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Papierstoffreiniger Zur Reinigung von Papierstoff sind in den Papierfabriken
Anlagen gebräuchlich, die aus mehreren getrennt arbeitenden Apparaten, nämlich Sandfang,
Knotenfänger und Zentrifuge bestehen und den Zweck haben, die im Stoffwasser befindlichen
Unreinigkeiten, wie Schmutz, Fremdkörper, Knoten und Sand, auszuscheiden. Insbesondere
der Zentrifuge obliegt dabei die Aufgabe, die nach Durchgang durch Sandfang und
Knotenfänger im Stoffwasser noch befindlichen Verschmutzungen zu beseitigen. Dies
geschieht vorzugsweise dadurch, daß das Stoffwasser an die Mantelwand der Zentrifuge
geschleudert wird, so daß die im Stoffwasser noch vorhandenen Unreinigkeiten ausgeschieden
werden.
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Bei solchen bekannten Anlagen ist es jedoch nötig, je nach dem Grad
der Verschmutzung des Stoffwassers, des öfteren eine nur im Stillstand durchführbare
Reinigung vornehmen zu müssen, weshalb zur Aufrechterhaltung eines ununterbrochenen
Betriebes die Aufstellung eines zweiten Stoffreinigers erforderlich ist. Dies ist
nachteilig und legt der Papierfabrik zusätzliche Anschaffungs-und Betriebskosten
auf.
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Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe, die vorstehend
geschilderten Mängel zu beseitigen und einen Stoffreiniger zu schaffen, der unter
Einsparung einer solchen .zusätzlichen, aus den vorstehend genannten Apparaturen
bestehenden Anlage einen ununterbrochenen Betrieb gewährleistet, alle im Stoffwasser
befindlichen Unreinigkeiten restlos entfernt und eine während des Betriebes stattfindende
dauernde automatische Reinigung der Anlage unter Abführung des ausgeschiedenen Schmutzes
gestattet, dabei aber zugleich eine einfache, zweckmäßige- und raumsparende Bauart
in einem einzigen Maschinenaggregat aufweist.
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Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß innerhalb
einer Zentrifuge mit geschlossener Wand zwei konzentrisch angeordnete
Siebtrommeln
vorgesehen sind, die derart ausgebildet sind, daß innerhalb dieser eine Reinigung
des Stoffwassers in drei Stufen erfolgt.
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Dabei ist die Anordnung so getroffen, daß .die in der Zentrifuge vorgesehenen
beiden Trommeln nach dem Prinzip des Knotenfängers arbeiten, also eine Vorreinigung
des Stoffwassers zwecks Abscheidung von Sand, Knoten, Schmutz und sonstigen Fremdkörpern
vornehmen, und aus zwei konzentrischen, mit Schlitzreihen versehenen senkrechten
Zylindern bestehen, durch deren Schlitze das Stoffwasser mittels Zentrifugalkraft
gepreßt wird, während die dritte Reinigung durch die eigentliche Zentrifugenwand
gebildet wird, an deren Innenfläche die Zentrifugalkraft eine Abscheidung der restlichen,
von den Schlitzen nicht zurückgehaltenen Verunreinigungen des Stoffwassers bewirkt,
so daß also hier eine Feinreinigung desselben erfolgt.
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Um eine automatische Sauberhaltung der Maschine unter stetiger Abführung
der ausgeschiedenen Verunreinigungen zu erzielen, ist erfindungsgemäß dafür gesorgt,
daß während des Maschinenumlaufs eine dauernde Reinigung der Zylinderschlitze durch
in deren Schlitzreihenabstand mittels in feststehenden Rohren angeordneter Spritzlöcher
zugeführtes Spritzwasser erfolgt, das durch im Trommelinneren fest angeordnete Auffangrinnen
gesammelt wird, wobei die Auffangrinnen zwecks Verhütung einer Verbindung des im
Zylinderinneren rotierenden Stoffwassers mit dem verunreinigten Spritzwasser mit
im Abstand der Spritzlöcher und Schlitzreihen vorgesehenen, zu je einem Stück vereinigten
fingerförmigen Griffeln ausgerüstet sind, die das rotierende Stoffwasser im Abstand
der Schlitzreihen teilen, also dem Spritzwasser ungehinderten Durchtritt zu den
Auffangrinnen ermöglichen. Dabei sind die Auffangrinnen mit je einer Ablaufleitung
verbunden und zwischen jeder Auffangrinne und Ablaufleitung ist je ein Injektor
mit angeschlossener Rohrleitung vorgesehen, mit deren Hilfe das Schmutzwasser aus
dem Inneren der Trommel abgeleitet wird.
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An Hand der Zeichnung, die in den Abb. i und 2 ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung darstellt, seien Bauart und Wirkungsweise derselben näher erläutert.
Es zeigt Abb. i einen Schnitt durch die Reinigungstrommel nach der Linie A-B der
Abb. 2, die diese Reinigungstrommel im Grundriß, jedoch unter Fortlassung einzelner
Teile darstellt.
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In einer mit Einlauftrichter i und Armkreuz 2 sowie Nabe 3 versehenen,
von einer Welle angetriebenen Trommel 4 mit Wandung 5 und Boden 6 befinden sich
zwei konzentrische senkrechte Zylinder 7 und B. Jeder dieser Zylinder 7 und 8, die
die beiden ersten Reinigungsstufen für das zu reinigende Stoffwasser bilden, ist
mit mehreren, sich über den gesamten Umfang erstreckenden und in gewissen Abständen
vorgesehenen Schlitzreihen 9 ausgestattet,. wobei sich jede Schlitzreihe aus Einzelschlitzen
zusammensetzt.
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Gegenüber diesen Schlitzreihen 9 sind außerhalb der Zylinder 7 und
8 Spritzrohre io fest in der Trommel 4 angeordnet. Jedes dieser Spritzrohre io besitzt
mehrere Spritzlöcher, deren Abstand dem der Schlitzreihen 9 in den Zylindern 7 und
8 entspricht.
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Im Inneren der Trommel 4 sind weiterhin feststehende Auffangrinnen
i i angeordnet, und zwar so, daß sie sich den Spritzrohren io zwar unmittelbar gegenüber,
aber innerhalb der Zylinder 7 und 8 befinden. Diese Auffangrinnen i i weisen mehrere
zu einem Stück vereinigte fingerförmige Griffel 12 auf, die ebenfalls im Abstand
der Schlitzreihen g und der Spritzlöcher vorgesehen sind und sich bis unmittelbar
an die Innenwandungen der Zylinder 7 und 8 erstrecken.
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Ferner besitzt die Trommel 4 noch folgende Merkmale: Zwischen dem
Schlitzzylinder 8 und der äußeren Trommelwand 5, die die dritte Reinigungsstufe
verkörpert, ist ein konischer Zylinder 13 angeordnet, der durch eingebaute Zwischenstücke
14 vom Trommelboden 6 getrennt ist. Der Zylinder 13 ist zur Aufnahme mehrerer Einstellschrauben
15 eingerichtet, die dazu dienen, den Einstellring 16 gegenüber dem Auslaufring
17 zum Zweck einer Regelung des Stoffauslaufes zu verstellen. Schließlich ist noch
die unmittelbar in den Einlauftrichter i der Trommel 4 mündende Stoffwassereinlaufrinne
i8 sowie die stillstehende Auslaufrinne i9 vorgesehen.
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Wie besonders aus Abb. 2 hervorgeht, sind die feststehenden Auffangrinnen
i i am Ende mit je einer Ablaufleitung 2o verbunden, und zwischen jeder Auffangrinne
i i und Ablaufleitung 2o ist je ein Wasserstrahlinjektor mit Rohrleitung 21 eingeschaltet,
der mittels Hahnes regulierbar ist und die beim Reinigungsprozeß ausgeschiedenen
Unreinigkeiten aus der Trommel 4 über die Leitungen 2o in den Schmutzwasserkanal
ableitet.
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Die Wirkungsweise der gesamten Maschine ist nun wie folgt: Das Stoffwasser
fließt über die Stoff -einlaufrinne 18 dem Stoffeinlauftrichter i zu und wird durch
das Armkreuz 2 in Umdrehung versetzt, durch die auftretende Zentrifugalkraft an
die Wand des Trichters i gedrückt und dessen zweckmäßig scharfkantig gedrehtem Ausgang
zugeführt. Hier wird das Stoffwässer mittels der Zentrifugalkraft gegen die Innenwand
des Schlitzzylinders 7 geschleudert und steigt an dessen Innenwand hoch. Bereits
hier werden größere und schwerere Fremdkörper, Schmutzteile usw. von den Stoffasern
aussortiert, und das Wasser mit diesen Fasern wird, immer durch die Wirkung der
Zentrifugalkraft, durch die Einzelschlitze der Schlitzreihen 9 des Zylinders 7 gepreßt,
während der grobe Schmutz zurückbleibt. Infolge des Durchpressens des Stoffwassers
durch die erwähnten Schlitzreihen verliert die in der ersten Reinigungsstufe an
sich schon nicht erhebliche Zentrifugalkraft an Wirkung und läßt einen Teil des
Stoffwassers auf den Trommelboden 6 sinken, wodurch eine erneute Durchmischung des
Stoffwassers erreicht wird. Letzteres erhält jedoch infolge der Umdrehungsgeschwindigkeit
des Trommelbodens 6 sofort neuen Auftrieb, es
wird durch die Zentrifugalwirkung
gegen die Innenwand des zweiten Schlitzzylinders 8 gepreßt, steigt an dieser hoch
und dringt, weiteren Schmutz zurücklassend, durch die Schlitzreihen 9 dieses zweiten
Zylinders.
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Während dieser Vorgänge werden die Schlitzreihen der Zylinder 7 und
8 durch mittels der Spritzrohre io zugeführtes Spritzwasser dauernd gereinigt. Das
Spritzwasser mitsamt den aus den Schlitzen mitgeführten Unreinigkeiten wird in den
Auffangrinnen i i gesammelt, den mit ihnen verbundenenAblaufleitungen 20 zugeführt
und mittels zwischen Rohrleitungen 21 eingeschalteter Injektoren aus dem Trommelinneren
entfernt. Die fingerförmigen Griffel 12 teilen dabei das in den Zylindern 7 und
8 rotierende Stoffwasser, ohne dessen Umfangskraft abzulenken und lassen das Spritzwasser
mit den aus den Schlitzen gelösten Verunreinigungen ungehindert in die Auffangrinnen
ii gelangen.
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Hat nun das Stoffwasser in der vorbeschriebenen Weise die beiden ersten
Reinigungsstufen passiert, so wird es infolge der nunmehr stark auftretenden Zentrifugalkraft
an die Innenwand des konischen Zylinders 13 geschleudert, fließt von da aus dessen
größerem Durchmesser zu, also nach dem Trommelboden 6 hin, und steigt nunmehr zwecks
Feinreinigung an der Innenwand 5 der Zentrifuge 4 hoch. Hier bildet es ein Stoffpolster,
in welchem sich e\-entuelle noch im Stoffwasser befindliche Teile. die schwerer
als die Stoffasern sind, festsetzen, und Nvird schließlich durch Zentrifugalkraftwirkung
über den Auslaufring 17 der stillstehenden Auslaufrinne i9 zugeführt. Dabei ist
der Auslauf durch den Einstellring 16 regulierbar, der gleichzeitig dazu dient,
leichtere noch im Stoffwasser befindliche Fremdkörper zurückzuhalten.