DE9304828U1 - Patrone für Manöverzwecke - Google Patents
Patrone für ManöverzweckeInfo
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Description
G11855GD
Metallwerke Elisenhütte GmbH, Elisenhütte 10, D-5408 Nassau Patrone für Manöverzwecke
Die Erfindung betrifft Übungsmunition und insbesondere eine Patrone für Manöverzwecke, welche eine aus Metall bestehende Hülse
mit darin untergebrachter zündfähiger Treibladung und einer Anzündung für die Treibladung aufweist.
Bei Verwendung von Übungsmunition sollen sich die Waffen zwar ebenso
verhalten wie beim Abfeuern scharfer Munition, jedoch soll das Rohr
kein hartes Material wie beispielsweise das Material einer Platzpatrone verlassen. Daher ist allein aus Sicherheitsgründen das
Rohrende der Übungswaffe durch ein sogenanntes Manöverpatronengerät verschlossen.
2Q Bei einer bekannten Patrone für Manöverzwecke besteht die Hülse
und eine Geschoßimitation aus Kunststoff, der Boden der Hülse aber aus Stahl. Beim Abfeuern reißt die Geschoßimitation mit auf. Nachteilhaft
ist bei dieser bekannten Patronen für Manöverzwecke, daß das Kunststoffmaterial der abgefeuerten Patrone nur schwierig, wenn
überhaupt entsorgt werden kann. Eine zweite Schwierigkeit bei der Entsorgung liegt in der Notwendigkeit zum Trennen des aus Stahl
bestehenden Bodenstückes und dem aus Kunststoff bestehenden übrigen Teiles der Patrone. Somit bildet diese bekannte Patrone für
Manöverzwecke ein Umweltproblem, das heutzutage nicht mehr hingenommen Wird·
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Patrone für Manöverzwecke zu schaffen, die ohne Gefahr von Verletzungen Umstehender
abgefeuert werden kann und sich problemlos entsorgen läßt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Patrone für Manöverzwecke
der eingangs genannten Gattung gelöst, welche die Merkmale des
kennzeichnenden Teiles des Anspruches 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen dieser Patrone sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Patrone besteht einstückig aus einheitlichem
Metall, d.h. die Geschoßimitation ist fest mit der Hülse verbunden und kann beim Abfeuern der Patrone mit der gesamten Hülse entsorgt werden.
Da Hülse und Geschoßimitation aus demselben Material, nämlich einem Metall bestehen, ist eine preisgünstige Entsorgung möglich, da eine
Trennung entfällt.
Die einstückig mit der Hülse ausgebildete Geschoßimitation hat zudem den Vorteil, daß die Patrone zuverlässig aus dem Magazin
der Waffe zugeführt werden kann.
Es ist bevorzugt, daß die Wandstärke der die Geschoßimitation bildenden
zylindrischen Verlängerung größer als die der Hülse ist, besonders bevorzugt etwa doppelt so groß.
Nach einer weiter bevorzugten Ausführungsform weist die Hülse wenigstens eine in sie eingeformte, in radialer Richtung umlaufende,
in Längsrichtung dehnbare Rille auf. Derartige Rillen unterstützen das Entriegeln und verbessern die Verwirbelung der gezündeten Treibladung
innerhalb der Patrone. Dadurch kann die Patrone mit einem geringeren Volumen als bisher üblich ausgebildet sein und erfordert auch eine
entsprechend geringere Pulvermenge.
Es hat sich gezeigt, daß für die meisten Anwendungen die Hülse zwei
koaxial zueinander angeordnete dehnbare Rillen ausweisen sollte. Die Hülse längt sich beim Abfeuern nach hinten und unterstützt
dadurch das Entriegeln des Verschlusses des Gewehrs, in dem die Patrone verwendet wird.
Besonders geeignet ist die Patrone für Gewehre mit einem übersetzten
Masse-Feder-Verschluß, beispielsweise G 3, sie ist aber auch für Rückstoßlader und Gasdrucklader geeignet.
Das Anzündhütchen ist zudem schadstoffarm, d.h. blei- und bariumfrei.
Die in der Hülse untergebrachte Treibladung ist auf die Innenballistik
der Patrone und der Waffe abgestellt, wobei man sogar mit einer verringerten Menge Treibladung zum Erzielen der gewünschten
Wirkung der Übungsmunition auskommt. Durch eine spezielle Abbrandcharakteristik der Treibladung läßt sich die Wirksamkeit
der erfindungsgemäßen Patrone weiter verbessern.
Die die als Geschoßimitation ausgebildete zylindrische Verlängerung
verschließende aufbiegbare Faltung kann dreifach bis achtfach
sein. Besonders bevorzugt ist eine sechsfache Faltung. Eine derartige Faltung öffnet sich beim Abfeuern maximal bis in Zylinderform, reißt
also nicht aus. Es hat sich gezeigt, daß die Faltung möglichst kurz und nicht zu tief gewählt werden sollte, damit einerseits keine
Verletzungsgefahr durch ausgeworfene Hülsen mit ausgefranzten Geschoßimitation besteht, andererseits die Abdichtung in ausreichendem
oder sogar verbessertem Maße möglich ist.
Die Falten können mit Faltenschließlack, beispielsweise einem UV-Klebstoff, abgedichtet sein.
Die Hülse sowie die daran einstückig angebrachte Geschoßimitation besteht aus Metall, beispielsweise aus einer Kupferlegierung Cu Zn 28.
Der Schulterwinkel am Übergang von der Hülse zur zylindrischen Verlängerung beträgt vorzugsweise etwa 36°.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Patrone schematisch dargestellt, und zwar zeigt
Fig. 1 eine Ansicht der Patrone, teilweise im Längsschnitt, und
Fig. 2 eine Detaildarstellung gemäß dem Detail Z aus Fig. 1 in gegenüber Fig. 1 vergrößertem Maßstab.
Die in Fig. 1 dargestellte Patrone besteht aus einer hohlen, konischen Hülse 10, auf deren Hals 12 einstückig eine zylindrische
Verlängerung 20 angebracht ist. Diese zylindrische Verlängerung 20 ist an ihrem oberen Ende durch eine Faltung 22 verschlossen, wobei diese
Faltung drei- bis achtfach sein kann, im vorliegenden Beispiel sechsfach gewählt ist. Die zylindrische Verlängerung 20 verjüngt sich
vom Hals 12 der Hülse 10 zur Faltung 22 hin stufig, wobei der Übergang durch eine Schulter gebildet ist, deren Winkel zur Längsachse
der Patrone etwa 30° beträgt.
Durch die Faltung 22 wird die zylindrische Verlängerung 20 weiterhin im wesentlichen kegel stumpfförmig zulaufend verschlossen.
Auf die Faltung 22 ist weiterhin ein Faltenschließlack, beispielsweise UV-Klebstoff, aufgebracht, der die Faltung abdichtet.
Eine Schulter 14 bildet den Übergang vom Hals 12 zum eigentlichen Körper
der Hülse 10, der in seinem unteren Bereich eine Treibladung 40 enthält. Diese Treibladung 40 kann durch ein im Bodenbereich der
Hülse untergebrachtes Anzündhütchen 30 gezündet werden.
Der Körper der Hülse 10 weist zwei koaxiale, voneinander in axialer Richtung beabstandete Rillen 16,18 auf, die in Längsrichtung der
Hülse 10 dehnbar sind, so daß eine Verlängerung der Hülse 10 ermöglicht ist. Zumindest im Bereich Hals 12 und Schulter 14 ist die Wandstärke der
Hülse 10 gegenüber der der zylindrischen Verlängerung 20 deutlich geringer gewählt.
Fig. 2 zeigt eine Detailansicht aus Fig. 1, und zwar den Anschlußbereich des Anzündhütchens 30 an die Hülse 10. Das
Anzündhütchen 30 ist an drei Stellen der Hülse 10 vernietet und ansonsten mit Ringfugenlack abgedichtet. Dabei ist die untere
Bodenfläche des Anzündhütchens 30 gegenüber der Bodenfläche der Hülse 10 um einen geringen Betrag zurückversetzt.
Eine bevorzugte Länge der Patrone ist 68 mm. Die Wandstärke der zylindrischen Verlängerung beträgt etwa 0,6 mm, die Wandstärke
im oberen Hülsenbereich jedoch nur etwa 0,3 mm, ist also nahe der Schulter 14 nur halb so groß. Der Durchmesser der zylindrischen
Verlängerung kann beispielsweise 7,25 mm betragen.
Die Länge der Geschoßimitation gewährleistet eine zuverlässige Zufuhr
der Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager der Waffe. Der Schulterwinkel, hier 36° gewählt, sorgt für eine bessere Anlage
im Patronenlager, was auch die Entriegelung der Waffe begünstigt.
Der verwendete UV-Klebstoff wird beim Öffnen der Faltung 22 in ungefährliche staubförmige Partikel zerlegt, die eine Papierscheibe
mit einem Flächengewicht von 100 g/m und einer Dicke von 0,1 mm in 3 m Entfernung nicht durchschlagen.
Insgesamt steht damit eine problemlos zu entsorgende Übungsmunition
zur Verfugung.
Tö/su
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Claims (10)
1. Patrone für Manöverzwecke, mit einer aus Metall bestehenden Hülse, welche eine zündfähige Treibladung enthält und eine
Anzündung für die Treibladung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (10) einstückig mit
einer an ihren Hals (12) angeformten zylindrischen Verlängerung (20) in Form der Imitation eines Geschosses versehen ist, deren
vorderes Ende mittels einer aufbiegbaren Faltung (22) verschlossen ist.
2. Patrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke
der zylindrischen Verlängerung (20) größer als die der Hülse (10) ist.
3. Patrone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wandstärke der zylindrischen Verlängerung (20) etwa doppelt so groß wie die der Hülse (10) ist.
4. Patrone nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (10) wenigstens eine eingeformte, in radialer Richtung umlaufende, in Längsrichtung der Hülse unter dem Druck der
gezündeten Treibladung dehnbare Rille (16,18) aufweist.
5. Patrone nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (10)
zwei koaxial zueinander angeordnete dehnbare Rillen (16,18) aufweist.
6. Patrone nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anzündung (30) für die Treibladung blei- und bariumfrei ist.
7. Patrone nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Faltung (22) drei- bis achtfach, bevorzugt sechsfach, ist.
8. Patrone nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
5 daß die Faltung (22) durch einen UV-härtbaren Lack verschlossen ist.
9. Patrone nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (10) und die zylindrische Verlängerung (20) aus einem Metall, beispielsweise einer Kupferlegierung wie Cu Zn 28, bestehen.
10. Patrone nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Winkel der den Übergang von der Hülse (10) zu dem zylindrischen Hals (12) bildenden Schulter (14) 36° beträgt.
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| DE9304828U DE9304828U1 (de) | 1993-03-30 | 1993-03-30 | Patrone für Manöverzwecke |
Publications (1)
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Family Applications (1)
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| GB (1) | GB2276705B (de) |
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| DE29517208U1 (de) * | 1995-10-31 | 1997-02-27 | Diehl GmbH & Co, 90478 Nürnberg | Hülse für pyrotechnische Ladungen |
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- 1993-03-30 DE DE9304828U patent/DE9304828U1/de not_active Expired - Lifetime
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1994
- 1994-03-29 GB GB9406214A patent/GB2276705B/en not_active Expired - Fee Related
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| DE102019105988A1 (de) * | 2019-03-08 | 2020-09-10 | Ruag Ammotec Ag | Energiespeicherzelle, Energiespeicher sowie Verfahren zum Herstellen einer Energiespeicherzelle |
Also Published As
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| GB9406214D0 (en) | 1994-05-18 |
| GB2276705A (en) | 1994-10-05 |
| GB2276705B (en) | 1996-05-29 |
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