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DE874956C - Verfahren zur Herstellung kalt streckbarer Polyestermischungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung kalt streckbarer Polyestermischungen

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Publication number
DE874956C
DE874956C DEP5256A DEP0005256A DE874956C DE 874956 C DE874956 C DE 874956C DE P5256 A DEP5256 A DE P5256A DE P0005256 A DEP0005256 A DE P0005256A DE 874956 C DE874956 C DE 874956C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
polyester
mixed
dicarboxylic acid
carbon atoms
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP5256A
Other languages
English (en)
Inventor
Mark Dagenkolb Snyder
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
EIDP Inc
Original Assignee
EI Du Pont de Nemours and Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by EI Du Pont de Nemours and Co filed Critical EI Du Pont de Nemours and Co
Application granted granted Critical
Publication of DE874956C publication Critical patent/DE874956C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G63/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carboxylic ester link in the main chain of the macromolecule
    • C08G63/66Polyesters containing oxygen in the form of ether groups
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G63/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carboxylic ester link in the main chain of the macromolecule
    • C08G63/02Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
    • C08G63/12Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds derived from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
    • C08G63/16Dicarboxylic acids and dihydroxy compounds
    • C08G63/18Dicarboxylic acids and dihydroxy compounds the acids or hydroxy compounds containing carbocyclic rings
    • C08G63/181Acids containing aromatic rings
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L67/00Compositions of polyesters obtained by reactions forming a carboxylic ester link in the main chain; Compositions of derivatives of such polymers
    • C08L67/02Polyesters derived from dicarboxylic acids and dihydroxy compounds

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  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Artificial Filaments (AREA)
  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung kalt streckbarer Polyestermischungen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung linearer Polyestermischungen und insbesondere Elastomerer, die aus bestimmten Polyestern und Mischpolyestern hergestellt werden. Aus den erfindungsgemäß hergestellten Produkten können elastische Fäden und Filme hergestellt werden, die eine sehr große Dehnbarkeit in Verbindung mit einer sehr raschen und weitgehenden elastischen Formrückbildung besitzen und erst bei hohen Temperaturen klebrig werden, d. h. erweichen.
  • Die meisten, wenn auch nicht alle synthetischen Stoffe, und zwar insbesondere die faserbildenden, die bisher als Ersatz für Kautschuk ins Auge gefaßt wurden, besitzen bei weitem nicht die Eigenschaften dieses ausgezeichneten Stoffes, insbesondere was die Geschwindigkeit eines Verformungsrückgangs, häufig als Zurückschnappen bezeichnet, anbetrifft. Ferner unterscheiden sich diese synthetischen Elastomeren fast durchweg wesentlich dadurch von Kautschuk, daß sie keine sehr große elastische Formrückbildung oder Formbeständigkeit aufweisen, worunter man bei der nachfolgenden Erläuterung der Erfindung einen Verformungsrückgang von go °/o oder mehr innerhalb i Minute nach einer ioo°/oigen Dehnung versteht. Sowohl natürlicher als auch synthetischer Kautschuk besitzt jedoch für die Textilindustrie und verwandte Verwendungsgebiete zahlreiche Nachteile. Zum Beispiel kann Kautschuk nicht für Kleidungsstücke verarbeitet werden, ohne daß seine Fäden mit Baumvolle oder Kunstseide umhüllt werden, und zwar wegen seiner unangenehmen und schädlichen Wirkungen auf die Haut. Er besitzt einen unangenehmen Geruch, wird unter dem Einfluß von Licht und bzw. oder Sauerstoff zerstört und verliert im Laüfe der Zeit immer mehr seine Festigkeit und Elastizität. Es besteht daher Bedarf für einen Stoff, der hoch elastisch ist und außerdem andere und bessere Eigenschaften als Kautschuk besitzt: Sehr gut streckbare Fäden und Fasern mit weitgehender elastischer Formrückbildung nach einer Dehnung und ohne die ungünstigen. Eigenschaften von Kautschuk sind für die Textilindustrie äußerst wichtig.
  • Indessen ist es für viele mögliche Verwendungszwecke der elastischen Fäden erforderlich, daß sie unter dem Bügeln nicht leiden. Die bisher bekannten elastischen Fäden und Fasern, einschließlich umhüllten Kautschuks, sind bei Bügeltemperaturen nicht mehr hitzebeständig. Ein elastisches Produkt, das auch gebügelt werden kann, bedeutet also einen wesentlichen technischen Fortschritt.
  • . Ein Gegenstand der Erfindung ist daher ein synthetischer, zu Fäden, Filmen und ähnlichen Gebilden verformbarer Stoff, der eine weitgehende elastische FormrückbildungundeinehoheErweichungstemperatur besitzt.
  • Ein weiterer Gegenstand ist die. Schaffung eines synthetischen, Fäden und Film bildenden Polymeren mit der hohen elastischen Formrückbildung von Kautschuk, jedoch ohne die vorstehend erwähnten Nachteile, welche Kautschuk für die Textilindustrie besitzt.
  • Weiter betrifft die Erfindung synthetische, elastische Fäden. mit einer solchen Hitzestabilität, daß daraus hergestellte Textilgewebe ohne weiteres auf die übliche Weise gebügelt werden können.
  • Diese und andere Aufgaben werden nachstehend erläutert.
  • Gemäß der Erfindung werden sie dadurch erfüllt, daß man unter Sclunelzpolymerisationsbedingungen und innerhalb gewisser nachstehend angegebener Zusammensetzungsgrenzen mindestens eine acyclische Dicarbonsäure mit einer symmetrischen, aromatischen zweibasischen Säure und mit einem Polymethylenglykol mischpolymerisiert. Dabei besitzt die acyclische Dicarbonsäure die Formel HOOC-CH2-X-CH2 COOH, worin X eine aus q. ' bis g Atomen bestehende Kette ist, in der nicht mehr als 3 Sauerstoffatome und im. übrigen Kohlenwasserstoffgruppen bildende Kohlenstoffatome enthalten sind, je 2 Sauerstoffatome durch mindestens 2 dieser Kohlenstoffatome getrennt, die die Kohlenwasserstoffgruppen bildenden Kohlenstoffatome gesättigt sind und insgesamt nicht mehr als 3 Kohlenstoffatome als SeiteDkettensubstituenten enthalten. Die aromatische zweibasische Säure ist zum Beispiel Terephthalsäure, Dibenzoesäure, Äthylen-bis-p-oxybenzoesäure, Tetramethylenbis-p-oxybenzoesäure und 2, 6-Naphthahnsäure, und das Polyrnethylenglykol besitzt die Formel HO (CH2)nOH, in der n eine ganze Zahl von 2 bis 6 einschließlich ist. Das so gebildete Mischpolymere, wird dann im geschmolzenen Zustand mit einem aromatischen Polyester vermischt, der durch Schmelzpolymerisation einer symmetrischen, aromatischen, zweibasischen Säure, und zwar zweckmäßig derselben wie bei -dem Mischpolyester, wie z. B. Terephthalsäure, Dibenzoesäure, Athylenglykol-di-(p-carboxyphenyl)-äther, Tetramethylenglykol-di-(p-carboxyphenyl)-äther und 2, 6-Naphthalinsäure mit einem Polymethylenglykol der Formel HO (CHZ)nOH, in der -a eine ganze Zahl von 2 bis 6 einschließlich ist, hergestellt wird. Aus der erhaltenen Polyestermischung nach der üblichen Schmelz- oder Lösungs-, Spinn- oder Gießtechnik hergestellte Fäden und Filme zeigen nach einer Orientierung durch Kaltstrecken in der Regel eine Erweichungstemperatur von mindestens z3o°, einen Verformungsrückgang innerhalb x Minute nach einer xoo°/oigen Streckung um mindestens go°/o und auch eine ausreichende Hitzestabilität bei Bügeltemperaturen.
  • Der hier verwendete Ausdruck Erweichungstemperatur des polymeren Stoffes gibt die Mindesttemperatur an, bei der eine Probe des Polymeren eine feuchte Schmelzspur zurückläßt, wenn es unter mäßigem Druck über eine glatte Oberfläche eines geheizten Messingblocks gezogen wird.
  • Als gemäß derErfindunggeeignete typische acyclische Dicarbonsäuren der Formel HOOC-CHe X-CH,#-COOH seien erwähnt Korksäure HOOC(CH2)3(CH2)3COOH, Azelainsäure HOOC(CH@3CH2(CH2)3COOH, Oxadibuttersäure H O 0 C (C H2) 3 0 (C H2) 3 C O O H, Sebacinsäure HOOC(CH2)3CH2CH2(CH2)3COOH, 5-Oxa-sebacinsäure HOOC(CH2)30CH2(CH2)3COOH, Nonandicarbonsäure HOOC(CH2)3CH,CH,CH2(CH2)3COOH, ß-Methyl ß'-äthylkorksäure 6, 6-Dimethyl-nonandicarbonsäure Oxadivaleriansäure HOOC(CH2)3CH20CHz(CH2)3COOH, 7-Oxanonandicarbonsäure HOOC(CH2)3CH.CH20 (CH2)3COOH, Decandicarbonsäure HOOC(CH2)3CH2CI3'2CH2CH2(CH2)3COOH, 5=Oxadecandicarbonsäure HOOC(CH2)30CH2CH2CH2(CH2)3COOH, Undecandicarbonsäure HOOC(CH2)3CH,CH2CH,CH2CH2(CH2)3COOH, 5-Oxaundecandicarbonsäure HOOC(CH2)30CH2CH2CH2CH2(CH2)3COOH, 6-Oxaundecandicarbonsäure HOOC(CH2)3CH20CH2CH,CH2(CH2)3COOH, Oxadicapronsäure HOOC(GH2)3CH2CH2OCH2CH2(CH2)3COOH, 5,8-Dioxa-undecandicarbonsäure HOOC(CH2)3OCH2CH2OCH2(CH2)3COOH, 5,9-Dioxa-undecandicarbonsäure HOOC(CH2)30CH,CH.CH20(CH2)3COOH und 3, 6, 9-Trioxa-undecandicarbonsäure HOOCCH20CH,CH20CH,CH20(CH2)3COOH. Die aliphatischen und aromatischen Säuren sollen sowohl in dem Mischpolyester als auch in der endgültigen Schmelzmischung in dem folgenden Zusammensetzungsbereich vorliegen: In dem Mischpolyester soll die aromatische Säurekomponente, bezogen auf den gesamten Säuregehalt, 3o bis 5o Gewichtsprozent und zweckmäßig 35 bis 45 Gewichtsprozent ausmachen. In der Schmelzmischung soll die Menge des aromatischen Polyesters so gewählt werden, daß mindestens zo Gewichtsprozent der aromatischen Säure, bezogen auf den gesamten Säuregehalt, zugegeben werden. Man erhält so eine Endzusammensetzung, welche 6o bis 40 Gewichtsprozent und zweckmäßig. 45 bis 55 Gewichtsprozent aromatische Säure in bezug auf die Gesamtsäure enthält. Innerhalb dieser bestimmten Grenzen kann das Verhältnis der aliphatischen zu der aromatischen Säure beträchtlich schwanken. Man kann leicht die gewünschte Zusammensetzung in dem endgültigen Mischpolyester erhalten, da die einzige Bedingung dafür die ist, daß die Säuren am Anfang in einem geeigneten Mengenverhältnis vorliegen. Wenn der Gesamtsäuregehalt bekannt ist, braucht man nur noch die Menge des in der Schmelze zugemischten aromatischen Polyesters so zu wählen, daß die obigen Zusammensetzungsgrenzen eingehalten werden.
  • Natürlich sind viele Kombinationen von aliphatischen und aromatischen Säuren möglich. Es können so zwei oder mehr aliphatische und bzw. oder zwei oder mehr aromatische Säuren zur Bildung des Mischpolyesters verwendet werden. Es kann auch zur Bildung des in der Schmelze zugemischten aromatischen Polyesters eine von der in dem Mischpolyester enthaltenen aromatischen Säure verschiedene oder zwei oder mehr aromatische Säuren verwendet werden. Zur Erzielung der gewünschten hohen Erweichungstemperaturen verwendet man zweckmäßig sowohl für den Mischpolyester als auch für den aromatischen Polyester die gleiche aromatische Säure.
  • Der Mischpolyester und der aromatische Polyester werden jeder für sich nach einem Schmelzpolymerisationsverfahren, das zurzeit üblich und das erste Mal in der amerikanischen Patentschrift 2071250 und 2o7i25r beschrieben wurde, hergestellt. Natürlich können brauchbare Polymere auch durch eine Polymerisation in der Lösung, die jedoch schwieriger durchzuführen ist, erhalten werden. Üblicherweise besteht das Schmelzpolymerisationsverfahren darin, daß man die Mischpolyester und die Polyester durch die Einwirkung eines Glykols auf eine zweibasische Säure oder eines ihrer esterbildenden Derivate herstellt. Sowohl für den Mischpolyester als auch für den aromatischen Polyester kann ein typisches Verfahren darin bestehen, daß man bei Atmosphärendruck die geschmolzenen Dimethylester der an der Reaktion beteiligten Säuren mit einem Überschuß (zweckmäßig 2,4 Mol pro z Mol Dimethylester) eines oder mehrerer geschmolzener Polymethylenglykole auf z7o bis 225= erhitzt, und zwar in Gegenwart eines Esteraustausch-Katalysators, wie sie in der amerikanischen Patentschrift 2q.653=9 beschrieben sind. Nach Beendigung des Esteraustauschs, was sich durch ein Aufhören der Methanolentwicklung anzeigt, wird der Druck nach und nach auf etwa o,5 mm Quecksilber erniedrigt, während die Temperatur auf etwa 240 bis 28o° ansteigt. Diese Bedingungen werden unter Rühren etwa 4 bis 5 Stunden aufrechterhalten, während welcher Zeit man ein Polymeres mit der geeigneten wahren Viskosität erhält. Zur Erzielung optimaler Ergebnisse soll die Mischung aus dem Mischpolyester und dem aromatischen Polyester eine wahre Viskosität von etwa o,7 bis 1,5 oder höher besitzen. Indessen kann das Polymere auch eine wahre Viskosität bis herab zu 0,5 besitzen, wobei der ausschlaggebende Faktor ist, daß das Mischpolymere eine wahre Viskosität besitzt, die hoch genug ist, um der Endschmelzmischung eine wahre Viskosität von mindestens o,7 zu erteilen. In Abhängigkeit von den einzelnen Reaktionsteilnehmern kann die Polymerisationsperiode (das Stadium des verminderten Druckes) natürlich länger oder kürzer sein und bei etwas anderen Temperaturen durchgeführt werden. Der Wirkungsgrad des verwendeten Katalysators kann die Dauer des Polymerisationsablaufs wesentlich verändern.
  • Mit dem hier verwendeten Ausdruck wahre Viskosität wird der Polymerisationsgrad eines bestimmten Polymeren. angegeben, und sie wird definiert als Darin bedeutet ?ir die Viskosität einer verdünnten Lösung des Polymeren in einer 6o:40-Mischung von Phenol und Tetrachloräthan, dividiert durch die Viskosität des Lösungsmittels in der gleichen Einheit und bei der gleichen Temperatur, und C gibt die Konzentration des Polymeren in Gramm pro roo ccm Lösung an.
  • Der Mischpolyester und der aromatische Polyester sollen natürlich getrennt hergestellt werden. Sobald die Polymerisation eines jeden beendet ist, können sie sofort miteinander vermischt und, wenn die Mischung homogen ist, versponnen werden, oder, wenn das nicht zweckmäßig ist, kann jedes Polymere für sich auf eine wassergekühlte Rolle ausgepreßt und dann in kleine Schnitzel gerissen werden. Jedes Polymere kann dann in eine gesonderte Schmelzzelle geführt werden, und zwar in Form dieser Schnitzel, worauf es in eine geeignete Mischvorrichtung gepumpt wird, in welcher die beiden Polymeren zu einer homogenen Mischung innig vermischt werden. Nach der Vermischung, was für gewöhnlich To bis 30 Minuten dauert, kann die geschmolzene Masse durch geeignete Düsen zu geformten Gebilden ausgepreßt werden. Wenn das Mischen zu lange durchgeführt wird, findet ein zu weitgehender Esteraustausch statt, und die Zusammensetzung neigt dazu, ein reines Mischpolymeres mit einer niedrigeren Erweichungstemperatur als die gewünschte erfindungsgemäße :Mischung zu bilden. Andererseits ist ein gewisser Esteraustausch zweckmäßig, so daß die Mischung eine homogene Masse und keine heterogene Mischung bildet. Zweckmäßig wird das Mischen kontinuierlich durchgeführt, so daß die Gesamtmenge der ausgepreßten Polymeren dieselbe thermische Behandlung hinter sich hat. Wenn es einmal nicht zweckmäßig ist, die Mischung unmittelbar nach Erzielung der Homogenität auszupressen, soll sie auf eine wassergekühlte Rolle ausgegossen werden, bis sie erstarrt, und wird dann, wenn nötig, wieder geschmolzen.
  • Als weitere Gewähr für einen optimalen Esteraustausch während des Schmelz-Misch-Vorgangs kann ein Inhibitor oder Stabilisator am Ende der Polymerisationsperiode jeder Komponente zugesetzt werden, um etwaige in der polymeren Kette vorliegende freie Hydroxylgruppen zu binden. Bevorzugte Inhibitoren oder Stabilisatoren für das Verfahren gemäß der Erfindung sind die Arylester hochmolekularer, einbasischer Säuren, wie z. B. Stearinsäurephenylester, oder von Phosphorsäuren, wie z. B. Triphenylphosphat ü. dgl.
  • Die Temperatur beim Spinnen oder Gießen ändert sich in Abhängigkeit von der Spinnviskosität des einzelnen Polymeren. Man verwendet die Temperatur, bei welcher das Polymere eine zum Verspinnen unter den gegebenen Bedingungen geeignete Viskosität hat. Für gewöhnlich liegt diese Temperatur bei etwa 225 bis a75°. Das Schmelzspinnverfahren ist bevorzugt, obwohl auch das Lösungsspinnverfahren Anwendung finden kann.
  • Die Fäden gemäß der Erfindung pflegen in nicht gestrecktem Zustand infolge des amorphen Charakters des Polymeren und des zunächst hergestellten Fadens längere Zeit klebrig zu bleiben. Der Faden kristallisiert nach einiger Zeit und wird nichtklebrig. Die Kristallisation- wird indessen durch eine beträchtliche Streckung des Fadens nach dem Auspressen aus der Spinndüse rasch eingeleitet. Wenn daher ein Faden gemäß der Erfindung zwischen Streckwalzen um das Dreifache gestreckt wird, ist er bereits in einen im wesentlichen nicht klebrigen Zustand umgewandelt. Man erhält sogar dann elastische Fäden, wenn sie während des Spinnens sehr stark gestreckt werden. Der Grad der Spinnstreckung ändert indessen die Dehnung des gesponnenen Fadens beträchtlich. Andererseits beschleunigt eine Hitzebehandlung allein bei- einer Temperatur etwa =o° oder mehr unterhalb der Erweichungstemperatur der Zusammensetzung die Kristallisation und macht das ausgepreßte Gebilde nichtklebrig. Aus den erfindungsgemäßen Polymermischungen hergestellte nicht gestreckte Filme, die jedoch wie vorstehend beschrieben einer Hitzebehandlung unterworfen wurden, haben viele Verwendungszwecke.
  • Nach Verlassen der Streckwalzen wird der Faden zweckmäßig beträchtlich entspannt, damit sich die gewüpschten Eigenschaften ausgleichen. Nach einer Streckung des Fadens um das Dreifache oder mehr auf den Streckwalzen kann er zweckmäßig unter niedrigerer Spannung, z. B. mit einer Gesamtaufwickelgeschwindigkeit, die das 2,5 fache der Spinngeschwindigkeit beträgt, aufgewickelt werden. Der Grund dafür liegt darin, daß bei einer stärkeren Streckung die Bruchdehnung abnimmt, die Zähigkeit und die elastische Formrückbildung ansteigen ebenso wie die zur Streckung des Fadens um einen bestimmten Prozentgehalt benötigte Kraft (Elastizitätsmodul). Die Streck-, Entspannungs- und Aufwickelbedingungen werden daher zweckmäßig so gewählt, daß man die für einen bestimmten Verwendungszweck optimalen Fadeneigenschaften erhält.
  • In der Regel läßt man nach der Orientierung und der Entspannung den aufgewickelten Faden zweckmäßig vor seiner Verwendung oder Prüfung 12 bis 48 Stunden altern. Diese Alterung kann durch Erhitzen beschleunigt- werden. Die angegebene Zeit scheint auszureichen, um die Kristallisation ins Gleichgewicht kommen zu lassen, und gestattet die Herstellung gleichmäßigerer Produkte.
  • Da die elastischen Fäden gemäß der Erfindung nach einer Streckbehandlung für Textilzwecke geeigneter sind, sind natürlich auch aus diesen Polyestern hergestellte, elastische Filme brauchbarer, wenn sie so weit gestreckt werden, daß eine Orientierung und Kristallisation eintritt. Da Filme zweidimensional und nicht eindimensional wie Fäden und Fasern sind, muß ein anderes Streckverfahren angewendet werden. Ein Verfahren besteht darin, daß man den Film aus einer schlitzförmigen Düse auspreßt und ihn dann mittels eines Systems von Klemmwalzen in der Längsrichtung streckt, während gleichzeitig eine seitliche Streckung erfolgt, und zwar mittels Klammern, die an beiden Seitenkanten des Films befestigt werden und sich in dem Maße, in dem der Film durch die Klemmwalzen in der Längsrichtung gestreckt wird, auseinanderbewegen. Es erfolgt dies ähnlich dem Appretieren von Geweben auf einem Spannrahmen. Der Film kann während der zweidimensionalen Strekkung dadurch erhitzt werden, daß man ihn über heiße Walzen laufen läßt oder ihn mittels heißer inerter Gase, Flüssigkeiten oder durch Induktionsheizung erhitzt. Obwohl der Film zweckmäßig gleichzeitig in beiden Richtungen orientiert wird, ist dies jedoch nicht wesentlich. Der Film kann z. B. zwischen zwei Walzenpaaren zuerst in der einen und dann in der anderen Richtung gestreckt werden.
  • Die Neigung der Fäden zum Schrumpfen in der Hitze (z. B. bei Bügeltemperaturen) kann auf einen erträglichen Wert, d. h. auf 5 bis 1o °/o durch eine Hitzebehandlung herabgesetzt werden. Diese kann vor oder nach der Verarbeitung zu dem Endprodukt durchgeführt werden. Die Hitzeumwandlung besteht darin, daß man den Faden, den Film oder das Gewebe entweder mit oder ohne ein Plastifizierungsmittel 15 bis 45 Minuten auf eine erhöhte Temperatur (ioo bis =5o°) erhitzt. Eine besonders geeignete Methode besteht darin, den Stoff in Gegenwart von Wasserdampf 30 Minuten auf ==o° zu erhitzen. Zweckmäßig kann die Hitzebehandlung in zwei Stufen durchgeführt werden.. Dieses Verfahren besteht in einem wenige Minuten dauernden Erhitzen auf 6o bis 8o°, gefolgt von einer längeren Hitzeumwandlungsperiode bei einer Temperatur etwa =o° unterhalb der Erweichungstemperatur.
  • Die folgenden Beispiele erläutern bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung. Wenn nicht anders bezeichnet, sind Teile als Gewichtsteile angegeben. Beispiel i Zu Zoo Teilen Terephthalsäuredimethylester und 375 Teilen Sebacinsäuredimethylester werden 425 Teile Äthylenglykol zugegeben. Die Mischung wird bei Atmosphärendruck in Gegenwart von jeweils o,o5Teilen gelbem Bleioxyd und Zinkborat auf 17o bis 220° erhitzt, bis der Esteraustausch beendet ist, was sich durch ein Aufhören der Methanolentwicklung anzeigt. Das Erhitzen wird dann fortgesetzt. Wenn das überschüssige Glykol verdampft und das ganze System langsam unter Vakuum gesetzt ist, steigt die Temperatur auf etwa 275° an. Der Druck auf das System wird dann auf 0,5 mm Quecksilber erniedrigt und die Schmelzkondensation unter Glykolentwicklung 5 Stunden fortgeführt. Während der ganzen Zeit wird die Mischung in heftiger Bewegung gehalten. Der erhaltene Mischpolyester besitzt eine wahre Viskosität von 1,30.
  • Der aromatische Polyester wird hergestellt, indem man iooo Teile Terephthalsäuredimethylester und 8oo Teile Äthylenglykol zusammen mit jeweils o,io Teilen gelbem Bleioxyd und Zinkborat auf 17o bis 22o° erhitzt, bis der Esteraustausch beendet ist. Die Reaktionsteilnehmer werden dann unter einem Vakuum von o,2 mm Quecksilber und unter Rühren 5 Stunden auf 275° erhitzt. Das so erhaltene Polymere besitzt eine wahre Viskosität von 0,85.
  • Jedes Polymere wird dann wie vorstehend beschrieben ausgepreßt und in Schnitzel zerrissen. Die Polyäthylenterephthalsäureester- und die Polyäthylenterephthalsäureester-/ Sebacinsäureester- (35/65)-schnitzel werden dann in getrennte Schmelzbehälter geführt und von dort im geeigneten Mengenverhältnis mittels einer Meßpumpe bei 275° in die Mischzelle geführt. Die Pumpengeschwindigkeiten werden so.aufeinander eingestellt, daß die Terephthalsäure 5o Gewichtsprozent des Säuregehalts des frischgesponnenen Polymeren ausmacht. Die geschmolzenen Stoffe durchlaufen in etwa 2o Minuten die Schmelzzelle, während welcher Zeit sie innig miteinander vermischt werden. Die Mischung wird mittels einer üblichen Spinnpumpe aus der Zelle abgezogen und durch eine i5lochige Spinndüse in eine Kühlzelle gepreßt, in welcher die Fäden fest werden. Um ein Aneinanderhaften der einzelnen Fäden zu vermeiden, wird sehr fein gepulverter Talk vor dem Aufwickeln der Fäden zu einem geeigneten Wickel aufgebracht.
  • Der Faden wird dann über einer auf 40° erhitzten Platte um das Vierfache seiner ursprünglichen Länge gestreckt und anschließend zu Zoo °/° bei 3o° entspannt, wobei sich eine tatsächliche Streckung um das Zweifache ergibt. Der Faden wird dann auf dem Wickel 1/Z Stunde in Dampf von iio° einer Hitzebehandlung unterworfen. Dieser Faden zeigt die nachstehend angegebenen Eigenschaften. Zum Vergleich werden die Eigenschaften eines umhüllten Gummifadens und eines Gummiabschnitts herangezogen.
    Faden aus Kautschuk
    der
    Polymer- Abschnitt Faden
    mischung umhüllt
    Nullfestigkeit) ....... 185° 18o°
    Bügeltemperatur**) ... 170° i5o° wird be-
    und < schädigt
    Festigkeit (g/d)***) bei
    ioo°/°iger Dehnung/
    Minute ............ 0,75 o,i2 o,62
    BruLhdehnung in °/° . . 300 700 299
    Verformungsrückgang
    (°/°) in i Minute nach
    ioo°/°iger Streckung. 98,8 99,8 9910
    Schrumpfung (°/°) wäh-
    rend 5 Minuten bei 95' 5,4 - I -
    Lichtbeständigkeit .... gut sehr ' gut
    schlecht
    Färbbarkeit ..... *) Die Temperatur, bei welcher ein eben gespannter Faden
    in Berührung mit einer erhitzten Fläche reißt. Eine 24 stündige
    Alterung ist erforderlich.
    **) Die Temperatur, bei welcher ein nicht unter Spannung
    stehendes Fadenbündel in Berührung mit einer heißen Fläche
    bricht oder die Fäden zusammenschmelzen.
    ***) Gramm pro Denier.
    Beispiel 2 Gemäß dem Verfahren von Beispiel i werden Zoo Teile Korksäuredimethylester und Zoo Teile Terephthalsäuredimethylester zu 38o Teilen Trimethylenglykol zugegeben. Der einzige Unterschied bei diesem Verfahren besteht darin, daß die Vakuum- oder Polymerisationsperiode 6 Stunden bei 27o° dauert. Der Mischpolyester, der eine wahre Viskosität von 1,40 besitzt, wird dann zu Schnitzeln geformt. Darauf wird unter Verwendung von Terephthalsäuredimethylester und Äthylenglykol genau wie in Beispiel i ein aromatischer Polyester hergestellt. Die Polymeren werden geschmolzen und als Schmelze in einem solchen Verhältnis auf die vorstehend beschriebene Weise zusammengemischt, daß die Terephthalsäure 6o Gewichtsprozent des Säuregehalts des endgültigen versponnenen Polymeren ausmacbt. Das Polymere wird unter Bildung von Fäden ausgepreßt und anschließend gestreckt und entspannt, so daß man eine tatsächliche Streckung um das 2,5-fache erzielt. Ein solcher Faden zeigt die folgenden Eigenschaften.
    Ver-
    Erweichung;stemperatur Dehnung Festigkeit formungs-
    rückgang
    der Mischung 16o°, des
    in dieser Mischung
    enthaltenen Misch-
    polymeren ioo° . . . . 30004 o,7 g/d 920/0
    Beispiel 3 Zu 125 Teilen Terephthalsäuredimethylester (entsprechend 38,5 Gewichtsprozent der anwesenden Säuren), 5o Teilen Korksäuredimethylester, 75 Teilen Azelainsäuredimethylester und 75 Teilen Sebacinsäuredimethylester werden 3oo Teile Äthylenglykol und je 0,04 Teile gelbes Bleioxyd und Zinkborat zugegeben. Nach dem Erhitzen der Mischung auf i7o bis 225° bis zur Beendigung des Esteraustauschs wird der Druck auf 0,5 mm erniedrigt und .die Temperatur auf 275° erhöht. Nachdem die Mischung 4 Stunden unter diesen Bedingungen gehalten wurde, zeigt die polymere Masse eine wahre Viskosität von etwa 1,40, worauf ioo Teile eines gemäß Beispiel i hergestellten und sorgfältig bei i75° getrockneten Polyäthylenterephthalsäureesters zugegeben werden. Nach 30 Minuten Stehen, wobei die Mischung eine Temperatur von 27o° erreicht, wird wieder 15 Minuten gerührt. Dann läßt man die Polymermischung, die jetzt einen Gesamt-Terephthalsäuregehalt von 550/" bezogen auf die anwesenden Säuren, hat, abkühlen und macht daraus kleine Schnitzel. Da das Polymere bereits in dem gewünschten Maße gemischt ist, wird es unmittelbar in einer einfachen Strangpresse versponnen, anschließend gestreckt und entspannt, wobei man eine tatsächliche Streckung um das 2,5-fache erzielt. Der Faden zeigt die folgenden Eigenschaften
    Ver-
    Nullfestigkeitstemperatur Dehnung Festigkeit formungs-
    rückgang
    der Mischung 18o°, des
    in der Mischung ent-
    haltenen Mischpoly-
    meren iio° . . . . . . . . 275°/0 o,65 9/d 96,o0/()
    Beispiel 4 Gemäß dem Verfahren von Beispiel i werden Zoo Teile des Dimethylesters von 5, 8--ioxä-Decandicarbonsäure in der Schmelze mit Zoo Teilen Terephthalsäuredimethylester und 38o Teilen Äthylenglykol mischpolymerisiert. Die Polymerisation dauert 5 Stunden bei 275°, und die wahre Viskosität beträgt i,oo. Der aromatische Polyester wird dann gemäß Beispiel i aus Terephthalsäuredimethylester hergestellt. Darauf werden die beiden Polymeren geschmolzen und miteinander- vermischt, so daß die Endzusammensetzung 6o Gewichtsprozent der aromatischen Säurekomponente, bezogen auf die Gesamtsäure, enthält. Die Mischung wird dann wie vorstehend beschrieben versponnen und -weiterbehandelt und zeigt nach dem Strecken und Entspannen bei einer tatsächlichen Streckung um das 2,5-fache die folgenden Eigenschaften-.
    Ver-
    \ullfestigkeitstemperatur Dehnung Festigkeit formungs-
    rückgang
    der Mischung 16o°, des
    in der Mischung ent-
    haltenen Mischpoly-
    meren-115° . . . . . . . . Zoo % o,6 g/d 9i °/o
    Beispiel 5 Gemäß dem Verfahren von Beispiel i werden Zoo Teile Terephthalsäuredimethylester, 3oo Teile Oxadivaleriansäuredimethylester und 38o Teile Äthylenglykol in der Schmelze polymerisiert. Die Polymerisation wird 6 Stunden bei 27o° durchgeführt. Das erhaltene Polymere besitzt eine wahre Viskosität von 1,25. Dann wird gemäß Beispiel i aus Terephthalsäuredimethylester und Äthylenglykol ein aromatischer Polyester hergestellt. Die beiden Polymeren werden io Minuten in der Schmelze vermischt und ergeben einen Gehalt an aromatischer Säure von550/a. Die Mischung wird dann versponnen, anschließend gestreckt und entspannt, wobei man eine tatsächliche Streckung um das 2,5-fache erzielt. Die Fäden haben die folgenden Eigenschaften:
    '-l#lullfestigkeitstemperatur Dehnung Festigkeit formungs-
    rückgang
    der Mischung i6o°, des
    in der Mischung ent-
    haltenen Mischpoly-
    meren ioo° . . . . . . . . 250 % o,6 g/d gi °%
    Beispiel 6 Zu Zoo Teilen des Dimethylesters von Tetramethylen-bis-p-oxybenzoesäure und 40o Teilen Sebacinsäuredimethylester werden 43o Teile Äthylenglykol zugegeben. Die Mischung wird nach dem üblichen Verfahren während 6 Stunden bei 275° schmelzpolymerisiert und ergibt einen Mischpolyester mit einer wahren Viskosität von 1,35. Dann wird gemäß dem Verfahren und unter Anwendung derselben Mengen wie in Beispiel i ein aromatischer Polyester hergestellt, nur mit dem Unterschied, daß der Terephthalsäuredimethylester durch den Dimethylester der Tetramethylen-bis-p-oxybenzoesäure ersetzt wird. Dieser Polyester hat eine wahre Viskosität von i,oo. Nach 15minutigem Mischen enthält das Endprodukt 45 Gewichtsprozent aromatische Säure, bezogen auf die Gesamtsäure. Die Fäden zeigen nach dem Spinnen und einer Streckung um das 2,5-fache die folgenden Eigenschaften:
    Ver-
    Nullfestigkeitstemperatur Dehnung Festigkeit formungs-
    rückgang
    der Mischung 175°, des
    in der Mischung ent-
    haltenen Mischpoly-
    meren 95° . . . . . . . . . 300 °/a o,5 g/d 93 °/o
    Die elastischen Polymerfäden gemäß der Erfindung zeichnen sich durch eine größere Festigkeit und einen höheren Streckungsmodul als alle bekannten Kautschukfäden aus. Zur Erläuterung sei erwähnt, daß der Streckungsmodul ein Maß für die zur Streckung des Fadens um einen bestimmten Prozentgehalt benötigte Kraft ist. Kleidungsstücke, die aus Garnen mit großer Festigkeit und hohem Streckungsmodul hergestellt sind, sind nicht nur dauerhaft, sondern liegen auch auf dem Körper des Trägers fest an, nachdem sie den richtigen Sitz erhalten haben. Im Vergleich zu Kautschukfäden können die erfindungsgemäßen Fäden leicht vielfädig gesponnen werden. Sie können als nur sehr schwach gefärbte Fäden mit niedriger Denierzahl gesponnen und mit den üblichen Farbstoffen gefärbt werden, benötigen keine Weichmacher oder anderen Fremdzusätze, die unter Umständen später aus dem Faden wieder ausgelaugt werden müssen, und besitzen eine gute Widerstandsfähigkeit gegen eine Verschlechterung durch Oxydation, durch die Einwirkung von Licht, Seife, Schweiß oder Fetten und vieler anderer gewöhnlicher Chemikalien. Außerdem haben diese elastischen Fäden und Garne jene Eigenschaft von Kautschuk, die anderen, mehr oder weniger quasi-elastischen, aus synthetischen, linearen Polymeren hergestellten Fäden und Garnen so sehr fehlt, nämlich die Fähigkeit, bei Verformung sehr schnell wieder in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren (Zurückschnappen). Wenn die verformende Kraft aufgehoben wird, nehmen die erfindungsgemäßen elastischen Gebilde sehr rasch ihre ursprüngliche Form wieder an. Daher kann natürlich ein solcher Faden oder Film mit hoher Dehnbarkeit und Formbeständigkeit zur Herstellung vieler Artikel Verwendung finden, wie z. B. für Büstenhalter, Hüftgürtel, medizinische Strümpfe, Hosenträger, Badeanzüge, Strumpfspitzen, Sockenhalter, Strumpfbänder, in Schlafanzügen und Schlüpfern, für gestrickte und gewebte kurze Hosen, kurze Söckchen, Pullover, Jacken, Skikleidung, Anzüge, Blusen, Hemden, Kappen und Mützen, Handschuhe, Bänder, Litzen und Spitzen, Gürtel, elastische Einsätze an Schuhen, Polsterschoner, Polsterbezüge, Sonnenrollos, Plüschgewebe, wie z. B. Vorlagen und leichte Samte, elastische Binden, Knie- und Knöchelstützen, Haarnetze, Deckel, Schüsseln usw., Koffer, Seile und Bälle.
  • Eine kurze Erläuterung einiger dieser Verwendungszwecke soll die besonderen Vorteile dieser elastischen Fäden und Garne aus einem Mischpolyester deutlich machen. Widerstandsfähigkeit gegenüber Schweißabsonderung ist für Strumpfbänder und alle elastische Unterwäsche besonders wichtig. Eine Unempfindlichkeit gegenüber warmem Wasser, alkalischen Seifen und der auslaugenden Wirkung von Reinigungsmitteln ist für alle Bekleidungsstücke, Bezüge und anderen waschbaren Gegenständen wichtig. Elastische Binden, Knie- und Knöchelbandagen sollten gegenüber Ölen, Fetten, Salben u. dgl. widerstandsfähig sein. Auf allen Gebieten, wo Weichheit und Biegsamkeit zweckmäßig sind, sind die erfindungsgemäßen Fäden und Garne geeignet, da sie in Einzelfäden mit niedriger Denierzahl gesponnen und zu einem Garn verarbeitet werden können, im Gegensatz zu dem Verfahren, bei dem ein fester elastischer Kernfaden gesponnen und dann mit anderen Fäden umhüllt wird. Für Kleidungsstücke zur Körperkorrektur sind feinere Gewebe immer gefragt. Ein wichtiger Bedarf der Industrie richtet sich auf leichtere und bequemere Hüftgürtel und dünnere medizinische Strumpfwaren. Die hier beschriebenen erfindungsgemäßen Mischpolyester sind für die obigen Zwecke besonders geeignet, da die Möglichkeit, sie in Fäden mit niedriger Denierzahl zu verspinnen und sie ohne Schutzumhüllung zu verwenden und ihre große Festigkeit sowie ihr hoher Elastizitätsmodul pro Querschnittseinheit es gestatten, Gewebe und Kleidungsstücke mit ähnlichen oder sogar besseren Eigenschaften wie bisher herzustellen, die sogar leichter sind und besser anliegen.
  • Die erfindungsgemäßen Fäden und Garne können zur Herstellung von gewebten und gestrickten Zweizugartikeln verwendet werden. Sie können auch entweder als Ketten- oder Schußfäden in einem nur in einer Richtung streckbaren Gewebe verwendet werden. Eine Ausführungsform der letzteren Gewebeart, wofür die erfindungsgemäßen Fäden besonders geeignet sind, besteht darin, daß die Kettfäden aus einem anderen Textilmaterial und die Schußfäden zum Teil aus einem Material mit geringerer Dehnung und zum Teil aus dem erfindungsgemäßen elastischen Material bestehen. Bei Herstellung dieser Art von Bekleidungsstücken kann der elastische Schußfaden, während er mit dem anderen Textilstoff verwebt wird, um einen gewissen Prozentsatz gestreckt werden. Nach Nachlassen der Spannung wird das Gewebe, wenn die elastischen Schußfäden in ihre ursprüngliche Form zurückkehren, schmaler, wobei die nicht elastischen Schußfäden zusammen mit den elastischen Fäden auch einen Teil ihrer Länge einbüßen, indem sie mit zusammengezogen werden.
  • Vorstehend wurde die Erfindung in bezug auf elastische Fäden und Garne beschrieben. Natürlich wohnen die elastischen Eigenschaften der Fäden und Garne dem Polymeren inne, und dieses kann auch für andere Zwecke als für Fäden und Garne verwendet werden. Unter diesen Verwendungszwecken seien erwähnt: Festhaftende elastische Überzüge für Glaspapier u. dgl., Überzüge für Gewebe, gleichmäßige elastische Filme, in der Hitze schrumpfbare Flaschenverschlüsse u. dgl.,. Zwischenschichten für Sicherheitsglas, ölundurchlässige Dichtungen, biegsame Röhren und Drahtüberzüge.
  • Ein zusätzlicher Vorteil der erfindungsgemäßen, elastischen Polymeren besteht in ihrer Hitzestabilität bei Bügeltemperaturen. Das ist für solche elastischen Fäden oder Filme sehr wichtig, welche zu Kleidungsstücken verarbeitet werden sollen, die für gewöhnlich gebügelt oder heiß gepreßt werden.
  • Die Erfindung kann weitgehende Abänderungen erfahren, ohne daß dadurch ihr Rahmen verlassen wird.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur Herstellung kalt streckbarer, zu Fäden zu verarbeitender Polyestermischungen, dadurch gekennzeichnet, daß man einen hochpolymeren, linearen Mischpolyester aus mindestens einem Polymethylenglykolester, einer acyclischen Dicarbonsäure und mindestens c inem Polymethylenglykolester einer oder mehrerer aromatischer Dicarbonsäuren durch Mischpolymerisation herstellt, wobei die acyclische Dicarbonsäure die Formel HOOC-CH,-X-CH,COOH hat, in der X eine aus ¢ bis 9 Atomen bestehende lineare Kette mit nicht mehr als 3 Sauerstoffatomen und im übrigen Kohlenwasserstoffgruppen bildende Kohlenstoffatomen ist, jeweils 2 Sauerstoffatome durch mindestens 2 solcher Kohlenstoffatome getrennt und die die Kohlenwasserstoffgruppen bildenden Koblenstoffatome gesättigt sind und insgesamt nicht mehr als 3 Kohlenwasserstoffgruppen bildende Kohlenstoffatome als Seitenkettensubstituenten besitzen, die aromatische Dicarbönsäure, z. B. Terephthalsäure, Dibenzoesäure, Äthylenglykol-di-(p-carboxyphenyl)-äther, Tetramethylenglykol-di-(p-carboxyphenyl)-äther und 2, 6-Naphthalinsäure ist und etwa 3o bis 5o Gewichtsprozent der Säurekomponenten des Mischpolyesters ausmacht, und das Polymethylenglykol 2 bis 6 Kohlenstoffatome besitzt, daß man dann den Mischpolyester mit einem linearen Polyester aus mindestens einem linearen Polymethylenglykolester einer oder mehrerer Dicarbonsäuren, wie z, B. Terephthalsäure, Dibenzoesäure, Äthylenglykol-di-(p-carboxyphenyl)-äther, Tetramethylenglykol-di-(p-carboxyphenyl)-äther und 2, 6-Naphthalinsäure vermischt, wobei das Polymethylenglykol 2 bis 6 Kohlenstoffatome besitzt und die aromatische Dicarbonsäure insgesamt etwa q.o bis 6o Gewichtsprozent der Säurekomponenten der Mischung ausmacht.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch =, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Schmelze des Mischpolyesters mit einer Schmelze des aromatischen Polyesters vermischt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzmischung etwa io bis 30 Minuten durchgeführt wird. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Polymethylenglykolester einer acyclischen Dicarbonsäure mit einem Polymethylenglykolester einer aromatischen Dicarbonsäure mischpolymerisiert und der Mischpolyester dann mit dem Polyester eines gleichen Polymethylenglykolesters einer aromatischen Dicarbonsäure vermischt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die aromatische Dicarbonsäure etwa 45 bis 55 Gewichtsprozent der Säurekomponenten der Mischung ausmacht.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Glykol Äthylenglykol und als aromatische Dicarbonsäure Terephthalsäure verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als acyclische Dicarbonsäure Sebacinsäure verwendet wird.
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