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DE924453C - Salzbad zur Verhinderung der Entkohlung bei der Waermebehandlung von Stahl - Google Patents

Salzbad zur Verhinderung der Entkohlung bei der Waermebehandlung von Stahl

Info

Publication number
DE924453C
DE924453C DED5403A DED0005403A DE924453C DE 924453 C DE924453 C DE 924453C DE D5403 A DED5403 A DE D5403A DE D0005403 A DED0005403 A DE D0005403A DE 924453 C DE924453 C DE 924453C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
steel
salt bath
bath
heat treatment
decarburization
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DED5403A
Other languages
English (en)
Inventor
Carl Albrecht
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
Degussa GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Degussa GmbH filed Critical Degussa GmbH
Priority to DED5403A priority Critical patent/DE924453C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE924453C publication Critical patent/DE924453C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
    • C21D1/00General methods or devices for heat treatment, e.g. annealing, hardening, quenching or tempering
    • C21D1/34Methods of heating
    • C21D1/44Methods of heating in heat-treatment baths
    • C21D1/46Salt baths

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Thermal Sciences (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Steel In Its Molten State (AREA)

Description

  • Salzbad zur Verhinderung der Entkohlung bei der Wärmebehandlung von Stahl Geigenstand der Erfindung ist die Verwendung eines Salzbades zur Verhinderung der En.tkoh.lung bei der Wärmebehandlung von Stahl. Es ist bekannt, Werkstücke zu härten, indem man sie in derartigen Bädern auf die erforderliche, Härtetemperatur erwärmt und darauf in geeigneter Weise, gegebenenfallis durch Abschrecken., abkühlt.
  • Um die Entkohlung der Werkstücke, die zu mangelhafter Härte infolge Bildung einer weichen Haut füh -ren würde, zu vermeiden, ist: es notwendig, solche Stoffe den Erhitzungsbädern zuzufügen, die die, Entkohlung verhindern.
  • Als solche Stoffe werden verwendet Cyanide der Alkalien und Erdalkalien bei Härtetemperaturen bis etwa 95o° C sowie Borax, saure Oxyde, beispielsweise des Titans und Siliziums, bei Härtetemperaturen bis 130o° C und darüber. Während es bei Temperaturen bis 95o'° C gelingt, die Entkohlung durch Zusatz von Cyaniden weitgehend zu verhindern, ist eis immer noch mit Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden, die Entkohlung bei höheren. Temperaturen durch die genannten Mittel, besonders Borsäure oder Kieselsäure, zu verhindern. Zu geringe Zusätze ergeben. Entkohlung, zu hohe Korrosion, fast immer tritt lästige Bildung zäher Schlacke auf.
  • überraschenderweise wurde nun gefunden, d.aß die Entkoh Jung mit Sicherheit verhindert werden kann, ohne daß die geschilderten. Nachteile auftreten, wenn, das Salzbad schwerflüchtige Halogenide solcher Metalle enthält, deren Oxyde in zweiwertiger Form mit Eisenoxyd Spinelle bilden. können. Sehr gutes Ergebnisse wurden mit Fluorriden der zweiwertigen Oxyd.form zur Spinellbildung neigender Metalle erzielt; Nach einer bevorzugten. Ausführungsform des Verfahrens wird Magnesiumfluomid verwendet. Die Gehalte der Salzbäder an den erfindungsgemäß zuzusetzeinden. Metallhalogeniden können: je nach de- Zusammensetzung des Salzschmelzbades in weiten. Grenzen, z. B: zwischen i und 50 %, bezogen, auf das Gewicht der Salzschmelze, schwanken. Im allgemeinen genügen schon Gehalte bis zu io 0/0.
  • Der durch diel Verwendung eins Salzbades gemäß vorliegender Erfindung erzieltes technische Effekt wird durch, folgende Beispiele erläutert: Eine 0,05 mm dicke Platte aus Stahl mit einem-Kohlenstoffgehalt von 43 0/a wurde 5 Minuten bei 1300° C in. ein übliches Bad gebracht, bestehend aus einer Schmelze aus. Bariumchlorid, welchen 1 0/0 eines sauren Bariumsilikats zur Verhinderung der Entkohlung enthielt. Nach 5 Minuten war der Kohlenstoffgehalt des Bleches auf 0,7 % gesunken.. Eine solche Entkohlung ist nicht mehr für alle Fälle als tragbar zu hezeichnen, doch muß nach den vorliegenden Erfahrungen immer damit gergahnet werden., daß sie, in der angegebenen Stärke eintritt. Zum Vergleich wurde ein gleiches Blech 5 Minuten in. ein Bad getaucht, welches. aus Bariumch.lorid mit Zusatz gemäß der Erfindung von 4 0/0 Magnesiu.mfluorid bestand. Nach 5 Minuten betrug der Kohlenstoffgehalt des Bleches immer noch 1,3 0/0. Die Entkohlung wurde also väll@ig verhindert.
  • Daß Natriumfluorid, dessen Verwendung bekannt ist, die Entkohlung nicht verhindert, geht aus folgeindem Versuch hervor : Ein Blech, wie vorstehend angegeben, wurde in eine Schmelze gebracht, welche aus Bariumchlorid mit Zusatz von 5,6 % Nabriumfluorid bestand. Nach. 5 Minuten wies. das Blech einen Kohlenstoffgehalt von o,8 % auf. Damit ist erwiesen, daß die an sich bekannte Verwendung von Natriumfluorid die Entkohlung, im Gegensatz zu der Verwendung eines. Salzbades gemäß der Erfindung, nicht verhindert.
  • Wie Versuche der Erfinderin ergeben haben., kann die Entkohlung in Chlorbariumbädern verursacht werden. durch aus dem Tiegel bzw. aus den Elektroden stammendes Eisenoxyd, welches durch Sauerstoffabgabe an de Stahl in Eisenoxydul übergeht und den Stähl dabei entkohlt. Auch das Bariumoxyd,-welch6s durch Hydrolyse des Bariumchlorids durch Feuchtigkeit und Kristallw2sser während des. Einschmelzens gebildet wird, kann bei der Entkohlung eine nachteilige Rolle spielen. Die Wirkungsweise der gemäß der Erfindung zugesetzten Halogenide der zwei-,vertigen Metalle, insbesondere Magnesi:umfluorid, kann darauf zurückgeführt werden, daß zunächst durch Ionenaustaü.sch aus dem gebildeten, entkohlend wirkenden Bariumoxyd und MagnesiumfluoTid Magnesiumoxyd und Bariumfluorid entstehen:. Hierdurch wird das schädliche Bariumoxyd beseitigt, während Magnesiumoxyd eine erstkohlende Wirkung nicht auslöst. Aus dem gebildeten Magnesiumoxyd und dem vorhandenen Eisenoxyd kann, sich nun ein Spinell bilden, der sich im Bad auf dem Boden. des Schmelzbehälters absetzt. Nach; dieser Feststellung wird das Eisen im Spinel.l in dreiwertiger Form gebunden und :daran gehindert, den Sauerstoff an den Stahl abzugeben und diesen zu entkohlen.
  • Im Gegensatz zur Verwendung von Borsäure, saurem Silikaten und ähnlichen Stoffen, bilden sich bei dieser Reaktion, abgesehen von dem sich ausscheidenden Spinell, keinerlei zähflüssige oder schwer schmelzbare Verbindungen. Das Bad .bleibt immer- dünnflüssig und bildet auch keine Decke auf der Balloberfläche, die erfahrungsgemäß die Temperaturmessung, die bei diesen Bädern vorzugsweise auf optischem Wege geschieht, behindert.
  • Die Wirkung des Magnesiumfluorids macht sich: besonders bemerkbar, wenn dass Bad lange Zeit betrieben wird. Die im folgenden wiedergegebene Tabelle zeigt die Entkohlungswirkung eines Bades aus reinem Chlorbarium sowie eines solchen mit 4 % Magnesiumfluorid einerseits und der äquivalenten Menget von. 5,6 % Natriumfluorid andererseits.
    Gebrauchsdauer des Bades
    Stunden
    0 I 1 1 16 1 24 1 32 1 40 - I 48 1 56 64 1 72
    Ballzusammensetzung C-Gehalt der Probebleche in 0/0 -
    BaC12..................... 1,3 o,85 o,84 0,87 0,57 0,87 0,74 0,49 067 0,23
    BaC12 + 4% M9F2 . . . . . . . . 1,3 1,20 1,32 L33 1,29 1.21 i,22 1,20 1,23 1,21
    BaC12 -j- 5,6% NaF........ 1,3 1,00 i,io 0,92 0,87 0,47 0,36 o;39 0.14 o,15
    Aus der Tabelle ergibt stich. die eindeutige Überlegenheit des Bades. mit einem Zusatz vom. Magnesiumfluorid gemäß der Erfindung.
  • Das Bad wurde 7-2 Stunden lang betrieben, und es wurde, wie im praktischem, Betrieb üblich, adle 8 Stunden 1/1o des: Ballinhaltes durch frisches Gemisch gleicher Zusammensetzung ersetzt.
  • An Stelle von Magnesiumfluorid können auch, wenn auch mit nicht so gutem Ergebnis, die Halagenide anderer zur Spinellbildung neigender zweiwertiger Metallei verwendet werden, wobei jedoch darauf zu achten ist, daß sie sich im Salzbad nicht zu rasch zersetzen und bei den; Arbeitstemperaturen im wesentlichen nicht flüchtig sind. So hat sich z. B. auch das Zinkfluorid als: geeignet erwiesen..
  • Die Verwendung eines Salzbades gemäß der Erfindung erfolgt nicht nur mit Vorteil bei hohen Temperaturen, z. B: von 120o bis. 130o° C, sondern dieses leistet auch bei tieferen Härtetemperaturen unter iooo° C gute Dienste. So wurden z. B. mit einem Bade, bestehend aus 5oTeilenBariumchlorid, .4.o Teilen Kaliumchlo@rid und ioTeilen Magne@siumfluorid, sehr gute Ergebnisse erzielt.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Die VeTwen.dung eines Salzbüdes, das schwerflüchtige Halogenide solcher Metalle, deren Oxyde in zweiwertiger Form mit Eisenoxyd Spinelle bilden können, in solcher Menge enthält, daß eine entkohlende Wirkung des Bades auf Stahl verhindert wird, als Erhitzungsbad bei der Wärmebehandlung von Stahl.
  2. 2. Die Verwendung eines Salzbades nach Anspruch i, das Halo@genide in Mengen. von i bis 5o ,/o enthält, für den Zweck nach Anspruch i.
  3. 3. Die Verwendung eines Salzbades nach Anspruch i oder 2, das Magnesiumfluorid in Mengen von i bis 5o°/o enthält, für den Zweck nach Anspruch i. Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 622 8o2; Chem. Zentralblatt Nr. 26/1942I, 3o. 6.1942, A. F. H o 1 d ei n und H. S o 1 a k i a u , Wärmebehandlungsbad ; USA.-Patentschriften Nr. 2 400 5 i i, 2o46822, 2 002 180; Van Nostraud »Scientihc Encyclopedia«, S. 1354; P, ö m p p , Chemie L.e!xicon, Artikel: Spinell.
DED5403A 1950-08-25 1950-08-25 Salzbad zur Verhinderung der Entkohlung bei der Waermebehandlung von Stahl Expired DE924453C (de)

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Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2002180A (en) * 1932-12-15 1935-05-21 Artemas F Holden Case hardening composition
DE622802C (de) * 1932-04-15 1935-12-06 Emil Kleisinger Dr Erhitzungsbad
US2046822A (en) * 1935-05-03 1936-07-07 Artemas F Holden Composition for case hardening
US2400511A (en) * 1944-05-18 1946-05-21 Artemas F Holden Heat-treatment baths

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