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Saugform zum Gießen von Gegenständen aus Stoffbrei und Verfahren zu
ihrer Herstellung Ls sind bereits Saugformen zur Herstellung von Gegenständen aus
einem Stoffbrei, z. B. aus einer Papiermasse, bekannt, die aus einer großen Anzahl
von nebeneinanderliegenden dünnen Lamellen bestehen, deren Oberkante entsprechend
der gewünschten Form abgefräst ist. Jede zweite Lamelle ist dabei von der Oberfläche
der Form etwas zurückgezogen, so daß längs der Oberseite der ganzen Form zwischen
den Lamellen Kanäle gebildet werden, durch die die Papiermasse gegen die Form gesaugt
wird. Während der Faserstoff sich auf der Oberseite der Form ablagert, wird die
Flüssigkeit durch die längs der Lamellen verlaufenden Kanäle und aus der Form abgesaugt.
Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform stellt man jede Zwischenplatte aus einer
Anzahl von losen Stücken her, die in beliebigen gegenseitigen Abständen zwischen
den Formlamellen angebracht werden, so daß zwischen zwei Formlamellen Absaugekanäle
gebildet werden, die senkrecht zu der Ebene der Form verlaufen. Die Herstellung
der Formlamellen und Zwischenplatten geschah bisher in der Weise, daß man sämtliche
Formlamellen und Zwischenplatten in einem Rahmen festspannte und danach die Oberfläche
der Form herausfräste, wonach die Zwischenplatten um das erforderliche Stück von
der Oberfläche zurückgezogen wurden, bevor die Form zusammengespannt wurde.
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Die Saugformen, z. B. zur Herstellung von Eierverpackungen, besitzen
teilweise recht steile Einfräsungen. An den Stellen, wo die Einfräsungen steil sind,
d. h. einen verhältnismäßig nahe an 9o°
herankommenden Winkel mit
der waagerechten Oberfläche der Form bilden, müssen die Kanten der einzelnen Lamellen
und Zwischenplatten infolgedessen sehr schräg abgeschnitten werden, an manchen Stellen
so schräg, daß scharfe Schneiden gebildet werden. Dies hat im Gebrauch häufig eine
Verbiegung der scharfen Schneiden im Gefolge, die dann, wenn sie nur in geringem
Maße eintritt, das Aussehen der gegossenen Form unschön macht, sonst aber allmählich
ein Auswechseln der betreffenden Lamellen und Zwischenplatten notwendig macht. Dies
ist sowohl eine umständliche Arbeit als auch sehr kostspielig.
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Betrachtet man z. B. eine allgemein bekannte Platte für den Transport
von Eiern, so besteht diese z. B. aus sechsunddreißig Vertiefungen, die zwischen
sechsunddreißighervorspringendenKegelstumpfen gebildet werden. Jeder Kegelstumpf
wird z. B. aus über vierzig Lamellen und zwischenliegenden Zwischenplatten gebildet,
von denen die eine Hälfte von der anderen verschieden ist. Dies ergibt zwanzigverschiedeneProfile
für jedenKegelstumpf, aber weil sämtliche Kegelstumpfe gleich sind, so sind zweimal
sechsunddreißig oder zweiundsiebzig gleiche Lamellen für jede Platte erforderlich.
Es 'hat sich nun gezeigt, daß man mit Vorteil eine solche aus Lamellen und Zwischenplatten
bestehende Form in einer wesentlich anderen Weise als durch die bisher verwandte
Kopierabfräsung herstellen kann. Man geht nach der Erfindung von einer Numerierung
jeder der zwanzig verschiedenen Lamellen und Zwischenplatten aus, und zwar von eins
bis zwanzig, und stellt auf einmal eine große Anzahl von Lamellen und Zwischenplatten
jeder Nummer 'her, z. B. durch Abfräsung sämtlicher Lamellen. Diese Abfräsung kann
in beliebiger bekannter Weise vorgenommen werden, wenn nur die abgefrästen Kanten
senkrecht oder etwa senkrecht auf den Seiten der Lamellen stehen.Wenn man in dieserWeise
sämtliche zwanzig verschiedene Profile in der gewünschten Anzahl, bei dem beschriebenen
Beispiel zweiundsiebzig, hergestellt hat, ordnet man sie in der Reihenfolge der
Nummern an und spannt sie zusammen zur Bildung der erwünschten Anzahl von Kegelstumpfen.
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Ein zweiter Vorteil, der durch dieses Verfahren gegenüber der bekannten
Fräsung erreicht wird, besteht darin, daß man sämtliche Lamellen und Zwischenplatten
ausschließlich nach geraden Linien abfräsen kann, wohingegen man bei der bisher
bekannten Kopierabfräsung teilweise und besonders in dem tieferen Teil der Form
nach Kurven abfräsen mußte.
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Die Erfindung geht aus der Zeichnung hervor, wo Fig. i einen Teil
einer Lamelle und eine Zwischenplatte in Seitenansicht, Fig. 2 einen Querschnitt
durch die zueinem Kegelstumpf gehörenden Lamellen und Zwischenplatten nach der Erfindung
und Fig.3 die gleichen Lamellen durch Kopierabfräsung hergestellt, darstellen.
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Die Lamellen i verlaufen in der ganzen Breite der fertigen Saugform,
wohingegen die Zwischenplatten 2 geteilt sein können, so daß eine Zwischenplatte
für jeden Kegelstumpf und eventuell noch eine Platte 3 an den Kanten vorhanden ist:
aber von diesen letzteren könnte abgesehen werden. Lamellen und Zwischenplatten
werden durch gemeinsame Bolzen 4 zusammengespannt.
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Wie aus Fig. 2 hervorgeht, die einen Querschnitt durch einen Teil
von Lamellen und Zwischenplatten in vergrößertem Maßstab darstellt, ist jede Lamelle
und Zwischenplatte nach einer Ebene senkrecht zur Lamellenebene oder zur Ebene der
Zwischenplatte abgefräst, wodurch man die scharfen Kanten vermeidet, die bei Kopierabfräsung
vorkommen, wie in Fig. 3 gezeigt ist.
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Bei der Kopierabfräsung kann inan besonders am Boden einer Ausfräsung
nur nach Kurven abfräsen, so daß die Kurve 5 verhältnismäßig flach wird. Im Gegensatz
hierzu kann man, wie dies aus Fig. i und 2 hervorgeht, die Lamellen und Zwischenplatten
derart zusammenstellen, daß nur rechtwinklige Ecken vorhanden sind, wenn nämlich
sämtliche Lamellen und Zwischenplatten senkrecht zur Ebene jeder Lamelle bzw. Platte
abgefräst werden.
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Die Erfindung ist in Verbindung mit Saugform mit geteilten Zwischenplatten
beschrieben, aber es besteht natürlich kein Hindernis für eine Anpassung der Erfindung
zur Herstellung von Saugformen, in denen die Zwischenplatten mit den Formlamellen
identisch, jedoch mit Bezug auf die Formlamellen etwas zurückgezogen sind.