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Anordnung zum Zusammenfügen von Platten zu doppelten Wänden, Türen
u. dgl. Bei dem Aufbau von Gehäusen und Schränken, insbesondere solchen, die zur
Aufnahme von Geräten und Apparaturen der Elektrotechnik dienen, wird häufig gefordert,
daß die aus verhältnismäßig dünnen Blechen oder Platten aus Holz bzw. Kunststoff
bestehenden Wände, Türen u. dgl., sei es aus Festigkeitsgründen oder zur Verminderung
von Temperatureinflüssen, doppelwandig ausgeführt sein sollen.
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Das Zusammenfügen zweier ebener Platten in eineng vorbestimmten Abstand
voneinander zu einer Doppelwand oder Doppeltür bereitet aber Schwierigkeiten; insbesondere
dann, wenn die Randflächen ringsum glatt und dicht sein sollen und keine für eine
Verschraubung, Punktverschweißung oder ähnliche Verbindungen geeigneten Flansche
vorhanden sein dürfen. Bei einer vollkommen starren Verbindung der Plattenränder,
z. B. durch Verschweißung, treten außerdem leicht Spannungen in den Platten auf,
die Verwerfungen zur Folge haben. Ein weiteres Problem beim Aufbau solcher doppelwandiger
Schränke bildet die gegenseitige Versteifung der doppelten Wände, die auch bei größeren
Flächen notwendig ist, um derartige Verwerfungen zu verhindern, die zu der bekannten
Erscheinung der federnden Ausbauchung solcher Flächen führt. Solche Ausbauchungen
lassen sich leicht eindrücken und verursachen dabei das lästige »Dröhnet« der Gehäuse,
insbesondere, wenn es sich um Blechgehäuse handelt. Es ist bekannt, zur Vermeidung
dieser
Nachteile die. beiden parallelen Platten durch Distanzbolzen gegeneinander abz,u
stützen. Das Zusammenfügen zweier mit solchen Distanzbolzen versehener Platten zu
einer Doppelwand ist aber sehr umständlich und zeitraubend.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Anordnung zum Zusammenfügen von
Platten zu; doppelten Wänden, Türen u. dgl. für Gehäuse und Schränke; vorzugsweise
in Blechbauweise, die die vorstehend genannten Nachteile vermeidet. Diese- Anordnung
besteht gemäß der Erfindung aus auf den einander zugekehrten Flächen der zusammenzufügenden
Platten angeordneten Profilschienen,. deren jeweils 'senkrecht zu den Plattenflächen
stehende freie Schenkel mit zueinander umgebördelten Enden. versehen sind,- die
sich nach dem Zusammenfügen der Platten gegenseitig hintergreifen und` in dieser
Lage durch federnde Mittel festgehalten werden.
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Mit Hilfe dieser Anordnung können Platten in einfachster Weise lediglich
durch Aufeinanderdrücken zu doppelten Wänden zusammengefügt werden. Die so hergestellte
Verbindung ist federnd, aber nicht lösbar und kann leicht vollkommen dicht ausgeführt
werden. Zu ihrer Herstellung bedarf es keiner weiteren Verbindungsmittel, wie Schrauben
u. dgl. Durch die federnde Wirkung dieser Verbindung werden die bei anderer Verbindungsweise
meist aurltretenden Spannungen in den Platten weitgehend vermieden.
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Die Verbindung gemäß der Erfindung ist sehr vielseitig anwendbar,
wie in der folgenden Beschreibung einiger Ausführungs- und Anwendungsbeispiele gezeigt
werden soll.
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In Fig. i ist zunächst das Grundprinzip der Anordnung gemäß der Erfindung
dargestellt, und zwar im oberen Teil der Zeichnung vor untl im unteren Teil nach
dem Zusammenfügen.. Die Verbindungsmitfel sind zwei Profilschienen i und 2 in Gestalt
einfacher L-Schienen, bei denen ein Schenkelende nach außen bis zur flachen. Anlage
am den Schenkel umgebördelt ist. Diese beiden Profilschienen werden einander gegenüberstehend
auf den Flächen der zusammenzufügenden Platten auf irgendeine bekannte Weise befestigt,
bei Blechplatten vorzugsweise mittels PunktschweiBung, und zwar so, daß die umgebördelten
Enden einander zugekehrt sind. Parallel zu der einen Profilschiene i und fest mit
der gleichen Platte verbunden ist eine Hilfsschiene 3 aus federndem Material angeordnet.
Diese Hilfsschiene ist so ausgebildet, da,B sie sich mit ihrer Seitenfläche federnd
gegen den umgebördelten Teil der Profilschiene i legt. Ihr federnder Schen-: kel
ist länger als der Schenkel der Profilschiene und in seinem oberen Teil mit einer
feder,iden Abbiegung versehen.
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Beim Zusammenfügen der beiden Platten zu einer Doppelwand wird die
Profilschiene 2 zwischen Profilschiene i und Hilfsschiene 3 eingedrückt. Dabei wird
die federnde Hilfsschiene 3 zunächst abgedrückt, sie bewirkt jedoch, daß beim weiteren
Eindringen der Profilschiene :2 in den zwischen den Schienen i und 3 gebildeten
Spalt, sobald die umgebördelten Enden beider Profilschienen aneinander vorbei geglitten
sind, beide Schienen sich mit diesen umgebördelten Enden hintergreifen und in dieser
verklinkten Lage durch den seitlichen Druck der Hilfsschiene- gehalten werden, so
daß ein Wiederherausziehen der Profilschiene 2 nicht mehr möglich ist. Um ein sicheres
Einklinken zu gewährleisten, muß selbstverständlich ein gewisses Spiel zwischen
den beiden Profilschienen vorhanden sein, d. h. die Profilschiene ':2 muß sich etwas
tiefer eindrücken lassen, als für das Einklinken notwendig ist. Um jedoch nach dem
Zusammenfügen ein Klappern der Verbindung infolge des Spiels zu vermeiden, muß dafür
gesorgt werden, daß nach dem Einklinken die Enden der Umbördelungen der Profilschienen
stets fest aufeinanderliegen.Dies kann auf verschiedene Weise bewirkt werden. Bei
dem in Fig. i gezeigten Beispiel wird die Hilfsschiene selbst dazu ausgenutzt, die
Enden der Umbördelungen der Profilschienen gegeneinander zu drücken. Dies wird durch
.das abgebogene Ende der Hilfsschiene erreicht.. Die Abbiegung ist so vorgenommen,
daß sie sich beim Einführen der Profilschiene 2 kurz vor dem Einklinken gegen die
Fläche der mit der Profilschiene :2 verbundenen Platte legt. Das weitere Einführen
erfolgt dann gegen die Federkraft des abgebogenen Teils der Hilfsschiene, der dadurch
vorgespannt wird und nach dem Einklinken einen Druck auf die Gegenplatte ausübt,
der der Eindrückrichtung entgegengesetzt ist und damit die Enden der Umbördelungen
der Profilschienen@stets aufeinanderliegend hält.
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Es ist nun nicht notwendig, daß - der die beiden Profilschienen in
der Verklinkung haltende seitliche Druck durch eine federnde Hilfsschiene erzeugt
wird, sondern es kann auch die Profilschiene federnd und die Hilfsschiene starr
ausgebildet sein, oder beide Schienen können federnd sein. Zur Erhöhung der federnden
Wirkung, insbesondere bei lang ausgedehnten Verbindungsgliedern, wird die Hilfsschiene
und gegebenenfalls auch die Profilschiene an den freien Schenkelenden in Abständen
mit Schlitzen -oder Einschnitten versehen-, wie in Fig. i angedeutet ist. Die Kraft
entgegen der Einführungsbewegung, durch welche die Enden der Umbördelungen. der
Profilschienen aufeinanderliegend gehalten werden sollen, kann auch anstatt durch
die federnde Hilfsschiene durch eine federnde Einlage q. auf dem Boden des zwischen
Profilschiene i und Hilfsschiene 3" gebildeten Spaltes gebildet werden, z. B. durch
eine Gummieinlage, wie dies Fig. 2 zeigt. Hierdurch wird gleichzeitig eine vollkommen
wasserdichte Verbindung ermöglicht.
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Wie bereits erwähnt, läßt sich die Verbindung gemäß der Erfindung
sehr vielseitig anwenden. Soll beispielsweise eine Doppelwand oder Doppeltür gebildet
werden, deren Ränder vollkommen glatt sind, ,so wird man zweckmäßig die Ränder der
Platten selbst so gestalten, daß sie- den Profilschienen entsprechen. Zwei Ausführungsbeispiele
hierfür zeigen die Fig. 3 und q..
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In Fig. 3 ist - in Blickrichtung auf die Zeichnung gesehen - die untere
Platte 6 an ihren Rändern
allseitig nach oben umgebogen. Parallel
zu diesem umgebogenen Rand ist auf der Platte eine federnde Profilschiene i angeordnet,
deren senkrechter Schenkel an seinem Ende umgebördelt ist, derart, daß die Umbördelung
der Innenseite des hochgebogenen Plattenrandes zugekehrt ist. Die Gegenplatte 7
hat ebenfalls nach unten umgebogene Ränder, deren Enden jedoch wie bei der Profilschiene
i nach innen umgebördelt sind. Außerdem ist auch die Platte 7 mit federnden Hilfsschienen
3b versehen. Beim Zusammenfügen beider Platten greift das umgebördelte Ende der
Platte 7 unter die Umbördelung der Profilschiene i und wird in dieser Stellung durch
die federnden Hilfsschienen3b verriegelt, die durch ihre Gestaltung sowohl einen
seitlichen Druck auf die Profilschiene i ausüben als auch eine Kraft erzeugen, die
der Richtung des Zusammenfügens beider Platten entgegengesetzt ist.
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Bei der in Fig. q. gezeigten Ausführungsform sind beide Platten 6
und 7 an ihren umgebogenen Rändern nochmals in Richtung zueinander umgebördelt und
hintergreifen sich beim Zusammenfügen. Die Verklinkung wird gesichert durch die
federnden Hilfsschienen 3" die entweder an der oberen oder der unteren Platte befestigt
sein können.
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Die Verbindung ist auch besonders gut zum Versteifen von großflächigen
Doppelwänden, von Türen und Schränken geeignet. Zu diesem Zweck können die gegeneinander
zu versteifenden Platten mit Profilschienen bzw. Profilschienenstücken mit Hilfsschienen
gemäß Fig. i in beliebiger Zahl und geeigneter Anordnung versehen werden. Fig.5
und 6 zeigen zwei Ausführungsbeispiele solcher Versteifungen. In Fig. 5 bilden die
Versteifungen ein Kreuz. Sie bestehen aus je einer langen Profilschiene und zwei
senkrecht dazu angeordneten kurzen Profilschienen auf jeder Platte mit entsprechenden
Hilfsschienen. In Fig. 6 ist die Versteifung ringförmig ausgebildet und in der Mitte
der Plattenfläche angeordnet. Je nach Bedarf können natürlich eines oder auch mehrere
dieser ringförmigen Versteifungselemente in beliebiger Anordnung zwischen den doppelten
Wänden angeordnet sein. Dabei können für die verschiedenen Versteifungsringe auch
verschiedene Durchmesser verwendet werden.
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Die Anwendung der Erfindung ist nicht auf die Verbindung von Platten
zu doppelten Wänden u. dgl. beschränkt, sie kann vielmehr mit gleichem Vorteil auch
zum Einsetzen von Böden in Behältern sowie zum Abschluß von zylindrischen Gebilden,
wie Dosen und Röhren, durch einen Deckel u. dgl. verwendet werden. Ein Beispiel
hierfür zeigt Fig. 7.
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Hier wird die Anordnung gemäß der Erfindung dazu verwendet, einen
Behälter mit einem Wasserdicht abschließenden Boden zu versehen. Zu diesem Zweck
ist der untere Rand des Behälters io nach innen umgebördelt. Der mit dem Behälter
zu verbindende Boden besteht aus der eigentlichen Bodenplatte 8, deren Ränder nach
obeh umgebogen sind, derart, daß die Behälterwand passend in den Boden eingesetzt
werden kann, sowie aus einem federnden Profilblech 9, das mit dem Boden 8 fest verbunden
ist und dessen senkrechter Schenkel parallel zum hochgebogenen Bodenrand verläuft
und nach außen umgebördelt ist. In dem Zwischenraum zwischen Bodenrand und Profilblech
-ist eine Gummidichtung q. eingelegt. Das Profilblech weist zur Erhöhung der federnden
Wirkung senkrechte Schlitze 5 auf und ist so vorgespannt, daß sich die durch die
Schlitze gebildeten federnden Zungen 'gegen die Innenseite des Bodenrandes legen.
Beim Eindrücken des Behälters in den Boden werden die Zungen nach innen gedrückt,
bis das umgebogene Ende des Behälters in die umgebogenen Enden der Zungen einrastet.
Das federnde Profilblech und die Gummidichtung halten Behälter und Boden in gleicher
Weise zusammen wie oben bei dem Zusammenfügen von Platten bereits beschrieben.