DEN0009931MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 18. Dezember 1954 Bekanmtgemacht am 25. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Magnetkerne mit einer nahezu rechteckförmigen Hystereseschleife sind für verschiedene Anwendungen
von Bedeutung. Diese Art von Kernen wird unter anderem für sogenannte »magnetische Speicher« (siehe
z. B. W. N. Papian, »Proceedings of the I. R1. Ε.«,
April 1952, S. 475 bis 478, und H. R. Brown und
E. Albers-Schoenberg, »Electronics«, April 1953, S. 146 bis 149) verwendet. Solche magnetischen Speicher
werden unter anderem in Rechenmaschinen und .10 selbsttätigen Piloten verwendet. Eine andere Anwendung
finden diese Kerne in magnetischen Schaltern.
Das Maß, welches angibt, wie weit die Form der Hystereseschleife der Rechteckform nahekommt, läßt
sich auf verschiedene Weise quantitativ ausdrücken.
Ein übliches Maß ist z.B.' der Quotient
Zur
Erläuterung der Bedeutung dieses Quotienten wird auf Fig. ι verwiesen, die schematisch einen ,Teil einer
Sättigungs-Magnetisierungskurve darstellt. In dieser Figur bezeichnet Br die remanente Induktion und
B01 die Induktion, bei der die Hystereseschleife sich
gerade schließt. In der Praxis ist es oft nicht einfach, Bcl mit großer Genauigkeit zu messen. Es läßt sich
jedoch leicht ein annähernd richtiger Wert von Bcl
finden, indem der Mittelwert der Induktionen nach teilweiser Magnetisierung bzw. teilweiser Entmagneti-
m 659/395
N9931 VIIIc I'2Ig
sierung (mit zwischenzeitlicher Sättigung) genommen wird, wobei beide Induktionen bei gleicher Feldstärke
gemessen werden, die derart gewählt ist, daß die ; erwähnten Induktionen mehr äls.i°/0, aber weniger
als 3% voneinander abweichen. Nach diesem Meßprinzip
wurden auch die im folgenden mitgeteilten Meßergebnisse ermittelt; für die Messungen wurde ein
ballistisches Galvanometer verwendet (s. Bozorth,
.i'Ferromagnetism«, New York, 1951, S. 843). Der Quotient
-—- wurde stets gemessen an einem ringförmigen
Magnetkern mit einem konstanten Querschnitt des ferromagnetischen Materials längs des ganzen Ringumfanges
und mit einem Außendurchmesser, der nicht mehr als das i,6fache des Innendurchmessers beträgt.
Als Maß dafür, .wie weit die Form der Hystereseschleife der Rechteckform angenähert ist, läßt sich
anch eine Verhältniszahl {Rs)max angeben. Für die Bedeutung
dieser Größe wird auf die vorerwähnte Litera-
ao tür hingewiesen. Vollständigkeitshalber folgt hier eine
kurze Erörterung unter Hinweis auf Fig. 2, die auch schematisch einen Teil einer Magnetisierungskurve
darstellt, die sich auf einen Fall bezieht, bei dem mit der Entmagnetisierung begonnen wurde, bevor die magnetische
Sättigung erreicht war. Die Größe {Rs)max
wird wie folgt definiert:
im)
Der Quotient
ist eine Funktion der angelegten maximalen Feldstärke Hm. Es ergibt sich, daß dieser Quotient bei einem bestimmten
Wert von Hm, der sich meist wenig von der
Koerzitivkraft H0 unterscheidet, einen Maximalwert
aufweist. Dieser Maximalwert des Quotienten wird durch das Symbol (Rs)max angegeben. Die zur Bestimmung
von (Rs)max erforderlichen Messungen von
B(Hm) und B(^iBn,) können wieder mittels eines
ballistischen Galvanometers durchgeführt werden. Als Meßgegenstände für die Ermittlung der im folgenden
mitgeteilten Meßergebnisse dienten auch in diesem Falle ringförmige Magnetkerne mit einem konstanten
Querschnitt des magnetischen Materials längs des ganzen Ringumfanges und mit einem Außendurchmesser,
der nicht mehr als das i,6fache des Innendurchmessers
beträgt. :
Bei der Anwendung von ferromagnetischen Materialien mit einer nahezu rechteckförmigen Hystereseschleife
handelt es sich meist um Wechselströme hoher Frequenz, und es kommt also darauf an, das Auftreten
von Wirbelströmen weitgehend zu unterdrücken. Bei der Verwendung ferromagnetischer Legierungen kann
dies bis zu einem gewissen Maße dadurch erfolgen, daß die Magnetkerne aus voneinander getrennten, sehr
dünnen Schichten des ferromagnetischen Materials zusammengebaut werden. Es ist jedoch, oft äußerst
schwierig, aus sehr dünnen Schichten Kerne mit einer nahezu rechteckförmigen Hystereseschleife zusammen- ""
zubauen. Es ist daher bei hohen Frequenzen vorteil- 65· haft oder sogar erforderlich, magnetisch weiche, ferrioxydhaltige
Materialien*mit Spinellstruktur zu verwenden. Diese Stoffe haben nämlich an sich bereits
eine sehr geringe elektrische Leitfähigkeit.
Für die Brauchbarkeit der betreffenden Magnetkerne bei magnetischen Speichern und magnetischen
Schaltungen ist es weiter eine wesentliche Bedingung, daß die Koerzitivkraft H0 niedrig (zweckmäßig nicht
höher als 10 Örsted und vorzugsweise sogar niedriger
als 4 Örsted) sein soll, da sonst die elektromagnet!- sehen Verluste zu hoch sind.
Gemäß der Erfindung hat es sich nun ergeben, daß Ferrit-Werkstoffe für Magnetkerne, die eine nahezu
rechteckförmige Hystereseschleife aufweisen, dadurch erhalten werden können, daß ein Gemisch aus Kupfer-,
Mangan- und Eisenverbindungen in einer Gasatmosphäre mit einem höheren Sauerstoffgehalt als Luft auf
eine Temperatur von 1300 bis 14000C erhitzt wird,
wobei die Anteile an Kupfer-, Mangan- und Eisenverbindungen so gewählt werden, daß eine Verbindung
der Formel
Cu1
)Fe2O4
entsteht, in der χ = 0,05 bis. 0,2 und y
< 0,7 ist.
Magnetkerne, die aus mindestens einer nach diesem Verfahren hergestellten Verbindung bestehen, erfüllen
folgende Bedingungen:
B0
H0
> 0,7,
< 4,0 Örsted.
Derartige Magnetkerne eignen sich somit vortrefflich für die obenerwähnten Verwendungszwecke.
Ferromagnetische Ferrite der allgemeinen Formel Cua,Mn1„a.Fe204 sind zwar als ferromagnetische Materialien
bekannt; jedoch hat man bisher nicht erkannt, daß es durch die Verwendung eines sehr geringen
Kupferanteils, durch, die Verwendung eines Mangananteils,
der auch über die stöchiometrische Menge hinausgehen kann, sowie durch besondere Herstellungsbedingungen,
wie sie in obigem beschrieben wurden, möglich ist, die Hystereseschleife von Ferriten dieser
Zusammensetzung der Rechteckform anzunähern und " damit die Verwendung dieser Ferrite für magnetische
Speicher u. dgl. zu ermöglichen.
Ein Gemisch aus Kupferoxyd, CuO, Mangancarbonat, MnCO3, und Eisenoxyd, Fe2O3, wird 5 Stunden
in Alkohol gemahlen und darauf 1 Stunde bei 900° C in Luft vorerhitzt. Nach Abkühlung wird das Reaktionsprodukt
noch 2 Stunden in Alkohol gemahlen, worauf das Mahlprodukt in Form eines Ringes gepreßt
wird. Dieser Ring wird 2 Stunden bei etwa 1375° C in Sauerstoff erhitzt.
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IS 9931 VIII c 121g
Durch Änderung des Verhältnisses der Mengen Kupferoxyd und Mangancarbonat im Ausgangsmaterial
werden Ringkerne verschiedener Zusammensetzung hergestellt. Von einigen dieser Meßkerne sind in nachstehender
Tabelle die Zusammensetzung, der Wert
des Quotienten -^-, der Wert von {Rs)max und der
Wert von Hc angegeben.
| Zusammensetzung |
Br
Bei |
0,65 | (in Örsted) |
| Cu0105Mn095Fe2O4 | 0,70 | 0,70 | 1,0 |
| CuOil Mn09 Fe2O4 | 0,70 | o,75 | 1,0 |
| Cuo,15 Mn0185Fe2 O4..... | o,75 | 0,60 | i,5 |
| Cu0>2 Mn03 Fe2O4 | 0,70 | 0,75 | 1,2 |
| CuOjl Mn11 Fe2O4 | 0,80 | 0,70 | 1,0 |
| Cu011 Mn14 Fe2O4 | o,75 | 0,75 | 1,2 |
| Cu0115 Mn09 Fe2O4 | o,75 | 0,60 | 1,2 |
| Cu0;15 Mn116 Fe2 O4 | 0,60 | 0,70 | i,3 |
| Cu0 2 Mn0 9 Fe2 O4 | o,75 | 0,70 | 1,2 |
| Cu0)2 MnliS Fe2O4 | 0,70 | 1.4 | |
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung eines Ferrit-Werkstoffes für Magnetkerne, die eine nahezu rechteckförmige Hystereseschleife aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch aus Kupfer-, Mangan- und Eisenverbindungen in einer Gasatmosphäre mit einem höheren Sauerstoffgehalt als Luft auf eine Temperatur von 1300 bis 14000 C erhitzt wird, wobei die Anteile an Kupfer-, Mangan- und Eisenverbindungen so gewählt werden, daß eine Verbindung der Formelentsteht, in der χ = o,o5 bis 0,2 und y < 0,7 ist.
- 2. Magnetkern, dadurch gekennzeichnet, daß er aus mindestens einer nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 hergestellten Verbindung besteht.In Betracht gezogene Druckschriften:
»AEG-Mitteilungen«, 41 (19.51), S. 135 bis 142;
»Physicaee, 1936, S. 463 bis 483.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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