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DE1026951B - Flammfestmachen von durchscheinenden oder klar durchsichtigen Harzen, Kondensaten, Polymerisaten - Google Patents

Flammfestmachen von durchscheinenden oder klar durchsichtigen Harzen, Kondensaten, Polymerisaten

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Publication number
DE1026951B
DE1026951B DED19603A DED0019603A DE1026951B DE 1026951 B DE1026951 B DE 1026951B DE D19603 A DED19603 A DE D19603A DE D0019603 A DED0019603 A DE D0019603A DE 1026951 B DE1026951 B DE 1026951B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
flame
mixture
product
weight
chlorine
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED19603A
Other languages
English (en)
Inventor
John E Dereich
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Diamond Shamrock Corp
Original Assignee
Diamond Alkali Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Diamond Alkali Co filed Critical Diamond Alkali Co
Publication of DE1026951B publication Critical patent/DE1026951B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/04Oxygen-containing compounds
    • C08K5/09Carboxylic acids; Metal salts thereof; Anhydrides thereof
    • C08K5/098Metal salts of carboxylic acids

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft die Verwendung flammfest machender Mittel als Beimischung zu Harzen oder Kunststoffen, wie Kondensaten, Polymerisaten, bei denen es auf die Erhaltung der Durchsichtigkeit oder mindestens guten Lichtdurchlässigkeit, der Farbstabilität und der Schmelzbarkeit ankommt.
Die in die durchscheinenden oder klar durchsichtigen, an sich entzündlichen Grundmassen, wie Harze, Kondensate, Polymerisate, Mischpolymerisate, einzuarbeitenden Mittel gemäß Erfindung stellen ein Gemisch dar aus einer hochchlorierten organischen Substanz und dem Arsen-, Antimon- oder Wismutsalz einer Carbonsäure oder eines Phenols.
Die schwer oder nicht entflammbar machende Wirkung der Mittel ist auf beide Bestandteile zurückzuführen. Man kann den flammfest machenden Mitteln gegebenenfalls entweder einen Stabilisator zufügen, oder man arbeitet vorher oder gleichzeitig in die plastischen Grundstoffe einen Stabilisator ein. der bei normalem Gebrauch und bei der Herstellung und Verwendung der flammfest gemachten Endprodukte auf chlorierte organische Stoffe stabilisierend wirkt, wobei jedoch sorgfältig darauf geachtet werden muß, daß bei der Entflammungstemperatur im Gegenteil eine Zersetzung der Chlorprodukte erwünscht ist. Gemäß der Erfindung können die flammfest machenden Mittel ferner von vornherein zusätzlich Stoffe mit farbstabilisierender Wirkung der Endprodukte enthalten, oder man kann derartige Stoffe in die flammfest zu machenden Stoffe selbst einarbeiten. Gegebenenfalls können den flammfest gemachten Endprodukten ferner Stoffe mit weich machender, glättender, entschäumender oder schmierender Wirkung einverleibt werden. Außerdem können Farbstoffe beigefügt werden.
Es ist an sich bekannt, organische Metallsalze, z. B. Wismuttartrat, chlorhaltigen Kunststoffen auf Vinyl- oder Vinylidenbasis zuzusetzen, um diese gegen Zersetzung bei der Verarbeitung oder Lagerung zu stabilisieren. Eine derartige Wirkung entspricht jedoch nicht dem Zweck der Erfindung, bei der derartige Metallsalze in Kombination mit verhältnismäßig leicht unter Chlorwasserstoffabspaltung zersetzlichen chlorierten Kohlenwasserstoffen oder Wachsen den ohne diesen Zusatz leicht entflammbaren durchscheinenden oder klar durchsichtigen Massen beigefügt werden, um ihre Entflammbarkeit zu verhindern. Hierbei ist es im Gegensatz zu dem Zweck des bekannten Zusatzes geradezu Bedingung, daß die Metallsalze die Zersetzung der chlorhaltigen Bestandteile ■—· mindestens bei der Entflammungstemperatur für die Grundmassen — nicht verhindern, da die flammensicher machende Wirkung zum großen Teil darauf beruht, daß bei Gefahr einer Entflammung Chlorwasserstoff frei gemacht
oder klar durchsichtigen Harzen,
Kondensaten, Polymerisaten
Anmelder:
Diamond Alkali Company,
Cleveland, Ohio (V. St. A.)
Vertreter: Dr.-Ing. F. Wuesthoff und Dipl.-Ing. G. Puls, Patentanwälte, München 9, Schweigerstr. 2
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 20. Januar 1954
John E. Dereich, Painesville, Ohio (V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
wird. Es werden daher nicht nur — wie bekannt — Metallsalze zugefügt, sondern Zusätze verwendet, die außerdem Bestandteile enthalten, die zu einer Chlorwasserstoffentwicklung bei Entzündungsgefahr führen. Ferner wurde schon früher vorgeschlagen, plastische, harzartige oder polymere Stoffe flammfest zu machen, indem man sie z. B. nach den USA.-Patentschriften 2 590 211 und 2 658 880 mit für diese Zwecke wirksamen Mitteln aus hochchlorierten, aliphatischen Verbindungen mit 50 bis 85% chemisch gebundenem Chlor und einer anorganischen Metallverbindung, wie Antimontrio'xyd, vermischt. Für viele Zwecke ist aber neben der Verhinderung der Feuergefährlichkeit die gleichzeitige Erhaltung der Lichtdurchlässigkeit der flammfest gemachten Massen von großer, manchmal ausschlaggebender Bedeutung, weshalb sich die Verwendu-ng derartiger rein anorganischer Zusätze, die die klare Durchsichtigkeit oder die Lichtdurchlässigkeit beeinträchtigen, verbietet.
DieUSA.-Patentschrift2664411 sieht vor, Massen, bei denen die Transparenz erhalten bleiben soll, zur Sicherung gegen das Entflammen neben Chlorparaffinen Triphenylstibin zuzusetzen. Der hohe Gestehungspreis für diesen schwer zugänglichen Körper verhinderte jedoch die praktische Auswertung dieses Vorschlages, während die erfindungsgemäß zu verwenden-
709 957/433
den Metallsalze in wirtschaftlicher Weise für Massen- oder aromatischer Natur. Derartige Säuren können produkte verwendbar sind. ■ einbasische Mönooxysäuren sein, wie beispielsweise
Die Verwendung der Mittel nach der Erfindung die Glykol-, die Milch- und die Salicylsäure. Ebenso bietet die Möglichkeit, plastische Stoffe für verschie- können die Salze mehrbasischer Mönooxysäuren, wie dene, bisher nicht in Frage kommende Zwecke anzu- 5 diejenigen der Citronen-, Äpfel- und Tartronsäure, wenden, bei denen sie so weit flammfest gemacht sein benutzt werden; außerdem sind Salze mehrbasischer müssen, daß sie nicht weiterbrennen. Der Ausdruck Polyoxysäuren, z. B. der Schleim- und Weinsäure, »nicht weiterbrennen« bedeutet in diesem Zusammen- besonders geeignet. Auch die Salze mehrbasischer hang, daß die betreffenden Stoffe, wenn man eine Säuren, wie Oxal-, Fumar-, Malon- und Adipinsäure, Flamme, z. ß. die Flamme von brennendem Holz io können Verwendung finden. Ferner lassen sich die od. dgl., auf sie einwirken und so lange in Berührung Derivate verschiedener aromatischer Stoffe, wie die mit ihnen läßt, bis sie selbst zu brennen scheinen, nach Gallus- und die Oxybenzoesäure, verwenden. Geeignet Entfernung der Flamme nicht länger als etwa 3 Se- sind auch die Derivate von Oxyphenolen, z. B. des künden (gewöhnlich jedoch weniger als 1 Sekunde) Brenzcatechins und des Pyrogallol. Auch die Verunter Flammenerscheinung weiterbrennen. Bekannt- 15 wendung anderer Säuren sowie ihrer verschiedenen
lieh entzünden sich Kunststoffe oder Kunstharze, wie Derivate, wie der Amino-, Amido- und Halogensäuren, Polystyrol und Polyesterharze, sehr leicht und brennen . ist vorgesehen. Handelt es sich um eine mehrbasische nach Entfernung der Flamme selbständig weiter. Eine Säure, so kann der Wasserstoff einer der Carboxyl-
Harz- oder Kunststoffmasse, auf die man in gleicher gruppen durch eine große Anzahl von Substituenten, Weise eine Flamme von brennendem Holz einwirken 20 beispielsweise durch Alkali- und Erdalkalimetalle,
läßt, erlischt jedoch beinahe sofort, wenn ihr ein Alkyl, Alkylen, Aryl, Aralkyl, Aralkylen, Alkaryl und
flammfest machendes Mittel nach der Erfindung ein- andere gesättigtere Stoffe, wie Cvclohexen und Cyclo-
verleibt ist. Das flammfest machende Mittel kann in hexan, ersetzt sein. In gleicher Weise können die
die Massen im unpolymerisierten, teilweise polymeri- Ammonium- und Aminsalze verwendet werden. Es sei sierten oder, im Falle von thermoplastischen Stoffen. 25 hinzugefügt, daß die verschiedenen zum Ersatz des
im fertig polymerisieren Zustand eingearbeitet werden. Wasserstoffes in einer der Carboxylgruppen einer
Es kann derart mit einem vollpolymerisierten, wärme- mehrbasischen Säure geeigneten Substituenten el>enso
härtbaren Material verbunden werden, daß man das an anderen Teilen des organischen Stoffes sitzen
letztere in Teilchenform mit dem flammfest machen- können.
den Mittel vereinigt und das Ganze anschließend mit 30 Hinsichtlich der organischen Substituenten der bc-
einem Bindemittel abbindet und zu den gewünschten treffenden organischen Substanz bestehen keine Ein-
Prodtikten ausformt. Die flammfest machenden Be- schränkungen, da diese im allgemeinen keinen beherr-
standteile gemäß der Erfindung werden zweckmäßiger- sehenden Einfluß auf die Wirksamkeit dieses Anteils
weise durch sehr intensives Mischen mit den Harzen der flammfest machenden Mittel haben. Lediglich in vermischt. Zum Mischen kann eine Gummimühle oder 35 Fällen, in denen die Zusatzstoffe bei der Entflam-
ein anderes beliebiges Mischgerät verwendet werden. mimgstemperatur so stabil sind, daß der metallische
Für das Zusammenmischen der Bestandteile des Zu- bzw. metalloxydisehe Anteil nicht zum Zusammen-
satzmittels unter sich sind keine besonderen Ver- wirken mit der aus dem chlorierten organischen Anteil
fahrensschritte nötig; sie können entweder jeder für entwickelten Chlorwasserstoff säure freigegeben wird, sich oder alle zu gleicher Zeit dem plastischen Stoff 40 treten Schwierigkeiten auf.
zugefügt werden Als Grundmassen. die durch die Es ist anzunehmen, daß der metallhaltige Anteil erfindungsgemäße Verwendung der erwähnten Ge- der Mittel mit dem bei der Zersetzung der chlorierten mische aus einem Chlorprodukt und einem Antimon-, Substanz entwickelten Chlorwasserstoff zusammen-Arsen- oder Wismutsalz einer Carbonsäure bzw. eines wirkt, wenn die Masse dem Einfluß großer Hitze ausPhenols flammfest gemacht werden können, kommen 45 gesetzt wird. Diese Zusammenwirkung muß als echte alle an sich entzündbaren, gegen chlorhaltige Bei- chemische Wirkung angesehen werden, die zwischen mengungen unempfindlichen Harze oder Kunststoffe dem Chlorwasserstoff und dem metallhaltigen Bein Frage, soweit sie lichtdurchlässig oder durch- standteil stattfindet. Hieraus folgt, daß die Reaktionsscheinend sind. zeit einen gewissen Einfluß auf die Schnelligkeit hat. Die zu verwendenden flammfest machenden Mittel 50 mit der ein brennendes Material ausgelöscht wird, und bestehen aas einem Gemisch eines chlorierten höher- daß ferner, wenn eine kurze Auslöschzeit erforderlich molekularen Kohlenwasserstoffes oder Wachses mit ist, die als hochreaktionsfähig mit Chlorwasserstoff einem Antimon-, Arsen- oder Wismutsalz einer l>ekannten Stoffe verwandt werden. Umgekehrt ist die Carbonsäure oder eines Phenols. Die Chlorverbindung Verwendung von weniger mit Chlorwasserstoff reaksoll mindestens 50%, vorzugsweise 50 bis 80% Chlor 55 tionsfähigen Stoffen vorzuziehen, wenn eine längere enthalten. Verbindungen mit mindestens 8 bis zu etwa Auslösehzeit in Frage kommt. Tm allgemeinen be-35 Kohlenstoffatomen haben sich als besonders geeig- lastet eine metallhaltige Substanz von höherem Molenet erwiesen. Besonders brauchbar sind die chlorierten kulargewicht notwendigerweise dasplastische Material Paraffinwachse, worin das Paraffinmolekül mehr als in stärkerem Grade, so daß, falls dem harzartigen Kohlenstoff atome aufweist. Das eine harzartige feste 60 Stoff ein verhältnismäßig großer Anteil beigegeben Masse bildende chlorierte Wachs enthält zwischen 50 werden soll, Stoffe mit niedrigerem Molekulargewicht und 80%. insbesondere etwa 70% Chlor. vorzuziehen sind.
Es wurde gefunden, daß Antimon-, Arsen- und Als besonders geeignet sind Stoffe anzusehen, die Wismuitverbindittngen einer Carbonsäure oder eines in der harzartigen Masse löslich sind, insbesondere Phenols sich für den vorgesehenen Zweck besonders 65 solche, die klare, farblose Lösungen bilden, da in eignen. Für praktische Zwecke ist das bevorzugte diesem Fall keine Färbewirkungen auftreten. Wo es Metall das Antimon, da es leicht verfügbar ist und auf völlige Durchsichtigkeit ankommt, soll das verseine Verbindungen eine besonders hohe flammfest wendete Mittel ohne Rücksicht auf seine Löslichkeit machende Wirksamkeit entfalten. Besonders geeignet im wesentlichen den gleichen Refraktionsindex aufsind die Salze organischer Oxysäuren aliphatischer 70 weisen wie die Grundmasse.
Die Metallderivate der verschiedenen organischen Stoffe sind ohne Rücksicht auf das Metall in ihrer die Entflammung hintanhaltenden Wirksamkeit im allgemeinen gleichartig. Wenn daher im folgenden nur auf Antimonderivate, insbesondere auf Antimonylderivate, Bezug genommen wird, so gelten die hierfür angeführten Gesichtspunkte in gleicher Weise für die anderen entsprechenden Metallderivate. Ebenso gilt, was der Einfachheit halber über die Derivate der Weinsäure und ihrer Monosalze und Ester, insbesondere über die Antimonylderivate der Weinsäure und des Kaliumtartrats gesagt wird, auch für die Antimonylderivate anderer Säuren und Verbindungen.
Es wurde gefunden, daß die Antimonylderivate der Weinsäure, insbesondere das leicht verfügbare Kaliumantimonyltartrat (Brechweinstein), als metallhaltiger Bestandteil der Mittel nach der Erfindung besonders geeignet sind. Desgleichen sind besonders geeignet das Ammoniumantimonyltartrat. das Bariumantimonyltartrat und das Äthylendiaminantimonyltartrat sowie das Antimonylbrenzcatechin. Bei Verwendung dieser Stoffe von verhältnismäßig niedrigem Molekulargewicht werden die Eigenschaften des flammfest gewordenen Endproduktes, insbesondere dessen Lichtdurchlässigkeit, so gut wie gar nicht beeinträchtigt.
Die gefundenen Mittel eignen sich zur Anwendung auf sehr vielen Gebieten, besonders auch zur Herstellung von durchscheinenden, mit Glasfasern verstärkten Platten. Derartige Platten sind heute weitgehend im Gebrauch, und für sehr viele Zwecke müssen sie flammfest sein. Bei der Herstellung solcher Platten bzw. Tafeln wird eine geeignete Form mit einem Trennmittel ausgekleidet und eine vorgefertigte Matte nus Glasfasern eingelegt. Vorzugsweise sind die Fasern der Glasmatte auf irgendeine Weise vorbehandelt, so daß sie die harzartige Masse leicht und einheitlich annehmen bzw. davon benetzt werden. Die Vorbehandlung kann durch Tränken der Fasern mit einer verdünnten Harzlösung, z. B. einer Styrol-Polyester-Lösung, die dann auf der Faser selbst polymerisiert wird, bestehen. Ist die Matte in die Form eingebracht, so wird ein Polymer oder ein polymerbildendes Gemisch, dem erfindungsgemäß ein entsprechender Anteil an einem flammfest machenden Mittel zügemischt ist, über die Glasfasermatte gegossen. Die andere Hälfte der Form wird übergestülpt, worauf durch Hitze und Druck ausgehärtet wird bzw., falls es sich um einen thermoplastischen Stoff handelt, man abkühlen läßt. Ist das Polymergemisch ganz oder teilweise unpolymerisiert, wie dies beispielsweise im Falle von Tafeln aus einem Polyesterharz der Fall ist, so setzt man selbstverständlich einen geeigneten Polymerisationskatalysator zu.
Einige der oben angeführten hochchlorierten Stoffe besitzen bekanntlich die Eigenschaft, sich beim Gebrauch zu zersetzen, was bereits bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen oder bei längerer Einwirkung des Wetters, insbesondere des Sonnenlichtes, erfolgen kann. Dies führt zur Verfärbung des flammfesten Endproduktes und zum Rückgang seiner Flammfestigkeit. In solchen Fällen fügt man dem flammfest machenden Mittel oder dem plastischen Stoff einen Stabilisator für die chlorierten Stoffe zu.
Eine vorzeitige Zersetzung des chlorierten Zusatzes, die dessen Wirksamkeit unter Entwicklung von Chlorwasserstoff unterbindet, muß vermieden werden, jedoch muß der Stabilisator mit Sorgfalt derart ausgewählt werden, daß der chlorierte Anteil nicht bis zu dem Punkt überstabilisiert ist, wo keine Zersetzung bei Entzündungsgefahr mehr eintritt. Jedenfalls darf der Stabilisator bei oder in der Nähe der Entflammungstemperatur keine stabilisierende Wirkung mehr ausüben.
Beispiele für bekannte stabilisierende Stoffe sind die hochschmelzenden Derivate der Äthylenoxyde; im allgemeinen sind — wie bekannt — Verbindungen brauchbar, die eine Äthylenoxydbindung enthalten und außerdem einen so· hohen Siedepunkt haben, daß bei Temperaturen, bei welchen das gesamte Material zusammengemischt und verformt wird, ihr Dampfdruck nicht in Erscheinung tritt. Besonders verwendungsfähige Stoffe aus dieser Gruppe sind die aroxylsubstituierten Propylenoxyde, unter denen das Phenoxypropylenoxyd eine Sonderstellung einnimmt.
Es ist dem Fachmann selbstverständlich, daß den Mitteln nach der Erfindung entweder bevor oder während ihres Einarbeitens in das plastische Material die bekannten Weichmacher beigefügt werden können. Zusätzlich kann ein geringer Prozentsatz eines Schmiermittels zugesetzt werden, was bewirkt, daß das Material durch Einspritzen ausgeformt werden kann, ohne allzufest an den Formen zu haften, so daß es leichter entfernt werden kann.
Die Menge, in der das flammfest machende Gemisch dem harzartigen Stoff beigefügt wird, kann innerhalb weiter Grenzen schwanken, wobei jedoch auf die Beeinflussung der Eigenschaften des Produktes Rücksicht zu nehmen ist. In gewissen Fällen können die Zusätze bis zu etwa 60 bis 63 Gewichtsprozent des Endproduktes darstellen, jedoch ist es zweckmäßiger, wenn die Gesamtmenge an flammfest machendem Mittel etwa 10 bis 35, vorzugsweise 20 bis 30 Gewichtsprozent der Masse beträgt.
Das Gemisch kann die beiden flammfest machenden Bestandteile in den verschiedensten Anteilsmengen enthalten. Für gewisse Zwecke kann das Gemisch 2 bis 6 Teile chlorierten organischen Stoff je Teil Metallsalz enthalten. Im besonderen, vor allem in Fällen wo der Masse 20 und 30 % ihres Gesamtgewichtes an flammfest machenden Mitteln zugesetzt werden, verwendet man vorzugsweise ein Gemisch, das je Anteil Metallsalz etwa 3 bis 5 Gewichtsteile chloriertes organisches Material enthält. Wie sich aus den Beispielen ergibt, ist ein Gemisch aus 80 °/& Chlorprodukt und 20% Metallsalz besonders geeignet. Der Stabilisator kann dem Chlorprodukt in Anteilsmengen von 1 bis 10 %, vorzugsweise von etwa 5 %, seines Gewichtes zugefügt sein. Der Weichmacher kann gegebenenfalls dem flammfest machenden Zusatz beigefügt werden und übt seine Wirkung dann in dem gesamten Endprodukt aus, von dem er im allgemeinen weniger als 10 °/o betragen soll. In dieser Menge beeinflußt der Weichmacher die flammfest machende Wirkung nicht merklich. Das Schmiermittel kann ebenfalls in den Zusatz eingearbeitet sein und soll etwa 1 bis 5 °/o des Endproduktes betragen.
In den nachfolgenden Beispielen ist verschiedentlich von »Polyesterharzen« die Rede, wobei dieser Ausdruck in seinem weitesten Umfang gemeint ist. Derartige Stoffe sind beispielsweise in den USA.-Patentschriften 233 639 und 2 445 553 beschrieben. Die in der letzteren Patentschrift beschriebenen Polyesterharze werden aus Estern von mehrwertigen Alkoholen mit mehrbasischen Carboxylsäuren gebildet, z.B. durch Veresterung von 1,2-Propylenglykol mit einer Säure, wie Sebazin- oder Maleinsäure.
Sollen durchscheinende oder durchsichtige Mischpolymerisate flammfest gemacht werden, so können

Claims (1)

  1. 7 8
    Polyesterharze mit Styrol verdünnt und erst misch- sind nur wenig verändert. Das Produkt ist durchpolymerisiert werden, während sie bereits mit den scheinend.
    flammfest machenden Stoffen und den anderen Bei- ,
    mengungen vermischt sind. £> e ι s ρ ι e 1 4
    Zur Stabilisierung des flammfesten Endproduktes, 5 Das nachfolgende Gemisch wird in der üblichen wobei sowohl die Zersetzung des hochchlorierten Be- Gummimühle vermählen und zu einer Folie ausstandteiles wie diejenige der Grundmasse verhindert geformt. Zunächst wird dabei das harzartige Cellulosewird, setzt man in bekannter Weise Stabilisatoren zu, acetatbutyrat vermählen, bis es plastisch wird, worauf die die Masse gegen den Einfluß des Lichtes, insbeson- der innig vermischte flammfest machende Zusatz in dere des ultravioletten Anteils, schützen. Für diesen io Anteilen von etwa einem Drittel in Abständen von Zweck können bis zu 5 % eines beliebigen bekannten etwa 10 Minuten zugesetzt wird. Das fertige Gemisch Lichtstabilisators verwendet werden. Hierfür eignet ist wie folgt zusammengesetzt: sich besonders das Phenvlsalicylat.oder andere SaIi- Celluloseacetatbutyrat .... 65 Gewichtsteile
    cylate das α- und /Wmbelh eron, das Methylumbelli- chloriertes Paraffinwachs
    feron, das Methylacetylumbelliferon; auch das Methyl- 15 (70 0/ ru] \ ?S
    anthranilat oder die substituierten Benzophenone NatriumantimonyitärVrat"'. 10 ]',
    sowie andere Stabilisatoren sind geeignet. J
    Das Endprodukt ist absolut widerstandsfähig gegen
    Beispiel 1 ^as Entflammen. Es brennt nicht, sondern verkohlt
    Es wird ein inniges Gemisch bereitet aus 20 nur.
    Polyesterharz 78 Gewichtsteile Beispiel 5
    Chloriertes Paraffinwachs
    (70% Chlor) 10 ^s w'ir(^ em Gemisch bereitet aus
    Kalmmantimonyltartrat . . 10 „ Polyesterharz 137,0 g
    Benzoylperoxyd-Tricresyl- 25 Chloriertes Paraffinwachs
    phosphat-Katalysator'.. 2 „ (70% Chlor und Styrol) 53,0 g
    Ammoniumantimonyltartrat 10,0 g
    Das Gemisch wird über eine in einer vorbereiteten Phenylsalicylat (Lichtstabilisator) . 1,6 g
    Tafelform ausgebreitete Glasfasermatte gegossen und Benzoylperoxyd-Tricresylphosphat-
    bei etwa 116° C zu einem vollpolymerisierten Produkt 30 Katalysator 4,0 g
    ausgehärtet. Die Glasmatte stellt etwa 35 Gewichtsprozent des Fertigproduktes dar. Die fertige Tafel Das Gemisch wird gemäß Beispiel 1 auf eine Tafel wurde mit der Flamme auf Flammfestigkeit geprüft, mit 35% Glasfasergehalt verarbeitet. Das erhaltene wobei sich ergab, daß sie in wenigen Sekunden von Produkt verlischt beim Entzünden von selbst, wobei selbst verlischt. Sie ist durchscheinend. Die physika- 35 die Flamme in weniger als 2 Sekunden verschwindet. Iisehen Eigenschaften des Produktes entsprechen den- . j enigen einer Tafel aus unbehandelten Polyesterharzen. ß e 1 s ρ 1 e 1
    Ein nach Beispiel 5 gebildetes Gemisch, das an
    Beispiel 2 Stelle des Ammoniumsalzes Bariumantimonyltartrat
    Das nachfolgende Gemisch wird in der üblichen 40 enthält, im übrigen jedoch die Bestandteile im gleichen Gummimühle vermählen und zu einer Folie aus- Gewichts verhältnis wie im Beispiel 5 enthält, zeigt geformt. Der Polyäthylenanteil wird zunächst ver- im wesentlichen Eigenschaften, die mit denen des mahlen, bis er plastisch wird, worauf das flammfest Produktes aus Beispiel 5 identisch sind. Die Verlöschmachende Gemisch in Anteilen von etwa einem Drittel zeit beträgt etwa 1 Sekunde, in Abständen von etwa 15 Minuten zugesetzt wird. 45 „ . . , _
    Das fertige Gemisch hat folgende Zusammensetzung: In dem Gemisch nach Beispiel 5 wird das Am-
    Polyesterharz 50 Gewichtsteile moniumantimonyltartrat durch das Äthylendiamin-
    Chloriertes Paraffinwachs antimonyltartrat ersetzt, wobei die Gewichtsverhält-
    (70% Chlor) 25 „ 50 nisse die gleichen bleiben. Das Produkt ist beinahe
    Kaliumantimonyltartrat .. 25 „ vollständig durchsichtig; seine Verlöschzeit ist sehr
    kurz, wobei allerdings diese Zeit verbessert wird,
    Das Produkt ist durchscheinend und flammfest. wenn man eine etwas größere Anteilsmenge an
    flammfest machendem Gemisch zugibt, als bei Ver-
    Beispiel 3 ^ wendung von Ammoniumantimonyltartrat. Im vor-
    Ein pastoses Gemisch von der ungefähren Zusam- liegenden Beispiel betrug sie etwa 3 Sekunden, mensetzung:
    Polyesterharz 73 Gewichtsteile Patentansprüche:
    Chloriertes Paraffinwachs *· Verwendung eines chlorierten höhermoleku-
    (70% Chlor) 20 6o laren Kohlenwasserstoffs oder Wachses mit einem
    Kaliumantimonyltartrat .. 5 " Gehalt von wenigstens 50% Chlor und eines
    Benzoylperoxyd-Tricresyl- Antimon-, Arsen- oder Wismutsalzes einer
    phosphat-Katalvsator .. 2 ,, Carbonsäure oder Phenols zum Flammfestmachen
    von durchscheinenden oder klar durchsichtigen,
    wird analog Beispiel 1 behandelt, so daß Tafeln aus 65 entzündlichen, gegen chlorhaltige Beimengungen dem vollpolymerisierten Polymer gebildet werden, in tmempfindlichen Harzen, Kondensaten, Polymeri-
    welche etwa 35 Gewichtsprozent Glasfaser eingearbei- säten oder Mischpolymerisaten,
    tet sind. Bei der Prüfung auf Entflammbarkeit ergab 2. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch
    sich, daß das Produkt innerhalb 2 Sekunden von gekennzeichnet, daß als Salz einer Carbonsäure
    selbst erlischt; seine physikalischen Eigenschaften 70 ein solches einer Oxysäure verwendet wird.
    9 10
    3. Ausführungsform nach Anspruch 1 und 2, In Betracht gezogene Druckschriften:
    dadurch gekennzeichnet, daß die Chlorverbindung
    in einer Menge verwendet wird, die zur ver- Schweizerische Patentschriften Nr. 275 161,
    wendeten Gewichtsmenge Metallsalz im Ver- 261981;
    hältnis 1: 1 bis 10 : 1 steht. 5 USA.-Patentschriften Nr. 2 664 411, 2 658 880.
    © 709 957/433 3. 58
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