DE927037C - Kapazitives Mikrophon mit veraenderbarer Richtcharakteristik - Google Patents
Kapazitives Mikrophon mit veraenderbarer RichtcharakteristikInfo
- Publication number
- DE927037C DE927037C DEP34850A DEP0034850A DE927037C DE 927037 C DE927037 C DE 927037C DE P34850 A DEP34850 A DE P34850A DE P0034850 A DEP0034850 A DE P0034850A DE 927037 C DE927037 C DE 927037C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- microphone
- microphones
- voltage
- combination
- bias
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 239000012528 membrane Substances 0.000 claims description 29
- 230000035945 sensitivity Effects 0.000 claims description 19
- 230000036316 preload Effects 0.000 claims description 8
- 239000003990 capacitor Substances 0.000 claims description 6
- 238000010521 absorption reaction Methods 0.000 claims description 2
- 230000002146 bilateral effect Effects 0.000 claims description 2
- 230000007704 transition Effects 0.000 description 4
- 239000002775 capsule Substances 0.000 description 3
- 230000007423 decrease Effects 0.000 description 3
- 238000010586 diagram Methods 0.000 description 3
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 3
- 210000003734 kidney Anatomy 0.000 description 3
- 238000000034 method Methods 0.000 description 3
- 238000000926 separation method Methods 0.000 description 3
- 239000013598 vector Substances 0.000 description 3
- 230000033228 biological regulation Effects 0.000 description 1
- 230000001427 coherent effect Effects 0.000 description 1
- 230000001276 controlling effect Effects 0.000 description 1
- 238000005516 engineering process Methods 0.000 description 1
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 description 1
- 238000003825 pressing Methods 0.000 description 1
- 230000001105 regulatory effect Effects 0.000 description 1
- 230000001960 triggered effect Effects 0.000 description 1
Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04R—LOUDSPEAKERS, MICROPHONES, GRAMOPHONE PICK-UPS OR LIKE ACOUSTIC ELECTROMECHANICAL TRANSDUCERS; DEAF-AID SETS; PUBLIC ADDRESS SYSTEMS
- H04R19/00—Electrostatic transducers
- H04R19/04—Microphones
-
- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04R—LOUDSPEAKERS, MICROPHONES, GRAMOPHONE PICK-UPS OR LIKE ACOUSTIC ELECTROMECHANICAL TRANSDUCERS; DEAF-AID SETS; PUBLIC ADDRESS SYSTEMS
- H04R1/00—Details of transducers, loudspeakers or microphones
- H04R1/20—Arrangements for obtaining desired frequency or directional characteristics
- H04R1/32—Arrangements for obtaining desired frequency or directional characteristics for obtaining desired directional characteristic only
- H04R1/40—Arrangements for obtaining desired frequency or directional characteristics for obtaining desired directional characteristic only by combining a number of identical transducers
- H04R1/406—Arrangements for obtaining desired frequency or directional characteristics for obtaining desired directional characteristic only by combining a number of identical transducers microphones
Landscapes
- Physics & Mathematics (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Acoustics & Sound (AREA)
- Signal Processing (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Otolaryngology (AREA)
- Electrostatic, Electromagnetic, Magneto- Strictive, And Variable-Resistance Transducers (AREA)
- Details Of Audible-Bandwidth Transducers (AREA)
Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 28. APRIL 1955
p 34850 Villa j 2IO2· D
ist als Erfinder genannt worden
Die Erfindung betrifft ein kapazitives (Kondensator-) Mikrophon, bei dem mehrere Einzelmikrophone zu
einer Kombination mit veränderbarer Richtcharakteristik vereinigt sind.
Unter den hochwertigen Mikrophonen eignet sich besonders das kapazitive Mikrophon wegen seiner
geringen Abmessungen zur Herstellung von Richtcharakteristiken mit bevorzugt einseitiger oder zweiseitiger
Schallaufnahme. Solche Charakteristiken sind in der Praxis als Nieren- (Kardioiden-) oder Achtercharakteristiken
bekannt. Die gerichtete Schallaufnahme mit solchen Mikrophonen ist oft sehr vorteilhaft.
So kann man z. B. mit einem gerichteten Mikrophon aufnahmeseitig den Einfluß übertriebenen Nachhalls
mindern oder in normalen Räumen wegen der geringeren Schallaufnahme den Abstand zwischen Klangkörper
und Mikrophon erheblich vergrößern, ohne daß das Klangbild verwaschen wird. Im praktischen Betrieb
wird in jedem Einzelfall erprobt, welche der drei Charakteristiken zu wählen ist. Es ist also ein dringendes
Erfordernis in der Schallaufnahmetechnik, Mikrophone verschiedener Charakteristiken leicht
gegeneinander austauschen zu können.
Da ein kapazitives Mikrophon stets unmittelbar mit einem Verstärker verbunden sein muß, ist es heute
üblich, die kapazitiven Systeme (Kapseln) durch eine Steckvorrichtung mit dem Verstärker zu verbinden,
damit sie ausgewechselt werden können. Es ist aus diesen Gründen verständlich, wenn man versucht hat,
Mikrophone zu bauen, deren Charakteristik durch einfache Betätigung eines Schalters geändert werden
kann. Bisher ist unter den kapazitiven Empfängern jedoch nur ein Mikrophon dieser Art bekannt. Bei
diesem Mikrophon kann man von einer Kreis- auf eine Nierencharakteristik umschalten. Mit diesem Schaltvorgang
ändert sich aber gleichzeitig die Empfindlichkeit. Dies ist unerwünscht, denn wenn man die Wirkung
der Richtwirkungsänderung eines Mikrophons un-
mittelbar beobachten will, ist es erforderlich, daß der
Schall aus der Hauptrichtung, also z. B. der direkt vom Klangkörper kommende Schall, trotz Änderung
der Richtcharakteristik unverändert und tatsächlich nur der aus anderen Richtungen auf das Mikrophon
kommende Schall in veränderter Stärke aufgenommen wird. Außerdem bedingt die Empfindlichkeitsänderung
in den meisten Fällen eine Nachregelung der Verstärkung.
id Die Erfindung gibt nun die Möglichkeit, ein Mikrophon
herzustellen, das nicht nur die drei in der Praxis verwendeten Mikrophone mit Kreis-, Nieren--und
Achtercharakteristik in einem System vereinigt, sondern darüber hinaus bei gleichbleibender Empfindlichkeit
in der Hauptrichtung einen ,stetigen Übergang von der Kreis- über die Nieren- zur Achtercharakteristik
ermöglicht.
Die Erfindung besteht darin, daß die Einzelmikrophone
wechselspannungsmäßig verbunden, aber gleichao spannungsmäßig getrennt sind, so daß die Vorspannung
der Einzelmikrophone unabhängig voneinander und damit die Richtcharakteristik der Kombination in
stetigem oder unstetigem Übergang von einer Richtcharakteristik zu mehreren anderen veränderbar sind.
Zur Vermeidung einer Änderung der Empfindlichkeit der Kombination in der Hauptrichtung wird die Vorspannung
der Einzelmikrophone in jeweils geeigneter Weise geändert. Die Erfindung betrifft als weitere
Einzelheiten unter anderem die Verwendung des an sich bekannten Mikrophons (mit einer durchbohrten
Platte und zwei isoliert aufgebrachten elektrisch leitenden Membranen) als Kombination zweier Nierenmikrophone,
ferner verschiedene Arten der wechselspannungsmäßigen Verbindung der Einzelmikrophone
der Kombination miteinander, weiter verschiedene Mittel zur Herbeiführung von Änderungen der Richtcharakteristik
sowie die Fernsteuerbarkeit der Richtcharakteristiken. Da nämlich diese Änderungen durch
Regeln einer Gleichspannung bewirkt werden, kann die Richtcharakteristik ferngesteuert werden.
In den Zeichnungen ist die Erfindung beispielsweise erläutert.
Fig. ι zeigt das Entstehen einer Nierencharakteristik
aus einer Kreis- und einer Achtercharakteristik; Fig. 2 ist eine. Prinzipschaltung für ein .aus einem
Achter- und einem Nierenmikrophon bestehendes Mikrophon mit veränderbarer Richtcharakteristik;
Fig. 3 zeigt das Entstehen einer Charakteristik einer Kombination von Mikrophonen, die aus zwei entgegengesetzt
gerichteten Nierenmikrophonen besteht;
Fig. 4 bis 10 sind Darstellungen von durch verschiedene
Verhältnisse und Polung der Vorspannungen bewirkten Charakteristiken;
Fig. 11 ist eine Prinzipschaltung des bekannten umschaltbaren,
aus einer Elektrode mit zwei Membranen bestehenden Mikrophons;
Fig. 12 ist eine Prinzipschaltung für ein Mikrophon mit veränderbarer Richtcharakteristik unter Benutzung
von zwei entgegengesetzt gerichteten Nierenmikrophonen;
Fig. 13 ist eine Prinzipschaltung für ein Mikrophon mit veränderbarer Richtcharakteristik unter Benutzung
des Mikrophons von Fig. 11.
Für Fig. ι und 3 ist die allgemein übliche Darstellung
einer Richtcharakteristik in einem Polarkoordinatensystem gewählt worden. Die mit Pfeil versehene Koordinate
stellt die Hauptrichtung dar. Der Vektor unter dem Winkel α vom Nullpunkt bis zur Kurve
stellt die Empfindlichkeit des Mikrophons für einen Schalleinfall aus der Richtung α dar (Fig. 1).
Bekanntlich ist die Empfindlichkeit eines Kondensatormikrophons unmittelbar proportional der angelegten
Gleichspannung. Je größer die angelegte Gleichspannung ist, desto größer ist die dem Mikrophon
aufgeprägte Ladung. Wird nun z. B. durch Annähern der Membran an die Gegenelektrode die
Kapazität vergrößert, so sinkt die Gleichspannung am Mikrophon. Entfernt sich die Membran, so wird
die Spannung erhöht. Bei Schwankungen der Membran um die Ruhelage werden demnach die Spannungs-Schwankungen
um den Ruhewert der Gleichspannung um so größer sein, je größer die Gleichspannung selbst
ist. Weiter ist leicht einzusehen, daß die Schwankungen der Gleichspannung, die nichts anderes als die
abgegebene Wechselspannung darstellen, in ihrer Phase um i8o° gedreht werden, wenn man das Vorzeichen
der Gleichspannung ändert. Man hat es also in der Hand, durch die Größe der angelegten Gleichspannung
die Größe der abgegebenen Wechselspannung und durch Umpolen der Gleichspannung die Phase
der abgegebenen Wechselspannung um 180° zu ändern.
Kennzeichnend für die vorliegende Erfindung ist nun, daß eine Änderung der Richtcharakteristik nicht
durch einen Schaltvorgang ausgelöst werden muß, sondern daß die Größe der abgegebenen Wechselspannung
eines Kondensatormikrophons durch Änderung seiner Vorspannung stetig und die Phase der
Wechselspannung durch Umpolen der Vorspannung geändert wird, wodurch in einer Kombination von
Einzelmikrophonen eine Änderung der Richtcharakteristik erzielt wird.
Bekannt ist, daß man durch Zusammenschalten zweier oder von mehr als zwei Mikrophonen verschiedener
Richtcharakteristik eine Vielzahl von Richtcharakteristiken erhalten kann, solange das gesamte
System klein zur Wellenlänge der höchsten zu übertragenden Frequenz ist. In allen diesen Fällen bietet
bei einem kapazitiven Mikrophon die Regelung der Vorspannung durch die damit bewirkte Empfindlichkeits-
und Phasenänderung ein einfaches Mittel zur kontinuierlichen Veränderung der Richtwirkung, wenn
man erfindungsgemäß dafür sorgt, daß die Mikrophone gleichspannungsmäßig getrennt, aber wechselspannungsmäßig
verbunden sind. Dies kann grundsätzlich in sehr verschiedener Weise geschehen, z. B. durch
eine Batterie (nach Fig. 2), einen Kondensator (nach Fig. 13) oder auch durch den kapazitiven Innenwideritand
der Mikrophone (nach Fig. 12).
Setzt man z. B. ein Mikrophon mit einer Achtercharakteristik unmittelbar in die Nähe eines Mikrophons.
mit Kreischarakteristik, so kann man hiermit alle Charakteristiken zwischen Kreis, Niere und Acht
erhalten, wenn man die Empfindlichkeit beider Mikrophone durch ihre Vorspannung regelt. Wird die Vorspannung
der Mikrophone so eingestellt, daß beide [leiche Empfindlichkeit in der Hauptrichtung haben,
so erhält man beim Zusammenschalten als Summencharakteristik eine Kardioide. Dies ist in Fig. ι veranschaulicht,
die zeigt, wie durch Addition der Achtercharakteristik ι und der Kreischarakteristik 2 zweier
Mikrophone, die in der Hauptrichtung gleiche Empfindlichkeit haben, eine Nierencharakteristik 3 (in Form
einer Kardioide) mit doppelter Empfindlichkeit in der Hauptrichtung entsteht. Da ein Achtermikrophon auf
den Druckunterschied zwischen Vorder- und Rückseite des Mikrophons anspricht, kehrt die Bewegung der
Membran ihre Phase um, wenn das Mikrophon von hinten angeregt wird. Deshalb sind die Vektoren für
die hintere Hälfte der Acht, z. B. der Vektor 4, negativ anzusetzen. Ändert man die Vorspannung des einen
Mikrophons von dem eingestellten Wert bis auf Null, so geht die Niere 3 der Fig. 1 allmählich in die Charakteristik
des Mikrophons über, dessen Vorspannung nicht geändert wurde.
Will man die bei diesen Änderungen der Richt-
charakteristik auftretenden Änderungen (insbesondere Vergrößerungen) der Empfindlichkeit in der Hauptrichtung
vermeiden, so kann man dies erfindungsgemäß dadurch erreichen, daß die Vorspannung des
einen Mikrophons um genau so viel vergrößert wird, wie die des anderen verkleinert wird. Dies kann z. B.
nach Fig. 2 mit Hilfe eines einzigen Potentiometers geschehen. In Fig. 2 ist die Elektrode 5 eines Mikrophons
mit Kreischarakteristik (Druckempfänger) mit dem positiven, die Elektrode 6 eines Mikrophons mit
Achtercharakteristik (Druckgradientenempfänger) mit dem negativen Pol einer Batterie 7 verbunden, die
gleichzeitig die wechselspannungsmäßige Verbindung beider Elektroden herstellt. Die Membranen 8 und 9
der beiden Mikrophone sind über einen Kondensator 10 mit einem Ableitwiderstand 11 und dem Gitter einer
Röhre 12 nur wechselspannungsmäßig verbunden, so daß ihr Gleichspannungspotential mit Hilfe eines
Potentiometers 13 von Minus bis Plus Batteriespannung geändert werden kann, wobei die Vorspannung
des einen Mikrophons um genau soviel zunimmt, wie die des anderen abnimmt. Die gleichspannungsmäßige
Trennung und wechselspannungsmäßige Verbindung wird in diesem Fall durch die Spannungsquelle erreicht.
Die gleiche Vielzahl von Charakteristiken erreicht man auch durch Anwendung von zwei Mikrophonen
mit Nierencharakteristik, deren maximale Empfindlichkeit in entgegengesetzter Richtung liegt. Werden
diese beiden Mikrophone wieder nur wechselspannungsmäßig verbunden, so daß beide Mikrophone verschiedene
Vorspannung erhalten können, so ist es möglich, durch Ändern von Größe und Richtung der Vorspannung
nur eines der Mikrophone eine Änderung der Richtwirkung von allseitiger über bevorzugt einseitige
nach bevorzugt zweiseitiger Schallaufnahme bei gleichbleibender Empfindlichkeit in der Hauptrichtung
zu erreichen. In Fig. 3 ist dieser Vorgang an Hand zweier entgegengesetzt gerichteter Kardioiden
veranschaulicht. Einer Verringerung der Vorspannung entspricht ein Kleinerwerden der entsprechenden
Kardioide. Die Gesamtcharakteristik der Kombination ergibt sich bei gleichen Vorzeichen aus
der Addition, bei verschiedenen Vorzeichen aus der Subtraktion beider Charakteristiken. Die Kardioiden
14 und 15 der Fig. 3 stellen die Charakteristiken zweier entgegengesetzt gerichteter Nierenmikrophone
mit gleicher Vorspannung dar, deren Summencharakteristik den Kreis 16 ergibt. Die Größenverhältnisse
der Kardioiden 14 und 17 sind 1: 0,6 entsprechend
einem gleichen Verhältnis der Vorspannungen. 18 ist die Differenz beider Kardioiden entsprechend einer
ungleichen Polung der beiden Vorspannungen. Man erkennt deutlich die Entwicklung der Achtercharakteristik,
die bei gleich großen Vorspannungen ungleicher Polung erreicht wird.
Fig. 4 bis 7 zeigen die (nach Fig. 3) bei gleicher Polung für verschiedene Verhältnisse der Vorspannung
auftretenden Charakteristiken.
Fig. 8 bis 10 zeigen die (nach Fig. 3) bei ungleicher
Polung für verschiedene Verhältnisse der Vorspannung auftretenden Charakteristiken. Die Fig. 4 bis 10
lassen die Übergänge von der Kreisform über die Nierenform zur Achterform deutlich erkennen.
Die in der Pr axis, ausschließlich verwendeten Typen
mit Kreis-, Achter- und Nierencharakteristik sind die einfachsten Formen einer Richtcharakteristik. Um
eine frequenzunabhängige Richtwirkung zu erreichen, ist es in jedem Fall nötig, daß der Empfänger klein
zur Wellenlänge der höchsten zu übertragenden Frequenz ist. Eine Kreischarakteristik (allseitige Schallaufnahme)
erhält man bei Verwendung eines Mikrophons, das nur auf den Druck anspricht, eine Achtercharakteristik
(zweiseitige Schallaufnahme) durch ein Mikrophon, das auf den Druckunterschied zwischen
zwei dicht benachbarten Stellen im Schallfeld oder auf die Schnelle anspricht. Um eine Nierencharakteristik
(einseitige Schallaufnahme) zu erhalten, muß das Mikrophon sowohl auf den Druck als auch auf den
Druckunterschied oder die Schnelle ansprechen.
Bekannt ist z. B. ein Mikrophon, wie es in Fig. 11
dargestellt ist. Eine zum Teil durchbohrte, zum Teil mit Sacklöchern versehene Gegenelektrode 19 trägt
auf jeder Seite isoliert aufgebracht eine elektrisch leitende Membran 20 und 21. Wenn nur eine Membran
21 elektrisch wirksam ist, erhält man ein Nierenmikrophon, verbindet man beide Membranen, so erhält
man ein Mikrophon mit einer Kreischarakteristik. Das Entstehen der Charakteristik kann man sich
etwa folgendermaßen erklären: Der Druck der Schallwellen,
der richtungsunabhängig ist, bewegt beide Mem- x branen unter Zusammendrücken des eingeschlossenen
Luftvolumens gegeneinander, der Druckunterschied zwischen Vorder- und Rückseite des Mikrophons
(Druckgradient), der in Richtung der Schallwellen sein Maximum hat, bewegt beide Membranen lediglich
unter Verschieben des Luftvolumens parallel zueinander, wobei sich die eine Membran von der Elektrode
fort und die andere darauf zu bewegt. Beide Bewegungen überlagern sich, so daß die Kapazitätsänderung
einer Membran sowohl durch den Druck als auch durch den Druckgradienten hervorgerufen wird. Das Mikrophon
erhält eine Nierencharakteristik. Schaltet man beide Membranen zusammen, so addieren sich die
Kapazitätsänderungen beider Membranen, die durch den Druckgradienten hervorgerufenen Kapazitätsänderungen
der beiden Membranen sind also gegen-
phasig, heben sich also auf. Die verbleibende Kapazitätsänderung rührt also nur vom Druck her. Das
Mikrophon hat eine Kreischarakteristik.
Das obenerwähnte Mikrophon mit umschaltbarer Charakteristik ist eine solche Anordunng, wobei die
Membranen durch einen Schalter 22 verbunden oder getrennt werden können. Ist ein solches Mikrophon
als Nierenmikrophon geschaltet, so führt die angeschlossene Membran 21, wenn sie der Schallquelle
zugekehrt ist, die größte Bewegung aus. Sie muß also entsprechend der Nierencharakteristik stillstehen,
wenn sie der Schallquelle abgekehrt ist. Betrachtet man nun den Fall, daß die Membran 21 der Schallquelle
zugekehrt ist, und schaltet die andere Membran 20, die dann stillsteht, hinzu, so wird lediglich die
Kapazität verdoppelt, nicht aber die Kapazitätsänderung. Die Empfindlichkeit muß auf die Hälfte
sinken.
Man kann nun zwei Nierenmikrophone z. B. der in Fig. 11 dargestellten Art zusammenschalten. Die Prinzipschaltung für diese Ausführungsform zeigt die Fig. 12. Die beiden elektrisch angeschlossenen Membranen 23 und 24 sind einander abgewandt, so daß ihre Charakteristiken entgegengesetzt gerichtet sind.
Man kann nun zwei Nierenmikrophone z. B. der in Fig. 11 dargestellten Art zusammenschalten. Die Prinzipschaltung für diese Ausführungsform zeigt die Fig. 12. Die beiden elektrisch angeschlossenen Membranen 23 und 24 sind einander abgewandt, so daß ihre Charakteristiken entgegengesetzt gerichtet sind.
Die beiden Elektroden 25 und 26 liegen gemeinsam über den Ladewiderstand 27 auf dem Potential Null.
Die Membran 24 ist mit dem Gitter der Röhre 28 verbunden und liegt über den Ableitewiderstand 29 auf
dem Potential minus U. Das Potential der Membran 23 kann mit Hilfe des Potentiometers 30 von minus U
bis plus U geändert werden. Ein Kondensator 31 legt die Membran 23 wechselspannungsmäßig an
minus U. Die gleichspannungsmäßige Trennung und wechselspannungsmäßige Verbindung geschieht in
diesem Fall durch den Innenwiderstand der Mikrophone.
Bedenkt man aber, daß, wenn die eine Membran eines Mikrophons nach Fig. 11 mit der Gegenelektrode
eine Nierencharakteristik ergibt, wegen des symmetrisehen Aufbaues die andere Membran mit der Gegenelektrode
eine eben solche, nur in entgegengesetzter Richtung. ergeben muß, so erkennt man leicht, daß
schon ein solches Mikrophon allein eine ideale Kombination zweier Nierenmikrophone darstellt, mit der
.45 eine stetige Richtcharakteristikänderung bewirkt werden kann. Die Prinzipschaltung der Fig. 13 zeigt, wie
die Vorspannung der einen Membran unabhängig von der anderen geändert werden kann. Hier liegt die mit
Sacklöchern und durchgehenden Löchern versehene Elektrode 32 auf dem Potential Null. Die Membran 33
ist mit dem Gitter der Röhre 34 verbunden, das über einen Widerstand 35 das Potential minus U erhält.
Das Potential der Membran 36, die wechselspannungsmäßig über den Kondensator 37 mit der Membran 33
verbunden ist, kann mit Hilfe des Potentiometers 38 von minus U bis plus U geändert werden. Der Widerstand
39 verhindert einen wechselspannungsmäßigen Kurzschluß des Gitters über das relativ niedrigohmige
Potentiometer. Durch die ständige wechselstrommäßige Verbindung beider Membranen durch den Kondensator
wird gleichzeitig die sonst beim Umschalten (nach . " Fig. 11) hervorgerufene Empfindlichkeitsänderung
vermieden. -
Die in den Fig. 2,12 und 13 gezeichneten Potentiometer
können auch durch Stufenschalter ersetzt und, da hiermit nur Gleichspannungen geändert werden,
an jedem beliebigen Ort, getrennt vom eigentlichen Mikrophon, aufgestellt werden, wodurch eine Fernsteuerung
der Richtcharakteristik möglich ist.
Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn ein Mikrophon an schlecht zugänglichen Stellen aufgehängt ist
und die Richtcharakteristik geändert werden soll. Da durch die Richtcharakteristik aufnahmeseitig die Hallwirkung
eines Raumes beeinflußt werden kann und dies nach der vorliegenden Erfindung nicht nur
zwischen zwei GrenzfäÜen, sondern in stetigem Übergang zwischen ihnen geschehen soll, gibt die Fernsteuerung
weiterhin die Möglichkeit, die sich ändernde Charakteristik am Ort des Steuerorgans, also z. B. im
Funkbetrieb im Regieraum, in ihrer akustischen Wirkung unmittelbar zu beobachten und leicht auf den
bestmöglichen Wert einzustellen. Da ein solches Mikrophon alle in der Praxis heute benutzten Charakteristiken
in sich vereinigt, kann man bei der baulichen Gestaltung des Mikrophons auf eine Trennung von Kapsel
und Verstärker verzichten, da ja die Kapsem nicht mehr ausgewechselt zu werden brauchen, und man
kann beides zu einem geschlossenen Ganzen zusammenfassen, wodurch die Ausmaße des Mikrophons, die
heute noch recht erheblich sind, wesentlich kleiner werden. In der Lagerhaltung bedeutet die Anschaffung
nur eines Mikrophons an Stelle von bisher drei verschiedenen eine erhebliche Ersparnis.
Claims (10)
1. Kapazitives Mikrophon, bei dem mehrere Einzelmikrophone mit verschiedenen Richtcharakteristiken
zu einer Kombination vereinigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzehnikrophone
wechselspannungsmäßig verbunden, aber gleichspannungsmäßig getrennt sind, so daß die Vorspannung
der Einzehnikrophone unabhängig voneinander und damit die Richtcharakteristik der
Kombination von einer Richtcharakteristik zu mehreren anderen veränderbar sind.
2. Mikrophon nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß unter Verwendung einer Kornbination eines Druckempfängers und eines Druckgrädientenempfängers
durch Ändern der Vorspannung beider Einzehnikrophone derart, daß die Vorspannung des einen um so viel vergrößert
wie die des anderen verkleinert wird, eine Änderung der Richtwirkung von allseitiger über einseitige
nach bevorzugt zweiseitiger Schallaufnahme bei gleichbleibender Empfindlichkeit in der Hauptrichtung
erreicht wird,
3. Mikrophon nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß unter Verwendung einer Kom-
. bination von zwei kapazitiven Mikrophonen mit Nierencharakteristik, deren maximale Empfindlichkeit
m entgegengesetzter Richtung liegt, allein durch Änderung der Vorspannung nur eines der
Einzehnikrophone eine Änderung der Richtcharak-
teristik von allseitiger über einseitige nach bevorzugt
zweiseitiger Schallaufnahme bei gleichbleibender Empfindlichkeit in der Hauptrichtung erreicht
wird.
4. Mikrophon nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als Kombination zweier Nierenmikrophone ein an sich bekanntes Mikrophon benutzt
wird, bestehend aus einer durchbohrten metallischen Platte und zwei isoliert aufgebrachten
elektrisch leitenden Membranen (Fig. 11).
5. Mikrophon nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einzelmikrophone der Kombination ständig wechselspannungsmäßig
durch einen Kondensator verbunden sind.
6. Mikrophon nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelmikrophone der
Kombination ständig wechselspannungsmäßig durch die die Vorspannung erzeugende Spannungsquelle verbunden sind.
7. Mikrophon nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelmikrophone der
Kombination ständig wechselspannungsmäßig durch ihre Innenwiderstände verbunden sind.
8. Mikrophon nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine stetige Änderung der
Richtcharakteristik durch ein Potentiometer erreicht wird, mit dem die Vorspannung eines Einzelmikrophons
oder mehrerer geändert wird.
9. Mikrophon nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine stufenweise Änderung
der Vorspannung am Ort des Mikrophons eine bestimmte Auswahl von Charakteristiken zu schalten
ermöglicht.
10. Mikrophon nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß unter Verwendung zusatzlicher Leitungen die Richtcharakteristik durch ein
Potentiometer oder einen Stufenschalter von einem beliebigen Ort fernsteuerbar ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 9620
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP34850A DE927037C (de) | 1949-02-23 | 1949-02-23 | Kapazitives Mikrophon mit veraenderbarer Richtcharakteristik |
| GB440250A GB689184A (en) | 1949-02-23 | 1950-02-02 | Improvements in and relating to capacity microphones with variable directional characteristic |
| FR1018621D FR1018621A (fr) | 1949-02-23 | 1950-02-22 | Microphone capacitif |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP34850A DE927037C (de) | 1949-02-23 | 1949-02-23 | Kapazitives Mikrophon mit veraenderbarer Richtcharakteristik |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE927037C true DE927037C (de) | 1955-04-28 |
Family
ID=7373915
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP34850A Expired DE927037C (de) | 1949-02-23 | 1949-02-23 | Kapazitives Mikrophon mit veraenderbarer Richtcharakteristik |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE927037C (de) |
| FR (1) | FR1018621A (de) |
| GB (1) | GB689184A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1091771B (de) * | 1957-10-18 | 1960-10-27 | Philips Nv | Einrichtung zur Aufnahme bzw. Abstrahlung oder zur Aufzeichnung und/oder Wiedergabe von Schallschwingungen |
| DE1162415B (de) * | 1961-06-19 | 1964-02-06 | Akg Akustische Kino Geraete | Schallempfaenger mit vorzugsweise einseitiger, gegebenfalls einstellbarer Richtcharakteristik, enthaltend ein oder mehrere nach dem elektrostatischen Prinzip arbeitende Wandlersysteme |
| DE1179596B (de) * | 1961-04-04 | 1964-10-15 | Akg Akustische Kino Geraete | Schallempfaenger mit veraenderbarer Richtwirkung |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1073545B (de) * | 1953-06-02 | 1960-01-21 | Akustische u Kino Gerate Ges mbH, Wien | Dynamisches Rieht mikrophon |
-
1949
- 1949-02-23 DE DEP34850A patent/DE927037C/de not_active Expired
-
1950
- 1950-02-02 GB GB440250A patent/GB689184A/en not_active Expired
- 1950-02-22 FR FR1018621D patent/FR1018621A/fr not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1091771B (de) * | 1957-10-18 | 1960-10-27 | Philips Nv | Einrichtung zur Aufnahme bzw. Abstrahlung oder zur Aufzeichnung und/oder Wiedergabe von Schallschwingungen |
| DE1179596B (de) * | 1961-04-04 | 1964-10-15 | Akg Akustische Kino Geraete | Schallempfaenger mit veraenderbarer Richtwirkung |
| DE1162415B (de) * | 1961-06-19 | 1964-02-06 | Akg Akustische Kino Geraete | Schallempfaenger mit vorzugsweise einseitiger, gegebenfalls einstellbarer Richtcharakteristik, enthaltend ein oder mehrere nach dem elektrostatischen Prinzip arbeitende Wandlersysteme |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB689184A (en) | 1953-03-25 |
| FR1018621A (fr) | 1953-01-09 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE3530205C2 (de) | ||
| DE1815694C2 (de) | Elektrodynamisches Wandlersystem | |
| DE3406899C2 (de) | ||
| DE2521950A1 (de) | Lautsprecheranordnung mit richtwirkung | |
| DE972491C (de) | Elektrisches Geraet fuer stereophonische Schallwiedergabe | |
| DE927037C (de) | Kapazitives Mikrophon mit veraenderbarer Richtcharakteristik | |
| WO1999060819A1 (de) | Schallwiedergabeanordnung nach dem biegewellenprinzip | |
| DE1762375B2 (de) | Elektrostatischer lautsprecher | |
| DE4343807A1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Unwandeln eines elektrischen in ein akustisches Signal | |
| DE1437420B2 (de) | Kondensator-richtmikrophonkapsel | |
| DE3733095A1 (de) | Stereoeinrichtung mit einem piezoelektrischen membranlautsprecher | |
| DE3130234A1 (de) | Lautsprecherbox bzw. -kombination fuer stereo-wiedergabe | |
| DE3325966A1 (de) | Elektrostatischer wandler, insbesondere kondensatormikrophon | |
| AT164220B (de) | Elektroakustischer Geschwindigkeitsempfänger | |
| DE743231C (de) | Hornlautsprecher mit mehreren zur Erzielung einer vorgegebenen Richtcharakteristik faecherartig angeordneten Exponentialhoernern, insbesondere Hochtonlautsprecher | |
| DE844169C (de) | Lautsprecheranordnung mit Richtwirkung | |
| DE1162415B (de) | Schallempfaenger mit vorzugsweise einseitiger, gegebenfalls einstellbarer Richtcharakteristik, enthaltend ein oder mehrere nach dem elektrostatischen Prinzip arbeitende Wandlersysteme | |
| DE2738978A1 (de) | Schaltungsanordnungen fuer elektret- kondensator-mikrophone | |
| WO2000038474A2 (de) | Tiefton-membranlautsprecher | |
| DE2822735C2 (de) | Stereophone Wiedergabevorrichtung | |
| DE880321C (de) | Mikrofonanordnung fuer die stereofonische Aufnahme von Toenen | |
| DE1045117B (de) | Anordnung zur Erzeugung von kuenstlichem Nachhall auf elektromechanischem Wege | |
| DE2631792B2 (de) | Dynamischer Lautsprecher | |
| DE601096C (de) | Strahler nullter Ordnung | |
| DE1091771B (de) | Einrichtung zur Aufnahme bzw. Abstrahlung oder zur Aufzeichnung und/oder Wiedergabe von Schallschwingungen |