DEN0010099MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 22. Januar 1955 Bekanmtgeraiadht am 23. August 1Θ56
DEUTSCHES PATENTAMT
Magnetkerne mit einer nahezu rechteckförmigen Hystereseschleife sind für verschiedene Anwendungen
von Bedeutung. Man verwendet diese Art von Kernen unter anderem für sogenannte »magnetische Speicher«
(siehe z. B. W. N. Papian, Proceedings of the I. R. E., April 1952, S. 475 bis 478, und D. R. Brown und
E. Albers-Schoenberg »Electronics«, April 1953, S. 146 bis 149). Solche magnetischen Speicher werden
unter anderem in Rechenmaschinen und selbsttätigen Piloten verwendet. Eine andere Anwendung finden
diese Kerne in magnetischen Schaltern.
Das Maß, in dem die Form der Hystereseschleife der Rechteckform nahekommt, kann auf verschiedene
Weise quantitativ ausgedrückt werden. Ein üblicher Maßstab ist z. B. der Quotient ^- . Zur Erläuterung
Bei
der Bedeutung dieses Quotienten wird auf Fig. 1, eine
schematische Darstellung eines Teiles einer Sättigungsmagnetisierungskurve,
hingewiesen. In dieser Figur bezeichnet Br die remanente Induktion und Bcl die
Induktion, bei der die Hystereseschleife sich gerade schließt. In der Praxis ist es oft nicht einfach, B01 mit
großer Genauigkeit zu messen. Es läßt sich jedoch auf einfache Weise ein Näherungswert für Bcl finden, indem
zwei Werte der Induktion nach teilweiser Magnetisierung bzw. teilweiser Entmagnetisierung (mit
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N 10099 VIII c/21g
zwischenzeitlicher Sättigung) bei der gleichen Feldstärke gemessen werden. Die Feldstärke wird so gewählt,
daß die genannten Induktionswerte um mehr als 1 °/0,
aber weniger als 3°/0 voneinander verschieden sind.
Der Mittelwert der beiden Induktionswerte ergibt dann einen annähernd richtigen Wert für Bcl. Auf
diese Weise wurden die im folgenden erwähnten Messungen durchgeführt, für die ein ballistisches
Galvanometer verwendet wurde. Der Quotient -^-
wurde stets an einem ringförmigen Magnetkern mit einem konstanten Querschnitt des ferromagnetischen
Materials längs des ganzen Ringumfanges und mit einem Außendurchmesser von maximal i,6mal dem
Innendurchmesser ,gemessen..
Als Maß dafür, -wie weit die .Form der Hystereseschleife
der Rechteckform angenähert ist, läßt sich auch eine Verhältniszahl {Rs)max angeben. Für die
Bedeutung dieser Größe wird auf die vorerwähnte Literatur hingewiesen. Vollständigkeitshalber folgt
hier noch eine kurze Erörterung an Hand der Fig. 2, auch eine schematische Darstellung eines Teiles einer
Magnetisierungskurve, die sich auf einen Fall bezieht, in dem die Entmagnetisierung anfing, bevor die magnetische
Sättigung erreicht war. Die Größe {Rs)max
wird definiert als
Der Quotient
(-τθ
Β,ηΛ
ist eine Funktion der
angelegten größten Feldstärke Hm. Es ergibt sich,
daß dieser Quotient für einen bestimmten Wert von Hm, der meistens wenig von der Koerzitivkraft Hc
verschieden ist, einen Maximalwert hat. Dieser Maximalwert des Quotienten wird durch das Symbol
(Rs)max bezeichnet. Die zur Bestimmung von {Rs)max
erforderlichen Messungen von B
(um
und B/
können auch wieder mit Hilfe eines ballistischen Galvanometers durchgeführt werden. Als Meßgegenstände
dienen auch in diesem Falle ringförmige Magnetkerne mit einem konstanten Querschnitt des magnetischen
Materials längs des ganzen Ringumfanges und mit einem Außendurchmesser von maximal i,6mal dem
Innendurchmesser.
Bei den Anwendungen ferromagnetischer Materialien mit einer nahezu rechteckigen Hystereseschleife
handelt es sich meistens um Wechselströme hoher Frequenz, und es kommt also darauf an, das Auftreten
von Wirbelströmen möglichst zu beschränken. Bei Verwendung ferromagnetischer Legierungen kann dies
gewissermaßen dadurch erfolgen, daß der Magnetkern aus gegeneinander isolierten, sehr dünnen Schichten
des ferromagnetischen Materials zusammengebaut wird. Es ist jedoch oft äußerst schwierig, aus diesen
dünnen Schichten Kerne mit einer nahezu rechteckigen Hystereseschleife zusammenzubauen. Bei
hohen Frequenzen ist es daher vorteilhaft oder sogar notwendig, magnetisch weiche, ferrioxydhaltige Materialien
mit Spinellstruktur zu !verwenden., Diese
Stoffe haben an sich bereits eine sehr geringe elektrische Leitfähigkeit.
Für die Brauchbarkeit des betreffenden Magnetkerns für magnetische Speicher und magnetische
Schalter ist es weiter eine wesentliche Bedingung, daß die Koerzitivkraft Hc niedrig (vorzugsweise nicht mehr
als 10 Oersted und vorzugsweise sogar weniger als 5 Oersted) sein soll, da sonst zu stärke Magnetfelder
erforderlich sind, um die Magnetisierung des Kerns ihr Vorzeichen umkehren zu lassen.
Gemäß der Erfindung hat es sich ergeben, daß Ferritwerkstoffe für Magnetkerne, die eine nahezu
rechteckförmige Hystereseschleife aufweisen, dadurch erhalten werden können, daß ein Gemisch aus Nickel-,
Mangan- und Eisenverbindungen in einer oxydierenden Gasatmosphäre" mit einem Sauerstoffgehalt von
20 Volumprozent oder mehr auf eine Temperatur von 1400 bis 1475 ° C erhitzt wird, wobei die Anteile der
Nickel-, Mangan- und Eisenverbindungen so gewählt werden, daß eine Verbindung der Formel
(τ — x + y) MnO -Fe2O3
| MnO | Fe2O3 | Br | [Rs)max | Hc. | |
| NiO | 0,7 | I | ~B~d | 0,5 | i,35 |
| 0,3 | 0,6 | I | 0,7 | 0,65 | i,4 |
| 0,4 | 0,55 | I | 0,8 | 0,7 | i,4 |
| 0,45 | 0,2 | I | 0,75 | 0,6 | 2,8. ■ |
| 0,8 | 0,5 | I | 0,8 | 0,6 | 1,8 |
| 0,6 | 0,4 | I | 0,6 | 0,7 | 2,5 |
| 0,8 | o,75 | I | 0,7 | 0,65 | i,5 |
| 0,3 | o,95 | I . | o,7 | 0,6 | i,5 |
| 0,1 | 0,55 | ||||
entsteht, wobei χ und y zwischen 0,1 und 0,8 bzw.
zwischen 0 und 0,5 liegen und χ -\- y fe 0,2" ist.
Magnetkerne, die aus mindestens einer nach diesem Verfahren hergestellten Verbindung bestehen, eignen
sich vorteilhaft für die obenerwähnten Verwendungszwecke. .
Ein Gemisch aus Nickelkarbonat, NiCO3, Mangancarbonat,
MnCO3, und Eisenoxyd, Fe2O3, wird
5 Stunden in Alkohol gemahlen und darauf während ι Stunde bei 900° C in Luft vorerhitzt. Nach Abkühlung
wird das Reaktionsprodukt wieder 2 Stunden in Alkohol gemahlen.worauf das erhaltene Pulver in
Form eines Ringes gepreßt wird. Dieser Ring wird 2 Stunden bei etwa 14500 C in Luft oder in Sauerstoff
erhitzt.
Indem das Verhältnis der Nickelcarbonat- und Mangancarbonatmengen im Ausgangsmaterial variiert
wird, erhält man Ringkerne verschiedener Zusammensetzung. Nachstehende Tabelle gibt von einigen dieser
Magnetkerne die Zusammensetzung, den Wert des
Quotienten -^-, den Wert von (Rs)max und den Wert
von Hc an.
Zusammensetzung:
580/396
Claims (2)
- N 10099 VIII c/21gPATENTANSPRÜCHE:ι. Verfahren zur Herstellung eines Ferritwerkstoffes für Magnetkerne, die eine nahezu rechteckförmige Hystereseschleife aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch aus Nickel-, Mangan- und Eisenverbindungen in einer oxydierenden Gasatmosphäre mit einem Sauerstoffgehalt von 20 Volumprozent oder mehr auf eine Temperatur von 1400 bis 1475° C erhitzt wird, wobei die Anteile der Nickel-, Mangan- und Eisenverbindungen so gewählt werden, daß eine Verbindung der Formel#NiO ■ (τ — x + y) MnO · Fe2O3entsteht, wobei χ und y zwischen 0,1 und 0,8 bzw. zwischen 0 und 0,5 liegen und χ + y ^ 0,2 ist.
- 2. Magnetkern, dadurch gekennzeichnet, daß er aus mindestens einer nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 hergestellten Verbindung besteht.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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