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Meß- und Zapfeinrichtung für Flüssigkeiten, insbesondere Milch
| Die Erfindung betriftt ehre Meß- und Zapf- |
| e, für Flüssigkeiten. insbesondere Milch, |
| unter Anwendung des tTl>erdrttckpriirzips, wobei |
| die |
| Flüssigkeit unter dem im G,e- |
| fäßinnern vorhandenen Luftüberdruck in einer |
| Rohrleitung hochgefördert und der '@1 eß- und Zapf- |
| stelle zugeführt wird. Bei diesem Prinzip kann die |
| Flüssigkeit, insbesonciere Milch, in einem tief und |
| damit kühl gelegenen Raum, z. B. Keller, :-:lagert |
| werden. D-:r hierbei zur Anwendung gelangende |
| Druck schwankt zwischen ö,5 und 1,5 atü; man |
| kann daher die Flüssigkeitsförderung mit einem |
| Kleinkompressor bewirken. DieFlii.ssigkeit befindet |
| sich bei dieser Art der Förderung in einem allsei- |
| tig ":schlosszn;n Gefäß, und die Druckluft kann |
| durch ein Filter in den Gefäßdrticl:ratim @elaiign. |
| Bisher erfolgte die XIessuiiä (Dosiet-ung) und |
| _1.us.schenkung von Trinkflüssigkeiten unter Vor- |
| aussetzungen, die hygienisch nicht einwandfrei |
| sind, insbesondere im Hinblick auf die Absich-eru» |
| der MIeßkammern von der Außenluft. NZ.eistens sind |
| die geeichten Meßgefäße gleichzeitig dieAussclienk- |
| gefäße, so daß zwingend der Gesamtmeßraum bei |
| jed@smaligem Ausschenkvorgang mit der Außen- |
| luft zur Gän e in Berührung kommt. |
| Dieser empfindliche Mangel wird im Rahmen der |
| 1,rhndun- dadurch beseitigt, daß der Flüssigkeits- |
| dosierung ein allseitig geschlossener Zylinder dient, |
| in dein ein Kolben ttnt; r dein Druck der Flii.ssi
(r- |
| keit sich so lange aufwärts h.ew=,;gt, bis ei-einen |
| seinen Hut) lregreuzenden=_Anschla- beriihrt,worauf - |
| liin die Zuflußl:itung al}getretint, ein ZvIinderaus- |
tritt geöffnet und die im Meßzylinderraum befindliche Flüssigkeit
unter dem Eigengewicht des Kolbens zum Ausfließen gebracht wind. Der Zu- und Ablauf
für den Meßzylinder wird hierbei zweckmäßig durch einen eine Sperrstellung und zwei
Durchflußrichtungen besitzenden Dreiweagehahn gebildet,derart, d.aß der Zulauf etwa
senkrecht zur' Achse des Meßzylinders und der Ablauf etwa in Meßzylinderachse vorgesehen
ist. Dabei ist es vorteilhaft, wenn der Kolben an seiner unteren Fläche eine in
seiner untersten Stellung bis zum oder in das Hahnküken reichende Nase besitzt,
um auch den Kükenhohlraum zu verdrängen.
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Der Kolben, besitzt einen oder mehrere Dichtungsringe. Der Hubbegrenzung
dieses Kolbens dient ein Anschlag, dessen Lage eichbar ist, so daß in Abhängigkeit
von der Anschlagstellung der Kolben jeweils nur so viel Flüssigkeit in den. Meßzylinder
eintreten läßt, wie die Eicharischlagmarke ein Bewegungsspiel des Kolbens zuläßt.
Die Entleerung des Meßzylinders erfordert keine zusätzliche Maßnahme und 'auch keinen
Eingriff von außen, wie es bisher üblich ist, da der -Kolben lediglich durch das
Eigengewicht die im Zylinder aufgenommene Flüssigkeit wieder ausstößt. Auch hier-.durch
ist sichergestellt"daß die Flüssigkeit und insbesondere das Meßzylinderinnere nicht
mit der Außenluft in Berührung kommt.
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Im Interesse eines einfachen Bewegungsspieles trotz voller Eichsicherung
ist .die Einrichtung nach .der Erfindung weiterhin so ausgestaltet, daß der Kolben
einen aus dem Meßzylinder herausragenden Schaft besitzt, auf .dem eine Anschlaghülse
längs verschiebbar gelagert ist, die ihrerseits auf Eidhmarken einstellbar ist,
z. B. t/4, 1/z, 3/4 und 11. Die Anschlaghülse ist mit einem Drehknopfhebel
verbunden, der, in eine Hülse einschwenkbar und in dieser feststellbar ist. Für
die Feinjustage ist entweder die Kulisse oder die Anschlagfläche der auf dem Kolbenschaft
längs verschiebbar gelagerten Hülse in Höhe einstellbar. Laie nach erfolgter Eichung
festgelegte Stellung der Kulisse oder/und der Anschlagfläche kann unverrückbar,
vornehmlich durch Anlegen einer Plombe, gestaltet werden. Dies kann beispielsweise
dadurch geschehen, daß die Kulissenanschlaghülse nicht direkt auf dem Kolbenschaft
lose gelagert ist, sondern unter Zwischenfügung einer Hülse mit Außengewinde, ,durch
deren Drehung gegenüber der durch die Kulisse festgehaltenen Anschlaghülse der untere
Justierhülsenrand, auf- oder abwärts bewegt wird. Sobald die .genaue Eichstelung
erzielt ist, kann die Zwischenhülse durch eine Mutter fest mit der Kulissenhülse
verbunden .werden, woraufhin Mutter und Hülse durch eine Plombe in ihrer Stellung
zueinander gegen unbefugten Eingriff gesichert werden können.
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Gemäß der Erfindung besitzt der Meßzylinder nur eine untere Öffnung,
.die sowohl dem Ein= als auch dem Auslaß der Flüssigkeit dient. An diese Öffnung-
ist der bereits erwähnte, eine Sperrstellung und zwei Durchflußrichtungen besitiende
DTeiwegehahn angeschlossen. Hierdurch wird erreicht, daß nach erfolgter Füllung
des Meßzylinders in Abhängigkeit von der Kulissenstellung der Anschlaghülse .durch
Drehung des Kükens des D'reiwegehahns der Flüssigkeitszulauf vom Meßzylinder abgetrennt
wind, ohne daß etwa gleichzeitig bereits Flüssigkeit aus dem Meßzylinder austritt.
Erst nach abschließender Weiterdrehung des Kükens erfolgt Freigabe des nach unten
gerichteten Flüssigkeitsauslasses, und die Flüssigkeit entleert sich unter dem auf
ihr lastenden Kolbengewicht schnell und vollständig. Sobald die Entleerung des -Meßzylinders
erfolgt ist, wird das ,Küken wieder auf Füllstellung geschwenkt, so daß die Flüssigkeit
unter dem im Flüssigkeitshauptgefäß vorhandenen Luftdruck entgegen dem Gewicht des
Kolbens diesen im Meßzylinder wieder aufwärts bewegt, bis .der Kolben gegen den,
Kulissenanschlag drückt. Sollte in diesem Zustand eine Vermehrung des erwünschten
Meßqu.antüms erforderlich sein, so braucht der Hebel der Anschlaghülse nur in die
entsprechende andere Kulissenstellung gebracht zu werden; die Flüssigkeit steigt
automatisch bis zur neuen Eichmarke nach.
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Der Kolbenschaft wird zweckmäßig mit einem Zählwerk gekuppelt, das
bei jedesmaliger Ruf-oder Abwärtsbewegung des Schaftes anspricht. Das Zählwerk kann
auf kleinste Meßeinheit, beispielsweise 1/41, geeicht sein. In diesem Falle erfolgt
die Ankuppelung zwischen Zählwerk und Kolbenschaft so, daß das Zählwerk jeweils
eine Zähleinheit anzeigt, sobald der Kolben sich um eine Mengeneinheit (1/41) auf-
bzw. abwärts bewegt. Die durch die Erfindung erzielbare neuartige Flüssigkeits-,
insbesondere Milchtankstelle kann aus Werbegründen bzw. zur Erzeugung eines Blickfangs
zusätzlich so ausgestaltet werden, daß mit dem verjüngten Kolbenschaft ein in Abhängigkeit
von der Auf- und Abwärtsbewegung des Schaftes betätigtes mechanisches Gebilde, beispielsweise
eine den Kopf bewegende Kuh oder ein trinkender Mensch, verbunden ist.
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Es ist' bereits eine Vorrichtung zum Abzapfen von dickflüssigen Ölen
und Fetten in abgemessenen Mengen mittels Druckluft bekanntgeworden. Bei dieser
Vorrichtung wird das abzuzapfende Gut durch die Druckluft in ein Meßgefäß und aus
diesem mittels eines durch die Druckluft bewegten Ausdrückkolbens nach einer abschließbaren
Abfülleitung bedrückt, wobei der Kolbenhub durch in Längsnuten verschiedener Länge
einstellbare Anschläge geändert werden kann. Das Führungsrohr der Kolbenstange des
Ausdrückkolbens ist hierbei in einer auf dem Meßgefäß fest angeordneten Hülse drehbar
gelagert und es trägt ein Handrad, das eine Literskala besitzt. Die verschieden
langen Nuten sind an der Innenwandung des Führungsrohres angeordnet, in. die ein
an der Kolbenstange angebrachter Zapfen zur Hubbegrenzung einbestellt werden kann.
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Weiterhin ist auch ein Meßzylinder für Magermilch mit verschiebbarem
Kolben und Meßskala bekanntgeworden, wobei die Kolbenstange mittels Zahnstangen,getriebes,
der abzumessenden Flüssigkeit
entsprechend, verstellbar und mit
einem Zeiger versehen ist, der an einer parallel zu ihr liegenden Skala spielt.
Hierbei wird aber nicht mit Druckluft gearbeitet, wodurch die Flüssigkeit, insbesondere
Milch, automatisch «nieder in den Meßzylinder tritt, wenn der Dreiwegehahn geschwenkt
«-orden ist.
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Der konstruktive Aufbau der erfindungsgemäßen Einrichtung ist sehr
einfach und daher billig in der Herstellung. Die betriebliche Sicherheit, auch in
bezug auf die Eichung und damit die Ausschenkung stets gleich großer Flüssigkeitsmengen,
sowie die Einfachheit in der Benutzung zeichnen die erfindungsgemäße Tankstelle
in Verbindung mit dem hohen Maße an Hygiene vor allen bisher bekanntgewordenen Einrichtungen
dieser Art aus. . Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise und schematisch
dargestellt, und es bedeutet Fig. i Schnitt durch die Gesamttankstelle, Fig.2 Schnitt
durch die Füll-, Meß- und Ausschenkeinrichtung im Zustand der Füllung des Meßzylinders,
Fig. 3 Teilschnitt gemäß Fit,. 2 im Zustand der Entleerung des Meßzylinders
und Fig. 4 Seitenansicht des oberen Teiles der Füll-, Meß- und Ausschenkeinrichtung
gemäß Fig. i. Gemäß Fig. i besteht die Tankstelle nach der Erfindung aus dem allseitig
geschlossenen Flüssigkeits-(Milcli-)Gefäß i, in dessen. oberen Innenraum 2 die Druckleitung
3 einer Druckpumpe 4 hineinragt und dadurch im Raum 2 einen Überdruck von etwa 1,5
atü erzeugt. Bis auf den Boden der Flüssigkeit 5 ragt das Steigrohr 6, das zur Füll-,
Meß- und Ausschenkeinrichtung führt. Im Beispiel der Fig. i ist angenommen, daß
der Behälter i im Keller 7 steht, während die' Tankstelle in einem Raum 8 darüber
beispielsweise auf einem Schenktisch 9 sich befindet.
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Die Füll-. Meß- und Ausschenkeinrichtung besteht entsprechend den
Fig. 2 bis 4 vornehmlich aus dem Füll- und, Meßzylinder io mit darin auf- und abwärts
sich bewegendem Kolben i i, der einen nach oben gerichteten Schaft 12 besitzt, ferner
aus der der Füllungsbegrenzung dienenden, lose auf dem Schaft 12 sitzenden Hülse
13 mit Schwenkhebel 14, der in der Kulisse 15 festlegbar ist, und ferner aus dem
Dreiwegehahn 16, an den das Steigrohr 6 und der Auslaufstutzen 17 angeschlossen
sind.
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Gemäß Fig. 2 besitzt der Kolben. i i einen Dichtungsring 18, so daß
die in den Raum i9 eindringende Flüssigkeit 5 genau begrenzt ist.
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Die Kulissenhülse 13 wird jeweils,durch den fest mit ihr verbundenen
Hebel 14, der zweckmäßig einen Kugelknopf 2o besitzt, in einer durch die Kulisse
i5 genau vorbestimmten Höhenlage je nach der Stellung des Hebels 14 innerhalb der
Kulisse 15 gehalten. Zu diesem Zwecke besitzt die Kulisse 15
Einschnitte 2i,
in die der Hebel 14 seitlich eingeschwenkt werden kann. Der Kolbenschaft 12 besitzt
eine Absetzung 22, so daß die Hülse 13 auf dem Fortsetzungsschaft 12' kleineren
Durchmessers lose sitzt. Der Kolben i i kann zufolge der in der Höhe jeweils fest
eingestellten Hülse 13 sich nur so weit erheben, bis die Schaftabsetzung 22 an die
untere Anschlagfläche 23 der Hülse 13 anstößt. Zum Zweck der der Eichung dienernden
Feinjustage ist in der Hülse 13 eine mit Außengewinde versehene Zwischenhülse
24 vorgesehen, die durch den mutterartigen Kranz 25 verdreht und damit gegenüber
der Hülse 13 nach unten oder nach oben bewegt werden kann. Bei Vorsehung dieser
Zwischenhülse 24 bildet deren unterer Rand 23' die Begrenzungsanschlagfläche für
die Kolbenschaftabsetzung 22. Sobald die Justage beendet ist, wird die Hülse 24
durch die Mutter 26 fest mit der Hülse 13 verbunden. Gegebenenfalls wird
eine Eichplombe alsdann eingesetzt. Man kann auch die Kulisse 15 als Vorsatzblech
vor einem entsprechenden Schlitz des zylinderförmigen Aufsatzes 27 ausbilden und,
beispielsweise durch Wahl von Langlöchern, in der Höhe einstellbar machen.
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Der Zylinder io besitzt eine Bodenöffnung 28, und an sie ist der Dreiwegehahn
16 angeschlossen. Das Küken 29 des Hahnes 16 ist ,durch einen Hebel 30 (vgl. Fig.
i) von außen schwenkbar, so daß Füllstellung (vgl. Fig. 2) oder Entleerungsstellung
(vgl. Fig. 3) bequem eingestellt werden kann. Im ersteren Falle drückt die einströmende
Flüssigkeit den Kolben aufwärts. Im zweiten Falle sinkt der Kolben i i zufolge seines
eigenen Gewichtes abwärts, so daß das unter dem Auslauf 17 stehende Gefäß
31 eine schnelle Füllung mit genau bemessener Flüssigkeitsmenge erfährt.
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Die Reinigung des Meß- und Zapfgerätes ist sehr einfach. Der Aufsatz
27 und der Füll-Meß-Zylinder io brauchen lediglich getrennt zu werden, der Kolben
i i wird herausgenommen und das Küken 29 wird herausgezogen. Damit sind alle Teile
voll der Reinigung zugänglich. Man kann auch den Aufsatz 27 und den Zylinder io
als körperliche Einheit ausbilden. In diesem Falle wird der Dreiwegehahn 16 abgenommen,
und- die Reinigung des Zylinderraumes i9 erfolgt durch die Zylinderöffnung 28.
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Mit der Einrichtung gemäß der Erfindung wird es möglich, insbesondere
Milch fach- und sachgerecht, also auf völlig hygienischer Basis, schnell und genau
dosiert auszuschenken.