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DE912220C - Verfahren zur Herstellung von Cyanurchlorid - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Cyanurchlorid

Info

Publication number
DE912220C
DE912220C DEF8103A DEF0008103A DE912220C DE 912220 C DE912220 C DE 912220C DE F8103 A DEF8103 A DE F8103A DE F0008103 A DEF0008103 A DE F0008103A DE 912220 C DE912220 C DE 912220C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
chloride
cyanuric chloride
polymerization
cyanogen
cyanogen chloride
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEF8103A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Adolf Friedrich-Liebenberg
Dr Theodor Koenig
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
Priority to DEF8103A priority Critical patent/DE912220C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE912220C publication Critical patent/DE912220C/de
Expired legal-status Critical Current

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Polyesters Or Polycarbonates (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Cyanurrhlorid Bisher sind zwei grundsätzlich verschiedene Verfahren zur Herstellung von Cyanurchlorid durch Polymerisation von Chlorcyan bekanntgeworden. Nach dem einen wird Chlorcyan in einem Lösungsmittel in Gegenwart eines Katalysators bei Temperaturen zwischen o und 6o° ohne Anwendung von Überdrucken polt' merisiert: Als Katalysatoren werden solche Stoffe verwendet, die befähigt sind, sogenannte Friedel-Craffts-Reaktionen zu beschleunigen, wie z. B. A1 C1.,, Fe C13, B F3 und Halagenwasserstoffsäunen. Die Menge des Lösungsmittels wird dabei so gewählt, daß der größere Teil des entstandenen Cyanurchloriäs in fester Form anfällt und vom Lösungsmittel auf geeignete Weise abgetrennt werden kann.
  • Dieses Verfahren zeigt bei seiner technischen Durchführung einige erhebliche Nachteile. So erfordert es durch die Anwendung verhältnismäßig niedriger Temperaturen lange Reaktionszeiten. Die Benutzung eines Lösungsmittels verlangt wegen der großen Verdünnung im Hinblick auf die bei der Reaktion erhaltene Menge des Polymerisats einen großen Reaktionsraum. Zudem entsteht bei der Polymerisation des Chlorcyans unter diesen Bedingungen keineswegs nur das gewünschte Cyanurchlorid, sondern in einer nicht unerheblichen Menge ein Gemisch höherpolymerer Stoffe, das neben mehr oder weniger Cyanurchlorid größtenteils im Lösungsmittel verbleibt. Dies erfordert eine periodische Aufarbeitung des Lösungsmittels, um es gereinigt wieder dem Herstellungsprozeß zuführen zu können. Der bei der Reinigung des Lösungsmittels erhaltene Rückstand, bestehend aus einem Gemisch verschiedener Polymerer des Chlorcyans mit einem nicht unerheblichen Anteil an Cyanurchlorid, ist wirtschaftlich nicht mehr zu verwerten und muß einer kostenverursachenden Vernichtung zugeführt werden.
  • Verschiedene Änderungen an dem Verfahren, die hauptsächlich durch Verwendung bestimmter Lösungsmittel eine Behebung der geschilderten Nachteile zum Ziele haben, konnten die Ergebnisse des Verfahrens nicht wesentlich verbessern. Zudem fällt das Cyanurchlorid bei diesem Prozeß feucht an, was: in manchen Fällen bei der weiteren Verwendung störend wirken kann. Die Trocknung durchAbdampfen der meist leicht entflammbaren Lösungsmittel, wie Benzol, Dioxan, Nitroparaffine u. dgl., erfordert zusätzliche Apparate und Kosten.
  • :Man hat auch schon Cyanurchlorid durch Einleiten von Chlorcyan in flüssiges, Aluminiumchlorid enthaltendes Chlorcyan bei 165 bis 175' hergestellt und das gebildete Cyanurchlorid bei 18o bis aoo° aus dem Reaktionsgemisch mittels Luft abgetrieben. Dieses Verfahren besitzt den Nachteil, nicht über lange Zeiträume kontinuierlich betrieben werden zu können, da höherpolymere Stoffe als Nebenprodukte entstehen, die bei der Destillation des Cyanurchlorids in dem Reaktionsgefäß zurückbleiben und es nach verhältnismäßig kurzer Zeit ausfüllen. Auch ist das auf diese Weise hergestellte Cyanurchlorld nicht rein, sondern enthält Aluminiumchlorid, das aus dem Reaktionsgefäß mit dem überdestillierenden Cyanurchlorid heraussublimiert.
  • Das zweite Prinzip zur Polymerisation des Chlorcyans zu Cyanurchlorid besteht in dem Überleiten gasförmigen Chlorcyans über entsprechende Kohlearten, die meist durch aufgebrachte Metallsalze in ihrer Wirkung alztiviert sind, bei Temperaturen zwischen 19o und 6oo°. Es kann dabei ein sehr reines, trockenes Cyanurchlorid gewonnen werden.- Die Wirksamkeit des Katalysators erschöpft sich aber nach verhältnismäßig kurzer Zeit. Es entstehen nämlich auch bei dieser Art der Poly merisation neben Cyanurchlorid andere Stoffe, die die Oberfläche des Katalysators bedecken und wegen ihrer geringen Flüchtigkeit nicht mehr entfernt werden können. Dadurch wird der Katalysator unwirksam und muß oft nach wenigen Betriebsstunden erneuert werden.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich die Polymerisation des Chlorcyans zu Cyanurchlorid durch Anwendung von Überdruck außerordentlich günstig beeinflussen läßt. Dieser Befund bildet die Grundlage für das erfindungsgemäße Verfahren, nach dem die Polymerisation des Chlorcyans; bei erhöhtem Druck ausgeführt wird.
  • Als besonders günstig für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens haben sich Drucke zwischen 2o und Zoo Atmosphären erwiesen, obwohl auch höhere oder niedrigere Drucke mit Erfolg angewandt werden können. Die optimale Reaktionstemperatur liegt in dem Bereich zwischen 3oo und 700°, wenn auch die Polymerisation schon bei tieferen Temperaturen mit ausreichender Geschwindigkeit vor sich geht. Bei diesen Verfahren können als Katalysatoren die für den Ablauf dieses Prozesses allgemein bekannten Stoffe,, wie A1 C13, FeC13, Sb C13, B F., Halogenwasserstoffsäuren, Kohle u. dgl., als reine Substanzen, in Mischung oder auf Trägersubstanzen verteilt zugesetzt werden. Es isst aber durch die Anwendung von Überdruck während der Polymerieation auch möglich, die Reaktion ohne Zusatz eines besonderen Katalysators durchzuführen.
  • Bei Einhaltung entsprechender Reaktionszeiten gelingt. es, eine praktisch vollständige Umisetzung des Chlorcyans in einem Arbeitsgang zu erreichen. D iie Reaktion läuft um @so schneller ab, je höher der Druck und die Temperatur sind. Dabei werden Ausbeuten an Cyanurchlorid bis zu 97% des eingesetzten Chlorcyans erhalten.
  • Technisch kann das Verfahren z. B. in der Weise ausgeführt werden, daß das Reaktionsgefäß vor Beginn der Polymerisation auf die gewünschte Temperatur gebracht wird, die dann entweder durch weiteres Heizen oder Kühlen während der Reaktion, die unter Wärmeent-,vicklung verläuft, gehalten wird. Der Druck im Reaktionsgefäß wird zweckmäßig ganz oder teilweise durch gasförmiges Chlorcyan erzeugt. Das gebildete Polymerisat kann als (Schmelze dem Reaktionsgefäß entnommen werden. Es ist daher auch ohne Schwierigkeiten möglich, den Prozeß kontinuierlich zu gestalten, indem man dem Reaktionsgefäß in fortlaufendem Strom Chlorcyan zuführt und das Cyanurchlorid in dem Maße, in dem es gebildet wird, abläßt.
  • Bei Anwendung von Katalysatoren werden diese entweder vor oder während der Beschickung des Reaktionsraumes mit Chlorcyan eingebracht. Die Stoffe vom Typus der Friedel-Craffts-Katalysatoren, wie A1 C13, Fe C13, F B3 und Halogenwasserstoffsäuren, verlieren bei dem erfindungsgemäßen Verfahren auch nach sehr langem Gebrauch nichts von ihrer Wirksamkeit und werden nur in dem Maße verbraucht, als sie in dem gebildeten Cyanurchlorid löslich sind.
  • Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die geringe Größe und Einfachheit des Reaktionsgefäßes, das es gestattet, verhältnismäßig große Durchsätze zu erzielen. Zudem ist die Polymerisation vollständig, so daß eine Anwendung komplizierter Rücklauf- oder Kreisprozesse mit ihren Verlusten an dem leichtflüchtigen Chlorcyan überflüssig ist. Beispiel 1 In ein Druckgefäß wird bei einer Temperatur von 435 bis 455° so viel Chlorwasserstoffsäure eingebracht, daß der Druck 2o atü beträgt. Sodann läßt man Chlorcyan einströmen, bis der Druck etwa Zoo atü beträgt, und hält ihn durch Zugabe entsprechender Mengen Chlorcyan. Man bekommt ein in der Kälte fast weißes, festes, kristallines Polymerisat mit einem Schmelzpunkt von 143 bis 145°, das in Benzol vollständig löslich ist. Das erhaltene Cyanurchlorid entspricht mengenmäßig 96,8 "/o des eingesetzten Chlorcyans. Beispiel 2 LäBt man die Polymerisation ohne Zusatz eines besonderen Katalysators in einem Temperaturbereich von 325 bis 35o° und bei einem Druck zwischen 25 und 8o atü vor sich gehen, erhält man eine Schmelze von Cyanurchlorid, die nach dem Erkalten einen Schmelzpunkt von 143 bis 146° besitzt und ohne Rückstand in Benzol oder Aceton löslich ist.
  • Beispiel 3 Drückt man Chlorcyan in einen Reaktionsraum, der unter einem Druck von 3o atü BFs und einer Temperatur von 345 bis 36o° steht, so erfolgt die Polymerisation des Chlorcyans in kurzer Zeit zu Cyanurchlorid vom Schmelzpunkt 143 bis 145°.
  • Beispiel 4 Man kann die Polymerisation auch unterhalb des Siedepunktes des Cyanurchlorids in dem Temperaturbereich zwischen 16o und 18o° bei einem Druck von 40 bis 67 atü durchführen und erhält ohne Zusatz eines Katalysators ein Cyanurchlorid mit dem Schmelzpunkt 14o bis 1q.7°. Der Umsatz erfolgt vollständig.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE-i. Verfahren zur Herstellung von Cyanurchlorid durch Polymerisation von Chlorcyan, dadurch gekennzeichnet, daß man die Polymerisation bei erhöhter Temperatur unter Druck ausführt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daB man Drucke zwischen 2o und Zoo atü und Temperaturen zwischen 300 und 7oo° anwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerisation in Gegenwart von Chlorwasserstoff durchgeführt wird. Angezogene Druckschriften: USA.-Patentschrift Nr. 2 414 655.
DEF8103A 1952-01-11 1952-01-11 Verfahren zur Herstellung von Cyanurchlorid Expired DE912220C (de)

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DE912220C true DE912220C (de) 1954-05-28

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DE (1) DE912220C (de)

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US2414655A (en) * 1947-01-21 Manufacture of cyanuric chloride

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