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Bühnenstellwerk mit Verstellhebel Bei Bühnenbeleuchtungsanlagen geschieht
die Lichtregelung gewöhnlich von einem Stellwerk aus mittels Seilzügen durch Regeleinrichtungen,
z. B. Widerstände, Umspanner od. dgl. Die Seile sind hierbei über Scheiben des Stellwerks
gelegt, welche durch lösbare Kupplungen mit einer gemeinsamen Antriebswelle verbunden
werden können. An den Scheiben werden gewöhnlich verstellbare Anschläge vorgesehen,
durch die die Kupplungen an vorbestimmten Stellen ausgelöst werden können. Derartige,
meistens mit Hilfe von Schrauben feststellbare Anschläge lassen zwar jeden Helligkeitswert
voreinstellen, sie sind jedoch insofern mit Nachteilen behaftet, als die Entkupplung,des
Hebels vor der Welle nur an zwei vorbestimmten Stellungen der Anschläge erfolgen
kann und die Kupplung nicht vollständig, sondern nur vorübergehend gelöst wird,
während, um eine vollständige Lösung zu erzielen, die Trennung von Hand herbeigeführt
werden muß. Bei Verwendung zweier gleichzeitig voreingestellter Anschläge tritt
dabei der Nachteil auf, daß je nach der Stellung der Hebel seinen vollen Arbeitsweg
deswegen. nicht bestreichen kann, weil die Anschläge ihm den Weg versperren. Liegt
der Hebel mit seinen Rollen an dem verstellbare Anschlag, so muß für die Einstellung
des nächsten Helligkeitswertes zuerst der Hebel von der Antriebswelle durch Drehen
seines Knebels gelöst werden. Nach dem Fortbewegen des Hebels wird der Anschlag
durch Drehen der Schraube von der Führungsschiene gelöst und kann erst dann in die
gewünschte Stellung entsprechend den Angaben in
dem Bühnenspielbuch
gebracht und dort wieder durch Anziehen :der Schraube mit der Führungsschiene fest
verbunden werden. Da bei den neuzeitigen Bühnenbeleuchtungsanlagen jedoch z. B.
hundert und mehr Stromkreise zu regeln sind, die entsprechend viele Einstellungen
mit Hilfe der Anschläge erforderlich machen, so hat eine derartige Art, die Einstellungen
vorzunehmen, nicht nur den Machteil, daß sie nur relativ langsam vor sich geht,
sondern kann Anlaß zu falschen Handlungen und Störungen geben.
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Es ist weiterhin zur Erhöhung der Zahl der voreinzustellenden Lichteffekte
bei gebräuchlichen Bühnenstellwerken mit Voreinstellanschlägen am Skalenkorb bekannt,
außer den an sich vorhandenen feststehenden Skalenkorb noch einen zusätzlichen (zweiten)
Skalenkorb für die Befestigung weiterer Voreinstellanschläge gegenüber dem festen
Skalenkorb hin und her verschiebbar vorzusehen, wobei die Voreinstellanschläge des
festen Skalenkorbes wirkbereit gemacht werden sollen. Abgesehen davon, daß bei einem
solchen Bühnenstellwerk für jeden zu regelnden Stromkreis zwei Skalenkörbe erforderlich
sind, können hierbei für jeden Stromkreis höchstens vier Lichteffekte voreingestellt
werden, da jeder Skalenkorb. nur zwei Voreinstellanschläge für Hell- und Dunkelstellung
besitzt, wobei der Bedienende vor jedem Ein- bzw. Ausrücken des zusätzlichen Skalenkorbes
gewisse Üb.erlegungen anstellen muß. Eine solche Regelung bzw. Bauart der Stellwerke,
,die nur eine geringe Zahl von Lichtgraden voreinzustellen gestattet, wirkt sich
somit beider Regelung der Beleuchtung nachteilig aus und ist ebenso wie die anderen
bekannten Bauarten für die neuzeitigen Bühnenbeleuchtungsanlagen unzureichend.
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Die Erfindung, die die erwähnten Mißstände beseitigt, besteht dagegen
im wesentlichen darin, daß in der Führungsschiene eine große (beliebige) Anzahl
von auswechselbaren, insbesondere nach Art von Steckern bzw. Stöpseln ausgebildeten
Reitern vorgesehen ist, -die so verstellbar angeordnet sind, daß sie in eingerücktem
Zustand eine Entkupplung des Verstellhebels von den ihn antreibenden Organen und
somit eine automatische Abschaltung herbeiführen.
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Durch die Erfindung läßt ;sich somit nicht nur eine Vielzahl von Voreinstellungen
vornehmen, «-elche den Stellwerkhebel in seiner Arbeitsweise keineswegs hindern,
sondern eine vollständige automatische Abschaltung der gekuppelten Hebel erreichen.
Durch die Ausbildung der Anschläge. als Reiter können die Umstellungen leicht und
schnell vorgenommen werden. Die hierdurch erzielten erheblichen Zeitersparnisse
können noch weiterhin dadurch gesteigert werden, daß die für Voreinstellungen dienenden
Reiter der Reihenfolge nach kenntlich gemacht werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung dargestellt.
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Es zeigen; Fig. i und 2 den Stellhebel mit Kupplungseinrichtung in
Draufsicht und Seitenansicht, Fig. 3 und 4 ,das. Stellwerk mit einem Hebel zum Teil
im Schnitt, zum Teil in Seitenansicht und in Draufsicht, Fig. 5 einen stöpselärtigen.
Anschlag und Fig.6 die Führungsbahn im Schnitt nach Linie A-B.
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Auf der Schaltwelle i ist ein Knebel 2 vorgesehen, mit dessen Hilfe
die Welle i um etwa ioo° nach links oder rechts gedreht werden kann, wodurch eine
der auf der Welle i vorgesehenen Sperrnasen 5 oder 6 aufweisenden Scheiben 3 oder
4 zwangsläufig durch Mitnehmerstifte 7, 8 oder 9, io gedreht wird. In den Raum zwischen
den Sperrnasen 5 und 6 der Scheiben. 3, 4 ragt ein Anschlagglied i 8 hinein. Die
Schaltwelle i ist von einer als Kraftspeicher :dienenden Rückholfeder i i umschlungen,
die beim Drehen der Schaltwelle i durch den Stift 12 oder 13 gespannt wird.
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Jedem Stellhebehverk ist eine Halte- und Auslösevorrichtung 14, 15,
19 zugeordnet, die aus Sperrklinken 14, 15, auf welche Federn 16, 17 einwirken können,
und einem gemeinsamen fensterartigen Sperrschieber i9 besteht, gegen den sich die
Sperrklinken 14, 15 abstützen. Beim Drehen der Schaltwelle i wird,die Sperrklinke
14 oder 15 aus ihrer Ruhelage durch die Sperrnase 5 oder 6 der Scheibe 3 oder 4
gebracht. Beim Vorbeigehen der Sperrnase 5 oder 6 ,geht die Sperrklinke 14, 15 unter
der Wirkung einer der an dem feststehenden Teil des Stellwerks vorgesehenen Feder
16 oder 17 in ihre Ruhelage bis zum Anschlag 1611 oder 170 zurück. Der Sperrschieber
i9, der auf den Führungsstiften 2o, 21 gelagert ist und unter der Wirkung einer
doppelbügelförmi:gen Druckfeder 22 steht, kann mittels abgefederter, in den Verlängerungen
der für die vollständige Abschaltung vorgesehenen kurvenförmigen Auslöseorgane 35,
36 befestigten Führungsbolzen 35b, 36b senkrecht zur Längssymmetrieachse :des Stellwerks
verschoben werden.
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Wird die Schaltwelle i mit Hilfe des Knebels 2 bis zum Anschlagglied
18 gedreht und dann losgelassen, so versucht die Rückstellfeder i i in ihre Ruhelage
zurückzukommen, was jedoch durch den Sperrschieber i9 verhindert wird, gegen den
sich die Sperrklinken 14 und 15 legen.
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Die Schaltwelle i weist an ihrem unteren Ende Aussparungen 30, 31
auf. In :der Sperrstellung des Sperrschiebers zg wird die Kupplung zwischen dem
Stellwerkshebel und der für mehrere derartige Hebel gemeinsamen Antriebswelle 23
mit auf ihr aufgekeilten Reibungsscheibe 24 dadurch hergestellt, daß die Kupplungsarme
25, 26 oder 25a, 26a in die Aussparungen 30, 31 der Schaltwelle i einfallen, wodurch
die Friktionsrollen 27, 28 gegen die Reibungsscheibe 24 gepreßt werden.
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Die Verstellhebel können mit Hilfe von auf feststehenden bügelförmigen
Führungsschienen 38 ausrückbar angebrachten Anschlägen voreingestellt werden. Die
Führungs,bügel38 weisen eine Gradeinteilung zum Einstellen der Lichtstärke auf.
In der Tragschiene 38 isst eine große (beliebige) Anzahl von als Anschäge d'ienen'den,
insbesondere nach
Art von Steckern bzw. Stöpseln ausgebildeten Reitern
37 auswechselbar vorgesehen. Dabei sind die Reiter so verstellbar angeordnet, daß
sie in eingerücktem Zustand eine Entkupplung des Verstellhebels von den ihn antreibenden
Organen und somit eine automatische Abschaltung herbeiführen. Die Reiter 37 können
in zwei Stellungen, und zwar in einer Arbeitsstellung 37b (vgl. Fig. 3 und 5) und
einer Vorbereitungsstellung 37a festgehalten werden, in welch letzterer der
Hebel in ge- bzw. entkuppeltem Zustand seinen vollen Arbeitsweg zurücklegen kann.
Im Bereich der in wirksame Stellung gebrachten Reiter 37 wirken diese auf die kurvenförmigen,
auf den Führungsstiften 35b, 36b; 35a,3611 vorgesehenen Auslöseorgane 35, 36 ein.,
die je nach der Bewegungsrichtung des Stellhebels derart wechselweise arbeiten,
daß, während das eine Auslöseorgan die Abschaltung übernimmt, das andere eine Pufferwirkung
hervorruft. Gegen die beiden Auslöseorgane 35, 36 legt sich ein federnder Auslösebügel34
an, der schleifenförmige End'teile32,33 für .die Auslösung von Hand besitzt. In
der aus einer bzw. zwei teilkreisförmigen Bügeln bestehenden Führungsschiene 38
sind Federn 40, 41 eingebettet. Die Führungsschiene hat eine der Anzahl der Voreinstellungen
entsprechende Zahl von in einer Ebene befindlichen Öffnungen 39 bzw. Reiterhaltevorrichtung
für einzelne oder beliebig viele Reiter 37.
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Die Entkupplung kann auf zwei Arten vorgenommen werden, und zwar manuell
und automatisch. a) Manuelle Abschaltung Durch den Druck auf das vorstehende Endteil
32 oder 33 des Auslösebügels 34 wird dieser aus seiner 12uheldge gebracht und übt
eine Druckwirkung auf die winkligen Auslöseorgane 35 und 36 und somit auf die Führungsstifte
35a, 35b sowie 36a, 36b in der Richtung des gemeinsamen Sperr- und Auslöseschiebers
i9 aus. Dadurch wird die Sperrklinke 1q., 15 frei, und die gespannteRückholfeder
geht mit der Scheibe 3 oder d. bis zum Anschlagglied 18 zurück. Gleichfalls werden
die Friktionsrollen 27 oder 28 von der Reibscheibe 24 gelöst. Hierbei werden die
Sperrklinken 14 oder 15 durch die Federn iq.a oder i5a, die kurvenförmigen Auslöseorgane
35, 36 durch die Federn 35e und 36e, der Sperrschieber i9 durch die Feder 22 und
der Auslösebügel 34 durch seine eigene Federkraft in ihre Ruhelagen zurückgebracht.
b) Automatische Abschaltung Der Reiter 37 wird mit seiner Raste in den Bügel 38
mit seiner Reiterschaltevorrichtung gesteckt, so saß er die Lage 376 nach Fig. 3
einnimmt. Die Reiter, die in die bügelförmige Führungsschiene verschieden weit gesteckt
werden können, geben die Lichtstärke an. Durch die Auf- oder Abwärtsbewegung des
Hebels von der Antriebswelle 23 aus wird das kurvenförmige Auslöseorgan 35 oder
36 durch den feststehenden Reiter (in Stellung 37b, Fig. 3) in Richtung des gemeinsamen
Sperr- und Auslöse-Schiebers i9 bewegt, so daß die Abschaltung, wie unter a) beschrieben
ist, erfolgt, gleichzeitig wird der Hebel in der wirksamen (Arbeits-) Stellung 37b
dadurch festgehalten, daß das vom feststehenden Reiter verschobene kurvenförmige
Auslöseorgan 35 oder 36 aus seiner Ruhelage die Abschaltung bewirkt, wobei das noch
in Ruhe befindliche kurvenförmige Auslöseorgan 36 oder 35 als Pufferorgan dient.
Sobald das verschobene kurvenförmige Auslöseorgan frei wird, geht es in die Ruhelage
zurück und wirkt dann auch als Puffer; somit steht der Reiter frei zwischen beiden
kurvenförmigen Auslöseorganen 35 und 36.
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Auf diese Weise kann eine beliebige Anzahl von Voreinstellungen der
Hebel bzw. der Lichtgrade erreicht werden. Die bügelförmige Führungsschiene 38,
die aus zwei Hälften bestehen kann, hat so viele Bohrungen, wie Gradeinteilungen
erforderlich sind. Es ist zweckmäßig, eine Gradsteigerung von 5'° zu wählen, so
daß von o bis ioo° Bohrungen erforderlich sind.
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Die in kleine Nuten eingebetteten dünnen Stahldrähte 40, 41 ragen,
wie Fig. 6 erkennen läßt, ein wenig in die Bohrungen der bügelförmigen Schiene 38
hinein, so -daß der Reiter 37, wie Fig. 5 zeigt, mit seinen Rasten 37a, 37b beim
Einstecken in die Bohrung 38a in der Stellung 37a oder 37b (vgl. Fig.3) gehalten
wird. Steht der Reiter in der Stellung 37" (vgl. Fig. 3), ,so kann der Hebel
ungehindert auf- oder abwärts bewegt werden. Man ist somit in der Lage, mehrere
Lichtgrade im voraus einzustellen und spart somit das zeitraubende Ablesen vom Bühnenspielbuch.
Um die Reihenfolge der Voreinstellungen kenntlich zu machen, können die Reiter 37
farbig gemacht werden.
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Der Führungsbügel 38 kann ferner zusätzlich mit an sich bekannten
Entkupplungsanschlägen q.2, 43 ausgerüstet werden, die den Stellhebel dadurch lösen,
daß die Friktionsrollen 28 bzw. 27 von der Reibscheibe 24. angehoben werden.