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Sandstreuvorrichtung für Fahrzeuge, insbesondere Straßenbahntriebwagen
Für den Abschluß der Sandkästen bei Sandstreuvorrichtungen für Straßenbahntriebwagen
werden häufig Drehschieber in Form eines Segments verwendet. Diese sind um eine
waagerechte Achse drehbar, die an dem unter dem Sandkasten liegenden Ablaufkasten
befestigt ist, und verschließen in der senkrechten Stellung die Ablauföffnung von
unten. Bei der Drehbewegung des Segments aus seiner senkrechten Stellung wird die
untere Üffnung des Ablaufkastens freigegeben, und der Sand kann nach unten ablaufen.
Da diese Anordnung der Sandstreuvorrichtung eine große Bauhöhe bedingt, ist es meistens
nicht möglich, sie unter einem Sitz, der sich unmittelbar über einem Rad befindet,
vorzusehen. Man muß daher den Sandkasten, dessen Fassungsvermögen möglichst groß
sein soll, unter einem Sitz anordnen, der außerhalb des Bereichs des Rades liegt.
Hierbei kann jedoch die Führung des Sandstreurohrs bis dicht vor das Rad meist nicht
erfolgen, so daß der Auslauf des Rohrs etwa Soo mm vor dem Rad zu liegen kommt und
der Sand bei stürmischem Wetter, ehe er zur Wirkung kommt, weggeblasen werden kann.
Auch fällt bei Schienenkurven mit kleinem Radius dann der Sand nicht auf die Schiene,
sondern neben sie.
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Es wurde daher zur Vermeidung dieser Nachteile die Anwendung von Flachschiebern
vorgeschlagen. Diese ermöglichen zwar ihrer niedrigen Bauhöhe wegen die Unterbringung
des Sandkastens unter einem Sitz, der sich unmittelbar über einem Rad befindet,
sie sind aber in ihrer bisher bekanntgewordenen Form doch noch mit Nachteilen behaftet.
Insbesondere
gelangt ihrer vollkommen ebenen Bauweise wegen der Sand beim Austreten aus dem Sandkasten
leicht zwischen die Gleitflächen der Schieberführung, und die Bewegung des Schiebers
wird erschwert oder gar unmöglich gemacht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteil zu vermeiden.
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Erfindungsgemäß geschieht dies dadurch, daß der Flachschieber rinnenförmigen
Querschnitt hat, Go däß seine seitlichen Führungen höher liegen als die Auslauföffnung:
In weiterer Ausführung des Erfindungsgedankens ist der Flachschieber an den schräg
nach oben führenden Wangen mit Öffnungen versehen.
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Ein Eindringen des Sandes in die Schieberführung ist infolge der erfindungsgemäßen
Form des Schiebers nicht möglich, und dieser arbeitet einwandfrei, ohne in seiner
Bewegung behindert zu werden. Die den Flachschiebern eigene niedere Bauweise bleibt
dabei im wesentlichen gewahrt, der Sandkasten kann in dem Raum eines Sitzes direkt
über dem Rad untergebracht werden, und der Schieber kann vor der Montage an dem
Sandkasten befestigt und mit diesem leicht zugänglich von oben eingebaut werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt. Es zeigt Fig. i eine Seitenansicht der Anordnung der Sandstreuvorrichtung
an einem Rad der Vorderachse eines Straßenbahntriebwagens, Fig. 2 einen Querschnitt
durch den Abschlußschieber des Sandkastens und Fig.3 einen Längsschnitt durch den
Schieber. Bei Straßenbahntriebwagen mit zwei Radachsen i ist für jedes Rad 2 ein
Sandkasten 3 vorgesehen. Wie bekannt, kann letzterer in dem Raum q. eines Sitzes
(nicht dargestellt) untergebracht werden, der sich unmittelbar über dem Rad 2 befindet.
Hierbei ist der Sandkasten an den Stützen 5 befestigt. Den unteren Abschluß des
mit einer schrägen Ablaufwand 6 versehenen Sandkastens 3 bildet eine Trichterplatte
7 mit einer runden Auslauföffnung B. Die Trichterplatte ist am Fußboden g des Fahrgastraums
befestigt und reicht durch eine Öffnung io in jenen hinein. Die Auslauföffnung 8
der Trichterplatte 7 ist durch einen Flachschieber i i verschließbar, der mittels
Bowdenzug 12 vom Führerstand aus betätigt wird. Ein weiterer Bowdenzug 13 führt
von dem Schieber 8 zu dem nächsten an dem Rad der Hinterachse. Ebenso sind die Schieber
der anderen Wagenseite miteinander verbunden, so daß alle am Fahrzeug vorhandenen
Flachschieber i i durch einen gemeinsamen Hebel vom Führer bedient werden können.
Beim Öffnen der Abschlußschieber i i werden Federn (nicht dargestellt) gespannt.
Sobald der Führer den Betätigungshebel für die Sandstreuer nachläßt, werden die
Abschlußschieber deshalb wieder zurückgezogen und geschlossen.
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Die bekannte Ausbildung des Abschlußorgans des Sandkastens 3 als Flachschieber
i i ermöglicht es, ihn von unten durch eine Blechhaube 1q. abzudecken, die einen
wasserdichten Schutz bildet und es ermöglicht, das bis dicht vor das Rad 2 geführte
Sandstreurohr 15 mittels eines Balges 16 elastisch anzuschließen, so daß die Bewegung
des Unterges@tellangträgers 17 gegenüber dem Fahrgestelllangträger 18 unter der
Wirkung der Federung keinen störenden Einfluß auf die Sandstreuvorrichtung ausüben
kann. Der Balg 16 besteht zweckmäßig aus Leder, Gummi od. dgl. Für den elastischen
Anschluß des Sandstreurohrs 15 an die die Unterseite des Flachschiebers i i abdeckende
Blechhaube 14 mittels eines Balges wird kein Patentschutz begehrt.
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Die konstruktive Ausbildung des Abschlußschiebers i i ist aus den
Fig. 2 und 3 ersichtlich. Er besitzt erfindungsgemäß nach oben abgekröpfte seitliche
Führungen i.g, die von an der Trichterplatte 7 angeschraubten Deckleisten 20 unterstützt
werden. Der Schieber besitzt eine der Auslauföffnung 8 der Trichterplatte 7 entsprechende
runde Öffnung 2i und ist weiter an den abgekröpften Teilen mit Bohrungen 22 versehen,
durch die etwa sich seitlich durchdrückender Sand noch ablaufen kann. Die Abkröpfungen
der Führungen ig nach oben verhindern, daß ihre Gleitbahn durch Schmutz oder Sand
verunreinigt wird, so daß stets ein leichter Gang des Schiebers gewährleistet ist.
Um die Gefahr des Rostens zu beseitigen, wird der Abschlußschieber i i beispielsweise
aus Rotguß hergestellt. Der Einbau des Schiebers kann infolge seiner niedrigen Bauhöhe
zusammen mit dem Sandkasten von oben erfolgen, so daß die Montage wesentlich erleichtert
ist.