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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum gruppenweisen Erfassen
und Absetzen von insbesondere Teigstücken, bei der mehrere Erfassungseinrichtungen,
z. B. Saugkörper, um einen Mittelpunkt an einer Trägereinrichtung angebracht sind
und die Erfassungseinrichtungen mittels Führungsorganen vertikal bewegbar sind.
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Eine in einer Bäckerei auftretende Arbeit besteht darin, gewirkte
Teigstücke von einem Wirkteller, auf dem sie nahe beieinander liegen, auf ein Abstellbrett
oder ein Backblech überzusetzen, auf dem sie sodann mit größerem Abstand voneinander
liegen. Hierbei ist zu beachten, daß die Wirklinge sowohl auf dem Wirkteller als
auch auf dem Abstellbrett mit dem Schluß nach unten liegen, und daß ihre Oberflächenhaut
während des Übersetzens nicht verletzt werden soll. Weiterhin sind die Wirklinge
auf dem Wirkteller zumeist auf Kreisen angeordnet, während sie auf dem Abstellbrett
rechteckig angeordnet werden sollen.
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Bei einer (durch die deutsche Auslegeschrift 1076 053) bekannten
Vorrichtung der anfangs genannten Art sind die Erfassungseinrichtungen gegeneinander
unbeweglich so angeordnet, daß ihre Stellung der Anordnung der Wirklinge auf dem
Wirkteller entspricht. Mit diesen als Saugkörper ausgebildeten Erfassungseinrichtungen
sind zwar die Wirklinge insgesamt von dem Wirkteller auf das Abstellbrett überzusetzen,
jedoch besitzen sie auf dem Abstellbrett die gleiche Anordnung zueinander wie auf
dem Wirkteller. Dies ist ein Nachteil, der zur Folge hat, daß die Wirklinge bei
Verwendung der bekannten Vorrichtung mit Erfassungseinrichtungen schließlich von
Hand auf dem Abstellbrett zu verteilen sind.
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Die Erfindung vermeidet diesen Nachteil, indem sie eine Vorrichtung
der anfangs genannten Art vorsieht, die dadurch gekennzeichnet ist, daß mittels
Führungshebel jede Erfassungseinrichtung für sich vom Mittelpunkt weg und zurück
steuerbar ist. Bei dieser Vorrichtung erfassen die Erfassungseinrichtungen die Wirklinge,
sodann bewegen sie sich aus ein ander und setzen schließlich die Wirklinge wieder
ab.
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Werden die Wirklinge kreisförmig angeordnet erfaßt und rechteckförmig
angeordnet abgelegt, so müssen aus einem inneren Kreis ein, zwei oder mehr Wirklinge
in ein äußeres Rechteck gebracht werden, damit die Verteilung aller rechteckförmig
abgelegten Wirklinge bezüglich ihres Abstandes voneinander stimmt. Da sich die Erfassungseinrichtungen,
falls sie sich alle gleichzeitig bewegen würden, gegenseitig behindern, wird bei
einer Vorrichtung, bei der Erfassungseinrichtungen in einem inneren und einem äußeren
Ring angeordnet sind, erfindungsgemäß vorgesehen, daß die inneren Erfassungseinrichtungen
beim Herausbewegen gegenüber den äußeren Erfassungseinrichtungen nachschieben und
bei der Zurückbewegung voreilen.
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Bei einer derartigen Vorrichtung werden erst gleichzeitig die Erfassungseinrichtungen
des äußeren Ringes von dem Mittelpunkt weg bewegt. Sodann wird mindestens eine Erfassungseinrichtung
des inneren Ringes um eine relativ große Strecke bis zu denen des äußeren Ringes
bewegt; und schließlich werden die restlichen Erfassungseinrichtungen des inneren
Ringes um eine relativ kleine Strecke von dem Mittelpunkt weg bewegt. Hierbei legen
die Erfassungseinrichtungen der Vorrichtung gruppenweise verschieden lange Strecken
zurück.
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Die Bewegung der Erfassungseinrichtungen kann z. B. durch mechanische,
pneumatische oder hydraulische Mittel bewirkt werden. Zweckmäßig ist es in allen
Fällen, wenn jeweils ein in einem Lager drehbar gelagerter Führungshebel einerseits
mit einer der Erfassungseinrichtungen verbunden ist und andererseits mit einem vertikal
bewegbaren Steuerorgan zusammenwirkt. Bei dieser Ausbildung hat die erfindungsgemäße
Vorrichtung eine Mechanik zum Bewegen der Erfassungseinrichtungen, die der eines
Regenschirmes ähnlich ist. Hierbei sind die Enden der Bespannungsstreben des Schirmes
mit den Erfassungseinrichtungen, der auf dem Stiel verschiebbare Ring mit dem Steuerorgan
und die Stütze zwischen Ring und Bespannungsstrebe mit einem Steueranschlag zwischen
Erfassungseinrichtung und Steuerorgan vergleichbar. Auch die Bewegung der Erfassungseinrichtungen
bei Betätigung des Steuerorgans ist mit der Bewegung der Enden der Bespannungsstreben
bei Betätigung des Ringes vergleichbar.
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In der Zeichnung sind mechanisch arbeitende Ausführungsbeispiele
der Erfindung dargestellt. Es zeigt Fig. 1 Erfassungseinrichtungen vor dem Auseinanderbewegen,
die jeweils mit einem Führungshebel starr verbunden sind und sich gleichzeitig bewegen,
F i g. 2 die Erfassungseinrichtungen aus F i g. 1 nach dem Auseinanderbewegen, Fig.
3 Erfassungseinrichtungen nach dem Auseinanderbewegen, die jeweils mit einem Führungshebel
starr verbunden sind und sich verschiedenzeitig bewegen, Fig. 4 eine Erfassungseinrichtung
mit parallelen Führungshebeln vor dem Auseinanderbewegen, F i g. 5 die Erfassungseinrichtung
aus F i g. 4 nach dem Auseinanderbewegen, F i g. 6 wagengeführte Erfassungseinrichtungen
vor dem Auseinanderbewegen, F i g. 7 Draufsicht auf einen Wagen der F i g. 6, Fig.
8 ein Schema zur Erläuterung der Arbeitsweise einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 9 dreißig kreisförmig auf einem Wirkteller angeordnete Wirklinge und Fig. 10
die dreißig Wirklinge aus Fig.9 rechteckförmig auf einem Abstellbrett angeordnet.
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Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen ist jede Erfassungseinrichtung
1 mit einem Führungshebel 2 verbunden, der um ein Lager 3 schwenkbar ist. An jedem
Führungshebel 2 ist ein Steueranschlag 4 angebracht, gegen den eine gemäß Pfeil
5 vertikal Ring und herschiebbare, als Steuerorgan dienende Steuerstange 6 drückt,
wenn sie durch hydraulische, pneumatische, mechanische oder elektrische Antriebe
abwärts geschoben wird. Durch diesen Druck gegen den Steueranschlag 4 wird der Führungshebel
2 um sein Lager 3 geschwenkt, so daß die Erfassungseinrichtung 1 bewegt wird. Somit
ist der Führungshebel 2 mittels des an ihm angebrachten Steueranschlags 4 bewegbar.
Beim Abwärtsschieben der Steuerstange 6 wird jeder Führungshebel 2 gegen die Kraft
einer Führungsfeder 7 bewegt, die den Führungshebel, wenn die Steuerstange aufwärts
geschoben wird, wieder zurückzieht.
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Bei dem Ausführungsbeispiel in F i g. 1 und 2 sind Steueranschlag
4 und Führungshebel 2 gemeinsam um das Lager 3 schwenkbar, starr miteinander verbunden
und stehen annähernd rechtwinkelig zueinander. Eine rechtwinkelig zur Steuerstange
6 angeordnete,
als Steuerorgan dienende Kreisscheibe 8 ist mit der
Steuerstange starr verbunden und liegt auf dem freien Ende des Steueranschlages
4 auf. Wird die Steuerstange 6 mit der Kreisscheibe 8 abwärts bewegt, so wird das
freie Ende des Steueranschlages 4 abwärts gedrückt, bis diese auf einem Widerlager
9 auftrifft. Hierbei werden der Steueranschlag 4 und der Führungshebel 2 um einen
bestimmten Winkel geschwenkt und wird die zwischen Widerlager 9 und Steueranschlag
4 angeordnete als Druckfeder wirkende Führungsfeder 7 zusammengedrückt. Bei den
übrigen Ausführungsbeispielen besitzt die Steuerstange 6 eine bevorzugte Gestalt,
derart, daß sie annähernd über ihrer gesamten Länge gleichbleibenden Querschnitt
und ein sich verjüngendes Ende 10 aufweist. Der Steueranschlag4 berührt die Steuerstange
6 an ihrer Mantelfläche und ist annähernd rechtwinkelig zu der Steuerstange angebracht.
Ist die Steuerstange 6 hochgezogen, so berührt sie den Steueranschlag 4 nicht oder
nur mit ihrem sich verjüngenden Ende 10. Wird sie abwärts geschoben, so drückt sie
den Steueranschlag 4 wegen ihres sich verjüngenden Endes 10 zur Seite. Der Steueranschlag4
ist durch ein Gelenk mit dem Führungshebel 2 verbunden, wobei das Gelenk Abstand
von dem Lager 3 hat, so daß durch die Bewegung des Steueranschlages 4 der Führungshebel
2 geschwenkt wird. Bei diesen Ausführungsbeispielen wird die Strecke, um welche
die Erfassungseinrichtung 1 bewegt wird, durch die Durchmesseränderung der Steuerstange
6 gegeben. Die der Rückstellung dienende Führungsfeder 7 ist eine Zugfeder und mit
dem Führungshebel 2 und dem Widerlager 9 verbunden.
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Während bei den Ausführungsbeispielen in F i g. 1 bis 3 die Erfassungseinrichtungen
1 mit den Führungshebeln 2 starr verbunden sind, so daß beim Schwenken eines Führungshebels
auch die Erfassungseinrichtung geschwenkt wird, werden bei den Ausführungsbeispielen
in F i g. 4 bis 6 die Erfassungseinrichtungen parallel zu sich selbst verschoben.
Bei diesen Ausführungsbeispielen sind die Erfassungseinrichtungen 1 horizontal geführt.
Diese Ausbildung ist zweckmäßig, da dann die parallele Lage des Schlusses eines
von der Erfassungseinrichtung 1 ergriffenen Wirklings zu seiner Unterlage, d. h.
einem Abstellbrett bzw. einem Wirkteller, durch seine Bewegung nicht verändert wird.
Bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 4 und 5 ist die Erfassungseinrichtung 1 hierzu
mit zwei parallelen Führungshebeln 2 drehbar verbunden, die ihrerseits um Lager
3 schwenkbar sind. Wird nun ein Führungshebel 2 durch den Steueranschlag 4 geschwenkt,
so wird die Erfassungseinrichtung 1 wegen der durch die beiden Führungshebel 2 gegebenen
Parallelführung nur parallel zu sich selbst verschoben, und zwar in zwei verschiedenen
Richtungen. Bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 6 wird die Erfassungseinrichtung
1 vorteilhafterweise nur in einer Richtung verschoben, da sie hier mit einem Wagen
11 starr verbunden ist, der mittels acht Rädern 12 an einer Stütze (Blech) 18 läuft,
wobei das Zuleitungsrohr an der Erfassungseinrichtung 1 in einem Schlitz 13 dieses
Bleches geführt ist. Mit diesem Wagen 12 ist ein Zwischenhebel 14 gelenkig verbunden,
der seinerseits am Führungshebel 2 angelenkt ist.
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In F i g. 8 sind 30 durch kleine Kreise dargestellte Wirklinge in
einem äußeren Kreis mit 16 Wirk-
lingen a, einem mittleren Kreis mit 10 Wirklingen
b und einem inneren Kreis mit 4 Wirklingen c angeordnet. Um diese 30 Wirklinge rechteckförmig
anzuordnen, werden zuerst die Wirklinge a des äußeren Kreises so weit nach außen
bewegt, daß sie ein von durch große Kreise dargestellten Wirklingen a' gebildetes
Rechteck bilden. Ein Rechteck benötigt an seiner Längsseite mit den Eckpunkten 6
Wirklinge a' und an seinen Querseiten 3 Wirklinge, also insgesamt 18 Wirklinge.
Da der äußere Kreis nur 16 Wirklinge a' liefert, müssen aus dem mittleren 2 Wirklinge
b' in das äußere Rechteck gebracht werden. Wie die Geraden d, welche den geradlinigen
Weg der Wirklinge bzw. der sie haltenden Erfassungseinrichtungen darstellen, zeigen,
können sich die Erfassungseinrichtungen, wenn sie alle gleichzeitig bewegt werden,
gegenseitig behindern. Daher werden, nachdem die Wirklinge a des äußeren Kreises
in einem ersten Schritt d 1 in das äußere Rechteck gebracht worden sind, zwei Wirklinge
b in einem zweiten Schritt d 21 aus dem mittleren Kreis in das äußere Rechteck gebracht.
Sodann werden in einem Schritt d 22 die übrigen Wirklinge b des mittleren Kreises
in ein mittleres Reckteck gebracht. In einem vierten Schritt d 3 werden zwei Wirklinge
c des inneren Kreises in das mittlere Rechteck gebracht und die restlichen beiden
Wirklinge c zurechtgerückt.
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Die einzelnen in kreisförmigen Ringen angeordneten Erfassungseinrichtungen
1 zeitlich nacheinander derart zu bewegen, wird dadurch erreicht, daß, wie in F
i g. 3 gezeigt, jeweils eine Gruppe von Steueranschlägen 4 auf einer Höhe und mehrere
Gruppen übereinander angeordnet werden. In Fig. 1 sind drei Gruppen, B und C von
je zwei Steueranschlägen 4 übereinander angeordnet, die beim Abwärtsbewegen der
Steuerstange 6 nacheinander betätigt werden. Hierbei wirken die als Steuerorgan
dienenden an der Steuerstange 6 angebrachten Kreisscheiben 8 jeweils gleichzeitig
auf eine Gruppe von Führungshebeln 2. Für das Schema in F i g. 8 ist eine Vorrichtung
mit vier verschiedenen Gruppen von Steueranschlägen 4 nötig, die entweder übereinander
angeordnet sind oder vorzugsweise mit verschieden großem Abstand von der Steuerstange
6 enden.
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Die Vorrichtung wird vervollständigt durch eine Trägereinrichtung
aus Stangen 15, mit denen eine Standplatte 16 verschraubt ist. In F i g. 1 bis 3
sind mittels Stangen 17 übereinander angeordnete Stützen (Bleche) 18 unbeweglich
verbunden, an denen die Lager 3 der Führungshebel 2 angebracht sind. Bei dem Ausführungsbeispiel
in F i g. 4 und 5 ist die Stütze 18 unmittelbar mit den Stangen 15 verschraubt,
während bei dem Ausführungsbeispiel in F i g. 6 die Lager 3 an der Standplatte 16
angebracht sind. Die Erfassungseinrichtungen 1 sind Saugkörper und hierzu als Schalen
mit einer Bohrung ausgebildet.
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Bei den Ausführungsbeispielen in F i g. 1 bis 3 ist der Führungshebel
2 als hohler Stutzen, der von der Bohrung ausgeht, ausgebildet, während bei den
Ausführungsbeispielen in F i g. 4 bis 6 von der Bohrung ein eigener hohler Stutzen
19 ausgeht. Bei den Ausführungsbeispielen in F i g. 3 bis 6 ist an den hohlen Stutzen
19, bzw. den als hohlen Stutzen ausgebildeten Führungshebeln 2, ein biegsamer Schlauch
20 angeschlossen, der bei den Ausführungsbeispielen in F i g. 4 bis 6 seinerseits
an einen blasebalgähnlichen
Hohlkörper 21 angeschlossen ist. Der
Hohlkörper 21 ist zwischen der Standplatte 16 und einer Schiebeplatte 22 angeordnet
und dient als Ober- bzw. Unterdruckerzeuger.