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Vorrichtung zur Blutübertragung
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung
zur Blutübertragung, bei der das Blut durch kontinuierliches Ausquetschen eines
Schlauches mit Hilfe rotierender Rollen einer Pumpe vom Spender zum Empfänger bewegt
wird.
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Aufgabe der Erfindung ist ein Bluttransfusionsapparat, bei dem wenig
Handgriffe an einem Wechselhahn genügen, um das System mit Kochsalzlösung zu füllen,
das Blut zu übertragen und das System mit Kochsalzlösung durchzuspülen, wobei von
wesentlicher Bedeutung die Konstruktion des Wechselhahnes ist, der leicht auseinanderzunehmen
und zu säubern ist und mit Bezug auf die Pumpe nur so in den Apparat eingesetzt
werden kann, daß die Teile die zum fehlerlosen Arbeiten richtige Lage zueinander
automatisch einnehmen, so daß Menschen, sei es Spender oder Empfänger, durch unsachgemäße
Handhabung des Apparates keinen Schaden erleiden können.
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Die Erfindung besteht darin, daß der Rollenpumpe ein nur in einer
Ibestimmten Lage mit Bezug auf die Pumpe in die Grundplatte einsetzlbarer Wechselhahn
vorgeschaltet ist, um den Teilen der Vorrichtung die richtige Lage zueinander ohne
Uberlegung zu geben, und er drei verriegelte Arbeitsstellungen einnehmen kann, von
welchen in je einer von zwei Lagen die Kochsalzlösung zum Empfänger oder zum Spender
geführt wird, während in der dritten Lage die Transfusion des Blut vom Spender zum
Empfänger stattfindet.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen weiter erläutert. Es sind
Abb. I eine Draufsicht auf die Vorrichtung, Abb. 2 ein Schnitt nach der Linie 2-2
der Abb. I,
Abb 3 ein Schnitt durch den Wechselhahn, Abb. 4 ein
Schnitt nach der Linie 4-4 der Abb. 2, \bb. 5 und 6 dem Schnitt nach Abb. 4 gleiche
Schnitte in anderen Stellungen des Hahnkükens, Abb. 7 ein Schnitt nach der Linie
7-7 der Abb. 2 durch den unteren Teil des Hahnkükens, Abb. 8 eine Draufsicht auf
den Mengenmesser nach der Linie 8-8 der Abb. 2, Abb. g ein Schnitt nach der Linie
9-9 der Abb. 8.
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Wie aus Abb. I ersichtich, sitzt auf der Grundplatte 1 der Wechselhahn
2 mit fünf Oliven 3, 4, 5, 6 und 7, von denen die Oliven 4 und 6 durch den Schlauch
8 verbunden sind, der in die Kurbeldose g der Pumpe 10 eingelegt ist und beim Drehen
der Handkurbel II in Pfeilrichtung durch die beiden Rollen I2 und I3 in bekannter
Weise ausgequetscht wird. Der von der Kochsalzlösung kommende Schlauch wird auf
die Olive 3, der von dem Spender kommende Schlauch auf die Olive 5 und der zum Empfänger
führende Schlauch auf die Olive 7 aufgesteckt.
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Im Gehäuse des Wechselhahnes 2 (Abb. 2 bis 7) wird durch eine Kappe
15 das Hahnküken 16 gehalten, auf dessen Zapfen 17 das Handrad 18 abhebbar sitzt.
Der Zapfen 17 besitzt eine gegen eine Abflachung der Büchse 19 des Handrades 18
sich anlegende Abflachung, so daß bei Drehung des Handrades 18 eine entsprechende
Drehung des Hahnkükens 16 erfolgt. Außerdem sitzt im Handrad 18 eine durch die Feder
20 beaufschlagte Kugel 21, die durch eine Schraube 22 gehalten wird und in eine
Rast 23 des Zapfens 17 eingreift, so daß das Handrad 18 bei Ausübung eines kräftigen
Zuges von dem Zapfen 17 abgezogen werden kann. In der unteren Stirnwand des Hahngehäuses
14 ist ein Stift 24 befestigt, dessen Schaft eine Eindrehung 25 aufweist.
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In der Grundplatte 1 ist der der Aufnahme des unteren Zapfens 27
des Hahnkükens 16 dienende Sockel 26 mittels einer Scheibe 28 und mehrerer Schrauben
29 festgelegt. Am Umfang des Sockels 26 sitzt, von Schrauben 30 (Abb. 7) gehalten,
eine Bogenfeder 31, deren freies Ende auf dem Sperrstift 32 aufliegt und dessen
abgerundete Spitze in Rasten 33 des unteren Zapfens 27 eindrückt, wodurch die jeweilige
Stellung des Hahnkükens 16 gegen unbeabsichtigte Verdrehung gesichert ist.
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Außerdem weist der Sockel 26 eine Eindrehung zur Aufnahme des Spannringes
34 auf, der in die Eindrehung 25 des Stiftes 24 eingreift, sobald der Stift 24 in
eine Bohrung 35 des Sockels 26 eingeschoben wird. Der Spannring 34 gestattet also
das Herausziehen des Wechselhahnes nur unter einer gewissen Kraftaufwendung, während
der Sperrstift 32 die Aufrechterhaltung der Einstellung sichert. Durch die Anordnung
des Stiftes 24 und der Bohrung 35 kann der Wechselhahn 2 nur in einer bestimmten
Stellung mit Bezug auf die Pumpe in die Grundplatte eingesetzt werden.
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Das Hahnküken I6 weist zwei Ausfräsungen 37 und 38 auf, die die Wege
von einer zur anderen Leitung ohne Bildung von toten Winkeln vermitteln. Dabei sind
die Oliven 3 bis 7 auf dem Umfang des Gehäuses 14 so verteilt, daß folgende Verbindungen
durch die Ausfräsungen 37 und 38 hergestellt werden. In der Stellung nach Abb. 4
fließt Kochsalzlösung durch die Leitung 3, Ausfräsung 37 zur Leitung 4 über die
Pumpe 10 zur Leitung 6, Ausfräsung 38 zur Leitung 7 des Empfängers. In der Stellung
nach Abb. 5 fließt Kochsalzlösung durch Leitung 3, Ausfräsung 38 zur Leitung 4 über
die Pumpe 10 zur Leitung 6, Ausfräsung 37 zur Leitung 5 des Spenders. In der Stellung
nach Abb. 6, der Übertragungsstellung, fließt Blut vom Spender und Leitung 5, Ausfräsung
38 zur Leitung 4 über die Pumpe 10 zur Leitung 6, Ausfräsung 37 zur Leitung 7 des
Empfängers. Das Handrad 18 des Wechselhahnes hat auf seiner Oberseite einen Pfeil
44, um die sich tung des Durchflusses anzuzeigen.
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Die Pumpe Ip (Abb. 2) besteht aus der Kurbeldose 9, in der ein Lager
36 für eine Welle 39 liegt, an der ein Bügel 40 befestigt ist, der außer einem umklappbaren
Handgriff ii die beiden Quetschrollen 12 und 13 trägt, die drehbar am Bügel 40 aufgehängt
sind und den Schlauch 8 an die Innenwand der Kurbeldose g andrücken, sobald die
Kurbel 1 1 gedreht wird. Um ein Ausweichen des Schlauches zu verhindern, ist jede
Rolle an ihrer oberen Stirnseite mit einer Wulst 42 versehen. Infolgedessen ist
der Schlauch auf vier Seiten seines Umfanges während des Ausquetschens umschlossen,
so daß das Blut sicher durch den Schlauch hindurchgeführt wird und kein Rückfluß
des Blutes eintreten kann. Zur Festlegung des Schlauches 8 zwischen Olive 4 und
Kurbeldose g wird der betreffende Schlauchabschnitt in eine Schlauchrast 43 eingelegt.
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Die Wirkungsweise ist wie folgt: Der Schlauch für die Kochsalzlösung
(Olive 3), der in ein Metallrohr endet, wird in die Kochsalzlösung eingehängt und
unter abwechselnder Schaltung des Handrades 18 in die Stellungen nach Abb. 4 und
5 durch Drehen der Kurbel 1 1 im Uhrzeigersinne das ganze System voll Kochsalzlösung
gepumpt, bis es vollkommen luftfrei ist. Die Empfängervene wird nun punktiert, dem
I Hahnküken die Stellung nach Abb. 6 gegeben und dann die Spendervene punktiert.
Durch Drehen der Kurbel 1 1 erfolgt dann die Übertragung des Blutes in der aus Abb.
6 ersichtlichen Weise. Das ganze System wird dann nach der Übertragung unter wechselweiser
Stellung des Hahnes nach den Abb. 4 und 5 wieder vollkommen blutfrei gespült, so
daR sich Ilur Kochsalzlösung im System hefindet.
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Wie aus obigen Darlegungen ersichtlich, handelt es sich bei der Erfindung
um eine Ubertragungseinrichtung mit äußerst einfacher Arbeitsweise, bei der Fehlübertragungen
bei richtigem Anschluß der Schläuche unmöglich und nur drei Einstellungen erforderlich
sind, um das ganze System mit Kochsalzlösung zu füllen, das Blut zu übertragen und
das ganze System wieder mit Kochsalzlösung durchzuspülen, um die Transfusion beliebig
lange zu unterbrechen. Um den Wechselhahn auseinanderzunehmen und zu reinigen, wird
das Handr
rad 1 18 ill eine Zwischenlage zwischen zwei Arbeitslagen
geführt, so daß der Sperrstift 32 aus der kast 33 heraustritt. Durch Ziehen des
Handrades 18 nach oben wird dann der Wechselhan herausgenommen. Das handrad 18 wird
abgezogen, die Kappe 15 abgeschraubt, worauf das Küken herausgenommen werden kann.
Der Wechselhahn läßt sich wegen der Stiftverhindung 24/35 nur in einer bestimmten
Stellung wider einsetzen, wodurch selbsttätig die richtigt Stellung des hahnkükens
gesichert ist.
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Die Vorrichtung ermöglicht eine ständig Überwachung des Blutzuflusses,
da der Spenderschlauch sofrt kollabiert, wenn die Spendervene zu wenig ergiebig
oder die Kurbeldrehung zu rasch erfolgt.
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Durch die gleichmäßige Blutübertragung und durch die rasche Bewegung
des Blutes in relativ engen Schläuchen sowie durch die Möglichkeit, bei Störungen
das ganze System sofort blutleer zu spülen, weden Blutgerinnungen ausgeschlatet.
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Zweckmäßig erfolgt die Verbindung zum Spender durch einen besonders
dünnwandigen, engen, durchsichtigen Gummischlauch von etwa 15 cm Länge. der durch
ein Glasverbindungsstück mit einem langen Schlauch verbunden werden kann, so daß
es möglich ist, den Spender und den Empfänger durch eine zwischengeschoben Wand
optisch zu trennen, um seelische Belastungen zu vermeiden.
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Die Vorrichtung läßt sich auch mit Vorteil zum Absaugen von Ergüssen
in Körperhöhlen oder zur Spülung von Körperhöhlen verwenden.
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Die mengenmeßvorrichtung zum anzeigen der geförderten Blutmenge weist
eine Zahnkranzzähllatte 45 mit Zhalen 46 auf, die Durch eine Öffnung 47 der Grundplatte
1 hindurch sichtbar sind.
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Die Zählplatte 45 sitzt lose auf der Welle 39 und wird durch eine
Abstandsmulffe 48 gehalten, die i)ii dem auf der Welle 39 festsitzenden Zahnrad
50 getragen wird, das sich gegen den Endflansch 49 (ler Zelle 39 anstützt. Zahnrad
50 steht mit einem Zhnrad 51 im Eingriff, dessen Welle 52 ein Ritzel 53 trägt, das
in den Zhankranz der losen Zälilplatte 45 eingreift. Die Welle 52 ist drehbar auf
einem Hebel 54, der sich in einer in der Grundplatte r vorgesehenen Büchse um den
Zapfen 55 dreht und durch eine Feder 56 gegen eine Nocken oder Stift 57 des Zapfens
27 des Hahnkükens 16 gezogen wird.
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Sobald l>ei der in Alab. 8 dargestellten Stellung der Handgrff
I und damit die Welle 39 im Uhrzeigersinne gedreht werden, dreht sich Zahnrad 50.
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Hierdurch wird Zahnrad 51 und Ritzel 53 angetrieben, das die lose
liegende Zählplatte 45 in Drehung setzt. Die Übersetzung ist so gewählt, daß sich
diese Zählplatte 45 bei jeder Kurbelumdrehung um eine Einheit verschiebt. Die Zahlen
sind durch ein Glasfenster mit gewölbter Oberfläche sichtbar, so daß durch die Vergrößerung
der Zahlen ein deutliches Ablesen der am Strich 6I stehenden Zahl möglich ist.
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Der Nocken 57 befindet sich nur dann in der in Abb. S dargestellten
Lage, wenn der Pfeil 44 die iii Abb. I gezeigte Lage hat, bei der eine Übertragung
des Blutes stattfindet. In dieser Stellung liegt das Ritzel 53 im Eingriff mit dem
Zahnkranz der Zählplatte 45. Sobald der Wechselhahn in eine andere Stellung gedreht
wird verläßt der Nocken 57 den Hebel 54, der durch die Wirkung von Feder 56 im Uhrzeigersinne
verschwenkt wird, so daß das Ritzel 53 aus dem Zahnkranz der Zählpatte 45 heraustritt
und keine Bewegung der Zählplatte stattfindet.
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Es erfolgt also nur dann eine Drehung der Zählplatte 45, wenn ein
Bluttransfusionshub der Pumpe stattfindet. Die beim Ausspülen der Vorrichtung notwendigen
zwischenzeitlichen Drehungen der Kurbel ii übertragen keine Bewegung auf die Zählplatte.
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Um die Zählplatte auf Null zurückzufühfen, greift ein Knopf 58 mit
einem Rädchen 59 in den Zahnkranz der Zählplatte 45 ein. Es kann auch eine Rückdrehung
der Zählplatte auf Null durch Drehen mittels eines Fingers erfolgen, da das Kad
45 durch die Seitenöffnung 60 der Grundplatte I leicht erreichbar ist.