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Armprothese Die Erfindung betrifft eine Armprothese, bei der das Handgelenkstück
so unterteilt ist, daß die Kunsthand auswechselbar ist, und ist in den Ansprüchen,
auf die hier Bezug genommen wird, gekennzeichnet.
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Die in dem Folgenden angeführten Begriffe Handstück, Handgelenkstück
und Unterarmstück sind leicht auf andere künstliche Gliedmaßen, wie dies dem Fachmann
selbstverständlich ist, zu übertragen.
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Es sind Armprothesen bekannt, die ein Handstück aufweisen, das gegenüber
dem Armstück drehbar ist oder das vom Armstück abgenommen werden kann. Im allgemeinen
werden bei derartigen Armprothesen Einrichtungen verwendet, mittels deren das Handstück
in einer Reihe von Winkelstellungen festgestellt werden kann. Bei entsprechender
Betätigung der Einrichtung wird das Handstück so freigegeben, daß es in eine andere
Winkelstellung verdrehbar ist. Ebenso ist es kannt, bei solchen Armprothesen eine
Verschlußeinrichtung vorzusehen, die bei entsprechender Betätigung eine leichte
und schnelle Abnahme der Kunsthand von dem Armstück zuläßt, so daß verschiedene
Ausführungsformen von Handstücken je nach Bedarf gegeneinander ausgetauscht werden
können.
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Armprothesen dieser Art sind entweder am Handgelenk oder in der Mitte
des Unterarmstückes unterteilt. Wenn das Handstück nur auswechselbar sein soll,
wird im allgemeinen eine Unterteilung im Handgelenk bevorzugt, weil die Verschlußeinrichtung
so leichter zugänglich ist. Eine derartige Unterteilung weist jedoch in dem Fall,
daß das Handstück gegenüber dem Armstück drehbar sein soll, den Nachteil auf, daß
das Handgelenk kreis-
rund ausgebildet werden muß. Da die natürliche
Form des. Handgelenkes oval ist, ergibt sich dadurch ein unschönes Aussehen. Wenn
bei Unterteilung der Prothese im Handgelenk dieses oval ausgebildet werden würde,
würden die aneinander angrenzenden. ovalen Stirnfiächen des Handstückes und des
Armstückes beim Verdrehen des Handstückes aus der Mittellage außer Deckung kommen
und überstehen.
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Wenn das Handstück drehbar angeordnet sein soll, ist eine Unterteilung
der Armprothese in der Mitte des Unterarmes zu bevorzugen. Da in diesem Falle das
Handgelenk nicht unterteilt-istj kann es oval ausgebildet werden. Die erforderliche
kreisrunde Ausbildung des Unterarmstückes an der Schnittstelle stimmt einigermaßen
mit der natürlichen Gestaltung des Unterarmes überein und stört daher nicht. Die
Unterteilung des Unterarmstückes bringt jedoch den Nachteil mit sich, daß das Auswechseln
des Handstückes erschwert ist, insbesondere, wenn die übliche, mit langen Armeln
versehene Kleidung getragen wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Armprothese so auszubilden,
daß das Handgelenkstück die erwünschte ovale Form erhält und das Handstück gegenüber
dem Armstück drehbar und auswechselbar ist, wobei die Nachteile der bekannten Ausführungsformen
vermieden werden sollen.
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Insbesondere soll die Prothese ein geschmackvolles Aussehen erhalten
und keine vorstehenden oder iiberstehenden Teile aufweisen.
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Dies wird im wesentlichen dadurch ermöglicht, daß einerseits das
Handgelenkstück so unterteilt ist, daß das Handstück ausgewechselt werden kann,
und andererseits das Unterarmstück, beispielsweise in der Mitte, unterteilt ist,
so daß das Handstück-und das untere Teilstück des Unterarmstückes gegenüber dem
oberen Teilstück des Unterarmstückes drehbar sind. An dem Handstück und an dem unteren
Teilstück des Unterarmstückes können so Handgelenkplatten angeordnet sein, die im
wesentlichen den erwünschten ovalen Querschnitt aufweisen, während das Unterarmstück
an der Schnittstelle kreisrund ausgebildet ist. Wenn dementsprechend beim Einsetzen
des Handstückes in das Unterarmstück die Handgelenkplattell sich decken, wird ein-ovales
Handgelenk gebildet.
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Das Unterarmstück ist also unterteilt in ein oberes und in ein unteres
Teilstück, die mif kreisrunden Flächen aneinander anschließen: Das untere Teilstück
des Unterarmstückes ist gegenüber dem oberen Teilstück drehbar gelagert und in mehreren
Winkelstellungen feststellbar. Vorzugsweise weist die Armprothese gemäß der Erfindung
Betätigungseinrichtungen auf; die einerseits ein Feststellen und Lösen der Hand
in dem Unterarmstück und andererseits eine Einstellung des Handstückes mit dem Unterarmstück
in verschiedenen Winkelstellungen zulassen. Die Betätigungsglieder dieser Einrichtungen
werden zweckmäßigerweise so angeordnet, daß sie nicht oder nur wenig über die anschließende
Fläche des Armstückes hervorstehen, wodurch- sich ein gefälligeres Aussehen ergibt.
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In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform einer Armprothese
gemäß der Erfindung beispielsweise dargestellt. Es zeigt Fig. I schematisch eine
Seitenansicht der Armprothese, Fig. 2 in vergrößertem Maßstab eine teilweise ausgebrochene
Seitenansicht des unteren Teilstückes des Unterarmstückes mit dem Handgelenk, Fig.
3 einen Schnitt längs der LinieIII-III in Fig. 2 und Fig. 4 einen Schnitt längs
der Linie IV-IV in Fig. 2.
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Das Unterarmstück ist etwa in der Mitte bei I unterteilt, so daß
sich ein oberes Teilstück 2 und ein unteres Teilstück 3 des Unterarmstückes ergibt.
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Das obere-Ende des -oberen Teilstückes 2 ist am Oberarm 4 mittels
eines entsprechenden Ellbogengelenkes befestigt.
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Das untere Ende des oberen Teilstückes 2 ist im Querschnitt kreisrund
ausgebildet und weist ein nicht dargestelltes Lager auf, in dem das untere Teilstück
3 drehbar angeordnet ist. Das obere Ende des unteren Teilstückes 3 weist, wie insbesondere
Fig. 4 zeigt, ebenfalls einen kreisrunden Querschnitt auf. Es enthält eine Einrichtung,
mittels deren das untere Teilstück 3 mit einem Handstück 5 in verschiedenen Winkelstellungen
festgestellt oder zur freien Verdrehung freigegeben werden kann. In dem unteren
Ende des unteren Teilstückes 3 ist eine Handgelenkplatte 6 angeordnet, an der das
Handstück 5, das eine ähnlich ausgebildete Eandgelenkplatte 7 aufweist, befestigt
wird. Die Handgelenkplatten 6 und 7 sind der natürlichen Form des Handgelenkes angepaßt,
also im wesentlichen oval ausgebildet.
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Das im einzelnen nicht dargestellte, an der Stelle der Unterteilung
I angeordnete Lager zwischen dem oberen Teilstück 2 und dem unteren Teilstück 3
des Unterarmstückes wird von einem an dem unteren Ende des oberen Teilstückes 2
angeordneten, nach innen gerichteten Flansch und von dem oberen Ende des unteren
Teilstückes 3 gebildet, wobei die Außenflächen-des Flansches und des oberen Endes
des unteren Teilstückes 3 in einer rechtwinklig zu der Achse des Unterarmstückes
liegenden Fläche aneinanderstoßen. An der Innenfläche des Flansches liegt eine kreisrunde
Platte an, die an dem oberen Ende des Unterarmstückes in der Mitte befestigt ist
und so den Flansch in seiner Lage hält.
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Der Flansch ist mit mehreren, - in gleichen Winkel abständen voneinander
angeordneten Bohrungen, vorzugsweise mit fünf Bohrungen, versehen, in die ein in
einer Hülse g gleitend gelagerter Verschlußbolzen 8 je nach der Stellung des unteren
Teilstückes 3 wechselweise eintreten kann.
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Der Verschlußbolzen 8 kann entgegen der Wirkung einer Feder so parallel
zur Achse des Unterarmstückes zurückgezogen werden, so daß das untere Teilstück
3 des Unterarmstückes sich gegen das obere Teilstück 2 frei drehen kann. Wenn der
Verschlußbolzen 8 freigegeben wird, drückt ihn die Feder Io in eine der Bohrungen,
wodurch das
untere Teilstück 3 in der gewünschten Winkelstellung
festgestellt wird.
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Wie bereits angeführt, wird der Verschlußbolzen 8 durch die Feder
10 in seine Verschlußstellung getrieben. Er kann durch eineBetätigungseinrichtung,
die eine kleine Fingerplatte 1I aufweist, entgegen der Wirkung der Feder 10 zurückgezogen
werden. Die Fingerplatte II liegt so in einem Durchbruch des unteren Teilstückes
3 des Unterarmstückes, daß sie nur leicht über die äußere Oberfläche des Unterarmes
hervorsteht. Die Fingerplatte II kann entgegen der Wirkung einer Feder nach innen
gedrückt werden, die sie, wenn sie losgelassen wird, wieder in ihre äußere Stellung
zurückführt. Die Fingerplatte II sitzt auf einer Lagerplatte 12, die sich nach innen
erstreckt und eine Sperrklinke I3 trägt. Die Sperrklinke I3 wird durch eine Feder
14 in die Sperrzähne eines auf der Hülse 9 des Verscnlußbolzens 8 drehbar gelagerten
Sperrades 15 gedrückt.
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Das Sperrad 15 trägt an seiner Stirnseite eine Reihe von Nocken I6
und 16>i, die einen auf dem Verschlußbolzen 8 befestigten, sich rechtwinklig
zu diesem erstreckenden und in einem Schlitz in der Hülse g gleitenden Stift I7
betätigen. Wenn die Fingerplatte ii nach innen gedrückt wird, wird das Sperrad 15
gedreht, wobei der Stift I7 in einen tiefen Nockensattel I6 oder einen flacheren
Nockensattel I6A aufläuft. Die flachen Nockensättel 16A halten den Verschlußbolzen
8 so weit zurück, daß dieser nicht in eine der Bohrungen des oberen Teilstückes
2 des Unterarm stückes eingreifen kann, während die tieferen Nocken,sättel I6 es
ermöglichen, daß der Verschlußbolzen 8 in eine der Bohrungen eindringt und so das
Handstück 5 und das untere Teilstück 3 gegen Verdrehung gegenüber dem oberen Teilstück
2 des Unterarmstückes sichern.
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Das Handstück 5 wird an der Handgelenkplatte 6 im wesentlichen in
der üblichen Weise befestigt.
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An dem Handstück 5 ist ein in axialer Richtung von diesem abstehender
Verbindungsbolzen I8 angeordnet, der von einer sich von der Handgelenkplatte 6 in
axialer Richtung in das untere Teilstück 3 des Unterarmstückes erstreckenden Mittelhülse
19 aufgenommen wird. Der Verbindungsbolzen I8 weist einen abgerundeten oder kugelstumpfförmigen
Kopf I8A auf, der durch eine Ringnut I8s abgesetzt ist. Wenn der Verbindungsbolzen
18 in die Mittelhülse I9 eingesetzt wird, biegt der Kopf I8A eine unter dem Druck
einer Feder 2I stehende Sperrklinge 20 aus, bis diese unter der Wirkung der Feder
2I in die Ringnut I8B einrastet und so ein Abziehen des Handstückes 5 verhindert.
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Damit eine Verdrehung des Handstückes 5 gegenüber dem unteren Teilstück
3 des Unterarmstückes verhindert wird, ist in der Mittelhülse 19 in der Nähe ihres
inneren Endes eine Querleiste IgA angeordnet, die in einen quer in dem Kopf I8A
eingelassenen Schlitz IgB beim Einsetzen des Handstückes 5 einrastet und so eine
Verdrehung des Handstückes gegenüber dem unteren Teilstück 3 des Unterarmstückes
verhindert. Zum Abnehmen des Handstückes 5 wird die Sperrklinge 20 aus der Ringnut
I8B herausgezogen, so daß der Verbindungsbolzen I8 aus der Hülse 19 gezogen werden
kann. Die Sperrklinge 20 wird durch eine außen gelegene Fingerplatte oder Druckknopf
21A betätigt, die ähnlich ausgebildet ist wie die Fingerplatte II. Im allgemeinen
wird die Fingerplatte 2IA etwas kleiner ausgebildet sein als die Fingerplatte II.
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Die Sperrklinge 20 tritt durch einen am Umfang der Mittelhülse I9
angeordneten Schlitz in diese ein. Die Sperrklinge 20 bildet einen Teil des halbringförmigen
Hebels 20A, der bei 20B auf der Hülse 19 drehbar gelagert ist. Das eine Ende des
Hebels 20A liegt an einem Bolzen 22 an, der in einem an der Innenseite des Armgehäuses
angeordneten Lager 22A gleitend gelagert ist. Der Bolzen 22 ist mit seinem anderen
Ende an der Unterseite der Fingerplatte 2IA befestigt.
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An dem anderen Ende des Hebels 20A greift die Zugfeder 21 an. Wenn
die Fingerplatte 21A eingedrückt wird, dreht der Bolzen 22 den Hebel 20A um sein
Lager 20B und hebt die Sperrklinge 20 an.
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Wenn die Fingerplatte 21A freigegeben wird, zieht die Feder 21 die
Sperrklinge 20 nach innen und drückt das Fingerstück nach außen.
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FATENTANSPRÜCHE I. Armprothese, deren Handgelenkstück so unterteilt
ist, daß die Kunsthand auswechselbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß an der Kunsthand
(5) und an dem Unterarmstück (2, 3) Handgelenkplatten (6, 7) von im wesentlichen
ovaler Form angeordnet sind und daß das Unterarmstück (2, 3) vorzugsweise in der
Mitte an einer Stelle (I) mit im wesentlichen kreisrundem Umfang so unterteilt ist,
daß der untere Teil (3) des Unterarmstückes mit der Kunsthand (5) gegenüber dem
oberen Teil (2) des Unterarmstückes verdrehbar ist.