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Verfahren zur Kontrolle des Gleichlaufes bei einem drahtlosen Wechselsprechgerät
Die Erfindung bezieht sich auf ein drahtloses Wechselsprechgerät für Sendung und
Empfang auf der gleichen Trägerfrequenz und gibt ein Verfahren zur Ermittlung des
Gleichlauffehlers zwischen dem Senderabstimm#kondensator und dem mit diesem mechanisch
gekuppelten Abstimmkondensator des Oszillators des Überlagerungsempfängers des Wechselsprecb-gerätes
an.
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An Hand der Zeichnung soll zunächst das bisher übliche Verfahren erklärt
werden. Die Zeichnung zeigt die Blockschaltung eines Sende-Emp:fangs-Wechsel-sprechgerätes.
Der mit S bezeichnete ,Sender arbeitet auf die Antenne A. Die Antenne
A ist gleichzeitig Empfangsantenne. Die Schaltung, ist hierbei so getroffen,
daß bei Sendebetrieb der Empfänger durch Abschalten der Anodenspannung ausgeschaltet
ist, während bei Empfangsbetrieb, der Sender keine Anodenspannung bekommt. Die Heizungen
sind mit Rücksicht darauf, daß im allgemeinen die Heizfäden der Röhren eine erhebliche
Trägheit haben., zweckmäßig dauernd eingeschaltet. Der mit E bezeichnete Empfangsteil
umfaßt einen ersten Empfangskreis E-Kr, einen Mischkreis AI-Kr, einen ersten Oszillator
Osc I, einen
Zwischenfrequenzverstärker ZF, ein Audion und einen
Niederfrequenzver"stärker A -I- NF und einen zweiten Oszillator Osc II. An
den Niederfrequenzteil A -I- NF -können Kopfhörer K und ein
Meß-Instrument 1V1 angeschaltet werden. Das Meßi.nstrument kommt nur in Betracht
für Überwachungszwecke: Der Oszillator II, der quarzgesteuert ist, kann gleichzeitig
dazu dienen, -mit dem Oszillator I bei Telegräphieempfang den Telegraphieton von
8oo oder rooo Hz zu erzeugen.
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Um eine einwandfreie Verständigung bei solchen Wechselsprechgeräten
zu erzielen, ist es erforderlich, daß der Gleichlauf zwischen Sender und Oszillator
I weitgehend erzielt ist. Es sind nur geringfügige Abweichungen um wenige iooo-
Hz von der Sorllifreqüenz zulässig.
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Diese Übereinstimmung wurde bisher bekanntlich dadurch geprüft, daß
die Senderfrequenz- mit .der vom zweiten, vorteilhaft quarzgesteuerten Oszillator
Osc II erzeugten Frequenz verglichen wurde. Der Oszillator Osc II, dessen Grundwelle
gleich der Zwischenfrequenz war, wurde übersteuert, so daß er sehr viel höhere Harmonische
erzeugte. Ferner war der Oszillator Osc II so geschaltet, daß er auch als Audiön
wirken konnte: Zu diesem Zweck konnte sein Ausgangskreis. mit einem Kopfhörer oder
Meßgerät, gegebenenfalls auch mit dem Kop@flhörer K und dem; Meßgerät M, die dem
Empfängerteil A -i- NF nachgeschaltet sind,' verbunden werden. Wenn
z. B. der Eichpunkt 3 MHz auf der Senderskala festgelegt werden sollte, wurde bei
einer iGrundfrequenz des Oszillators Osc II von 750 kHz .die vierte Harmonische,
die ebenfalls 3 MHz beträgt, zur Eichung benutzt. Es wurde eine Verbindung. Vi über
die Schalterstellung A des Schalters Sch zum Oszillator Osc II 'hergestellt
und der Senderkondensator so weit verstellt, .daß im Kopfhörer bzw. im Meßinstruinent
am Ausgang des Oszillators Osc II die Schwingung Null festgestellt wurde. Weitere
Eichpunkte wurden in gleicher Weise mit-der fünften, sechsten . . . Harmonischen
festgelegt.
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Das entsprechende Verfahren wurde durch Zusammenschaltung des Oszillators
Osc I, dessen Schwingungen um die Zwischenfrequenz von .der Senderfrequenz abweichen,
mit - dem Oszillator Osc II über Leitung V:2 und Schalterstellung b des Schalters
Sch zur Eichung des Abstimmkondensators des Oszillators Osc I benutzt.
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Zur Feststellung des Gleichlaufes wurde daher einmal der .Sender,
das andere Mal der Oszillator Osc I mit dem -quarzgesteuerten Oszillator
Osc II verglichen. Dieses Verfahren ist umständlich und zeitraubend und bedeutet
wegen der dauernd wechselnden Läutstärkenunterschiede gehörmäßig eine starke Belastung
für den Prüfenden, die auf die Dauer kaum zu ertragen ist. Es sei noch bemerkt,
daß dieses Verfahren unter Benutzung einer Grundfrequenz von 75o kHz für den Oszillator
Osc II nur wenige Eichpunkte ergibt. Es ist daher für Geräte mit hohen Anforderungen
an die übereinstimmung -der .Sender-Empfänger-Skala ein besonderes Prüfungsgerät
erforderlich= das es gestattet, z,. B. schon alle ioo kHz die gleiche Prüfung von
Sender und Osc I vorzunehmen, wie sie oben bei dem Vergleichsverfahren mit
dem 750 kHz quarzgesteuerten Oszillator ,geschildert wurde. Falls der Sender
einen Frequenzbereich von 3, MHz bis 7,5 MHz überdecken soll; sind etwa 45 Eichpunkte
erforderlich. Es ist affensichtlich, daß eine derartige Eichung außerordentlich
zeitraubend ist.
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Um eine solche Prüfeinrichtung zu vermeiden, könnte man für .den OQuarzo-szillator
II eine Zwischenfrequenz von ioo lkHz zugrunde legen.. Es ließe sich dann das Vergleichsverfahren
für den Sender und Osc I mit diesem Quarz schon in Abständen von - je ioo kHz anwenden..
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die entsprechend der Grundfrequenz .des
Oszillators Osc II zu wählende Zwischenfrequenz von ioolrHz nicht immer, insbesondere
bei sehr kurzen Trägerwellenlängen, anwendbar ist, so daß in diesen Fällen wieder
mit einer größeren Grundfrequenz des Oszillators Osc II gearbeitet werden muß, was
eben die Feststellung der Genauigkeit des Gleichlaufes beeinträchtigt.
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Gemäß der Erfindung werden die Nachteile des bekannten Verfahrens
dadurch vermieden, da3 der Sender und der Empfänger ,gleichzeitig eingeschaltet
werden und daß die beim Empfang des eigenen Senders entstehende Zwischenfrequenz
mit der von einem Kontrolloiszillator, @z. B. einem quarzgesteuerten, auf die Sollzwischenfrequenz
abgestimmten Sender, erzeugten Frequenz verglichen wird. Dadurch gelingt ohne weitere
Hilfsmittel die Ermittlung des Gleichlaufes: Man. hört am Ausgang des Empfängers
die Abweichung des Empfängers von dem vorher auf den Sollbereich .gebrachten Sender.
Außer der Inbetriebnahme des Senders !durch Anlegen der Anodenspannung ist praktisch
nichts weiter erforderlich. Wie weit gegebenenfalls der Abstimmkondensator des Oszillators
Osc I zur Erzielung des Gleichlaufes nachgetrimmt werden muß, ist sofort abhörbar.
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Falls die Zwischenfrequenz nur eine geringe Bandbreite besitzt, 'kann:
die von der Mischröhre herkommende Zwischenfrequenz wegen der reichlich vorhandenen
.Spannung bzw. falls die Gefahr der Übersteuerung des.Zwischenfrequenzverstärkers
besteht, unmittelbar auf das Au.diön gegeben werden. Es genügt, wenn man in diesem
Fall eine Röhre des Zwischenfreqüenzverstärkers herauszieht.
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An Hand des Blockschaltbildes gemäß der Abbildung, jedoch ohne die
Leitungen V z und V2 und den Schalter Sch, soll das Verfahren noch näher
erläutert werden. Zunächst werden alle für den Sender und den Empfänger benötigten
Spannungen den Geräten zugeführt werden. Im Mischkreis M-Kr wird die Zwischenfrequenz
gebildet und entweder über den Zwischenfrequenoverstärke.r ZF oder auch' wie durch
die doppelt gestrichelte Linie dargestellt, unmittelbar dem Audion und Niederfrequenzteil
A -1- NF zugeführt. Hinter dem Zwischenfrequenzverstärker wird die mittels
Oszillator Osc II erzeugte und der Zwischenfrequenz entsprechende
Frequenz
zugeführt. Die Schwebung zwischen dieser Sollzwischenfrequenz und der vom Mischkreis
M-Kr erzeugten Frequenz wird im Kopfhörer K abgehört oder am Meßinstrument M abgelesen.
Der ablesbare Frequenzbereich wird durch das Umgehen der Zwischenfrequenzstufe wegen
der oftmals nicht genügenden Bandbreite ,derselben stark vergrößert (2o k.Hz).
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Die Vorteile des neuen Verfahrens bestehen, abgesehen von der Vereinfachung
durch Fortfall der zeitraubenden Festlegung der einzelnen Meßpunkte und der Umscha:Itungen
vom Sender und Empfänger darin, daß' die Frequenzabweichungen kontinuierlich über
den, ganzen Bereich und nicht nur an einzelnen Punkten erfaßt werden. Ferner werden
sämtliche die Frequenzverwerfung bestimmenden Teile des Gerätes, wie sie im Betriebsfall
benutzt werden., zur Prüfung selbst herangezogen. Weiterhin erfolgt die Prüfung
frequenzmäßig sehr genau, da der gleiche Quarzkontrollo szillator, mit dem später
auch die Kontrolle des Gerätes erfolgen kann, zur Prüfung des gesamten Bereiches
verwendet wird. Die Messung selbst ist in kürzester Zeit durchzuführen. Es braucht
lediglich der ganze Bereich durchgedreht zu werden. Im Kopfhörer K !hört man sofort
.die Abweichung bz-w. kann man sie am Meßinstrument M ablesen.
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Das neue Verfahren vereinfacht daher die Prüfung des Senders und Empfängers
bei Wechselsprechgeräten hinsichtlich ;des Gleichlaufes außerordentlich. Die Prüfzeit
wird beträchtlich herabgesetzt. Die Nervenbeanspruchung des Prüfers beträchtlich
verringert.
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Bei den üblichen Betriebsschaltungen (Senden, Empfangen und Telegraphie)
ist, wie eingangs erwähnt, nur der Sender oder nur der Empfänger eingeschaltet,
was durch entsprechend ausgebildete Betriebsartenschalter im Gerät erfolgt. Zur
Ausübung des neuen Verfahrens könnte eine weitere Schalterstellung vorgesehen sein,
bei der Sender und Empfänger eingeschaltet sind.