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Spindelpresse' für. Buchbindereien In dem Patent 8r9 543 ist eine
Spindelpresse für Buchbindereien beschrieben, bei welcher zwei, vier oder mehrere
mechanisch angetriebene Spindeln derart paarweise miteinander gekuppelt sind, daß
sich die beiden Preßstempel jedes Paares stets gleichzeitig in einander entgegengesetzter
Richtung bewegen. Der Antrieb der Spindeln erfolgt dabei mittels eines auf dem Maschinengestell
angeordneten Elektromotors, während die Preßstempel aus je zwei waagerechten Platten
mit dazwischen angeordneten Druckfedern und Endausschaltern bestehen.
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Weiterentwicklung dieser Spindelpresse
und besteht zunächst darin, daß die durch ein Getriebe mit dem Antriebsmotor gekuppelten
Spindelmuttern in der Kopfplatte des Maschinengestells federnd gelagert und mit
je einem verstellbaren Anschlag o. dgl. für die ebenfalls am Maschinengestell angeordneten
Endausschalter versehen sind. Diese Anordnung hat zunächst den großen Vorteil, daß
nunmehr die Preßstempel aus einer einfachen Platte bestehen können und somit ein
Ecken oder Festklemmen der Stempel unmöglich ist. Ferner ist durch die Anordnung
der Federung an bzw. auf dem Kopf des Maschinengestells eine stets gleichmäßige
und zentrisch wirkende Federung erzielt.
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Um bei der gegenläufigen Aufundabwärtsbewegung der Preßstempel bei
geringer Höhe des zu pressenden Buchstapels zu große Leerhube zu vermeiden, ist
es erwünscht, die Stellung der beiden
Preßstempel zueinander verändern
zu können. Das ist erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß in das Getriebe eine ausrückbare
Kupplung eingeschaltet ist, durch die eine der beiden Spindelmuttern jederzeit stillgesetzt
werden kann.
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Schließlich ist der Antriebsmotor nunmehr im unteren Teil des Maschinengestells,
und zwar unter der Auflageplatte angeordnet und durch eine senkrechte Welle mit
dem im Maschinenkopf angeordneten Getriebe gekuppelt. Dadurch wird der Schwerpunkt
der Maschine nach unten verlagert und somit eine gute Standfestigkeit der Presse
erzielt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. i eine Vorderansicht der neuen Spindelpresse bei teilweise geschnittenem
Maschinenkopf, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie A-B (Fig. i). Das Gestell der
neuen Spindelpresse besteht im wesentlichen aus der auf einem Ständer oder Fuß angeordneten
Tischplatte a zum Auflegen der zu pressenden Buchstapel und dem oberhalb dieser
Tischplatte a auf senkrechten Säulen oder Rohren c lösbar befestigten Maschinenkopf
oder Gehäuse b, in dem die Spindeln e' und e" gelagert sind und das
Getriebe für diese Spindeln untergebracht ist. Die Spindeln e' und e" tragen an
ihrem unteren Ende die aus je einer einfachen Stahlplattebestehenden Preßstempelm,
die zwischen den Säulen c geführt werden.
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In dem Getriebegehäuse b sind zunächst die beiden Zahnräder
f' und f" drehbar gelagert, in deren Mittenbohrungen die muffenartig
ausgebildeten Spindelmuttern d' und d" begrenzt axial verschiebbar
angeordnet sind. Zu diesem Zweck sind die Spindelmuttern d ' und
d" außen mit je einer Längsnut q'
versehen, während in den Naben der
Zahnräder f' und f" Stifte oder Keile q angeordnet sind, die in die
Nuten q' der Muttern d' und d" eingreifen, so daß die Muttern
d' und d" sich stets mit den Zahnrädern f' und f " drehen.
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Auf der in der mittleren Hohlsäule c angeordneten Antriebswelle
u, die unterhalb des Tisches a eine Keilriemenscheibe h trägt und
mittels eines Keilriemens i durch den Elektromotor k angetrieben wird, sind innerhalb
des Gehäuses b zwei gleich große Ritze' g' und g" übereinander angebracht,
von denen das untere (g') auf der Welle u festsitzt und ständig mit
dem Zahnrad f' im Eingriff steht, während das mit dem Zahnrad f" im Eingriff stehende
obere Ritze' g" frei drehbar auf der Welle u gelagert ist.
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Oberhalb der beiden Ritze' g' und g" ist auf der Welle u ein Kupplungsglied
v mittels eines Keiles und einer Längsnut axial verschiebbar, jedoch undrehbar angeordnet.
Die einander zugekehrten Stirnflächen dieses Kupplungsgliedes v und des frei drehbar
auf der Welle u gelagerten Ritzels g" sind mit einer Verzahnung v'
versehen, durch die das Ritze' g" somit mit der Antriebswelle u kuppelbar ist. Das
Ein-und Ausrücken der Kupplung erfolgt in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
mittels eines auf dem Gehäuse b gelagerten Drehbolzens w, der an seinem äußeren
Ende ein Handrad o. dgl. trägt und andererseits mit einem exzentrisch angeordneten
Zapfen w' in eine Ringnut des axial verschiebbaren Kupplungsgliedes v eingreift.
Durch je eine halbe Umdrehung des auf dem Bolzen w befestigten Handrades wird somit
die feste Kupplung zwischen der Welle u und dem Ritzel g" hergestellt bzw. gelöst.
Diese leicht ein- und ausrückbare Kupplung ermöglicht es, die Einstellung der beiden
Preßstempel m zueinander beliebig zu verändern, indem man nach dem Ausrücken der,Kupplung
den Motor k einschaltet, so daß sich nur die ständig mit dem Motor gekuppelte Spindelmutter
d' dreht und demzufolge nur die Spindel e'
mit dem unter dieser befestigten
Preßstempel n: hebt bzw. senkt. Man hat also jetzt die 'Möglichkeit, die Höhenstellung
der beiden Preßstempel m in jedem Falle so einzustellen, daß unnötig große Leerhube
während des Arbeitsprozesses vermieden werden.
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Auf den axial verschiebbaren Spindelmuttern d' und d" ruhen unter
Einschaltung je eines Kugeldrucklagers die Teller n, die ständig unter der Einwirkung
von Druckfedern o stehen. Diese Druckfedern o sind in gleichmäßigen Abständen voneinander
in den auf dem Getriebegehäuse b befestigten Hauben x angeordnet und bewirken die
elastische Lagerung der Spindeln e' und e". Die in den Hauben .r befestigten Stehbolzen
p dienen znr Führung der Federteller n.
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Das Einschalten des Elektromotors k erfolgt ebenso wie bei der Presse
nach dem Hauptpatent von Hand, beispielsweise mittels eines Druckknopfschalters
r, der ein an sich bekanntes Schaltschütz betätigt, während das Ausschalten nach
Erreichen eines bestimmten Preßdruckes selbsttätig erfolgt. Die dazu erforderlichen
Endausschalter s sind unter dem Getriebegehäuse b befestigt und mit längs verschiebbaren
Kontakt- und Schaltelementen y versehen, welche durch die auf dem unteren Ende der
Spindelmuttern d' und d" mittels Gewinde verstellbar angeordneten,
mit kegelförmigen Außenflächen versehenen Ringe z gesteuert werden. Die Ringe
z und die Schaltelemente y
der Endausschalter s werden so zueinander
eingestellt, daß die Schaltelemente y in der Ruhestellung der betreffenden Spindel
in der Nähe der Oberkante der kegelförmigen Ringe z liegen, wie es in Fig. 2 veranschaulicht
ist. Nach dem Auftreffen des Preßstempels m auf den darunterliegenden Buchstapel
wird die zugehörige Spindelmutter mit dem darauf befestigten Ring z entgegen der
Wirkung der Druckfedern o nach oben bewegt. Dabei gleitet das Schaltelement y an
der Außenfläche des Ringes z entlang und wird in den Schalter s hineingedrückt,
wodurch der Motorstromkreis unterbrochen wird und gleichzeitig durch ein Schaltschütz
eine Polumschaltung des Motors k erfolgt, so daß dieser sich beim nächsten Einschalten
mittels des Druckknopfschalters r in entgegengesetztem Sinne dreht. Durch Höher-
oder Tieferstellen des Ringes z auf der Spindelmutter läßt sich der Preßdruck somit
beliebig einstellen.
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Um zu vermeiden, daß ein Preßstempel m unter die Spindelmutter
d' bzw. d" stößt, was bei Leerlauf infolge mangelnder Aufmerksamkeit
der Bedienungsperson denkbar wäre, sind bei der Presse nach dem Hauptpatent besondere
Endausschalter vorgesehen. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird diese Aufgabe
von den Endschaltern s mitübernommen,
die zu diesem Zweck mit Winkelhebeln
t ausgestattet sind, gegen die die Preßstempel m vor Erreichen der Spindelmittter
anstoßen und somit ein sofortiges Stillsetzen des Antriebsmotors k bewirken.