DE826504C - Verfahren zur Herstellung endpolymerisationsfaehiger Stoffe, welche unter anderem zur Herstellung elektrischer Isolierungen oder in der Elektrotechnik zu verwendender Gegstaende geeignet sind - Google Patents
Verfahren zur Herstellung endpolymerisationsfaehiger Stoffe, welche unter anderem zur Herstellung elektrischer Isolierungen oder in der Elektrotechnik zu verwendender Gegstaende geeignet sindInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 3. JANUAR 1952
W 1804 IV c j 39 c
Der vorliegenden Erfindung Hegt die Aufgabe zugrunde, Stoffe zu schaffen, welche sich ohne Abspaltung
von Wasser, Gasen oder anderen schädlich wirkenden Stoffen polymerisieren lassen.
Zur Herstellung von harzartigen Körpern für die verschiedensten Zwecke benutzt man Stoffe, welche
sich anfänglich im flüssigen Zustand befinden, so daß sie zur Imprägnierung von Faserstoffmaterial,
porösen Feststoffen u. dgl., aiber auch zur Herstellung von in der Elektrotechnik Verwendung
findenden Körpern, wie z. B. Wicklungen, Spulen, Spulenkernen u. dgl., verwendet werden können.
Ist die Imprägnierung vollzogen, so ist es natürlich erwünscht, daß eine Polymerisation des Imprägniermittels
eintritt, ohne daß Wasser, Gase oder sonstige Stoffe abgespalten werden.
Bekannte Stoffe, wie z. B. Styrolte, weisen diese Eigenschaften zwar auf, aber die Polymerisationsprodukte
des Styrols sind nicht temperaturfest, so daß sie in Fällen einer Übertemperatur von ioo°
nicht gebraucht werden können.
Die Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darim, einen flüssigen Stoff (Imprägnierungsmittel)
zu schaffen, welcher vollkommen zu einem Harz polymerisiert werden kann, das die
obengenannten Eigenschaften aufweist.
Zu diesem Zwecke wird eine flüssige monomere Vinylvefbindung mit dem Reaktionsprodukt einer
Äthylen-alpha-beta-Dicatbonsäure und einer Mischung
von Fettsäureestern der mehrwertigen Alkohole umgesetzte
Es wurde festgestellt, daß flüssige monomere Vinylverbindungen imstande sind, Reaktionsprodukte
aus Äthylen-alpha-beta-Dicarbonsäuren und
Fettsäureestergemischen, die hydroxyl-substituierte ungesättigte Fettsäureester enthalten,, zu lösen und
daß sich diese Lösung zu einem Harz polymerisieren läßt.
Zur Durchführung des Verfahrens läßt sich eine Anzahl von Äthylen-alpha-beta-Dicarbonsäuren
oder ihrer Anhydride verwenden. Was die Kosten und die zweckmäßige Durchführung de$ Verfahrens
betrifft, ist Maleinsäureanhydrid am besten geeignet. Verwendungsfähig sindi aber auch Citraconsäureanhydrid,
Chlormaleinsäureanhydrid und andere Anhydride der Äthylen-alpha-beta-Dicarbonsäuren.
Die Reaktion wird zweckmäßig durchgeführt unter Verwendung von zweibasischen
Anhydriden. Die entsprechende normale zweibasische Säure läßt sich unter Verwendung erhöhter
Temperatur und Verwendung eines Katalysators ebenfalls verwenden. Die Bezeichnung Dicarbonsäure
im Rahmen der vorliegenden Erfindung soll die normale Säure, ebenso auch die Anhydride einschließen.
Zur Durchführung des Verfahrens wird eine Mischung von Fettsäureestern mit Äthylen-arphal>eta-Dicarbonsäure
umgesetzt. 5% bis 98 Gewichtsprozent der Fettsäureestermischung enthalten dabei zweckmäßig hydroxyl-substituierte ungesättigte
Fettsäureester eines mehrwertigen Alkohols. Der Rest kann zusammengesetzt sein aus einerseits gesättigten
und andererseits nichthydroxyl-substituierten ungesättigten Fettsäureestern. Ricinusöl
läßt sich als hydroxyl-substituierter Fettsäureester eines mehrwertigen Alkohols verwenden. Die Ester
der Ricinolsäure und eines mehrwertigen Alkohols, wie z. B. Äthylengiykol, Propylenglykol, Pentaerythrit
und andere Polyalkohole, sind imstande, Ricinusöl ganz oder teilweise zu ersetzen.
Vor allem sind es pflanzliche öle, deren Ester kombiniert werden können nrit den hydroxylsubstituierten
ungesättigten Fettsäureesitern. Trocknende öle, wie z. B. Leinsamenöl, Holzöl, Hanfsamenöl,
Mohnsamenöl', Sonnenblumenfcernöli, WaI-nußöl,
Oiticikaöl, auch halbtrocknende öle, wie z. B. Kornöl, Baumwallsamenöl, Kürbissamenöl,
Sesamöl und Sojabohnenöl, und schließlich nicht-
H H
trocknende Öle, wie z. B. Erdnußöl und Olivenöl, können mit Ricinusöl oder anderem hydroxyl-substatuierten
Fettsäureester gemischt werden. Die Ester der hydroxyl-substituierten Fettsäuren, wie
die mehrwertigen Alkoholester der Hydroxylstearinsäure,
können ähnlich dem Pflanzenöl Verwendung finden. Wenn harzartige Körper hergestellt
werden sollen, bei denen eine Oberflächenoxydation erwünscht ist, so wird zweckmäßig ein
trocknendes öl·, wie z. B. Leinsamenöl, mit verhältnismäßig
großem Anteil verwendet. Für weiche und biegsame harzartige Produkte wird man Erdnußöl
umsetzen mit Äthylen-allpha-beta-Dicarbonsäure.
Je nach dem Bedürfnis kann die Auswahl der Anteile des Öls im Vengleich zum Anteil des
Ricinusöls innerhalb weiter Grenzen variiert werden. Je größer im allgemeinen der Anteil des
Ricinusöls ist, um so größer wird die Härte des Endproduktes sein. Wenn der Anteil des trocknenden
Öls zunimmt, so weist die Oberfläche des Reaktionsproduktes unter dem Einfluß der Luft erhärtende
Eigenschaften auf.
Die Reaktion des Gemisches der Fettsäureester und der Äthylen-alpha-beta-Dicarbonsäure ist
etwas kompliziert. Es wird angenommen, daß t>ei der Umsetzung von Maleinsäureanhydrid mit
hydroxyl-suibstituiertem ungesättigtem Fettsäureester
eines mehrwertigen Alkohols, wie z. B. Ricinusöl, eine einfache Veresterung stattfindet, in
welcher der Halbester des Maleinsäureanhydrids gebildet wird. Ein, zwei oder drei Moleküle des
Maleinsäureanhydrids können mit einem Molekül Ricinusöl umgesetzt werden, zumal das Ricinusöl
drei Ricinolsäureradikale enthält, von denen wiederum jedes eine Hydroxylgruppe aufweist. Mit
! diesen Hydroxylgruppen tritt die Veresterung des j zweibasischen Anhydrids ein. Die Gewinnung des
vollen Halbesters ist wünschenswert, da in diesem Falle in hohem Maße eine Vernetzung beim Endprodukt
eintritt. Der volle Halbester, welcher gewonnen wird durch die Reaktion von drei Molekülen
von Maleinsäureanhydrid mit einem Molekül Ricinusöl, hat mutmaßlich die folgende Formel:
0OC — C = C- COOH
CH3 — (CH,)5 — CH — CH2 -CH = CH- (CH2)7
CH3 — (CHj)3 — CH — CH2 -CH = CH — (CH4),
0--0C-C = C-COOH H H
CH3- (CH2)5 — CH — CH2 — CH = CH — (CH2),
I
0-OC-C = C- COOH
0-OC-C = C- COOH
H H CO — 0 — C '-- H
CO — 0 — C — H
CO — 0 — C — H
CO — 0 — C . H
X H
Der Monomaleatlialbester und Dimaleathalbester
des Ricinusöls sind ebenfalls Stoffe;, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung brauchbar sind. Im
allgemeinen ergeben 3 bis 10 Gewichtsteile Maleinsäureanhydrid
für je 30 Gewichtsteile Ricinusöl ein Reaktionsprodukt, das befriedigende Eigenschaften
aufweist. Die nichthydroxyl-substituierten ölkomponenten
der lMischung reagieren vermutlich mit einem ungesättigten zweibasischen Anhydrid, ζ.,Β.
ίο dem Maleinsäureanhydrid, durch Esteraustausch
und nach der Diels-Alder-Additionsreaktion je nach dem molaren Verhältnis der Äthylen-alpha-beta-Dicarbonsäure
und je nach den Reaktionsbedingungen. Das gewonnene Reaktionsprodukt wird je nach den Reaktionsbedingungen erheblich verschieden
sein. Im übrigen sollen wenigstens ein Molekül der Äthylen-alpha-beta-Dicarbonsäure, wie
z. B. ein Molekül des Maleinsäureanhydrids für jedes Molekül des Fettsäureesters in der Mischung
vorhanden sein.
Die Reaktionsprodukte, erhalten aus den verschiedenen Ölen und Anhydriden mit'der Äthylenalpha-beta-Dicarbonsäure,
sind für gewöhnlich sirupartig und von gummiartiger Beschaffenheit.
Sie können gelöst werden in flüssigen Vinylmonomeren
im Verhältnis von 10 : 95 Gewichtsteilen der flüssigen Vinylmonomeren und 90 bis 5 Gewichtsteilen der Reaktionsprodukte.
Bei spiel I
80 Teile Leinsamenöl, 20 Teile Ricinusöl und
30'feile Maleinsäureanhydrid werden unter Rühren
auf 175 bis 190° während einer Zeit von 8 bis 12 Stunden erhitzt. Es resultiert ein sirupartiges
Produkt.
75 Teile des Reaktionsproduktes werden mit 25 Teilen Monostyrol gemischt. Der Mischung wird
noch V2°/o Benzoylperoxyd zugesetzt. Es wird ι Stunde auf 125 ' erhitzt. Das Ergebnis ist ein
weiches, biegsames Harzproduikt. Die Schrumpfung dieses Produktes beträgt weniger als 8 Vo des
flüssigen Volumens. Bei weiterer Erhitzung bildet sich auf der Oberfläche eine harte Oxydationsschicht.
Eine Mischung von 80 Teilen Erdnußöl, 20 Teilen Ricinusöl und 25 Teilen Maleinsäureanhydrid
wird 4 Stunden bei 175 bis 1900 behandelt.
50 Teile dieses Produktes werden mit 50 Gewichtsteilen Styrol und Va Teil Benzoylperoxyd
vermischt. Durch Erwärmung auf 1250 polymerisiert die Mischung in 3 Stunden. Das erhaltene
Produkt ist transparent und von brauner Farbe. Es ist weich und biegbar. VVenn das Produkt in der
Atmosphäre erhitzt wird, so ergibt sich eine dünne Oxydationsschicht, und zwar in kürzerer Zeit, als
dies beim Produkt des Beispiels I der Fall ist.
Beispiel III
50 Teile Kornöl, 50 Teile Ricinusöl und 30 Teile Maleinsäureanhydrid werden 12 Stunden auf 175
bis 1900 erhitzt. 75 Gewichtsteile Monostyrol und 25 Gewichtsteile des Reaktionsproduiktes werden
unter Zusatz von Va Teil Benzoylperoxyd vermischt'. Nach einstündigem Erhitzen auf 1500 ergibt
sich ein Produkt, das, obwohl es noch biegsam ist, härtere Beschaffeniheit besitzt als die Produkte
nach Beispielen I und II.
Beispiel IV
Eine Mischung von 20 Gewichtsteilen Ricinusöl, 60 Gewichtsteiilen Leinsamenöl, 20 Gewichtsteilen
Erdnußöl und 30 Gewichtsteilen Maleinsäureanhydnid wird auf 1750 erwärmt, bis ein dicker
Sirup entsteht. Dieser wird in 30 Gewichtsteilen Monostyrol zu 30 Gewichtsteilen Lein'samenöl-Ricinusöl-Erdölmaleat
gelöst. Es werden 3% Benzoylperoxyd zugegeben. Die Flüssigkeit wird verwendet zum Imprägnieren einer Wicklung aus
isoliertem Draht und 1 Stunde erhitzt auf 135°. Es entsteht ein harzartiger Stoff, in dem die Windungen
vollkommen eingebettet sind. Die Gegenwart des Erdnußöles verhindert eine unverhältnismäßige
Oberflächenoxydation. Zur Lösung des Reaktionsproduktes aus dem Maleinsäureanhydrid
und den Fettsäureestergemischen lassen sich die verschiedenen monomeren Vinyle als Löser verwenden.
Monostyrol ist besonders geeignet. Kernchlorierte und kernalkyl-substituierte Styrole sind
in gleicher Weise verwendbar, wie z. B. p-Methylstyrole
und p-Chlorstyrole. Auch andere monomere
Vinylverbindungen geben brauchbare Ergebnisse, wie z. B. Alpha-Methylstyrol, Alpha-Methyl-p-Methylstyrol,
Vinylacetat und andere Vinylester, ' Methylvinylketone, Acrylsäurenitrile, Methylmethacrylate,
Allylester und DiallylphtJhalate. Bei Verwendung eines größeren Anteils von monomerem
Vinyl, wie z., B. Styrol, erhält man ein härteres Produkt. Die Mischpolymeren mit 90% und -mehr
Styrolen sind besonders hart, während die Copolymeren, welche 75 °/o und weniger Styrole enthalten,
biegbar und elastisch sind. Für Verwendungszwecke, in welchen das Produkt Stoßen und
Drücken ausgesetzt ist, ist der Gebrauch von Mischpolymeren empfehlenswert, die 25 % oder mehr des
Reaktionsproduktes (Fettsäureester und zweibasische Säure) enthalten. Um ein Beispiel für die
Anwendung zu geben, werden die Zwischenräume einer Wicklung mit einer Lösung imprägniert,
welche aus 90% Styrol und 10% Reaktionsprodukt besteht, die also verhältnismäßig hart wird,
während die Wicklung überzogen wird mit einer Lösung von 70% Reaktionsprodukt in 30% Styrol.
Die Lösung enthält zusätzlich eine beträchtliche Menge von Glimmerpulver.
Um eine allzu rasche Polymerisation und damit eine Verdickunig der Lösung zu verhindern, kann
man dieser eine kleine Menge eines Stabilisators zusetzen. V10 °/o Hydrochinon oder weniger ist geeignet,
um eine sich aus der raschen Polymerisation ergebende Verdickung zu verhindern. Auch bei
Lösungen, welche einen größeren Anteil von Monostyrolen
enthalten, ist der Zusatz eines solchen Sta- 1*5
bilisatOFS angezeigt. Wird ein Katalysator, wie
ζ. B. Peroxyd1 oder Ozonid, zugegeberii, so sollen
solche Mengen verwendet werden, die ausreichen, um den vorhandenen Stabilisator zu kompensieren.
Die Viskosität der Lösung kanu je nach den Anforderungen in weiten Grenzen verschieden sein.
Eine Lösung aus 25% Monostyrol und 75°/o Ricinusöl-Leinsamenöl-Maleat
besitzt eine Viskosität von 100 bis zu 1,000 Centipoisen je nach dem Anteil
des Ricinusöls gegenüber dem Leinsamenöl und dem Anteil des Maleinsäureanhydrids, welches mit
den Ölen zu reagieren hat. Höhere Viskositäten werden erhalten, wenn man Polystyrol in den
Monostyrolen löst, ehe das ölgemischmaleinsäureanhydrid dem Reaktionsprodulkt zugegeben wird.
luden- oder Cyklopentadienpolymere können an Stelle der Polystyrole zugegeben werden, um die
Viskosität der Flüssigkeit zu steigern.
Ks wurde festgestellt, daß der Zusatz fein verteilter anorganischer Feststoffe nicht nur hohe Viskositäten
ergibt, sondern auch erwünschte thixotrope Eigenschaften. Wenn man die Styrollösung
nach Beispiel I in Menge von 35 Gewichtsteilen mit 65 Gewichtsteiilen Glimmermehl vermischt und
kräftig schüttelt, so erhält man ein stark viskoses goldbraunes Harzmaterial. Bei Temperaturen von
250 beträgt die Viskosität 200 bis 400 Centipoisen.
Glimmer in fein verteiltem Zustand !kann in
Mengen von 25 bis 50 Gewichtsteilen zu 75 bis 50 Gewichtsteilen der Lösung oder des Harzes zugesetzt
werden. Wenn man Glimmerpulver mit der Lösung verarbeitet, so führt man das zweckmäßig
im Vakuum durch. An Stelle von Glimmer sind auch andere nichtleitende anorganische Materialien
verwendbar, z. B. Asbestpulver, Fullererde, Glaspulver u. dgl.
Um die Widerstandsfähigkeit gegen Feuer zu erhöhen, kann man bis zu 50 Gewichtsteile solcher
chlorierter oder fluorierter organischer Verbindungen zusetzen, welche ein O-Dipolimoment aufweisen.
Als solche Stoffe kommen Hexachlodiphenyl,
Tetrachlordifluoräthan in Betracht.
Es können auch 50 bis 60% fluoriertes Diphenyl zugegeben werden.
Aus geschichteten Elementen bestehende Körper für elektrische Supporte oder andere Körper mit
isolierenden Eigenschaften werden in der Weise hergestellt, daß man geschichtete Lagen von Papier.
Baumwollgewebe, Asbest, Glas, und zwar gewebt oder verfilzt, mit den Lösungen imprägniert, welche
die Reaktionsprodukte der Äthylen-alpTia-beta-Dicarbonsäure
und der Fettsäureester, in monomerer Vinylverbindung gelöst, enthalten. Die geschichteten,
imprägnierten Lagen werden bei Drücken von 1 bis 3500 kg/cm2 einer Temperatur
von 100 bis i8o° ausgesetzt. Je nach Bedarf können fein verteilte Stoffe dem Harz zugemischt werden,
und die Mischung kann sodann in Formen gegossen werden, in denen die endpolymerisierende Behandlung erfolgt.
Das Harzendpolymerisait besitzt sehr brauchbare Eigenschaften. Die elektrischen Eigenschaften sind
hervorragend im Vergleich zu den Eigenschaften bekannter Polymerisate von Stoffen. Ein Endpolymerisat,
bestehend aus 85°/o Styrol und 15% Reaktionsprodukt,
hat bei 1,000 Perioden und 250 einen Leistungsfaktor von 0,13 bis 0,25 °/o. Ein
Harz, welches durch Endpolymerisation von 75% Reaktionsprodukt und 25°/o Styrol hergestellt
wurde, besitzt den Leistungsfaktor in der Größenordnung von 2 bis 4°/o unter denselben Bedingungen.
Der Temperaturkoeffizient des Leistungsfaktors liegt sehr niedrig. Eine mit der Harzlösung imprägnierte
und endpolymerisierte Spuk' besitzt bei 100 Perioden und 25° einen Leistungsfaktor von
1,1%, während dieser Faktor bei 125° i..2"/u beträgt.
Bei einer Frequenz von einer Megaperiode bei 1250 ist der Leistungsfaktor 3,.yu/o.
Die physikalischen Eigenschaften des Endpolymerisates sind derart, daß weite Anwendungsmög-Henkelten
eröffnet sind. Das Endpolymerisat paßt sich Drücken an, die sich aus der thermischen Expansion
ergeben. Werden Körper oder mit dem Harz behandelte Stoffe druckentlastet, so nehmen
sie ilhre Ursprungsform wieder an, ohne Brüche oder Sprünge aufzuweisen. Die Wicklung eines
Motors dehnt sich unter dem Einfluß der Erwärmung bei hoher Last oder Überlast aus, mit der
Folge, daß sich erhebliche Veränderungen im Ausmaße dieser Wicklung ergeben. Sind die Zwischenräume
zwischen den Wicklungen mit dem Endpolymerisat ausgefüllt, so vermag die Wicklung
sich diesen Expansions- und Formveränderungen anzugleichen und nimmt nach Abkühlung die Ursprungsform
wieder ein. Diese Eigenschaft weist das Endpolymerisat der Erfindung gegenüber bekannten
Harzen in erhöhtem Maße auf.,
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Endpolymerisates im Vergleich zu bekannten
Harzen und ähnlichen Stoffen besteht darin, daß das über lange Zeit hinaus hohen Temperaturen
ausgesetzte Endpolymerisat nicht korrodierende organische Säuren abscheidet, wie dies viele Harze
tun, die zur UmIkleidung von elektrischen Drähten,
Rollen und Drähten verwendet werden. Diese Harze bekannter Art verursachen unter den genannten Bedingungen
Korrosionen des Metalls. Aus diesem Grunde läßt sich das erfindungsgemäße Endpolymerisat
mit gutem Erfolg bei hohen Temperaturen in Kontakt mit korrosionseinpfindlichen Metallen,
wie Eisen, Stahl, Aluminium u. dgl., verwenden.
Die erfhvdungsgemäßeu Endpolymerisate besitzen
bemerkenswerten Widerstand gegen Hitze und Feuchtigkeit. In Hüllen eines Endpolymerisates befindliche
Transformatoreinheiten wurden in Salzwasser bei 850 2 Stunden und ebenso in Salzwasser
von o° 2 Stunden eingetaucht. Diese Behandlung wurde viermal wiederholt, ohne daß irgendeine
Änderung des elektrischen Widerstandes von über 1 000 000 Megohm festgestellt wurde. Bei einem
anderen Versuch wurden in endpolymerisierten Hüllen befindliche Transformatoreinheiten in einem
Ofen bei 8o° mehrere Stunden behandelt und die Behandlung wiederholt. Der Isolierwiderstand behielt
bei dieser schweren Prüfung seinen Wert. Eine einen Monat lang in Trinkwasser bis zu ihren
626
Zuführungen gehaltene Spule behielt ihren ursprünglichen Widerstand von über ι ooo ooo
Megohm.
Petroleum und andere Kohlenwasseristoffverbindüngen
verursachen keine bemerkenswerte Quellung oder Zerstörung eines Körpers, wie sich durch das
Eintauchen eines Körpers in öl sogar bei einer Temperatur von 900 über die Zeit eines Monats hinaus
ergab.
Das Endpolymerisat haftet am Metall, wie Kupferdraht u. dgl.,, in solcher Weise, daß Wasser
zwischen den Polymerisatbelag und die Hülle nicht einzutreten vermag., Mit dem Endpolymerisat umhüllte
isolierte Drähte können ohne Trennung der beiden Teile gebogen und abgewinkelt werden. Mit
dem Endpolymerisat isolierte Drähte können für Zwecke der Isolation in beliebiger Weise gebogen
und behandelt werden, ohne daß Brüche oder Risse sich ergeben.
Claims (10)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung endpolymerisationsfähiger Stoffe, welche u. a. zur Her-«5 stellung elektrischer Isolierungen oder in der Elektrotechnik zu verwendender Gegenstände geeignet sind, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch von Estern aus Fettsäuren und mehrwertigen Alkoholen, unter denen sich hydroxyl-substituierte ungesättigte Fettsäureester benndeni, mit Äthylen-alpna-beta-Dicarbonsäure oder ihrem Anhydrid umsetzt und in einem aus einer flüssigen monomeren Vinylverbindung bestehenden Löser löst.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsstoff ein Estergemisch verwendet, welches aus dem Ester einer hydroxyl-substituierten ungesättigten Fettsäure mit einem mehrwertigen Alkohol und dem Glycerylester einer anderen Fettsäure besteht.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens eine den Fettsäureestern äquivalente Menge vonÄthylenalpha-beta-Dicarbonsäure verwendet.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man 5 bis 98 Teile hydroxyl-substituierte ungesättigte Fettsäureester eines mehrwertigen Alkohols und 95 bis 2 Gewichtsteile des Glycerylesters verwendet. 5·
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man 10 bis 95 Gewichtsteile Löser und 90 bis 95 Gewichtsteile des Reaktionsprodiuktes der Fettsäure und der Äthylalpha-beta-Dicarbonsäure verwendet.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5,, dadurch gekennzeichnet, daß man als hydroxyl-substituierte ungesättigte Fettsäure Ester eines mehrwertigen Alkohols, Riciinusöl und den Glycerylester eines Pflanzenölsi, wie z. B. Leinsamenöli, verwendet.,
- 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man Maleinsäurenanhydrid verwendet.
- 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Löser aus Monostyrol besteht.
- 9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man fein gepulverte anorganische Stoffe, wie z. B. Glimmer, zusetzt.
- 10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man geschichtete Lagen, z. B. aus Faseretoffmaterial, mit der Lösung des Reaktionsproduktes in einer flüssigen monomeren Vinylverbindung behandelt und endpolymerisiert.2652 12t
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| DE1009742B (de) * | 1954-04-10 | 1957-06-06 | Degussa | Verfahren zur Herstellung schnellhaertender Spachtelmassen |
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