DE975502C - Verfahren zur Herstellung von Propionaldehyd - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von PropionaldehydInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
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Description
AUSGEGEBEN AM 14. DEZEMBER 1961
B 28601 IVb /12 ο
Die unter dem Namen »Oxosynthese« bekanntgewordene Anlagerung von Kohlenoxyd und
Wasserstoff (Synthesegas) an Olefine unter dem Einfluß von Kobaltkatalysatoren bei erhöhter Temperatur
und unter erhöhtem Druck verläuft bei verschiedenen Ausgangsstoffen mit durchaus unterschiedlicher
Leichtigkeit. Man weiß, daß bei der Umsetzung des Äthylens die Reaktion mit großer
Geschwindigkeit und hoher Wärmetönung verläuft. Dementsprechend hat man für diese Reaktion
empfohlen, besondere Vorsichtsmaßnahmen, z. B. das Arbeiten in inerten organischen Lösungsmitteln
oder in wäßrigem Medium, anzuwenden. Gegenstand der deutschen Patentschrift 891 842
ist unter anderem ein Verfahren zur Herstellung von Propionaldehyd durch Oxoreaktion des Äthylens,
bei dem man dampfförmige Kobaltverbindungen, insbesondere Kobaltcarbonyl und carbonylwasserstoff,
als Katalysator verwendet und das Äthylen zunächst mit dem katalysatorhaltigen Synthesegas
unterhalb der Reaktionstemperatur, vorzugsweise bei 60 bis ioo°, vermischt und die erhaltene
Mischung auf Reaktionstemperatur, vorzugsweise 110 bis i8o°, bringt. Aber selbst bei diesem Verfahren
kann es zu örtlichen Überhitzungen kommen, die zu sekundären, die Ausbeute an monomerem
109 744/11
Propionaldehyd schädigenden Nebenreaktionen
führen,, wie ζ. B. die Aldolisierung des Aldehyds
und eine Zersetzung des Äthylens unter Rußabscheidung. Ferner hat das Verfahren den Nachteil,
daß ein Teil des Hochdruckräums für die Vermischung und Aufheizung der Gase verwendet
werden muß.
Es wurde nun gefunden, daß man diese bei der Oxoreaktion des Äthylens auftretenden Schwierigkeiten
in besonders einfacher Weise vermeidet, wenn man das Äthylen oder das katalysatorhaltige
Synthesegas oder beide auf nahezu Synthesetemperatur, mindestens aber ioo°, vorerhitzt und
zu einem Synthesegas in mindestens dem Dreifachen der theoretisch erforderlichen Menge enthaltendem
Gasgemisch intensiv, besonders mittels Mischdüse, mischt und mit hoher Geschwindigkeit
durch die Reaktionszone leitet und wenn man die Endgase nach Abtrennung des Propionaldehyds
in die Reaktionszone zurückführt. Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, daß sich das Verfahren mit
wesentlich größerer Sicherheit durchführen läßt, da die Temperatur genau eingehalten und Kohleabscheidung
und Verstopfung vermieden werden können.
Bereits bei dem Verfahren der deutschen Patentschrift
891 842 war es möglich, das Synthesegas in mehr als der theoretisch erforderlichen Menge anzuwenden.
Bei der vorliegenden Arbeitsweise ist dies eine notwendige Voraussetzung für das einwandfreie
Gelingen der Reaktion. Man wendet das Synthesegas in mindestens dem doppelten Überschuß an.
Die Ausbeute an Propionaldehyd wird indessen noch besser, wenn man noch höhere, z. B. 10- bis
2ofache Überschüsse anwendet. Die obere Grenzte ist ledig-Hch durch wirtschaftliche Überlegungen
bestimmt, Das Synthesegas wird im übrigen zweckmäßig im Kreislauf geführt und damit zur
Temperaturregelung benutzt und lediglich so viel Frischgas mit dampfförmigem Katalysator zugesetzt,
wie dem Verbrauch an Kohlenoxyd und Wasserstoff entspricht. Um einen möglichst gleichmäßigen
Dauerbetrieb mit Kreisgasumlauf durchführen zu können, hält man das Verhältnis CO : H2
auf etwa 1:1, obgleich grundsätzlich die Umsetzung auch durchführbar ist, wenn einer der
Bestandteile des Kreisgases im Überschuß ist.
Das Verfahren wird zweckmäßig in leeren Hochdruckgefäßen,
insbesondere -rohren, durchgeführt, die einzeln oder in Bündeln horizontal, vertikal
oder geneigt angeordnet sein können. Um in der Reaktionszone die optimalen Bedingungen einhalten
zu können, umgibt man die Rohre zweckmäßig mit einem Heiz- bzw. Kühlmantel, durch
'den Dampf oder geeignete Flüssigkeit zirkulieren kann. Die Strömungsgeschwindigkeit wird vorzugsweise
so gewählt, daß die Verweilzeit des Äthylens in der Reaktionszone unter 1 Stunde
liegt, zweckmäßig 2 bis 15 Minuten beträgt. Um die der Reaktion zugeführten Gase möglichst
intensiv zu mischen, bedient man sich vorzugsweise einer wirksamen Mischdüse. Eine solche ist
schematisch in der Abbildung im Schnitt beispielsweise dargestellt. Bei A tritt das eine der
Gase in das zentral gebohrte Rohr, das es mit hoher 'Geschwindigkeit bei B verläßt und wo es in
den Mischraum eintritt. Bei C tritt das andere Gas in den äußeren Ringraum ein, den es bei D verläßt.
Zur Verbesserung der Mischwirkung kann man im Ringraum schräg laufende Flächen oder
Nuten vorsehen, so daß .dem Gas ein Drall erteilt wird.
Der dampfförmige Katalysator wird zweckmäßig dem Frischgas in der Weise zugeführt, daß
man dieses oder einen Teilstrom davon kontinuierlich mit Kobalt oder in Kobaltcarbonyle
überführbare Kobaltverbindungen bei erhöhter Temperatur und unter erhöhtem Druck zusammenbringt.
Dies kann beispielsweise gemäß dem Verfahren der französischen Patentschrift 996 378
oder der britischen Patentschrift 690 149 oder auch durch-Leiten durch "die Lösung eines Kobaltsalzes
in einem hochsiedenden inerten Lösungsmittel geschehen. Die Menge des mit dem Synthesegas
eingebrachten Kobalts kann klein gehalten werden; im allgemeinen genügen 0,05 bis ο, ι % Co,
bezogen auf das umzusetzende Äthylen.
- Die Temperatur der in die Reaktionszone eintretenden Gase liegt zwischen 100 und i6o°,
zweckmäßig 20 bis 400 unterhalb des Optimums der Reaktionstemperatur; wenn diese z. B. 190 bis
210° beträgt, ist die Temperatur der Gase zweckmäßigetwa
i6o°. Man kann alle der Mischung zuzuführenden Gase auf diese Temperatur vorwärmen
oder auch einen Teil der Gase entsprechend höher.
In ein mit einem Dampfmantel versehenes leeres, senkrecht stehendes Hochdruckrohr von 5 m Länge
und 120 mm Durchmesser leitet man durch eine im oberen Fünftel eingesetzte Gasmischdüse
stündlich folgende Gasmengen: 1. 3,4Nm3 Äthylen;
2. 4,5 Nm3 eines Gemisches aus 50% CO und 5θΌ/ο H2, das vorher in üblicher Weise mit etwa
ι g Co/m3 in Form von Kobaltcarbonylhydrid
beladen wurde (Frischgas); 3. etwa 50 Nm3 eines Gemisches von etwa 60% CO, 30% H2 und 10%
C2-KW-stoffen (Kreisgas).
Alle drei Gase werden in die Düse unter einem Druck von 250 Atmosphären eingeführt, nachdem
sie auf i6o° vorgewärmt wurden, und zwar die Gase ι und 3 in den äußeren Ringraum, und das
Gas 2 in die zentrale Bohrung der Düse. Das Hochdruckrohr wird von außen mit Dampf von
i8o° geheizt. Durch die frei werdende Reaktionswärme
steigt die Innentemp-eratur bis zur Rohrmitte auf 190 bis 2io°. Das am unteren Rohrende
austretende Reaktionsgemisch gelangt in einen auf 150 gekühlten Abscheider, wo sich das gebildete
Primärprodukt flüssig abscheidet. Etwa 50 Nm3 nicht verbrauchtes Gas werden durch einen Rückflußkühler
geleitet, um die unkondensierten Aldehydreste zu verflüssigen, und darauf mittels eines
Hochdruckgebläses, z. B. einer Maulwurfpumpe, in das Rohr zurückgepumpt>: nachdem sie wiedex auf
i6o° angewärmt wurden. Das übrige nicht unigesetzte
Gas und das flüssige Produkt werden entspannt. Es werden stündlich 8,9 kg flüssiges
Produkt erhalten, das zu 90 Volumprozent aus monomeren! Propionaldehyd besteht. Etwa 10%
des eingeführten Äthylens werden zu Äthan hydriert, etwa 5 bis 6% werden nicht umgesetzt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von Propionaldehyd durch Umsetzen von Äthylen mit Kohlenoxyd und Wasserstoff bei erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur in der Gasphase in Gegenwart von Kobaltcarbonylverbindüngen als Katalysator unter Vorerhitzung und intensiver Vermischung der Reaktionsteilnehmer, Durchleiten derselben durch die Reaktionszone, Abtrennen des entstandenen Aldehyds und Kreislaufführung der Endgase, dadurch gekenn zeichnet, daß die Vorerhitzung der Reaktionsteilnehmer auf mindestens ioo° erfolgt, ein mindestens dreifacher Überschuß der theoretisch erforderlichen Menge Synthesegas verwendet wird und die Durchführung der Reaktionsteilnehmer durch die Reaktionszone mit hoher Geschwindigkeit erfolgt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 888843, 891842; USA.-Patentschrift Nr. 2327066.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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|---|---|
| DE975502C true DE975502C (de) | 1961-12-14 |
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| US2327066A (en) * | 1938-09-19 | 1943-08-17 | Roelen Otto | Production of oxygenated carbon compounds |
| DE888843C (de) * | 1942-08-11 | 1953-09-03 | Chemische Verwertungsgesellsch | Verfahren zur Herstellung sauerstoffhaltiger organischer Verbindungen |
| DE891842C (de) * | 1951-08-12 | 1953-10-01 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung sauerstoffhaltiger organischer Verbindungen |
-
1953
- 1953-11-29 DE DEB28601A patent/DE975502C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2327066A (en) * | 1938-09-19 | 1943-08-17 | Roelen Otto | Production of oxygenated carbon compounds |
| DE888843C (de) * | 1942-08-11 | 1953-09-03 | Chemische Verwertungsgesellsch | Verfahren zur Herstellung sauerstoffhaltiger organischer Verbindungen |
| DE891842C (de) * | 1951-08-12 | 1953-10-01 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung sauerstoffhaltiger organischer Verbindungen |
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