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Form für die Herstellung von Gegenständen aus Faserstöffwasser durch
Absaugen Die Erfindung bezieht sich auf eine Form für die Herstellung von Gegenständen
aus Breimasse, z. B. Papierbrei. Auf der Form werden in bekannter Weise die Fasern
durch Absaugen des Wassers niedergeschlagen. Die Erfindung betrifft nun Verbesserungen
an Formen derjenigen Art, bei der die Form aus einer Mehrzahl von in einem Gehäuse
miteinander vereinigten Lamellen besteht, die mit ihren Kanten einen bestimmten
Hohlraum umschließen, wobei in engen Abständen voneinander Kanäle dadurch gebildet
sind, daß die Kanten von abwechselnden Lamellen etwas niedriger als die Kanten der
anderen Lamellen angeordnet sind.
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Die bekannten Formen dieser Art besitzen den Nachteil, daß die Entwässerung
des Breies nicht schnell genug erfolgt, so daß sich häufig die Fasern nicht gleichmäßig
absetzen und infolgedessen schwache Stellen oder Löcher im Formling auftreten.
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Dieser Nachteil ist bei einer entsprechend der Erfindung ausgebildeten
Form beseitigt, und das Wesen einer Form nach der Erfindung liegt darin, daß sie
mit Durchlaßkanälen versehen ist, die sich quer zu den Lamellen erstrecken und mit
den an der Formoberfläche angeordneten Kanälen und mit einer Saugkammer oder einer
Saugleitung in Verbindung stehen.
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Gegenüber Formen, bei denen ein über die eigentliche Form übergelegtes
Sieb o. dgl. verwendet wird, besitzt die angemeldete Form den Vorteil, daß sie mit
durchgehenden Rillen bzw. Kanälen, die bis an die Oberfläche treten, ausgerüstet
ist, was ein schnelleres Abfließen des Wassers und damit eine bessere Formgebung
ermöglicht. Dadurch wird die Gefahr der. Bildung schwacher Stellen und von Löchern
mit Sicherheit beseitigt. Außerdem ist es mit einer Form nach der Erfindung möglich,
trotz der durchgehenden Kanäle durch einfache Lamellen selbst sehr verwickelte Formlinge
herzustellen, und schließlich ist es auch noch ein Vorteil einer Form nach der Erfindung,
daß bei ihr durch die gute Absaugung des Breiwassers die Herstellung des Formlings
schneller als bei den bisher bekannten Formen erfolgt.
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Auf der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsbeispiele einer entsprechend
der Erfindung ausgebildeten Form dargestellt, wobei bei der Mehrzahl der dargestellten
Formen angenommen ist, daß sie zur Herstellung von sog. Flaschenumhüllungen bestimmt
sind.
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Fig. i zeigt eine Oberaufsicht einer entsprechend der Erfindung ausgebildeten
Form. Fig. z ist ein Schnitt nach Linie A-A der Fig. i, und Fig. 3 ist ein Schnitt
nach Linie B-B der Fig. i.
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Fig. q. ist ein Teilschnitt nach Linie C-C der Fig. 3.
Fig.
5 zeigt eine einzelne Lamelle der einen Lamellengruppe, und Fig. 6 zeigt eine Lamelle
der anderen Lamellengruppe, aus welchen beiden Lamellen-. gruppen sich eine Form
nach Fig. i zusanimensetzt.
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Fig.7 zeigt in größerem Maßstabe einen Teilschnitt eines Kantenteiles
einer Form nach Fig. 2.
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Fig. 8 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform einer Form in einem
Teilschnitt entsprechend Fig. 3.
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Fig. 9 zeigt eine weitere abgeänderte Ausführungsform einer Form in
einem Teilschnitt entsprechend Fig. 2.
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Fig. io zeigt in schaubildlicher Ansicht eine mit den Formen nach
Fig. i bis 7 bzw. nach Fig.8 und Fig.9 herzustellende Flaschenhülle.
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Fig. i i zeigt schließlich einen Schnitt durch eine weitere Form,
die sich aus zwei Einzelformen zusammensetzt und insbesondere zum Formen hohler
Gegenstände geeignet ist.
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Die dargestellten Formen setzen sich sämtlich aus einer Mehrzahl von
Lamellen i und i" zusammen, die in dichter Aneinanderlage die Form bilden. Die Lamellen
1a besitzen eine etwas geringere Höhe als die Lamellen i, so daß bei dem abwechselnden
Aneinanderfügen von Lamellen i und Lamellen i", wie dies insbesondere Fig.7 zeigt,
eine größere Anzahl schmaler Querkanäle ib gebildet wird. Die Böden dieser Lamellen
sind durch die entsprechend den erforderlichen Umrißlinien geformten oberen Ränder
der Lamellen 1a gebildet, und die Seiten der Kanäle werden durch die vorstehenden
oberen Kanten der zwischenliegenden Lamellen i gebildet.
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Die Lamellen i und 1a sind bei der Ausführungsform nach den Fig. i
bis io in einem Halterahmen :2 angeordnet, dessen Boden 3 auf einem Teil 4 aufruht,
der beispielsweise von dem Formhalter der Formmaschine gebildet werden kann. Der
Teil 4. besitzt bei der Ausführungsform nach den Fig. i bis 7 und Fig. 8 eine Saugkammer
5. In den Lamellen i, 1a sind Öffnungen 8 für Bolzen 6 vorgesehen, die durch sämtliche
Lamellen und außerdem durch die Seitenwände des Halterahmens 2 hindurchgehen. Die
Bolzen 6 sind durch Muttern an den Seitenwänden des Rahmens 2 befestigt. Auf der
oberen Kante des Rahmens 2 ist der Matrizenring 7 befestigt, der den Rand des miteinander
vereinigten Lamellensatzes ein wenig überragt und den Rand des Breiniederschlages
P an der Stelle p begrenzt. Außerdem dichtet der Ring 7 die Seitenkanäle 14 ab,
die mit zur Absaugung des Wassers dienen (s. Fig. 3 und 8).
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Die unteren Kanfen der Lamellen i und i. werden gewöhnlich als gerade
Kanten oder Tragkanten io ausgebildet, während die oberen Kanten der Lamellen mit
der Gestalt des zu formenden Formlings entsprechenden Umrißlinien i1, z2 versehen
sind.
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:Die in Fig. i dargestellte Form ist so aus--gebildet, daß sie zum
Formen der in Fig. io dargestellten Flaschenhülle geeignet ist.
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Die oberen Umrißkanten der die Form bildenden Lamellen setzen sich
aus stark gekrümmten Kanten i i, die zusammen die Vertiefungen oder Aushöhlungen
der Flaschenhülle ergeben, und den mehr oder weniger geraden Zwischenstücken 12
zusammen (s. Fig. 5 und 6). Die Durchtrittsöffnungen 8 für die Bolzen 6 liegen im
allgemeinen unterhalb der Zwischenteile 12 (s. Fig. 5 und 6).
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Unter den vertieften Teilen i i der Lamellen sind bei der Ausführungsform
nach den Fig. 2 bis 6 und Fig. 9 Löcher 13 angeordnet, die nach der Aneinander fügung
der Lamellen die Durchlaßkanäle 13 ergeben, die sich quer zu den Lamellen erstrecken.
Die Löcher 13 können in bequemer Weise z. B. durch Bohren der zusammengesetzten
Lamellensätze hergestellt werden, was eine Übereinstimmung der Löcher 13 beim Zusammensetzen
der Form gewährleistet. ' Die Formkantenteile i1 der Lamellen 1a sind durch Einschnitte
13" mit den unter ihnen liegenden Öffnungen 13 verbunden, so daß die Kanäle 13 mit
den an der Formoberfläche angeordneten Kanälen 1b in Verbindung stehen. Die Kanäle
stehen bei der Ausführungsform nach den Fig. i bis 3 durch Kanäle 15 in den Lamellen,
die in Abständen voneinander angeordnet sind, über Bohrungen 16 in der Bodenplatte
3 des Halterahmens 2 (s. Fig. 2 und 3) mit einer Saugkammer 5 in Verbindung. Infolgedessen
wird bei Niederschlag des Formbreis auf die Formoberfläche das Wasser des Breies
durch die Kanäle 13 schnell abgesaugt, was einen gleichmäßigen Niederschlag P des
Formlings ergibt.
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Bei der in Fig.8 dargestellten Ausführungsform werden die Querdurchlaßkanäle
durch die Lamellensätze von übereinstimmenden Ausschnitten bzw. Einschnitten 18
längs der unteren Kanten der Lamellen i und ia gebildet. Diese Ausschnitte bzw.
Einschnitte 18 stehen wieder durch die Aussparungen 16 in der Bodenplatte 3 mit
der Saugkammer 5 in Verbindung.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 9 stehen die Querkanäle 13 unmittelbar
mit einer oder mehreren Saugleitungen i9 in Verbindung, wodurch dieselbe Wirkung
erzielt wird, als wenn die Kanäle 13 an eine Saugkammer 5 angeschlossen sind.
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Die in Fig. i i dargestellte Ausführungsform einer Form, die insbesondere
zur Herstellung hohler Gegenstände geeignet ist, setzt
sich gewissermaßen
aus zwei Einzelformen zusammen, die im wesentlichen entsprechend Fig. 9 ausgebildet
sind. Dies ist insbesondere zu erkennen, wenn man die Fig. i i, die die Form in
der Arbeitsstellung zeigt, um 9o°: dreht. Jede Formhälfte einer Form nach Fig. i
i setzt sich aus einer Bodenwand 30' bzw. 31' und einer Oberwand 30 bzw.
31 zusammen, und zwischen diesen beiden Wänden liegen die Lamellen 32 und 33, von
denen die Lamellen 32 den oben erläuterten Lamellen i, und die Lamellen 33 den oben
erläuterten Lamellen i entsprechen. Infolgedessen werden auch wieder an der Lamellenoberfläche
Kanäle in engen Abständen voneinander gebildet, die in Fig. i i mit 32, bezeichnet
sind und den Kanälen ib in den übrigen Ausführungsformen entsprechen. In entsprechender
Weise wie bei den oben erläuterten Formen sind auch bei einer Form nach Fig. i i
wieder Ouerdurchlaßkanäle durch die Lamellen vorgesehen, die mit 34 bezeichnet sind,
und die sowohl mit den engen Kanälen 3:?" wie mit den Saugleitungen 39 in Verbindung
stehen.
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Der Papierbrei oder andere Materialbrei wird in die Form durch die
Einlaßleitung 38 zugeführt, und die Papierfasern setzen sich unter der Saugwirkung
durch die Leitungen 39 auf die Form ab, und zwar unter Abführung des Wassers ebenfalls
durch die Leitungen 39. Nachdem der Formling in der Form i i fertiggestellt ist,
werden die Formhälften voneinander getrennt, und der geformte Gegenstand wird als
Ganzes aus der Form entfernt.