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Probierbrille zur subjektiven Bestimmung des Sehvermögens
| Die Erfindung bezieht sich auf Probierbrillen und |
| betrifft insbesondere die Einführung und Halterung |
| der hinter dem Brillengestell liegenden Probiergläser. |
| Bisher erfolgt dicEinführung der hinter dem Brillen- |
| gestell in die Brille bei der Augenuntersuchung einzu- |
| setzer:dcn 1'rol»ergl;iser schräg von unten her. Die |
| Halterung der Gläser ist federnd ausgebildet, uin die |
| Gläser entgegen ihrem Gewicht festhalten zu können. |
| Diese Art der Einführung der Gläser ergibt sich aus |
| der bisher üblichc:i Au@hil."iing der I'robicrbrill,#., bei |
| der die Mittel zur Befestigung der Ohrbügel, d. h. die |
| Backei der Probierbi-ille in oder oberhalb der waage- |
| recliteri Brille:iachse am Brillengestell befestigt sind |
| und oherlialb des Brillengestelles eine Spindelvcrstel- |
| lung zum Einstellen der Brille auf den jeweiligen Ab- |
| stand (]er Pupillen angebracht i>t. Beide Viu-rich- |
| ti!i#gin ziisainuicn Verhindern, daß die @n@l»crgläur, |
soweit sie hinter dem Brillengestell zu liegen kommen, von oben her eingeführt werden
können, wie dies beispielsweise bei einfachen Probierbrillen ohne Spindelverstellung
für die Anpassung der Brille an den Pupillenabstand möglich ist.
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Die Einführung der Probiergläser von unten her hat für den Gebrauch
der Probierbrille erhebliche Nachteile. Die Gläser müssen vorsichtig in die federnden
Halterungen eingeführt und aus diesen wieder herausgenommen werden. Das nimmt verhältnismäßig
viel Zeit in Anspruch. Die subjektive Bestimmung des S°hvermögens mit Hilfe einer
Probierbrille setzt aber ein rasches Auswechseln der Probiergläser voraus, um ein
Ermüden der Augen zu vermeiden. Es ist ferner wichtig, und zwar bei geringen Korrekturen
der Glaswirkung, daß der Patient jeweils noch die Wirkung des v,irliergelienden
Glases in Erinnerung
hat, um einen sicheren Vergleich anstellen
zu können. Eine Ermüdung der Augen beeinträchtigt bekanntlich die Messung ihres
Sehvermögens.
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Ein weiterer Mangel der bekannten Probierbrillen ist, daß das Einschieben
der Probiergläser in die federnden Halterungen leicht zu einer Verstellung der Probierbrille
führt. Um dies zu vermeiden, ist der Untersuchende gezwungen, die Brille mit der
einen Hand festzuhalten, während er mit der anderen das Auswechseln der Gläser vornimmt.
Dies erschwert ebenfalls das erforderliche schnelle Wechseln der Probiergläser.
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Die Mängel der bekannten Probierbrillen mit Spindelverstellung für
die Anpassung der Brille an den Pupillenabstand sind erfindungsgemäß durch eine
Ausbildung dieser Brillen derart vermieden, daß die hinter dem Brillengestell liegenden
Probiergläser schräg von oben herin ihreHalterungen einfuhrbar sind. DieseArt der
Einführbarkeit ist erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die zuvor erwähnten Backen
der Probierbrille unterhalb der waagerechten Brillenachse am Brillengestell befestigt
sind. Hierdurch ist zwischen diesen Backen und der Vorrichtung zur Einstellung des
Pupillenabstandes ein ausreichender Raum geschaffen, um die Probiergläser schräg
von oben her in ihre Halterungen einführen zu können.
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Die Ohrbügel sind erfindungsgemäß über einen nach oben abgekröpften
Winkel an den Brillenbacken befestigt, so daß neben dem Ausgleich der Höhenlage
der Ohrbügel ein freier Raum zwischen dem Brillengestell und den Ohrbügeln geschaffen
ist. Dieser Raum erleichtert das Einführen der Probiergläser, die in einfacher Weise
eingeworfen werden können. Er gibt darüber hinaus die Möglichkeit zur Anordnung
von Mitteln auf den Backen, um den Abstand des Hornhautscheitels zuverlässiger als
bisher messen zu können.
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Die Halterungen selbst können nunmehr als starre Halterungen ausgebildet
sein, die gegebenenfalls mit dem Brillengestell aus einem Stück bestehen.
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Die Backen sind erfindungsgemäß radial verlaufend, und zwar in ihrer
Längsrichtung am Brillengestell befestigt, so daß auch die Antriebsmittel der drehbaren
Glashalter wiederum radial verlaufend zum Zahnkranz der drehbaren Glashalter am
Brillengestell befestigt werden können.
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Die Anordnung der Backen unterhalb der waagerechten Mittelachse der
Brillen bringt auch erhebliche Vorteile für einfache Probierbrillen, d. h. für Probierbrillen
ohne Spindelverstellung für die Anpassung der Brille an den Pupillenabstand, also
für Probierbrillen, bei denen die Probiergläser von oben her eingeworfen werden
können. Auch bei diesen Brillen sind bisher die Backen in der waagerechten Brillenachse
liegend oder oberhalb dieser Achse angeordnet. Für diese Brillen bringt die Anordnung
der Backen unterhalb der genannten Achse gemäß dem Vorschlag der Erfindung zwei
erhebliche Vorteile, nämlich einmal einen erheblich größeren Drehwinkel für Zylindergläser,
und zum anderen eine zuverlässigere Ablesung des Abstandes des Hornhautscheitels
als bisher.
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Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im folgenden an Hand
der Zeichnung beschrieben, in dieser zeigt Abb. i eine Vorderansicht der Probierbrille
gemäß der Erfindung, Abb. 2 eine Seitenansicht der Probierbrille, Abb. 3 einen Schnitt
durch einen Teil des Brillengestelles und derHalterungen fürdie hinterdemBrillengestell
liegenden Probiergläser und Abb. 4 eine Vorderansicht einer einfachen Probierbrille
ohne Spindelverstellung mit der Anordnung der Backen gemäß der Erfindung.
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Das Brillengestell besteht aus einer rohrförmigen Führung i bekannter
Ausbildung, an der verschiebbar die Rahmen 2 und 3 gelagert sind. Durch die Rändelschrauben
4 können die Rahmen 2 und 3 entsprechend dem jeweiligen Pupillenabstand eingestellt
wurden. Der Nasensteg der Brille ist mit 5 bezeichnet. Er ist in an sich bekannter
Weise in der Höhe einstellbar und um den Steg i schwenkbar. Zur Höhenverstellung
dient die Rändelschraube 6, die Rändelmutter 7 dient zur Festlegung der Steglage.
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In den Rahmen 2 und 3 sind die Glashalter 8 in ebenfalls bekannter
Weise drehbar gelagert mit den Halterungen 9 und io, für die vor dem Brillengestell
einzusetzenden Probiergläser.
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Unterhalb der waagerechten Brillenachse, die in der Zeichnung strichpunktiert
angegeben ist, sind radial verlaufend die Backen ii des Brillengestelles angebracht,
die mit den Rahmen 2 und 3 aus einem Gußstück bestehen. Die Backen sind ebenso wie
die Rahmen 2 und 3 zweiteilig ausgebildet. Der hinten liegende Teil 12 der Backen
bildet ein kleines Gehäuse zur Aufnahme des Antriebes 13 der drehbaren Glashalter,
die Verstellung der Glashalter erfolgt durch eine Rändelschraube 14.
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Am Teil 12 der Backen ist ein nach oben abgekröpfter Winkel 15 angelenkt,
an dem die Ohrbüge116 befestigt sind. Die Ohrbügel können unter verschiedenem Winkel
zur Waagerechten eingestellt werden, und zwar mit Hilfe der Rändelschraube 17. Die
Ohrbügel sind in an sich bekannter Weise in ihrer Länge einstellbar.
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An den Backen ii ist eine Visiermutter 18 befestigt, die auf einer
Spindel i9 mit einer Skala 2o durch Drehen verschoben werden kann. Mit Hilfe dieser
Mutter kann der Abstand des Hornhautscheitels bestimmt werden.
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An den rückseitigen Hälften 21 der Rahmen 2 und 3 sind die Halterungen
22 und 23 für die Probiergläser angegossen, die nicht mehr wie bisher federnd ausgebildet
sind. Die Form dieser Halterungen läßt die Abb. 3 erkennen.
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Durch das Ansetzen der Backen ii unterhalb der waagerechten Brillenachse
ist zwischen diesen und dem Steg i bzw. den Enden dieses Steges, den Rändelschrauben
4, ein ausreichender Raum geschaffen, um die Probiergläser schräg von oben her in
die Halterungen 21 und 22 einwerfen zu können. Durch das Zurücksetzen der Ohrbügel
mit Hilfe der Winkel 15 ist der Raum für die Anordnung der Visiermuttern 18 mit
ihrer Schraubenspindel i9 gewonnen, so daß die Probierbrille gemäß der Erfindung
auch die Feststellung des Scheitelabstandes der Hornhaut gestattet.
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Das Brillengestell der einfachen Probierbrille nach Abb. 4 besteht
aus zwei halbrunden nach oben offenen
Rahmen 25, 26. Beide Rahmen
sind durch Zahnstangen 27 in einem Triebkasten 28 gelagert, an dem der Nasensteg
29 befestigt ist. Eine Rändelschraube 30 dient zur Einstellung der Brille
entsprechend dem Pupillenabstand.
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An den Rahmen 25, 26 sind unterhalb der waagerechten Brillenachse
die Brillenbacken 31 befestigt. An diesen sind nach oben abgekröpfte Winkel
32 angelenkt. An diesen Winkeln wiederum sind die Ohrbügel befestigt.
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Durch die tief angesetzten Backen ergibt sich ein großer freier Winkel
oberhalb der Brillenrahmen, so daß in diese eingesetzte Zylindergläser um einen
größeren Winkel als bisher geschwenkt werden können. Ebenso wird in Höhe der waagerechten
Brillenachse ein freier Raum geschaffen, der die zuverlässige Bestimmung des Abstandes
des Hornhautscheitels erreicht hat.