DE877739C - Buegelmaschine mit Buegelblaettern und Verfahren zur Herstellung und Verwendung solcher Blaetter - Google Patents
Buegelmaschine mit Buegelblaettern und Verfahren zur Herstellung und Verwendung solcher BlaetterInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D06F—LAUNDERING, DRYING, IRONING, PRESSING OR FOLDING TEXTILE ARTICLES
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Description
- Bügelmaschine mit Bügelblättern und Verfahren zur Herstellung und Verwendung solcher Blätter -Die Erfindung betrifft eine Bügelmaschine, wie sie zum Bügeln von Samt, Velour, Ratine, Kamelhaarstoffen und anderen flawschigen Geweben Verwendung findet. Bei solchen Bügelmaschinen bestehen üblicherweise ,die Bügelblätter der Ober-oder Unterplatten oder beider aus Kratzenbeschlägen, d. h. aus Stofflagen, aus denen nach der Arheitsseite hin die Kratzenzähne in Form kurzer, steifer, die Bügelfläche bildender Drahtenden hinausragen.
- Diese übliche Ausgestaltung der Bügelblätter ist indes mit mannigfachen Mängeln behaftet.
- Bei Verwendung solcher Stoffbügelblätter an den unteren Auflageflächen der Bügelmaschine neigen die Bügelblätter zum Einlaufen oder sie wellen sich. Auch besitzen sie keine Dampfdurchlässigkeit. Bei Verwendung der bekannten Bügelblätter zum Belegen der schwenkbaren Oberplatten von Bügelmaschinen wird eine Blechumrandung verwendet, in welche in gewissen Abständen Löcher gebohrt werden, in denen Zugfedern zur Befestigung der Bügelblätter an der oberen Bügelplatte angebracht werden. Hierbei weissen die Bügelblätter u.a. folgende Nachteile auf: Sie passen sich nicht der hohl nach oben gewölbten Oberplatte an, sondern sacken infolge ihres Eigengewichts in, der Mitte durch.
- Bei jedem Auflegen der Oberplatte auf den zu bügelnden Gegenstand .stoßen die Kratzenzähnchen zuerst auf, wodurch verursacht wird, daß sie sich nach hinten aus dem Stoff herausdrücken. Dies ist besonders dann dar Fall, wenn die Hinterklebwng _ .des . Blattes infolge der Einwirkung des heißen Dampfes sich gelöst hat. Die Bügelblätter lassen keinerlei Dampf .durch, so daß der zu bügelnde Gegenstand nicht in dem erforderlichen Maße mit Dampf bearbeitet werden kann.
- Die Hinterklebumg, die üblicherweise mit Kautscliukldeb.emitteln ausgeführt ist, löst sich nach längerem GebrjE#uich infolge der Dampfeinwirkung, so, ,daß beim Bügeln unangenehme Erscheinungen durch Bildung von Blasen, Falten usw. auftreten.
- Die Bügelblätter laufen in erheblichem Maße, z. B. mehrere Zentimeter, ein, kräuseln sich leicht oder werden wellig.
- Man hat versucht, das Bügelblatt in konkaver Form fest am. die Oberplatte anzuheften, um zu verhindern, daß ,sich die Kratzenzähne aus dem Stoff herausdrücken. Ein befriedigendes Ergebnis konnte auch hierbei nichterzielt werden.
- Die Erfindung ubeseitigt die erwähnten Na.chteile und ermöglicht die Ausrüstung von Bügelmaschinen mit Bügelblättern, die allen Anforderungen genügen. Erfindungsgemäß werden die Bügelblätter in der Weise ausgebildet, daß die in bekannter Weise auf :einer Stoffgrundlage hergestellten und berueits mit den Kratzenzähnen versehenen Blätter mit einem Mittel imprägniert werden, das die Stoffgrundlage durchdringt und mit derselben eine nicht mehr stoffartig nachgiebige, sondern mehr oder weniger harte und steife Schicht bildet, die auch unter den bei der Bügelarbeit auftretenden Bedingungen, z. B. unter Einwirkung vom; Dampf oder unter dem Einfluß der im Bügelbetrieb benutzten Lösungsmittel, nicht aufweicht oder zerstört, wird. Für !eine solche Imprägnierung eignen sich Lösungen, Lösungsgemische und Emulsionen oder Schmelzflüssigkeiten verschiedener Art, insbesondere z. B. Lösungen oder Emulsionen von Kunststoffen, Mischungen von Kunststoffen mit anderen kolloiden Lösungen, z. B. Harzlösungen oder kolloiden; Silikaten, Leimverbindungen od. dgl.
- Wesentlich ist dabei, daß die zur Imprägnierung der Kratzenstofrblätter dienenden Mittel die mit ihnen in Berührung kommenden Metalle, z. B. Eisen, nichtrostenden Stahl, Zinn, Messing undäh'nliche Werkstoffe, .nicht angreifen, ferner daß die erstarrte Imprägnierung höhere Temperaturen, z. B. . bis etwa 25o° C, verträgt, wasserbeständig sowie weitgehend .dampfbeständig ist, unter Feuchtigkeitseinflüssen nicht quillt und keinen Schimmel bildet.
- Die mit solchen Mitteln erfindungsgemäß behandelten Bügelblätter können vor dem: Erstarren zweckmäßig in die Lage und Form gebracht werden, die sie ;später beibehalten sollen. - Sie können also jeder Form und Wölblmg der Oberplatte angepaßt werden;- !so daß sie fest und sicher an -dieser anliegen.
- Die Kx@Ltzenzähne sind in den erfindungsgemäß ausgebildeten - Blättern fast in der versteiften oder erstarrten Stoffgrundlage gehalten. "Sie können sich im Betrieb nicht mehr aus dem Stoff herausdrücken.
- Ein'@I-Iintexkleb:en- ,der Blätter ist nicht mehr notwendig. Die erfindungsgemäß mehr oder weniger versteifte Stoffgrundlage kann in einfacher Weise, z. B. durch Fräsen, Brennen oder Bohren, mit einer siebartigen Durchlöcherung versehen werden, wobei die einzelnen Löcher beispielsweise in den zwischen den einzelnen Ketten verbleihenden Gassen angebracht werden. Hierdurch wird das Blatt dampfdurchlässig, verliert .aber nicht an Stabilität.
- Die Bügelblätter in erfindungsgemäßer Ausgestaltung laufen beim Gebrauch nicht mehr ein. Sie kräuseln und wellen sich nicht mehr, da die Stoffgrundlage erhärtet ist.
- Das Anbringen von Blechkammern um die Bügelblätter :ist nicht mehr erforderlich. Die Blätter lassen sich z. B. mittels in dem !erstarrten Stoff angebrachter Ösen od. dgl. unmittelbar an der Bügelplatte befestigen.
- Mit Bügelmaschinen in der hier -beschriebenen Ausrüstung lassen sich neuartige., bisher nicht erreichte Bügelefekte erzielen. Beispielsweise können die Spitzen der in der erstarrten Stoffgrundlage fest verankerten Kratzenzähnchen während des Erstarrens auf verschiedene Höhe gebracht werden, vorzugsweise in musterartiger Anordnung, so da.ß auf den mit diesen Blättern gebügelten Stoffen entsprechende Muster erscheinen.
- Die Behandlung der Stofflageblätter mit den Imprägnierungsmitbeln kann gegebenenfalls auch schon vor dem Setzen. der Kratzenzähnchen erfolgen, oder !sie kann mehrmals, z. B. bei, der Anbringung der Kratzenzähnchen, wie auch nachher vorgenommen werden.
- In der Zeichnung isst eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes beispielsweise dargestellt. Fig. i zeigt ein Bügelblatt in erfinclungsgemäßex Ausgestaltung im Längsschnitt; Fig. 2 zeigt dass Bügelblatt in Draufsicht auf die Rückseite; Fig. 3 stellt ein er$ndungsgemäß gestaltetes Bügelblatt dar, das an der Oberplatte .gier Bügelmaschine befestigt ist; Fig. ¢ zergt ein Bügelblatt abgeänderter Ausführungsform im Längsschnitt.
- Erfindungsgemäß besteht das Bügelblatt gemäß Fig. i, 2 und 3 aus einer oder mehreren aufeinan,dergeschichteten und miteinander verbundenen z. B. verklebten Stofflagen i, in welche -die bügelförmigen Kratzenzähnchen 2, deren Spitzen 3 auf der Arbeitssaite hervorragen, in an sich bekannter Weise eingedrückt sind.
- Die einschichtige oder mehrschichtige Stofflage i ist mit ,einer Imprägnierung, mit einer Lösung oder Schmelze der obererwähntem Art versehen, nach .deren Erstarren die gesamte imprägnierte Stoffschicht verhältnismäßig steif und widergtandsfähig gegen Formänderungen erscheint.
- Die gesamte Umrandung q. des Bügelblattes ist nach hinten umgebogen und mit Löchern oder Ösen 5 versehen, in denen die zum Anschluß an die Bügelplatte 6 bestimmten, Zugfedern 7 oder andere Halbevoirrichtungen befestigt werden.
- Auf der Rückseite des Blattes i ist ferner eine Asbestumrandung 8 angeordnet, die dazu dient; die gesamte Fläche des Bügelblattes beim Auflegen auf die Bügelplatte dampfdicht abzuschließen.
- Auch die Fläche des Bügelblattes kann zweckmäßig mit quer oder schräg über die Fläche des Bügelblattes verlaufenden gleich hohen Asbeststreifen 9 versehen sein, die dieselbe Höhe haben wie die Asbestumrandung 8, so daß das Bügelblatt mit gleichmäßiger Wölbung an der Bügelplatte 6 anliegt.
- Die Bügelplatte 6 isst in bekannter Weise hohl gestaltet und mit einer Dampfzuführung io sowie mit Dampf durchtrittsöffnungen i i versehen.
- Um einen ungehinderten Durchtritt des Dampfes durch das Bügelblatt i zu ermöglichen, ist dieses mit Löchern 12 versehen, .die z. B. in den Gassen zwischen :den kettenartig gesetzten Kratzenzähnchen angeordnet sind.
- Das Bügelblatt, das bereits bei der Imprägnierung und Erstarrung die der Wölbung der Bügelplatte :entsprechende Form erhalten hat, kann ohne weiteres an der Bügelplatte befestigt werden, so daß es dicht und gleichmäßig anliegt. Infolge der Versteifung des Bügelblattes besteht keine Gefahr mehr, daß dasselbe sich beim Betrieb durchhängt.
- Gemäß Fig. q. sfid die bügelförmigen Kratzenzähne 14 und 15 mit verschiedener Tiefe in das einschichtige oder mehrschichtige Stoffblatt 16 eingedrückt, so daß ihre Spitzen 17, 18 mit verschiedener Höhe aus der Oberfläche des Stoffblattes herausragen.
- Die müt verschiedener Höhe eingelassenen Kratzenzälm:chen 1q., 15 usw. können musterförmig angeordnet sein, so daß ein entsprechendes Muster auf .dem gebügelten Stoff erzeugt wird.
- Die beschriebene Vorrichtung kann mannigfach im Rahmen der wesentlichen Gedanken abgeändert und .ausgestaltet werden. So können z. B. die Art und Anwendung der Imprägnierungsstoffe, die Durchführung der Imprägnierung und Erstarrung, die Anbringung der Kratz:enzähnchen vor oder nach der Imprägnierung, die Art der Befestigung des, erstarrten Blattes an der Bügelplatte usw. mannigfach konstruktiv abgeändert werden.
- Anstatt an einer Bügelmaschine in der verschiedenen Art angebracht und verwendet zu werden, können :die erfindungsgemäß hergestellten, mit einem Kratzenmuster versehenen Blätter auch im Bügelhandbetrieb mit Vorteil verwendet werden, indem z. B. ein eben ausgebildetes Blatt dieser Art mit der Rückseite auf den Bügeltisch gelegt wird, so daß also das Kratzenmuster nach oben steht, worauf der Stoff aufgelegt und .mit einem einfachen Bügeleisen, einer Bügelwalze od. dgl. Vorrichtung gebügelt wird.
- Auch in diesem Falle wird auf der auf den Kratzen aufliegenden Stoffseite ein entsprechendes Muster erzeugt.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Bügelmaschine, bei welcher die Bügelblätter der Ober- oder Unterplatten oder beide aus Kratze nbeschlägen bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffgrundlage eines dieser Beschläge oder beider durch Imprägnierung mit :einem nach der Einführung erstarrenden Mittel derart versteift ist, daß Formenänderung:en des auf die Bügelplatte aufgelegten oder an ihr befestigten Bügelblattes, insbesondere :ein Durchhängen des Bügelblattes im Bügelbetrieb, vermieden werden. z. Bügelmaschine nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die erstarrte Stoffgrundlage mit Dampfdurchtrittsöffnungen versehen ist, die den aus der Bügelplatte ausströmenden Dampf ungehindert- durchtreten lassen. 3. Bügelmaschine nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die versteiften Bügelblätter mit :einer umgebogenen Umrandung die Bügelplatte umfassen, an der sie mit Hilfe von in der Umrandung angebrachten Ösen, Vorsprüngen od. dgl., die zur Befestigung der Haltevorrichtungen z. B. von um .die Bügelplatte herumgelegten. Zugfedern dienen, befestigt werden. ¢. Bügelmaschine nach Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Auf-1ageflä:che der Bügelplatte und der Hinterseite des Bügelblattes durch am Bügelblatt angebrachte, :die Umrandung bildende Dichtungsstreifen, z. B. Asbeststreifen, ein dampfdichter Ab,schluß der gesamten Fläche des Bügelblattes bewirkt wird, wobei dein Bügelblatt durch zweckmäßig in gleicher Stärke wie die Umranduing angebrachte Querstreifen eine gleichmäßige, der Auflageplatte der Maschine entsprechende Wölbung verliehen wird. 5. Verfahren zur Herstellung von Bügelblättern für Bügelmaschinen nach Ansprüchen i bis q., :dadurch gekennzeichnet, daßeine einschichtige oder mehrschichtige Stoffgrundlage vor oder nach dem Eindrücken der Kratzenzähnchen mit :einer Imprägnierung aus Lösungen, Lösumgsgemischen, Emulsionen oder Schmelzflüssigkeiten, z. B. von Kunststoffen, Harzen, Leimvexbändungen oder mit Mischungen solcher, imprägniert wird, worauf die imprägnierte Schicht vor dem Erstarren in eine der Wölbung der Auflageflächen :entsprechende Form gebracht wird. 6. Verfahren nach Ansprüchen i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Erstarren der imprägnierten Schicht die Umrandung derselben umgebogen und der Maschinenauflageplatte angepaßt wird. 7. Verfahren nach Ansprüchen 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, d.aß nach dem Erstarren der die Kratzenzähnchen tragenden Schicht dieselbe mit Dampfdurchtrittsöffnungen sowie gegebenenfalls mit Ösen zum Anschluß an die Maschinenplatte versehen wird. B. Verfahren nach Ansprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zur Imprägnierung der Stoffgrundlage oder zur Nachbehandlung der imprägnierten Schichtren solche Mittel verwendet werden, die die mit ihnen in Berührung kommenden Metalle, insbesondere das Material der Kratzenzähnchen, der Maschinenplatte u. dgl., nicht ,angreifen. 9. Bügelblatt für Bügelmaschinen nach Ansprüchen i bi,s 8, ,dadurch ;gekennzeichnet, daß die die Kratzenzähnchen tragende Stoffgrundlage mit einer harten odersteifen, Formänderupglen widerstehenden Imprägnierung versehen ist, die die im Bügelbetrieb .auftretenden Temperaturen bis etwa z5o° C verträgt, sowie weitgehend wass.er_ und dampfbeständig ist., unter Fewchtigkeitsseinflüssien nicht aufquillt und keinen Schimmel bildet. i o. Bügelblaitt nach Ansprüchen i bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dampfdurchtrittslöcher in den Gassen der kettenförmig gesetzten Kratzenzähnchen vorgesehen sind. I I . Bügelblatt nach Ansprüchen i bis i o, dadurch gekennzeichnet, daß die Spitzen der in der Stoffgrundlage eingedrückten Kratzenzähnchen auf der Vorderseite der Stoffgrundlage mit verschiedener Höhe herausragen, wobei sie vorzugsweisse in Form eines bestimmten Musters angeordnet ;sein können. 12. Verwendung von Bügelblättern nach Ansprüchen 5 biss i r, gekennzeichnet durch Verwendung derselben im Handbügelbetrieb in der Weisse, daß das Bügelblatt mit der Rückseite auf einen Bügeltisch gelegt wird und die nach oben gerichtete Kratzenfläche als Bügselunterlage dient.
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