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Verfahren zur Herstellung von Disazofarbstoffen Es wurde gefunden,
daß man zu wertvollen Disazofarbstoffen gelangen kann, wenn man Aminoazofarbstoffe
der allgemeinen Formel
in welcher Z eine Alkyl-, eine Alkoxy- oder eine Acylaminogruppe, Y i `'Wasserstoffatom
oder eine Alkyl- oder eine Alkoxygruppe bedeuten und die Benzol,kerne A und 13 noch
weitere Substituenten enthalten können, diazotiert und die erhaltenen Diazoazoverbindungen
mit 2-(: -Aminobenzovlamino)-5-oxynap lltlialin-7-sulfonsäitre kuppelt.
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Die Aminoazofarl>stoffe der obengenannten Formel sind erhältlich durch
Diazotieren von Aminobenzoylamino) - i -oxybenzol-2 - carbonsäure oder einem Derivat
dieser Säure und durch Kuppeln der Diazoverbindung mit Aminen der Benzolreihe, welche
eine freie p-Stellung und einen Substituenten, z. B. eine Alkylgruppe, eine Alkoxygruppe
oder eine Acylaminogruppe, in m-Stellung zur Aminogruppe besitzen, wobei noch ein
weiterer Substituent, z. B. eine Alkyl- oder eine Alkoxygruppe, in p-Stellung zum
ersten Substituenten zugegen
sein kann. An Stelle der freien Amine
können auch deren orMethansulfonsäuren zur Anwendung gelangen; im letzteren Fall
muß die Sulfomethylgruppe nach der Kupplung durch Erhitzen mit einem Alkali oder
einer verdünnten Säure noch abgespalten werden.
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Die nach diesem Verfahren erhältlichen neuen Farbstoffe sind dunkle
Pulver, die leicht wasserlöslich sind. Sie färben Baumwolle und regenerierte Cellulose
in roten, bordoroten, violetten und blauen Tönen von .guter Lichtechtheit. Sie können
auf der Faser diazotiert und mit ß-Naphthol entwickelt werden. Durch diese Behandlung
werden die Farbtöne nur wenig verändert; die Wasser-, Wasch-, Schweiß- und Überfärbeechthei.ten
werden erheblich verbessert. Durch die Behandlung der Färbungen mit den für die
Knitterechtheitsverbesserung üblichen Mitteln weisen sowohl die direkten als auch
die entwickelten Färbungen eine überraschende Lichtechtheitserhöhung auf.
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Die vorliegende Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die als
Zwischenprodukte zur Anwendung kommenden Aminoazofarbstoffe der oben angegebenen
allgemeinen Formel in o-Stellung zur Azogruppe einen von Wasserstoff verschiedenen
Substituenten X besitzen, wodurch die aus ihnen erhältlichen neuen Farbstoffe bedeutend
wasser-, wasch- und lichtechter werden als ;die Farbstoffe, in denen `X Wasserstoff
ist. Der günstige Einfluß des Substituenten X auf die Echtheiten der neuen Farbstoffe
muß als völlig unerwartet bezeichnet werden.
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Die neuen Farbstoffe übertreffen ferner die nach dem Verfahren der
französischen Patentschrift N r. 882 4o6 durch Diazotieren von Aminoazofarbstoffen
der obigen Formel und Kuppeln der so erhaltenen Diazoazoverbindungen mit 2-Acylamino-5-oxynaphtlialin-7-sulfonsäuren,
welche keine diazotierbaren Aminogruppen enthalten, z. B. mit 2-lknzoylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure,
erhältlichen Farbstoffe dadurch, daß die mit ß-Naphthol entwickelten Färbungen viel
bessere Naßechbheiten aufweisen und daß sowohl die direkten wie die mit ß-Naphthol
entwickelten Färbungen für die Knitterechtheitsbehandlung besser geeignet sind,
weil die Farbtöne weniger verändert und ihre Lichtechtheiten eindeutig verbessert
werden.
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Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern; die Teile
sind Gewichtsteile. Beispiel i Man dianotiert in üblicher Weise 272 Teile 4-(4'-.ilminobenzoylamino)
- i -oxybenzol - 2 -carbonsäure und trägt die Diazoverbindung in eine wäßrige Lösung
von 107 Teilen j-Amino-3-methylbenzol und 125 Teilen 3o°/oige Salzsäure ein.
Man neutralisiert langsam mit einer wäßrigen Natriumacetatlösung, bis die Kupplung
beendet ist; dies ist nach einigen Stunden der Fall, worauf :man den Monoazofarbstoff
abfiltriert. Für die zweite Dianotierung wird er in Wasser suspendiert, 69 Teile
Natriumnitrit werden zugegeben, und es wird mit Salzsäure angesäuert. Wenn die Dianotierung
beendet ist, kuppelt inan in Gegemvart von Natriunicarbonat mit einer wäßrigen Lösung
von 338 Teilen 2-(4'-Aminobenzoylamino) - 5 -oxynal)litlialin - 7 - sulfOnsäure
und 133 Teilen 3oo/oiger Natronlauge. Die Kupplung geht rasch vor sich, und
der Disazofarbstoff wird alsdann warm mittels N atriunichlorid abgeschieden, filtriert
und getrocknet.
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Es wird ein dunkles Pulver erhalten, welches Baumwolle und Fasern
aus regenerierter Cellulose in bordoroten Tönen färbt, welche ausgezeichnet lichtecht
sind. Durch Diazotieren auf der Faser und Entwickeln mit fl-Naplitliol werden die
Färbungen etwas blaustichiger, und die Wasser-, Wasch- und Schweißechtheiten werden
bedeutend erhöht. Durch Behandlung nach den üblichen Methoden zur Erhöhung der Knitterfestigkeit
wird der Farbton nur leicht verändert, und die Lichtechtheit wird bedeutend verbessert.
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Wird das verwendete i-Aniino-3-inetliyllienzol durch i-Amino-3-acetylaminobenzol
ersetzt, so wird ein rötlicher Bordoton von ähnlichen Eigenschaften erhalten; verwendet
man i-:lniino-3-methoxybenzol an Stelle des i-Amino-3-metliyllienzols, so erhält
man einen dunklen Bordoton. Beispiel 2 Man diazotiert auf übliche Weise 272Teile
4-(4'-Aminol),enzoylamino) - i -oxybenzol-2-car@bonsäure und kuppelt die Diazoverbindung
in Gegenwart von Natriumacetat mit einer wäßrigen Lösung von toi Teilen i-Amino-3-metliylbenzol-N-(o-methansulfonsäure
und 133 Teilen 3oo/oiger -"Tatronlauge. Die Kupplung erfolgt bei Zimmertemperatur
und ist nach 2 Stunden beendigt. Die Sulfomethylgruppe wird durch Erhitzen auf 5o
b.is 6o° mit ioo/oiger Natronlauge abgespalten. Der Aminoazofarbstoff wird mittels
Salzsäure gefällt, diazotiert und, wie im Beispiel i beschrieben, mit 2-(4'-Aminobenzoylamino)
- 5 -oxynaplithalin - 7 - sulfonsäure gekuppelt. -Man erhält einen mit demjenigen
des Beispiels i identischen Disazofarbstoff.
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Beispiel 3 Die Diazoverbindung aus 272 Teileu 4-(4 -Aminob-enzoylamino)
- i -oxylienzol-2-carbonsäure wird in eine Lösung von 121 Teilen i-Amino-2, 5-diniethyl,benzol
in 3ooo Teilen Wasser und i25 Teilen 3oo/oiger Salzsäure eingetragen. Man neutralisiert
langsam mittels einer Natriumacetatlösung bis zur Beendigung der Kupplung. Man filtriert
den Aminoazofarbstoff ab und diazotiert dessen Suspension in verdünnter Salzsäure
mittels 69 Teilen Natriumnitrit. Sobald die Dianotierung beendet ist, kuppelt man
die Diazoazoverbindung in Gegenwart von Natriumcarbonat mit einer wäßrigen Lösung
von 358 Teilen 2-(4' -Aminobenzoylamino)-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure und i33 Teilen
3oo/oiger Natronlauge. Man fällt den Disazofarbstoff in der Wärme mittels Natriumchlorid,
filtriert und trocknet.
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Der Farbstoff ist ein dunkles Pulver. Er färbt Baumwolle und Fasern
aus regenerierter Cellulose in dunkelbordoroten Tönen von ausgezeichneter
Lichtechtheit.
Durch Diazotieren auf der Faser und Entwickeln mit ß-Naphthol wird der Farbton nur
leicht verändert und die Wasser-, Wasch.-, Schweiß-und Überfärbeechtheit erheblich
verbessert. Durch Knitterfestbehandlung wird der Farbton sowohl der direkten als
auch der entwickelten Färbung wenig verändert und die Lichtechtheit erhöht.
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Beispiel 4 Man diazotiert in üblicher Weise 272 Teile 4-(4 -Aminobenzoylamino)
- i -oxybenzol-2-carbonsäure und kuppelt die Diazoverbindung mit einer wäßrigen
Lösung von I37 Teilen i-Amino-2-:methoxy-5-methylhenzol und 125 Teilen Salzsäure,
indem man mit einer wäßrigen Natriumacetatlösung neutralisiert. Nach Beendigung
der Kupplung wird der Aminoazofarbstoff filtriert und in Wasser suspendiert; man
fügt 69 Teile Natriumnitrit zu, worauf mittels Salzsäure angesäuert wird. Nach Beendigung
der Diazotierung kuppelt man in Genwart von Natriumcarbonat mit einer wäßrigen Lösung
von 358 Teilen 2-(4 -Aminobenzoylamino)-5-oxynaphthalin-7-*sulfonsäure und 133 Teilen
3oo/oger Natronlauge. Man fällt :den Disazofarbstoff in der Wärme mittels Natriumchlorid
aus, filtriert und trocknet.
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Der Disazofarbstoff stellt ein dunkles Pulver dar, das Baumwolle und
Fasern aus regenerierter Cellulose in sehr lichtechten violetten Tönen färbt. Durch
worin X eine Alkyl-, Alkoxy- oder Acylaminogruppe :und Y i Wasserstoffatom, eine
Alkyl-oder Alkoxygruppe bedeuten und die Benzol-, kerne A und B weitere Substituenten
ent-Diazotieren auf der Faser und Entwickeln mit ß-Naphthol werden die NaBechtheiten
bedeutend verbessert; die Farbtöne werden dabei leicht verändert.
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Ersetzt man. das i-Amino-2-methoxy-5 methylbenzol durch das i-Amino-2,
5-dimethoxybentol, so wird ein blauer Farbstoff mit denselben Eigenschaften erhalten.
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Beisp',ie1 5 Man diazotiert in üblicher Weise 286Teile 4-(4'-Am inobenzoylamino)
- i -oxybenzol-6-.met@hyl-2-carbonsäure und kuppelt die Diazoverbindung mit einer
wäßrigen Lösung aus 107 Teilen i-Amino-3-methylbenzol und 125 Teilen 3oo/oiger Salzsäure.
Man neutralisiert langsam mit einer wäßrigen Natriumacetatlösung. Man isoliert hierauf
den Aminoazofarbstoff, diazotiert und. kuppelt die Diazoazoverbindung mit 358 Teilen
2-(4 -Aminobenzoylamino)-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure, wie im Beispiel i beschrieben.
Man erhält einen Disazofarbstoff von dem gleichen Farbton und den gleichen Eigenschaften
wie der im Beispiel i beschriebene Farbstoff.