Zuführungsring 11, über den die Bindemittelkompo¬ nente Stärke aufgesprüht wird. Die einzelnen Zuführungsringe 10, 11 sind mit Düsen 13, 14 bestückt, die über die jeweilige Bindemittelkomponente gleichmäßig ausgetragen werden kann, wobei die Düsen 14 einen größeren Durchmesser als die Düsen 13 aufweisen, um ein gleichmäßiges Austreten der Bindemittel¬ komponente Stärke zu gewährleisten.
Hinter den Zuführungsringen 9, 10, 11 kann ein weiterer
Zuführungsring 12 vorgesehen werden, wie dies in Fig. 3 ange¬ deutet ist, über den ein Bindemittelgemisch aus Vinylharz und Silikon aufzusprühen ist.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung, bei der zwischen dem Zufüh¬ rungsring 9 für das Wasser und dem Zuführungsring 10 für das Silikon und der Zuführungsring 11 für die Stärke angeordnet ist, wobei der Zuführungsring 11 mit einer Abdeckung 20 vor¬ gesehen ist, um eine Beeinflussung der Düsen 14 durch das ausgesprühte Wasser zu verhindern. Mit 15 ist die Zuführungs¬ leitung bezeichnet, über die hier die Stärke auf die Glasfa¬ sermatte 16 aufgesprüht ist.
Richtiger gesagt handelt es sich hier allerdings noch nicht um die Glasfasermatte 16, sondern vielmehr um die ein¬ zelnen Glasfasern 8, die erst nach dem Besprühen mit dem Bin¬ demittel zu Glasfasermatten 16 zusammengefaßt und dann dem hier nicht dargestellten Trocknungsofen zugeführt werden.
Die Zuführungsleitung 15 ist mit dem Vormischbehälter 17 verbunden, der nach Fig. 2 eine besondere Ausbildung hat, um sicherzustellen, daß die Bindemittelkomponente Stärke gleich¬ mäßig warm auf etwa 50 bis 60° C gehalten werden kann, um sie in dieser Temperatur durch die Zuführungsleitung 15, die ge¬ mäß Fig. 2 zumindest isoliert ist, den Düsen 14 zuzuführen.
Der Vormischbehälter 17 verfügt über einen Mischer 21, um die Stärke jeweils in Bewegung zu halten und so das Bilden von nachteiligen Klümpchen zu verhindern. In der Wandung des Vormischbehälters können Heizrohre 22 verlegt sein, um so eine Erwärmung der Stärke zu erreichen bzw. um die Temperatur entsprechend zu halten. Durch Temperaturmeßgeräte kann die Temperatur genau eingestellt und eingehalten werden.
Fig. 2 zeigt insofern eine andere Ausbildung, als hier die Zuführungsleitung 15 zusätzlich mit einer Heizwicklung 23
versehen ist, um auf diese Art und Weise die Stärke auch wäh¬ rend des Transportierens zu den Düsen 14 noch zu erwärmen bzw. ihr die gleichmäßige Temperatur zu bewahren.
Fig. 3 schließlich zeigt einen Behälter 18, in dem Vi¬ nylharz bzw. ein Bindemittel aus Vinylharz und Silikon vor¬ gehalten wird. Dieses Bindemittel wird, wie weiter vorne er¬ läutert, durch einen weiteren Zuführungsring 12 auf die Glas¬ fasern 8 aufgesprüht, wobei über den Umfang des zusätzlichen Zuführungsringes 12 Düsen 14 angeordnet oder verteilt sind.
Fig. 4 erläutert das Gesamtverfahren, wobei mit 30 der Glassammelbehälter bezeichnet ist, in dem das Altglas, unab¬ hängig von der Entstehungsart bzw. Ausbildung gesammelt wird. Metallische Teile sind bereits abgeschieden, so daß hier ein mehr oder weniger verschmutztes Glasmaterial vorliegt.
Dieses Glasmaterial wird zunächst durch ein Zerkleine¬ rungsaggregat 31 geführt, um dann auf eine Waschanlage 32 bzw. ein entsprechendes Band 33 übergeben zu werden. Dieses langsamlaufende Band trägt das Glasmaterial unter einer Art Duschvorrichtung, die über eine Wasserverteilung 34 mit dem nötigen Reinigungswassser versorgt wird. Diesem Reinigungs¬ wasser können unterschiedliche Chemikalien zugemischt werden, wozu der Lösungsmitteltank 35 vorgesehen ist. Statt dieses einen Lösungsmittelstanks 35 können feste Chemikalien vorge¬ sehen werden. Die Chemikalien werden mit dem Wasser gemischt und dann über die Düsen 36, 37 auf das zu reinigende Produkt aufgesprüht. Das Waschwasser wird in einer Rinne aufgefangen und dann wieder aufbereitet, so daß es erneut eingesetzt wer¬ den kann.
Nach Abschluß des Säuberungsprozesses gelangt das Mate¬ rial in eine Mühle 38, wo es auf die benötigte Korngröße her¬ untergemahlen wird. Gleichzeitig wird in der Mühle 38 das benötigte Zusatzmittel zugeführt, wobei hier dieses Zusatz¬ mittel in entsprechenden Zusatzmittelbunkern 39, 40 vorgehal-
ten wird .
Nach Abschluß des Misch- und Zerkleinerungsprozesses wird der Glassstaub bzw. das Altglasmaterial in die Glas¬ schmelze 41 eingedüst. Über die Flamme erfolgt bei 800 bis 1 000 °C ein Aufschmelzen des Glasmaterials, so daß das flüs¬ sige Glas dann einem Zwischenbehälter 42 zugeführt werden kann, wo es so lange auf Temperatur gehalten wird bis es wei¬ terverarbeitet werden kann.
Zur Weiterverarbeitung ist hier ein Rotationsteller 43 vorgesehen, auf den der flüssige Glasstrahl auftrifft. Das Glasmaterial wird dann über die im Rotationsteller 43 vorge¬ sehenen Düsen nach außen gepreßt, so daß dünne Glasfasern und damit eine Glaswolle 45 entsteht.
Über den Gasbrenner 44 wird hier eine entsprechende Tem¬ peratur eingehalten, so daß auch über die Bindemittelzugabe 46 die weiter vorn beschriebene Emulsion vor allem aus Epoxy- Harz und Silikonharz wirksam auf die einzelnen Glasfasern 3, 4 aufgebracht werden kann. Weitere Einzelheiten zu dem Wei¬ terverarbeitungsverfahren sind anhand der Fig. 1 gezeigt und erläutert worden.
Das Gesamtverfahren kann auch als "Schiwi-Verfahren" bezeichnet werden, wobei es eine vollständige Aufarbeitung von Altglas auch minderer Qualität zu hochwertigen Endproduk¬ ten sicherstellt.
Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfin¬ dungswesentlich angesehen.