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Gewinde-Schneidkluppe Die Erfindung ist auf eine Gewinde- Schneidkluppe
mit einstellbaren, zwei Arbeitsschneiden besitzenden Schneidwerkzeugen gerichtet.
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Bei bekannten derartigen Kluppen sind die Schneidwerkzeuge, die .sog.
Schneidbacken, starr in prismatische Führungen eingesetzt, in denen sie radial verschiebbar
sind. Dabei ergibt sich der Nachteil, daß jeder Schneidbackensatz nur zum Schneiden
eines Gewindes von bestimmtem Steigungswinkel brauchbar ist. Es müssen also auch
dann, wenn Gewinde geschnitten werden sollen, welche gleiche Steigung, aber unterschiedlichen
Durchmesser, mithin verschiedene Steigungswinkel haben, entsprechend viele Sätze
von Schneidbacken verfügbar sein. So ist es z. B. notwendig, um die Rohrgewinde
nach DIN 259 R 1/2", R 5/ä', R '/ä' und R '/e", welche bekanntlich gleiche Steigung
besitzen, schneiden zu können, vier Schneidbackensätze vorrätig zu halten. Ebenso
müssen dreizehn Schneidbackensätze vorhanden sein, um beispielsweise die metrischen
Feingewinde Nr. 3 nach DIN 243 M 1o, M12,M13,M14,M16,M18,M20,M22,M24, M 26, M 28,
M 30 und M 32 schneiden zu können, welche eine Steigung von 1,5 mm aufweisen.
Dadurch ist einerseits ein großer Fertigungsaufwand , namentlich an Werkstoff und
Zeit bedingt, andererseits die Lagerhaltung erschwert. Außerdem ist es mißlich,
auf der Baustelle eine Vielzahl von Schneidbackensätzen mit sich führen zu müssen.
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Es wurde nun gefunden, daß es überraschenderweise möglich ist, zum
Schneiden von Gewinden gleicher Steigung aber unterschiedlichen Durchmessers mit
wenigen, ja in den meisten Fällen mit einem Schneidbackensatz auszukommen, indem
zwischen Werkzeug und Werkzeugträger und/oder Werkzeugträger und Kluppengehäuse
ein den Ausgleich
von Steigungswinkelunterschieden ermöglichendes
Spiel belassen ist. Vorzugsweise ist dieses Ausgleichspiel in den Führungen des
Werkzeugträgers vorgesehen, in welche die Werkzeuge eingelassen sind. Es liegt der
Erfindung die Erkenntnis zugrunde, daß das erwähnte Ausgleichspiel eine geringe
Werkzeugverdrehung ermöglicht, die die notwendige Anpassung an den jeweils gegebenen
Steigungswinkel zuläßt. Im Hinblick auf die Drehachse der Werkzeuge stimmt zwar
der einstellbare Steigungswinkel nicht theoretisch genau mit dem bei der Gewindeberechnung
sich ergebenden Steigungswinkel überein. Der Unterschied ist jedoch so geringfügig,
daß er praktisch vernachlässigt werden kann.
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Mit besonderem Vorteil wird die Erfindung derart verwirklicht, daß
die Werkzeuge in den Werkzeugträger mittels eines runden Lagerzapfens eingesetzt
sind und das Ausgleichspiel zwischen dem leistenförmigen Schneidenträger der Werkzeuge
und einer diesen aufnehmenden Führung des Werkzeugträgers besteht. Es ist aber möglich,
Werkzeuge mit derart rundem Lagerzapfen mittels Stellstiften des Schneidenträgers
in Führungsbohrungen des Werkzeugträgers eingreifen zu lassen und das Ausgleichspiel
zwischen diesen Stiften und ihren Bohrungen vorzusehen. Wenn die Werkzeuge mit kantigem
Lagerzapfen versehen sind, so ist das Ausgleichspiel zwischen dem Lagerzapfen und
den entsprechend profilierten Lagerungsausnehmungen der Werkzeuge angeordnet. In
allen Fällen sind also die Schneidbacken um ihre Mittelachse im Rahmen des Spiels
drehbar. Da es sich dabei um ein Einbauspiel handelt, so genügt in vielen Fällen
das Passungspiel, welches wegen der leichten Auswechselbarkeit der Backen ohnehin
gegeben ist.
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Erfindungsgemäß ist somit der beträchtliche Fortschritt erreicht,
daß Gewinde gleicher Steigung aber unterschiedlichen Durchmessers mit einem Backensatz
erzeugt werden können. So ist z. B. zum Schneiden der erwähnten Rohrgewinde und
der angegebenen metrischen Feingewinde je nur ein Satz Schneidbacken erforderlich.
Darin liegt der fertigungstechnische Vorteil, daß der Bedarf an Schneidbacken rascher
und mit weniger Werkstoffaufwand befriedigt werden kann, was namentlich deshalb
wichtig ist, weil die Schneidbacken aus wertvollstem Werkzeugstahl bestehen. Die
Erfindung wirkt sich aber gleich vorteilhaft auch bezüglich der Handhabung der Schneidkluppen
aus, da die Schneidbacken weniger oft ausgewechselt werden müssen, mithin eine entsprechende
Arbeits-und Zeitersparnis auf der Baustelle gegeben ist. Die Besitzer von Schneidkluppen
haben außerdem den Vorteil, erheblich weniger Schneidbackensätze auf Lager halten
zu müssen.
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In der Zeichnung ist in F4g. r schematisch der Unterschied im Steigungswinkel
von Gewinden dargestellt, welche die Durchmesser x bzw. y haben. Wird
der Durchmesser größer, so wird der Steigungswinkel kleiner.
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Die Fig. 2 und 3 zeigen im Längsschnitt und in Vorderansicht einen
Werkzeugträger mit Schneid- 1
werkzeug. Dieses besitzt einen runden Zapfen
a, der in der Bohrung b des Werkzeugträgers c sitzt. Der Schneidenträger d ist leistenförmig
gestaltet und legt sich in die nutartige Führung e des Werkzeugträgers c ein. Der
Schneidbacken a, d besitzt zwei Arbeitsschneiden, so daß vorwärts und rückwärts
gearbeitet und sowohl von der Führungsseite als auch von der Deckelseite der Kluppe
her geschnitten werden kann. Er ist um i8o° umsetzbar, indem er in Richtung des
Pfeiles z, also in Richtung zur Kluppenachse, ein Stück weit herausgezogen, dann
gedreht und zurückgeschoben wird. Somit kann, wenn eine Arbeitsschneide beschädigt
ist, nach Umsetzen des Schneidbackens in der gleichen Richtung weiter gearbeitet
werden.
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Der Schneidbacken ist mit dem Werkzeugträger mittels des kugelförmigen
Kupplungsgliedes f gekuppelt, das in einer Bohrung g des Werkzeugträgers c steckt,
teilweise jedoch in eine Ringnut h des Zapfens a einragt. Die Entkupplung geschieht
dadurch, daß die Kugel f in der Endstellung des Werkzeugträgers c auf der schiefen
Ebene i des Schlittens k nach unten gleitet, mithin außer Eingriff mit dem Zapfen
a gelangt. Es kann dann das Schneidwerkzeug unschwer in Richtung des Pfeiles z herausgezogen
werden. Der Schlitten k dient zugleich zur Geradführung des Werkzeugträgers c bei
dessen radialer Verschiebung zwecks Einstellung des Schneidbackens.
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Zwischen dem Schneidenträger d des Schneidbackens und der Führung
e des Werkzeugträgers c ist ein Einbauspiel s vorgesehen, welches den Ausgleich
von Steigungswinkelunterschieden bei Gewinden gleicher Steigung aber unterschiedlichen
Durchmessers ermöglicht. Es kann sich somit der Schneidbacken a, d um seine
Mittelachse ein wenig in Richtung der Pfeile ze, bewegen, mithin derart auf den
betreffenden Steigungswinkel einstellen.
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Nach Fig. 4 und 5, bei denen es sich ebenfalls um einen Längsschnitt
und eine Vorderansicht eines Schneidwerkzeugs mit Werkzeugträger handelt, legt sich
der Schneidenträger i, welcher rund sein kann, gegen die Stirnseite des Werkzeugträgers
c an. Er besitzt aber zwei Stellstifte m, welche in geeignete Bohrungen n des Werkzeugträgers
c eingreifen. In diesem Falle ist das Ausgleichspiel als Einbauspiel zwischen den
Stiften in und den Bohrungen n vorgesehen.
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Gegebenenfalls kann der Lagerzapfen a des Schneidbackens auch kantig,
z. B. vier- oder sechseckig, sein; dann herrscht zwischen diesem Zapfen und der
Lagerausnehmung b des Werkzeugträgers c das mehrfach erwähnte Einbauspiel.
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Die Erfindung ist auch bei Schneidkluppen anwendbar, deren Schneidwerkzeuge
in prismatische Führungen eingelassen sind, die sich zum Teil in dem Werkzeugträger,
zum Teil in dem Einstelldeckel befinden. Es müssen dann im Gegensatz zu bisher die
Werkzeuge mit Ausgleichspiel in ihrer Führung sitzen.
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Selbstverständlich ist die Erfindung mit der gleichen Wirkung und
denselben Vorteilen geeignet,
wenn die Schneidwerkzeuge nur mit
einer Arbeitsschneide versehen sind.