DE907219C - Verfahren zur Herstellung von Schwammkautschuk aus Hevea-Kautschukmilch - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Schwammkautschuk aus Hevea-KautschukmilchInfo
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- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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- C08L21/00—Compositions of unspecified rubbers
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- C08J9/00—Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof
- C08J9/30—Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof by mixing gases into liquid compositions or plastisols, e.g. frothing with air
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Description
Schwammkautschuk wird gewöhnlich dadurch hergestellt, daß man einen flüssigen Kautschukmilchschaum
bereitet, der Seife, ein Geliermittel und Vulkanisiermittel und andere Zusatzstoffe enthält,
dann den Schaum z. B. durch Eingießen in Formen oder durch Ausbreiten lauf einem sich bewegenden
Band in die gewünschte Gestalt umwandelt, den geformten Schaum sich zu einem irreversiblen Gel
verfestigen läßt und das Gel bei einer erhöhten Temperatur vulkanisiert.
Es wurde beobachtet, daß, wenn Hevea-Kautschukmilch, die eine Alkaliisteanat seife enthält, in
einer üblichen Schlagvorrichtung zu Schaum geschlagen wird, der Schaum anfangs eine sehr feine
zellenförmige Struktur aufweist. Diese feine zellenförmige Struktur wird jedoch vorder Gelierung vergröbert,
wenn die üblichen Vulkanisiermittel und anderen Zusatzstoffe der flüssigen Kautschukmilch
oder dem Schaum zugesetzt werden. Der Zusatzstoff, der diese Vergröberung bewirkt, ist anscheinend
das Zinkoxyd1, da, wenn das Zinkoxyd aus den üblichen Vulkanisierzusätzen fortgelassen wird, die
feine zellenförmige Struktur des Schaumes nicht mehr nachteilig beeinflußt wird, und da, wenn eine
Hevea-Kautschukmilch, die nur ein Alkalistearat und Zinkoxyd enthält, zu Schaum geschlagen wird,
beinahe -unmittelbar nach dem Aufhören dies Schlagvorganges ein Zusammenfallen des Schaumes auftritt.
Es ist gewöhnlich nötig, daß verhältnismäßig große Mengen Zinkoxyd zugegen sind, z. B. 2 bis
8 Teile Zinkoxyd auf ioo Teile Kautschukmilchfeststoffe, um eine gute Vulkanisation des endgültigen
Kautscliukschwammes zu gewährleisten. Handelsübliche
Hevea-Kautschukmilch enthält gewöhnlich Ammoniak als Präservierungsmittel, aber obgleich
bekannt ist, daß Ammoniak mit Zinkoxyd destabilisiereiide oder koagulierende komplexe Zinkammoniumionen
bilden, ist die Vergröberung des Schaumes durchaus nicht die Folge der Gegenwart von
Ammoniak, da die destabilisierende Wirkung von Zinkoxyd bestehenbleibt, auch wenn im wesentliehen
das gesamte freie Ammoniak aus der Kautschukmilch durch Behandeln mit Luft oder durch
Reaktion mit Formaldehyd entfernt wird.
Es wurde nun gefunden, daß, wenn in der mit Zusatzstoffen versehenen Kautschukmilch Alkalisulfidanwesendist,
die feine zellenförmige Struktur, die einer Alkalistearat enthaltenden Kautschukmilch
beim Verschäumen erteilt wird, während aller Formungs-, Gelierungs- und Vulkanisierungsstufen erhalten
bleibt und somit auch in dem endgültigen Schwammkautschukerzeugnis vorhanden ist.
Gemäß der Erfindung besteht das Verfahren zur Herstellung von Schwammkautschuk darin, daß
man einen -vulkanisierbaren flüssigen Schaum aus Hevea-Kautschukmilch bereitet, die ein Alkalistearat,
Zinkoxyd und Alkalisulfid enthält, letzteres in Mengen von 1 bis 20 Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile
Zinkoxyd, dann den Schaum formt und ihn gelieren läßt öder zum Gelieren bringt und
schließlich das Gel vulkanisiert. j
Bei einer Ausführungsform des Verfahrens nach j der Erfindung wird natürliche Kautschukmilch mit
0,5 bis 5 Teilen Alkalistearat und 2 bis 8 Teilen Zinkoxyd, jeweils auf 100 Teile Kautschukmilchfeststoffe,
und außerdem mit Schwefel und Vulkanisationsbeschleunigern versetzt. Außerdem werden
der Kautschukmilch 1 bis 20 Teile Natrium- oder Kaliumsulfid auf 100 Teile des benutzten Zinkoxydes
zugesetzt. Die mit den Zusatzstoffen versetzte Kautschukmilch wird dann zu Schaum von
der gewünschten Dichte geschlagen, und der Schaum wird in der üblichen Weise geliert und vulkanisiert.
Ein Geliermittel, z.B. ein Alkali silicofiuorid, kann der Kautschukmilch vor dem Verschäumen oder der
verschäumten Kautschukmilch vor der Formung zugesetzt werden, und der Schaum kann so gewünsch
tenf alls bei Raumtemperatur zum Gelieren
gebracht werden. Der Schaum kann auch durch Gefrieren, durch dielektrische Hochfrequenzerhitzung
oder mittels eines niederfrequenten Wechselstromes geliert werden.
Wenn die Kautschukmilch mit Ammoniak präserviert ist, wie es bei vielen handelsüblichen Kautsehukmilcharten
üblich ist, ist es wünschenswert, den Ammoniakgehalt der Kautschukmilch auf weniger als 0,20%, vorzugsweise auf weniger als
0,05%, zu vermindern, bevor die Kautschukmilch mit Zusatzstoffen versehen und verschäumt wird, da
größere Mengen Ammoniak dazu neigen, eine Pufferwirkung in 'dem Bereich der pH-Werte hervorzurufen,
in dem der Schaum verfestigt wird, was zu einem unstabilen Schaum und einer minderwertigen
Schaumstruktur bei der Vulkanisation führen kann.
Wenn ein Alkalisilieofluorid als Geliermittel verwendet
wird, wie z. B. Natriumsilicofluorid, dann e5
wird dieses vorzugsweise in einer Menge von 0,5 bis 5 Teilen auf 100 Teile Kautschukmilchfeststoffe
angewandt. Der Schwefel, ein Beschleuniger und ein Alterungsschutzmittel werden in den üblichen
Mengen eingebracht, z. B. 0,2 bis 40Te1Ue Schwefel,
0,2 bis 3 Teile Beschleuniger und bis zu 3 Teilen eines Alterungsschutzmittels, jeweils auf 100 Gewichtsteile
Kautschukmilchfeststoffe. Wie aus den angegebenen relativen Anteilverhältnissen von
Alkalisiulfid und Zinkoxyd ersichtlich, wird weniger Alkalisulfid verwendet, als es erforderlich wäre, um
mit dem gesamten vorhandenen Zinkoxyd zur Bildung von unlöslichem Zinksulfid in Reaktion zu
treten. Es ist wenigstens 1 Teil Alkalisulfid auf 100 Teile Zinkoxyd notwendig, um eine Vergröberung
der zellenförmigen Schiaumstruktur zu verhüten. Bis 20 Teile Sulfid können auf 100 Teile
Zinkoxyd angewandt werden; größere Mengen Sulfid neigen dazu, die Vulkanisation der Kautschukmilch
zu verlangsamen und die Schaumbeständigkeit zu gefährden.
Das folgende· Beispiel erläutert die Erfindung, wobei alle Teile in Gewiehtsteilen ausgedrückt sind.
Eine handelsübliche aufgerahmte Hevea-Kautschukmilch
mit 67,2% Gesamtfeststoffgiehalt und 0,6% Ammoniak, bezogen auf die Kautschukmilch,
wurde einer Durchlüftung unterworfen, um den Ammoniakgehialt auf 0,01 °/o herabzusetzen.
; 149 Teile Kautschukmilch (die 100 Teile Feststoffe
ι enthielt) wurden mit 2 Teilen Kaliumstearat, ! 0,2 Teilen Natriumsulfid, 5 Teilen Zinkoxyd,
; 2,5 Teilen Schwefel, 2 Teilen Beschleuniger und j ι Teil Alterungsschutzmittel versetzt. Diese Bej
standteile wurden in Form wäßriger Lösungen bzw. in Breiform in der üblichen Weise zugegeben, und
der mit den Zusatzstoffen versehenen Kautschukmilch -wurde Wasser zugefügt, um den Feststoffgehalt
der Kautschukmilch auf 6o°/o einzustellen. Die mit den Zusatzstoffen versehene Kautschukmilch
wurde dann in einer Schlagvorrichtung üblicher Art verschäumt, wobei eine äußerst feine
zellenförmige Struktur erhalten wurde. Am Ende des Schlagvorganges wurden 4,5 Teile einer no
5o°/oigen wäßrigen Natriumsi'Iicofluorid'lösung dem
Schaum zugesetzt, der dann in. eine Form gegossen wurde. Der Schaum gelierte in 51/2 Minuten von dem
Zeitpunkt an gerechnet, zu dem der Sensibilisator
hinzugegeben wurde. Der gelierte Schaum wurde dann vulkanisiert und ergab einen Schwammkautschuk
mit äußerst feiner Zellengröße und durchgehend gleichmäßigem Gefüge.
Bekanntlich bestimmt die Länge der Zeit, während der die Kautschukmilch geschlagen wird,, die
Dichte des Schwammes, und die Menge und Art des Geliermittels bestimmt die Verfestigungszeit.
Schaum, der nach diesem Verfahren hergestellt ist, ist äußerst beständig, und lange Verfestigungszeiten
haben, wie aus idem vorstehenden Beispiel ersiehtlieh,
keine nachteilige Wirkung auf die Schwamm-
struktur. Selbst wenn eh:.' verschäumte Kautschukmilch
bereitet wird, die 0,3 Teile Kaliumsulfid an Stelle der 0,2 Teile Natrhimsulfid, die in obigem
Beispiel benutzt wurden, enthält, wodurch die Verfestigungszeit 32 Minuten beträgt, tritt keine nachteilige
Wirkung auf die Schaumstruktur bei der Vulkanisation auf.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren, zur Herstellung von Schwammkautschuk, dadurch gekennzeichnet, daß ein vulkanisierbarer flüssiger Schaum aus Hevea-Kautschukmilch bereitet wird, die ein Alkali stearat, Zinkoxyd und ein Alkalisulnd enthält, letzteres in Mengen, von 1 bis 20 Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile Zinkoxyd, worauf der Schaum geformt und gelieren gelassen oder zum Gelieren gebracht und schließlich das Gel vulkanisiert wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kautschukmilch verwendet wird, die weniger als 0,2% Ammoniak enthält.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kautschukmilch verwendet wird, die 0,5 bis 5 Gewichtsteile Alkalistearat und 2 bis 8 Gewichtsteile Zinkoxyd auf 100 Teile Kautschukmilchfeststoffe enthält.
- 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die bereitete Kautschukmilch außerdem 0,5 bis 5 Gewichtsteile eines Alkalisilicofluarids auf 100 Teile Kautschukmilchfeststoffe enthält.1 5849 3.54
Applications Claiming Priority (1)
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| US101251A US2621217A (en) | 1949-06-24 | 1949-06-24 | Manufacture of sponge rubber |
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