"Verfahren zur Bewegung eines Bohrungen aufweisenden Gutes bei dessen naßchemi¬ scher Behandlung, z.B. Galvanisierung, sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens"
Die Erfindung betrifft zunächst ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1. Bisher ist man so vorgegangen, daß während des Aufenthaltes des zu behandelnden Gutes in der Behandlungsstatioπ (Bad) durch am Badbehälter geführte Stangen über die Warenträger das Gut senkrecht zur Gutebene mit einer Hubläπge von 2x10 bis 2x40 mm und einer Frequenz von etwa 20 Doppelhüben/miπ . hin- und herbewegt wurde. Mit dieser "Warenbewegung" sollten die Bohrungen des Gutes, insbesondere platteπförmigeπ Gutes wie Leiterplatten, von Rückständen gereinigt und insbesondere von darin sich auf¬ grund der chemischen Behandlung gebildeten Gasbläschen befreit werden.
2 Es hat sich gezeigt, daß die vorgenannte Verfahreπsmaßnahme vielfach und insbesondere dann nicht mehr ausreicht, wenn das Verhältnis der Plattendicke (insbesondere der Dicke von Leiterplatten) zum Durchmesser der Bohrung den Wert von 8:1 übersteigt (sogenannter Aspect ratio größer als 8:1) .
Aus US-PS 4,875,982 ist es bekannt, eine mit der Gleich¬ stromquelle verbundene und mit einer Kupferschicht überzoge¬ ne Platte in Richtung ihrer Ebene auf und ab zu bewegen. Diese Bewegung dient aber nur dazu, Bohrungen der Leiter¬ platte vor Saugschlitze zu bringen, so daß durch eine Pumpe der Elektrolyt durch Bohrungen im zu bearbeitenden Gut durchbewegt wird. Dies hat aber keine Berührungspunkte mit der Erfindung gemäß Anspruch 1 und auch nicht mit weiteren Merkmalen der Erfindung, insbesondere den Verfahrensmaßnah¬ men gemäß Anspruch 8. US-PS 3,461,045 zeigt die Bewegung einer mit Löchern versehenen aus Wachs bestehenden Gie߬ form, die mit etwa fünf Schwingungen pro Minute innerhalb eines Elektrolyten hin und her bewegt wird. Diese Schwingung betrifft nur die vorbt.<anπte Warenbewegung und hat darüber hinaus eine noch niedrigere Frequenz, als es vorstehend zum Stand der Technik erläutert wurde. Somit ist auch dieser Literaturstelle die vorliegende Erfindung nicht zu entneh¬ men. DE-OS 31 95 313 zeigt lediglich eine Rüttelung, um auf der Oberfläche von zu galvanisierten Platten anhaftende Gasbläschen abzulösen. Diese Literaturstelle gibt aber keinen Hinweis dahingehend, durch Rüttelschwingungen in Richtung der Längsachsen von Bohrungen dieser Platten für einen entsprechenden Durchtritt der Elektrolytflüssigkeit durch die Bohrungen im Sinne der nachstehend beschriebenen Erfindung zu sorgen.
Die Aufgabe bzw. Problemstellung der Erfindung besteht zunächst darin, Verfahreπsmaßnahmen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 dahingehend zu verbessern, daß, insbesonde¬ re bei einem für das Entfernen von Rückständen und Gasbläs¬ chen aus den Bohrungen ungünstigem Verhältnis der Plattendi¬ cke zum Bohrungsdurchmesser, (z.B. bei einem Aspect ratio 8:1) , mit Sicherheit noch vorhandene Rückstände und/oder
Gasbläschen entfernt werden. Dabei ist insbesondere an die Behandlung von mit Bohrungen versehene Leiterplatten ge- üacht, die unter der Abkürzung HARB (_High Aspect atio B_oards) bekannt sind. Außerdem soll der Austausch der Be¬ handlungsflüssigkeit innerhalb der Bohrungen verbessert werden.
Die Lösung dieser Aufgabe wird, ausgehend vom Oberbegriff des Anspruches 1, zunächst in den Merkmalen des Kennzeichens des Anspruches 1 gesehen. Es hat sich gezeigt, daß mit dieser Rüttelbewegung des Gutes die vorgenannte Aufgabe gelöst wird, und zwar auch bei einem Aspect ratio ? 8:1. Die Frequenz sollte zumindest den angegebenen Wert haben. Sie kann demgegenüber aber auch wesentlich höher sein. Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung beträgt sie 50
Hz. Diese Schwingungen haben eine relativ kleine Amplitude. Die Größe der Amplitude beträgt in der Regel bis zu 2 mm. Sie könnte gegebenenfalls aber auch noch größer sein, d.h. bis etwa 3 mm. Es erfolgt in den Bohrungen des Gutes ein intensiver Austausch der Behandlungsflüssigkeit. Aus elek- tro-chemischen Vorgängen entstandene Gasbläschen werden aus den Bohruπgskanälen entfernt. Vorteilhaft wirken die Rüttel¬ schwingungen nur auf das Gut und die sie tragenden Teile, nicht aber auf die stationären Bauteile der Anlage.
Zur Unterstützung der erfindungsgemäßen Wirkung können eine oder mehrere der Verfahreπsmaßπahmen gemäß den Ansprüchen 2 bis 9 vorgesehen sein.
Durch das Drehen oder Schwenken gemäß Anspruch 2 wird stän¬ dig der Winkel zwischen der Längsachse der Bohrungen des Gutes und der Rüttelrichtuπg geändert. Dies fördert die Entfernung von Gasbläschen aus den Bohrungen. Außerdem wird dadurch der Austausch an Behandlungsflüssigkeit zwischen im Abstand voneinander angeordneten, zu behandelnden platten- förmigen Gutteilen gefördert, was wiederum eine weitere Förderung des Austausches an Behaπdlungsflüssigkeit in den Bohrungen zur Folge hat. Die vorgenannten Vorteile bzw. Effekte sind auch durch eine Verfahrensmaßπah e gemäß An-
spruch 3 erreichbar. Dabei kann die Schräglage je nach dem angestrebten Resultat verschieden gewählt werden. Zum Bei¬ spiel kann man bei einem etwa senkrechten Verlauf der Längs¬ achsen der Bohrungen und ferner der Erzeugung von Rüttel- Schwingungen etwa in Richtung dieser Längsachse den Auftrieb der Gasbläschen innerhalb der Flüssigkeit maximal ausnützen und dadurch eine besonders leichte Trennung der Gasbläschen von den Wandungen der Bohrungen erreichen.
Die Maßnahme gemäß Anspruch 4 erleichtert ebenfalls ein Ablösen der Gasbläschen von den betreffenden Oberflächen oder Wandungen des Gutes. Das gleiche gilt für die Verfah- reπsmaßnahmen der Ansprüche 5 und 6. Das Durchlaufen ver¬ schiedener Frequenzbereiche hat sich für die Ablösung der Gasbläschen als besonders vorteilhaft erwiesen.
Die Merkmale der Ansprüche 8 und 9 beinhalten die Kombina¬ tion der Rüttelschwingungen nach der Erfindung mit der eingangs erläuterten langsamen Hin- und Herbewegung ("Waren¬ bewegung") von z.B. 20 Doppelhübeπ/min. und einer entspre¬ chend großen Amplitude von z.B. 2x10 - 2x40 mm, die für sich aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Die Erfindung will ferner die Aufgabe bzw. Problemstellung der Schaffung einer Anordnung zur Durchführung des Verfah¬ rens nach einem oder mehreren der zuvor bereits erläuterten Ansprüche 1 bis 9 lösen, wobei, unter Vermeidung der Nach¬ teile des erläuterten Standes der Technik, eine Übertragung derartiger Rüttelschwingungen auf den stationären Teil einer solchen Anlage, insbesondere den Badbehälter, weitgehend vermieden werden soll.
Die Lösung dieser Aufgabe wird, ausgehend von den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 10, zunächst in den kenn- zeichnenden Merkmalen des Anspruches 10 gesehen. Die vorge¬ sehene Positionierung der Schwinguπgserzeuger hat entspre¬ chend dem eingangs erläuterten Verfahren zur Folge, daß
deren Schwingungen fast ausschließlich an das zu behandelnde Gut gelangen, jedoch nicht oder nur geringfügig an den stationären Teil der Anlage, insbesondere den Behälter, weitergegeben werden. Entsprechend der Lehre des Anspruches 1 verläuft die hauptsächliche Richtung der vom Schwinguπgs- erzeuger hervorgebrachten Schwingungen in Richtung der Bohrungen des zu behandelnden Gutes, d.h. der Schwingungser¬ zeuger wird im Hinblick auf die Aufnahme- oder Tragmittel des Gutes so positioniert, daß er in der Richtung der Läπgs- achsenbohrungen des Gutes schwingt. Dabei ist aber auch eine Schwingungsrichtung möglich, die mit der Längsachse der Bohrungen einen gewissen Winkel einnimmt, z.B. bei Anwendung der entsprechenden Verfahrensmaßnahmeπ , die vorstehend bereits erörtert wurden, einschließlich einer ständigen Änderung der Lage der Bohrungen durch Drehen des Gutes mit
Hilfe eines Korbes oder dergleichen. Wie aus den nachfolgen¬ den Ausführungen noch näher hervorgeht, können die Schwin¬ gungserzeuger an verschiedenen Stellen zwischen Warenträger und Gut vorgesehen sein, z.B. auch am Tragstab eines die Gutteile aufnehmenden Korbes, an Traggestellen, an der
Warenträgerschiene und anderen Halt- oder Tragmitteln des Gutes. Bei all den vorgenannten Anbringungsmöglichkeiten des Schwinguπgserzeugers befindet er sich an einem Bauteil, an dem sich auch das zu behandelnde Gut befindet, so daß ein unmittelbarer, die Schwingungen übertragender mechanischer Kontakt zum Gut vorhanden ist.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung sind den weite¬ ren Unteraπsprücheπ sowie der nachfolgenden Beschreibung und der zugehörigen Zeichnung von erfinduπgsgemäßen Ausführungs¬ beispielen zu entnehmen. In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1: ein erstes Ausführungsbeispiel in der Seitenansicht, z.T. geschnitten,
Fig. 2: eine Teildarstelluπg in einer Ansicht gemäß dem Pfeil II in Fig. 1,
6 Fig. 3: eine Ansicht in Richtung des Pfeiles III in Fig. 2,
Fig. 4: eine Draufsicht in Richtung des Pfeiles IV in Fig. 2,
Fig. 5: eine Darstellung etwa gemäß Fig. 2 mit zusätzlichen Kontaktmitteln, vor dem Absenken des Warenträgers,
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Fig. 6: eine Ansicht gemäß Fig. 5 nach erfolgtem Absenken des Warenträgers,
Fig. 7: eine weitere Ausführuπgsform der Erfin- - t duπg in der Seitenansicht,
Fig. 8: eine weitere Ausführungsform der Erfin¬ dung in Form eines Tragstabes oder eines Traggestellstabes mit Mitteln zur Aπbriπ- 0 gung von Platten in einer Schräglage,
Fig. 9: ein Detail von Fig. 6 in perspektivischer Ansicht und unter Weglassung der Leiter¬ platten,
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Fig. 10: eine weitere Ausführungsmöglichkeit der Erfindung schematisch und in der Drauf¬ sicht,
Fig. 11: eine weitere Ausführuπgsmöglichkeit der
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Erfindung schematisch und in der Frontan¬ sicht.
In den im wesentlichen schematischen Zeichnungen sind nur die für die Erläuterung der vorliegenden Erfindung notweπdi- 35 gen Bauteile dargestellt; nicht aber die übrigen bekannten
Bauteile und Vorrichtungen, die für den Betrieb einer naß- chemischen Behandluπgsaπlage dieser Art notwendig sind.
Fig. 1 zeigt den Behälter 1 einer Behaπdlungsstation 2, durch den das zu behandelnde Gut 3, hier mit Bohrungen versehene Leiterplatten, in der Transportrichtuπg 4 hiπ- durchgeführt wird. Die vorgenannten Bohrungen sind aus zeichnerischen Gründen nicht dargestellt. Ihre Längsachsen verlaufen gemäß Ziffer 5. Das Verhältnis Dicke der Platten 3 zum Bohruπgsdurchmesser ist bevorzugt größer als 8:1. In Transport- und Bearbeituπgsrichtuπg 4 sind in der Regel mehrere Behandlungsstationen 2 hintereinander angeordnet. Die Behandlungsflüssigkeit (dies kann auch eine Spülflüssig¬ keit sein) ist mit Ziffer 6 angedeutet.
Es sind Warenträger 7 vorgesehen, die (siehe auch die Figu¬ ren 2 bis 4) aus einer Warenträgerschiene 8 und diese hal¬ tenden Tragarmen 9 bestehen. An den oberen Abwiπklungeπ 9* der Tragarme 9 greift eine Hubeinrichtung 10 an (hier nur strichpunktiert angedeutet) , welche die Tragarme 9 mit ihren gabelförmigen Enden 9" von einer sogenannten Einweisung 11 des Behälters abhebt und ferner das zu behandelnde Gut aus dem Bad herauszieht, zur nächsten Station weitertraπspor- tiert, dort absenkt und so fort. Während sich das zu behan- delnde Gut im Bad befindet (siehe Figuren 1 bis 5 und 8, 9), werden Schwinguπgserzeuger wirksam, die durchweg mit 12 beziffert sind.
Im Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 4 erzeugen die Schwiπgungserzeuger 12 Rüttelschwiπgungen in Richtung des Doppelpfeiles 13. Diese Rüttelrichtuπg verläuft im wesentli¬ chen horizontal. Die Schwiπguπgserzeuger 12 sind in diesem Beispiel an den Warenträgerschieπeπ 8 angebracht. Dieses Ausführungsbeispiel zeigt außerdem (siehe Figuren 2 und 4), daß mehrere Schwingungserzeuger, hier zwei Schwiπguπgserzeu¬ ger 12, im Abstand voneinander an jeder Warenträgerschiene 8 vorgesehen sind. Damit kann eine gleichmäßige Rüttelwirkung
über die gesamte Länge der jeweiligen Warenträgerschiene 8 erreicht- werden. Wenn nötig, können auch mehr als zwei Schwingungserzeuger an der Warenträgerschiene, ggfls. in unterschiedlichen Abständen voneinander, sowie in entspre- cheπd gewählten Abständen zu den Enden der Schienen 8 so angeordnet werden, daß an der die Schwingung mitmachenden Warenträgerschiene sogenannte "Schwingungsbäuche" und "Schwinguπgskπoten" vermieden werden. Die Rüttelschwingungeπ werden von der jeweiligen Warenträgerschiene 8 auf das jeweilige Traggestell 14 übertragen, an dem, wie angedeutet, die zu behandelnden Leiterplatten oder dergleichen 3 mit Hilfe von Klammern oder dergleichen 15 angebracht sind. Je nach Art des Schwinguπgserzeugers 12 können im übrigen auch Schwingungen erzeugt werden, die nicht nur parallel zur Richtung des Doppelpfeiles 13 verlaufen und sich ebenfalls auf das zu behandelnde Gut übertragen.
Um die mit der Erfindung erzeugten Rüttelschwinguπgen völlig oder zumindest weitgehend vom stationären Teil der Anlage fernzuhalten, sind entsprechende Mittel vorgesehen. Dies kann z.B. in der Weise erreicht werden, daß die Warenträger¬ schiene 8 in der Rüttelrichtung 13 sehr elastisch ist, z.B. den insbesondere Fig. 1 zu entnehmenden dünnen Querschnitt aufweist. Dieser dünne, mit seiner langen Seite senkrecht zur Rüttelrichtung 13 verlaufende Querschnitt kann somit in der Rüttelrichtung leicht elastisch-federnd nachgeben. Hieraus ergibt sich in Verbindung mit der Elastizität des verwendeten Materiales der Warenträgerschiene eine Übertra¬ gung der Schwingungen des Schwingungserzeugers 12 aus¬ schließlich, oder nahezu ausschließlich, auf die Warenträ¬ gerschiene, und von dieser auf das hiervon gehaltene Gut. Eine weitere Ausführungsmöglichkeit für das vorerwähnte Fernhalten der Schwingungen vom stationären Teil der Anlage wären z.B. elastische Lagerungen 27 der Einweisungen 11 auf den nachstehend näher erläuterten Stangen 17.
Bevorzugt sind die Schwingungserzeuger mit Hilfe eines
angedeuteten Elektromotors 16 angetrieben. Oie Stromübertra¬ gung erfolgt mit Hilfe von Kontakten, die näher in Fig. 5 und 6 dargestellt sind und beim Übergreifen der gabelartigen Enden 8' über die jeweilige Einweisung 11 geschlossen wer¬ den. Hierzu zeigt Fig. 5 den Warenträger 7, der gemäß den Pfeilen 27 in die Behaπdlungsstation 2 abgesenkt wird. Am Tragarm 9 des Wareπträgers ist ein Kontaktoberteil 28 und an der Behandlungsstation 2 ein zugehöriges Kontaktunterteil 29 vorgesehen. Sobald der vorgenannte Absenkvorgang beendet ist, d.h. die abgesenkte Endlage gemäß Fig. 6 erreicht wurde, in der sich das zu behandelnde Gut im Bad 3 befindet, liegen die Kontakte 28, 29 aneinander an. Wie strichpunk¬ tiert mit Ziffer 30 angedeutet, ist dann die Stromzufuhr zu den elektrischen Antrieben 16 der Schwinguπgserzeuger gege¬ ben. Diese Schließung der Kontakte und damit das Inbetrieb¬ setzen der Schwingungserzeuger 12 erfolgt somit also selbst¬ tätig nach dem erfolgten Einbringen des Gutes in das Bad 6. Mit dem Herausnehmen des Gutes aus dem Bad werden die vorge¬ nannten Kontakte dann ebenso selbsttätig wieder geöffnet. Die gleiche Kontaktanordnung kann vorgesehen sein, wenn statt eines Elektromotors ein elektromagnetischer Schwin¬ gungserzeuger vorgesehen wird. Die Schwinguπgserzeugung wäre jedoch auch auf nicht elektrischem Wege, z.B. mittels Druck¬ luft, möglich.
Es ist ferner möglich, Schwiπguπgserzeuger vorzusehen, die jeweils verschieden starke Beschleuπigungswerte erzielen und alternierend in unterschiedlichen Richtungen wirken (in der Zeichnung nicht dargestellt). So kann z.B. in der einen Richtung ein Magnet die Warenträgerschiene 8 oder dgl. anziehen, während nach Abschaltung des Magneten durch eine Feder die Warenträgerschiene wieder zurückbewegt werden kann, worauf anschließend wieder der Magnet tätig wird, u.s.w. Bei entsprechender Abstimmung beider Schwingungser¬ zeuger kann in den Bohrungen des Gutes eine Pumpwirkung erzeugt werden, wo die Gasbläscheπ gewissermaßen aus der Bohrung herausgeschoben werden.
Die Größe der Unwucht eines Schwiπgungserzeugers und dessen Frequenz sind an die jeweiligen Verhältnisse bzw. Anforde¬ rungen anpaßbar. Wie bereits erwähnt, sind auch kontinuier¬ liche oder diskontinuierliche Veränderungen der Schwiπguπgs- frequeπz, letztere auch durch wiederholtes Ein- und Aus¬ schalten des Schwingungserzeugers, möglich.
Falls die Rüttelschwinguπgeπ nach der Erfindung in Zusammen¬ wirken mit einem langsamen Hin- und Herbewegen des Gutes mit einer sehr geringen Frequeπz von etwa 20 Doppelhübeπ/min. erfolgen sollen (siehe Erläuterung dieser Hin- und Herbewe¬ gung zu Beginn der Beschreibung) , sind hierzu Verstellstan- geπ 17 vorgesehen, die durch eine nicht dargestellte Vor¬ richtung im vorgenannten Sinne in Richtung der Doppelpfeile 13 in ihrer Längsrichtung hin- und herbewegt werden, und zwar relativ zu dem Behälter 1. Mit den Stangen 17 sind die Einweisungen 11 fest verbunden und übertragen daher deren Bewegung auf das Gut 3.
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 7 zeigt eine Warenträger¬ schiene 8 mit Tragarmen 9 und einen Tragstab 18, der an der Warenträgerschiene 8 hängt und über einen Träger 19 einen Korb 20 hält, der zur Aufnahme eines Stapels von zu behan¬ delndem platteπför igen Gut 3 dient. Die Platten, bevorzugt ebenfalls die o.g. Leiterplatten, haben voneinander einen gewissen Abstand, damit die Behandluπgsflüssigkeit zwischen den Platten hindurchfließen kann. Der Schwinguπgserzeuger 12 mit Antrieb 16 ist am Tragstab 18 angebracht. Im übrigen können sinngemäß die Ausgestaltungen und Möglichkeiten auch hier verwendet werden, die an Hand der Figuren 1 bis 4 beschrieben wurden. Grundsätzlich gilt also, daß bei einem der Ausführungsbeispiele erläuterte Kontruktioπeπ, Anwendun¬ gen und Verfahreπsmaßπahmen bei einem der anderen Ausfüh- ruπgsbeispiele ebenfalls vorgesehen sein können.
Bei der erläuterten Kombination einer höherfrequenten Rütte¬ lung nach der Erfindung mit einer demgegenüber niederfre¬ quenten Hin- und Herbewegung mit Hilfe der Stange 17 können sich durch die Überlagerungen beider Schwingungen eπtspre- cheπde Effekte (Oberwellen) ergeben.
Der Korb 20 kann um eine Drehachse, hier eine horizontal verlaufende Drehachse 21, in Richtung eines oder beider Pfeile 22, 23 gedreht oder auch hin- und hergeschweπkt werden. Die hiermit erzielte Bewegung der Platten 3 überla¬ gert sich der Rüttelung durch den Schwinguπgserzeuger 12, die auch hier hauptsächlich in Richtung des Doppelpfeiles 13 geschieht. Dies hat einen intensiveren Austausch der Behaπd- lungsflüssigkeit in den Zwischenräumen zwischen den eiπzel- neπ Platten und ferner auch eine intensivere Durchspülung der Bohrungen der Platten und Abtrennen oder Loslösen der Gasbläschen zur Folge. Dies wird insbesondere dadurch er¬ reicht, daß mit dem vorgenannten Drehen oder Schwenken die Bohrungen der Platten nicht stets waagerecht verlaufen, sondern periodisch auch schräg oder senkrecht zur Waagerech¬ ten.
Fig. 8 zeigt eine mögliche Schräglage des Gutes (hier eben¬ falls Platten 3) , die von entsprechend schräg zur Senkrech- ten verlaufenden Schlitzen 24 von Halterungen 25 des Tragge¬ stelles 14 gehalten werden. Hierzu werden die Platten mit ihren seitlichen Kanten in die Schlitze 24 eingesteckt; gegebenenfalls auch durch Klemmschrauben oder dgl. gesi¬ chert. Fig. 8, insbesondere auch Fig. 9 zeigen, daß in diesem Ausführuπgsbeispiel drei übereinander liegende Halte- ruπgen 25 mit Schlitzen 24, 24' und 24" vorgesehen sind, deren Richtung schräg zur Längsachse des Traggestelles 14 verläuft und die so versetzt an den Halterungen 25 vorgese¬ hen sind, daß diese Schlitze miteinander fluchten und den Rand einer Platte 3 aufnehmen können. In diesem Beispiel ist
die Anordnung der Platten so, daß sie zwar schräg zur Senk¬ rechten verlaufen und damit auch der Längsachse der zu reinigenden Bohrungen eine entsprechende Schräglage zur Horizontalen geben, wobei die Platten 3 senkrecht zur Rüt- telrichtung 13 angeordnet sind.
Fig. 10 zeigt im Prinzip eine demgegenüber andere Variante, bei welcher die Platten 3 eine Schräglage haben, die einen spitzen Winkel mit der Rüttelrichtung 13 bildet. Dies erleichtert ein Hindurchfließeπ und damit Austauschen der Behandlungsflüssigkeit in den Räumen 26 zwischen den Plat¬ ten. Die Schräglagen gemäß Fig. 8, 9 einerseits und Fig. 10 andererseits können auch kombiniert vorgesehen werden.
Fig. 11 zeigt eine weitere Variante der Anbringung eines
Schwingungserzeugers 12, und zwar zwischen zwei Traggestel- leπ 14, die an der Warenträgerschiene 8 hängen. Der Schwin¬ gungserzeuger 12 ist so ausgelegt, daß seine hauptsächliche Schwingung senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 11 verläuft. Mit 3 sind wieder zu behandelnde Platten beziffert.
Alle dargestellten und beschriebenen Merkmale sind erfin- dungsweseπtlich, soweit sie nicht ausdrücklich als bekannt bezeichnet wurden.