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Kleinschlepper Es sind Schlepper, insbesondere für landwirtschaftliche
l\N-ecke, bekannt, die z«-ei ständig vorhandene antreibbare Raupenketten besitzen,
mit deren Ililfe sie schwere Ackerarbeit, `'Waldarbeit u. dgl. lic@\-;iltigen, die
aber außer den Raupenketten Vorrichtungen zum Fahren mit Treib- und Lenk-t
iidern besitzen, mit deren Hilfe Straßenfahrten und leichte Feldarbeit erledigt
\\-erden.
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Bei diesen bekannten Schleppern sitzen die Achsen der "Teil)- und
Lenkrüder an Auslegerhebeln, welche die Itiider nach unten drücken können und den
Schlepper auf diese Weise mitsamt deii Raupenletten anheben, so claß er anschließend
auf den Rädern fahren kann.
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Diese zun:ichst \urteilliaft wirkende Kombination \on 1Zaupen- und
l"i<lerfalirzeug ist aber im Betrieb sehr unl>c(Itieni zu handhaben und hat sich
daher kaum in die Praxis eingeführt. Der Grund dafür lieht offenbar in der sehr
sperrigen Bauart solcher Fahrzeuge, da die absenkbaren Räder vor bz%%:. hinter den
Raupen angeordnet sind, so daß der Schlepper sehr lang «-ird. Die Hebel, welche
die Lager für clie Radachsen tragen, müssen ferner sehr schwer ausgeführt werden,
damit sie die nötige Starrheit erhalten. Der Antrieb dieser Hebel erfordert außerdem
zusätzliche maschinelle Einrichtungen, welche große Kräfte übertragen müssen, und
der Antrieb der Räder, deren Achsen mit Hilfe der Hebel nach oben bzw. unten verstellt
werden können, wird bei dieser bekannten Bauart derart kompliziert, daß er praktisch
nur mittels Ketten 1>e@@erlatelligt werden kann.
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Alle diese Schwierigkeiten lief2en die Aufgabe entstehen, die -Möglichkeit
der wahlweisen Arbeit
mit Raupen und Rädern finit viel einfacheren
Mitteln durchzuführen, selbst auf die Gefahr hin, daß der Wechsel von einer Arbeitsweise
zur anderen einige Handgriffe mehr erfordert als bei den bekannten Schleppern.
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Die Erfindung löst die Aufgabe für Kleinschlepper mit einer Motorleistung
bis etwa 25 PS dadurch, dal,l die Treibräder leicht abnehmbar an unverschielibaren
:Gsen befestigt sind und _@chshöhe und Raddttrchinesser bei ungelösten Rädern volle
Bodenfreiheit der Raupen gewährleisten. Es können zus:itzlich hydraulisch oder mechanisch
angetriebene Vorrichtungen zum Anheben des Schleppers nebst Raupen vorgesehen werden.
Auf die letztgenannten Vorrichtungen zum Anheben des Schleppers nebst Raupen kann
auch verzichtet werden, da es stets niöglicli ist, den Schlepper mittels der Raupen
auf eine kleine Rampe od. dgl. zu fahren, welche die Anbringung der Räder gestattet.
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Der Schlepper gestaltet sich besonders einfach, wenn die Antriebsräder
der Raupen und die Naben für die aufsetzbaren bzw. abnehmbaren, vorzugsweise luftbereiften
Treibräder auf einer gemeinsamen Achse angeordnet sind. Hierbei können die bei 1Zaupenfahrt
radlosen, zweckmäßig durch Kappen geschützten Naben ständig Hinlaufen und die Raupen
bei Räderfahrt stillgesetzt werden. Es dienen also die gleichen Elemente zum Antrieb
der IZ<itilien und der Treibräder, so daß eine ganz be -deutende konstruktive
Vereinfachung erzielt wird. Diese Vereinfachung wird noch erhöht, wenn die I_enkbreinsen
der Raupen gemäß weiterer Ausbildung der Eifindung so konstruiert werden, daß sie
bei katipenfahrt als Radbremsen wirken. Schließlich kann gein:il3 der Erfindung
eine weitere Vereinfachung des Antriebs erzielt werden, wenn der Durchmesser der
Raupenantriebsräder derart auf den :iußeren Radreifendurchmesser abgestimmt wird,
daß sich bei Räderfahrt eine Bodenfreiheit der Raupen und dieselbe Wirkung ergibt
wie bei Vorschaltung eines zweistufigen Getriebes. Die Raupen selbst tverden zweckmäßig
in an sich bekannter Weise als endlose Gummiraupen mit Stollen ausgebildet.
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Besondere Vorteile fier den Betrieb ergeben sich ferner dadurch, daß
die Naben so angeordnet werden, daß die Spurweite der aufgesetzten Hinterräder der
normalen Ackerschlepperspur entspricht.
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Das Lenkrad oder die beiden Lenkräder können leicht entfernbar sein
ebenso wie die Treibräder. Vorteilhafter ist es Jedoch, die Achse des Lenkrades
einseitig um eine in Fahrzeuglängsrichtung liegende Achse schwenkbar zu machen.
Die Achse ist dann in waagerechter ttnd zweckmäßigerweise auch in senkrechter Stellung
feststellbar.
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Einzelheiten dieser weiteren Erfindungsmerkmale ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung an Hand der Zeichnungen. In diesen zeigt Fig. i eine
Seitenansicht des Schleppers gemäß der Erfindung, Fig. 2 eine Draufsicht gemäß Fig.
i, Fig. 3 eine Stirnansicht gemäß Fig. i von links 1-,eselien und F ig. .I eine
scliematisclie Darstellung der Wirkungsweise von besonderen Vorrichtungen zum Aufsetzen
oder Abnehmen der Hinterräder.
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Gemäß der Zeichntiiig hat der Schlepper die übliche Grundkonstruktion
eines Raupenschleppers. Sein Fahrwerk besteht aus zwei Raupen i und 2, welche von
leichten und gei-'itisclilos laufenden Gummiketten mit entsprechenden Gummistollen
gebildet werden. Mit diesen Raupen i, 2 1:ittft der Schlepper bei Raupenfahrt auf
dem Erdloden 3 (Feg. i und 3).
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Die Antriebswelle ;4 bzw. 5 jeder Raupe i und 2 ist derart ausgebildet,
daß von außen je ein luftbereiftes Rad 6 bzw. 7 aufgesetzt weiden kann, und zwar
entweder unmittelbar auf eine bei Nichtgebrauch durch Kappen geschützte Nabe oder
durch Anschrauben an entsprechend ausgebildete Flansche.
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Bei der dargestellten Ausführungsform ist im Vorderteil des Schleppers
vor und zwischen den Raupen i und 2 ein Lenkrad S init kleinerem Durchinesser angeordnet,
welches wahlweise fier Raupen-oder Räderfahrt einstellbar ist. Diese Einstellung
wird bei der dargestellten Atisfülirungsform durch den seitlich schwenkbaren Trag-
oder Lagerarm <) bewirkt. Statt dessen kann das lenkbare Vorderrad S aber auch
durch mechanische oder hydraulische Vorrichtungen nach oben oder unten bewegt und
festgestellt werden. Statt eines Lenkrades kann gegebenenfalls auch eine finit zwei
Rädern ausgerüstete einziehbare oder abnehmbare Lenkachse angeordnet sein.
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Um beine Übergang von 1Zaupen auf Räderfahrt die Räder, insbesondere
die 1-linterr:ider, aufsetzen oder im umgekehrten Fall abnehmen zti können, müssen
die Raupen i, 2 vom Hoden 3 abgehoben werden. Dies kann gemäß Fig. I durch eine
schiefe Ebene io erfolgen, welche gegebenenfalls am Schlepper mitgeführt werden
kann. Statt durch eine schiefe Ebene 1o l:önneti die lZaulien i, 2 auch durch eine
hydraulische oder mechanische flul>vorrichtung ii angehoben werden, finit welcher
der Schlepper zweckmäßig ausgerüstet sein kann. Diese Hubvorrichtung, etwa in Art
eines Wagenhebers, kann bei Nichtgebrauch hochklappar (Feg. i) angeordnet sein.
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Statt der dargestellten Hubvorrichtung i i kann der Schlepper auch
finit an seiner Unterseite angebrachten lierausfahrharen oder herattsklappbaren
Hubvorrichtungen, Gestellen od. dgl. ausgerüstet werden, die hydraulisch oder mechanisch
z. 13. über eine Seilwinde oder eine Zapfenwelle angetrieben werden können.
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Zur Regelung seiner Fahrgeschwindigkeiten eihält der Schlepper zweckmäßig
ein mehrstufiges Getriebe mit z. B. drei oder vier Vorwärtsgängen, mit welchem bei
7Zaulienfalirt Fahrgeschwindigkeiten zwischen etwa 3 und i o kni eingeschaltet werden
können.
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Durch entsprechende Abstimmung des Durchmessers der Raupenantriebsr:ider
auf den äußeren Reifendurchmesser der Räder 6 und 7 kann bei IZätlerfalirt gegenüber
kaupenfahrt dieselbe Wir
hung erzi;@lt werden wie bei Vorschaltung
eines @@citerett z@@eistufi@@en Getriebes. welches dadurch eingespart «erden kann.
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13e1 (iiescr.\usfiiltrungsforni hat der Schlepper bei lZadfahrt da1111
eitre Geschwindigkeit bis zu 2o km bei ehtetn L?reiganggetriebe, womit die Verwendharkeit
(les Schlel)1)ers für Transportzwecke wesentlich crlt<)ltt wird. hur gri;ßere
Geschwindigkeiten bei Radfahrt kann ein zwei- oder mehrstufiges eingebaut werden.
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1 )er .\tnrieb der IZau pen t und 2 sowie das Lenksind in der Zeichnung
nicht im einzelnen dar, gestellt und bedürfen keiner näheren Erläuterung, (la sie
die iibhclte Bauart aufweisen können. 1 )ie .\ntriel>sacltsen für die großen Räder
6 und ; I;tufett zwecknt:il3ig auch bei Raupenfahrt mit. Ihre I@.ttdett werden dann
durch Kappen geschützt. Bei IZäclerfahrt werden die leiden :\ntriebskettenräder
iü1- die Rauleu 1 und 2 ausgekul)pelt, was eine sehr einfache Bauweise ergibt, welche
die Ilerstellungs-1<ostett des Schleppers entsprechend senkt.
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Die für die Raupen t und 2 vorhandenen Lenkbresnsen werden zweckmäßig
so ausgebildet, daß sie bei R;idcrfahrt als IZadhremsen verwendet werden li>nnen.
I )as Lenkgetriebe wird so ausgelegt, daß zwei hraftahnalunen möglich sind, und
zwar eine Bewegung mit einem ziemlich großen Hub für das gelenkte \'or(lerrad und
eine kleine Bewegung zur Betätigung der Lenkbremsen. Ferner besteht die Möglichkeit,
die Lenkung des Vorderrades auch bei Raupenfahrt snit den Lenkbremsen mitlaufen
zu lassest.
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Dic Vorteile des Schleppers gemäß der E1-findung sind gegenüber den
bekannten Raupenschleppern einerseits, welche nur als schwere Schlepper gebaut wer(len,
und den ladschleppcrn andererseits sehr wesetnlich. So hat der Schlel)per bei voller
Übertragung der \l()t()rlcisumg durch seine Raupen, ins-1)esutolere Gummiraupen
tnit Stollen, ein sehr geringes I.igestge@@-icht und dadurch einen sehr geringen
Odendruck 1)ei höherer Leistung und größter Zugkraft auch 1)ci schlechtesten Bodenverhältnissen.
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1)ic Bauart des Schleppers ist einfach, robust und allen praktischen
.Anforderungen gewachsen und seine 1lerstellttng daher billig.
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Durch (lie \l@iglicltkeit, das I#ahrzeug wahlweise für Raupen- oder
Mderfahrt zu vertuenden, ist es für alle Zwecke isn lletriel) der Landwirtschaft
oder der 1#orstwirtschaft aufierordendich wirtschaftlich. 1)as geringe (Gewicht
gestattet die Verwendung von ünd1c)sen Gunnuiraupen, die wesentlich billiger sind
als Stahlbetten oder Gliederraupen, geräuschloser lautest und die sonstigen Nachteile
der Stahlketten vermeidest, z. 13. (las _\ufreißen des Bodens, den hohen VerschleiG,
die loben Wartungskosten usw. Hei Verwendung des Schleppers für nickerpflegearl)citen
mit IZa<lreifen wird das bei Raupenfahrt un@ermci(11>are :Ausscheren leim Lenken
und damit auch (las .\hcluctschen der Pflanzen vermieden. Schließlich ist der Kraftstottverbrauch
des treuen Schleppers wesentlich geringer als 1)h einem normalen Radschlepper.