DEK0015641MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 27. September 1952 Bekanntgemacht am 16. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Um Tabak zu feuchten, ist es bekannt, diesen beim Durchlaufen durch mehrere voneinander getrennte
Kammern zunächst mittels Warmluft zu trocknen, dann anzufeuchten und schließlich auf
Raumtemperatur abzukühlen. Ein solches Verfahren ist nicht dazu geeignet, schwere, z. B. Virginia-
und Burleytabake in einer für eine rationelle Tabakaufbereitung gehörigen Zeit der erforderlichen
Feuchtwirkung zu unterwerfen, besonders
ίο auch im Hinblick auf die meist kräftigen Rippen
dieser Tabaksorten.
Es wurde gefunden, daß eine überraschend gute Feuchte derartiger Tabake im Durchlaufverfahren
erzielt werden kann, wenn der Tabak erfindungs-
i'5 gemäß in der ersten Kammer vorgefeuchtet wird.
Wenn dann dieser vorgefeuchtete Tabak in der zweiten Kammer im Beisein von Wärme zusätzlich
gefeuchtet und anschließend in einer dritten Kammer gekühlt wird, erhält man in kurzer Zeit gründlich
durchgefeuchteten Tabak.
Die Vorfeuchte wird vorteilhaft mit versprühtem Wasser durchgeführt, während in bekannter Weise
die Warmfeuchte mit Naßdampf und die Kühlung mit Wasser oder Luft oder beiden durchgeführt wird. In
der Praxis hat sich gezeigt, daß ein gutes Resultat erzielt werden kann, wenn man den Tabak in der
ersten Kammer mit Wasser1 von etwa 250 vorfeuchtet,
bis er einen relativen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 85% aufweist, ihn dann in der zweiten
Kammer durch Dämpfung nachfeuchtet, so' daß er
eine Temperatur von etwa 6o° C annimmt und eine relative Feuchtigkeit von etwa 90% hat, um ihn
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dann in der dritten Kammer mit Luft oder Wasser oder beiden auf etwa 300 C abzukühlen. Der Tabak
weist dann einen auf die Dauer seiner Weiterverarbeitung anhaltenden relativen Feuchtigkeitsgehalt
von etwa 85% auf.
Die Feuchtung nach der Erfindung wird zweckmäßig in einem in bekannter Weise in drei Kammern
unterteilten, mit Ein- und Auslaßschleuse versehenen Tunnel durchgeführt, durch den der
to Tabak mittels endloser Transportbänder hindurchbewegt wird, die bei großen Anlagen auch zu zwei
oder mehreren nebeneinanderliegen können. An sich sind kaskadenförmig verlaufende Transportbänder
bekannt, über denen Sprühdüsen zum Befeuchten des Tabaks vorgesehen sind. Auch sind
Zellenräder beim Übergang von der einen zu einer anderen Kammer bereits bekanntgeworden. Die
Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens nach der Erfindung zeichnet sich durch die Kombination
so dieser beiden Merkmale aus, indem dadurch beim Übertritt des sehr unterschiedlich behandelten
Tabaks von der einen in die andere Kammer des Tunnels eine schockartige Wirkung auf das Tabakgut vermieden wird.
Eine solche tunnelartige Vorrichtung ist als Ausführurigsbeispiel
in der Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt
Abb. ι die Vorrichtung im Längsschnitt, Abb. 2 von oben gesehen,
Abt>. 3 einen Querschnitt und
Abt>. 3 einen Querschnitt und
Abb. 4 eine Draufsicht auf das Einlaßende einer Vorrichtung mit zwei nebeneinanderlaufenden
Transportbändern.
Auf einem Transportband 1 werden (Abb. 1,
links) z. B. Tabakdocken 2, vorzugsweise mit den Stengelenden nach einer Seite liegend, herangeführt
und auf ein Transportband 3 abgegeben. Das Transportband 3 wie auch die übrigen Bänder
können zweckmäßig Drahtgewebebänder sein. Das endlose Transportband 3 läuft über die Walzen 4
und 5, wobei die Walze 5 bereits im Innern des Tunnels, und zwar höher als die Walze 4 liegt. Der
Tunnel 6 besteht aus zwei Seiten wänden 7 und einer Decke 8. Auf der Eintrittsseite ist er bis
auf die Einlaßöffnung für das Transportband 3 geschlossen, desgleichen am Austrittsende (in der
Abbildung rechts). Auch hier ist nur eine kleine
- öffnung für das austretende Transportband gelassen.
Der Tunnel ist in drei Abteilungen durch Zwischenwände 9, 9', ro, 10' unterteilt. Zwischen
den Wänden 9 und 9' befindet sich in bekannter Weise ein Zellenrad 11, das hier vier Scheibenwäride
hat, und zwischen den Wänden 10 und 10' ein zweites Zellenrad 12 der gleichen Art.
Die Tabakdocken 2 werden innerhalb des Tunnels
;6 vom Band 3 ;an ein zweites Transportband 13
abgegeben, das nach dem Austrittsende hin ansteigt. Das tiefer liegende Ende des Transportbandes reicht unter das Transportband 3. Am Ende
des Transportbandes 3 schräg oberhalb der Walze 5
- ist ein in einem Schlitz 14 -verstellbares Leitblech
a 5 angebracht, das die Docken sicher auf das Transportband 13 abgeben soll. Die Docken werden
auf dem Transportband? 13 weitergefördert und an das sich drehende Zellenrad 11 abgegeben.'Unterhalb
des Zellenrades liegt eine Rutsche 16, die in einem Schlitz 17 verstellbar ist. Die Rutsche 16
soll die aus dem Zellenrad ankommenden Docken sicher an das jetzt sich anschließende Transportband
18 übergeben, von diesem'weiter an das Transportband 19 . und ,weiter .an. das. Transportband
20. Diese Transportbänder'sind'geneigt und
kaskadenförmig angeordnet. Auch hier können an den Umkehrpunkten der Bänder 18 und 19 in
Schlitzen (14', 14") verstellbare Führungsbleche 15', 15" vorgesehen sein. Das Transportband 20
gibt die Docken an das zweite sich drehende Zellenrad 12 ab, das, wie schon erwähnt, zwischen
den Wänden IQ und κ/ liegt und unter welchem
wieder eine verstellbare Rutsche 16' vorgesehen ist.
Aus dem Zellenrad 12 bzw. von der Rutsche. 16' gelangen die Docken auf ein weiteres Transportband
21, von hier anschließend auf ein letztes Band 22, um schließlich auf einem Band 23 den Tunnel
zu verlassen. '■'■'■
Die Transportbänder und die Zellenräder werden in bekannter Weise angetrieben. Ihre Geschwindigkeit
kann einzeln, in Gruppen oder insgesamt durch bekannte mechanische oder elektrische (nicht gezeichnete)
Steuervorrichtungen, beispielsweise über ein stufenlos regelbares Getriebe, verändert werden.
Zum Befeuchten der durchwandernden Tabakdocken befinden sich in dem ersten Raum, links im Bild
der Abb. 1, vorzugsweise oberhalb der Transportbänder,
schwenk- oder verstellbare Düsen 24, durch die Wasser in den sogenannten Vorfeiuchteraium A
eingesprüht wird; In dem anschließenden Hauptfeuchteraum B befinden sich oberhalb und unterhalb
der Transportbänder in bekannter Weise ähnliche Düsen 24', 24" wie im Vorfeuehteraum A, mit
denen warmes Wasser oder Naßdampf eingesprüht wird. Im dritten Raum C, dem sogenannten Kühlraum,
befinden sich oberhalb und unterhalb der
Transportbänder ebenfalls Düsen 24'", 24"" der gleichen Art wie vorher zum Einsprühen von
Kühlwasser oder ein Ventilator 26 zum Einblasen von Kühlluft, der mit einer Drosselklappe 25 versehen
ist, oder es sind Düsen Und zugleich ein Ventilator vorgesehen. An den Seitenwänden des
Tunnels sind verstellbare Luftklappen 27 angebracht, so daß eine ständige Luftbewegung in dem
Kühlraum erreicht wird. Die Luft kann durch Abzugsschächte 28 abgeführt werden.
Im Tunnel sind noch in bekannter Weise im oberen Teil und an den Seitenwänden ,schräge Ab- 115
tropfbleche 29 (s. Abb. 3) und im unteren Teil Wannen 30 zum Auffangen der Feuchtigkeit vorgesehen.
Auf die Einzeichnung der Dampf- und Wasserrohre ist verzichtet worden.
Um die Leistung der Feuchtanlage zu steigern, können gemäß Abb. 4 mehrere Bänder ia, ij bzw.
3o, 3b mit entsprechenden Zellenrädern nebeneinander
angeordnet sein.
Bei dem in Abb. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sind für den Vorfeuehteraum A zwei. Txansportbänder
3 und 13 vorgesehen, für den Hauptfeuchte-
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raum B, in dem warm gefeuchtet bzw. gedämpft wird, drei Transportbänder und in dem Kühlraum
C beispielsweise zwei Transportbänder. Die schräge Anordnung der Bänder hat den Zweck, an
den Enden der Bänder ein Wenden der Docken zu bewirken, andererseits aber auch eine größere Aufnahmefläche
für das zu befeuchtende Gut zu haben.
An den Aus- und Eintrittsenden des Tunnels können Lederlappen 31 od. dgl. angebracht sein,
um nachgiebige Aus- und Einlaßklappen zu haben, damit möglichst wenig Feuchtigkeit bzw. Wärme
aus dem Innern nach außen heraustreten kann. Die Wände des Tunnels sind vorzugsweise aus einem
isolierenden Material hergestellt.
Um die Temperaturen der Feuchtigkeit und die Geschwindigkeiten der Transportbänder und Zellenräder
stets beobachten und beeinflussen zu können, sind entsprechende Meßgeräte eingebaut.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum kontinuierlichen Feuchten von Tabak und anderem Gut, bei welchem der Tabak beim Durchlaufen durch voneinander getrennte Kammern warm gefeuchtet und anschließend gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar vor der Warmfeuchte der Tabak in der ersten Kammer einer Vorfeuchte unterworfen wird.
- 2. Tunnelartige in drei Kammern unterteilte Vorrichtungen zum Ausüben des Verfahrens nach Anspruch 1, durch die der Tabak mittels Transportbändern hindurchgefahren wird, gekennzeichnet durch die Kombination folgender zwei an sich bekannter Merkmale: a) daß in der ersten Kammer (A) oberhalb der kaskadenförmig angeordneten Transportbänder (3, 13) Sprühdüsen (24) vorgesehen und b) die drei Kammern (A, B, C) durch Zellenräder (11, 12) voneinander getrennt sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Transportbänder mit zugehörigen Zellenrädern nebeneinander vorgesehen sind.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 537429, 611 593; USA.-Patentschriften Nr. 1268004, 2246914.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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