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Maschinelle Einrichtung zum wahlweise Prüfen, Schneiden und Läppen
von Gewinden
Um während der Fabrikation eine Prüfung der geschnittenen Gewinde an
den Werkstücken vorzunehmen, pflegte man bisher die Gewindelehren (Lehrdorne, Lehrringe)
mit der Hand an dem zu prüfenden Werkstück ein- bzw. aufzuschrauben und dann abzuschrauben.
Ein solches Ein- und Ausschrauben von Hand ist für die Mengenprüfung nicht nur sehr
zeitraubend, sondern auch sehr anstrengend und führt zu Ermüdungserscheinungen.
Man hat daher versucht, bei der Gewindeprüfung Hilfsmittel zu verwenden, bei denen
die Drehung der Gewindelehren durch Handkurbeln oder ähnliche Vorrichtungen vorgenommen
wird.
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Diejenigen Maschinen, die in der Fabrikation das Schneiden oder Läppen
der Gewinde ausführen, sind bisher so eingerichtet gewesen, daß sie entweder nur
das Gewindeschneiden oder das Gewindeläppen bewerkstelligen. Auch sind sie nicht
geeignet, ein maschinelles Gewindeprüfen durchführen zu lassen.
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Die Erfindung betrifft eine maschinelle Einrichtung, deren erfinderisches
Kennzeichen darin besteht, daß sie je nach Wahl zum Prüfen, Schneiden oder Läppen
von Gewinden geeignet ist. Die maschinelle Einrichtung hat erfindungsgemäß eine
elektromotorisch über ein Umschaltgetriebe angetriebene, axial verschiebbare Arheitsspindel,
die zur Aufnahme von Gewindelehren bzw. Gewindeschneid-oder Läppwerkzeugen eingerichtet
ist. Dabei wird der nrehrichtungswechsel der Arbeitsspindel durch Zug oder Druck
an der Arbeitsspindel oder durch einen Handumschalter mechanisch bewirkt. Durch
die maschinelle Einrichtung gemäß der Erfindung wird das Gewindeprüfen wesentlich
erleichtert.
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Es wird nicht nur die Prüfzeit erheblich herabgesetzt, sondern auch
die körperliche Anstrengung bei der Mellgenprüfung außerordentlich vermindert, so
daß das Arbeiten mit der maschinellen Einrichtung zu keinen Ermüdungserscheinungen
führt. Die gleiche maschinelle Einrichtung kann zum Gewindeschneiden und Gewindeläppen
benutzt werden, was eine große Ausnutzung der maschinellen Einrichtung in der Fabrikation
bedeutet. Weitere vorteilhafte Einzelheiten der maschinellen Einrichtung gemäß der
Erfindung sind bei der Erläuterung des Ausführungsbeispiels hervorgehoben.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Die Fig.
I zeigt eine Seitenansicht und die Fig. 2 eine Aufsicht mit aufgeschnittenem Getriebegehäuse.
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Die maschinelle Einrichtung gemäß der Erfindung ist auf einen Arbeitstisch
aufsetzbar. Sie hat ein geschlossenes Getriebegehäuse 1, dessen Sockel 2 zum Aufsetzen
auf den Arbeitstisch dient. An der einen Stirnseite des Getriebegehäuses sitzt ein
elektrischer Anbaumotor 3. Auf der anderen Stirnseite tritt aus dem Getriebegehäuse
eine Arbeitsspindel 4 hervor. Diese Arbeitsspindel wird von dem Elektromotor über
ein Umschaltgetriebe, das sich in dem Getriebegehäuse befindet, in entgegengesetzten
Drehrichtungen angetrieben.
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Der innere Aufbau des Getriebegehäuses ist folgender: Die Welle 5
des Elektromotors 3 treibt über das Zahnräderpaar 6, 7 eine Vorgelegewelle 8 an,
die zwei weitere Zahnräder 9, 10 trägt. Die Vorgelegewelle 8 wirkt mit einer umschaltbaren
Kegelreibungskupplung zusammen. Diese Kegelreibungskupplung hat zwei Kegelräder
II, 12, von denen jedes mit Hilfe von Kugellagern I3 auf den ortsfesten Lagerbüchsen
I4, 15 gelagert ist. Die beiden ortsfesten Lagerbüchsen I4, 15 lagern zugleich die
Arbeitsspindel 4 und gestatten eine axiale Verschiebbarkeit dieser Spindel. Das
eine Zahnradg der Vorgelegewelle 8 wirkt unmittelbar auf ein an dem Kegelrad sitzendes
Zahnrad I6 und das andere Zahnrad 10 der Vorgelegewelle über ein Zwischenzahnrad
auf ein Zahnrad I8 des anderen Kegelrades I2 ein. Auf diese Weise erhalten die beiden
Kegelräder durch die Vorgelegewelle entgegengesetzten Drehsinn. Zwischen beiden
Kegelrädern befindet sich ein Mitnahmekörper I9, der fest auf der Arbeitsspindel
4 sitzt. Der Mitnahmekörper wirkt je nach seiner Lage an einer seiner Kegelflächen
mit den Kegelflächen des einen oder anderen Kegelrades zusammen. Die Arbeitsspindel
kann durch Druck oder Zug an ihrem aus dem Getriebegehäuse I herausragenden Ende
axial verschoben werden, wodurch der Mitnahmekörper mit dem einen oder anderen Kegelrad
zusammenwirkt.
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Auf diese Weise erhält die Arbeitsspindel verschiedene Drehrichtungen.
Die verschiedenen Drehrichtungen der Arbeitsspindel können auch durch einen Handumschalter
20 eingestellt werden. Dieser Handumschalter ist an der Längsseite des Getriebegehäuses
I angebracht undwirkt über eineKurbel2I mit dem Mitnahmekörper rg der Arbeitsspindel
4 zusammen. Die Kurbel greift in eine umlaufende Nut des Mitnahmekörpers. Befindet
sich der Handumschalter in der Stellung T, so drückt er den Mitnahmekörper gegen
das eine Kegelrad, befindet er sich dagegen in der Stellung II, so drückt er den
Mitnahmekörper gegen das andere Kegelrad.
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Zweckmäßig ist der Handumschalter so ausgebildet, daß er in seiner
Mittelstellung III durch besonderes Einrücken in eine Sicherheitsstellung in dieser
Mittelstellung festgehalten wird. Auf diese Weise ist die Sicherheit gegeben, daß
der Mitnahmekörper mit keinem der beiden Kegelräder in Berührung gelangt, so daß
die Arbeitsspindel stillsteht.
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An der Stirnseite des Getriebegehäuses I, an der die Arbeitsspindel
4 hervortritt, ist ein Vorrichtungstisch 22 angeordnet. Auf diesem Vorrichtungstisch
können Hilfsvorrichtungen befestigt werden, um das Arbeiten an der Einrichtung gemäß
der Erfindung zu erleichtern. Der Vorrichtungstisch ist zweckmäßig in Achsrichtung
der Arbeitsspindel 4 verschiebbar angeordnet und zu diesem Zweck auf zwei Säulen
23 des Getriebegehäuses gelagert.
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Das heraustretende Ende der Arbeitsspindel ist zweckmäßig mit einem
Innen- und Außenkegel versehen. In dem Innenkegel 24 können Gewindedorne oder Werkzeuge,
auf dem Außenkegel 25 Spannfutter bzw. Aufnahmen für Lehrringe befestigt werden.
An der Längsseite des Getriebegehäuses, an der sich der Handumschalter 20 befindet,
ist noch ein elektrischer Schalter 25 angeordnet. Dieser Schalter dient nicht nur
zum Ein- und Ausschalten, sondern hat auch zwei Einschaltstellungen. Bei dem Schalten
von der einen in die andere Einschaltstellung wird der Elektromotor polumgeschaltet,
so daß die Einrichtung gemäß der Erfindung mit zwei verschiedenen Drehzahlen laufen
kann.
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Um an der maschinellen Einrichtung gemäß der Erfindung das Gewindeprüfen
vorzunehmen, werden an der aus dem Getriebegehäuse herausragenden Arbeitsspindel
die Gewindelehren befestigt.
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Das Werkstück wird von Hand oder unter Auflage auf dem Vorrichtungstisch
an die Gewindelehre heran- und fortgeführt. Bei dem Heranführen wird ein Druck auf
die Arbeitsspindel ausgeübt, so daß sie sich axial verschiebt und von dem Kegelrad
mitgenommen wird, wodurch sie sich in der einen Drehrichtung bewegt. Beim Zurückziehen
des Werkstückes entsteht ein Zug auf die Arbeitsspindel, der die Arbeitsspindel
in entgegengesetzter Richtung verschiebt. Dadurch wird die Arbeitsspindel von dem
anderen Kegelrad angetrieben, so daß ein entgegengesetzter Drehsinn entsteht. Für
dieses Arbeiten ist es wesentlicll, daß die umschaltbare Kegelkupplung besonders
empfindlich ausgebildet ist. Dies ist unter anderem durch geeignete Gestaltung der
Kegelflächen und der Wahl der an den Kegelflächen wirkenden Materialien erreicht.
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Auf diese Weise kann bei sachgemäßer Bedienung der maschinellen Einrichtung
keine Uberbeanspruchung der Gewindelehren entstehen.
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Um mit der gleichen maschinellen Einrichtung das Gewindeschneiden
vorzunehmen, wird an der Arbeitsspindel das Gewindeschneidwerkzeug befestigt. Das
Werkstück wird an das Gewinde-
schneidwerkzeug heran- und weggeführt.
Bei dieser Arbeitsweise wird der Drehrichtungswechsel bei kleinen Spanleistungen
wie beim Gewindeprüfen durch Druck bzw. Zug an der Arbeitsspindel und bei großen
Spanleistungen durch Betätigen des Handumschalters erreicht. Zum Gewindeschneiden
können vorteilhaft Hilfsaufnahmen verwendet werden, die auf dem Vorrichtungstisch
anzuordnen sind.
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Bei dem Gewindeläppen wird wie bei dem Gewindeschneiden das Läppwerkzeug
an der Arbeitsspindel befestigt. Das Werkstück wird wieder an das Läppwerkzeug herangeführt
und weggeführt.
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Es erweist sich als zweckmäßig, bei den Läpparl)eiten den Dl-ellriclltungswechsel
ausschließlich durch den Handumschalthehel vorzunehmen.