-
Dachbinder Die Erfindung bezieht sich auf eine Konstruktion zum Abdecken
von Häusern, Hallen, Schuppen u. dgl.
-
Eine Unzahl von Häusern und sonstigen Gebäriden wurde infolge der
Kriegshandlungen ihrer Dächer beraubt. Sie könnten vor dem weiteren Verfall gerettet
und wieder benutzbar gemacht werden, wenn sie wieder mit Dächern ausgestattet werden,
bei deren Vorhandensein erst ein weiteres Ausbauen des Gebäudes o. dgl. ermöglicht
und gerechtfertigt würde. Das Erstellen von Dächern bei der großen Anzahl der in
Frage kommenden Objekte begegnet nun insofern erheblichen Schwierigkeiten, als die
vorhandenen Häuser in ihrer Tiefe nicht nur erheblich differieren, sondern noch
mehr, z. B. bei den Wohnhäusern sonst üblicher und normaler Breite, mit an sich
geringen Differenzen voneinander abweichen. Dies bedingt, daß eine Dachkonstruktion
für eine ganz bestimmte Gebäudetiefe nicht ohne weiteres für eine abweichende Tiefe
verwendet werden kann, auch wenn der Unterschied nur geringfügig sein sollte, da
die Vorschriften für die Anordnung der Auflager eingehalten werden müssen. Man kommt
dann nicht ohne bauliche Veränderung aus. Die fehlende Möglichkeit, mit Standardkonstruktionen
die große Anzahl verschiedener Häuser u. dgl. abdecken zu können, und das Erfordernis
baulicher Umänderungen bilden die Hauptursache für das Scheitern des Abdeckens der
beschädigten Häuser in großzügiger Weise.
Die Erfindung hat nun
eine Dachkonstruktion zum Gegenstand, die es erlaubt, Häuser u. dgl. verschiedener
Tiefen mit einem Standardbinder abdecken zu können. Sie zeichnet sich im wesentlichen
durch einen Dachbinder aus, der durch zwei Binderhälften und ein Zugband gebildet
ist, -die gelenkig miteinander verbunden sind. Hierbei stellt jede Binderhälfte
eine in sich' gefügte, transportable Einheit dar. Durch die Gelenkverbindung der
Binderhälfte ist es ermöglicht, ohne weiteres verschiedene Gebäudetiefen abzudecken.
Die Auflager können an der richtigen Stelle angeordnet werden; lediglich die Dachneigung
ändert sich entsprechend der Gebäudetiefe, was praktisch ohne Nachteil und Einfluß
ist. So reicht eine Standardgröße des erfindungsgemäßen Binders für Spannweiten
bis etwa 12 bis 15% Differenz aus, und mit mehreren Standardgrößen lassen sich sämtliche,
praktisch in Frage kommenden Gebäudetiefen abdecken. Das Zugband ist entsprechend
verstellbar eingerichtet.
-
Bei einem solchen ver- und einstellbaren Dachbinder ist die Art der
Gelenkverbindung der beiden Binder zueinander und auch zu dem Zugband von besonderer
Bedeutung. Gemäß der Erfindung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, daß die Binderhälften
an ihren Enden mit Augen versehene Gabeln aufweisen, durch die ein Bolzen geführt
ist. Eine solche Gelenkverbindung sichert ohne weitere zusätzliche Mittel den einwandfreien
Zusammenhalt der Binderhälften in jedem praktisch vorkommenden Winkel der Dachneigung,
wobei man die Breite der Gabel nach Erfordernis wählen kann. Dadurch wird nicht
nur die Standfestigkeit der Binder erlxöht, sondern man erzielt auch eine ausreichende
Auflagefläche. In derselben Weise wird gemäß der Erfindung das Auflager am Fuß des
Binders ausgebildet, d. h. der Lagerbock erhält eine gabelartige Form. Die Gabelschenkel
weisen ebenfalls ein Auge auf, und die Gelenkverbindung ist wieder durch einen durchgesteckten
Bolzen gewährt. Für jede Gelenkverbindung kann ein entsprechend kurzer Bolzen vorgesehen
sein. Man kann aber auch die Anordnung so treffen, daß eine durchlaufende Stange
oder ein Rohr durch die Gabelung der im Abstand voneinander gestellten Binder geführt
wird, und zwar im Sinn einer First- oder Fußpfette der Dachkonstruktion. Es ist
weiterhin vorteilhaft, auch das Zugband durch entsprechend ausgebildete Gabelenden
an den Lagerbock anzuschließen. Man kann es aber auch an dem Lagerbock selbst gelenkig
für sich anordnen. Zur Überbrückung der verschiedenen Spannweiten ist das Zugband
zweckmäßig geteilt. Man läßt die beiden Hälften so übereinander greifen, daß bei
jeder Spannweite noch eine gute Verbindung miteinander möglich ist. Vorteilhaft
weist jede'Hälfte eine Lochreihe auf, so daß die Verbindung ohne weiteren Umstand
durch eine Schraube o. dgl. hergestellt werden kann.
-
Der Dachbinder kann an sich eine beliebige Ausbildung erhalten. Erfindungsgemäß
wird er so gestaltet, daß er für jede Seite und unabhängig von oben und unten verwendet
werden kann. Dazu trägt nicht nur die gleichmäßige Ausbildung der Enden durch die
Gabeln für die gelenkige Aufhängung bei, sondern auch ein symmetrischer Aufbau gemäß
der Erfindung. Ferner wird der Standardbinder vorzugsweise aus Rohren an den stärker
beanspruchten Stellen und aus Rund- oder Flacheisen an den schwächer und auf Zug
beanspruchten Seiten hergestellt, wobei die Teile miteinander verschweißt werden.
Man erhält eine Konstruktion, die sämtlichen Ansprüchen gewachsen und einfach und
leicht ist. Es ist auch möglich, Profileisen zu verwenden.
-
Eine solche Gestaltung der Dachbinder bietet den Vorteil, daß mit
einfachsten '.Mitteln eine große Wirkung erzielt wird. Es ist eine Massenherstellung
der Binder möglich, unabhängig davon, in welcher Weise sie nachher verwendet werden,
d. h. für welche Dachseiten, Spannweiten u. dgl. Die Montage ist denkbar einfach;
an allen Stellen kommt nur die Bolzenverbindung in Frage. Der Binder ist leicht
transportabel. Auch seine Herstellung an sich ist einfach. Es werden nur die normalen
Profile verwendet, und der Materialaufwand ist gering. Die Möglichkeit einer Massenproduktion
zusammen mit einer vielfältigen Verwendungsart der erfindungsgemäßen Konstruktion
gewährleisten den Erfolg. Der Binder braucht nur im Abstand von zwei Meter aufgestellt
zu werden.
-
Ein weiteres Merkmal der Erfindung richtet sich auf die Befestigungsanordnung
der Dachlatten bzw. Profile zum Halten der Dachziegel. Da die vorliegende Konstruktion
für die verschiedensten Dachneigungen verwendbar ist, müssen auch die verschiedensten
Dachabdeckungen benutzbar sein. Um auf dem eisernen Obergurt des Binders, der vorzugsweise
aus Rohr gebildet wird, die Halterungen für die Latten, auf denen die Dachziegel
o. dgl. zu liegen kommen, anbringen zu können, wird erfindungsgemäß eine Schelle
vorgesehen, die auf dem Obergurt festklemmbar ist. Die Schelle trägt an ihrer Außenseite
ein Halteeisen o. dgl., an dem die von Binder zu Binder laufende Dachplatte befestigt
werden kann. Die Halterung kann aus einem Winkel- oder U-Eisen bestehen und wird
vorzugsweise an die Schelle angeschweißt. Diese Halterung nimmt sodann die Profile
oder Latten für die Dachziegel o. dgl. auf. Die Schellenanordnung hat den Vorteil,
daß nach der verfügbaren Dachziegellänge oder einer sonstigen Eindeckung der Lattenabstand
festgelegt werden kann, indem entsprechend die Schelle festgeklemmt wird. Der Obergurt
des Binders wird dadurch in keiner Weise geschwächt, und die Dachlatten können ungehindert
über die ganze Länge des Binders verteilt und festgemacht werden. Die :Montage ist
einfach, und gelernte Kräfte sind nicht erforderlich.
-
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht.
-
Fig. i zeigt den erfindungsgemäßen Binder in An-Sicht bei einer Dachneigung
von 45"; Fig. 2 zeigt die Abdeckung einer anderen Gebäudetiefe mit denselben Bindern
der Fig. i ; Fig.3 veranschaulicht die Gelenkverbindung in Draufsicht und im vergrößerten
Maßstab; Fig. 4 und 5 stellen die Befestigung der Dachlatten mit Schellen gemäß
der Erfindung in der Ansicht und Draufsicht dar.
-
Die Dachkonstruktion der Erfindung wird aus dem Binder,i und dem Zugband
z gebildet. Der Binder ist ein in sich gefügter Standardteil und besteht aus einem
Obergurt 3,vorzugsweise einem Rohr, einemUntergurt ¢,
vorzugsweise
aus Rundeisen, und Verstrebungen 5 auch aus Rohr oder einem anderen Profil. Mit
Hilfe von Knotenblechen werden die Teile zu einem transportablen Ganzen verschweißt.
An beiden Enden erhält der Binder für die Gelenkverbindung eine Gabel 6 angeschweißt
o. dgl., deren Schenkel mit Augen versehen sind, durch die Bolzen 7 gesteckt werden.
Am unteren Ende greifen die Binder gelenkig in einen Lagerbock 8, der seinerseits
ebenfalls gabelartige Schenkel aufweist. Das Zugband 2, das von Lagerbock zu Lagerbock
reicht, greift auch gelenkig an den Bock an, entweder mit gleichen Gabelenden wie
der Binder oder an einem besonderen Auge. Es ist in der Mitte unterteilt. Jede Hälfte
weist eine Lochreihe g auf, so daß es für die verschiedenen Spannweiten verstellbar
ist. Durch Schraubenbolzen o. dgl. werden die Hälften miteinander verbunden.
-
Wie der Vergleich der Fig. i und 2 deutlich macht, können infolge
der Gelenkverbindungen des Dreieckverbandes mit einer Größe eines Standardbinders
unterschiedliche Gebäudetiefen überbrückt werden, ohne daß sich an der Konstruktion
oder der Montage etwas ändert. Die Binder sind in sich steif und transportabel.
Die Gelenkverbindung mit den auf Bolzen geführten Gabeln ist einfach herstellbar
und auch bei der Montage bedienbar.
-
Zur wahlweisen Auflage der Dachlatten bei verschiedenem Abstand wird
erfindungsgemäß eine Schelle io an dem Obergurt festgeklemmt, an der sich die Halterung
ii für die Latte befindet. In dem Beispiel der Fig. 4 und 5 ist als Halterung ein
U-Eisen dargestellt. Es kann auch jedes andere Profil in Holz oder Eisen verwendet
werden. Das Festklemmen der Schelle geschieht zweckmäßig durch eine Schraube o.
dgl., so daß die Schelle bei Bedarf entsprechend verstellt werden kann. Die Klemmwirkung
ist für den festen Sitz ausreichend. Die Schelle ist auch für andere Halterungen
anwendbar.