-
Verfahren und Einrichtung zum Messen der Länge von Walzgut Die Erfindung
betrifft ein Verfahren und Einrichtungen zum Messen der Länge von kurzem Walzgut,
wie z. B. Blechen, während der Walzvorgang läuft.
-
Bei dem bisher üblichen Verfahren, die ausgewalzte Länge von Hand
zu bemessen, ergeben sich erhebliche Zeit- und Wärmeverluste, ferner entsteht durch
nicht vermeidbare Nachlässigkeit der Bedienung, welche die Kontrollmessung beim
Walzen unterläßt, eine hohe Abfall- und Ausschußquote. Man hat zur Vermeidung dieses
Mangels eine selbsttätige Längenmeßeinrichtung angewendet, die über die Umdrehungen
der Walzen in einem bestimmten Zeitraum deren Oberflächenabwicklung auf eine Anzeigevorrichtung
überträgt, so daß die gewalzte Länge des Bleches abgelesen werden kann. Die Kupplung
der Anzeigevorrichtung mit dem Walzwerk selbst hat jedoch gewisse Nachteile, insbesondere
ist die Messung nicht genau.
-
Sämtliche Mängel werden gemäß der Erfindung dadurch vermieden, daß
das Messen des Walzgutes unmittelbar nach dem Walzen während des Transportes des
Walzgutes durch in den Transportweg sich einschaltende Meßeinrichtungen erfolgt,
die die Länge des Walzgutes unmittelbar abgreifen. Auf diese Weise wird ohne Zeit-
und Wärmeverlust zwangsläufig jedes Walzgut genau gemessen.
-
Die Einrichtung zur Messung gemäß der Erfindung sieht mit den Stirnflächen
des Walzgutes in Berührung tretende, im Transportweg liegende Anschläge vor, deren
Entfernung voneinander auf einer Anzeigevorrichtung übertragbar ist. Dabei kann
der eine Anschlag in Transportrichtung beweglich, der andere ortsfest sein. Es können
aber auch beide Anschläge beweglich sein, und zwar in entgegengesetzter Richtung.
-
Bei einer anderen Ausführungsform gemäß der Erfindung ist nur der
die vordere Stirnfläche berührende Anschlag beweglich, dagegen der die hintere Stirnfläche
berührende als ortsfester Kontaktschalter ausgebildet.
-
Schließlich ist auch eine Ausführung möglich, bei der
als
vorderer Anschlag eine Anzahl in Transportrichtung hintereinander angeordneter Kontakte
vorgesehen ist, wärhend als hinterer Anschlag ein ortsfester Kontaktschalter dient.
-
In der Zeichnung sind in neun Abbildungen mehrere Ausführungsformen
der Erfindung schematisch dargestellt.
-
Bei der Ausführungsform nach Abb. I ist das Walzwerk mit I bezeichnet.
Hinter dem Walzwerk ist die Transportvorrichtung 2 vorgesehen. Innerhalb dieser
Transportvorrichtung liegt die Kettenbahn 3 mit dem Anschlag 4. Diese Kettenbahn
kann durch Druckknopfsteuerung in Bewegung gesetzt werden, wobei der Anschlag 4
aus seiner Ruhestellung von der unteren Seite der Kettenbahn nach oben gebracht
wird. Dies erfolgt, nachdem das aus der Walze auf die Transporteinrichtung 2 austretende
Walzgut durch diese so weit transportiert worden ist, bis es an den ortsfesten Anschlag
5 anschlägt. Der bewegliche Anschlag 4 schlägt dann an die hintere Stirnfläche des
Walzgutes an. Die zwischen den Anschlägen 4 und 5 sich ergebende Entfernung entspricht
der Länge des Walzgutes und wird durch eine starre oder biegsame Welle 6 auf die
Zeigerscheibe 7 übertragen und ist dort abzulesen. Der bewegliche Anschlag 4 und
mit ihm die Anzeigevorrichtung bleiben in dem Augenblick stehen, in dem der Anschlag
4 das Walzgut berührt. Eine Rutschkupplung 8 zwischen dem vom reversierbaren Motor
g angetriebenen Getriebe 10 der Kettenbahn 3 bewirkt, daß das Festhalten des Anschlages
4 durch das Walzgut keinerlei Nachteile oder Änderungen in der Anzeige hervorruft.
Sobald der Druckknopf der Kettenbahnsteuerung nach beendeter Messung losgelassen
wird, läuft die Meßkette selbsttätig in die Ausgangsstellung zurück und schaltet
sich durch einen Endschalter II ab.
-
Die Ausführung der Meßeinrichtung nach Abb. 2 unterscheidet sich
von der nach Abb. I dadurch, daß an Stelle der Rutschkupplung 8 eine starre Kupplung
12 vorgesehen ist und der Motor durch einen vorgeschalteten festen Schlupfwiderstand
13, der im Läuferkreis des Motors liegt, eine weiche Charakteristik erhält. Der
Widerstand im Läuferkreis wird so gewählt, daß das Kippmoment des Motors gerade
ausreichend ist, die Kette zu bewegen. Stößt der bewegliche Anschlag 4 gegen das
Walzgut, so bleibt der Motor stehen, ohne daß ein Verbrennen desselben eintritt.
-
Die Ausführungsform nach Abb. 3 unterscheidet sich von der vorher
beschriebenen Ausführung dadurch, daß kein reversierender Motor sondern ein einfacher
Motor g' mit Kupplung 8' vorgesehen ist, und das Reversieren der Kettenbahn 3 durch
ein Wendegetriebe 14 erfolgt, das durch ein magnetisch-, hydraulisch- oder luftgesteuertes
Organ 15 betätigt wird.
-
Bei der Ausführungsform nach Abb. 4 sind zwei Meßkettenbahnen 3a,
3b vorgesehen, die je mit einem Anschlag41 bzw. 4b versehen sind und gegenläufig
umlaufen. Die Bewegung der Kettenbahnen wird wie bei der Ausführung nach Abb. I
von einem reversierenden Motor 9 über das Getriebe Io und eine Rutschkupplung8 hervorgerufen
und die Kopplung der beiden Kettenbahnen mittels Zahnräder I6 bewirkt. Die Arbeitsweise
dieser Einrichtung ist folgende: Während das aus der Walze austretende Walzgut auf
die Transporteinrichtung aufläuft, befinden sich beide Anschläge 4a, 4b in der Ruhestellung
an der Unterseite der Kettenbahn. Nachdem das Walzgut auf der Transporteinrichtung
in den Bereich der Meßvorrichtung gekommen ist, werden beide Anschläge mittels Druckknopfsteuerung
nach oben gefahren, und zwar so weit, bis beide am Walzgut zum Anschlag kommen.
Ihre Entfernung wird dann wieder über die Welle 6 auf die Anzeigevorrichtung 7 übertragen.
-
In Abb. 5 ist eine Abänderung der zuletzt beschriebenen Ausführungsform
dargestellt. Der Unterschied liegt darin, daß kein besonderer Antrieb der beiden
Meßkettenbahnen vorgesehen ist. Die Bewegung derselben wird vielmehr von der Transporteinrichtung
des Walzgutes abgeleitet, und zwar mittels einer schaltbaren Reibungskupplung 17.
Der Antriebsmotor der Transporteinrichtung ist mit i8 und das Getriebe mit 19 bezeichnet.
Der Meßvorgang geht wie folgt vor sich: Tritt das Walzgut aus der Walze aus, so
bewegt die Transporteinrichtung das Walzgut in der gleichen Richtung.
-
Die Meßkette wird durch Hand- oder Fußdruckknopf eingeschaltet und
bewegt die Anschläge qa, 4 b so lange, bis sie gegen das Walzgut stoßen. Eine weitere
Bewegung wird durch die Reibungskupplung unterbunden. Nach beendeter Messung wird
das Walzgut durch die Transporteinrichtung zur Walze zurückbefördert und hiermit
die die Anschläge tragende Kette so lange bewegt, bis die Anfangsstellung erreicht
und durch den Endschalter 11 abgeschaltet wird.
-
Die Ausführungsform nach Abb. 6 hat nur einen mit der Meßkette 3
verbundenen Anschlag 4. Am Anfang der Transporteinrichtung ist ein Kontaktschalter
20 vorgesehen. Die Arbeitsweise dieser Einrichtung ist folgende: Das aus der Walze
austretende Walzgut schiebt den Anschlag 4 so lange vor sich her, bis das Ende des
Walzgutes den Kontaktschalter 20 freigibt. Die zwischen Kontaktschalter 20 und Anschlag
4 entstandene Entfernung stellt die Walzlänge dar und wird, wie beschrieben, auf
die Zeigerscheibe 7 übertragen. Die Einhaltung des durch die Länge des Walzgutes
gegebenen Abstandes zwischen Anschlag 4 und Schalter 20 wird durch die im Augenblick
der Freigabe des Schaltkontaktes mittels der magnetischen Kupplung 21 hergestellte
Verbindung zwischen Meßwerk einerseits und Getriebe 22 und Motor 23 andererseits
gewährleistet, wobei das Getriebe 22 und der Motor 23, welcher nicht unter Strom
steht, da er hier nur die Funktion eines Rückstellmotors hat, als Bremse wirken.
Beim Umkehren der Transporteinrichtung wird der Rückstellmotor eingeschaltet, die
Meßkette 3 läuft so lange in Richtung Walze, bis die Anlage 4 die Bereitschaftsstellung
erreicht und die Bewegung durch den Endschalter II unterbrochen wird. Nachdem die
Länge des Walzgutes gemessen ist, wird der Meßstromkreis vom Steuerstand aus unterbrochen,
so daß das Walzgut ungehindert nach rückwärts ablaufen kann, wobei dieses den Anschlag
4 frei vor sich herschiebt. Die Wiedereinschaltung des Stromkreises bewirkt die
Rückstellung des Anschlages in der beschriebenen Weise.
-
Die Konstruktion der Meßeinrichtung nach Abb. 7 unterscheidet sich
von der nach Abb. 6 nur dadurch, daß ein Rückstellmotor 23 nicht vorgesehen ist
und
statt dessen eine Kupplung 24 mit Bremse vorgesehen ist. Das
aus der Walze kommende Walzgut gleitet, wie bei der vorherigen Ausführung beschrieben,
über den Kontaktschalter 20, welcher im Augenblick der Freigabe innerhalb der kombinierten
Kupplung mit Bremse 24 den Läufer mit der Bremsseite verbindet. Die so erreichte
Bremsung gewährleistet, daß der Abstand Schalter 20 - Anschlag 4 gleich der Walzgutlänge
ist.
-
Nach durchgeführter Messung erfolgt gleichzeitig mit der Umkehrung
der Transporteinrichtung innerhalb der kombinierten Kupplung - Bremse 24 die Umschaltung
des Läufers von der Bremsseite auf die Kupplungsseite, wodurch die Meßvorrichtung
die zum Rücklauf in die Bereitschaftsstellung erforderliche Bewegung von der Transporteinrichtung
erhält.
-
Auch die Ausführung nach Abb. 8 ist eine Abänderung der Einrichtung
nach Abb. 6 und 7, und zwar dadurch, daß mit der Meßwelle 2j ein Regulierwiderstand
26 gekuppelt ist.
-
I>as aus der Walze austretende Walzgut schiebt den Anschlag 4
so lange vor sich her, bis das Ende den Schalter 20 freigibt und, wie bei Abb. 6
und 7 beschrieben, die Bremsung und Rückstellung erfolgt. Die über den Anschlag
4 und Meßkette 3 bewegte Meßwelle 25 verstellt den Widerstand 26 und damit die Anzeige
des Meßinstrumentes 27 proportional mit der Länge des Walzgutes.
-
Bei der letzten Ausführungsform nach Abb. g sind innerhalb der Laufbahn
des Walzgutes in kleinen Abständen Kontakte 28 angeordnet, die Signallampen 29 zum
Aufleuchten bringen, und zwar in folgender Weise: Gleitet das Walzgut über die Kontakte
28, so leuchtet mit größer werdender Länge eine Signallampe 29 nach der anderen
auf, und zwar bis zu dem Augenblick, in dem das hintere Ende des Walzgutes den Schalter
20 freigibt. Die Signallampen 29 sind in einem Tableau 30 oder ähnlichem angeordnet
und mit der kennzeichnenden Zahl, die der jeweiligen Länge des Walzgutes entspricht,
bescllriftet.
-
PATENTANSPROCHE: 1. Verfahren zum Messen der Länge von kurzem 1Z'aizgut,
wie z. B. Blechen, dadurch gekennzeichnet, daß das Messen nach dem Walzen während
des Abtransportes des Walzgutes durch in den Transportweg sich einschaltende Meßeinrichtungen
erfolgt, die die Länge des Walzgutes unmittelbar abgreifen.