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Innenmeßgerät
Es sind bereits Innenmeßgeräte bekannt, bei denen die
Meßleisten schräg nach vorn, d. h. in einem Winkel von weniger als go0, gemessen
von der Längsachse des Innenmeßgerätes, angeordnet sind (vgl. Patentschriften 845
397 und 849 486).
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Beim Vortreiben der Meßspindel werden die Meßleisten axial und gleichzeitig
radial aus dem Meßkopf herausgetrieben. Beim Zurückdrehen der Meßspindel werden
die Meßleisten nicht direkt mit zurückgenommen, weil eine feste, die direkte Zurückführung
der Meß leisten verursachende Verbindung zwischen den Meßleisten und der Meßspindel
fehlt. Man hat das Zurückführen der Meßleisten bisher im allgemeinen durch eine
unabhängig von der Meßspindel arbeitende Federwirkung erreicht. Das Zurückführen
der Meßleisten vermittels einer Federwirkung beeinträchtigt jedoch die Genauigkeit
des Meßgerätes, da die Feder sich bei stärkerem Heraustreten der Meßleisten mehr
und mehr spannt und dadurch mit einer jeweils verschiedenen Kraft auf die Meßleisten
drückt.
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Durch die Erfindung wird eine Vorrichtung geschaffen, durch die die
Anwendung einer Federwirkung zum Zurückführen der Meßleisten vermieden wird und
die Meßleisten statt dessen durch eine die Genauigkeit der Messung nicht beeinträchtigende
mechanische Vorrichtung in dem Maße in die AusgangesstelluPng zurückgeführt werden,
wie die Meßspindel zurückgedreht wird.
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung ist wie folgt gekennzeichnet:
Jede Meßleiste wird an einer geeigneten Stelle, z. B. in ihrer Mitte, mit einem
nach innen gerichteten kleinen Stift versehen. Beim Heraustreten der Meßleisten
gehen die Stifte mit der Meßleiste nach oben. Das Innere des Meß-
kopfes
ist so konstruiert, daß die Stifte genügend Bewegungsfreiheit haben und mit der
Meßleiste nach oben gehen können. Die Meßgeräte enthalten im allgemeinen drei Meßleisten
und dementsprechend auch im allgemeinen drei Stifte der vorerwähnten Art. Die inneren.
d. h. der Meßleiste abgewandten Spitzen der Stifte ruhen unter einer kleinen Platte.
die auf einer dünnen Achse, und zwar in der Längsrichtung der Achse verschiebbar
angebracht ist. die eine Fortsetzung der Meßspindel darstellt und mit der Meßspindel
fest ver-I>unden ist. Die vorerwähnte Platte wird für die Zwecke der vorliegenden
Beschreibung als Zurückführungsplatte bezeichnet: sie ist parallel zu der am Kopf
der Meßspindel befindlichen Scheibe angeordnet, auf der die inneren Enden der Meßleisten
ruhen. Diese Scheibe wird für die Zxvecke der vorliegenden Beschreibung als Austriebscheibe
bezeichnet. Beim Herausdrehen der Meßspindel und dem dadurch bewirkten Heraustreiben
der Meßleisten gehen die Stifte und die Zurückführungsplatte nach vorn. Die Stifte
werden von den Meßleisten mitgenommen, während die Zurückführungsplatte von den
Stiften auf der erwähnten Achse nach oben geschohen wird und die Achse selbst entsprechend
der Vorwärtsbewegung der NIeßspindel nach vorn getrieben wird. Beim Zurückdrehen
der Meßspindel wird die erwähnte dünne Achse infolge ihrer festen Verbindung mit
der Meßspindel gleichzeitig rückwärts geführt. Ap der Spitze der Achse befindet
sich eine Feder oder eine andere gleichwirkende Vorrichtung. die die Zurückführungsplatte
stets eng an die vorerwähnten Stifte der Meßleisten drückt. In dem Maße, wie die
Meßspindel und damit die am Kopf der Meßspindel befindliche Austriebscheibe zurückgeht
gehen die Meßleisten unter dem Druck der auf den Stiften der Meßleisten liegenden
Zurückführungsplatte zurück. Das Herausdrücken und das Zurückführen der Meßleisten
erfolgt also ohne den bisher angewendeten direkten Druck einer Feder auf die Meßleisten
in einer die Genauigkeit der Messung nicht beeinträchtigenden Form.
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In der Zeichnung wird ein Gerät gemäß der vorliegenden Erfindung
gezeigt.
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Fig. I zeigt eine Seitenansicht des Meßgerätes, Fig. 2 eine Ansicht
des Meßkopfes von vorn, Fig. 3 einen Querschnitt durch den Meßkopf, Fig. 4 eine
Meßleiste mit Stift, Fig. 5 eine Ansicht der Meßleiste und des Stiftes von vorn,
Fig. 6 die Verbindungsachse zwischen Spindel und der Zurückführungsplatte, Fig.
7 die Zurückführungsplatte, Fig. 8 die Druckfeder. die sich zwischen der Zurückführungsplatte
und der Mutter der Achse befindet.
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Im einzelnen ist zu den Figuren folgendes zu bemerken: In Fig. 1
zeigt I die Austriebscheibe am Kopf der Meßspindei und die Festhaltevorrichtung
für die Achse 2, die von der Meßspindel zu der Zurückführungsscheibe 3 führt. 4
zeigt die äußere Wand des Meßkopfes. 5 zeigt die Meßleiste, in der der Stift 6 angebracht
ist. Vor der Zurückführungsscheibe 3 befindet sich die Feder 7, die durch die Mutter
8 festgehalten ist. 9 zeigt eine Abdeckscheihe, die sich an der Vorderfront des
Meßkopfes befindet und durch die verhindert wird, daß Schmutz in das Innere des
Meßkopfes gelangen kann.
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In Fig. 3 zeigt I wiederum die Austriebscheibe der Meßspindel. 2
zeigt die Achse, die von der Austriebscheihe I ZU der Zurückführungsscheibe3 führt.
Die Zurückführungsscheibe 3 ist auf der Achse 2 verschiebbar angebracht. Sie wird
auf der unteren Seite von den Stiften 6 und auf der oberen Seite von der Feder 7
gehalten bzw. nach oben oder unten verschoben. 7 zeigt die vor der Zurückführungsscheibe
befindliche Feder und 8 die Mutter nebst Gegenmutter. 5 zeigt eine Meßleiste und
6 den Stift, der in dieser Meßleiste angebracht ist.
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Der Winkel zwischen den Meßleisten und der Längsachse des Gerätes
beträgt in den in Fig. 1 und 3 gezeigten Ausführungsformen 260 33' 52".
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In Fig. 4 und 5 ist die Meßleiste mit dem darin befestigten Stift
gezeigt. Die in Fig. 6 gezeigte Verbindungsachse von der Austriebscheibe zu der
Zurückführungsscheibe ist zweckmäßig an ihrem vorderen Ende mit einer verstellbaren
Mutter und Gegenmutter versehen, damit durch Einstellung der Schraube die Federwirkung
eingestellt werden kann und die Zurückführungsscheibe 3 stets unter Druck gegen
die Stifte gepreßt bleibt, wodurch die Stifte ihrerseits die Meßleisten stets kraftschlüssig
gegen die Austriebscheibe I drücken.
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Die Zeichnungen verkörpern nur eine bevorzugte Ausführungsform der
Erfindung, ohne diese darauf zu beschränken. Es sind naturgemäß auch andere Ausführungsformen
des vorliegenden Erfindungsgedankens denkbar, nachdem durch die Erfindung festgelegt
worden ist, daß es vorteilhaft ist, die bisher unmittelbar gegen die Meßleisten
gerichtete Federarbeit zu vermeiden und die Zurückführung der Meßleisten mit dem
Zurückdrehen der Meßspindel zu koppeln.
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In einer anderen Ausführungsform kann man beispielsweise die erwähnten
Stifte fortlassen, eine Einkerbung in den Meßleisten vorsehen und die erwähnte Zurückführungsscheibe
mit ihrem äußeren Rand in die Kerben der Meßleisten hineinlegen.
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Der Teller und die Kerben können so gestaltet werden, daß die Rückwärtsbewegung
der Meßleisten auch in dieser Weise in einwandfreier Form bewirkt wird. Man kann
auch statt der dünnen Verbindungsachse 2 (s. Fig. 3) die Meßspindel als solche bis
in das vordere Ende des Meßkopfes führen und die beiden Scheiben (Austrieb- und
Zurückführungsscheibe) auf der Meßspindel anbringen, wobei die Scheiben entweder
fest oder beweglich mit Federdruck (s. Feder 7 in Fig. 3) angebracht sein können.