DE81911C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 61: Rettungswesen.
(Suffolk, Staat Massachusetts, V. St. A.).
Selbsttätige Feuerlöschvorrichtung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. März 1894 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft eine selbstthätige Feuerlöschvorrichtung, welche an der
Wasserleitung angebracht und in der Weise eingerichtet ist, dafs bei Feuerausbruch durch
die Einwirkung der Hitze das die Leitung absperrende Ventil freigegeben wird, wodurch
mittelst einer Düse ein Wasserstrahl nach allen Richtungen hin gesprengt wird. Die Erfindung
besteht in der besonderen Anordnung des zum Freigeben des Ventils dienenden Mechanismus,
welcher durch das Fallen einer die Vorrichtung umschliefsenden Kapsel bethätigt wird, indem
letztere durch eine leicht schmelzbare Legirung am Platze gehallen wird, welche Legirung beim
Eintreten gröfserer Hitze zerstört wird und ein Herabfallen der mit dem das Ventil auf
seinem Sitz haltenden Hebelwerk verbundenen Kapsel ermöglicht.
Auf den beiliegenden Zeichnungen zeigt Fig. ι eine Ausführungsform der Vorrichtung
in Verbindung mit der Leitung im Verticalschnitt, Fig. 2 einen Grundrifs, Fig. 3 eine
Seitenansicht einer abgeänderten Ausführungsform, Fig. 4 einen Verticalschnitt derselben,
Fig. 5 einen Grundrifs und Fig. 6, 7 und 8 Einzelansichten, Fig. 9, ι ο und 11 zeigen in
Ansicht, Verticalschnitt und Grundrifs eine weitere Abänderung und Fig. 12, 13 und 14
Einzelansichten.
Die ringförmige Düse B (Fig. 1) ist mit einem nach oben führenden, mit äufserem Gewinde
versehenen Halse b versehen, welcher auch den Sitz des Ventiltellers E bildet. Rings
um die Düse ist der zum Ausstrahlen des Wassers nach allen Seiten dienende Schlitz D
vorgesehen, während der untere Düsentheil mit dem oberen mittelst Stegen dd verbunden ist.
Am oberen Deckel sind Löcher C angeordnet, sowie eine ringförmige Nuth j, welche letztere
zur Sicherung der den ganzen Mechanismus einschliefsenden Kappe / dient. Am unteren
Theil der Düse B ist ein Bock vorgesehen, in welchem einerseits der Hebel F bei /,
andererseits der mittelst Kette H bei i mit der Kappe I verbundene Hebelarm G bei g drehbar
gelagert ist. Der Ventilteller E ist mit einem nach unten ragenden Führungsstift e
versehen, der bei e1 durch den Boden der Düse jB hindurchgeführt wird, und dessen
unteres Ende auf dem Hebel F ruht. Die Kappe / ist in folgender Weise mit der Düse
leicht lösbar verbunden:
Der die Kappe / mit der Düse B verbindende Deckel besteht aus Segmenten k /c, welche mittelst
einer leicht schmelzbaren Legirung mit den Segmenten kl k1 verbunden sind. Letztere
sind durch Schrauben L an dem oberen Flantsch der Kappe / angeschraubt. Die ganze
Vorrichtung wird bei b in einem T-Stück der Leitung A in der Weise eingeschraubt, dafs
sie unter der Leitung herabhängt.
Die Wirkungsweise ist folgende:
Beim Ausbruch eines Feuers, bei Eintritt einer abnormalen Hitze schmilzt die die Segmente
k1 und k verbindende Legirung, wodurch die Kappe / freigegeben wird und herabfällt;
da dieselbe jedoch durch Kette H mit dem Hebel G verbunden ist, so dreht sie diesen
um seinen Drehpunkt, bis er eine senkrechte Stellung eingenommen hat. Hierbei wird das
freie Ende des Hebels F gehoben, hebt auch gleichzeitig das Ventil E aus seinem Sitz und
gestattet dem Wasser den Eintritt in die Düse B, mittelst welcher dasselbe nach allen Richtungen
hin über die Feuerstätte ausgestrahlt wird. Das Ventil wird dadurch offen gehalten, dafs
der Hebel G durch das Gewicht der Kappe / in der senkrehten Stellung gehalten wird, und
kann nur geschlossen werden, wenn man die Kappe / aufhebt und den Hebel G mit der
Hand in seine ursprüngliche Stelle zurückdreht.
In den in Fig. 3, 4, 5, 12, 13 und 14 veranschaulichten
abgeänderten Ausführurigsformen wird das Ventil N mittelst einer durch Fallen
der Verschufsklappe U zerstörbaren Stützvorrichtung O O1 gegen den Druck des in der
Leitung befindlichen Wassers hochgehalten.
Das Ventil N wird in Stellung auf dem Sitz η des mit äufserem Gewinde versehenen
Halses m durch die zwischen dem Sitz P und Hebel O angeordnete, vortheilhaft aus
Glas bestehende Stützstange O1 gehalten. An dem oberen, mit dem Hals m verbundenen
Deckel M ist ein Bügel M1 (Fig. 12) befestigt,
welcher zur Aufnahme des die Stange O1 stützenden Sitzes P, sowie der bei n>
drehbaren Wasserstrahlvorrichtung W dient. Das mit Flantsch ν und äufserem und innerem Gewinde
versehene Rohr V wird von oben in ein entsprechendes Gewindeloch des Bügels
eingeschraubt, während der Gewindepfropfen Q. von unten durch das Rohr hinaufgeschraubt
wird und zur Aufnahme der den Sitz P für die Glasstange O1 und gleichzeitig den Drehpunkt
n> für das Wasserrad W bildenden Schraube dient. Die Verschlufskappe ist oben
mit Aussparungen u u versehen, welche den Ansätzen M1 M1 des Deckels M entsprechen, und
ist mittelst Kette R T mit dem Hebelarm O verbunden. Um ein gänzliches Herabfallen
der Kappe mit Ventil nach erfolgter Auslösung der Stange O1 zu verhüten, ist das erste Glied R
der Kette durch ein kurzes Kettenstück 5 mit dem Bügel Ai1 verbunden. Die Verschlufskappe
U wird in folgender Weise in Stellung über dem Bügel M1 gehalten:
Die nach unten ragende Schraube V führt durch die Oeffhung X der Kappe U hindurch
und wird mittelst einer mit leicht schmelzbarer Gewindeeinlage ausgefüllten Mutter X'2 mit
einem aus schlecht leitendem Material bestehenden Zwischenring X1 gesichert.
Im Falle eines Feuers beim Eintreten grofser Hitze schmilzt die Gewindeeinlage der Mutter X2
und die Kappe U fällt herab (Fig. 12), wobei der mit dem Ventil N drehbar verbundene,
das obere Ende der Stange O1 stützende Hebel O (Fig. 14) nach unten gezogen und die
Stange O1 zerbrochen oder verstellt wird, so dafs das Ventil von seinem Sitz herabfällt und
das von der Leitung kommende Wasser auf die Strahlvorrichtung W herabströmen läfst.
Letztere ist vortheilhaft so weit wie möglich von dem Wasseraustritt aus der Leitung entfernt
anzuordnen, wie dies der Bügel Af1 gestattet,
da hierdurch ein bedeutend wirkungsvolleres Ausstrahlen des Wassers erzielt wird.
In den Fig. 6, 7 und 8 sind verschiedene Ausführungsformen für die schmelzbare Verschraubung
bezw. Sicherung der Kappe veranschaulicht, welche statt der zweitheiligen Mutter
angewendet werden können. In allen drei Figuren bedeutet χ die mit dem Schraubengewinde
in Berührung kommenden Theile und x1 die schmelzbare Verbindung.
Die Fig. 9, 10 und 11 zeigen die Anordnung
der Vorrichtung bei Anbringung oberhalb der Leitung. In diesem Falle wird das Ventil
durch Verstellung der einerseits drehbar mit dem Hebel O, andererseits durch Universalgelenk
mit dem Ventil verbundenen Stützstange n1 von seinem Sitz entfernt. Beim
Nichtgebrauch wird der Hebel O durch eine aus dem bei O1 abgeflachten Sitz P hervorragende
Spitze 0, welche in eine entsprechende Aussparung ρ der flachen Seite des Hebels O
eingreift, genügend fest in Stellung gehalten. In diesem Falle ist die Verschlufskappe aus zwei
Hälften U1 U'2 hergestellt, von denen die eine
zur Bethätigung des Ventils dient. Die beiden Hälften ruhen auf Ansätzen des Bügels M1 in
der Weise,· wie mit Bezug auf Fig. 4 und 12
beschrieben, und werden durch ein bei \ \ (Fig. 9 und 11) leicht schmelzbar zusammen^
gelöthetes Band Z zusammengehalten, die Kappenhälften können bei Y Y ausgespart sein,
um ein bequemeres Verlöthen des Bandes zu ermöglichen. Das Ende des Hebels O ist
mittelst Kette s2 mit der einen Hälfte der Kappe verbunden und auch durch eine kurze
Kette s3 mit der Stütze m; die andere Hälfte kann auch durch eine Kette s1 mit der Stütze
verbunden sein. Die Feder Z0 dient zum Abdrücken der das Ventil N bethätigenden Hälfte
der Kappe nach dem bei ^\ erfolgten Abschmelzen
der Verbindung Z, um eine sichere Wirkung der Vorrichtung zu erzielen. Auch
ist es vortheilhaft, wenn sämmtliche sich berührenden Theile, welche beim Feuerausbruch
getrennt werden, vor der Zusammenstellung mit einem Petroleum-Anstrich versehen werden,
um ein Verrosten zu verhindern.
In Fig. 13 ist die umgekehrte Anordnung der mit Bezug auf die Fig. 9, 10 und 11 beschriebenen
Ausführungsform dargestellt, wobei der Hebel O mit einem drehbar mit der Stange n1
verbundenen und mit abgeflachter Auflagefläche versehenen Bock ο2 in Verbindung steht. Der
Bock ο2 ruht auf dem Sitz P, während der Hebel O mit seinem mit Aussparung o1 ver-
sehenen Ende ρ gegen die Nase ο des Sitzes P
ruht. Wird ein Zug auf die Kette R ausgeübt, so wird der Bock o- umgekippt, und die Ventilstüüze
nl in der beschriebenen Weise zerstört.
Nach erfolgter Löschung des Feuers kann das Wasser in den mit Bezug auf die Fig. 3
bis 14 beschriebenen Ausfuhrungsformen in der Weise abgesperrt werden, dafs man die
Vertheilungsscheibe W mittelst der Verschraubung Vv gegen die Stütze m gegenschraubt,
um somit weitere Schaden durch Wasser zu verhindern.
Bei den bisherigen Vorrichtungen der beschriebenen Art hat man die schmelzbare Verbindung
zum Instellunghalten des Ventils verwendet, während letzteres durch den Wasserdruck
geöffnet wurde. Diese Anordnung hat jedoch den Nachtheil, dafs das Wasser in directer Berührung mit derselben kam und eine
nachtheilige Beinflussung ausübte. Aufserdem kam es häufig vor, dafs sich das Ventil durch
Verrostung festsetzte, so dafs der einfache Wasserdruck nicht genügte, um es zu öffnen.
Derartige Ventile lagen auch stets frei und konnten sehr leicht durch unbeabsichtigtes Anstofsen
beschädigt und unbrauchbar gemacht werden.
Vorliegende Erfindung bezweckt dagegen ein 'actives Oeffnen des Ventils, sowie auch
einen festeren Verschlufs desselben vermittelst dauerhafter metallischer Theile, während der
schmelzbare Verschlufs ganz aufser dem Bereich des Wassers gelegen ist, und der ganze Mechanismus
durch eine Kappe vor äufserlichen Einflüssen geschützt wird. Auch ermöglicht die vorliegende Anordnung ein leichtes Abschliefsen
des Wasseraustrittes nach erfolgter Löschung des Feuers.
Claims (2)
1. Eine selbsttätige Feuerlöschvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dafs das Ventil (E) unabhängig von der schmelzbaren Verbindung
auf seinem Sitz ruht und nicht vom Wasserdruck, sondern diesem entgegen dadurch gehoben wird, dafs, nachdem die durch
eine leicht lösliche Verbindung festgehaltene Kappe (I) herabgefallen ist, durch das Gewicht
derselben die Hebel (F und G), welche mit der Kappe verbunden sind, gegen die
Ventilspindel (e) stofsen, so dafs das Wasser aus der Vertheilungsdüse (B) austreten kann,
während nach erfolgter Löschung des Brandes durch Zurückstellung der das Ventil bethätigenden Hebel (FG) bezw.
durch Zuschrauben der Wasservertheilungsscheibe das Wasser leicht abgesperrt werden
kann (Fig. 1 und 2).
2. Bei der unter 1. gekennzeichneten Vorrichtung die Anordnung einer das Ventil (N)
stützenden und durch einen sowohl mit letzterem als auch mit der Kappe (U) drehbar
verbundenen Hebel (O) gehaltenen, eventuell zerbrechlichen Stange (nl oder O1),
welche dadurch zerbrochen oder verstellt wird, dafs der Hebel (O) durch Herabfallen
der Kappe nach unten gezogen wird, worauf das Ventil von seinem Sitz herabfällt und das von der Leitung kommende
Wasser auf die Strahlvorrichtung W herab- und aus dieser ausströmt (Fig. 3, 4, 5, 12,
13 und 14).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE81911C true DE81911C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT81911D Active DE81911C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE81911C (de) |
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0
- DE DENDAT81911D patent/DE81911C/de active Active
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