DE912021C - Verfahren zum fortlaufenden Mischpolymerisieren eines niedrigen aliphatischen Monoolefins mit einem polymerisierbaren, einen aromatischen Kern enthaltenden Monoolefin - Google Patents
Verfahren zum fortlaufenden Mischpolymerisieren eines niedrigen aliphatischen Monoolefins mit einem polymerisierbaren, einen aromatischen Kern enthaltenden MonoolefinInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 24. MAI 1954
Si 4208 IVc 13gc
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur fortlaufenden Herstellung von hochmolekularen Mischpolymerisaten
aus niedrigen aliphatischen Monoolefinen, ζ. B. C3- bis C5-Alkenen mit polymerisierbaren,
einen aromatischen Kern enthaltenden Monoolefinen, ζ. B. Styrol und methyl- und halogensubstituierten
Styrolen durch Tief temperaturpolymerisation nach Friedel-Crafts.
Eine typische Polymerisation, auf welche sich die Erfindung anwenden läßt, ist die Mischpolymerisation
von etwa 6o Gewichtsprozent Styrol und 40% Isobutylen bei Temperaturen von etwa — 80 bis — 1050
in Gegenwart von Methylchlorid als Verdünnungs- und Lösungsmittel sowie eines Katalysators, der aus einer
Lösung von Aluminiumchlorid in Methylchlorid besteht.
Man hat bereits vorgeschlagen, die Mischpolymerisation von Styrol und Isobutylen oder entsprechenden
Stoffen nach Friedel-Crafts bei Temperaturen unterhalb o° und mit einem Ausgangsmaterial durchzuführen,
dessen beide monomere Bestandteile zu je 5 bis 95 % enthalten sein können.
Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung ist es indessen erwünscht, nur Polymerisationsterrrperaturen
unter — 120, zweckmäßig unter — 8o° anzuwenden,
um zähe, biegsame Mischpolymerisate zu erhalten,
die das gewünschte hohe Molekulargewicht haben, welches sich durch eine durchschnittliche wahre
Viskosität von über 0,5, z. B. 0,6 bis 3,0, oder zweckmäßig über 0,7 kennzeichnet.
Für die vorliegende Erfindung ist es ferner zweckmäßig, als Ausgangsgut nur solche Mengen von Monomeren
zu verwenden, daß das Mischpolymerisat durchschnittlich 35 bis 70, zweckmäßig 45 bis 65 Gewichtsprozent
gebundenes Styrol, Rest Isobutylen, enthält.
An Stelle von Isobutylen können auch andere aliphatische Olefine verwendet werden, insbesondere
solche, die mehr als 2 Kohlenstoffatome enthalten, wie Propylen, n-Butylene usw., und zweckmäßig Isoolefine
von 4 bis 8 Kohlenstoffatomen, wie Isopenten (Methyl-2-Buten-i), oder ein durch Dehydratisierung
eines sekundären Amylalkohols erhaltenes Penten.
An Stelle von Styrol können auch andere polymerisierbare Monoolefine verwendet werden, die einen
zyklischen Kern enthalten, vorzugsweise vinylaroma-
ao tische Verbindungen, insbesondere Kohlenwasserstoffe; Beispiele derartiger Verbindungen sind:
Gi-Methylstyrol, p-Methylstyrol, a-Methyl-p-methylstyrol,
p-Chlorstyrol, Dichlorstyröle, Inden, p-Äthylstyrol,
ci-Vinylnaphthalin usw.
Die Mischpolymerisation wird durch Mischen der beiden Reaktionsteilnehmer mit oder ohne Zugabe
eines inerten Verdünnungs- oder Lösungsmittels durchgeführt. Beispiele für geeignete Lösungsmittel sind
Äthylen, Propan, Butan, Methylchlorid, Äthylchlorid, Methylenchlorid, Lösungsmittel auf Basis von Erdöldestillaten
usw. Nach dem Abkühlen der Reaktionsteilnehmer auf die gewünschte tiefe Temperatur setzt
man einen aktiven Halogenidkatalysator zu, wie Borfhiorid
oder aktiviertes Borfluorid (etwa 0,2 Gewichts-
prozent Äther, bezogen auf Borfluorid), Aluminiumchlorid, Titantetrachlorid, Aluminiumalkoxy-Aluminiumchloridkomplex
Al Cl3 Al (O C2 H5)3, Aluminiumbromid
u. dgl. Es empfiehlt sich, den Katalysator in einem Lösungsmittel zu lösen, z. B. in niederen Alkylhaloiden,
wie Methylchlorid oder Äthylchlorid oder Schwefelkohlenstoff oder auch, wenn die Löslichkeiten
es zulassen, in einem niedrigmolekularen schwefelfreien gesättigten Kohlenwasserstoff, oder in einem
Gemisch von Methylchlorid und Butan. Dann wird die Lösung des Katalysators zweckmäßig, wenn auch
nicht notwendigerweise, gekühlt und, wenn notwendig oder erwünscht, gefiltert, und dem Reaktionsgemisch zugesetzt. Andere geeignete Katalysatoren sind:
AlCl3 · AlCl2OH, AlBr3 · AlBr2OH, AlBr2Cl · AlOCl,
AlBrCl2-AlOBr, TiCl4-AlCl2OH, TiOCl2-TiCl4,
AlBr3 · Br2 · CS2, BF3 · Isopropylalkohol, BF3 in
Äthylen gelöst und aktivierter BF3-Katalysator in
Methylchlorid gelöst. Flüchtige Lösungs- oder Verdünnungsmittel, z. B. Äthan, Äthylen, Methylchlorid,
Kohlendioxyd (flüssig oder fest) usw., können ebenfalls als inneres oder äußeres Kühlmittel dienen, um
die bei der Polymerisation frei werdende Wärme abzuführen. Propan kann als Kühlmittel verwendet
werden, wenn man Vakuum zu seiner Entfernung verwendet.
Nach Beendigung der Mischpolymerisation kann der zurückbleibende Katalysator mit Wasser oder Alkohol
inaktiviert werden, z.B. mittels Isopropylalkohols.und dann mit Wasser oder auch mit verdünnter wäßriger
Natronlauge ausgewaschen werden. Das erhaltene Mischpolymerisat ist ein zäher, wärmebildsamer,
harzartiger, fester Körper.
Nach diesem oben beschriebenen Verfahren sind bei chargenmäßiger Arbeitsweise Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisate
mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von beispielsweise etwa 50 bis 60 Gewichtsprozent und
einer wahren Viskosität von 0,6 bis 1,0 oder mehr mit Erfolg hergestellt worden, die eine hohe Zugfestigkeit
von z. B. 68 bis 136 kg/cma und darüber mit einer
zähen Wärmebildsamkeit verbinden, und die sich infolgedessen in dünne, selbsttragende Filme auswalzen
oder anderweitig ausstoßen, gießen oder sonstwie formen lassen. Bei dieser Arbeitsweise bringt man die
Ausgangsstoffe zusammen mit Verdünnungsmitteln und genügend Katalysator in ein Reaktionsgefäß ein
und läßt die Reaktion bis zu 100 °/0 Umwandlung fort»
schreiten, d. h. bis zur vollständigen Reaktion des polymerisierbaren Materials.
Diese Arbeitsweise brachte indessen manche Schwierigkeiten mit sich, weshalb man sich bemühte, zu
einem fortlaufenden Verfahren überzugehen. Wenn z. B. genügend Katalysator verwendet wird, um einen
ioo°/0igen Umsatz zu erzielen, hat das entstandene
Mischpolymerisat, welches z.B. 6o°/0 gebundenes
Styrol enthält, eine zu geringe wahre Viskosität, z. B. etwa 0,25 bis 0,30, auch wenn man die Polymerisation
bei verhältnismäßig tiefer Temperatur durchführt, z. B. bei — go° C. Wenn man andererseits das Verfahren
fortlaufend in einer Stufe mit weniger Katalysator und in kürzerer Reaktionszeit durchführt, so daß
die Umsetzung nicht vollständig verläuft, hat das entstandene Mischpolymerisat bei gleichem Styrolgehalt
im Ausgangsgut und gleicher Temperatur eine wesentlich höhere wahre Viskosität, z. B. etwa 0,5 bei 80 %
Umwandlung, etwa 0,75 bei 50 °/0 Umwandlung oder etwa 0,95 bei 30%iger Umwandlung. Im übrigen
haben alle diese Verfahren, bei denen die Umwandlung nicht vollständig verläuft, den wirtschaftlichen
Nachteil, daß das nicht polymerisierte Ausgangsgut wiedergewonnen, gereinigt und im Kreislauf zurückgeführt
werden muß, sowie eine Reihe anderer Nachteile.
Andererseits kann die chargenweise Polymerisation leicht so geführt werden, daß das Polymerisat eine
sehr hohe wahre Viskosität aufweist, z. B. etwa 0,95, und gute Härte und ioO°/0ige Umwandlung, aber diese
Arbeitsweise ist in der praktischen Durchführung von anderen Nachteilen begleitet, wie der Notwendigkeit,
die Reaktionsgefäße häufig beschicken und entleeren zu müssen, ferner entsteht die Schwierigkeit, daß man
ein übermäßiges Entweichen und damit Verlust von Methylchlorid oder anderen Lösungsmitteln vermeiden
muß, sowie zahlreiche andere Nachteile.
Eine wesentliche Verbesserung in der fortlaufenden Herstellung derartiger Mischpolymerisate wurde erreicht,
indem man mehrstufig arbeitete derart, daß die Reaktionsteilnehmer, das Verdünnungsmittel und der
Katalysator in einem ersten Reaktionsgefäß fortlaufend miteinander gemischt werden, bis eine Teilumwandlung
von etwa 30 bis 70 % erreicht ist, und daß man nunmehr das Reaktionsgemisch, welches
sowohl Polymere als auch noch nicht in Reaktion getretenes monomeres Ausgangsgut enthält, entweder
durch Überströmen oder durch Pumpförderung oder mittels anderer geeigneter Maßnahmen fortlaufend in
ein weiteres oder in mehrere weitere Reaktionsgefäße überführt. Bei einem dreistufigen Verfahren z. B.
würde die Gesamtumwandlung in der zweiten Stufe etwa 6o bis 90 % und in der dritten Stufe, in welcher
die Umwandlung so hoch wie möglich sein soll, beispielsweise 97 bis 100% betragen.
Jedem der verschiedenen Reaktionsgefäße wird Katalysator in einer solchen Weise, d. h. mit einer
solchen Geschwindigkeit zugeführt, daß die gewünschte Umwandlung in jeder Reaktionsstufe erfolgt.
Wenn nun zwar das Endprodukt eines derartigen dreistufigen fortlaufenden Verfahrens eine genügend
hohe wahre Viskosität hat, so ist es doch auch andererseits weicher als erwünscht, wie sich aus der geringeren
Williams-Plastizität bei 6o° im Vergleich zu der eines Produktes mit gleichgroßem Gehalt an gebundenem
Styrol ergibt, das aber chargenweise hergestellt wurde. Zum Beispiel hat ein Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisat
von durchschnittlich 60 % gebundenem Styrol, welches in einem fortlaufend geführten Dreistufenverfahren
hergestellt war, eine Williams-Plastizität (bei 60°) von 290 bis 360, während ein Wert von
375 oder mehr erwünscht ist, der auch tatsächlich bei chargenweiser Arbeitsweise erzielt werden kann.
Gemäß der Erfindung wird in einem dreistufig und fortlaufend geführten Verfahren entweder ein erheblicher Überschuß von Styrol der zweiten Stufe zugesetzt und dementsprechend der ersten Stufe vorenthalten, oder man setzt der ersten Stufe indirekt mehr Styrol zu, indem man weniger Isobutylen nimmt und dieses der zweiten Stufe zusetzt. So soll, um als Enderzeugnis ein Mischpolymerisat zu bekommen, welches durchschnittlich 40 bis 70, zweckmäßig 50 bis 60 Gewichtsprozent Styrol gebunden enthält, in einer, und nur in einer der ersten beiden Stufen, ein Mischpolymerisat von durchschnittlich 35 bis 75, zweckmäßig 40 bis 65 % des gewünschten durchschnittlichen prozentualen Endgehaltes an gebundenem Styrol hergestellt werden, und in der anderen der beiden ersten Stufen ein Mischpolymerisat von durchschnittlich etwa 115 bis 135, zweckmäßig etwa 120 bis 130 % des im Enderzeugnis gewünschten durchschnittlichen Prozentgehaltes an gebundenem Styrol, und dann in der dritten Stufe, welche zweckmäßig verwendet wird, ein Mischpolymerisat von durchschnittlich etwa 90 bis 140 % des gewünschten endlichen Durchschnittsgehaltes an Styrol.
Gemäß der Erfindung wird in einem dreistufig und fortlaufend geführten Verfahren entweder ein erheblicher Überschuß von Styrol der zweiten Stufe zugesetzt und dementsprechend der ersten Stufe vorenthalten, oder man setzt der ersten Stufe indirekt mehr Styrol zu, indem man weniger Isobutylen nimmt und dieses der zweiten Stufe zusetzt. So soll, um als Enderzeugnis ein Mischpolymerisat zu bekommen, welches durchschnittlich 40 bis 70, zweckmäßig 50 bis 60 Gewichtsprozent Styrol gebunden enthält, in einer, und nur in einer der ersten beiden Stufen, ein Mischpolymerisat von durchschnittlich 35 bis 75, zweckmäßig 40 bis 65 % des gewünschten durchschnittlichen prozentualen Endgehaltes an gebundenem Styrol hergestellt werden, und in der anderen der beiden ersten Stufen ein Mischpolymerisat von durchschnittlich etwa 115 bis 135, zweckmäßig etwa 120 bis 130 % des im Enderzeugnis gewünschten durchschnittlichen Prozentgehaltes an gebundenem Styrol, und dann in der dritten Stufe, welche zweckmäßig verwendet wird, ein Mischpolymerisat von durchschnittlich etwa 90 bis 140 % des gewünschten endlichen Durchschnittsgehaltes an Styrol.
Bei Durchführung dieses verbesserten dreistufigen fortlaufenden Verfahrens soll die Umwandlung von
Monomeren in Polymere in den verschiedenen Stufen im allgemeinen in der ersten Stufe etwa 30 bis 55,
zweckmäßig etwa 35 bis 50 Gewichtsprozent, in der zweiten Stufe etwa 15 bis 55, zweckmäßig 25 bis
45 Gewichtsprozent, und in der letzten Stufe etwa 5 bis 35, zweckmäßig 10 bis 30 Gewichtsprozent betragen.
Wenn man die Umwandlungsbeträge der einzelnen Stufen zusammenzählt, so entsprechen diese Werte
etwa 30 bis 55 %, zweckmäßig etwa 35 bis 50 % in der ersten Stufe, etwa 65 bis 95, zweckmäßig 70 bis 90 %
in der zweiten Stufe und etwa 95 bis 100, zweckmäßig 98 bis 100 % in der letzten, d. h. in der dritten
Stufe.
Wenn man ein Mischpolymerisat herstellen will, dessen durchschnittlicher Endgehalt an gebundenem
Styrol etwa 60 Gewichtsprozent beträgt, und wenn man überschüssiges Styrol in die zweite Stufe eingeführt
und dementsprechend der ersten vorenthalten hat, so sollen die tatsächlich in den verschiedenen
Reaktionsstufen erzeugten Mischpolymerisate etwa 20 bis 40 0I0 gebundenes Styrol in der ersten Stufe,
etwa 70 bis 80% in der zweiten Stufe und 80 bis 85 % m der dritten Stufe enthalten. Wenn man mehr
Isobutylen der zweiten Stufe zuführt und dementsprechend der ersten vorenthält, ein Verfahren, welches
im wesentlichen die gleiche Wirkung hat, als wenn man der zweiten Stufe weniger und der ersten
Stufe mehr Styrol zuführt, dann sollen die in den drei getrennten Stufen erzeugten Mischpolymerisate einen
Gehalt an gebundenem Styrol von etwa 70 bis 80 % in der ersten, etwa 20 bis 40 % in der zweiten und etwa
55 bis 75 % m der dritten Stufe haben.
Da die Polymerisationstemperatur, die Konzentration der Reaktionsteilnehmer und des Verdünnungsmittels,
die Katalysatorkonzentration und vielleicht noch andere geringere Faktoren sämtlich einen kleinen
Einfluß auf die relativen Anteile haben, mit welchen Styrol und Isobutylen miteinander polymerisieren, ist
es besser, das erfindungsgemäße Verfahren dadurch zu regeln, daß man die Zusammensetzung der Mischpolymerisate,
die in den einzelnen Verfahrensstufen erhalten werden, überwacht und die relativen Anteile
von Styrol und Isobutylen im Ausgangsgut der betreffenden Stufe im Bedarfsfalle ändert, um in den
einzelnen Stufen das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Wenn man als bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
(Beispiele 3 bis 6) der zweiten Stufe mehr Styrol zuführt und der ersten vorenthält, und wenn
man, wie oben angegeben, in der ersten Stufe ein Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisat erhalten will,
welches 35 bis 75 % des durchschnittlichen Endgehaltes an gebundenem Styrol enthält, und in der
zweiten Stufe ein Mischpolymerisat anstrebt, welches 115 bis 135 % des gewünschten Endgehaltes an gebundenem
Styrol enthält, dann soll die der ersten Stufe zugeführte Styrolmenge tatsächlich etwa 50 bis
90, zweckmäßig etwa 60 bis 85 % des gewünschten durchschnittlichen Endgehaltes an gebundenem Styrol
betragen.
Insbesondere wenn es erwünscht ist, ein Mischpolymerisat zu erzeugen, dessen durchschnittlicher
Endgehalt an gebundenem Styrol etwa 60 Gewichtsprozent beträgt, dann soll der Anteil an Styrol in dem
der ersten Stufe zugeführten Ausgangsgut etwa 30 bis 55, zweckmäßig etwa 35 bis 50 Gewichtsprozent
betragen; der Rest, d. h. 70 bis 45, zweckmäßig 65 bis 50 Gewichtsprozent, ist Isobutylen. Dann beträgt
die der zweiten Stufe zuzuführende Styrolmenge etwa 15 bis 45, zweckmäßig etwa 20 bis 35 Gewichtsprozent
des Gesamtgewichts der Reaktionsteilnehmei. Die Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben
sich eindeutig aus den nachfolgend wiedergegebenen Versuchsergebnissen.
Es wurden mehrere Versuchsreihen durchgeführt, bei welchen Styrol und Isobutylen in dem Temperaturbereich
von — 80 bis — ioo° C miteinander polymerisiert wurden. Als Katalysator diente eine
Lösung von Aluminiumchlorid in Methylchlorid, als äußeres Kühlmittel flüssiges Äthylen sowie als Verdünnungsmittel
für das Zuführungsgut 2 bis 5 Raumteile Methylchlorid je Raumteil Styrol-Isobutylen-Gemisch.
Die Versuchsreihen wurden entweder direkt in einem fortlaufenden dreistufigen Verfahren durchgeführt
oder in einer einem derartigen Verfahren entsprechenden Laboratoriumseinrichtung, so daß die
Ergebnisse im wesentlichen die gleichen waren. Bei diesen Versuchen wurden der ersten Reaktionsstufe
die Kohlenwasserstoffmonomere, nämlich Styrol und Isobutylen, sowie Methylchlorid als Verdünnungsmittel
zugeführt. Das aus dem ersten Reaktionsgefäß ausfließende Reaktionsgut wurde in die zweite und
von dort in die dritte Reaktionsstufe gefördert. Von dort wurde das Reaktionsgut einer Rückgewinnungsanlage zugeführt, in welcher der Katalysator durch
Zusatz von Wasser oder einem Alkohol, z.B. Isopropylalkohol,
inaktiviert wird. Darauf wird das Verdünnungsmittel Methylchlorid abgetrieben und das
a5 Mischpolymerisat in trockener Form gewonnen. Man
prüft nun physikalisch und chemisch und bestimmt unter anderem chemisch den Gehalt an Kohlenstoff
und Wasserstoff, dann ermittelt man den Brechungsindex sowie die wahre Viskosität (in Toluol), die Viskosität
nach Mooney und die Plastizität nach Williams bei 60° C.
Von den zehn Versuchen stellen die ersten vier, die mit A1 B, C und D bezeichnet sind, die vorliegende
Erfindung nicht dar, sondern erst die letzten sechs, als Beispiele 1 bis 6 bezeichneten Versuche.
Die Versuche A, B und C stellen im wesentlichen die normale dreistufige Arbeitsweise dar, d. h. eine Arbeitsweise,
bei der keines der beiden Monomeren der ersten Reaktionsstufe vorenthalten und einer späteren
Stufe zusätzlich zugeführt wird. In Versuch D wurde etwas Styrol der ersten Stufe weniger und der dritten
entsprechend mehr zugeführt.
Bei den als Beispiele 1 bis 6 bezeichneten Versuchen,
welche gemäß der Erfindung durchgeführt wurden, wird bei den Versuchen 1 und 2 etwas Isobutylen der
ersten Stufe weniger und der zweiten mehr zugeführt. Dadurch hat man also im wesentlichen die gleiche
Wirkung, als wenn man der ersten Stufe zusätzlich Styrol und der zweiten Stufe entsprechend weniger
zuführt. In den Beispielen 3 bis 6 wird Styrol der ersten Stufe vorenthalten und der zweiten Stufe besonders
zugeführt. Dies ist die bevorzugt angewendete Arbeitsweise. Beispiel 6 wurde nach dem gleichen
Prinzip wie Beispiele 3 bis 5 durchgeführt, wurde aber
Tabelle I
30 Dreistufige Herstellung von Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisat mit 60% Styrol und
30 Dreistufige Herstellung von Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisat mit 60% Styrol und
40% Isobutylen in fortlaufendem Verfahren
(Bei allen Versuchen betrug, wenn nicht anders angegeben, die Konzentration des monomeren Ausgangsguts
im Verdünnungsmittel 25 Gewichtsprozent)
| Reaktions | Zufuhr von | chem Styrol Reaktions |
mehrt | Gewichts- | Styrol | Wahre | Viskosität | 59 | 56 | 66 | Plastizität nach |
|
| Ver | stufe | zusätzli | stufe ver- ver |
pruzenu Durchschnitt |
Viskosität | Il 3,CIl Mooney |
49 | Williams bei 6o° C |
||||
| such | Styrol*) | ringert | % | 66 | ||||||||
| I | % | 44,5 | 51,2 | 0,93 | 52 | 175*) | 239 | |||||
| A**) | 2 | 32,1 | 58.4 | o,97 | 60 | Durchschnitt | Durchschnitt | 278 | ||||
| 3 | 23,3 | 75,7 | 0,50 | 71 | 0,99 | 0,77 I | 359 | |||||
| Durchschnitt | 1,22 | |||||||||||
| 58,5 | 0,88 | 0,93 | 310 | |||||||||
| I | 34 | 42,5 | 1,42 | 0,14 | 251 | |||||||
| B | 33 | 60,0 | 1,08 | 296 | ||||||||
| 3 | 33 | 78,0 | 0,50 | 401 | ||||||||
| 59.0 | 361 | |||||||||||
| I | 44 | 48,0 | Durchschnitt | |||||||||
| C | 2 | 32,5 | 65,2 | 0,89 | ||||||||
| 3 | 23,5 | 79.4 | 1,04 | |||||||||
| 0,77 | ||||||||||||
| ι 3 | 61,8 | o,35 | 330 | |||||||||
| I | 45>4 | 39.4 | 212 | |||||||||
| D | 2 | 13 | 36,9 | 62,7 | 301 | |||||||
| 3 | 17,7 | 89,0 | 404 | |||||||||
| 60,0 | 324 | |||||||||||
*) Bezogen auf gesamtes polymeres Endprodukt. **) 35% Monomere im ■ Verdünnungsmittel.
tatsächlich fortlaufend dreistufig durchgeführt, während die Versuche A bis D und ι bis 5 zwar auch einer
dreistufigen fortlaufenden Arbeitsweise entsprechen, aber insofern von dieser abweichen, als das aus der
ersten Stufe ausfließende Reaktionsgut analysiert und der zweiten Stufe ein Gut eingeführt wurde, welches
dem aus Stufe ι ausströmenden Gut zwar in seiner Zusammensetzung entsprach, jedoch mit der Maßgabe,
daß das Polymer synthetisch hergestellt war, anstatt daß man das aus der ersten Stufe ausströmende Gut
direkt in Stufe 2 geführt hätte. Das Zuführungsgut für die dritte Stufe wurde entsprechend der Analyse des
aus Stufe 2 ausströmenden Gutes zusammengesetzt.
Bei diesen Versuchsreihen wurde die Williams-Plastizität nach der Standard-Α STM-Prüfmethode
D 926—47T bei 60° C bestimmt. Die Werte für die
Viskosität nach Mooney wurden in dem Standard-Mooney-Viskosimeter
nach der Prüf methode ASTM D 927—47 T bei ioo° C erhalten.
Die Menge des in den verschiedenen Verfahrensstufen erforderlichen Katalysators hängt in einem
gewissen Maß vom Verhältnis Reaktionsteilnehmer/ Verdünnungsmittel, der relativen Reinheit der Reaktionsteilnehmer
und vielleicht noch von anderen,
weniger bedeutenden Faktoren ab, hauptsächlich aber bestimmt sich die notwendige Menge danach, daß
man den angestrebten Zweck, d. h. die gewünschte Umwandlung in den verschiedenen Polymerisationsstufen, erreicht. Bei den einzelnen unten beschriebenen
Versuchsreihen wurde als Katalysator eine Lösung von Aluminiumchlorid in Methylchlorid verwendet, deren
Konzentration etwa 0,2 Gewichtsprozent betrug. Die Katalysatorwirksamkeit, dargestellt durch die Gewichtsmenge
Polymer, welche durch die betreffende Gewichtsmenge Katalysator erzeugt wird, ist in den
ersten Stufen der Polymerisation, in denen also die Konzentrationen an Monomeren noch ziemlich stark
sind, verhältnismäßig hoch. In den späteren Reaktionsstufen wird die Katalysatorwirksamkeit beträchtlich
geringer. Bei den unten beschriebenen Versuchen betrug die in Gewichtsteilen Polymer je Gewichtsteil
Katalysator ausgedrückte Katalysatorwirksamkeit etwa 300 bis 1000 in der ersten, etwa 100 bis 500 in der
zweiten und etwa 40 bis 150 in der dritten Stufe. Die Gesamtwirksamkeit des Katalysators betrug etwa 200,
das bedeutet, daß etwa 0,5 Gewichtsteile Katalysator, d. h. Aluminiumchlorid, je 100 Gewichtsteile Polymer
verwendet wurde.
Tabelle II Verfahren gemäß der Erfindung
| Bei | 35 | I | 6**) | Reaktions | Zufuhr von | Reaktions- | fe ver mehrt |
Um | Styrol | Wahre | Viskosität | Plastizität | |
| 30 | spiel | stufe | stu ver ringert |
wandlung | Vo | Viskosität | UcICIl Mooney |
nach | |||||
| zusätzlichem Styrol | I | prozent Durchschnitt |
Williams bei 600C |
||||||||||
| I | 2 | 70,0 | 1,00 | 81 | |||||||||
| 40 2 | 2 | Styrol*) % |
40,2 | 43,7 | 0,95 | 52 | 343 | ||||||
| 3 | 39.4 | 71.5 | 0,23 | 175*) | 217 | ||||||||
| 20 | I | 20,4 | 60,8 | 0,78 | 58 | 342 | |||||||
| I | 2 | Durchschnitt | 79.0 | 119 | 356 | ||||||||
| 45 3 | 2 | 43.5 | 34.3 | 53 | 397 | ||||||||
| 3 | 3i,5 | 59.1 | 38 | 194 | |||||||||
| 25 | 2 | 25,0 | 60,5 | 0,78 | 60 | 195 | |||||||
| I | I | Durchschnitt | 40,5 | 1,22 | 63 | 386 | |||||||
| 2 | 42,1 | 73.3 | 0,80 | 87 | 240 | ||||||||
| 50 4 | 3 | 36,9 | 75.7 | 0,30 | 60 | 355 | |||||||
| 15 | 21,0 | 394 | |||||||||||
| 2 | Durchschnitt | 60,9 | 0,82 | 57 | |||||||||
| I | I | Gemisch | 36,1 | 0,96 | 51 | 349 | |||||||
| 2 | 45.0 | 78,2 | 113 | 206 | |||||||||
| 55 5 | 3 | 29,1 | 80,9 | 175*) | 395 | ||||||||
| 24.5 | 25.9 | 401 | |||||||||||
| 2 | Durchschnitt | 59.6 | 69 | ||||||||||
| I | I | Gemisch | 24.9 | 1,23 | 65 | 412 | |||||||
| 60 | 2 | 36,7 | 77.1 | 0,92 | 175*) | 187 | |||||||
| 3 | 35.7 | 84,2 | o,44 | 175 | 401 | ||||||||
| 33 | 27,6 | 405 | |||||||||||
| 2 | Durchschnitt | 60,5 | 0,88 | 83 | |||||||||
| I | Gemisch | 59 | 85 | 408 | |||||||||
| indprodukt | 392 | ||||||||||||
| 25 |
*) Bezogen auf gesamtes polymeres Endprodukt/ **) Tatsächlich Dreistufenverfahren.
Diese Versuche zeigen, daß man bei Herstellung eines Styrol - Isobutylen - Mischpolymerisats von durchschnittlich
etwa 60 0I0 gebundenem Styrol mittels eines
normalen dreistufigen Verfahrens (Versuche A, B und C) eine Williams-Plastizität (bei 600C) von etwa
310 bis 360 erzielt. Versuch B zeitigte die besten Ergebnisse. Er wurde durchgeführt, um ein Polymer von
einer etwas höheren wahren Viskosität zu erhalten, indem man die Umwandlung gleichmäßig auf die einzelnen
Stufen verteilte. Vom Standpunkt des Wärmeüberganges und der Viskosität wäre die 45-35-20-Verteilung
der Umwandlung auf die einzelnen Stufen zweckmäßig. Versuch D zeigt, daß keine wesentliche
Erhöhung der Williams-Plastizität erreicht wird, wenn man etwa 13 % Styrol, bezogen auf das gesamte Endpolymer,
der ersten Stufe weniger und dafür der dritten Stufe mehr zuführt.
Wenn man andererseits gemäß der Erfindung arbeitet, zeigen die Beispiele 1 und 2, bei denen 20 und
25 % Styrol, bezogen auf gesamtes Enderzeugnis Polymer, der ersten Stufe indirekt zusätzlich zugeführt
wurden, indem man etwas Isobutylen weniger zuführte und dieses dann der zweiten zugab, daß man auf
diese Weise eine wesentliche Verbesserung der WiI-liams-Plastizität
erhält, insbesondere bei der Arbeitsweise gemäß Beispiel 2, durch welche die Williams-Plastizität
auf 386 stieg. Selbst Beispiel 1 stellt noch eine wesentliche Verbesserung gegenüber der normalen
dreistufigen Arbeitsweise bei gleicher Umwandlung, Verteilung und wahrer Viskosität dar. Die Beispiele 3,
4 und 5 zeigen, daß, wenn man 15 %, 24,5 % und 33 % Styrol, bezogen auf gesamtes Enderzeugnis Polymer,
in der ersten Stufe zurückhält und es der zweiten zuführt, gemäß der bevorzugten Arbeitsweise der Erfindung
eine Williams-Plastizität von 349, 412 bzw. 408 erhalten wird. Beispiel 6 zeigt, daß man bei einem tatsächlich
fortlaufend geführten dreistufigen Verfahren, bei welchem man 25 % Styrol, bezogen auf gesamtes
Enderzeugnis Polymer, der ersten Stufe vorenthält und der zweiten zuführt, eine Williams-Plastizität von
392 bei einer Mooney-Viskosität von 85 erzielt.
Aus den Versuchen ergibt sich, daß die besten Ergebnisse dann erzielt werden, wenn man 20 bis 35·%
Styrol, bezogen auf das gesamte Enderzeugnis PoIymer,
in der ersten oder der zweiten Stufe zurückhält und es der entsprechenden anderen dieser beiden Stufen
mehr zuführt. Alle unter diesen Bedingungen durchgeführten Versuche, nämlich die Beispiele 2, 4,
5 und 6, gaben Erzeugnisse mit einer Williams-Plastizität von über 375, eine Zahl, welche den geforderten
Tiefstwert darstellt.
Es ergibt sich somit, daß man eine völlig unerwartete Qualitätserhöhung des Enderzeugnisses erhält, indem
man absichtlich ein Polymer von einer größeren Heterogenität herstellt. Im allgemeinen sind nicht homogene
Polymere zur Erzielung besserer Werte für die Williams-Plastizität erwünscht. Diese Lehre ist den
bisherigen Kenntnissen völlig entgegengesetzt. So z. B. sieht man aus Tabelle I1 daß die arithmetische
Differenz zwischen dem Prozentgehalt Styrol in der Fraktion des geringsten Durchschnittsgehalts
Styrol und dem Styrolgehalt der Fraktion mit dem nächsthöheren Styrolgehalt von 7,2 (58,4 — 51,2) in
Versuch A bis zu 23,3 (62,7 — 39,4) in Versuch D reicht. Andererseits betragen die entsprechenden Differenzen
in Tabelle II, in welcher die erfindungsgemäße Arbeitsweise dargestellt ist, 26,3 (70,0 — 43,7) in Beispiel
ι bis zu 52,2 (77,1 — 24,9) in Beispiel 5. Diese
Werte lassen eine viel größere Heterogenität des Polymerengemisches bei erfindungsgemäßer Arbeitsweise
erkennen, bei welcher die vorstehend definierte Differenz mindestens 25, zweckmäßig 30 bis 55 °/0 beträgt.
Es ist natürlich klar, daß sich innerhalb jeder Fraktion das Gemisch so aufteilt, daß die Moleküle mit dem der
betreffenden Stufe entsprechenden durchschnittlichen Styrolgehalt mit dem höchsten Gewichtsanteil vertreten
sind, und daß die Anteile von Molekülen mit steigendem oder sinkendem Styrolgehalt entsprechend
geringer werden. Es ist deshalb wichtig, daß die Zusammensetzung der Polymerenmoleküle in den einzelnen
Stufen so aufgeteilt wird, daß von Stufe zu Stufe große Differenzen gegeben sind. Insbesondere ist wichtig,
daß zwischen dem durchschnittlichen Styrolgehalt derjenigen Mischpolymerisatfraktion, die in der Reaktionsstufe
des geringsten durchschnittlichen Styrolgehaltes hergestellt wird und dem durchschnittlichen
Styrolgehalt derjenigen Stufe, in welcher das Mischpolymerisat von dem nächsthöheren durchschnittlichen
Styrolgehalt hergestellt wird, eine große Differenz besteht. Zwischen dem durchschnittlichen Styrolgehalt
des in der ersten Stufe erzeugten Polymers und dem in der zweiten Stufe erzeugten soll zweckmäßig eine Differenz
von mindestens 25, insbesondere 30 bis 55 % bestehen.
Eine für großen Durchsatz eingerichtete fortlaufend betriebene dreistufige Polymerisation von Styrol und
Isobutylen wurde so geführt, daß das Mischpolymerisat durchschnittlich 50 % Styrol enthält. Verdünnungsmittel
war Methylchlorid, und die Konzentration der Reaktionsteilnehmer betrug 15 Gewichtsprozent. Katalysator
und Temperatur waren im wesentlichen die gleichen wie im Beispiel 6. In den verschiedenen Stufen
betrug der insgesamt erreichte Umsatz: 50% in der ersten, 80 °/„ am Ende der zweiten und 100 °/0 am Ende
der dritten Stufe. Etwas Styrol wurde der ersten Stufe
weniger zugegeben und der zweiten zugeführt, wobei die der ersten Stufe wirklich zugeführte Menge 43 Gewichtsprozent
betrug. Das der ersten Stufe vorenthaltene Styrol wurde der zweiten zugeführt. Das entstehende
Erzeugnis hat eine Viskosität (Mooney) von 60 ± 5 und eine Plastizität (Williams) zwischen 350
bis 400, was für ein Mischpolymerisat mit einem Gesamtdurchschnitt von 50 °/0 gebundenem Styrol überraschend
hoch ist. Kleine Änderungen des Styrolgehaltes des der ersten Stufe zugeführten Ausgangsgutes
zeigten, daß man an Stelle des 43 % Styrol enthaltenden Ausgangsgutes allgemein bei einem Styrolgehalt
von 41 bis 45 % em Enderzeugnis von der gewünschten
Plastizität (Williams) erhält.
Ein Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisat mit durchschnittlich 60 % gebundenem Styrol wurde in zwei
stufig fortlaufender Arbeitsweise hergestellt. Als Aus-
gangsgut verwendete man eine i5%ige Lösung von polymerisierbarem Ausgangsgut in Methylchlorid als
Verdünnungsmittel. Die anderen Bedingungen waren im wesentlichen die gleichen wie im Beispiel 6. In der
ersten Stufe führte man ein Ausgangsgut von 50 Gewichtsprozent Styrol zu. Damit wurden 20 % Styrol,
bezogen auf gesamtes Enderzeugnis Polymer, in der ersten Stufe zurückbehalten und der zweiten oder letzten
eingeführt. Die Umwandlung betrug in der ersten Stufe 50 % und am Ende der zweiten 100 %. Das Enderzeugnis
hatte eine Viskosität (Mooney) von 60 ± 5 und eine Plastizität (Williams) von 375 bis 400.
Beispiele 9 und 10
Es wurde eine Reihe von Laboratoriumsversuchen in gleicher Weise durchgeführt, wie in den Tabellen I
und II beschrieben, jedoch mit der Maßgabe, daß das Ausgangsgut so zusammengesetzt war, daß das entstehende
Mischpolymerisat einen durchschnittlichen
ao Styrolgehalt von 50 % hat. Die in der nachfolgenden
Tabelle III wiedergegebenen Werte zeigen die Wirk
samkeit der besonderen Styrolzufuhr hinsichtlich der Verbesserung der Plastizität (Williams) von Mischpolymerisaten,
die durchschnittlich etwa 50 % Styrol enthalten.
Die Ergebnisse zeigen, daß sich das Erfindungsprinzip mit gleichem Erfolg auf die Plastizitätsverbesserung
eines Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisates mit 50 % gebundenem Styrol an Stelle von 60 % anwenden
läßt. So erzielt man gemäß Tabelle III in einem dreistufigen normalen fortlaufend geführten Verfahren ein
Mischpolymerisat von einer Plastizität (Williams) von 271, die auf 359 steigt, wenn man der ersten Stufe
16,7 °/0 Styrol weniger und der zweiten Stufe entsprechend
mehr zuführt. Wenn man noch mehr Styrol, z.B. 25% (bezogen auf die Gesamtmenge polymeres
Endprodukt), von der ersten auf die zweite Stufe verlagert, so erreicht man sogar eine Plastizität (WiI-liams)
von 383.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele, die lediglich
der Erläuterung der Erfindung dienen.
Dreistufige Herstellung von Styrol-Isobutylen-Mischpolymerisat mit gleichen Teilen
Styrol und Isobutylen in fortlaufendem Verfahren
| • | Zufuhr von | Reaktions- | fe ver |
Umwandlung | Styrol | Wahre | V IS KOSlX 3X _ _ r, |
Plastizität | |
| zusätzlichem Styrol | StU ver |
mehrt | Gewichts | Viskosität | nacii Mooney |
nach | |||
| Reaktions | ringert | prozent Durchschnitt |
°/o | Williams bei 60° C |
|||||
| stufe | Styrol*) | ||||||||
| 0/ /0 |
32,2 | 1.39 | 71 | ||||||
| Ver | 35.2 | 53.3 | 0,85 | 52 | 233 | ||||
| such E | I | ohne | 40,9 | 70,7 | 0,29 | 175*) | 239 | ||
| 2 | 33.9 | 333 | |||||||
| 3 | Durch | 48.7 | 0,89 | 48 | |||||
| 2 | schnitt | 271 | |||||||
| I | 24,9 | 1,23 | 65 | ||||||
| Bei | 45.8 | 66,9 | 0,75 | . 76 | 187 | ||||
| spiel 9 | I | 16,7 | 27.5 | 80,9 | 0,21 | 96 | 369 | ||
| 2 | 16,7 | 404 | |||||||
| 3 | Durch | 48,9 | 0,88 | 66 | |||||
| 2 | schnitt | 359 | |||||||
| I | 24,2 | 0,81 | 33 | ||||||
| Bei | 48,0 | 68,4 | 0,78 | 80 | 135 | ||||
| spiel IO | I | 25 | 31.1 | 82,3 | 0,49 | 165*) | 351 | ||
| 2 | 20,9 | 405 | |||||||
| 3 | Durch | 50,0 | 0,72 | 57 | |||||
| schnitt | 383 | ||||||||
*) Bezogen auf gesamtes polymeres Endprodukt.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zum fortlaufenden mehrstufigen Mischpolymerisieren eines niedrigen aliphatischen Monoolefins mit einem polymerisierbaren, einen aromatischen Kern enthaltenden Monoolefin bei Temperaturen von —12 bis —io6° in Gegenwart eines Friedel-Crafts-Katalysators, dadurch gekennzeichnet, daß man in einer der vor der Endstufe liegenden Stufen einen erheblichen Überschuß des aromatischen Monoolefins vorenthält und dementsprechend diesen einer anderen, ebenfalls vor der iao Endstufe liegenden Stufe zusetzt, mit der Maßgabe, daß in der letztgenannten Stufe ein Mischpolymerisat entsteht, dessen Gehalt an gebundener aromatischer Komponente 115 bis 135 Gewichtsprozent des durchschnittlichen Gehaltes des Endproduktes an gebundener aromatischer Verbindung beträgt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man das Vorenthalten bzw. das Zusetzen von überschüssigeraromatischer Komponente dadurch bewirkt, daß man von der aliphatischen Olefinkomponente in der einen Stufe mehr und dafür in der anderen Stufe weniger zusetzt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsstoffe Styrol und Isobutylen in solchen Mengen verwendet, daß das Enderzeugnis durchschnittlich etwa 40 bis 70 Gewichtsprozent gebundenes Styrol enthält, die Reaktion bei —73 bis —960 durchführt, 1 bis 10 Raumteile Methylchlorid je Raumteil Reaktionsteilnehmer verwendet und den drei Stufen so viel Katalysator zusetzt, daß in der ersten Stufe 30 bis 60 °/0 der Monomeren in Polymere umgewandelt werden, weitere 15 bis 55 % in der zweiten Stufe (insgesamt 65 bis 85 %) und schließlich in der letzten Stufe weitere 15 bis 35 % (insgesamt 95 bis 100 %), mit der Maßgabe, daß man in einer der beiden ersten Stufen ein Mischpolymerisat herstellt, dessen Gehalt an gebundenem Styrol 115 bis 135, vorteilhaft 120 bis 130% des gewünschten Endgehaltes an gebundenem Styrol beträgt, während man in der anderen der beiden ersten Stufen ein Mischpolymerisat herstellt, dessen Gehalt an gebundenem Styrol 35 bis 75, vorteilhaft etwa 40 bis 65 % des gewünschten Endgehaltes an gebundenem Styrol beträgt, worauf man in der dritten Stufe ein Mischpolymerisat herstellt, dessen Styrolgehalt etwa 90 bis 140 °/0 des gewünschten Endgehaltes an gebundenem Styrol beträgt.
- 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3 zum Mischpolymerisieren von Styrol und Isobutylen bei —73 bis—960 und in solchen Mengenverhältnissen, 3 daß das Enderzeugnis durchschnittlich 58 bis 62 % gebundenes Styrol enthält, wobei man etwa 2 bis 7 Raumteile Methylchlorid je Räumteil olefinisches Ausgangsgut verwendet, dadurch gekennzeichnet, daß man in der ersten Stufe etwa 20 bis 40 % Styrol, bezogen auf das gesamte polymere Enderzeugnis, weniger zusetzt und diese Menge der zweiten Stufe zuführt, wodurch ein Mischpolymerisat erzeugt wird, welches einen Gehalt an gebundenem Styrol von etwa 23 bis 38 % in der ersten, etwa 75 bis 80% in der zweiten und etwa 80 bis 850Z0 in der dritten Stufe besitzt, und wobei das Enderzeugnis durchschnittlich 58 bis 62 % gebundenes Styrol enthält und eine Viskosität (Mooney) von etwa 65 bis 90 und eine Plastizität (Williams) von mindestens 375 besitzt.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3 zum Mischpolymerisieren von Styrol und Isobutylen bei etwa —73 bis —96° und in solchen Mengenverhältnissen, daß das Enderzeugnis etwa 48 bis 52 % gebundenes Styrol enthält, wobei man etwa 2 bis 7 Raumteile Methylchlorid je Raumteil olefinisches Ausgangsgut verwendet, dadurch gekennzeichnet, daß man in der ersten Stufe etwa 15 bis 30 % Styrol, bezogen auf das gesamte polymere Enderzeugnis, weniger zusetzt und diese Menge der zweiten Stufe zuführt, wodurch ein Mischpolymerisat erzeugt wird, dessen Gehalt an gebundenem Styrol in der ersten Stufe etwa 20 bis 30 %, in der zweiten etwa 60 bis 75 % und in der dritten etwa 75 bis 85 % beträgt, wobei das Enderzeugnis durchschnittlich etwa 48 bis 52°/0 gebundenes Styrol enthält und eine Plastizität (Williams) von mindestens 350 aufweist.© 9502 5.54
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US706121XA | 1950-12-22 | 1950-12-22 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE912021C true DE912021C (de) | 1954-05-24 |
Family
ID=22096361
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEST4208A Expired DE912021C (de) | 1950-12-22 | 1951-12-12 | Verfahren zum fortlaufenden Mischpolymerisieren eines niedrigen aliphatischen Monoolefins mit einem polymerisierbaren, einen aromatischen Kern enthaltenden Monoolefin |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE912021C (de) |
| FR (1) | FR1044759A (de) |
| GB (1) | GB706121A (de) |
| NL (1) | NL82046C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1082056B (de) * | 1955-10-07 | 1960-05-19 | Exxon Research Engineering Co | Verfahren zur kontinuierlichen Mischpolymerisation eines Isoolefins mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen mit einer aromatischen, olefinisch ungesaettigten Verbindung |
| DE1094985B (de) * | 1954-06-08 | 1960-12-15 | E H Karl Ziegler Dr Dr | Verfahren zur Polymerisation von Olefinen zu linearen, im wesentlichen unverzweigten hochmolekularen Polymerisaten |
| DE1102403B (de) * | 1956-03-10 | 1961-03-16 | Hoechst Ag | Verfahren zur Polymerisation und Mischpolymerisation von Olefinen nach dem íÀNiederdruckverfahrení |
| DE1131408B (de) * | 1955-04-09 | 1962-06-14 | Hoechst Ag | Verfahren zur Aufarbeitung von Niederdruckpolyolefinen |
-
0
- NL NL82046D patent/NL82046C/xx active
-
1951
- 1951-05-25 GB GB12311/51A patent/GB706121A/en not_active Expired
- 1951-06-08 FR FR1044759D patent/FR1044759A/fr not_active Expired
- 1951-12-12 DE DEST4208A patent/DE912021C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1094985B (de) * | 1954-06-08 | 1960-12-15 | E H Karl Ziegler Dr Dr | Verfahren zur Polymerisation von Olefinen zu linearen, im wesentlichen unverzweigten hochmolekularen Polymerisaten |
| DE1131408B (de) * | 1955-04-09 | 1962-06-14 | Hoechst Ag | Verfahren zur Aufarbeitung von Niederdruckpolyolefinen |
| DE1082056B (de) * | 1955-10-07 | 1960-05-19 | Exxon Research Engineering Co | Verfahren zur kontinuierlichen Mischpolymerisation eines Isoolefins mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen mit einer aromatischen, olefinisch ungesaettigten Verbindung |
| DE1102403B (de) * | 1956-03-10 | 1961-03-16 | Hoechst Ag | Verfahren zur Polymerisation und Mischpolymerisation von Olefinen nach dem íÀNiederdruckverfahrení |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB706121A (en) | 1954-03-24 |
| FR1044759A (fr) | 1953-11-20 |
| NL82046C (de) |
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