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Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von reinem Paraffin durch
Schwitzen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung von reinem
Paraffin durch Schwitzen.
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Das Schwitzverfahren ist eines der ältesten Verfahrender Erdölindustrie
und wird zur Abtrennung von Öl, Isoparaffinen und anderen unerwünschten Bestandteilen
aus Rohparaffin angewendet, um ein gereinigtes Paraffin herzustellen, .das ganz
oder im wesentlichen aus normalen Paraffinkohlenwasserstoffen besteht.
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Das rohe, üblicherweise dem Schwitzen unterworfene Paraffin kommt
gewöhnlich, wenn auch nicht notwendigerweise, von .den. Filterpressen, auf denen
ein großer Teil des ursprünglich im Paraffin vorhandenen Öles abgetrennt wird. Es
ist jedoch auch möglich, Paraffin Du schwitzen, das z. B. durch Entparaffinieren
von Mineralöl mit einem Lösungsmittel erhalten wurde. In der Regel wird Blas rohe
Paraffin geschmolzen, in Pfannen oder Bottiche mit gelochten Böden eingegossen und
dort gekühlt, bis ,das Paraffin zu einem festen Kuchen erstarrt ist. Dieser Kuchen
wird dann allmählich wieder erhitzt, so daß sich eine Flüssigkeit abscheidet, die
Öl und Isoparaffine oder andere Bestandteile enthält, deren Gegenwart im gereinigten
Paraffin unerwünscht ist. Zusätzlich wird eine Menge des normalen Paraffins, ,das
als Endprodukt angestrebt wird, gewöhnlich in dieser Flüssigkeit gefunden.
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Es sei hier bemerkt, daß die Beschaffenheit des Endproduktes um so
besser ist, je geringer der Gehalt an Öl und an Isoparaffinen ist. Ferner sollte
,die abfließende Flüssigkeit möglichst wenig normale Paraffinköhlenwasserstoffe
enthalten. Für bestimmte
Paraffinqualitäten, sogenanntes Papierparaffin,
ist ,der Mindestschmelzpunkt der normalen Paraffine, die im Endprodukt zulässig
sind, auf etwa q.0° festgesetzt.
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Mit dem zur Zeit angewendeten Schwitzverfahren sind große Nachteile
verbunden., da bei diesem Schwitzverfahren ein großer Teil der geeigneten normalen
Paraffine in :der ausgeschwitzten flüssigen Phase endet. Deshalb müssen große Mengen
der flüssigen Phase im Kreislauf geführt werden, um die geeigneten Paraffine daraus
zu gewinnen. Dies bedeutet, daß die zur Durchführung des Verfahrens verwendeten
Vorrichtungen groß und teuer sind und das Verfahren verhältnismäßig kostspielig
ist. Um Endprodukte mit niedrigem Isoparaffingehalt zu erhalten, ist es unbedingt
notwendig, das Schwitzverfahren .sehr weit zu treiben und in Verbindung hiermit
eine intensive Kreislaufführung anzuwenden, da sonst das Endprodukt eine. verhältnismäßig
große Menge Isoparaffine enthält. Für verschiedene Verwendungszwecke, unter anderem
für die Papierindustrie, muß der Isoparaffingehalt niedrig sein. Ein weiterer Nachteil,
der mit dem derzeitigen Schwitzverfahren verbunden ist, ist die lange Zeit, während
der der Paraffinkuchen geschwitzt werden. muß. Ferner ist es ?bei bekannten Schwitzverfahren
praktisch nur möglich, ein Paraffin mit einem verhältnismäßig breiten Sie-de-?bereich-zu
schwitzen. Aber wenn es erwünscht ist, Schmieröle mit einem engen Siedebereich herzu-.stellen,
wird auch ein Paraffin mit einem engen Siedebereich erhalten. Dieses Paraffin kann
jedoch nach der bekannten Arbeitsweise nicht wirksam geschwitzt werden.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Verbesserung des bekannten
Schwitzverfahrens, wodurch eine höhere Ausbeute an normalen Paraffinen als bisher
erhalten werden kann. Ferner ist die Reinheit des Endproduktes, insbesondere im
Hinblick auf den Isoparaffingehalt, größer, während nur eine geringe Kreislaufführung,
wenn überhaupt, erforderlich ist für die aus dem Paraffinkuchen abgetrennte Flüssigkeit.
jedoch kann das Schwitzverfahren nach der Erfindung in einem Bruchteil der früher
erforderlichen Zeitdurchgeführt werden.
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Diese Verbesserungen werden nach der Erfindung durch Zuführung der
für ,das Schwitzen. erforderlichen Wärme ganz öder zu einem wesentlichen Teil ,zum
Paraffinkuchen durch Hindurchleiten ?eines warmen Gases erzielt.
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Bei dem bekannten Schwitzverfahren wird die Wärme ,zum Paraffinkuchen
durch warmes Wasser, warme Luft oder Dampf zugeführt, die durch Heizrohre im Kreislauf
geführt werden. Diese Rohre sind in den Trögen, in denen die zu behandelnden Paraffinkuchen
liegen, vorhanden. -Manchmal werden d ieParaffinkuchen in eine Kamm-er eingebracht,
.die vollständig auf die erforderlichen hohen Temperaturen erhitzt wird. Bei einigen.
bekannten Verfahren wird warme? Luft an den- Paraffinkuchen entlang geleitet,. um-
das Schwitzverfahren zu begünstigen. -Wie bereits angegeben, wird die Wärmezufuhr
zum Paraffinkuchen nach .der Erfindung, jedenfalls bis zu einem wesentlichen Ausmaß,
in einer von der bisher angewandten völlig verschiedenen Weise, nämlich durch Hindurchleiten
eines warmen Gases durch .den Kuchen bewirkt. Dies schließt nicht die .Möglichkeit
aus, daß `nährend des Verfahrens, ins-,besondere während der Anfangsstufen der Erwärmung
des Kuchens, ein Teil der Wärme durch Leitung, z. B. durch Vorbeileiten von warmer
Luft, die hinter den Kuchen fließt, oder durch Strahlung zugeführt wird.
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Die Wärmezufuhr durch ein warmes Gas, das durch den Paraffinkirchen
geleitet wird, kann vollständig für eine Zeitlang unterbrochen werden, so ,daß das
Schwitzverfahren dann nach der alten Methode weitergeführt wird. Dies kann z. B.
geschehen, wenn der Paraffinkuchen während des Verfahrens gasundurchlässig geworden
ist. DieUmstände, unter ?denen -dieser Zustand auftreten kann, werden später behandelt
werden. Gewöhnlich jedoch ist die Undurchlässigkeit temporärer Natur, so daß nach
einiger Zeit wieder warmes Gas hindurchgeleitet werden kann.
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Das kontinuierliche Durchströmen von Gas durch ,den Paraffinkuchen
verursacht, daß sich die Flüssigkeit oder die flüssigen Bestandteile wirksam von
dem zurückbleibenden Paraffinkuchenskelett abtrennen, und sorgt gleichzeitig dafür,
daß die flüssige Phase mit den zurückbleibenden festen Teilchen des Kuchens nicht
länger in Berührung bleibt, als unbedingt notwendig ist. Es ist auch ratsam, dafür
zu sorgen, @daß die Richtung, in der das Gas durch den Paraffinkuchen strömt, die
gleiche oder etwa die gleiche ist, in welcher die flüssige Phase den Paraffinkuchen
verläßt.
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Bei der Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist es erwünscht,
besondere Aufmerksamkeit auf die Art und Weise zu richten., in welcher die Temperatur
während des Schwitzens erhöht wird, und auf ?die Druckunterschiede, die zwischen
der Oberfläche und ,der unteren Fläche des Paraffinkuchens eingestellt werden.
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Es ist auch wünschenswert, daß die Herstellung des zu behandelnden
Paraffins sorgsam durchgeführt wird, da sonst das Ausmaß der Permeabilität des Paraffins
zu gering sein kann und es nicht möglich sein kann, überhaupt Gas oder hinreichend
warmes Gas hindurchzuleiten.
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Das in Rede stehende Verfahren wird im allgemeinen folgendermaßen
durchgeführt: Das rohe zu behandelnde Paraffin wird geschmolzen und in üblicher
Weise in einen Trog mit perforiertem Boden gegossen. Das Paraffin wird dann langsam
albgekühlt, bis die Kristallisation gerade beendet ist. Hernach scheint es wünschenswert,
die Abkühlung schneller ?durchzuführen, wodurch der Paraffinkuchen durchlässiger
gemacht wird. Es wurde gefunden, daß die normalen Paraffine bei einer bestimmten
Temperatur eine andere Kristallform annehmen. Für verschiedene Paraffine schwankt
diese Übergangstemperatur im allgemeinen, so daß man gewöhnlich mit einem Temperaturbereich
zu
tun hat, in dein der Wechsel der Kristallform erfolgt. Es ist
wünschenswert, daß die Abkühlung bis zur Erreichung des Übergangspunktes langsam
erfolgt, hernach ist es jedoch vorzuziehen, sie schnell durchzuführen. Durch langsames
Abkühlen ,bis zum Übergangspunkt, d. h. bis die Kristallisation gerade beendet ist,
findet eine vollständige oder fast vollständige und dicht gelagerte Kristallisation
statt von den Bestandteilen, die die feste Phase (später das Skelett des ausgeschwitzten
Kuchens) bilden müssen. Dank der Geschwindigkeit der Kühlung, die auf dieses langsame
Abkühlen folgt, treten während des Übergangsbereiches viele kleine Risse in der
Kristallmasse auf, welche sie für die Gase durchlässiger machen.
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Wenn das Abkühlen bis zu dem Punkt, an dein eine feste Masse gebildet
wird, durchgeführt ist, wird ein warmes Gas, z. B. warme Luft, durch das Paraffin
hindurchgeleitet. Als Folge dieser Wärmezufuhr beginnen als erste von allen die
flüssigen Ölanteile, die in der Regel einen aromatischen und bzw. oder naplitlienischen
Charakter haben, sich abzutrennen. Die Abtrennung wird fortgesetzt oder gefördert
durch die hindurchströmende Luft, welche die Flüssigkeit in den Kapillaren und Spalten
des Kuck, ns mit sich führt und auch die Flüssigkeitstropfen, die sich unter dem
Kuchen bilden. Im ersten Anfang der Erhitzung kann manchmal ein Teil der Wärme anders
als durch Zuleitung von warmem Gas durch den Kuchen zugeführt werden. Sobald Flüssigkeit
sich abzutrennen beginnt, strömt .das Gas leichter hindurch, und der größere Teil
der zugefiifhrten Wärme wird durch das durchströmende warme Gas geliefert.
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Die Wahl der besten Art und Weise zur Erhöhung der Temperatur des
Gases wird durch die Art des zu behandelnden Paraffins beeinflußt. Wenn das Paraffin
einen engen Siedeb,--reich aufweist, wird die Temperatur sehr allmählich gesteigert
(kontinuierlich oder stufenweise), bis das Öl vollständig oder fast vollständig
abgetrennt ist. Die Temperatur des Gases kann dann mit einer etwas größeren Geschwindigkeit
erhöht werden, bis die Isoparaffine, welche bisher fest geblieben sind, zu schmelzen
beginnen. Sobald dies eintritt, läßt man die Temperatur wen.tger schnell ansteigen
bis zu dem Moment, an dein die ganze oder fast die ganze Isoparaffinmenge glschmo1zen
und abgeführt ist.
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Der Rest des Kuchens bildet dann das vorläufige Endprodukt, das fast
ausschließlich aus normalen Paraffinen besteht und in der üblichen Weise aus den
Trögen entfernt werden. kann. Um das endgültige Endprodukt zu gewinnen, wird iin
allgemeinen eine Raffinationsbehandlung mit Säure, Kalle und Fullererde (Terrana)
angewendet.
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Wenn jedoch das Paraffin einen breiten Siedebereich hat, ist es vorzuziehen,
die Temperatur vom Beginn bis zum Ende des Schwitzens nur' langsam entweder kontinuierlich
oder auch in kleinen Stufen ansteigen zu lassen.
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Die Druckdifferenz zwischen der oberen und der unteren Seite des Kuchens
sollte sorgsam geregelt werden. Diese Druckdifferenz kann beim Beginn des Sdhwitzns
relativ groß sein, z. B. 15 bis 2o cm Hg bei einem Kuchen von 3 cm Stärke. Die Druckdifferenz
ist jedoch in der Regel nicht sehr von der Dicke des Kuchens abhängig. Wenn jedoch
alle oder fast alle öligen Bestandteile aus dein Kuchen verschwunden sind und die
Temperatur so hoch angestiegen ist, daß die normalen Paraffine vollständig oder
sehr weitgehend in die bei höherer Temperatur stabile Kristallform übergegangen
sind, so wird der Druck vorzugsweise erniedrigt, z. B. auf 3 bis 6 cm H- (Kuchenstärke
3 cm), um zu verhindern, daß .der Kuchen zu undurchlässig wird und sich schließt.
Wenn diese Druckdifferenz nicht in richtiger Weise geregelt wird, insbesondere gegen
Ende der Umwandlung der Kr istallforin durch Rekristallisation, besteht eine Wahrscheinlichkeit,
@daß der Kuchendicht wird, d. h. für Gas gänzlich oder fast undurchlässig wird.
Das Dichtwerden des Paraffinkuchens ist oft von temporärer Art. Das Erhitzen des
Kuchens wird dann in bekannter Weise fortgesetzt und das Schwitzen des Paraffins
in üblicher Weise ausgeführt. In der Regel Gestattet der Paraffinkuchen nach einiger
Zeit wieder den Gasdurchgang. Wenn :dies jedoch nicht erfolgt, wird der zweite Teil
des Schwitzverfahrens nach dem alten Verfahren fortgesetzt und beendet. In diesem
Fall dann ist das Aussahwitz"n der öligen Bestandteile durch die Arbeitsweise nach
der Erfindung mit einem weiteren Ausschwitzen des Kuchens nach :dem bereits bekannten
Verfahren verbunden. DieDruckdifferenz wird i-m allgemeinen groß genug gewählt,
um die: auf die flüssigenAnteile ausgeübten Kapillarkräfte zu überwinden. Gute Ergebnisse
wurden mit einer Druckdifferenz von 3 bis aocmHg und einer Kuchenstärke von 3 cm
erzielt. Die Luftmenge, die durch die Oberfläche des Paraffinkuchens je Quadratzentimeter
durchgeleitet wird, schwankt gewöhnlich zwischen z und 5o 1 je Stunde.
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Es ist nicht unbedingt notwendig, . das zu beh.andeln:de Paraffin
in flachen Kuchen .horizontal zu lagern. Unter gewissen Umständen können die Kuchen
auch in einer geneigten oder senkrechten Richtung angebracht werden, oder es kann
ihnen eine andere Form, z. B. die eines hohlen Zylinders, gegeben werden. Wo irn
vorhergehenden die obere oder untere Seite des Kuchens erwähnt wurde, muß dann die
Vorder- oder die Rückseite des Kuchens genannt werden oder die Innenseite oder die
Außenseite.
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Das vorliegende Verfahren ermöglicht eine viel schärfere Trennung
der normalen Paraffine von den übrigen Bestandteilen des Rohparaffins, als mit dem
bekannten Schwitzverfahren erzielt werden kann. Wenn normale Paraffine, Isoparaffine
und ölige Bestandteile in dem Rohparaffin enthalten sind, kann eine fraktionierte
Abtrennung dieser Bestandteile aus dem Rohparaffin bei sorgsamer Anwendung der Erfindung
erreicht werden. Bei Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung ist es möglich,
einen Paraffinkuchen mit hohem Isopar.affingehalt zu schwitzen, welcher Vorteil
der schärferen mit .dem in Rede stehenden Verfahren erzielbaren Fraktionierung zugeschrieb:n
werden
muß. Ein Paraffinkuchen mit hohem Isoparaffingehalt kann
nach der üblichen Methode nicht geschwitzt werden, @da das Ergebnis entweder, wenn
überhaupt ein Endprodukt erhalten wird, eine sehr geringe Ausbeute oder ein Endprodukt
mit hohem Isoparaffingehalt ist.
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Das imVerfahren nach derErfindung verwendete Gas ist gewöhnlich Luft.
Es ist auch möglich, andere inerte Gase, z. B. Stickstoff und Kohlenwasserstoffgase,
wie Propan, zu verwenden.
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Die Anwendung von Kohlenwasserstoffgasen kann unter gewissen. Umständen
einen besonders vorteilhaften Effekt haben., denn diese Gase können sich in den
flüssigen Bestandteilen des Kuchens und in ,den; vorhergehend erwähnten Flüssigkeitströpfchen
lösen und führen somit zu einer Erniedrigung der Viskosität. Diese Wirkung wird
um so größer sein, je näher das angewendete Gas seiner Kondensationstemperatur ist.
Unter diesen Verhältnissen kann es daher wünschenswert sein, solche Gase, wie Butan,
Pentan oder Benzol, zu verwenden. Die verwendeten Gase werden dann im allgemeinen
im Kreislauf geführt. Es ist oft vorteilhaft, verschiedene Gase eines nach dem anderen
oder auch Gasgemische zu verwenden.
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Um die Viskosität herabzusetzen, ist es auch möglich"dasAusgangs.material
vorweg mit leichtem Gasöl zu behandeln. Dies sollte sinngemäß erfolgen, bevor der
zu schwitzende Paraffinkuchen durch Abkühlen hergestellt wird. Beispiel i Ein Vergleichsversuch
wurde durchgef "ehrt, wobei von einem Rohparaffin ausgegangen wurde, das aus einer
Destillatfraktion eines Borneoöles erhalten wurde, welche Fraktion einen engen Siedebereich
hatte, 8o % der Fraktion bestanden aus C24- und C25 Kohlenwasserstoffen, ro% aus
höheren und 1o % aus niederen Kohlenwasserstoffgin.
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Das Rohparaffin hatte einen Ölgehalt von 5,1% und enthielt 89,2% geeignete
normale Paraffine. Der Gehalt an Isop.araffinen und niedrgschmelzenden normalen
Paraffinen (Schmelzpunkt unter 40°) betrug 5,7%. Das Paraffin wurde auf drei verschiedene
Art und Weisen behandelt: a) beim Schwitzen des Rohparaffins in üblicher Weise wird
nach 35 Stunden Schwitzzeit ein Endprodukt mit einem Ölgehalt von 4% in einer Ausbeute
von. 780/0, berechnet auf Ausgangsmaterial, erhalten.
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b) Das Schwitzen wurde nach der Erfindung mit Hilfe von warmer Luft
durchgeführt. Die Temperatur der warmen Luft betrug nacheinander 32, 40, 45 und
5o°. Auf diese Weise wurde ein rohes Paraffinendprodukt (Schmelzpunkt 52°) mit einem
Ölgehalt von o,8 %. in einer Menge von 87%, bezogen auf Ausgangsmaterial, erhalten,
d. h. 98% der geeigneten normalen Paraffine. Der angewandte Druckunterschied schwankte
zwischen 5 und 15 cm Hg, während die Gesamtschwitzzeit nur 8 Stunden betrug.
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c) Das Schwitzen wurde wie unter b) ausgeführt, aber mit einem Druckunters,dhied
von 4o bis 6o cm Hg. Mit diesem großen Druckunterschied wurde der Kuchen während
des Schwitzens dicht. DieAusbeute an Endprodukt betrug 87% mit einem Ölgehalt von
2,3 0/0.
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Aus ,diesen Vergleichsversuchen ist ersichtlich, daß es nicht möglich
ist, aus der engen Paraffinfraktion nachdem bekannten Schwitzverfahren ein gutes
Endprodukt herzustellen. Dies steht im Gegensatz zum in Rede stehenden Verfahren,
durch das ein ausgezeichnetes Paraffin, sogenanntes hochwertiges Papierparaffin,
aus der behandelten engen Fraktion hergestellt werden kann. Aus diesen Versuchen
folgt darüber hinaus, daß ein zu großer Druckunterschied nicht gewählt werden sollte,
um ein Dichtwerden des Kuchens zu verhindern, da
,dann wenig oder kein warmes
Gas durch den Kuchen hindurchgelangen kann und dieses zu 'einem Endprodukt mit schlechterer
Qualität und/oder geringerer Menge führt. Die kurze Dauer des in Rede stehenden
Verfahrens ist besonders auffällig. Das ganze Schwitzen wurde in nur 8 Stunden beendet,
während das bekannte Verfahren 35 Stunden in Anspruch nahm. Beispiel e Ein Rdhparaffin,
das aus einer ähnlich engen Destillatfraktion wie in Beispiel i stammt, aber mit
einem Ölgehalt von 15,4% (Gehalt an geeigneten normalen Paraffinen 78,5°/0; 6,1%
Isoparaffine und normale Paraffine, die unter 40° schmelzen), wurde auf zweierlei
Weisen geschwitzt.
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a) In der üblichen Weise in 48 Stunden. Dieses Verfahren ergab 3o,3
% Paraffin Endprodukt mit einem Ölgehalt von 8,6%. Der größte Teil der Isoparaffine
verblieb im Endprodukt.
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b) Inder Arbeitsweise nach der Erfindung unter Hindürchleiten
von warmer Luft durch das Paraffin 3 Stunden bei 40'", 2 Stunden bei 45° und 3 Stunden
bei 5o°. DerDruckunterschied schwankte zwischen 5 und 16 cm Hg. Das erhaltene Endprodukt
betrug 680/a, berechnet auf Ausgangsmaterial, d. h. 890/0, berechnet auf geeignete
normale Paraffine. Das Reinparaffin (Schmelzpunkt 52°) enthielt 1,5 % Isoparaffine
und hatte einen Ölgehalt von o,40/0.
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Es ist aus diesen Versuchen klar, daß bei Anwendung des Verfahrens
nach der Erfindung ein besseres Endprodukt mit einer größeren Ausbeute in einem
Sechstel der sonst erforderlichen Zeit hergestellt werden kann. Beispiel 3 Ein aus
einer Borneo-Ölfraktion erhaltenes Rohparaffin mit einem Siedebereich von mittlerer
Breite (8o% zwischen C24 und Ces), dessenÖlgehalt 11,3 01o, dessen Gehalt an Isoparaffinen
und an normalen unter 40° schmelzenden Paraffinen 7,1% und an geeigneten normalen
Paraffinen 81,6% betrug, wurde nach der Erfindung unterHindurchleiten von warmer
Luft behandelt, 1,5 Stunden bei. 4o°, 1,5 Stunden bei 45°, 2,5 Stunden bei 5o° und
2,5 Stundenbei 53°.
Als Endprodukt wurden 75 0/0 Paraffin, 9i %
berechnet auf verwendbare normale Paraffine, mit einem Ölgehalt von o,5 % und einem
Schmelzpunkt von 56° gewonnen.
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Beispiel 4 Der folgende Vergleichsversuch zeigt deutlich den Unterschied
zwischen den bekannten Schwitzverfahren und dem Verfahren nach der Erfindung, soweit
er sich auf die Anfangsstufe der Behandlung bezieht. Der Versuch wurde mit dem Rohparaffin,
das auch im Beispiel 3 verwendet wurde, durchgeführt.
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Der Paraffinkuchen wurde unter Hindurchleiten von warmer Luft bei
4o° geschwitzt. Hierdurch wurden 14,9% Flüssigkeit, bezogen auf Ausgangsmaterial
(Öl und niedrigschmelzende Paraffinkohlenwasserstoffe), abgetrennt. Wenn der Kuchen
bei einer Temperatur von 4o° ohne Hindurchleiten von Öl gehalten wurde, schied sich
auch nach langer Zeit keine Flüssigkeit ab.
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Die Ölmenge, die beim Verfahren nach der Erfindung zurückgeleitet
werden muß, um das darin verbliebene normale Paraffin zu gewinnen, ist im allgemeinen
sehr klein oder gleich Null. Der Ölgehalt der verschiedenen Paraffinkuchen wurde
nach A. S. T. M. D. 721 bestimmt.
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Um zu verhindern, daß das warme Gas zwischen .dem zu behandelnden
Paraffinkuchen und der Seitenwand des das Paraffin enthaltenden Bottichs oder ,der
Pfanne hindurchströmt, kann die Innenwand des Bottichs .mit ein oder mehreren vorspringenden
Ringen oder Bändern (befestigt an verschiedenen Höhen) ausgerüstet sein. Der Kuchen
kann auch gegen die Kanten gedrückt werden.
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Bei Durchführung !des Verfahrens nach der Erfindung ist es natürlich
in der Regel notwendig, darauf zu sehen, daß der Behälter, z. B. der Trog oder die
Pfanne (für den Paraffinkuchen), sich in einem Raum 'befindet, dessen Temperatur
nicht wesentlich von der Temperatur des Kuchens selbst oder der Temperatur, die
der Kuchen in kurzer Zeit annehmen: soll, abweicht.
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Dem Behälter für den Paraffinkuchen kann besonders zweckmäßig ein
kreisförmiger Querschnitt gegeben werden, so daß die Wärmeleitung, wenn überhaupt,
an den Rändern des Kuchens so gleichmäßig wie möglich ist.