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Steuerungseinrichtung für Zählkartenmaschinen Es ist bekannt, zur
Auswertung von mit Markierungen versehenen Registrierunterlagen unterschiedliche
Stromstärken auf die Auswertorgane wirken zu lassen. Dabei führen die unterschiedlichen
Stromstärken in den zu steuernden Auswertorganen entsprechende unterschiedliche
Wirkungen herbei. Im allgemeinen wird dabei von der Registrierunterlage jeweils
nur eine einzige, bestimmte von mehreren verschiedenen Stromstärken ausgelöst.
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Es ist indessen auch schon bekanntgeworden, mehrere Markierungen gleichzeitig
abzufühlen und die sich bei der Abfühlung ergebenden unterschiedlichen Teilströme
zu einem Resultatstrom zu vereinigen, der dann auf die Auswertorgane entsprechend
einwirkt. Dabei wird die Abstufung der Ströme in den den einzelnen Markierungsstellen
zugeordneten Abfühlstromkreisen durch besondere Widerstände erreicht.
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Bei der Erfindung wird nun ebenfalls für die einzelnen auszuwertenden
und durch ihre Lage in ihrer Bedeutung sich unterscheidenden Markierungen je ein
eigener Abfühlstromkreis vorgesehen. In jedem Abfühlstromkreis befindet sich ein
Widerstand. Diese Widerstände sind so bemessen, daß entsprechend der Bedeutung der
Markierungspositionen abgestufte Stromstärken auftreten. Gemäß der Erfindung wird
jedoch im Gegensatz zu der bekannten Einrichtung die Anordnung so getroffen, daß
die in den Abfühlstromkreisen die Stromstärken bestimmenden Widerstände von den
Widerständen der Auswertorgane für die Abfühlströme selbst g2-bildet
werden,
also besondere Abstufungswiderstände, wie sie bei den bekannten Anordnungen überhaupt
nicht vorhanden sind.
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Durch diese Maßnahme gemäß der Erfindung wird erreicht, daß sowohl
im Abfühlstromkreis als auch in den Auswertorganen immer ein der Bedeutung des abgefühlten
Kennzeichens entsprechendes vorgegebenes Stromstärkeverhältnis gewahrt bleibt. Das
kann bei den bekannten Anordnungen nicht erreicht werden, weil beim Hinzuschalten
der in den Schaltmitteln liegenden Widerstände jeweils das Stromstärkeverhältnis
in den einzelnen Abfühlkreisen zueinander ein anderes wird. Das konstante Verhältnis
der einzelnen Stromstärken ist aber eine unerläßliche Voraussetzung für die Erzielung
genauer Resultate und eine zuverlässige Arbeitsweise. Vor allem können hierbei die
Abfühlströme unmittelbar elektrisch ausgewertet werden; magnetische Vergleichseinrichtungen
oder ähnliche Anordnungen, wie sie bei den bekannten Einrichtungen erforderlich
sind, werden vermieden.
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Obwohl die Erfindung besondere Vorteile in Verbindung mit der Auswertung
von Lochkombinationen nach dem sogenannten additiven Prinzip mit sich bringt, ist
sie auf diesen Anwendungsfall nicht beschränkt. Es ist ebensogut möglich, bei der
Darstellung von Zeichen nach dem sogenännten Einzellochsystem durch jede gelochte
Stelle eine unterschiedliche Stromstärke auslösen zu lassen.
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Die Erfindung ist an Hand der Zeichnungen in Verbindung mit einem
bekannten Stromstärkeübersetzer an einem Ausführungsbeispiel gezeigt.
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Fig. i zeigt einen nach dem additiven Prinzip gebildeten Lochkombinationsschlüssel,
nach dem die Registrierkarten gelocht sein können; Fig. 2 zeigt das grundsätzliche
Schaltbild einer Anordnung gemäß der Erfindung; Fig. 3 zeigt die Zusammenschaltung
der Widerstandsspulen auf einem gemeinsamen Kern; Fig. 4 ist das Schaltbild eines
bekannten Relaisübersetzers; Fig. 5 zeigt das Schaltbild der Fig. 4 in vereinfachter
Darstellung mit einem ausgewählten Übersetzerkreis; Fig.6 zeigt eine Abänderung
der Ausführung nach Fig. 4 mit Haltewicklungen; Fig. 7 ist eine . Darstellung eines
verwendeten Relais; Fig. ä zeigt schematisch die Anwendung des Erfindungsgedankens
bei Registrierkarten, bei denen für jede Ziffer eine einzige Lochposition vorgesehen
ist.
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Zur Steuerung von Zähl- und Anzeigevorrichtungen finden Zählkarten
Verwendung, deren lochschriftliche oder graphische Angaben in bekannter Weise elektrisch
oder lichtelektrisch abgelesen werden können. Die Angaben auf der Zählkarte können
sowohl nach dem Einzelloch- als auch nach einem Kombinationssysteni erfolgen. So
zeigt beispielsweise Fig. i einen solchen Kombinationsschlüssel, der nach dem additiven
Prinzip gebildet ist, bei dem die Bildung der Grundwerte sich aus der Addition der
Teilwerte ergibt, die jeder einzelnen Lochposition zugeordnet sind. Deren Wertbedeutung
ist am linken Rande mit tönlischen Zeichen angegeben. Die Anwendung der Erfindung
ist jedoch nicht.an ein bestimmtes System der Wiedergabe der zu registrierenden
Angaben der Zählkarte gebunden.
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Fig.2 dient zur Erläuterung des Grundgedankens der Erfindung. Die
Karten werden zur Abfühlung zwischen der Abfühlwalze io und den Abfühlbürsten i
i hindurchgeführt, von denen je eine für eine der Lochpositionen I bis I`' einer
Kartenspalte vorgesehen ist. In dem dargestellten Fall ist angenommen, daß die Abfühlung
der Karten quer zur Lage der Kartenspalten stattfindet, so daß also jeweils gleichzeitig
alle Positionen einer Spalte abgefühlt werden. In den einzelnen den Lochpositionen
zugeordneten Stromkreisen 13 sind Widerstände 12 vorgesehen. Die Abfühlstromkreise
und Widerstände sind entsprechend ihrer Zuordnung zu den einzelnen Bürsten bzw.
Lochpositionen mit gleichen Indizes versehen. Die N\'iderstände sind derart gewählt,
daß im Abfülilkreis 13' ein einziger Widerstand 121 liegt, während in den übrigen
Abfühlkreisen mehrere solcher gleich großer Widerstände zu resultierenden Widerständen
12" 1211, 121I1, 12Iv gruppenweise parallel geschaltet sind. Da in dem Abfühlkreis
131, zwei gleiche Widerstände parallel liegen, ist der Widerstand nur halb
so groß wie in dem Abfühlkreis 131 und der Strom il, daher doppelt so groß wie in
dem Abfiihlkreis 131. In entsprechender Weise sind in den Abfülilkreisen 13I1, und
131v drei bzw. vier gleich große Widerstände parallel geschaltet, so daß die Ströme
in, und iiv in den entsprechenden Abfühlkreisen drei- bzw. viermal so groß sind
wie in dem Abfühlkreis 13I.
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Daraus folgt, daß die Stromstärken in den Abfühlstromkreisen entsprechend
den Teilwerten der einzelnen Lochpositionen nach Fig. i abgestuft sind. Deshalb
können auch die von den einzelnen Lochpositionen ausgelösten unterschiedlichen Stromstärken
zu einem Gesamtstrom in der Leitung 14 zusammengeführt werden, der der Bedeutung
der Lochkombination, also einem der Grundwerte o bis 9 entspricht.
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Wenn nun gemäß der Erfindung die Widerstände 12 von Auswertorganen,
z. B. von den Übersetzerspulen eines Übersetzers, selbst gebildet werden, so bleibt
das Stromstärkeverhältnis stets aufrechterhalten. Ganz unabhängig von der Lage und
der Zahl der gelochten Lochpositionen wird immer das vorgegebene Stromstärkeverhältnis
und daher auch immer eine genau zu bestimmende Stromwirkung vorhanden sein. Würde
dagegen, wie es bei den bekannten Anordnungen der Fall ist, die Übersetzerspule
erst in der Rückleitung, d.,li. hinter den Widerständen, zur Wirkung kommen, so
würde je nach Zahl und Lage der gelochten Zählpunktpositionen der Karte durch das
Hinzufügen eines von der Übersetzerspule gebildeten bestimmten Widerstandes in der
Leitung 14 das ursprünglich in den Abfiihlstromkreisen 13 vorgegebene Stromstärkeverhältnis
nicht bestehenbleiben, sondern sich eine Verfälschung des jeweiligen Gesamtresultats
ergehen.
In welcher Weise die Widerstände 12 in Schaltmittel eingebaut
werden können, zeigt schematisch Fig.3. Dort sind die in Fig.2 veranschaulichten
Widerstände 12 zu einer gemeinsamen Übersetzerspule 18 zusammengefaßt. Es ist ersichtlich,
daß die Stromstärken jeweils in einem Verhältnis 1 : 2 : 3 : 4 zueinander stehen
und daß bei Abfühlung mehrerer Lochpositionen jeweils der richtige Resultatstrom
auf die Spule einwirkt. Das hat allerdings zur Voraussetzung, daß in den Abfühlstromkreisen
hinter den Übersetzerspulen keine weiteren das Stromstärkenverhältnis bestimmenden
Widerstände mehr folgen dürfen, diese vielmehr in die Schaltmittel selbst verlegt
sind. Die Widerstände der "Zuleitungen sind gegenüber den Spulenwiderstä nden der
Schaltorgane klein und zu vernachliissigen.
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Fig.4 zeigt die Anwendung der Steuervorrichtung gemäß der Erfindung
für einen an sich bekannten Relaisübersetzer. Bei diesem Übersetzer sind in der
aus der Zeichnung ersichtlichen Weise in der liciken Reihe zehn Übersetzerrelais
18 und in der rechten Reihe ebenfalls zehn übersetzerrelais t 8 hintereinander in
den Abfühlkreis der vier Abfühlbi.irsten 11 eingeschaltet. Die linke Reihe der einzelnen
Relais ist mit \ü bis 1a und die rechte mit \b bis I6 bezeichnet. Alle Relais sind
gleichartig ausgebildet. Die Federspannungen der Relaisanker sind jedoch so abgestuft,
wie es durch die in den kleinen Kreisen befindlichen Zahlen der Fig.4 erkennbar
ist. Die Federn S der linken Gruppe sind also in Abständen von je zehn Einheiten
zwischen 95 und 5, die Federn S der rechten Gruppe ebenfalls in Abständen von zehn
Einheiten von 105 bis zu 15 Spannungseinheiten abgestuft. Die einzelnen Relaiskontakte
20 der linken Gruppe werden im Ruhezustand der Relais durch die zugeordneten Federn
offen gehalten, während die Relaiskontakte 21 der rechten Gruppe durch ihre Federn
geschlossen gehalten werden.
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Der Relaisübersetzer arbeitet nun so, daß beim Auftreten einer gewissen
Stromstärke jeweils nur ein einziger Leitungsweg zu einem der Steuermagnete 26 zustande
kommen kann, von denen beispielsweise jeder einen Typenhebel steuert, der eine der
abgefühlten Stromstärke entsprechende Druckzeichenregistrierttng veranlaßt.
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V4'ird also von einer Registrierkarte ein bestimmter Strom von beispielsweise
drei Stromeinheiten abgeleitet, so werden alle Relais 18 ansprechen, deren Anker
von einer Federspannung gehalten wird, die kleiner ist als 3o Federspannungseinheiten.
Zum besseren Verständnis ist dieses gewählte 13eispiel in Fig.5 schematisch veraliscliatiliclit.
lastsprechend dem .=1lifiihlergelinis haben also die drei untersten linken Relais
18 ihre Kontakte 20 gesclilOsseil. 1)a dieselben Ströme mit denselben Stärkeverliältliissen
auch die rechte Relaisgruppe durchfließen, werden dort alle geschlossenen Bontakte
21 geöffnet, deren Federspannung geringer ist als 30 Spannungseinheiten.
Das sind nur die leiden untersten Kontakte 21. Es ist ersichtlich, daß der Steuerstrom
nur einen einzigen Sekundärstromkreis zur Wirkung bringt, der von der Zuleitung
22 über Leitung 23, Kontakt 20, Zwischenleitung 24, Kontakt 21, Leitung 25 und Registriermagnet
26111
zur Rückleitung 27 führt, so daß nur der der abgefühlten Lochkombination
entsprechende Steuermagnet 261111 erregt ward. In entsprechender Weise erfolgt die
Auswahl aller den Grundwerten 1 bis 9 zugeordneten Registrierorgane 26, deren Steuerung
von den unterschiedlichen Stromstärken abgeleitet wird.
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Die Spannung der an den Relaisankern angreifenden Federn muß natürlich
sehr sorgfältig auf die Stromstärkenstufen 1 bis 9 abgestimmt sein, und die Spannung
der Stromquelle muß konstant bleiben. Diese hohen Anforderungen können vermieden
werden, wenn die Wirkung der den Relaisankern zugeordneten Federn durch Halterelais
ersetzt wird, die entweder parallel zueinander oder in einer Reihe hintereinander
an die gleiche Stromquelle angeschlossen werden wie die Übersetzerrelais. Durch
entsprechend genaue Bemessung der Wicklungszahlen kann die Übereinstimmung zwischen
Haltewirkung und Relaiswirkung sehr sorgfältig festgelegt werden; die Spannungsschwankungen
machen sich dann überhaupt nicht mehr nachteilig bemerkbar, weil etwa auftretende
Änderungen sich sowohl in den Haltewicklungen als auch in den Übersetzerw icklungen
in gleicher Weise auswirken.
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Fig.6 zeigt eine Schaltanordnung mit kombinierten Relais, bei welcher
die polarisierten Relais 34 eine Übersetzerspule 18 und eine dieser zugeordnete
Haltespule 35 aufweisen. Die Windungszahlen der Haltespulen sind abgestuft, wie
es den Federspannungen der Relaisanker entspricht und wie es auch den in der Zeichnung
auf den Spulen selbst angegebenen Verhältniszahlen für die Haltespulen 35 zu entnehmen
ist.
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Die Ausführung eines solchen polarisierten Relais 34 ist in Fig. 7
gesondert dargestellt und zeigt die Anordnung der Haltespule 35 gegenüber der Übersetzerspule
18. In dem vorliegenden Fall ist das Relais 34 mit zwei Kontakten 20, 21 ausgestattet,
damit es innerhalb jeder der beiden Relaisgruppen Verwendung finden kann. Naturgemäß
wird je nach der Gruppe, in der das Relais angeordnet ist, nur der eine oder andere
Kontakt ausgenutzt.
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Die Steuereinrichtung gemäß der Erfindung kann auch ebensogut für
nach dem Einzellochsy#stem gelochte Karten Verwendung finden. Eine solche Anordnung
veranschaulicht Fig. 8 schematisch. Wenn die Stromstärken in einem der Wertbedeutung
der einzelnen Zählpunktstellen entsprechenden Verhältnis zur Wirkung kommen sollen,
müssen die Widerstände in den einzelnen den Zählpunktstellen zugeordneten Abfühlkreisen
hemessen sein und gleichzeitig die Schaltorgane darstellen. Die unterschiedliche
Widerstandsbemessung ergibt sich ohne weiteres aus Fig. B. In jedem Abfühlstromkreis
ist die der Bedeutung der abgefühlten Lochpositionen entsprechende Anzahl von Widerständen
parallel geschaltet, so daß sich jeweils das entsprechende Vielfache der in dem
Abfühlkreis für die Ziffer 1 .fließenden Stromstärke ergibt. Wenn die unter
schiedlichen
Stromstärken zur unterschiedlichen I Steuerung ausgenutzt werden sollen, müssen
also auch in diesem Falle die Abstufungswiderstände 12 von den Widerständen der
Schaltmittel selbst gebildet werden.