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Gerät zur Geschlechtsbestimmung von Eintagsküken
Die Geschlechtsbestimmung
von Eintagsküken wird bisher im allgemeinen durch Kükensortierer nach der sogenannten
japanischen Methode von Hand vorgenommen. Für die Tätigkeit als Kükensortierer sind
nur verhältnismäßig wenige Menschen geeignet, und die Ausbildung für diesen Beruf
nimmt geraume Zeit in Anspruch. Da das Sortieren von Eintagsküken unter Zuhilfenahme
einer ungewöhnlich hellen Beleuchtung und einer Lupenbrille vorgenommen werden muß,
erleiden diese Kükensortierer meistens schon nach zweijähriger Tätigkeit derartige
Sehschäden, daß sie deswegen ihren Beruf nicht fortsetzen können. Welche Anforderungen
an Kükensortierer gestellt werden, geht schon daraus hervor, daß sie bei der von
ihnen abzulegenden Prüfung innerhalb einer knappen Stunde von 200 Küken bei mindestens
8o0/o das Geschlecht richtig bestimmen müssen.
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Selbst bei großer Geschicklichkeit solcher Kükensortierer ist ihre
Tätigkeit eben doch mit erheblichen Unsicherheitsfaktoren belastet; auch ist die
Anzahl von Küken, bei denen sie innerhalb einer bestimmten Zeit eine Geschlechtsbestimmung
vornehmen können, trotz der obengenannten Zahl naturgemäß beschränkt. Im übrigen
kann der Sortierer mit Hilfe der japanischen Methode am äußeren Teil des Mastdarmes
nur die sekundären Geschlechtsmerkmale erkennen.
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Man hat versucht, die hier aufgezeigten Mängel beim Sortieren von
Eintagskülcen durch Menschenhand durch Zuhilfenahme eines Gerätes zu beseitigen,
das an seinem zylinderförmigen Hauptkörper eine Sonde besitzt, die durch die Kloake
des Kükens in den Mastdarm eingeführt und somit eine Bestimmung der primären Geschlechtsmerkmale
vorgenommen wird. Im rechten Winkel zum Haupt-
körper ist ein weiterer
zylinderförmiger Körper angeordnet, der eine Lichtquelle enthält, deren Lichtstrahl
über eine Kondensorlinse, eine Irisblende und eine Reflektorglasfiäche innerhalb
von zwei Glaszylindern mit zwei Fenstern in die Sonde gelenkt wird; hierdurch wird
der Mastdarm ausgeleuchtet, so daß sich durch die dünne Darmwand hindurch eine Geschlechtsbestimmung
vornehmen läßt. An dem der Sonde gegenüberliegenden anderen Ende des Hauptkörpers
befindet sich eine Vefgrößerungslinse, durch welche der Beschauer über die Sonde
den Mastdarm und seine Umgebung betrachten kann.
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Bei einem solchen Gerät hängt die Betriebssicherheit in erheblichem
Umfange von der Zahl seiner Einzelteile ab, von denen jedes eine Störungsquelle
bedeuten kann. Solche Störungsquellen sind insbesondere die obengenannte Kondensorlinse,
die Irisblende, die Reflektorglasfläche usw., die besonders empfindlich sind und
bei einem womöglichen Hinfallen des Gerätes leicht beschädigt, zumindest gelockert
werden können.
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Bei dem genannten Gerät dient der die Lichtquelle aufnehmende Zylinder
gleichzeitig als Handgriff, was besonders dazu beiträgt, die Lichtquelle empfindlich
zu machen; im übrigen werden hierbei durch die zufassende Hand die in dem seitlichen
Zylinder angeordneten Luftlöcher verdeckt.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Gerät, bei dem die hier geschilderten
Mängel vollkommen vermieden werden. Es besitzt nur ein in einer Augenmuschel befindliches
Objektiv, das vom Untersuchenden durch Verschiebung innerhalb gewisser Grenzen auf
die richtige Bildschärfe eingestellt werden kann, so daß das Objektfeld ver- -größert,
beispielsweise verdoppelt werden kann.
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Kondensorlinse, Irisblende, Reflektorglasfläche mit den mit zwei Fenstern
versehenen Glaszylindern kommen gänzlich in Fortfall, so daß dadurch die Zahl der
Störungsquellen erheblich herabgesetzt wird. Die Lichtquelle ist nicht im rechten
Winkel zum Hauptkörper angeordnet; sondern unter einem spitzen Winkel, vorzugsweise
von etwa 300, so daß sie dadurch an den Hauptkörper näher herangebracht wird, wodurch
eine wesentliche Platzersparnis eintritt. Auch dient hier das Lampengehäuse nicht
als Handgriff. Das Licht kann von der Lichtquelle her unmittelbar in die Sonde ein-und
durchfluten, so daß dadurch der direkte Strahlengang in die Sonde ohne Zuhilfenahme
einer Reflektorfläche ermöglicht wird.
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Abgesehen von den hier geschilderten Vorteilen ist besonderer Wert
darauf gelegt worden, das Gewicht des Gerätes gegenüber dem bekannten ganz erheblich
herabzusetzen. Infolgedessen kann der Sortierer das Gerät leichter und sicherer
handhaben, Verletzungen des zarten Kükens sind hierbei so gut wile ausgeschlossen
und die Widerstandsfähigkeit gegen Fallen, Stoßen oder sonstige mechanische Beanspruchungen
ist erheblich größer.
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Durch die Verwendung besonders dünnen Materials wird das Gerät im
ganzen elastischer und damit unempfindlicher.
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Im folgenden ist das Gerät im einzelnen geschildert. Es zeigt Abb.
I eine Gesamtansicht des Gerätes nach dem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel
in natürlicher Größe, Abb. 2 dasselbe Gerät im Längsschnitt, wobei es in seine Einzelteile
zerlegt ist.
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Das Geschlechtsbestimmungsgerät besteht aus einer Augenmuschel I,
in die ein Objektivgehäuse 2 mittels Gewinde hineingeschraubt ist. Innerhalb des
Objektivgehäuses befindet sich eine mit einer kleinen kreisförmigen Öffnung versehene
Blende 3, auf welche ein achromatisches Objektiv 4, beispielsweise mit einer Brennweite
von 8,5 cm, aufgesetzt ist und mittels einer als Vorblende ausgebildeten Buchse
5 in seiner Stellung festgehalten wird.
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Unterhalb des Objektivgehäuses 2 ist ein äußeres Einblickrohr 6 angebracht,
das auf einem an seinem einen Ende mit zwei einander gegenüberliegenden Schlitzen
versehenen inneren Einblickrohr 7 verschiebbar angeordnet ist. Am anderen Ende des
inneren Einblickrohrs 7 befindet sich ein Gewinde 8, mittels dessen es mit einer
Rohrgabel 9 verschraubt ist. Die Rohrgabel 9 hat einen unter einem spitzen Winkel,
vorzugsweise von 300, angeordneten Rohrzweig I0, auf den eine Lichtquelle aufgesetzt
ist.
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In die Rohrgabel 9 ist eine Sonde 1I eingesetzt, die in Abb. 2 an
der Stelle gezeigt ist, die ihrer Lage im zusammengesetzten Gerät nach Abb. 1 entspricht;
die Rohrgabel 9 hat, um das Einsetzen der Sonde Im bewerkstelligen zu können, einen
Segmentausschnitt 12. Die Sonde ei ist so ausgebildet, daß kurz unterhalb ihres
in die Rohrgabel 9 eingesetzten Endes ein Abzweig 13 ebenfalls unter einem spitzen
Winkel, vorzugsweise von 300, angeordnet ist, der nach dem Einsetzen in die Rohrgabel
9 in den Rohrzweig I0 hineinragt.
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Die Sonde ist am anderen, in die Kloake des Kükens einzuführenden
Ende abgeschrägt.
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Auf dieses andere Ende der Sonde ist eine Spannzange 14 in Form eines
an seinem einen Ende mit einem aufgesetzten Segment 15, versehenen Röhrchens aufgeschoben,
so daß der Segmentausschnitt 12 der Rohrgabel 9 mit dem Segment I5 in Eingriff kommt
und dadurch die Spannzange 14 gegen Verdrehen gesichert ist. Am anderen Ende der
Spannzange befindet sich ein Gewinde I6. Über die Spannzange ist eine Blende I7
in Form eines mit einem Segmentausschnitt 18 versehenen Röhrchens so weit aufgeschoben,
daß dadurch der Segmentausschnitt I2 der Rohrgabel 9 verdeckt wird. Aus dem anderen
Ende der Blende I7, an der seitlich ein Fingergriff 19 angeordnet ist, ragt das
Gewinde 16 der Spannzange 14 heraus.
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Auf dieses Gewinde I6, das seitlich mit zwei gegenüberliegenden Schlitzen
versehen ist, ist die Überwurfmutter 20 aufgeschraubt, womit nunmehr das gesamte
Gerät zusammengesetzt ist.
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Die auf den Rohrzweig 10 der Rohrgabel 9 aufgesetzte Lichtquelle
21 besteht aus einem Lampengehäuse 22, einer an diesem angeordneten Steckdose 23
und einer im Lampengehäuse untergebrach
ten Glühlampe 24. Das Lampengehäuse
22 ist so weit auf den Rohrzweig 10 aufgeschoben, daß zwischen Glühlampe 24 und
Lichteinfallfläche des Abzweigt 13 der Sonde II ein als Wärmeisolierung dienender
Luftraum verbleibt. Entsprechend dem spitzen Winkel, unter dem der Rohrzweig 10
an der Rohrgabel g bzw. der Abzweig I3 an der Sonde II angeordnet ist, ist der Lichteinfiutungswinkel
zwischen Lichtquelle und Sonde ebenfalls spitz.
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Die Stromzuführung erfolgt, soweit Wechselstrom vorhanden ist, aus
dem Netz über einen Kleinsttransformator und Liliputanschlußschnüre, die an beiden
Enden einen zweipoligen Stecker besitzen. Wird das Netz mit Gleichstrom gespeist,
so entfällt der Transformator, und es ist eine entsprechende Batterie zu verwenden.
Die Glühlampe ist für eine Stromspannung von 2,8 Volt und eine Stromstärke von o,25
Amp. vorgesehen. Eine besondere Einstellung der Glühlampe ist nicht erforderlich,
da bei der beschriebenen Bauart des Gerätes ein weiteres Linsensystem entfällt.
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Durch den dichten Einschluß der Glühlampe in das Gerät wird die Lichtquelle
voll ausgebeutet und die gesamte Lichtflut wird der Sonde zugeführt, so daß damit
eine sehr gute Beleuchtung des Objektfeldes erzielt wird.
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Trotz der engen und lichtdichten Bauweise kann eine störende Erwärmung
des Gehäuses auch bei Dauerbetrieb nicht eintreten, da durch die geringe Stromentnahme
von 0,25 Amp. nur eine unbedeutende Erwärmung eintritt. Dadurch entfällt auch die
Anordnung von Entlüftungsöffnungen.
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Das in der Augenmuschel 1 bzw. im Objektivgehäuse 2 untergebrachte
Objektiv 4 kann mittels des auf dem inneren Einblickrohr 7 verschiebbar angeordneten
äußeren Einblickrohrs 6 auf die entsprechende Bildschärfe zum Objektfeld leicht
und genau eingestellt werden, ähnlich wie beim Fernrohr.
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Nach Abschrauben der Üherwurfmutter 20 lassen sich Blende 17, Spannzange
14 und Sonde 11 mit wenigen Handgriffen ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen schnell
entfernen. Somit kann die Sonde gereinigt bzw. sterilisiert oder auch gegen eine
Ersatzsonde ausgewechselt werden. Eine Sterilisation kann beispielsweise erforderlich
sein, um beim Wechsel der zu untersuchenden Kükenstämme eine etwaige Übertragung
von Krankheiten zu verhindern. Das Aufsetzen der Lichtquelle 2I auf den Rohrzweig
10 bzw. das Entfernen kann ebenfalls mit einem leichten Griff vorgenommen werden.
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Die Augenmuschel 1, Blende 3, Buchse 5 sowie die an der Lichtquelle
21 angebrachte Daumenplatte bestehen im vorliegenden Ausführungsbeispiel vorzugsweise
aus Hartgummi, die Steckdose 23 aus Vulkanfiber und sämtliche Gehäuseteile des Gerätes
einschließlich des Lampengehäuses aus poliertem und verchromtem Spezialstahl von
hoher Festigkeit. Die Sonde besteht aus Glas, vorzugsweise organisches Glas, das
beim Sterilisieren Temperaturen bis zu 800 auszuhalten imstande ist.
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Die Wandstärke der Gehäuseteile beträgt im Durchschnitt etwa 0,25
mm, so daß das gesamte Gerät trotz seiner Stabilität gegenüber mechanischer Beanspruchung
ein sehr geringes Gewicht hat, das einschließlich der Liliputanschlußschnüre etwa
25 g beträgt. Ein so geringes Gewicht ist für die praktische Durchführung der Geschlechtsbestimmung
von ausschlaggebender Bedeutung, weil es nur dadurch möglich ist, das Gerät mit
Leichtigkeit zu hantieren und damit Verletzungen des Eintagskükens zu vermeiden.
Ein Eintagsküken wiegt etwa 40 g, so daß die Gewichte von Gerät und Küken in einem
günstigen Verhältnis aufeinander abgestimmt sind.