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DE887049C - Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Duengemitteln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Duengemitteln

Info

Publication number
DE887049C
DE887049C DEI4516A DEI0004516A DE887049C DE 887049 C DE887049 C DE 887049C DE I4516 A DEI4516 A DE I4516A DE I0004516 A DEI0004516 A DE I0004516A DE 887049 C DE887049 C DE 887049C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
dried
urea
slurry
product
heated
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEI4516A
Other languages
English (en)
Inventor
Kenneth Arkless
Gilbert William Ettle
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Imperial Chemical Industries Ltd
Original Assignee
Imperial Chemical Industries Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Imperial Chemical Industries Ltd filed Critical Imperial Chemical Industries Ltd
Application granted granted Critical
Publication of DE887049C publication Critical patent/DE887049C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05CNITROGENOUS FERTILISERS
    • C05C9/00Fertilisers containing urea or urea compounds
    • C05C9/02Fertilisers containing urea or urea compounds containing urea-formaldehyde condensates

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Düngemitteln Die Erfindung bezieht sich a#f die Herstellung von stickstoffhaltigen Düngemitteln, bei denen der Stickstoff im Boden langsam für die pflanzliche Ernährung verfügbar wird.
  • Der Stickstoffgehalt der stickstoffhaltigen Düngemittel wird der pflanzlichen Ernährung durch die Tätigkeit von Organismen im Erdboden zugänglich gemacht. Bei vielen stickstoffhaltigen Düngemitteln wird der Stickstoffgehalt so schnell wirksam, daß bald nach der Anwendung solch eines Düngemittels mehr wirksamer Stickstoff im Erdboden verfügbar ist, als durch die Pflanzen zur Zeit aufgenommen werden kann. Zum Beispiel werden go 0/, des Stickstoffgehaltes des Ammoniumsulfats in 2 oder 3 Wochen verfügbar. Es ist daher in vielen Fällen wünschenswert, ein stickstoffhaltiges Düngemittel zu verwenden, bei dem der Stickstoff langsam verfügbar wird. Es wurden bereits nach einem älteren Vorschlag der Erfinder stickstoffhaltige Düngemittel hergestellt, bei denen der Stickstoffgehalt langsam verfügbar wird dadurch, daß man Hamstoff mit Formaldehyd in wäßriger Lösung in der Weise zur Reaktion bringt, daß man eine eingedickte Mischung erhält, die bei der Weiterbehandlung ein festes Düngemittel ergibt.
  • Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Düngemitteln vorgeschlagen, bei welchen der Stickstoffgehalt langsam verfügbar wird und welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß eine im wesentlichen wasserfreie Mischung von Harnstoff und Paraformaldehyd auf Temperaturen von 7o bis i2o' erwärmt wird, wobei ein Brei erhalten wird, welcher erhärtet, zerkleinert, getrocknet und bzw. oder granuliert wird, um ein Produkt von gewünschter Korngröße zu erhalten, Obgleich die Erwärmung bis zu einer Temperatur innerhalb des obenerwähnten Bereiches durchgeführt werden kann, wurde es als vorteilhaft gefunden, bei einer Temperatur von etwa ioo' zu arbeiten.
  • Die Mischung von Harnstoff und Paraformaldehyd kann in jedem geeigneten Reaktionsgefäß erwärmt werden, wobei dieses vorzugsweise mit Einrichtungen versehen ist, durch die die Mischung gerührt oder auf andere Weise bewegt wird. Es wurde für günstig. befunden, einen Schaufelmischer zu verwenden mit einem Mantel, durch den heißes Wasser oder Dampf geleitet wird. Die Zeitdauer, während der die Mischung erwärmt werden muß, hängt von der tatsächlich angewandten Temperatur und nur in geringem Ausmaß von den verwendeten Mengen an Harnstoff und Paraformaldehyd ab.
  • In der folgenden Tabelle i der erzielten Ergebnisse erläutern die zweite und dritte Spalte die Wirkung der Temperatur und die nur geringe Wirkung der Harnstoff- und Paraformaldehydmengen, ausgedrückt als molares Verhältnis von CO (NH,),: H - CHO bei Reaktionsbeginn. In der vierten Tabellenspalte wird die Zeit angegeben, die zur Erwärmung noch weiter benötigt wird, damit der Brei sich als feste Masse absetzt.
    Tabelle i
    Er- Weitere
    Molverhältnis Zur
    Harnstoff warraungs- Breiherstellung Erhitzungsdauer,
    tempe- um eine feste
    zu benötigte Zeit Masse zu-erhalten
    Forrnaldehyd ratur-
    Grad Minuten Minuten
    I 8o 15 42
    I go 13 20
    I ioo 6 15
    2 70 28 75
    2 8o 16 40
    2 go io 20
    2 iio 4 9
    2 120 3 9
    Obwohl der Brei durch verlängerte Erwärmung, wie oben erwähnt, verfestigt werden kann, wird es vorgezogen, ihn aus dem erhitzten Reaktionsgefäß zu entfernen, solange er noch genügend flüssig ist, und ihn z. B. in einem geeigneten Behälter abkühlen zu lassen oder ihn, wie noch beschrieben wird, weiterzubehandeln, um ein festes Produkt zu erhalten.
  • Das feste Produkt kann gebrochen oder anderweitig zerkleinert und bei einer Temperatur, die 13o' nicht übersteigt, getrocknet werden. Das getrocknete Produkt kann, wenn es nötig ist, noch weiter zerkleinert werden, um Teilchen von gewünschter Größe zu erhalten, oder es kann gepulvert und dann zu Granalien von gewünschter Größe geformt werden, z. B. durch Granulierung unter Zugabe von Feuchtigkeit, und, wenn gewünscht, eines inerten Verdünnungsmittels, z. B, Anhydrit, Gips, gebranntem Gips, Kreide oder Stärke.
  • Wenn die Verwendung gebrannten Gipses als Verdünnungsmittel gewünscht wird, kann er dem Brei zugefügt werden, während dieser sich noch im Heizgefäß befindet. Der dabei entstehende Brei ist jedoch nicht so leicht aus dem Heizgefäß herauszugießen. Das zerkleinerte und getrocknete Produkt oder das durch Zerreiben erhaltene Produkt kann, wenn gewünscht, mit anderen Düngemitteln, z. B. mit gemahlenem Ammoniumsulfat, gemischt und granuliert werden, ' Bei einer bevorzugten Behandlung des Breies, um ein festes Produkt zu erhalten, wird der Brei aus dem Heizgefäß auf eine gekühlte oder erwärmte Metallwalze oder Platte ausgegossen, um dort eine dünne Schicht zu bilden, die man erstarren läßt, damit sie dann zu Flocken zerkleinert werden kann, welche bei Temperaturen, die 13o' nicht übersteigen, getrocknet werden. Die getrockneten Flocken können in dieser Form verwendet werden, oder sie können zu Teilchen von noch geringerer Größe zerkleinert werden und dann mit oder ohne Zusatz anderer Materialien granuliert werden.
  • Es wurde weiter gefunden, daß die Erhärtung des Breies nach dem Ausgießen aus dem Heizgefäß beträchtlich durch Zugabe einer geringen Menge Mineralsäure beschleunigt werden kann, z. B. von Salpetersäure in Mengen von ungefähr o,o2 bis 0,05 Gewichtsprozent des angewandten Harnstoffs und Paraformaldehyds. Eine derartige Zugabe von Säure findet kurz bevor der Brei aus dem Heizgefäß ausgegossen wird statt.
  • Der beim Verfahren gemäß der Erfindung verwendete Harnstoff soll vorzugsweise einen hohen Reinheitsgrad besitzen und kann in der gewöhnlich kristallinen, im wesentlichen trockenen Form verwendet werden, Die Anteile Harnstoff und Paraformaldehyd können innerhalb eines weiten Bereiches geändert werden. -Gute Ergebnisse werden mit. einem Molverhältnis von Harnstoff zu Formaldehyd von 1: 9, erzielt.
  • Versuche haben gezeigt, daß Düngemittel, die nach dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt worden sind, eine Salpeterbildungsgeschwindigkeit besitzen, bei der ihr Stickstoffgehalt der pflanzlichen Ernährung im Laufe mehrerer Wochen verfügbar wird. Die Salpeterbildungsgeschwindigkeit hängt von der Molekularstruktur des Produktes ab, welche ihrerseits durch das molekulare Verhältnis CO (NH,),: H - CHO beeinflußt wird. je niedriger dieses Verhältnis ist, desto geringer ist die Salpeterbildungsgeschwindigkeit des Produktes.
  • Proben von Düngernitteln, die gemäß der Erfindung aus unterschiedlichen Mengen Harnstoff und Paraformaldehyd mit einer Korngröße zwischen 9,io ß und 420,u hergestellt wurden, wurden zu Untersuchungen nach der Düngung des Bodens verwandt, und die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle 2 enthalten.
    Tabelle 2
    Molverhältnis Prozentgehalt desenthaltenen, zurSalpeter-
    von Harnstoff bildung verwerteten Stickstoffs nach
    zu Formaldehyd 4 Wochen 1 8 Wochen 1 16 Wochen
    I,0 1 12,0 13,0
    0 61,o
    1,4 27:9- 43,0
    1,8 43,0 63,0 8oo
    Die Erfindung ist in den folgenden Beispielen erläutert: Beispiele 1. 252 g trockener kristalliner Harnstoff wurden mit go g trockenem Paraformaldehyd in einem mit einem Mantel versehenen Schaufehnischer gemischt, der mit Dampf beheizt wurde, um die Temperatur auf etwa ioo' zu halten.
  • Nachdem das Material 2 Minuten lang gemischt worden ist, wurde es feucht. Nach 6 Minuten hatte sich ein nasser Brei und nach ii Minuten ein sehr dicker Brei gebildet. Bei Erwärmung um weitere 4 Minuten setzt sich das Material fest ab.
  • Eine Probe des festen Materials hatte, nachdem sie 3 Stunden bei i3o' getrocknet wurde, einen Gehalt an freiem Hamstoff von 6,9 Gewichtsprozent.
  • Eine ähnliche Masse, bei welcher die Mischung anfänglich etwa i Gewichtsprozent Wasser enthielt, zeigte ähnliche Erg-,bnisse. Das Produkt hat, nachdem es 24 Stunden bei i3o' getrocknet worden ist, einen Gehalt von 5,7 Gewichtsprozent an freiem Harnstoff.
  • 2. i8o g trockener kristalliner Hamstoff wurden mit go g trockenem Paraformaldehyd in einem mit einem Mantel versehenen Schaufehnischer nach Beispiel i gemischt, während die Temperatur auf etwa ioo' gehalten wurde. Die Reaktion war nach 15 Minuten beendet, worauf das Produkt zerkleinert und 6 Stunden bei 130' getrocknet wurde.
  • 3. 336 g kristalliner Harnstoff wurden mit i2o g Parafonnaldehyd in einem Schaufelmischer, der auf ioo' dampfbeheizt wurde, gemischt. Nach ungefähr 4 Minuten war ein Brei entstanden, der auf eine Metallplatte ausgegossen wurde. Diese wurde bei einer Temperatur von etwa i2o' gehalten, indem heiße Luft über und um sie strich. Ungefähr 4 Minuten nach dem Ausgießen des Breies war dieser hart genug, um auf der Platte zu Flocken zerkleinert zu werden. Nach 3stündigem Trocknen der so erhaltenen Flocken bei 130' wurde ein Gehalt an freiem Harnstoff von 10,40/, gefunden.
  • 4. 336g trockener Harnstoff wurden in einem Schaufelmischer gemäß Beispiel 3 mit i2o g trockenem Paraformaldehyd gemischt. Als sich ein Brei gebildet hatte, wurden 40 ccm einer 0,350/,igen Salpetersäurelösung zugefügt und das Mischen ungefähr i Minute lang fortgesetzt. Der Brei wurde dann auf eine gekühlte Platte ausgegossen, um eine 2 bis 4 mm dicke Schicht zu bilden. Diese Schicht erhärtete sehr schnell und war nach i '/,Minuten hart genug, um auf der Platte zu Flocken zerkleinert zu werden. Das Produkt wurde bei io5' getrocknet. Danach wurde ein Gehalt an freiem Harnstoff von 11 0/, festgestellt.
  • 5. 168 g Harnstoff wurden in der in den vorhergehenden Beispielen angegebenen Weise in einem dampferhitzten Schaufelmischer mit 6o g Paraformaldehyd gemischt. Zu dem nach 5 Minuten entstandenen Brei wurde unter ständigem Rühren eine entsprechende Menge, das sind 228 g, gebrannter Gips zugegeben. Der so hergestellte dicke Brei wurde aus dem Mischer entfernt und auf einer Metallplatte ausgebreitet, wo er innerhalb i Minute zu einem nichtplastischen Festkörper erhärtete.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Düngemitteln mit für die Pflanzen langsam verfügbarem Stickstoffgehalt, dadurch gekennzeichnet, . daß im wesentlichen wasserfreie Mischungen von Harnstoff und Paraformaldehyd auf Temperaturen von 7o bis i2o', insbesondere etwa ioo', zu einem Brei erwärmt werden, der nach der Erhärtung zerkleinert, getrocknet und bzw. oder granuliert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Brei in dem Reaktionsgefäß unter längerem Erhitzen erhärten gelassen wird. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Brei, gewünschtenfalls nach Zugabe von Mineralsäure in einer Menge von etwa o,o2 bis 0,05 Gewichtsprozent, aus dem Heizgefäß auf eine gekühlte oder erhitzte metallische Walze oder Platte ausgegossen wird, wo er erhärtet und zu Flocken zerkleinert wird. 4. Verfahren nach Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das erhärtete und zerkleinerte Produkt bei einer Temperatur, die 1300 nicht übersteigt, getrocknet wird. 5. Verfahren nach Ansprüchen i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das getrocknete Produkt, vorzugsweise nach Zerkleinerung zu einem Pulver, zu Granalien durch Granulierung unter Feuchtigkeitszugabe geformt wird. 6. Verfahren nach Ansprüchen i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das getrocknete Produkt, vorzugsweise nach der Zerkleinerung zu einem Pulver, mit mindestens einem weiteren Düngemittel zus.ammen granuliert wird.
DEI4516A 1950-08-17 1951-08-18 Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Duengemitteln Expired DE887049C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
GB887049X 1950-08-17

Publications (1)

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DE887049C true DE887049C (de) 1953-08-20

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ID=10649432

Family Applications (1)

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DEI4516A Expired DE887049C (de) 1950-08-17 1951-08-18 Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Duengemitteln

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DE (1) DE887049C (de)

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1122967B (de) * 1960-07-30 1962-02-01 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Mischduengemitteln
DE1132159B (de) * 1959-09-26 1962-06-28 Dr Ernst Mueller Verfahren zur Herstellung von langsam wirkenden Stickstoffduenge-mitteln aus Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten
DE1146080B (de) * 1960-08-30 1963-03-28 Mitsubishi Chem Ind Kondensationsprodukte aus Harnstoff und Aldehyden enthaltende Duengemittel

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1132159B (de) * 1959-09-26 1962-06-28 Dr Ernst Mueller Verfahren zur Herstellung von langsam wirkenden Stickstoffduenge-mitteln aus Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten
DE1122967B (de) * 1960-07-30 1962-02-01 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Mischduengemitteln
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