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Vorhang-Garnitur Die Erfindung betrifft eine neuartige Vorhang-Garnitur,
die sich von den bekannten Ausführungsformen durch ihre relativ einfache Herstellungsweise
und Anwendungsmöglichkeit und auch in geschm4cklicher Beziehung vorteilhaft unterscheidet.
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Es sind bereits zahlreiche Ausführungen von Vorhang-Garnituren für
feste und ziehbare Vorhänge bekanntgeworden. Später haben sich auch Ausführungsformen
herausgebildet, die sich gleichzeitig für feste und ziehbare Vorhänge eigneten.
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Für die verschiedenen Dekorationszwecke wurden Gardinenstangen von
mannigfaltigster Querschnittform entwickelt, unter denen besonders runde, geriefte,
Vierkant- oder Mehrkantrohre, auch geöffnete Rohre und Ovalrohre zu erwähnen sind.
Während diese Querschnittformen hauptsächlich für feste Vorhänge Verwendung gefunden
haben, wurden im letzten Jahrzehnt für bewegliche Vorhänge Rollprofile entwickelt,
die vorwiegend ein T- oder U-Profil aufweisen. Diese sind auch teilweise
an die Stelle der Zugrohre mit kleinerem Querschnitt in Kreis-, Herz- oder Dreikantformat
getreten.
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Von diesen zahlreichen Ausführungsformen ist inzwischen eine ganze
Reihe außer Gebrauch gekommen. Andere Arten konnten sich zwar grundsätzlich auf
dem Markt behaupten, haben aber von Zeit zu Zeit gewisse Verbesserungen erhalten.
Jedoch auch von diesen zeigten viele eine Reihe von Mängeln, die immer wieder bei
Vorhang-Garnituren auftauchen. Andere Konstruktionen sind fast frei von Mängeln.
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Es sind noch im Gebrauch Vorhang-Garnituren mit vorwiegend rundem
Querschnitt. Die Vorhänge werden mittels Ringen und Stoffklammern befestigt. Während
die Ringe auf der Gardinenstange angeordnet sind, dienen die Stoffklammern zur Verbindung
zwischen diesen Ringen und der Gardine. Sie bestehen
meistens aus
einem Bügel, der zur Befestigung am Gardinenring dient, und der eigentlichen Stoffklammer,
die in den mannigfaltigsten Ausführungsformen u. a. als Zwillingsklammer bekanntgeworden
sind. Bei dieser Garnitur ist der Nachteil offensichtlich, daß die Ringe vor der
Montage der Vorhänge und der Gardinenstange auf diese aufgezogen werden müssen und
nicht nach Bedarf Ringe zwischengesetzt oder herausgelöst werden können, ohne das
Rohr wieder abnehmen zu müssen.
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Bekannt ist ferner eine Befestigungsklammer unter der Bezeichnung
Donauklammer, die über die Gardinenstange gesteckt werden kann. Diese Klammer ist
insofern vorteilhaft, als einzelne Klammern von der angebrachten Garnitur abgenommen
oder hinzugesetzt werden können. Es besteht aber keine Möglichkeit, diese Dekoration
auf dem Tisch fertigzumachen und sie dann aufzuhängen, wie das bei der Vorhang-Garnitur
nach der Erfindung der Fall ist.
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Statt Dekorationsrohre werden auch Blechblenden oder Holzgalerien
gebraucht. Auch bei diesem Dekorationsmaterial ist die bequeme Vorbereitung auf
dem Arbeitstisch nicht oder nur schlecht möglich. Das Arbeiten hinter der Blende
ist immer umständlich und zeitraubend.
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Von den Garnituren für ziehbare Vorhänge sind besonders Konstruktionen
unter dem Namen ringlose Garnituren bekanntgeworden. Es sind dies die Garnituren,
bei denen als Gardinenstangen hauptsächlich T- oder U-Profile verwendet werden.
Zu diesen Konstruktionen gehören Bügel von mannigfaltigster Form, die an ihren oberen
Enden Laufröllchen tragen. Die Befestigung dieser Bügel am Vorhang erfolgt mittels
eines Schlaufenbandes, durch das die Bügel hindurchgesteckt werden können. Andererseits
laufen die Röllchen der Bügel auf den waagerechten Flanschen von T- oder
U-Profilen. Es sind jedoch auch Ausführungsformen bekanntgeworden, bei denen diese
Flansche schwach geneigt angeordnet werden. Die Führung dieser Rollenbügel erfolgt
sehr oft durch den senkrechten Flansch der Profile oder in ähnlicher Weise. Verschiedene
Arten von Laufröllchen tragen auch eine Stoffklammer, die an dem Bügel der Röllchen
montiert ist.
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Diese Konstruktionen haben eine verhältnismäßig weite Ausbreitung
gefunden. Ihr Nachteil besteht darin, daß sie sehr oft nicht für Vorhänge benutzt
werden können, die nicht mittels Schlaufenbänder, sondern mittels einzelner Ringe
befestigt werden sollen. Die Profilträger und Rollenbügel sind außerordentlich empfindlich
gegen Beschädigungen, wie sie beim Transport oder der Montage leicht vorkommen können.
Gegenüber diesem Stand der Technik geht die vorliegende Erfindung einen grundsätzlich
anderen Weg. Die Vorhang-Garnitur nach der Erfindung besteht aus einer Vorhangstange
mit Doppel-U-Querschnitt und Bügeln einer besonderen Form, die eine verblüffend
leichte Möglichkeit zwischen Aus- und Einhängen der Bügel ermöglicht; und zwar,
haben diese. Bügel oben ebenfalls eine U-förmige Gestalt, die dem Umriß der Gardinenstange
so nachgebildet ist, daß sie diese leicht längs ihres Umrisses berührt. Auf der
Seite sind diese Bügel geöffnet. Diese Öffnung und die sonstigen Abmessungen der
Bügel im Verhältnis zur waagerechten Breite der Vorhangstange und deren übrigen
Abmessungen stehen in einem derartigen Verhältnis, daß diese Bügel in eine waagerechte
Lage gebracht, über die Vorhangstange übergestreift und durch eine Kippbewegung
um etwa 9o° in ihre senkrechte Hängelage versetzt werden können. Die Aushängung
der Bügel kann in der umgekehrten Weise vorgenommen werden. Die Abmessungen der
Gardinenstange und der Bügel sind außerdem dabei so gehalten, daß die Bügel in senkrechter
Lage sich nicht selbständig aushängen können.
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Was die übrige Querschnittform der Bügel anbetrifft, so kann deren
unterer Teil ebenfalls U-förmig ausgebildet sein. Diese Ausführungsform gehört jedoch
nicht zum Grundgedanken der Erfindung. Es ist vielmehr so, daß für die Ausführungsform
des unteren Teils der Bügel verschiedene Variationsmöglichkeiten gegeben sind. Einige
andere später erwähnte Merkmale machen den Gegenstand der Erfindung für die verschiedenartigsten
Zwecke nutzbar.
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Der Vorteil dieser neuartigen Vorhang-Garnitur besteht hauptsächlich
darin, daß die Dekoration fix und fertig auf dem Tisch vorbereitet werden kann,
während Gardinenstange und Träger bereits an der Wand befestigt sind. Die Dekoration
kann also sehr bequem aufgehängt und, was noch wichtiger ist, sehr bequem wieder
abgenommen werden, wenn die Vorhangstoffe gereinigt oder gewaschen werden sollen.
Die neue Garnitur kann sowohl in Verbindung mit einem Schlaufenband als auch mit
einem Ring oder Stoffklammer verwendet werden, falls die Dekoration das verlangt.
Es ist auch möglich, eine bereits aufgehängte Dekoration durch Hinzufügen weiterer
Bügel oder Herauslösen überflüssiger Bügel nach Bedarf zu verbessern.
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Der andere sehr wesentliche Vorteil der Erfindung besteht darin, daß
die neue Garnitur mit verhältnismäßig geringen Kosten hergestellt werden kann. Die
Gardinenstange mit Doppel-U-Querschnitt ist ein an sich absolut bekanntes Profil,
das jedoch in Verbindung mit den dazugehörigen Bügeln den eigentlichen Effekt der
Erfindung ermöglichte und außerdem gezeigt hat, daß die vorliegende Konstruktion
beim Verschieben der Bügel einen verhältnismäßig geringen Reibwiderstand aufweist,
so daß diese sowohl für feste und bei der Herstellung aus Draht auch für bewegliche
Vorhänge benutzt werden kann. Die Bügel selbst können in leichtester Weise aus irgendwelchen
Abfallteilen hergestellt werden, wobei es ganz gleichgültig ist, ob sie einen profilierten
Querschnitt oder aus Blech oder Draht bestehen. Gegenüber den ringlosen Garnituren
zeichnet sich die neuartige durch eine beispiellose Einfachheit und durch einen
wirkungsvolleren Gesamteindruck aus.
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In den Zeichnungen sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt.
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Abb. i zeigt in räumlicher Darstellungsweise die neuartige Gardinenstange
und als Beispiel Bügel mit Doppel- U- Querschnitt; Abb. 2 zeigt die Seitenansicht
zu Abb. i mit Schnitt durch die Gardinenstange; Abb. 3 zeigt in vergrößerter Darstellung
einen Bügel während des Ein- und Aushebens in drei verschiedenen Phasen -der Bewegung;
Abb.
4 zeigt die Befestigung eines Vorhangs mittels Schlaufenband ; Abb. 5 zeigt die
Seitenansicht zu Abb. 4; Abb. 6 zeigt die Befestigung eines Vorhangs mittels Ringen;
Abb. 7 zeigt die Seitenansicht zu Abb. 6; Abb. 8 bis io zeigen verschiedene Ausführungsformen
der Bügel; Abb. ii zeigt eine besondere Ausführungsform der Gardinenstange.
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In den Abb. i und 2 wird die grundsätzliche Anordnung der neuen Garnitur
dargestellt. Diese Abbildungen zeigen die Gardinenstange i mit verschiedenen Bügeln
2. Aus dieser Abb. 2 insbesondere geht der Doppel-U-Querschnitt der Gardinenstange
hervor. Die Abbildung zeigt ferner, daß die Bügel sich im oberen Teil relativ eng
an das obere Profil der Gardinenstange anlehnen und insgesamt so geformt sind, daß
auf der Rückseite eine Öffnung von einer Breite bleibt, die etwa der waagerechten
Breite der Gardinenstange i entspricht.
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In Abb. 3 wird das Zusammenwirken dieser beiden Teile beim Ein- und
Aushängen der Bügel gezeigt. Die Stellung III zeigt den Büge12 in waagerechter Lage
nach dem von oben durchgeführten Überstreifen über die Gardinenstange. Die Stellung
II zeigt denselben Bügel etwa in Diagonalstellung, und die Stellung l zeigt den
Bügel schließlich in der senkrechten Endstellung. Aus dieser Darstellungsweise ergibt
sich, daß der Bügel 2 in einfachster Weise aufgesetzt und wieder abgenommen werden
kann. Wesentlich ist hierbei, daß sich der Bügel in senkrechter Lage nicht selbständig
aushängen kann, weil die Höhe der Gardinenstange größer als die Öffnung des Bügels
ist.
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In Abb. 4 wird eine Gardinengarnitur gezeigt, bei der ein Vorhang
4 mittels eines Schlaufenbandes 3 am Bügel 2 befestigt ist. Die Seitenansicht dieser
Anordnung ist aus der Abb. 5 erkenntlich. Die Abb. 6 und 7 zeigen die Aufhängung
eines Vorhanges mittels zwischengeschalteter Ringe 5. In Abb. 8 ist ein Bügel 2`
gezeigt, bei dem die Öffnung des Bügels auf der Rückseite bzw. das Profil des Bügels
nach außen abgebogen ist, um ein leichteres Einsetzen und Aushängen des Bügels zu
ermöglichen. Abb. 9 zeigt eine weitere Ausführungsform 2b eines Bügels, dessen unterer
Teil spitz ausläuft. Diese und ähnliche Ausführungen, die im Rahmen der Erfindung
ohne weiteres möglich sind, behindern in keiner Weise das Ein- oder Aushängen der
Bügel. Abb. io zeigt eine vierte Ausführungsform 2° eines Bügels, bei der der untere
Teil eines Bügels eine Öse aufweist.
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Es hat sich erwiesen, daß die dargestellte Form der Gardinenstange
und die entsprechend obere Ausführung der Bügel dadurch bemerkenswert ist, daß das
Verschieben der Bügel ohne wesentlichen Widerstand erfolgen kann. Es ist bei Verwendung
von besonders verschleißfestem Material möglich, daß die Geringfügigkeit des Widerstandes
ähnlich wie bei den ringlosen Rollgarnituren erreicht werden kann. Dieser geringe
Widerstand ist wesentlich darauf zurückzuführen, daß die Berührung zwischen dem
Gardinenstangenprofil und den Bügeln theoretisch auf einen Punkt beschränkt sein
muß, so daß die eigentliche Reibfläche zwischen diesen beiden Teilen etwa die Gestalt
einer Linie bilden muß. In verstärktem Maße wird das bei der Ausführungsform nach
Abb. ii erreicht, wo die Gardinenstange ia oben einen speziellen Laufgrad erhalten
hat. Es ist jedoch ohne weiteres möglich, eine derartige Vorrichtung auch auf der
inneren Krümmung des Bügels anzubringen. Der Effekt wird jedesmal der gleiche sein.
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Von dieser Tatsache ausgehend, dürfte es ohne weiteres offensichtlich
sein, daß die beschriebene Garnitur nicht nur für feste Vorhänge, wie in den Abbildungen
gezeigt, sondern auch für ziehbare Vorhänge benutzt werden kann. Sei es, daß der
Zug auf dem oberen Rand der Gardine ausgeübt wird, sei es, daß im oberen Teil der
Bügel besondere Ösen oder Rollen zusätzlich angeordnet werden, in denen ein Zugband
befestigt wird.