DE911492C - Verfahren zur Gewinnung reiner wasserfreier Essigsaeure aus wasserhaltiger, insbesondere rohrer, aus Acetylen gewonnener Essigsaeure - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung reiner wasserfreier Essigsaeure aus wasserhaltiger, insbesondere rohrer, aus Acetylen gewonnener EssigsaeureInfo
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Description
- Verfahren zur Gewinnung reiner wasserfreier Essigsäure aus wasserhaltiger, insbesondere rohrer, aus Acetylen gewonnener Essigsäure Es ist bekannt, wasserhaltige Essigsäure durch Destillieren mit Hilfsflüssigkeiten zu entwässern und diese nach dem Abscheiden des Wassers wieder im Kreislauf zur Destillation zu verwenden. Die Anwendung dieses Verfahrens wird jedoch unbefriedigend, wenn es sich um die Entwässerung und Reinigung von roher Carbidessigsäure handelt. Diese enthält vor allem geringe Mengen Met'hylacetat neben Methylformiat, Ameisensäure, Formaldehyd und Acetaldehyd. Die Hilfsflüssigkeit reichert sich beim Kreislauf mit diesen Nebenprodukten an, so daB nach einiger Zeit, wenn die Hilfsflüssigkeit z. B. über 15 %- Methylacetat enthält, deren Entfernung aus der Essigsäure sowie die Entwässerung derselben nicht mehr vollständig gelingt und das Verfahren bald wirkungslos wird. Es wurde nun ein Verfahren gefunden, durch das die dauernde Entfernung der erwähnten Verunreinigungen und die Entwässerung von wasserhaltiger, verunreinigter Essigsäure, vor allem roher, aus Acetylen gewonnener Essigsäure, durch Destillieren mit einer Hilfsflüssigkeit, die nach der Abscheidung des Wassers im Kreislauf geführt wird, gelingt, wenn laufend oder zeitweise ein Teil der Hilfsflüssigkeit nach der Entwässerung abgezogen und ihr mit wäßriger, höchstens 5o0/a-iger Essigsäure die Verunreinigungen entzogen werden, worauf die Hilfsflüssigkeit wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird. Im allgemeinen wird, um die Extraktionsanlage entsprechend auszunutzen, das Abziehen eines Teils der Hilfsflüssigkeit so geregelt, daß der Gehalt der umlaufenden Hilfsflüssigkeit an Nebenprodukten 5%. nicht unterschreitet, meist jedoch io bis 15% beträgt. Das bei der Entwässerung der umlaufenden Hilfsflüssigkeit abgeschiedene Wasser enthält etwas Essigsäure; es wird dann, gegebenenfalls nach Zusatz von frischer Essigsäure, für die Extraktion des abgezweigten Teils der Hilfsflüssigkeit verwendet. Aus dem mit Methylacetat, Ameisensäure und sonstigen niedrigsiedenden Verbindungen angereicherten Extrakt können diese ohne Schwierigkeit abdestilliert werden, so daß wieder eine für die Extraktion geeignete Essigsäure zurückgewonnen wird. Als Hilfsflüssigkeiten verwendet man zweckmäßig solche, die mit Wasser ein oberhalb 57° siedendes Gemisch bilden, Es eignen sich dazu vor allem Chlorkohlenwasserstoffe, Benzine und besonders Benzol. Beispiel In eine 4,5 m hohe Kolonne laufen in 3 m Höhe stündlich ioo 1 Rohessigsäure und 41 Benzol zu. Der Blaseninhalt der Kolonne wird so stark erhitzt, daß in etwa 2 m Höhe dauernd eine Temperatur von 116° herrscht. Mit dem auf der Kolonne befindlichen Dephlegmator wird durch einen etwa siebenfachen Rücklauf eine Destillationstemperatur von etwa 70° aufrechterhalten. Vom Destillat wird in einem Abscheider die Wasserschicht abgetrennt. Von der Benzolschicht werden stündlich etwa 4,5 1 abgezogen, während der übrige Teil im Kreislauf wieder in die Kolonne zurückgeht. Die Wasserschicht, deren Menge etwa -- ]/Stunde beträgt, enthält etwa 3o°/0 Essigsäure und etwa 7% Methylacetat. Das dem Benzolkreislauf entnommene Benzol enthält etwa 12 %- Met'hy lacetat, etwa 5 % Essigsäure und etwa 0,5'10 Wasser. Die im Abscheider abgetrennte Wasserschicht enthält etwa o,6%- der Gesamtessigsäure. Die gereinigte Essigsäure läuft aus der Blase fortlaufend in die Vorlage ab. Sie hat einen Erstarrungspunkt von 16,5° und ist praktisch frei von Wasser, Methylacetat, Benzol und sonstigen niedrigsiedenden Bestandteilen. Das etwa 12'/o Methylacetat enthaltende abgezogene Benzol wird in einem Extraktionsturm mit etwa der fünffachen Menge etwa 3o%iger Essigsäure extraliiert. Hierfür wird das mit dem Destillat anfallende Säurewasser verwendet. Das extrahierte Benzol läuft mit etwa 4% Methylacetatgehalt wieder in den Benzolkreislauf zurück. Die Extraktsäure, die etwa 75 % des Gesamtmethylacetats enthält, läuft kontinuierlich über eine kleine Nebenkolonne, in der die niedriger siedenden Bestandteile ausgetrieben wurden. Die anfallende Rohmethylacetatmenge, in der etwas Benzol und Wasser enthalten ist, beträgt etwa o,5 kg/Stunde.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung reiner wasserfreier Essigsäure aus wasserhaltiger, verunreinigter, vornehmlich roher, aus Acetylen gewonnener Essigsäure durch Destillieren mit Hilfsflüssigkeiten, die nach Abscheiden des Wassers im Kreislauf wiederverwendet werden, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Abscheiden des Wassers fortlaufend oder zeitweise ein Teil der Hilfsflüssigkeit abgezogen wird, und aus dieser mit wäßriger, höchstens etwa 5o%iger Essigsäure, die Nebenprodukte, vor allem Methylacetat, ausgewaschen werden, worauf die Hilfsflüssigkeit wieder zur Destillation der rohen Essigsäure verwendet werden kann.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das aus der Hilfsflüssigkeit abgeschiedene Wasser, das etwas Essigsäure enthält, gegebenenfalls nachZusatz von frischer Essigsäure zum Ausziehen des abgezweigten Teils der Hilfsflüssigkeit verwendet wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Hilfsflüssigkeit verwendet wird, die mit Wasser ein oberhalb 57° siedendes Gemisch bildet.
- 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Hilfsflüssigkeit Chlorkohlenwasserstoffe, Benzine und vor allem Benzol verwendet werden.
- 5. Verfahren nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt der umlaufenden Hilfsflüssigkeit an Nebenprodukten etwa 5 0% nicht unterschreitet.
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