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Verfahren und Vorrichtung zum Einbringen von Stahlausbauen, insbesondere
schwerer Ausbaue, in Abbaubetrieben Bekanntlich hat im Grubenbetrieb für die Stützung
des Hangenden in Abbaubetrieben der Stahlausbau, dessen Vorzüge allgemein bekannt
sind und heute auch allseitig anerkannt werden, insbesondere in der flacheren Lagerung
den früher üblichen Holzausbau aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit
immer mehr und nahezu ganz verdrängt. Dabei führten die an den Stahlausbau gestellten
Anforderungen im Laufe der Jahre zu immer stärkeren Stempelprofilen, womit zwangsläufig
auch die von den Stempeln getragenen Schaleisen, die sog. Stahlkappen, Schritt halten
mußten und eine entsprechende Verstärkung erfuhren. Stempel und Stahlkappen nahmen
daher, zumal wenn es sich um den Ausbau mächtiger Flöze handelt beträchtliche Gewichte
an, die das Ausbauen begreiflicherweise äußerst schwierig und zeitraubend gestalten.
Das Einbringen schwerer Ausbaue bedeutet daher eine starke Belastung der Hauer und
kann nicht mehr von einem Mann allein bewältigt werden. Die durch die hohen Gewichte
hervorgerufene umständliche Handhabung der Ausbauteile ist auch sehr häufig die
Ursache von Verletzungen der Arbeiter und sie erschwert auch das Bankrecht- und
Inrichtungstellen der Ausbaustempel, durch das nur die Gewähr der Betriebssicherheit
gegeben ist. Besonders schwierig und nicht ungefährlich ist das Einbringen schwerer
Stahlausbaue # bei stärkeren Flözeinfällen. Hier hat man in Abbaubetrieben mit einem
Einfallen von mehr als 3o° den Stahlausbau nicht mehr oder nur sehr selten und sehr
ungern angewandt. Soweit man bereits Hilfsmittel zur Erleichterung des Einbringens
der Ausbaue vorgeschlagen hat, beispielsweise die behelfsmäßige Unterstützung der
unter das Hangende gehobenen Stahlkappe, sind diese Vorschläge vollkommen unzulänglicher
Art,
so daß hierdurch die vorerwähnten Übelstände und Schwierigkeiten in keiner Weise
auch nur annähernd behoben werden. Man kann daher in Abbaubetrieben immer wieder
die Beobachtung machen, daß sich mehrere Hauer mit dem schweren Ausbau abmühen,
mit dem Endergebnis, d413 die fertige Zimmerung doch nicht bankrecht oder nicht
in Richtung steht. Ein Umstellen des Ausbaues nach erfolgter Fertigstellung ist
aber sehr schwierig, zeitraubend und gefahrvoll und wird daher von den Hauern nur
ungern und nur dann vorgenommen, wenn dies von den Aufsichtspersonen ausdrücklich
verlangt wird. Diese werden im Hinblick auf die Umständlichkeit des Umsetzens ein
Umsetzen des Ausbaues nur dann verlangen, wenn infolge des unsachgemäßen Stehens
der Zimmerurig eine unmittelbare Gefahr für den Hauer oder den Streb besteht. Es
liegt daher ein dringendes Bedürfnis der Arbeitsvereinfachung und Arbeitserleichterung
sowie der Erhöhung der Sicherheit beim Einbringen der Stahlausbaue vor.
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Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun ein Verfahren und Einrichtung
zum Einbringen von Stahlausbauen, insbesondere schwerer Ausbaue, in Abbaubetrieben,
die diesem Bedürfnis voll und ganz Rechnung tragen, durch die also das sachgemäße
Einbringen der Stahlausbaue unter gleichzeitiger Erhöhung der Sicherheit wesentlich
vereinfacht und erleichtert wird. Darüber hinaus erschließt die Erfindung dem Stahlausbau
auch die Abbaubetriebe mit steilerem Einfallen, in denen bisher der Stahlausbau
keine Verwendung fand und in der Hauptsache noch in Holz ausgebaut wurde, so daß
durch den erfindungsgemäßen Vorschlag erheblich an Grubenholz eingespart wird.
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Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß zunächst ein in seiner
Ausführung einfacher und leicht zu handhabender Hilfsstempel geringen Gewichtes
zwischen dem Hangenders und dem Liegenden fest eingespannt wird, der in seinem oberen
Teil mit einer zur Auflage der Stahlkappe dienenden Auflegeeinrichtung, beispielsweise
in Form einer Konsole, versehen ist. Auf dieser gegenüber dem eingespannten Stempel
in der Höhenlage verstellbaren Konsole wird alsdann die Stahlkappe nach erfolgtem
Auflegen mühelos in die dem Hangendenverlauf ungefähr entsprechende Lage geschoben
und gehalten, um hiernach durch Hochschrauben des die Konsole tragenden Stempelteiles
mit den auf ihr aufgelegten Quetschhölzern fest gegen das Hangende gepreßt zu werden.
In dieser Lage wird die Stahlkappe alsdann zunächst durch den Hilfsstempel gehalten.
Es können nunmehr, unberührt vom Gewicht der Stahlkappe, die endgültigen Stahlstempel
an den hierfür vorgesehenen Stellen unter die Stahlkappe gesetzt werden, wobei das
Setzen der Stempel noch dadurch erleichtert wird, daß auf die Stahlkappe im Bereich
der Stempelsetzstelle Hilfsmittel aufgebracht werden, die den Stempelkopf gabelförmig
unterfassen und somit das Gewicht des Innenstempels übernehmen. Mittels dieses Hilfsmittels
wird der in der Gabel verschiebbare Innenstempel in seine genaue Angriffslage unter
die Stahlkappe geschoben, und es kann nunmehr der vom Gewicht des Innenstempelteiles
entlastete AuBenstempelteil leicht und mühelos in die erforderliche bankrechte Lage
und Richtung gebracht werden. Hierauf wird der Innenstempelteil in bekannter Weise
mittels Setzvorrichtung o. dgl. fest gegen die Stahlkappe geprellt und das Stempelschloß
verkeilt, so daß nunmehr der endgültige Ausbaustempel den Druck des Hangenden übernimmt.
Nach erfolgtem Setzen der beiden die Stahlkappe tragenden endgültigen Ausbaustempel
werden Hilfsstempel und Hilfsmittel zwecks Wiederverwendung von der Stahlkappe entfernt,
alles Arbeiten, die gefahrlos von einem Arbeiter schnell und ohne Anstrengung bewältigt
werden können.
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Es sei noch erwähnt, daß, wenn auch der erfindungsgemäße Vorschlag
in der Hauptsache für den Ausbau von Stahlkappen gedacht ist, er jedoch überall
auch dort Verwendung finden kann, wo mit schweren Ausbauteilen ausgebaut wird, beispielsweise
auch in Fällen, in denen mit Stahlstempeln ausgebaut wird, wo aber als Kappen für
die Stützung des Hangenden keine Stahlkappen, sondern Holzkappen verwendet werden.
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In der Zeichnung ist der erfindungsgemäße Vorschlag sowie die hierzu
verwendeten Mittel in den Abb. r bis 9 in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
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Abb. r bis 4 zeigen das Verfahren in einem mit ungefähr 4o° einfallendem
Flöz in seinen verschiedenen Vorlaufstadien.
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Abb. 5 zeigt im vergrößerten Maßstabe die mittels des Hilfsstempels
gegen das Hangende gepreßte Stahlkappe, wie es die Abb.4 wiedergibt. Diese Abbildung
zeigt ferner das auf die Stahlkappe aufgebrachte Hilfsmittel zur Erleichterung des
Setzens des endgültigen Ausbaustempels. 114n ersieht aus dieser Abbildung, wie der
Innenstempelteil des endgültigen Ausbaustempels vom gabelförmigen Hilfsmittel unterfaßt
ist und von diesem getragen wird.
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Abb.6, von der Abb. 7 einen teilweisen Längsschnitt in vergrößertem
Nlaßstabe wiedergibt, zeigt den Hilfsstempel für das Anpressen und Halten der Stahlkappe
in Seitenansicht.
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Abc. 8 und 9 endlich zeigen in Seitenansicht bzw. im Querschnitt das
auf die Stahlkappe aufzubringende Hilfsmittel zur Erleichterung des Setzens des
endgültigen Ausbaustempels.
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Aus der Abb. r ersieht man den zwischen dem Hangenden r und dem Liegenden
2 eingespannten Hilfsstempel 3 mit auf seiner Konsole 4 aufgelegter Stahlkappe 5,
welche dann auf der Konsole 4 gemäß der Abb. 2 in eine dem Hangendenverlauf ungefähr
entsprechenden Lage geschoben wurde und in dieser Lage mit den aufgelegten Quetschhölzern
6 gehalten wird. Abb. 3 zeigt alsdann, wie die Stahlkappe 5 durch Hochdrücken des
die Konsole .4 mit der Stahlkappe 5 tragenden Stempelteiles fest gegen das Hangende
gepreßt ist und von dem Hilfsstempel 3 getragen wird. Aus Abb. ,4 ist dann das auf
die Stahlkappe 5 aufgebrachte, gabelförmige, für das Unterfassen und damit für das
Halten des Innenstempelteiles des endgültigen Ausbaustempels dienende
Hilfsmittel
7 ersichtlich, so daß nunmehr der vom Gewicht des Innenstempelteiles entlastete
Ausbaustempel 8 gesetzt werden kann. Hilfsmittel 7 kann nun entfernt und am anderen
Ende der Stahlkappe zum Stellen des zweiten endgültigen Ausbaustempels aufgebracht
werden. Nachdem die leiden endgültigen Ausbaustempel gesetzt sind, können Hilfsstempel
3 und Hilfsmittel ? zwecks Wiederverwendung entfernt werden und der Ausbau ist fertig,
wie es die linken Seiten aller vier Abbildungen zeigen.
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Gemäß den Abb. 6 und 7 besteht der Hilfsstempel im wesentlichen aus
dem unteren Teil 9 mit dem ihm gegenüber versteilbaren Oberteil io, und zwar erfolgt
die Verstellung mittels einer unter Zwischenschaltung eines Haltestückes 15 vom
Unterteil 9 getragenen, mit Handgriffen i i in Form von Rohrstücken o. dgl. versehenen
Verstellmutter 12, zu welchem Zwecke das Oberteil des Hilfsstempels teilweise mit
:lußengewin(le versehen ist, in dem die Verstellmutter 12 arbeitet. Um hierbei ein
Verdrehen des Oberteiles io beim Drehen der Verstellnititter 12 zu verhüten, ist
das Oberteil des Hilfsstempels mit einer durchgehenden Nut 13 versehen, in die ein
Stift 14 des die Mutter 12 tragenden Haltestückes 15 einfaßt. 1?iiie Ringnut 16
in der Verstelltiititter 12, in die ein weiterer Stift 17 des Haltestückes 15 einfaßt,
ermöglicht eine Umdrehung der Verstellmutter 12 gegenüber dem fest stehenden Haltestück
16. Auf einer weiteren auf dem Außengewinde des oberen Stempelteiles io arbeitenden
Verstellmutter 18 mit Handgriffen i9 ruht, auf dem Oberteil io gleitbar, die die
Stahlkappe 5 tragende Kolisole. Diese besteht zweckmäßig aus dem durch Streite 2o
abgestützten Rohrstück 21, das mit einem über (las Stempeloberteil io gestülpten
und auf diesem gleitenden Rohrstück 22 verschweißt ist. Damit beim Umdrehen der
Verstellmutter 18 sich das die Konsole tragende Rohrstück 22 nicht mitdreht, trägt
letzteres ebenfalls einen Stift 23, der in die durchgehende Nut 13 des Stempeloberteiles
io einfaßt. Durch Hochschrauben der Mutter 18 auf dem Gewinde des Stempelteiles
to wird die Konsole nach oben gedrückt und damit die auf der Konsole ruhende Stahlkappe
mit den auf dieser ruhenden Quetschhölzern fest gegen das Hangende gepreßt.
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llin die Lage des Hilfsstempels auch stark wechselnde Flözmächtigkeiten
anpassen zu können, ist, wie atis den Abb. 5 und 6 ersichtlich, ein Verlängerungsrohr
9° vorgesehen, welches mittels eines 13olzelis 9h am Stempelunterteil 9 des Hilfsstempels
versteckbar angeordnet ist.
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Das auf die Stahlkappe aufzubringende Hilfsmittel für die Erleichterung
des Setzens der endgültigen .\usbaustempel besteht gemäß den Abb. 5, 8 und 9 aus
dein U-förmig gebogenen Flacheisen 24, (iessen 1?ntlen den 1#u13 der Stahlkappes
umfassen. 1n den Altbildungen dient als Stahlkappe ein Doppel-T-Stück, an dessen
Stelle jedoch auch eine Altschiene, eine Holzkappe o. dgl. treten kann, in welchem
Falle das Flacheisen eine entsprechende Formgestaltung erhält. Durch den Keil 25,
welcher in Schlitzen geführt ist, wird das U-förmig gebogene Flacheisen zuverlässig
mit der Stahlkappe verbunden. Als Gleitlager für den Keil 25 und zur Erhöhung der
Stabilität des U-förmig gebogenen Flacheisens gegen ein Auseinanderbiegen ist in
die Führungsschlitze ein an den Enden entsprechend umgebogenes Stück Quadrateisen
26 gelegt und mit dem Flacheisen verschweißt. An den Außenseiten des U-förmig gebogenen
Flacheisens angeschweißte Längsriegel 27 dienen zum Unterfassen des Stempelkopfes
des endgültigen Ausbaustempels, wobei nach Einführen des Stempelkopfes ein die beiden
Längsriegel 27 verschließender Querriegel 28 eingeführt wird, welcher ein
Abgleiten des Stempelkopfes von dem Hilfsmittel verhindert.